Bayernbild Film und Fernsehen

Hans Baur. (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Fruhstorfer, fruh-02112)
Herbert Achternbusch. (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Timpe, timp-006734)
Szene aus dem Tatort "Schwarzer Einser", Erstausstrahlung am 03.12.1978. In den Aufzeichnungen und Unterlagen der Ehevermittlerin Frau von Kyhlewind finden Kriminalhauptmeister Lenz (Helmut Fischer, sitzend), Kriminalobermeister Brettschneider (Willy Harlander, Mitte) und Kriminalhauptkommissar Veigl (Gustl Bayrhammer) entscheidende Hinweise auf den Mörder und sein Motiv. (Bild: BR/Foto Sessner)
Szene aus der ersten Folge der Fernsehserie "Irgendwie und Sowieso" des Regisseurs Franz Xaver Bogner aus dem Jahr 1986. Mit seinem vielgeliebten Ochsen "Ringo" nimmt Bauernsohn Alfons Kerschbaumer (Ottfried Fischer, Mitte) alias "Sir Quickly" am ersten Bayerischen Ochsenrennen teil - und belegt den ersten Platz! (Bild: BR/Tellux-Film GmbH)
Szene aus der Fernsehserie "Café Meineid" des Regisseurs Franz Xaver Bogner (Staffel drei, Folge drei: "Alles Banane"): Von links: Herr Walguny (Max Grießer), Herr Weindl (Rüdiger Hacker), Herr Ebelein (Klaus Herm), Staatsanwalt Kainz (Norbert Mahler) und Richter Wunder (Erich Hallhuber jun.). (Bild: BR/Foto Sessner)
Szene aus dem Tatort "Der Prügelknabe", Erstausstrahlung am 21.04.2003. Der Nürnberger Kommissar Wolfgang Hackl (Thomas Schmauser, rechts) und die Münchner Kommissare - von links: Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Carlo Menzinger (Michael Fitz). Dieser Tatort wurde für seine Darstellung eines fränkischen Kommissars von fränkischer Seite stark kritisiert. (Bild: BR/MTM Medien&Television München GmbH/Kerstin Jacobson).
Anna Maria Sturm in der Rolle der Kati in einer Szene aus dem Film "Beste Zeit" des Regisseurs Marcus H. Rosenmüller. Dieser Film aus dem Jahre 2007 ist der erste Teil einer Coming-of-Age Triologie über das Aufwachsen in der oberbayerischen Provinz. (Bild: BR/Meike Birck)

von Diana Kainz

Kein anderes Medium transportiert Bilder und Klischees so einprägsam wie Film und Fernsehen. Das bereits im 19. Jahrhundert durch Karikaturen und Erzählungen verbreitete Bild des Landes Bayern und seiner Bewohner mit all seinen Eigenheiten ist bis heute nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern weit darüber hinaus v. a. geprägt von Bierkonsum und Trachtenfolklore. Dennoch unterlag und unterliegt das gerade in Film und Fernsehen gezeichnete Bild ebenso einem Wandel wie die Fokussierung auf diverse Aspekte angeblich bayerischer Eigenheiten. Film und Fernsehen zeigen dabei neben dem Wandel auch zahlreiche Konstanten in diesen, dem Bayern zugemessenen Eigenschaften. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Mentalitätskonstanten innerhalb und außerhalb Bayerns, wobei sich innerhalb Bayerns die Eigenheiten regional stark unterscheiden. Bemerkenswert ist, dass sich das Medium Film (und das Fernsehen) auch Bildern bedient, die bis in die Anfänge des Bauerntheaters zurückreichen.

Vorbemerkungen

Der Ausdruck "Bild" bezeichnet in dem hier gültigen Kontext nicht konkrete Abbildungen im künstlerischen Sinne, sondern mentale Bilder, die sich als Vorstellungen und Konnotationen etabliert haben. Dieser Vorgang ist an mediale Inszenierungen gekoppelt. Die Konfrontation mit spezifischen Inszenierungen des Bayerischen in den Medien führt zu einer mentalen Manifestierung der jeweils als dominant kommunizierten Merkmale, so dass sich bei den Rezipienten im Verlauf einer Folge von Rezeptionsakten eine spezifische Vorstellung von "Bayern" im Sinne einer konkreten Konnotation ("Das ist Bayern") festsetzt. Diese wird zunächst auf individueller Ebene als individuelles Wissen integriert. Später erfolgt eine Integration dieses individuellen Wissens auf kollektiver Ebene, wo es sich als sog. Allgemeinwissen fundiert (vgl. hierzu Krah 2007).

Derart etablierte Vorstellungen und Konnotationen können so stark rezipiert und als tatsächliches Wissen integriert sein, dass sie als wahre Erkenntnis, als Faktum wahrgenommen und damit lexikonfähig werden. Die mediale Grundlage und den inhaltlichen Schwerpunkt des folgenden Beitrags bilden in erster Linie vom Bayerischen Fernsehen zumindest koproduzierte Filme und Fernsehserien seit ca. 1950.

Bayern als Bild

"Bayern" - vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Die Frage danach, was Bayern ist bzw. welche Merkmale für "Bayern" spezifisch sind, führte bereits 1888 zu folgendem Eintrag in Meyers Konversations-Lexikon:

"Der Altbayer ist durchschnittlich von mittlerer Statur, kräftig, zuverlässig, natürlich, offen und anspruchslos, aber im Ganzen schwer beweglich, Neuerungen wenig zugänglich und streitsüchtig. Charakteristisch ist ihm die rauhe bayerische Mundart sowie in Beziehung auf seine Nahrungsweise die fast ausschließliche Herrschaft von Mehl-, Milch- und Schmalzspeisen mit einem Zusatz von Gemüsen und die Beschränkung des Genusses von Fleischspeisen auf die höchsten Festtage des Jahrs: Fastnacht, Ostern, Kirchweih und Weihnachten, sowie eine reichliche Fülle von Bier. Trotz des zunehmenden Einflusses von Mode bewahrt der altbayrische Bauer im Allgemeinen seine ihm eigentümliche Tracht" (zitiert nach Krah [2007], 27).

Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert scheint die allgemeine Perzeption Bayerns durchaus Veränderungen zu unterliegen, was sich an der medialen Inszenierung der vergangenen 60 Jahre deutlich ablesen lässt. In Bezug auf die Abbildung alltäglicher Lebensart sei hier beispielsweise auf veränderte Ernährungsgewohnheiten, insbesondere auf die Darstellung eines deutlich erhöhten Fleischverzehrs verwiesen (vgl. hierzu die zahlreichen medialen Darstellungen von Weißwurst, Knödel, Braten, Haxn und Leberkas(semmeln) verzehrenden Figuren im alltäglichen Kontext). Auch der von ernsthafter Rezeption bis zu offener Kritik oder Parodie reichende Umgang mit dem Klischee "Bayern" weist einen deutlichen Grad von Variabilität auf.

Die rekurrente Inszenierung von ausschweifendem Bierkonsum als typisch bayerisches Merkmal als auch die Darstellung des Bayern in Tracht oder zumindest trachtähnlicher Kleidung hingegen verweist auf deutliche Konstanten in dem über Film und Fernsehen transportierten Bayernbild. Kaum ein Film zwischen 1950 und der Gegenwart kommt ohne die Darstellung dieser tradierten Elemente aus, die bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert als für Bayern charakteristisch festgestellt wurden.

Die klischeehafte Darstellung Bayerns und des Bayerischen als Heimat und Glück spendende, traditionsbewusste, katholische und von ausschweifendem Bierkonsum gekennzeichnete Idylle mag zwar durchgängig als dominantes Paradigma fungieren und dies insbesondere in der Konzeption vom Heimatfilm in den 1950er Jahren und dessen Adaptionen bis in die Gegenwart: Hier wie dort wird in der Regel die Bedrohung eines familiären oder zumindest gemeinschaftlichen Glücks zum zentralen Problemkomplex erhoben und der daran gekoppelte Konflikt sowohl über einen im katholischen Glauben verankerten Wertekodex als auch am Stammtisch, im Gasthaus oder bei Dorffesten verhandelt (vgl. hierzu ausführlich Abschnitt 4). Gleichzeitig finden sich in der Filmgeschichte auch Varianten des Bayernbildes, die auf eine zum Teil deutlich weniger positive Perzeption des Bayerischen hinweisen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Klischee "Bayern" führen. Zu nennen sind hier insbesondere die Filme des deutschen Regisseurs, Schauspielers und Malers Herbert Achternbusch (geb. 1938), die mit ihrer deutlichen Provokation des bayerischen Welt- und Wertemodells in direktem Kontrast zum traditionellen Heimatfilm stehen (vgl. zum Beispiel "Das Andechser Gefühl", (1974), "Servus Bayern" (1977), "Bierkampf" (1977) und "Das Gespenst" (1982). Bis heute ist "Das Gespenst" in Österreich gemäß § 188 StGB wegen Herabwürdigung religiöser Lehren verboten).

Bei allen Varianten des Bayernbildes ist grundsätzlich zwischen der Inszenierung Bayerns im Sinne eines topographischen Raumes und der Inszenierung seiner Bewohner als spezifische Konzeptionen von Person sowie zwischen Selbst- und Fremdbild des bzw. der Bayern zu differenzieren.

Bayern in Film und Fernsehen - Topographie und Bewohner

In der heutigen (2014) Wahrnehmung Bayerns wird deutlich zwischen den topographischen Regionen des Landes differenziert: Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, Franken und die Oberpfalz, wobei die Regionen Oberbayern, Niederbayern und die Oberpfalz zum sog. Altbayern zusammengefasst werden. Mediale Darstellungen beschränken sich in der Regel auf die Abbildung eines einzelnen Bereichs, so dass in der Regel nicht ganz Bayern, sondern lediglich regionale Ausschnitte thematisiert werden. Entsprechend werden den Bewohnern der jeweiligen Region über die Inszenierung der handelnden Figuren spezifische Bündel semantischer Merkmale zugewiesen, über die eine Charakterisierung überhaupt erst möglich wird. Aus dieser Binnendifferenzierung resultieren sowohl eine Ambivalenz des Bayernbildes an sich als auch die Darstellung von Rivalität. Ein extremes Beispiel hierfür liefert "Der Tatort: Der Prügelknabe" (2003). Hier wird das altbayerische Ermittlerteam Ivo Batic (gespielt von Miroslav Nemec, geb. 1954) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, geb. 1958) um den fränkischen Kollegen Wolfgang Hackl (Thomas Schmauser, geb. 1972) erweitert, der jedoch strikt abgelehnt und als "fremd" ausgegrenzt wird. Das jeweils etablierte Bayernbild entspricht also nicht einem ganzheitlichen Abbild des faktischen Bayerns, sondern konstituiert sich jeweils aus selektierten Teilbereichen. Im vergangenen Jahrzehnt ist das Paradigma "Binnendifferenzierung" und hier insbesondere die Abgrenzung Oberbayern - Franken zu einem populären Thema avanciert.

Altbayern

Die Darstellung des topographischen Altbayerns erfolgt in der medialen Inszenierung in der Regel über die Darstellung dreier möglicher topographischer Räume: die Alpen, bzw. die alpine Bergwelt, die Stadt München (inklusive ihrer Vororte respektive Randbezirke) oder das Voralpenland. Das dominante Bild, welches über diese Inszenierung evoziert wird, ist das eines natürlichen, schönen, harmonischen, friedlichen Bayerns, in dem alles einen gewohnten und somit als gut wahrgenommenen Platz hat. Bedrohungen dieses mit höchstem Wert konnotierten Heimatraumes müssen in der filmischen Inszenierung in der Regel abgewehrt werden, eben um das Gewohnte (und vermeintlich Gute) zu wahren. Hier knüpfen Filme und Fernsehserien neueren Datums unmittelbar an das traditionelle Genre Heimatfilm an, in dem es ebenfalls stets um die Bedrohung eines positiv gesetzten und als Heimat wahrgenommenen Raumes durch ein negativ konnotiertes Außen oder die Moderne geht. Die daran geknüpften Oppositionen Heimat vs. Fremde beziehungsweise Tradition vs. Moderne fungieren als maßgebliche Konfliktträger. Die Verknüpfung des topographischen mit dem ideologischen Aspekt ermöglicht die Darstellung Bayerns und des Bayern an sich als konstant und gewohnt. Fremdes und Neues bringende Veränderungen gelten als unerwünscht. Die Parallelen zum Bild von Bayern im ausgehenden 19. Jahrhundert und zum bayerischen Heimatfilm der 1950er Jahre sind evident. Bildet der bayerische Heimatfilm auch nur ein relativ schmales Segment im Genre Heimatfilm (weit häufiger als in Bayern findet Handlung hier in Österreich, im Schwarzwald und vor allen Dingen in der Heide statt), so geht es dennoch stets um die Bemühungen der Einheimischen, die (noch) unversehrte bayerische Heimat möglichst rein und "sauber" zu halten. Das topographische Altbayern steht hier in der Regel repräsentativ für Bayern als Gesamtkomplex.

Die faktische Situierung der Handlung im topographischen Raum hat jedoch weder im traditionellen Heimatfilm noch in aktuellen Filmen und Serien zwangsläufig einen bedeutenden Einfluss auf die spezifische Wertevermittlung. Sowohl der einfache oder auch wohlhabende bayerische Bauer im alpinen Bergdorf als auch der Brandner Kaspar (vgl. "Der Brandner Kaspar und das ewig Leben" von Franz von Kobell [1803-1882] aus dem Jahr 1871) am Tegernsee, Amtsrichter August Stierhammer (gespielt von Hans Baur, 1910-1986) im fiktiven niederbayerischen Geisbach ("Königlich Bayerisches Amtsgericht"), Kommissar Berghammer (Ottfried Fischer, geb. 1953) in Bad Tölz ("Der Bulle von Tölz") oder das Ermittlerteam Ivo Batic und Franz Leitmayr ("Tatort") in der Großstadt München weisen in unterschiedlichen Ausmaßen die gleichen oder wenigstens sehr ähnliche Merkmalsbündel auf und werden gleichermaßen als positive Protagonisten bewertet. Diese sowohl deutlichen als auch auffälligen Übereinstimmungen resultieren aus der Existenz eines konstanten Pools von Merkmalen, aus deren Verknüpfung sich die unterschiedlichen möglichen Konzeptionen von etwas als typisch bayerisch Erkennbarem speisen. Dieser Pool wiederum ist ein traditioneller, der über die Jahrzehnte hinweg zwar in unterschiedlichen Kontexten und einem variablen Grad von Karikierung verarbeitet, jedoch nicht grundsätzlich verändert wurde (vgl. hierzu Krah [2007], 34-41):

  1. eine vom gängigen Schönheitsideal abweichende Statur, die allerdings
  2. positiv inszeniert oder wenigstens als gegeben akzeptiert wird;
  3. Authentizität, die als von den äußeren Merkmalen auf innere Werte übertragbar gesetzt wird,
  4. innere Ruhe, Ausgeglichenheit und die Tendenz zu Unveränderlichkeit;
  5. eine spezifische Form von Komik und Humor;
  6. eine Tendenz zur Inszenierung von Abgrenzung in Bezug auf Fremdes (z. B. Preußen, das Ausland an sich), die eine
  7. Verbundenheit mit dem Eigenen / Gleichartigen nach sich zieht: Alle Bayern sind gleich;
  8. Originalität, die innerhalb der Einheit möglich ist;
  9. Überlegenheit;
  10. eine spezifische Ordnung, die gleich einem internen Code allen Bayern bekannt ist und deren Basis,
  11. eine eigene Moral ist.

Interne Differenzierung: Ober- und Niederbayern

Obgleich Ober- und Niederbayern dem topographischen Raum Altbayern zuzuordnen sind, differieren die medialen Konnotationen deutlich. So wird der Niederbayer im neueren bayerischen Film vom Oberbayern in der Regel als hinterwäldlerisch bewertet und als entsprechend nicht, schwer oder nur widerwillig integrierbar gesetzt (vgl. zum Beispiel "München 7" [seit 2003], wo das Personenkonzept der Figur Seppi [gespielt von Martin Großmann, geb. 1971] ganz explizit die semantischen Merkmale unbeholfen, wenig intelligent und ordinär aufweist).

Interne Differenzierung: München

Zwar zum topographischen Raum Oberbayern gehörend, weist der Raum München in Film und Fernsehen jedoch bis in die 1990er Jahre einen exzeptionellen Status im Sinne eines spezifischen Mikrokosmos auf. Das semantische Merkmal (groß)städtisch gilt hier als Träger für Konfliktlinien, die im ansonsten vorherrschenden ländlichen Raum mit Dorfcharakter zwar möglichweise vorhanden, zunächst aber nicht offen(sichtlich) entwickelbar sind und zwangsläufig nicht thematisiert werden. Auf einen entsprechenden Bedarf verweist jedoch die Tatsache, dass mehr als die Hälfte aller bayerischen Fernsehserien in München verortet sind und die Stadt rekurrent als zentraler Ort der Handlung gewählt wird. Kriminalität und die Reflexion über (moderne) Gesellschaftsstrukturen werden zumeist im städtischen Mikrokosmos verhandelt, womit München zur Heimat für Krimis (z. B. "Funkstreife Isar 12" [1960-1963]) und Milieustudien (z. B. "Münchner Geschichten" [1974]) geworden ist. Kommt es innerhalb eines Films oder einer Serie zu einer expliziten Gegenüberstellung von Stadt und Land, so wird das ländliche Bayern in der Regel als vom Städtischen bedroht gesetzt. Steht das Ländliche in derartigen Konzeptionen für die zu bewahrenden Traditionen und Werte, so korrelieren urbane Räume wie München zumeist mit Modernität und folglich mit etwas, das vom typischen Bayern abgelehnt wird. Einzelne Figuren innerhalb dieser Räume können jedoch durchaus positiv gesetzt sein, insbesondere wenn es sich um "echte" oder zumindest assimilierte Bayern handelt, die innerhalb des städtischen Raumes für die Erhaltung von (bayerischem) Recht und (bayerischer) Ordnung sorgen (vgl. hierzu insbesondere Beispiele des bayerischen Krimis).

Die Exzeptionalität Münchens resultiert folglich weniger aus der spezifischen Beschaffenheit seiner Einwohner respektive des Münchners an sich, sondern aus dem Potential, das (groß)städtischen Strukturen und Gegebenheiten per se inhärent ist. Der Münchner handelt, argumentiert und entscheidet dabei nicht unbedingt anders als der Bayer im Allgäu oder der Bayer in dörflich strukturierten Randbezirken. Von Bayern im Sinne eines spezifischen Bündels von Merkmalen ist München also nicht zwangsläufig abzugrenzen – diese These bestätigt sich im Zuge der sukzessiven Auflösung der Grenze zwischen städtischem und ländlichem Raum, konkret zwischen der Stadt München und dem ländlichen Bayern, wie sie insbesondere im Film der 1990er Jahre gezeigt und bis heute fortgesetzt wird. Auch die ländlichen Gebiete werden seitdem als von städtischen Problemen wie Kriminalität, Drogen oder Ausländerfeindlichkeit durchsetzt dargestellt (dies insbesondere im Genre Krimi wie beispielsweise in "Die Rosenheim Cops" [seit 2001] oder "Stadt, Land, Mord!" [2006]) und es kann zu einer massiven Bedrohung des Tradierten kommen. Diese Entwicklung ist in ihren Grundzügen jedoch kein Novum: Potentielle Bedrohungen der heilen Welt auf dem Lande durch "städtische" Phänomene wie Prostitution, überhaupt Freizügigkeit, Tanz und Modernisierung werden bereits im traditionellen Heimatfilm rekurrent thematisiert. Auffällig ist im neueren Film allerdings das Festhalten an einer Inszenierung des Ländlichen als "zurückgeblieben" oder "unwissend" - im Zeitalter moderner Kommunikation und Infrastruktur erscheinen derartige Darstellungen des ländlichen Bayern von absurd bis komisch oder auch hyperbolisch und werden seit der Jahrtausendwende sukzessive in Frage gestellt (vgl. hierzu insbesondere die Filme Marcus H. Rosenmüllers [geb. 1973]).

Interne Differenzierung: Franken und die Oberpfalz

Die topographischen Regionen Franken und Oberpfalz sind bisher als medial unterrepräsentiert zu bezeichnen - ein Phänomen, das der Fokussierung der alpinen Bergwelt als Ort der Handlung seit den 1950er Jahren geschuldet ist. Insbesondere die Oberpfalz wird in Film und Fernsehen als Raum und Träger für sog. Stereotype gar nicht oder nur marginal thematisiert. Franken hingegen wird insbesondere im derzeit aktuellen Genre "Bayerischer Krimi" vermehrt als Raum und Bedeutungsträger inszeniert. Die hier dominante mediale Konstituierung etabliert sich in der Regel über den Diskurs einer expliziten, bewussten Abgrenzung zu Altbayern bzw. zum Altbayerischen, so dass die Formel Franken ≠ Bayern ein rekurrentes Muster bildet. Typisch für die Darstellung Frankens und seiner Bewohner ist der Stolz darauf, eben nicht zu Bayern zu gehören, obgleich dies im Widerspruch zur faktischen topographischen Realität steht.

Selbst- und Fremdbild sind hinsichtlich des gemeinsamen Wunsches nach Nicht-Zugehörigkeit kompatibel, driften allerdings insofern auseinander, als dass der Franke aus altbayerischer Sicht dem Preußischen – und damit einer vom Franken selbst negativ konnotierten Bevölkerungsgruppe – angenähert wird. Die gemeinsame Abneigung gegen Nicht-Bayerisches führt nicht zu einer harmonisierenden Konsolidierung, sondern durch die Zuordnung Frankens zu Preußen zu einem manifesten Konflikt. So werden dem Franken explizit nicht-bayerische und sowohl von Altbayern als auch von Franken selbst negativ bewertete Merkmale wie penibel, ordentlich, bürokratisch und besserwisserisch zugeschrieben (vgl. z. B. "Tatort: Der Prügelknabe" [2003]). Dieses spezifische Bild des Franken wird auch in der Krimiserie "München 7" (2007) aufgerufen und als Reflexionsergebnis vorgestellt: Der Franke Martin Hellwig (gespielt von Martin Maria Eschenbach, geb. 1977) wird hier explizit als renitent, besserwisserisch und stur charakterisiert. Mit der Figur Elfi wird diese Perzeption untermauert und die Überwindung dieser internen Grenze hierarchisiert: Während sie eine von der Konzeption Bayerns eigentlich abweichende Ehe mit einem Araber realisiert und so die grundsätzlich mögliche Überwindung der Grenze zum Nicht-Bayerischen aufzeigt, hält sie vehement an ihrer Abneigung gegen Franken fest – eine Überwindung dieser spezifischen Grenze wird als unmöglich gesetzt. Eine ähnliche Hierarchisierung findet sich im Tatort "Der Prügelknabe". Hier wird zunächst die Integration eines serbischen Verwandten als möglich, die Integration eines fränkischen Kollegen jedoch als vollkommen unmöglich gesetzt. Letztlich werden hier allerdings beide Arten des Fremden als nicht-integrierbar abgelehnt und sanktioniert.

Abgrenzung nach außen: Das Ausland

Das Ausland wird aus bayerischer Perspektive über die Jahrzehnte hinweg stets als potentielle Bedrohung wahrgenommen. Was aus der Fremde kommt (und dazu zählt neben dem faktischen topographischen Ausland auch das nicht-bayerische Deutschland) wird in der Regel mit expliziter Ablehnung oder wenigstens skeptisch betrachtet. Bedrohung des Eigenen durch Fremdes findet sich in allen Genres als zentraler Anlass für Konflikte. Eine Ausnahme bilden hier nur einige wenige Filme, so beispielsweise Joseph Vilsmaiers (geb. 1939) Film "Rama Dama" (1991), in dem das vom Krieg zerstörte Bayern den zentralen Handlungsraum bildet: Wurzeln Bedrohung und Zerstörung des Heimatraumes hier im Deutschen (nicht aber im Bayerischen!) selbst, wird das Fremde zumindest partiell mit Neugier aufgenommen. US-Amerikanische Soldaten werden von einigen Trümmerfrauen als gerne gesehene Abwechslung vom Bekannten willkommen geheißen - ein zwar nicht durchgängiges, jedoch in Bezug auf die Protagonistinnen auffällig dominant inszeniertes Motiv. Man tanzt zusammen Swing, raucht amerikanische Zigaretten und lernt sogar die englische Sprache, wenn auch nur bruchstückhaft. Letztlich wird diese experimentelle Haltung zum Fremden jedoch als unbefriedigend und gefährlich entlarvt: Man wird entweder "sitzen gelassen" oder sogar beinahe Opfer sexueller Gewalt. Signifikant ist hier, dass Bewahrung vor Schaden einzig dem Eingreifen eines Bayern zu verdanken ist. Während Eigenem vertraut werden kann, ist Fremdes, so die Botschaft, mit äußerster Vorsicht zu genießen.

"Bedrohung" als Paradigma rangiert im bayerischen Film von Gästen aus der Fremde über Intrigen oder Betrug bis zur Unterwanderung des bayerischen Staatsapparates und hat trotz Individualität und Originalität der Betroffenen in der Regel einen bayern-internen Zusammenschluss zur Folge, der durch eine explizite kollektive Abgrenzung nach außen markiert ist: Die erfolgreiche Tilgung von Konflikten ist an eine positiv gesetzte Homogenisierung innerhalb Bayerns gebunden. Was im Krimi anhand von Verbrechen und damit klar identifizierbaren Normverstößen vorgeführt wird, hat auch für andere Genres, beispielsweise die Familienserie, den Heimatfilm oder auch die Komödie Gültigkeit. Hier variieren die Auslöser von Bedrohung vom Fremdarbeiter über den Liebhaber aus der Fremde bis hin zu grundsätzlich zwar bayerischen, allerdings unangepassten Figuren oder Städtern. Im Kontext der Milieustudie wird die Bedrohung der privaten, bayerischen Existenz durch das Fremde gerne über die drohende Substituierung traditioneller bayerischer Institutionen wie Wirtshäusern durch die ausländische Gastronomie und deren ebenfalls ausländischen Betreiber inszeniert – eine Problemkonzeption, die als populärer Bedeutungsträger eingesetzt wird. Nicht selten werden im Verlauf der an die Bedrohung angelagerten Problemverhandlung die Verfestigung oder Bestätigung von Familienstrukturen, die Herstellung von im bayerischen Denken funktionsfähigen Familienzusammenschlüssen oder die Erneuerung gemeinschaftlicher Zusammenschlüsse und Ordnungen als positive Folge der Bedrohung von Außen inszeniert. Bayern fungiert hierbei als Gemeinschaft stiftendes Element. Mögliche interne Konflikte werden von einem nach außen stabilen Gefühl der Zusammengehörigkeit überlagert, über das sich wiederum das dominante Bayernbild konstituiert.

Bayern als Lösung

Bedrohungen für den Heimatraum durch ein fremdes Außen oder durch interne Abweichungen werden in der Regel durch die Bestätigung des Selbstbildes, d. h. durch die Bestätigung der eigenen "bayerischen" Ordnung getilgt und sanktioniert. Das bayernspezifische Werte- und Normensystem wird als das einzig mögliche weil rechtmäßige inszeniert, so dass Ablehnung gegenüber Fremdem respektive dessen Eliminierung für die Kenner der bayerischen Ordnung logisch nachvollziehbar und legitimierbar werden.

Die Tilgung von Konflikten beschränkt sich dabei nicht darauf, dem Fremden das Eigene aufzuoktroyieren. In der Regel ergibt sich die Möglichkeit zur Wahl: Entweder das Fremde nähert sich dem Bayerischen wenigstens partiell an und erkennt die bayerische als die richtige und wünschenswerte Ordnung an, so dass es zu einer Tilgung durch freiwillige Unterordnung und dadurch mögliche Integration kommt. Oder es kommt – für den Fall, dass diese Tilgungsmöglichkeit durch Kompromiss abgelehnt wird – zu Sanktionierung oder Eliminierung des Fremden im Sinne der bayerischen Ordnung. Die ausschließliche Anpassung des bayerischen Codes an das Fremde hingegen bildet keine Alternative.

Integriert werden kann darüber hinaus nur, was der Wahrung der spezifischen bayerischen Ordnung dient und dabei keinerlei Gefahr für die Bewahrung spezifisch bayerischer Einstellungen und Wahrnehmungen birgt. Zum Themenkomplex (bayerisches) Recht und (bayerische) Ordnung vgl. auch Krah [2007], 71-99.

Der bayerische Heimatfilm

Die Geschichte des bayerischen Heimatfilms gründet in den bereits in den 1920er und 1930er Jahren gedrehten, sog. Bergfilmen. Als wichtigste Regisseure sind Arnold Fanck (1889-1974, u. a. "Die weiße Hölle vom Piz Palü" [1929]), Leni Riefenstahl (1902-2003, u. a. "Das blaue Licht" [1932]) und Luis Trenker (1892-1990, u. a. "Berge in Flammen" [1931]) zu nennen. In den 1930er Jahren schließen jene Filme der NS-Zeit an, die trotz ihres vermeintlich unproblematischen Inhalts in ihrer spezifischen Inszenierung für die subtile Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie vorgesehen waren (vgl. hierzu Fiedler [1993]). Ihre Stoffe wurden nach dem Krieg von den Alliierten als unbedenklich eingestuft und für Neuverfilmungen freigegeben, so beispielsweise die Verfilmungen des Dramas "Der Meineidbauer" (Erstverfilmung 1915, hier 1940) von Ludwig Anzengruber (1839-1889) oder die Mehrfachverfilmung "Das sündige Dorf" (Erstverfilmung 1940) nach einem Schwank von Max Neal (1865-1941). Aus tradierten Vorlagen konstituierte sich das, was heute gemeinhin als der traditionelle deutsche "Heimatfilm" bekannt ist: Filme aus den 1950er und 1960er Jahren, in denen es in erster Linie um eine Rehabilitierung des Heimatbegriffes geht. Der bayerische Heimatfilm bildet ein eigenständiges Segment in diesem Genre, ist allerdings sowohl durch ineinander greifende Produktionen als auch in Bezug auf thematische Schwerpunkte nur schwer vom österreichischen Heimatfilm zu trennen.

Der traditionelle bayerische Heimatfilm der 1950er und 1960er Jahre

Konstitutiv für den deutschen Heimatfilm im Allgemeinen und den bayerischen Heimatfilm im Besonderen ist das Anliegen, den Heimatbegriff nach der Herrschaft der Nationalsozialisten zu rehabilitieren. Das damit verbundene Bemühen um ein positives Deutschland bzw. Heimatbild manifestiert sich ganz deutlich im Heimatfilm der 1950er Jahre. Was in diesem Beitrag exemplarisch am bayerischen Heimatfilm gezeigt wird, besitzt auch für den Heimatfilm anderer Regionen Deutschlands (Heide, Schwarzwald, Rhein und Bodensee) sowie für den österreichischen Heimatfilm Gültigkeit. Zu nennen sind hier beispielsweise die sehr populären Filme "Grün ist die Heide" (Erstverfilmung 1932, hier 1951), "Die Fischerin vom Bodensee" (1956), "Schwarzwaldmädel" (Erstverfilmung 1920, hier 1950), "Der Förster vom Silberwald" (1954) oder "Im weißen Rößl" (1960).

Zentrale Konfliktlinien des bayerischen Heimatfilms ergeben sich aus den bereits oben genannten Themen: unglückliche Liebe, Bedrohung des Heimatraumes durch Fremdes oder Modernität, Rivalität und Eifersucht (in der Regel in Bezug auf Frauen und gerne auch familienintern), Wilderei, Ehebruch oder sonstige Verletzungen des zwar internen und bayernspezifischen, jedoch allen bekannten Werte- und Normenkatalogs. So gelten Ehebruch und das Zeugen unehelicher Kinder in der Verfilmung "Das sündige Dorf" von 1956 zwar als allgemein bekannt (und akzeptiert), es herrscht allerdings auch stillschweigendes Übereinkommen darüber, dass über derartige Normverletzungen eben geschwiegen wird. Die Anwesenheit des vor Jahren aus Preußen Zugereisten Süßbier wird hier als manifeste Bedrohung gesetzt: Da er sich noch immer nicht vollkommen angepasst habe (weder sprachlich noch im Habitus), sei davon auszugehen, dass er auch den internen Code nicht bewahren könne. Folglich beschließt der Gemeinderat, ihn mit Verweis auf seinen "Geburtsfehler", Preuße zu sein, auszuweisen: In seiner Anwesenheit könne man sich schließlich keine Geheimnisse mehr erlauben. Bleiben darf Süßbier schlussendlich doch - allerdings erst, als er eine Einheimische heiratet, die ihm signifikanterweise im Augenblick der Hochzeit unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er von nun an nichts mehr zu sagen habe.

Auch sonst transportiert "Das sündige Dorf" ein für den bayerischen Heimatfilm charakteristisches Bild Bayerns: Vom dicklichen, behäbigen, andauernd Bier, Brezen, Weißwurst oder Knödel konsumierenden Bayern, der sich lieber prügelt als sich verbal auseinanderzusetzen und der sich Veränderungen und Neuerungen gegenüber alles andere als aufgeschlossen zeigt, über die selbstbewusste, gestandene Bäuerin, die sich von den Männern den Mund nicht verbieten lässt, bis hin zum fleißigen, herzlichen jungen "Dirndl", das die Männerdomäne bereitwillig bedient, sind hier alle im schönen idyllischen bayerischen Dorf versammelt, in dem die Kirche und das Wirtshaus sowohl den topographischen als auch den semantischen Knotenpunkt bilden. Kirchengeläut unter weiß-blauem Himmel, untermalt von typisch bayerischer Blasmusik oder alternativ Darstellungen von Gemeinschaft im Wirtshaus, durchsetzt vom improvisierten Gstanzelsingen, gehören zu den zentralen Bildern, über die der Raum Bayern mit Bedeutung aufgeladen wird. "Das sündige Dorf" steht nur beispielhaft für eine Vielzahl von Heimatfilmen, in denen diese "typisch bayerischen" Elemente in unterschiedlichen Variationen und Kontexten angespielt und eingesetzt werden, um das Bild einer funktionsfähigen bayerischen Idylle zu inszenieren.

Die Berge im Sinne eines Naturraums erfüllen in derartigen Inszenierungen jeweils unterschiedliche Funktionen: So können sie einerseits als Ort der Gefahr und Gefährdung fungieren, an dem (beispielsweise bei vorherrschender Rivalität und Eifersucht) zentrale Entscheidungen getroffen oder erkämpft werden; andererseits werden sie rekurrent als Ort gesetzt, an dem die wahre Liebe entdeckt werden und stattfinden kann. In allen Fällen dienen sie der Konstituierung einer neuen, weil tatsächlich bayerischen oder aber der Bestätigung der bereits im Sinne des Bayerischen bestehenden Ordnung. So kann eine verunglückte Bergtour in dem Film "Dort oben wo die Alpen glüh'n" letztlich zu einer Neuordnung der Paarkonstellationen innerhalb des Dorfes führen, welche den Abschluss von Untreue und Unglück bildet und von allen Beteiligten begrüßt wird. Vermeintliches Unglück am Berg ist folglich notwendig, um das wahre Glück zu erlangen und vollständige Harmonie und Idylle herstellen zu können.

Der moderne bayerische Heimatfilm

Im Gegensatz zum Heimat verklärenden Heimatfilm der 1950er und 1960er Jahre ist es das zentrale Anliegen des modernen Heimatfilms, Heimat vollkommen ungeschönt darzustellen. Konstituiert hat sich dieses Segment des Genres in den 1970er Jahren und reicht bis in die Gegenwart. Wichtige Regisseure in diesem Segment sind Joseph Vilsmaier (u. a. "Herbstmilch" [1988], "Rama dama" [1991], "Die Geschichte vom Brandner Kaspar" [2008]), Thomas Kronthaler (geb. 1967, u. a. "Die Scheinheiligen" [2001], "Plötzlich Opa" [2006]), Stefan Betz (geb. 1970, u. a. "Grenzverkehr" [2005]), Hans Steinbichler (geb. 1969, u. a. "Hierankl" [2003], "Winterreise" [2006]) und Marcus H. Rosenmüller (u. a. "Wer früher stirbt ist länger tot" [2006], "Schwere Jungs" [2007], "Beste Zeit" [2007], "Beste Gegend" [2008], "Räuber Kneißl" [2008], "Wer's glaubt, wird selig" [2012]). Die ungeschönte Darstellung von Heimat als (Lebens-) Raum manifestiert sich im modernen bayerischen Heimatfilm (der sich wiederum nur schwer vom österreichischen trennen lässt) in der Darstellung des harten, mühsamen und von Not und Entbehrung gekennzeichneten Alltags der Berg- und Landwirtschaft. Die in den 1950er Jahren populäre Darstellung vom genussvollen Leben im Übermaß wird zugunsten der Abbildung von hart arbeitenden Menschen in den Hintergrund gerückt. Gekoppelt wird diese Thematik vielfach an die Darstellung Bayerns unmittelbar vor, in oder nach der NS-Zeit (vgl. hierzu beispielsweise "Herbstmilch", "Rama Dama"). Die entsprechenden Botschaften der Filme reichen von einer vermeintlichen Unverletzbarkeit der wahren bayerischen Gemeinschaft aufgrund eines tief verwurzelten Zusammenhalts bis hin zu einer drohenden oder auch möglichen Störung oder Spaltung der Gemeinschaft durch die Politik. Positiv werden in derartigen Konzeptionen all jene Figuren besetzt, die am traditionell Bayerischen festhalten und sich trotz vermeintlicher Vorteile oder einer Verbesserung der Lebensbedingungen nicht dem von Außen aufoktroyierten "neuen" Denken verschreiben. Besonders deutlich werden die Disqualifizierung nationalsozialistischer Ideen sowie deren vereitelter Übergriff in den sich selbst stabilisierenden bayerischen Heimatraum in Marcus H. Rosenmüllers Kinder- und Jugendfilm "Die Perlmutterfarbe" (2005) gezeigt.

Insbesondere Filme neueren Datums setzen sich kritisch mit dem tradierten Bild der bayerischen Heimat(-Idylle) auseinander. Anders als in den zutiefst kritischen Filmen von Herbert Achternbusch als Herbert Schild (u. a. "Das Andechser Gefühl" [1975], "Bierkampf" [1977], "Das Gespenst" [1982]) findet die Auseinandersetzung zumeist im komödialen Stil statt (vgl. hierzu beispielsweise "Die Scheinheiligen", "Grenzverkehr", "Wer früher stirbt ist länger tot" oder "Wer's glaubt wird selig"). Vor allen Dingen der für Bayern signifikante katholische Glaube sowie der daran gekoppelte Moralkodex werden parodiert oder es kommt zur Aufdeckung von tatsächlich gelebter Doppelmoral.

In das Segment "moderner bayerischer Heimatfilm" fallen neben Kino- und Fernsehfilmen auch bayerische Fernsehserien wie "Café Meineid" (1990-2003), "Der Bulle von Tölz" (1995-2009), "Die Rosenheim Cops" (seit 2002), "München 7" (seit 2003) oder "Hubert & Staller" (seit 2011, bis 2015: "Heiter bis tödlich: Hubert & Staller").

Bayern im Erotikfilm der 1970er und 1980er Jahre

Das in Film und Fernsehen gezeichnete Bayernbild der 1970er und 1980er Jahre konstituiert sich auch über die sog. Lederhosenfilme, deren übergeordnete Bezeichnung sich von der siebenteiligen Filmreihe "Liebesgrüße aus der Lederhos'n" (1973-1992) ableitet (vgl. hierzu ausführlich Krah [2007], 101-168). Gemeint ist damit das dem Heimatfilm durchaus angenäherte Segment des Softporno- bzw. Softcore- oder Erotikfilms. Anders als beim Heimatfilm im Allgemeinen dominieren hier bayerische Produktionen. Ergänzt werden sie zwar durch Filme wie die im Ruhrgebiet spielende Reihe "Laß jucken, Kumpel" (1972) oder vereinzelte Filme, die in Norddeutschland spielen (z. B. "Sonne, Sylt und kesse Krabben" [1971] oder "Der Ostfriesen-Report: O mei, haben die Ostfriesen Riesen" [1973]). Anders als der bayerische Lederhosenfilm haben sich diese jedoch nicht als eigenständiges Segment etabliert. Der bayerische Softpornofilm greift in seiner Konzeption in der Regel Elemente des Bauerntheaters und Heimatfilms auf, um daran anschließend Geschichten zu erzählen, die in ihren Aussagen nach Decker wesentliche Funktionen erfüllen (vgl. Krah [2007], 111f.):

  1. Die Bewahrung eines konservativen Umgangs mit sozialem Wandel und im bayerischen Sinne der Versuch, Wandel auf ein (absolut notwendiges) Minimum zu begrenzen.
  2. Trotz vermeintlichem Bruch mit traditionellen Familien- und Ehemodellen führen die Filme auch immer wieder finale (traditionell monogame) Paarbildungen vor, die positiv gesetzt werden. Hierin sowie in der Tendenz zur Relativierung von Vergangenheit manifestiert sich ebenfalls die Abwehr von sozialem Wandel.
  3. Lederhosenfilme entwerfen eine deutliche Differenzierung zwischen Heimat vs. Fremde, respektive eigen vs. fremd. Alles, was nicht als Heimat oder eigen identifizierbar ist, wird ausgegrenzt.
  4. Lederhosenfilme entwerfen eine spezifische innere Natur des Bayern als Person, die sich aus der Verknüpfung von der Darstellung Bayerns als sowohl topographischer (Almen, Berge) als auch anthropologischer (Gefühl, Liebe und Erotik) Naturraum speist.

In Bezug auf Problemkonstellationen, Handlungsverläufe und Konfliktlösungen folgt der bayerische Softpornofilm weitgehend dem traditionellen Konzept des bayerischen Heimatfilms. In der Regel kommt es zu Beginn der Handlung zu einer als konfliktgeladen inszenierten Begegnung zwischen heimatlichen und fremden Elementen oder Figuren. Das Auftauchen von Städtern, Italienern, Franzosen, Engländern oder (in der Regel als homosexuell und wenig intelligent oder ansehnlich inszenierten) Preußen wird als ebenso manifeste Bedrohung des Eigenen respektive des bayerischen Glücks gesetzt wie der Einbruch abstrakter fremder Elemente (beispielsweise bürokratischer Verordnungen). Der Einbruch des Fremden führt zu Konflikten, die sich in der Regel aus Rivalitäten, Intrigen oder dem Auffinden von bisher verdeckten Wahrheiten speisen. Letztere führen zur Verhandlung des auch in traditionellen und modernen Heimatfilmen populären Themenkomplexes Doppelmoral.

Analog zum traditionellen bayerischen Heimatfilm geht es auch im Softpornofilm darum, ein drohendes Auf- oder Zerbrechen der ursprünglichen bayerischen Ordnung mit allen Mitteln zu verhindern. Konflikte werden ebenfalls über eine Rückführung zur alten Ordnung, respektive deren Bestätigung, gelöst: Fremdes wird entweder in das Bayerische integriert (vorzugsweise durch Heirat oder Familiengründung) oder es verlässt den bayerischen Heimatraum eigenständig oder aufgrund von Ausgrenzung und Sanktionierung. Bedrohungen der temporären Ordnung erweisen sich als lediglich temporär und Wandel wird erfolgreich abgewendet. Die zugrunde liegende Botschaft lautet analog zum bayerischen Heimatfilm: Bayerische Ordnungen sind so funktionsfähig, dass sie sich aus sich selbst heraus stabilisieren und bewahren können.

Das von den Softpornofilmen aufgerufene Bild vom Bayern als Person weist nach Decker spezifische semantische Merkmale auf, die - wie oben gezeigt - auch für andere Segmente des bayerischen Films Gültigkeit besitzen. Der typische Bayer - so das Bild der Softpornofilme - betrinkt sich gerne und häufig mit Bier, trägt Konflikte eher über physische Gewalt als durch verbale Argumentation aus und geht davon aus, dass sich alles Fremde dem Bayerischen unterzuordnen hat, da dieses das Maß aller Dinge ist. Darüber hinaus wird er im Softpornofilm als "sexbesessen und vermehrungssüchtig" (Krah [2007], 137) gesetzt. Die Verknüpfung der Elemente Alkohol, Erotik und bayerische Natur wird rekurrent eingesetzt, um Bedeutung zu konstituieren.

Der Blick von außen: Das Fremdbild Bayerns

Das in Film und Fernsehen transportierte Fremdbild Bayerns und seiner Bewohner divergiert in unterschiedlichen Bereichen vom Selbstbild. So wird beispielsweise der in bayerischen Inszenierungen mit positiver Gemütlichkeit konnotierte Biergenuss (auch während der Dienstzeit) in nicht-bayerischen Inszenierungen als Bedeutungsträger für die Nicht-Verstehbarkeit der spezifisch bayerischen Ordnung funktionalisiert (vgl. "Ein Bayer auf Rügen" [1993-1997]). Eben dadurch wird diese jedoch für den verstehenden bayerischen Zuschauer bestätigt.

Ausdrücke wie "So etwas ist auch nur in Bayern möglich" (vgl. "Ein Bayer auf Rügen") oder die Kritik an bayernspezifischen Kosenamen wie Resl statt Therese (vgl. "Zwei Münchner in Hamburg" [1989-1993]) bezeichnen wiederkehrende Reaktionen von Nicht-Bayern auf die Anwesenheit von Bayerischem in ihrem Terrain. Das aus Bayern stammende Individuum wird dabei gerne als nicht-wirklich-deutsch oder nicht-verstehbar inszeniert. Steht letzteres Merkmal auch in direktem Bezug zu Unterschieden in der Mentalität (z. B. der Perzeption von Recht, Essgewohnheiten, zwischenmenschlichen Umgangsformen), so findet in der Regel eine explizite Verknüpfung mit den Divergenzen auf sprachlicher Ebene statt: Das bayerische Individuum zeigt in der Fremde keinerlei Ambitionen, sich über eine sprachliche Anpassung verstehbar zu machen, woraus eine Charakterisierung als eigensinnig und stur resultiert.

Auffällig häufig fungiert der in der Fremde positionierte Bayer als ordnungsstiftende Instanz. Seine Aufgabe ist es in der Regel, eine aus den Fugen geratene fremde Ordnung durch aktives, bayerisches Handeln wieder herzustellen. Dabei hält der Bayer an seiner Heimat fest, trägt sie quasi in sich (vgl. Krah 2007). Das Fremdbild ist in diesen zahlreichen Fällen von Respekt und Dankbarkeit gegenüber einem als kompetent und verständig, jedoch deutlich als Nicht-Teil der Fremde konnotierten Individuum gekennzeichnet. Eine Überwindung der Grenze zwischen Bayerischem und Nicht-Bayerischem findet zumeist in gegenseitigem Einvernehmen nicht statt.

Filme und Fernsehserien (Auswahl)
Filmtitel Produktionsland und -jahr Regie Darsteller (Auswahl)
Beste Gegend DE, 2008 Marcus H. Rosenmüller Rosalie Thomass (geb. 1987), Anna Maria Sturm (geb. 1982), Volker Bruch (geb. 1980)
Beste Zeit DE, 2007 Marcus H. Rosenmüller Rosalie Thomass, Anna Maria Sturm, Ferdinand Schmidt-Modrow (geb. 1985)
Bierkampf DE, 1977 Herbert Achternbusch Herbert Achternbusch, Annamirl Bierbichler (1946-2005), Josef "Sepp" Bierbichler (geb. 1948), Heinz Braun (1938-1986), Gerda Achternbusch
Café Meineid DE, 1999-2007 Franz Xaver Bogner Erich Hallhuber (1951-2003), Norbert Mahler (1961-2013), Thekla Mayhoff (geb. 1957, eigtl. Mairhofer)
Das Andechser Gefühl DE, 1974 Herbert Achternbusch Herbert Achternbusch, Barbara Gass (geb. 1939),Walter Sedlmayr (1926-1990), Reinhard Hauff (geb. 1939), Margarethe von Trotta (geb. 1942)
Das Gespenst DE, 1982 Herbert Achternbusch Annamirl Bierbichler, Kurt Raab (1941-1988)
Das Schweigen im Walde DE, 1955 Helmut Weiss (1907-1969) Rudolf Lenz (1920-1987), Sonja Sutter (geb. 1931), Angelika Hauff (1922-1983), Paul Richter (1895-1961)
Das Schweigen im Walde DE, 1976 Alfred Vohrer (1914-1986) Alexander Stephan (1945-2011), Belinda Mayne (geb. 1954), Evelyn Opela (geb. 1945), Ferdy Mayne (1916-1998), Walter Buschhoff (1923-2010)
Das sündige Dorf DE, 1940 Joe Stöckel (1894-1959) Joe Stöckel, Elise Aulinger (1881-1965), Georg Bauer (1906–1967), Albert Janschek, Josef Eichheim (1888-1945), Beppo Brem (1906-1990)
Das sündige Dorf DE, 1954 Ferdinand Dörfler (1903-1965) Joe Stöckel, Günther Lüders (1905-1975), Renate Mannhardt (1920-2013), Hanna Hutten, Elise Aulinger, Beppo Brem
Das sündige Dorf DE, 1966 Werner Jacobs (1909-1999) Thomas Alder (1932-1968), Hannelore Auer (geb. 1942), Hans-Jürgen Bäumler (geb. 1942), Beppo Brem, Michl Lang (1899-1979), Marianne Lindner (geb. 1922, Lang)
Der Bulle von Tölz DE, 1995-2009 Claus Peter Hant Ottfried Fischer (geb. 1953), Ruth Drexel (1930-2009), Katerina Jacob (geb. 1958), Katharina Abt (geb. 1967)
Der Meineidbauer DE, 1941 Leopold Hainisch (1891-1979) Eduard Köck (1892-1961), Ilse Exl (1907-1956), Otto Wilhelm Fischer (1915-2004)
Der Meineidbauer DE, 1956 Rudolf Jugert (1907-1979) Heidemarie Hatheyer (1918-1990), Carl Wery de Lemans (1897-1975), Christiane Hörbiger (geb. 1938), Hans von Borsody (1929-2013)
Der Meineidbauer AT, 1960 Otto Hoch-Fischer Florl Leitner, Gretl Löwinger (1919-1973), Auguste Welten, Walter Scheuer (1927-2012)
Der Meineidbauer DE, 2011 Joseph Vilsmaier Suzanne von Borsody (geb. 1957), Günther Maria Halmer (geb. 1943), Max Tidof (geb. 1960), Heikko Deutschmann (geb. 1962)
Der Ostfriesen-Report: O Mei, haben die Ostfriesen Riesen DE, 1973 Walter Boos (1928-1996) Josef Moosholzer (1932-2004), Margot Mahler (1945-1997), Joachim Hackethal (1924-2003)
Die fröhliche Wallfahrt AT, 1956 Ferdinand Dörfler Richard Romanowsky (1883-1968), Hanna Hutten, Bert Fortell (1924-1996), Maria Andergast (1912-1995), Beppo Brem, Margarete Haagen (1889-1966), Hans Fitz (1891-1972)
Die Geierwally DE, 1940 Hans Steinhoff (1882-1945) Heidemarie Hatheyer (1918-1990), Sepp Rist (1900-1980), Eduard Köck, Winifred "Winnie" Markus (1921-2002), Leopold Esterle (1898-1967), Mimi Gstöttner-Auer (1886-1977)
Die Geierwally DE, 1956 František Čáp (1913-1972, auch Franz Cap) Barbara Rütting (geb. 1927), Carl Möhner (1921-2005), Heinrich Hauser (1901-1955), Til Kiwe, Maria Hofen
Die Perlmutterfarbe DE, 2009 Marcus H. Rosenmüller Markus Krojer (geb. 1994), Dominik Nowak (1995), Zoe Mannhardt (geb. 1996)
Die Rosenheim Cops DE, seit 2001 Johannes Dräxler (geb. 1951), Remy Eyssen u. a. Joseph Hannesschläger (geb. 1962), Markus Böker (geb. 1966), Marisa Burger (geb. 1973), Max Müller (geb. 1965), Karin Thaler (geb. 1965), Igor Jeftic (geb. 1971)
Die Scheinheiligen DE, 2001 Thomas Kronthaler Maria Singer (1914-2003), Johannes Demmel, Michael Emina
Dort oben wo die Alpen glühen DE, 1956 Otto Meyer (1910-2000) Albert Rueprecht (geb. 1929), Lotte Ledl (geb. 1930), Erika Frey, Peter Gruber, Gerlinde Locker (geb. 1938)
Ein Bayer auf Rügen DE, 1993-1997 Wigbert Wicker (geb. 1939), Walter Bannert (geb. 1942), Werner Masten (geb. 1950) Wolfgang Fierek (geb. 1950), Simone Thomalla (geb. 1965), Ottfried Fischer, Gerd Baltus (geb. 1932), Brigitte Jaufenthaler (geb. 1961), Rudolf Bissegger, Veronika Fitz (geb. 1936)
Funkstreife Isar 12 DE, 1960-1963 Michael Braun (geb. 1930) u. a. Karl Tischlinger (1910-1983), Wilmut Borell (1922-1997), Eberhard Mondry (1929-1998), Fritz Straßner (1919-1993, geb. als Fritz Pfeifer)
Grenzverkehr DE, 2005 Stefan Betz Andreas Buntscheck (geb. 1985), Joseph M'Barek (geb. 1986), Ferdinand Schmidt-Modrow
Herbstmilch DE, 1989 Joseph Vilsmaier Dana Vávrová (1967-2009), Werner Stocker (1955-1993), Claude-Oliver Rudolph (geb. 1956)
Hierankl DE, 2003 Hans Steinbichler Frank Giering (1971-2010), Barbara Sukowa (geb. 1950), Josef Bierbichler (geb. 1948), Alexander Beyer (geb. 1973), Johanna Wokalek (geb. 1975)
Hoch droben auf dem Berg DE, 1957 Géza von Bolváry-Zahn (1897-1961) Gerhard Riedmann (1925-2004), Hildegard "Gardy" Granass (geb. 1930), Gunther Philipp (1918-2003, geb. als Gunther Placheta), Margot Hielscher (geb. 1919), Paul Hörbiger (1894-1981)
Hubert & Staller (bis 2015: Heiter bis tödlich: Hubert & Staller) DE, seit 2011 Werner Siebert, Oliver Mielke (geb. 1965), Jan Markus Linhof, Sebastian Sorger, Erik Haffner (geb. 1976),

Wilhelm Engelhardt (geb. 1952),

Philipp Osthus (geb. 1975), Verena S. Freytag (geb. 1973 als Sülbiye Verena Günar)

Christian Tramitz (geb. 1955), Helmfried Graf von Lüttichau (geb. 1956), Michael Brandner (geb. 1951), Monika Gruber (geb. 1971), Carin C. Tietze (geb. 1964), Karin Thaler (geb. 1965), Annett Fleischer (geb. 1979), Paul Sedlmeir (geb. 1981), Hannes Ringlstetter (geb. 1970)
Im weißen Rößl DE, 1952 Willi Forst (1903-1980, eigtl. Wilhelm Frohs) Johanna Matz (geb. 1932), Johannes Heesters (1903-2011), Walter Müller (1911-1969), Rudolf Forster (1884-1968), Paul Westermeier (1892-1972), Marianne Wischmann (1921-2009)
Im weißen Rößl DE, 1960 Werner Jacobs (1909-1999) Peter Alexander (1926-2011), Waltraud Haas (geb. 1927), Karin Dor (geb. 1938), Adrian Hoven (1922-1981), Estella Blain (1930-1981)
Irgendwie und Sowieso DE, 1986 Franz Xaver Bogner (geb. 1949) Ottfried Fischer (geb. 1953), Olivia Pascal (eigtl. Olivia Gerlitzki, geb. 1957), Elmar Wepper (geb. 1944), Robert Giggenbach (geb. 1954), Bruno Jonas (geb. 1952), Toni Berger (1921-2005), Michaela May (geb. 1952 als Gertraud Mittermayr), Hannelore Elsner (geb. 1942), Kathi Leitner (geb. 1948), Karl Merkatz (geb. 1930), Enzi Fuchs (eigtl. Renate Fuchs, geb. 1937), Wolfgang Fierek (geb. 1950), Siegfrid Rauch (geb. 1932), Georg Maier (geb. 1941), Uwe Ochsenknecht (geb. 1956), Helga Anders (geb. Schwarz, 1948-1986), Barbara Rudnik (1958-2009), Louise Martini (eigtl. Marie-Louise Chiba, verh. Schwarz, 1931-2013), Ernst Hannwald (geb. 1959), Ruth Drexel (1930-2009), Martin Flörchinger (1909-2004), Christine Zierl (geb. 1962 als Christina Giannakopoulos), Rolf Castell (1921-2012), Béla Erny (geb. 1942), Udo Thomer (1945-2006), Wolfgang Fischer (geb. 1941), Michael Fitz (geb. 1958), Karl Liefen (eigtl. Carel František Lifka, 1926-1999), Thekla Mayhoff (eigtl. Thekla Mairhofer, geb. 1957), Sepp Schauer (geb. 1949), Hans Schuler (geb. 1958), Vittorio Casagrande (1943-2008), Annemarie Moser-Pröll (geb. 1953), Marianne Lindner (1922), Alfred Edel (1932-1992), Felix Baron von Manteuffel-Szoege (geb. 1945)
Königlich Bayerisches Amtsgericht DE, 1968-1972 Ernst Schmucker, Paul May (1909-1976) u. a. Hans Baur (1910-1986), Georg Blädel (1906-1990), Franz Loskarn (1890-1978), Peter Brand, Albert Hoerrmann (1899-1980)
Liebesgrüße aus der Lederhos'n DE, 1973 Franz Marischka (1918-2009) Peter Steiner (1927-2003), Rinaldo Talamonti (geb. 1947), Birgit Bergen (geb. 1938), Elfie Pertramer (1924-2011, geb. Elfriede Bernreuther), Franz Muxeneder (1920-1988)
München 7 DE, seit 2003 Franz Xaver Bogner u. a. Andreas Giebel (geb. 1958), Florian Karlheim (geb. 1976), Luise Kinseher (geb. 1969),Winfried Frey (geb. 1968), Julia Koschitz (geb. 1974)
Münchner Geschichten DE, 1974 Helmut Dietl, Herbert Vesely (1931-2002) Günther Maria Halmer (geb. 1943), Therese Giehse (1898-1975, geb. Gift), Frithjof Vierock (geb. 1943)
Pudelnackt in Oberbayern DE, 1969 Hans Albin (1905-1988) Hans von Borsody (1929-2013), Anke Syring (geb. 1944), Ini Assmann, Beppo Brem
Rama Dama DE, 1991 Joseph Vilsmaier Dana Vávrová, Werner Stocker (1955-1993), Johann Schuler (geb. 1958)
Servus Bayern DE, 1977 Herbert Achternbusch Herbert Achternbusch, Heinz-Josef Braun (geb. 1957), Barbara Gass (geb. 1939), Annamirl Bierbichler, Sepp Bierbichler
Sexexpress in Oberbayern DE, 1977 Gunter Otto Peter Steiner, Franz Muxeneder, Judith Fritsch, Helga König (geb. 1942, eigtl. Helga Bender), Erich Kleiber (1929-1985)
Sexgaudi am Königssee DE, 1977 Jürgen Enz (geb. 1941) Britt Corvin, Uta Parris, Petra Hanz, Peter Thom (1935-2005)
Sommer in Orange DE, 2011 Marcus H. Rosenmüller Petra Schmidt-Schaller (geb. 1980), Amber Bongard (geb. 1997), Bela Baumann
Sonne, Sylt und kesse Krabben DE, 1971 Jerzy Macc Christine Schuberth (geb. 1944), Ingrid Steeger (geb. 1947), Maria Körber (geb. 1930 als Maria Harlan)
Stadt, Land, Mord! DE, 2006 Dennis Satin (geb. 1968) Lilian Klebow (geb. 1979), Siegfried Terpoorten (geb. 1971)
Tatort: Der Prügelknabe DE, 2003 Thomas Jauch (geb. 1958) Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl, Michael Fitz (geb. 1958), Thomas Schmauser (geb. 1972), Peter Davor (geb. 1963)
Wer früher stirbt ist länger tot DE, 2006 Marcus H. Rosenmüller Markus Krojer, Fritz Karl (geb. 1967), Jule Ronstedt (geb. 1971)
Wer's glaubt, wird selig DE, 2012 Marcus H. Rosenmüller Christian Ulmen (geb. 1975), Marie Leuenberger (geb. 1980), Nikolaus Paryla (geb. 1939)
Zwei Münchner in Hamburg DE, 1989-1993 Karl Heinz Freynik Uschi Glas (geb. 1944, eigtl. Helga Ursula Glas), Elmar Wepper (geb. 1944), Florian Stubenvoll (geb. 1978), Annika Preil (geb. 1990), Enzi Fuchs (geb. 1937)

Literatur

  • Helmut Bauer (Hg.), Mythos Bayern, Publikation anläßlich der gleichnamigen Ausstellung des Münchner Stadtmuseums vom 17. September 2004 bis zum 27. März 2005, München 2004.
  • Karin Dütsch/Achim Sing (Hg.), Krachert - global, über Bayern, Waldkirchen 2004.
  • Manuela Fiedler, Heimat im deutschen Film. Ein Mythos zwischen Regression und Utopie, Coppengrave 1995.
  • Nina Gockerell, Das Bayernbild in der literarischen und "wissenschaftlichen" Wertung durch fünf Jahrhunderte. Volkskundliche Überlegungen über die Konstanten und Varianten des Auto- und Heterostereotyps eines deutschen Stammes (Miscellanea Bavarica Monacensia 51), München 1974.
  • Joachim Hopp, Der Raum Bayern bei antiken Schriftstellern. Von der Frühgeschichte bis zur Errichtung der Provinz Raetien, in: Wolf-Armin v. Reitzenstein (Hg.), Bayern und die Antike. 150 Jahre Maximilians-Gymnasium in München, München 1999.
  • Wolfgang Kaschuba (Hg.), Der deutsche Heimatfilm. Bildwelten und Weltbilder. Bilder, Texte, Analysen zu 70 Jahren deutscher Filmgeschichte, Tübingen 1989.
  • Hans Krah (Hg.), Bayern und Film (Medien. Texte. Semiotik 1), Passau 2007.
  • Alexandra Ludewig, Screening Nostalgia. 100 Years of German Heimat Film, Bielefeld 2011.
  • R.W.B. McCormack, Tief in Bayern. Eine Ethnographie, Frankfurt am Main 1991.
  • R. W. B. McCormack, Tief in Bayern, Frankfurt am Main 6. erweiterte und aktualisierte Auflage 2008.
  • Karl N. Renner, Ein bisserl vornehm und ein bisserl leger. Die Weltordnung in Georg Lohmeiers "Kgl. Bayerischem Amtsgericht", in: Hans Krah (Hg.), Bayern und Film, Passau 2007, 71–99.
  • Robert Roßmann (Hg.), Mythos Bayern, Waldkirchen 2003.
  • Sabine Suttner, Die Darstellung der Bayern im "Komödienstadel". Germanistische, volkskundliche und psychologische Untersuchung eines Fernseh-Bauerntheaters, Diss. Regensburg 1996.
  • Jürgen Trimborn, Der deutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. Motive, Symbole und Handlungsmuster. Köln 1998.

Weiterführende Recherche

Externe Links

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Bayernklischee, Bayerntypologie

Empfohlene Zitierweise

Diana Kainz, Bayernbild Film und Fernsehen, publiziert am 03.03.2014; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Bayernbild Film und Fernsehen> (21.09.2017)