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Textilindustrie

Johann Heinrich Edler von Schüle (1720-1811). 1770 gründete er in Augsburg eine Kattunmanufaktur, die zu einer der bedeutendsten im Deutschen Reich avancierte. Schüle führte im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts u. a. den aus England stammenden Kupferplattendruck für seine Kattunen ein. Anders als die bis dato übliche Verwendung von Holzmodeln, konnten nun wesentlich hochwertigere Muster hergestellt werden. Dadurch sowie durch chemische Verbesserungen im Herstellungsprozess wurde Schüles Manufaktur zu einer der führenden europäischen Unternehmen. In seiner Blütezeit waren rd. 10 Prozent der Augsburger Stadtbevölkerung für Schüle tätig. Die wirtschaftlichen Folgen der Koalitionskriege sowie die Zollpolitik Napoleons hatten erhebliche Auswirkungen auf den Erfolg des Unternehmens und 1811 meldete die Manufaktur Konkurs an. Schüle, der zwar 1792 die Leitung des Unternehmens an seine Söhne übergeben, diese 1802 jedoch wieder selbst übernommen hatte, konnte den Niedergang nicht aufhalten. (tim. Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg)
von Karl Borromäus Murr

Bei der Textilindustrie handelt es sich um einen fabrikmäßig betriebenen Wirtschaftssektor, der verschiedenerlei Fasern zu Garnen verspinnt, diese dann durch Weben, Stricken, Wirken oder Filzen bzw. Vliestechnik zu textilen Flächen verarbeitet und veredelt; die Veredelung wie etwa das Färben ...
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Reuerinnen

Das Konventssiegel der Reuerinnen aus dem Jahre 1309: Maria Magdalena zu Füßen des thronenden Christus. (Staatsarchiv Würzburg, WU 5325, rechtes Siegel)

von Martin Armgart

Der im frühen 13. Jahrhunderts entstandene Frauenorden gilt als erste ohne männlichen Zweig organisierte Ordensgemeinschaft in der katholischen Kirche. Entstehung und Schwerpunkt lagen in den Bischofs- und großen Handelsstädten am Mittel- und Oberrhein. Im Raum des heutigen Bayerns entstanden Reuerinnenklöster ...
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Beziehungen zu Frankreich (nach 1945)

Das französische Generalkonsulat in München residierte von 1951 bis 1954 im Palais Seyssel d'Aix in der Kaulbachstraße 13, Photographie 1995. (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Foto: Joachim Sowieja)


von Alexandra Scherrer

Nach 1945 pflegten Bayern und Frankreich vielfältige Beziehungen. Zwar wurde mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 die Pflege auswärtiger Beziehungen Bundesangelegenheit. Praktisch unterhielt Bayern jedoch auch auf staatlicher Ebene vielfältige Beziehungen zu Frankreich, v.a. über ...
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Beamtenbesoldungsreform, 1928

Titelseite der zweiten Auflages des Bayerischen Beamtenbesoldungs-gesetzes vom 20. April 1928 mit Kommentar von August Legat, erschienen im J. Schweitzer Verlag. (Bayerisches Staatsbibliothek, 81.87051)

von Maria Bäuml

Inflationsbedingte Verluste machten im Jahr 1927 eine Neuregelung der Beamtenbesoldung nötig. Auf die Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes für die Reichsbeamten reagierte die bayerische Regierung mit einer Angleichung der Bezüge ihrer Beamten und verabschiedete am 20. April 1928 das neue Bayerische Besoldungsgesetz ...
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Hauptstadt der Bewegung, München

Das Münchner Stadtwappen wurde 1936 von Richard Klein (1890-1967, Direktor der Staatsschule für angewandte Kunst in München) neu gestaltet. Das Wappen der "Hauptstadt der Bewegung" erhielt nun eine, ihrer neuen Bedeutung gerecht werdende Symbolik. Die traditionelle Mönchdarstellung musste einer weltlichen Darstellung eines "Münchner Kindls" weichen und über einem symbolisierten Stadttor prangte zudem ein Reichsadler mit Hakenkreuz als Ausdruck der Bedeutung der Stadt für den NS-Staat. (Stadtarchiv München, AR-00119)

von Andreas Heusler

Der Begriff "Hauptstadt der Bewegung" ist ein Ehrentitel, den Adolf Hitler (NSDAP, 1889-1945, Reichskanzler 1933-1945) der bayerischen Landeshauptstadt München für deren Bedeutung als Gründungsort der NSDAP verliehen hatte. Bereits in seiner zentralen politisch-ideologischen Programmschrift "Mein Kampf" ...
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