Rote Hilfe Deutschland

Veranstaltungshinweis der Roten Hilfe Deutschland über eine Kundgebung im Münchner Zirkus Krone, September 1930; links oben, das Symbol der Roten Hilfe Deutschlands: Zwei gefesselte Hände, die eine (rote) Fahne aus einem vergitterten Gefängnisfenster schwenken. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plakatsammlung 7804)
Veranstaltungshinweis der Roten Hilfe Deutschland über eine Kundgebung im Münchner Mathäserbräu, April 1928. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plakatsammlung 7745)
Veranstaltungshinweis der Roten Hilfe Deutschland über eine Kundgebung im Münchner Mathäserbräu, Mai 1928. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plakatsammlung 9294)
Veranstaltungshinweis der Roten Hilfe Deutschland über eine Kundgebung im Münchner Mathäserbräu, Juni 1928. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plakatsammlung 7648)
Veranstaltungshinweis der Roten Hilfe Deutschland über eine Kundgebung im Münchner Löwenbräukeller, April 1929. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plakatsammlung 15206)
Veranstaltungshinweis der Roten Hilfe Deutschland über ein Kundgebung im Löwenbräukeller, April 1929. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plakatsammlung 15683)
Veranstaltungshinweis der Roten Hilfe Deutschland über eine Kundgebung im Albertgarten in Leipzig, Januar 1931. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plakatsammlung 7566)
Veranstaltungshinweis der Roten Hilfe Deutschland über eine Kundgebung im Münchner Zirkus Krone, April 1932. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plakatsammlung 7844)
Veranstaltungshinweis der Roten Hilfe Deutschland über eine Kundgebung im Münchner Mathäserbräu, Juli 1932. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plakatsammlung 7862)
Veranstaltungshinweis der Roten Hilfe Deutschland über Kundgebungen in verschiedenen Münchner Lokalen (Kolloseumsbierhallen, Ammanns-Bierhallen am Ostfriedhof, Schwabinger-Brauerei, Arzbergerkeller), Juli 1932. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plakatsammlung 15307)

von Nikolaus Brauns

Die Rote Hilfe Deutschland (RHD) war eine Hilfsorganisation für politische Gefangene aus der Arbeiterbewegung sowie deren Familien. Sie wurde von der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Folge der revolutionären Nachkriegskrise 1921 gegründet. Zwar war der Anspruch der Roten Hilfe Deutschland überparteilich, letztlich blieb sie aber hauptsächlich der KPD verbunden. In Bayern war 1919 mit der Frauenhilfe für politische Gefangene eine erste Vorläuferorganisation der Roten Hilfe Deutschland entstanden. Die Bedeutung der Roten Hilfe blieb in Bayern infolge des wenig ausgeprägten Industrieproletariats einerseits und staatlicher Repressionen andererseits aber vergleichsweise begrenzt. Nach Verbot der Roten Hilfe Deutschland infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 konnte sie ihre Arbeit teilweise im Untergrund fortsetzen. In den 1970er Jahren entstanden in der Bundesrepublik Deutschland verschiedene neue Rote-Hilfe-Gruppen. Die Gründung der heute bestehenden Rote Hilfe e. V. erfolgte 1986.

Rote Hilfe auf Reichsebene

Die Rote Hilfe wurde im April 1921 nach dem niedergeschlagenen kommunistischen Märzaufstand (sog. Mitteldeutscher Aufstand, auch "Märzaktion") im mitteldeutschen Industrierevier (Region um Halle, Leuna, Mersburg, Mansfelder Land) 1921 auf Initiative der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) mit dem Ziel gegründet, "den Opfern der proletarischen Revolution Hilfe zu bringen" (Rundschreiben des Zentral-Komitees der Roten Hilfe September 1921). Ihre Aufgabe war die juristische, moralische und materielle Unterstützung der inhaftierten oder untergetauchten Aufstandsteilnehmer sowie deren Familien.

Da die im Rahmen der KPD bestehenden Rote-Hilfe-Komitees nach dem Hamburger Aufstand im Oktober 1923 gemeinsam mit der Mutterpartei verboten wurden und außerdem neben Kommunisten auch Angehörige anderer Strömungen der Arbeiterbewegung im Falle ihrer Inhaftierung unterstützt wurden, erfolgte am 1. Oktober 1924 die Gründung einer formal parteiunabhängigen Mitgliederorganisation. Zum Symbol dieser Roten Hilfe Deutschland wurden zwei gefesselte Hände, die eine rote Fahne aus einem vergitterten Gefängnisfenster schwenken.

Aufgabe und Ziele der Roten Hilfe

In ihrem Statut definierte sich die Rote Hilfe Deutschland als "proletarische Hilfsorganisation zur Unterstützung a) der proletarischen Klassenkämpfer, die wegen einer aus politischen Gründen begangenen Handlung oder wegen ihrer politischen Gesinnung in Haft gekommen sind; b) der Frauen und Kinder von inhaftierten, gefallenen oder invaliden Klassenkämpfern des Proletariats".

Zu ihren Aufgaben zählte laut Statut die Gewährung von Rechtsschutz, Lebensmitteln, Kleidungsstücken, die Unterbringung der Kinder von Verfolgten in Kinderheimen, die Unterstützung der Inhaftierten und ihrer Familien, die Versorgung der Gefangenen mit Literatur, Öffentlichkeitsarbeit für Erleichterung, Einschränkung und Erlass der Strafen durch Amnestie. Neben Mitgliedsbeiträgen waren Spenden die Haupteinnahmequelle der Organisation. Bei sogenannten Winterhilfskampagnen wurden neben Geld bei kleinen Gewerbetreibenden in den Arbeitervierteln aber auch bei Bauern Sachspenden wie Lebensmittel und Heizmaterial gesammelt. Für die kleinen Ladenbesitzer waren diese Gaben eine Möglichkeit der Kundenbindung.

Mit der Roten Hilfe Deutschland vergleichbare Organisationen aus anderen politischen Lagern gab es nicht, da keine andere politische Strömung in der Weimarer Zeit so scharfer Verfolgung ausgesetzt war wie die Kommunisten. Die im selben Milieu wie die Rote Hilfe Deutschland tätige Internationale Arbeiterhilfe (IAH) unter Leitung des Kommunisten Willi Münzenberg (1989-1940) grenzte sich von der Roten Hilfe dadurch ab, dass sie durch Naturkatastrophen und Hungersnöte in Not geratene Arbeiter unterstützte, ohne dass bei diesen eine Aktivität im Sinn der Arbeiterbewegung vorausgesetzt wurde.

Überparteilicher Anspruch unter kommunistischer Führung

Obwohl eindeutig kommunistisch geführt – den Vorsitz übernahm der KPD-Reichstagsabgeordnete Wilhelm Pieck (1876-1960) -, war der Anspruch der Roten Hilfe Deutschland überparteilich. KPD-Mitglieder und Parteilose hielten sich in etwa die Waage, während der Anteil bekennender Sozialdemokraten aufgrund eines Unvereinbarkeitsbeschlusses des SPD-Vorstandes niemals über ein Prozent der Mitgliedschaft hinausreichte. Der überparteiliche Anspruch entlarvte sich ab 1928/29 als Täuschung, als Linienkämpfe aus der KPD auf die Rote Hilfe Deutschland übertragen und auch dort Kritiker des politischen Kurses des Parteivorsitzenden Ernst Thälmann (1886-1944) ausgeschlossen wurden. Nun unterstützte die Rote Hilfe Deutschland offen die Wahlkämpfe der KPD und bezeichnete im Einklang mit dieser die Führung der SPD als "sozialfaschistisch". Da zugleich versucht wurde, die SPD-Basis für eine KPD-geführte "rote Einheitsfront" zu gewinnen, wurden anfang der 1930er Jahre auch demonstrativ solche Mitglieder der sozialdemokratischen Wehrorganisation Reichsbanner juristisch unterstützt, wenn diese nach Auseinandersetzungen mit der nationalsozialistischen SA keine entsprechende Unterstützung durch die SPD erhielten.

Prominente Unterstützer

Die Kampagnen der Rote Hilfe Deutschland - etwa für eine Amnestierung politischer Gefangener, den Schutz der Rote-Hilfe-Kindererholungsheime vor staatlicher Verfolgung oder gegen eine Verschärfung des Abtreibungsparagraphen (§ 218 Strafgesetzbuch) - wurden von Dutzenden Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft, wie Albert Einstein (1879-1955, Nobelpreis für Physik 1921), den Künstlern Käthe Kollwitz (1867-1945) und Heinrich Zille (1858-1929) oder den Schriftstellern Carl von Ossietzky (1889-1938) und Heinrich Mann (1871-1950) unterstützt. Der Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890-1935) gehörte dem Zentralvorstand der Roten Hilfe an, während der Maler Heinrich Vogeler (1872-1942) seinen Barkenhoff in der Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen der Roten Hilfe als Kindererholungsheim zur Verfügung stellte und die Hilfsorganisation mit expliziten Bildern und Zeichnungen unterstützte. Der Schriftsteller Thomas Mann (1875-1955, Nobelpreis für Literatur 1929) erklärte, von Fall zu Fall Aufrufe der Roten Hilfe zu humanitären Aktionen zu unterstützen, ohne nach ihrem Parteicharakter zu fragen. Solche prominenten Unterstützter ermöglichten es der Rote Hilfe Deutschland, bürgerliche Bevölkerungskreise außerhalb des engen proletarischen Milieus zu erreichen.

Massenorganisation

Wie alle mit der KPD verbundenen Organisationen war die Rote Hilfe Deutschland zentralistisch aufgebaut. Die Reichszentrale mit dem Sitz des Zentralvorstandes befand sich in der Dorotheenstraße in Berlin. Die mitunter noch in Straßen- und Betriebszellen unterteilten Ortsgruppen als Basiseinheiten wurden analog zu den KPD-Gliederungen in 26, ab 1930 dann in 10 Reichsbezirken zusammengefasst. Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise 1929, repressiven Sondergesetzen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten, linksstehenden Arbeitern und der Polizei wuchs die Rote Hilfe Deutschland bis zum Ende der Weimarer Republik zu einer aus 20 Bezirksorganisationen bestehenden Massenorganisation mit 375.000 Einzelmitgliedern und weiteren 651.000 verbands-, genossenschafts- oder belegschaftsweise beigetretenen Kollektivmitgliedern in 3.300 Bezirksgruppen an. Die Mitgliederfluktuation war dabei hoch. Neben örtlichen oder regionalen Mitteilungsblättern verfügte die Rote Hilfe über die reichsweit vertriebenen Zeitschriften "Der Rote Helfer" und in dessen Nachfolge ab 1929 die "Illustrierte Justiz-Zeitung Tribunal".

Internationale Rote Hilfe

Die Rote Hilfe Deutschland war mit der 1922 in Moskau auf Beschluss der Kommunistischen Internationalen gegründeten Internationalen Roten Hilfe (IRH; russ. Akronym MOPR) unter Vorsitz der deutschen Kommunistin Clara Zetkin (1857-1933) verbunden. Auf dem ersten Weltkongress der IRH wurde beschlossen, in jedem Land selbstständige Mitgliederorganisationen aufzubauen, wie es in Deutschland seit Ende 1923 bereits der Fall war.

Die IRH verfügte 1933 über 71 Ländersektionen mit über 13,8 Mio. Mitgliedern. Die Rote Hilfe Deutschland beteiligte sich an Kampagnen der IRH etwa gegen den "weißen Terror" im faschistischen Italien, den Balkanländern, Polen und dem Baltikum. Massencharakter hatte vor allem die weltweite Kampagne gegen die 1927 erfolgte Hinrichtung der Anarchisten Nicola Sacco (1891-1927) und Bartolomeo Vanzetti (1888-1927) in den USA. Der 18. März - der Jahrestag der Ausrufung der Pariser Kommune 1871 aber auch der demokratischen Revolution in Deutschland 1848 - wurde ab 1923 von der IRH als "Tag der Roten Hilfe" bzw. "Internationaler Tag der Hilfe für die politischen Gefangenen" begangen.

Unter dem Nationalsozialismus

Nach der Machtübernahme der NSDAP wurde das Zentralbüro der Roten Hilfe Deutschland in Berlin aufgrund der "Notverordnung zum Schutze von Volk und Staat" (Reichstagsbrandverordnung) am 2. März 1933 geschlossen. Dennoch gelang es der Roten Hilfe Deutschland, sich im Untergrund zu reorganisieren und aktiven Widerstand gegen die NS-Diktatur zu leisten. Dabei griff sie ab 1935 zur Taktik des "Trojanischen Pferdes", indem sie NS-Organisationen unterwanderte und dort für die Familien der politischen Gefangenen sammelte. So vermeldete die Rote Hilfe zumindest im Südosten Deutschlands, wo bis Herbst 1937 von 135 Funktionären 127 in die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV), gleichgeschaltete Sportvereine, die Deutsche Arbeitsfront (DAF) und den Luftschutzbund eingetreten waren, eine erfolgreiche Anwendung dieser Tarnung. Doch weiterhin wurden reichsweit diesbezüglich erhebliche "Hemmungen" und "falscher revolutionärer Stolz" der Mitgliedschaft beklagt (RHD, "Horn" [d.i. Philipp Daub], Vorbericht für die Zeit vom Juli bis November 1937, Paris, 12. Januar 1938, SAPMO RY 1/I4/4/27 Bl. 324).

Instrument der Volksfront

Nach der Hinwendung der KPD zur Volksfrontpolitik 1935 wurde die Rote Hilfe Deutschland das wichtigste Instrument für dieses anvisierte antifaschistische Bündnis von Kommunisten mit Sozialdemokraten und bürgerlichen Gegnern Hitlers. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre löste sich die in "Deutsche Volkshilfe" umbenannte Rote Hilfe in breitere Hilfsorganisationen für die Opfer des NS-Regimes auf, der neben Kommunisten auch Sozialdemokraten und Christen angehörten. Als diffuse Hilfsbewegung ohne überregionale oder auch nur betriebsübergreifende Struktur konnten einige Hilfskomitees und Spenderkreise auch nach Kriegsausbruch weiterarbeiten.

Frauenhilfe für politische Gefangene in Bayern

Als erste Vorläuferorganisation der Roten Hilfe in Deutschland gilt die nach Niederschlagung der Räterepublik in München im Frühjahr 1919 von Frauen wie der USPD-Aktivistin Rosa Aschenbrenner (geb. Lierl, SPD, USPD, KPD, 1885-1967) gebildete "Frauenhilfe für politische Gefangene". Die vom Münchner Gewerkschaftsverein finanzierte Organisation, in deren Führung Frauen aus MSPD, USPD und KPD paritätisch vertreten waren, unterstützte die inhaftierten Protagonisten der Räterepublik und versorgte ihre Familien mit Geld, Lebensmitteln, Kleidung und Kinderspielzeug. Als offizieller Grund für die Auflösung der Frauenhilfe Ende 1923 durch den Ortsausschuss des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds wurde die Inflation genannt, doch dürfte sich die mehrheitlich sozialdemokratische Gewerkschaftsführung auch an der Dominanz der Kommunisten unter den unterstützten Gefangenen gestört haben. So ordneten sich von den unterstützten Festungs-, Zuchthaus-, und Gefängnisinsassen 81 der KPD zu, 13 der USPD und einer der MSPD. Nach Auflösung der rein karitativ tätigen Frauenhilfe übernahm ab 1924 die bayerische Rote Hilfe die Versorgung der noch in Haft verbliebenen Räterepublikaner. Leiterin der Münchner Roten Hilfe wurde die nunmehrige KPD-Landtagsabgeordnete Rosa Aschenbrenner.

Rote Hilfe in Bayern

Wegen der ländlichen Struktur Bayerns, wo nur an wenigen Orten ein über Generationen gewachsenes Industrieproletariat als traditioneller Wirkungsstätte der Arbeiterbewegung zu finden war, ging der Aufbau der Roten Hilfe Deutschland im Vergleich zum übrigen Reich schleppend voran. Zusätzlich erschwert wurde die Betätigung der Roten Hilfe Deutschland hier durch die scharfe Verfolgung der KPD und ihrer Nebenorganisationen. Regelmäßig wurden Mitgliederversammlungen, Kundgebungen und selbst Konzertabende verboten; Wohnungen von Funktionären wurden durchsucht und Propagandamaterial beschlagnahmt, so dass viele Aktivitäten der Roten Hilfe illegal durchgeführt werden mussten. Insbesondere zu Beginn der 1930er Jahre wurden in Bayern nahezu alle öffentlichen Versammlungen der Roten Hilfe Deutschland als nicht genehmigte Wohlfahrtsveranstaltungen untersagt. 1932 wurden auch die bislang noch zugelassenen Kundgebungen mit Bezug zu laufenden Wahlkämpfen verboten; die Verbotsgründe lauteten in der Regel auf "Kommunistische Hilfsorganisaton", "Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" sowie "Sturz der bestehenden Staatsordnung". So beklagte der bayerische Justizminister Franz Gürtner (BMP/DNVP, NSDAP, 1881-1941) laut einem Bericht des Rote-Hilfe-Organs Tribunal vom 1. März 1932, "die Tätigkeit der Roten Hilfe unterliege immer mehr einem ernsten Bedenken und es müsse offen ausgesprochen werden, dass es sich hier um keine charitative sondern um eine ausgesprochen politische Einrichtung handle".

Ab 1930 häuften sich zudem Klagen der bayerischen Bezirksleitung über einen drohenden Bankrott, so dass Rechtsschutz nicht mehr finanziert und Unterstützungsgelder für Gefangene unter das Minimum gesenkt werden müssten.

Anfang 1926 verfügte die in zwei Bezirksverbände unterteilte Rote Hilfe Deutschland in Nordbayern über 53 und in Südbayern über 31 Ortsgruppen mit zusammen 4.430 Einzelmitgliedern, darunter 512 Frauen. Bei ihrem zweiten Landeskongress im Oktober 1928 zählte die nunmehr in einen gemeinsamen Bezirk zusammengelegte Rote Hilfe Deutschland in Bayern bereits 100 Ortsgruppen mit rund 7.000 Einzelmitgliedern sowie kollektiv beigetretenen Arbeitersportvereinen, Betriebsbelegschaften und Gruppen des Kommunistischen Jugendverbandes, die noch einmal 1871 Personen vertraten.

Aufgrund interner Linienkämpfe sowie einer Bereinigung der Mitgliederbestände um säumige Zahler brach die Mitgliedschaft im Jahr 1929 auf unter 6.000 ein. Doch ebenso wie in den übrigen Reichsteilen stieg die Mitgliederzahl der nun straffer durchorganisierten Rote Hilfe Deutschland in Bayern vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und politischen Krise in der Endphase der Weimarer Republik steil an. Dabei kam es allerdings zu einer hohen Fluktuation unter der Mitgliedschaft. So zählte alleine der südbayerische Bezirk der im Sommer 1932 wieder in zwei Bezirksverbände aufgeteilten Organisation im Herbst des Jahres 130 Ortsgruppen mit 11.500, zu zwei Dritteln parteilosen Mitgliedern. Der Bezirk Nordbayern mit seiner neuen Geschäftstelle in der Nürnberger Zirkelschmiedgasse 4 kam dagegen auf nur 80 Ortsgruppen, obwohl die KPD hier über 220 Ortsgruppen verfügte.

Eine Aufstellung der Landesleitung Bayern der Roten Hilfe Deutschland vom 21. Juli 1931 nennt für Augsburg 655 Mitglieder, für Feldmoching 130, für Fürth 190, für Ingolstadt 126, für Kempten 176, für Nürnberg 1242, für Penzberg 104, für Regensburg 102, für Rosenheim 229, für Würzburg 1.193 sowie für die 13 Münchner Ortsgruppen zusammen rund 2.850 Mitglieder. In allen übrigen Orten lag die Mitgliederzahl im Sommer 1931 unter 100 und betrug oftmals nur wenige Dutzend.

Im Herbst 1932 waren rund 4.000 Rote-Hilfe-Mitglieder in München registriert. Eine herausragende Stellung nahm die im Sommer 1932 fast 300 Mitglieder starke und aktivste bayerische Ortsgruppe in der KPD-Hochburg Feldmoching (seit 1938 Stadtteil Münchens) am Rande des nördlichen Münchner Industriegürtels ein.

Führende Vertreter in Bayern

Einer der bekanntesten Agitatoren der Rote Hilfe Deutschland in Bayern war der 1926 nach einer Delegationsreise in die Sowjetunion aus der SPD ausgeschlossene und 1929 der KPD beigetretene Münchner Möbeltischler Xaver Freiberger (SPD, KPD, 1878-1950), der seit 1927 dem bayerischen Landesvorstand angehörte und Anfang der 1930er Jahre Landesvorsitzender wurde. Der Sekretär der Roten Hilfe Deutschland in Bayern, der kaufmännische Angestellte Willy Fischer (1904-1951), trat im Zuge von KPD-internen Linienkämpfen von seinem Posten zurück und schloss sich 1930 der SPD an. Sein Nachfolger an der Spitze der bayerischen Roten Hilfe Deutschland wurde im März 1930 der Eisenbahnarbeiter Max Holy (geb. 1894). An weiteren Hauptamtlichen verfügte die Rote Hilfe Deutschland in Bayern lediglich noch über einen politischen Instrukteur für die Ortsgruppen sowie eine Stenotypistin. Nach der Bezirksteilung leitete Holy den südbayerischen und der Werkzeugmacher und KPD-Sekretär Karl Ultsch den nordbayerischen Rote-Hilfe-Bezirk.

Ein prominenter Unterstützer der Roten Hilfe Deutschland in Bayern war der Schriftsteller Oskar Maria Graf (1894-1967). Graf rezitierte nicht nur auf Versammlungen der Roten Hilfe aus seinen Werken, sondern engagierte sich auch in einer Rechtsauskunftsstelle der Roten Hilfe Deutschland und übernahm 1927 den Vorsitz eines Sacco-Vanzetti-Komitees in München. In seinem 1936 im Exil verfassten Roman "Der Abgrund" würdigte Graf ausdrücklich die Rote Hilfe.


Versammlungstätigkeit

In München führte die Rote Hilfe Deutschland neben regelmäßigen Stadtteilversammlungen Großveranstaltungen in Bierkellern sowie Kundgebungen mit Tausenden Teilnehmern im Zirkus Krone-Bau durch. Themen waren unter anderem die Forderung nach einer Reichsamnestie, das Gedenken an die Räterepublik, die geplante Reform des Strafgesetzbuchs aber auch die Reichstags- oder Reichspräsidentenwahlen. Auch kleinere Rote-Hilfe-Ortsgruppen organisierten öffentlichte Veranstaltungen. So lud die Rote Hilfe Deutschland, die im fränkischen Ort Röthenbach über rund 30 Mitglieder verfügte, dort zu Lichtbildvorträgen über das Schicksal der in den USA zum Tode verurteilten Anarchisten Sacco und Vanzetti sowie zu einem Vortrag eines kommunistischen Schriftstellers über eine Reise in die Sowjetunion.

Die Rote Hilfe Deutschland führte eigenständige Kundgebungen durch und beteiligte sich auch an solchen der KPD. So fanden etwa am Gedenkstein für die "Toten der Revolution" auf dem Münchner Ostfriedhof Gedenkveranstaltungen für die Gefallenen der Räterepublik statt. Im Juli 1932 schloss sich die Rote Hilfe Deutschland in München einer "Massendemonstration" der KPD "gegen Faschismus" an.

Amnestiekampagnen in Bayern

Die bayerische Rote Hilfe setzte sich für die Freilassung des Anarchisten Erich Mühsam (1878-1934) und anderer inhaftierter Räterepublikaner ein und empfing diese nach ihrer Amnestierung Ende 1924 mit einer Kundgebung vor dem Münchner Hauptbahnhof. Weiterhin beteiligte sich die Rote Hilfe Deutschland in Bayern an der ab 1926 reichsweit geführten Kampagne "Heraus mit Max Hoelz und allen politischen Gefangenen". So fand im April 1928 im Münchner Mathäser-Bräu eine Großveranstaltung mit der Ehefrau des in Folge seiner Partisanentätigkeit im mitteldeutschen Aufstand 1921 wegen angeblichen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilten "deutschen Robin Hood" Max Hoelz (USPD, KPD, 1889-1933) statt. Der mittlerweile der KPD beigetretene Hoelz kam 1928 durch eine Reichsamnestie frei und ging in die Sowjetunion, wo er 1933 wohl bei einem Unfall ums Leben kam.

Illegalität in Bayern

Die unmittelbar nach der polizeilichen Schließung des Münchner Rote-Hilfe-Büros am 1. März 1933 begonnene illegale Arbeit in Bayern brach ein, nachdem Landessekretär Max Holy im April 1933 interniert wurde. Verhaftet wurden insbesondere die der Polizei aus der Zeit der Legalität bekannten Funktionäre. 1935 gelang es der Roten Hilfe laut einem Bericht der Bayerischen Politischen Polizei an den Minister des Innern Adolf Wagner vom 3. Juni 1936, "in Südbayern systematisch eine gute und straffe Organisation" aufzubauen, eine "rege Propagandatätigkeit" mit illegalen Schriften zu entfalten, Beiträge und Spenden zur Unterstützung politischer Gefangener zu sammeln sowie untergetauchten kommunistischen Funktionären Quartiere zu besorgen. Allein in München verfügte die Rote Hilfe Deutschland 1935 nach Polizeischätzungen über 160 Mitglieder. Tatsächlich waren diese sowohl von ihren Mitgliedern als auch von der Politischen Polizei als Rote Hilfe bezeichneten illegalen Zirkel, die ab Sommer 1934 von den aus der Schweiz nach München als zentrale Instrukteure gesandten Rote-Hilfe-Funktionären Adam Voltz und Bruno Lindner angeleitet wurden, in Wahrheit KPD-Stadtteilgruppen, deren Tätigkeitsschwerpunkt neben dem illegalen Literaturvertrieb in der Unterstützung der Angehörigen politischer Gefangener oder geflüchteter Kommunisten bestand. Indem sie die Rote-Hilfe-Tätigkeit in den Vordergrund ihrer Widerstandsarbeit in Bayern stellte, erhoffe sich die KPD, auch sozialdemokratische und katholische Hitler-Gegner ansprechen zu können.

In Augsburg bildete ein um die Textilarbeiterin Anna Weichenberger (1909-1941), den Mechaniker Fritz Pröll (1915- 1944) und weitere Rote-Hilfe-Aktivisten gebildetes Netzwerk mit 60 bis 80 Mitgliedern bis zu ihrer Zerschlagung im Sommer 1935 die größte Widerstandsgruppe der Stadt. Die Gruppe verbreitete vornehmlich illegale kommunistische Literatur und sammelte Mitgliedsbeiträge ein.

Im Sinne der Volksfrontpolitik zur Einbindung bürgerlicher Gegner Hitlers rief die Rote Hilfe Deutschland in Bayern die katholische Bevölkerung zum gemeinsamen Kampf für inhaftierte Pfarrer, Ordensschwestern und Antifaschisten auf. Die Arbeit in Süddeutschland wurde durch die "Rote Hilfe für das illegale Deutschland" in Zürich unter Leitung des aus dem KZ Dachau geflohenen früheren KPD-Reichstagsabgeordneten Hans Beimler (1895-1936) unterstützt.

Mit Hilfe des seit 1934 als V-Mann der Bayerischen Politischen Polizei und Gestapo tätigen und im April 1935 in die Führung der südbayerischen Rote Hilfe Deutschland aufgestiegenen KPD-Funktionärs Max Troll (1902-1972) – Deckname Theo – wurde die Rote Hilfe in München bis 1936 völlig aufgerollt. Auch in Tegernsee, Gmund (beide Lkr. Miesbach) und Miesbach kam es zu Festnahmen. Ebenfalls im Mai 1936 zerschlagene Rote Hilfe-Gruppen im Raum Nürnberg-Fürth waren von "Theo" überhaupt erst ins Leben gerufen worden. Lediglich die seit 1934 bestehende kommunistische Widerstandsgruppe in den Giesinger Agfa-Werken sammelte noch bis zur Verhaftung mehrerer Zellenmitglieder im Jahr 1937 Spenden für die Rote Hilfe.

Rote-Hilfe-Neugründungen ab den 1970er Jahren

In den 1970er Jahren entstanden aus den spontaneistischen Ausläufern der Außerparlamentarischen Opposition (APO) und im Umfeld maoistischer Parteigründungen mehrere neue Rote-Hilfe-Gruppen mit ausdrücklicher Bezugnahme auf die historische Rote Hilfe Deutschland. Im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stand die Solidarität mit Gefangenen aus Stadtguerillagruppierungen wie der Roten Armee Fraktion (RAF) sowie mit Aktivisten neuer sozialer Bewegungen wie der Hausbesetzer- und Anti-Atom-Bewegung.

Rote Hilfe e. V.

Die ursprünglich der KPD-ML nahestehende Rote Hilfe Deutschland wurde auf einer Bundesdelegiertenkonferenz 1986 in die bis heute bestehende, nunmehr partei- und strömungsübergreifende "linke Schutz und Solidaritätsorganisation Rote Hilfe e. V." umgewandelt, deren Mitgliedschaft ein breites Spektrum von Autonomen über Mitglieder der Linkspartei bis zu Jungsozialisten umfasst.

In Bayern bestehen Ortsgruppen der vom bayerischen Verfassungsschutz als linksextrem eingestuften Roten Hilfe e. V., deren Tätigkeit sich zum Beispiel auf Rechtsberatung und finanzielle Unterstützung linker Aktivisten bei strafrechtlicher Verfolgung erstreckt, unter anderem in München und Nürnberg.

Quellen

Forschungen zur Roten Hilfe Deutschland können sich auf die Dokumente der Organisation selbst sowie der KPD einschließlich ihrer jeweiligen Publizistik, auf zeitgenössische Presseberichterstattung sowie auf Ermittlungsunterlagen und Lageberichte der Innen-, Polizei- und Justizbehörden stützen. Dazu kommen veröffentlichte Autobiographien, Erinnerungen und Tagebuchaufzeichnungen von Funktionären und Rechtsanwälten der Roten Hilfe sowie ehemaligen politischen Gefangenen.

War die Rote Hilfe in ihrer zu Agitationszwecken veröffentlichten Außendarstellung um ein positives Eigenbild mit zum Teil überzogenen Erfolgsmeldungen bemüht, so geben interne Korrespondenzen ein realistischeres Bild wieder. Lageberichte insbesondere der süddeutschen Polizeibehörden zielten wiederum primär darauf, einen vermeintlich staatsfeindlichen Charakter der Roten Hilfe nachzuweisen. Da Organisationsunterlagen örtlicher Gliederungen durch Funktionäre der Roten Hilfe in vielen Fällen nicht aufbewahrt oder aus Angst vor Verfolgung absichtlich vernichtet wurden, lassen sich hier Rückschlüsse auf die lokalen Aktivitäten der Roten Hilfe oftmals nur noch aus dem Blickwinkel der damaligen Ermittlungsbehörden ziehen; in deren Fokus standen naturbemäß vornehmlich strafbare Handlungen. Dies gilt auch für die Rote Hilfe in Bayern. Als weiteres Manko erweist sich das weitgehende Fehlen von Mitglieder- und Kaderlisten der Roten Hilfe in deutschen Archiven.

Der umfangreichste Bestand zur Roten Hilfe Deutschland, darunter Protokolle, Arbeitsberichte und Arbeitspläne, Abrechnungen, Korrespondenzen, Flugblätter und Referentenmaterial sowohl der Reichszentrale als auch der Bezirksorganisationen sowie Nachlässe von Funktionären der Roten Hilfe aus dem KPD-Bestand des ehemaligen Zentralen Parteiarchivs beim Zentralkomitee der SED befinden sich heute in der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde.

In den Beständen des Reichsministeriums des Innern, des Reichskommissars für Überwachung der öffentlichen Ordnung, des Reichsgerichts und des Reichssicherheitshauptamts im Bundesarchiv befinden sich zahlreiche Unterlagen zur Roten Hilfe Deutschland, die ihm Rahmen von polizeilichen Beobachtungen und Ermittlungsverfahren gesammelt wurden, darunter Lageberichte der politischen Polizeibehörden, Abschriften von Originaldokumenten sowie Spitzelberichte.

Rückschlüsse auf die Tätigkeit der Roten Hilfe Deutschland in Bayern unter dem Nationalsozialismus lassen sich aus Gerichtsunterlagen insbesondere des Oberlandesgerichts München ziehen.

Ein weiterer reichhaltiger Quellenfundus in Form von polizeilichen Abschriften interner Rundschreiben der Roten Hilfe Deutschland sowie Einschätzungen von verschiedenen Polizeinachrichtenstellen aus dem Reichsgebiet und des Reichskommissars befindet sich im Staatsarchiv Bremen im Bestand der Nachrichtenstelle der Polizeidirektion Bremen.

In den folgenden Zeitschriften bzw. Tageszeitungen finden sich regelmäßige Berichte zur Roten Hilfe Deutschland und ihrer Aktivität in Bayern aus der Sicht der Organisation selber:

  • Der Rote Helfer - Mitteilungsblatt der Roten Hilfe / Organ der Roten Hilfe, Berlin 1925ff.
  • Tribunal - Illustrierte Justizzeitung, Berlin 1929ff.
  • Die Rote Fahne. Zentralorgan der KPD, Berlin 1918ff.
  • Neue Zeitung, Organ der Kommunistischen Partei Deutschlands, München 1920ff.

Literatur

  • Bambule (Hg.), Das Prinzip Solidarität. Zur Geschichte der Roten Hilfe in der BRD, 2 Bände, Hamburg 2013.
  • Nikolaus Brauns, Einigung des revolutionären Proletariats ... in der Roten Hilfe: Rätekommunisten, Syndikalisten, Anarchisten und die Rote Hilfe, in: Mühsam-Magazin 10/2003, 85-193.
  • Nikolaus Brauns, "Kraft wahrer Solidarität" - Oskar Maria Graf und die Rote Hilfe in München, in: Oskar Maria Graf. Jahrbuch der Oskar Maria Graf Gesellschaft 2008/09, München 2009, 9-69.
  • Nikolaus Brauns, Schafft Rote Hilfe! Geschichte und Aktivitäten der proletarischen Hilfsorganisation für politische Gefangene in Deutschland (1919-1938), Bonn 2003.
  • Siegfried Bresler, Gerlinde Grahn, Christine Hoffmeister, Heinz Werner, Der Barkenhoff. Kinderheim der Roten Hilfe 1923-1932, Worpswede 1991.
  • Sabine Hering/Kurt Schilde (Hg.), Die Rote Hilfe. Die Geschichte der internationalen kommunistischen "Wohlfahrtsorganisation" und ihrer sozialen Aktivitäten in Deutschland (1921-1941), Opladen 2003.
  • Hartmut Mehringer, Die KPD in Bayern 1919-1945. Vorgeschichte, Verfolgung und Widerstand, in: Martin Broszat/Hartmut Mehringer (Hg.), Die Parteien KPD, SPD, BVP in Verfolgung und Widerstand (Bayern in der NS-Zeit 5), München 1983.
  • Heinz-Jürgen Schneider, Erika Schwarz, Josef Schwarz, Die Rechtsanwälte der Roten Hilfe Deutschlands. Politische Strafverteidiger in der Weimarer Republik, Bonn 2002.
  • Hermann Weber/Andreas Herbst, Deutsche Kommunisten. Ein biographisches Handbuch 1918-1945, Berlin 2004.
  • Johannes Zelt, Proletarischer Internationalismus im Kampf um Sacco und Vanzetti, Berlin 1958.
  • Johannes Zelt, "... und nicht vergessen - die Solidarität!" Aus der Geschichte der Internationalen Roten Hilfe und der Roten Hilfe Deutschlands, Berlin 1960.

Weiterführende Recherche

Externe Links

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Empfohlene Zitierweise

Nikolaus Brauns, Rote Hilfe Deutschland, publiziert am 11.01.2016; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Rote Hilfe Deutschland> (5.12.2016)


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