Naturkatastrophen (seit 1800)

München: Am 13. September 1813 unterspülte ein Hochwasser den einen Teil des Vorgängerbaus der späteren Ludwigsbrücke über die sog. kleine Isar. Dabei kamen rund 100 Menschen ums Leben. Die Kreidelithographie von Domenico Quaglio (1787-1837) zeigt die Situation. (Münchner Stadtmuseum)
Immenstadt im Allgäu: Am 28. Juli 1873 zerstörte ein Hochwasser in Immenstadt zahlreiche Häuser und richtete auch auf Flur und Feld große Schäden an. Das Bild zeigt das angestaute Wasser an der Eisenbahnbrücke. Im Hintergrund die St. Nikolaus-Kirche. (Bayerische Staatsbibliothek, Porträt- und Ansichtensammlung, port-028391)
München: Im September 1899 brachte ein Hochwasser die über die Isar führende Prinzregentenbrücke zum Einsturz. (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Foto: Karl Kleber)
Partenkirchen, Ludwigstraße: Das Hochwasser der Partnach richtete am 13. August 1932 in Partenkirchen schwere Schäden an. Unter anderem zerstörten die Wassermassen die Bahntrasse, Wege und Heustadl. Das Bild zeigt die Aufräumarbeiten. (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Johannes, ansi-6440)
Passau, Michaeligasse: Das Bild zeigt eindrucksvoll die Schlammmassen, die das Donau-Inn-Ilz-Hochwasser in Südostbayern im Juli 1954 in Passau zurückgelassen hat. Der zentimeterdicke Schlamm muss möglichst in noch nassem Zustand entfernt werden, da er nach dem Trocknen mitunter hart wie Beton wird. Nur mit hohem Wasserdruck gelingt es den Helfern, hier der Feuerwehr, den Schlamm zu beseitigen. (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Fruhstorfer, fruh-08741)
Raupenbefall: Zwischen 1888 und 1896 richtete der Raupenbefall des Nachtfalters Nonne in den Wäldern Bayerns und seiner Nachbarländer große Schäden an. Ausführlich berichtete die Presse darüber, wie der Artikel "Von den Leichenfeldern des Waldes. Ein Bild aus dem Zerstörungsgebiet der Nonne" in der Gartenlaube Nr. 35 aus dem Jahr 1890 zeigt. (Bayerische Staatsbibliothek, Portrait- und Ansichtensammlung, port-026758)
Waldabteilung Lichtgsteinet: In sonnenexponierten felsigen Steillagen trocknet der flachgründige Oberboden leicht aus und erschwert dadurch das Keimen und Anwachsen der Sämlinge. Die natürliche Walderneuerung wird verzögert. (NPV Bayer. Wald, 2001)
Waldabteilung Lusenwinkel: Stürme und nachfolgender Borkenkäferbefall sind neben Bränden die bedeutendsten Impulsgeber für die natürliche Walderneuerung in borealen Waldökosystemen. Die Bergfichtenwälder in den Kammlagen des Bayerischen und Böhmerwaldes sind Relikte dieses Waldtyps, die aufgrund der rauen Klimabedingungen hier seit dem Ende der Eiszeit überlebt haben und sich in der Regel großflächig verjüngen. (NPV Bayer. Wald, 2013)
Waldabteilung Bampferfleck: Der Sturm Kyrill vom 18./19. Februar 2007 riss in die bislang intakten Bergfichtenwälder im Falkenstein-Rachelgebiet (Lackenberg) große Wunden und löste dadurch eine neue Befallswelle durch Borkenkäfer aus. Durch den Verzicht auf Nutzung des Holzes mit großen Erntemaschinen blieben der Oberboden und die auf der Fläche bereits reichlich vorhandene Baumverjüngung weitgehend unversehrt. (NPV Bayer. Wald, 2008)
Waldabteilung Hochwinkel: Im Winter 1991 fegten die Stürme Vivian und Wiebke mit Windgeschwindigkeiten von 150 Stundenkilometern über die Bergkämme des Bayerischen Waldes und entwurzelten zahlreiche Fichten. Nachfolgend trocken heiße Sommer und eine Häufung von Samenjahren bewirkten eine zusätzliche Schwächung mit der Folge, dass es ab Juli 1995 in den natürlichen Fichtenwäldern des Nationalparks zu einem massiven Borkenkäferbefall kam. Doch bereits wenige Jahre später entwickelte sich unter dem Kronendach der abgestorbenen Altbäume aus Samen und bereits vorhandenem Jungwuchs wieder eine junge Waldgeneration. (NPV Bayer. Wald, 1998)
Forstenrieder Park: Am 23.3.2001 richtete ein Tornado im südwestlich von München gelegenen Forstenrieder Park große Schäden an Wald und Flur an. Glücklicherweise gab es dabei keine Personenschäden, obwohl der Tornado auch über die dort verlaufende Bundesautobahn A95 hinwegzog. Zur Erinnerung an den Tornado wurden in einem Baumstumpf Datum und Uhrzeit des Ereignisses eingraviert. (Foto: Dr. Stephan Kellner)

von Gerhard Berz

Bayern gehört nicht zu den besonders von Naturkatastrophen gefährdeten Regionen der Welt. Dennoch richten auch hier die Naturgewalten regelmäßig größere und kleinere Schäden an. Insbesondere die hohe Besiedlungsdichte und die Ausbreitung menschlicher Besiedlung und Infrastruktur in Gebiete, die beispielsweise von Überschwemmungen besonders stark gefährdet sind, führen dazu, dass Naturkatastrophen auch in Bayern zum Teil erhebliche Schäden verursachen. Staatliche, kommunale, kirchliche und auch private Katastrophenvorsorge sowie -nachsorge haben in den vergangenen Jahrzehnten erheblich dazu beigetragen, die Folgen von Naturkatastrophen zu minimieren bzw. zu kompensieren. Maßgeblich zur Krisenbewältigung und Katastrophenvorsorge hat in Bayern das Bayerische Katastrophenschutzgesetz (BayKSG) aus dem Jahr 1996 beigetragen, das die Aufgaben und Zuständigkeiten, Maßnahmen, Kosten und Entschädigungen durch die staatlichen Stellen regelt. Bayern wurde und wird v. a. durch Stürme, Unwetter und Überschwemmungen getroffen. Obwohl geologische Katastrophen in Bayern eine eher untergeordnete Rolle spielen, treten auch hier Erosion und Erdbeben auf.

Einführung

Bayern ist nach globalen Maßstäben keine durch Naturkatastrophen besonders gefährdete Region. Trotzdem sind die hier von Naturgefahren ausgehenden Risiken nicht zu unterschätzen und, wie zahlreiche Votivtafeln in bayerischen Wallfahrtskirchen zeigen, der Bevölkerung auch immer durchaus bewusst gewesen. Einerseits sorgen die klimatischen Bedingungen im Übergangsbereich zwischen maritimem Klima im Westen und kontinentalem Klima im Osten ebenso wie die Lage zwischen den Mittelgebirgen im Norden und Osten und den Alpen im Süden für eine weite Vielfalt von Wetterextremen; andererseits können auch gelegentlich Erdbeben, Felsstürze, Erdrutsche und Lawinen erhebliche Schäden anrichten.

Genauso bedeutsam für die Ausprägung der Katastrophenrisiken in Bayern ist die hohe Dichte von Städten und Gemeinden mit ihren ausufernden Siedlungs- und Gewerbegebieten, nicht selten auch in stark exponierten Zonen, insbesondere in Überschwemmungsgebieten. Dadurch können sich extreme Naturereignisse nicht wie früher in dünn besiedelten Gebieten austoben, ohne große Schäden anzurichten, sondern sie führen immer häufiger fast zwangsläufig zu katastrophalen Auswirkungen. Nicht zuletzt sind Gesellschaft und Wirtschaft in Bayern wegen ihrer starken Abhängigkeit von funktionierenden Infrastrukturen wie den Verkehrs-, Energieversorgungs- und Kommunikationsnetzen heute ungleich verwundbarer als sie es noch vor 100 oder 200 Jahren waren.

Hilfs- und Vorsorgemaßnahmen

Gleichwohl sind zumindest die humanitären Konsequenzen von Naturkatastrophen dank verbesserter technischer und organisatorischer Vorsorge-, Schutz- und Hilfsmaßnahmen, u. a. auch durch verbesserte Frühwarnsysteme, geringer geworden. Auch gegen die finanziellen Risiken durch Naturkatastrophen sind Bürger und Unternehmen inzwischen besser als früher abgesichert, wenngleich auch heute noch Existenz bedrohende Situationen eintreten können. Hier können die Betroffenen, sofern sie nicht gegen diese Risiken versichert sind, mit Nothilfen von Seiten des Staates oder von sozialen und kirchlichen Hilfsorganisationen, die eine lange Tradition in der Katastrophenhilfe haben, wie z. B. das Diakonische Werk Bayern, rechnen. Allerdings kann sich die Behebung der Schäden, wie die Erfahrungen nach der Überschwemmungskatastrophe im Juni 2013 an Donau, Inn und Mangfall wieder zeigen, über viele Monate und sogar Jahre hinziehen, von den traumatischen Langzeitfolgen für die Betroffenen ganz zu schweigen. Andererseits zeigt sich in solchen Katastrophensituationen regelmäßig eine außerordentlich große Hilfsbereitschaft der gesamten Bevölkerung, die den Betroffenen nicht nur durch Helfer sowie Sach- und Geldspenden aus allen Landesteilen zur Seite steht, sondern für sie auch eine wichtige psychologische Unterstützung bedeutet.

Bayern hat sich in den letzten Jahrzehnten mit erheblichen Mitteln organisatorisch, technisch und finanziell gegen die Gefahr und die Auswirkungen von Naturkatastrophen gerüstet. Die Grundlage dafür bildet das Bayerische Katastrophenschutzgesetz (BayKSG) von 1996, das die Aufgaben und Zuständigkeiten, Maßnahmen, Kosten und Entschädigungen durch die staatlichen Stellen regelt. Die Einsatzleitung liegt dabei grundsätzlich bei den Kreisverwaltungsbehörden, die bei der Katastrophenabwehr den Einsatz vor Ort mit den Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk (THW) und den Rettungsdiensten (u. a. Bayerisches Rotes Kreuz [BRK], Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfallhilfe, Malteser-Hilfsdienst und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft [DLRG]) organisiert. In besonders gravierenden Situationen kann auch der Bund um Unterstützung durch die Bundeswehr (2007 neu geregelte Zivil-Militärische Zusammenarbeit) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie weitere Behörden ersucht werden. Außerdem kommen den Frühwarnsystemen des Deutschen Wetterdienstes und der hydrologischen Dienste sowie den wissenschaftlichen Risikountersuchungen an Forschungseinrichtungen und Behörden große Bedeutung zu.

Wetterkatastrophen in Bayern

Bayern wurde in den letzten beiden Jahrhunderten relativ zu anderen Naturereignissen am schwersten von Wetterkatastrophen getroffen. Dabei stehen große Stürme, Unwetter und Überschwemmungen im Vordergrund, bei denen häufig das ganze Land oder zumindest größere Teile von extremen Windgeschwindigkeiten, Niederschlagsmengen und Hagelschlägen erfasst wurden. Außerdem traten gelegentlich außergewöhnliche Hitze- und Trockenheitsperioden auf, die vor allem in der Land- und Forstwirtschaft zu erheblichen Schäden, u. a. auch durch Waldbrände, führten. In den Wintermonaten kam es bei anhaltenden, strengen Frostperioden und besonders ergiebigen Schneefällen, wie das Beispiel der Schneekatastrophe im Januar 2006 im Bayerischen Wald und im Alpenvorland zeigt, immer wieder zu erheblichen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur, manchmal am Alpenrand auch zu Lawinenabgängen.

Stürme

Unter den Stürmen weisen die großflächigen Winterstürme das für Bayern größte Schadenspotenzial auf. Sie bilden sich vorwiegend zwischen Oktober und März über dem Nordatlantik im Seegebiet südlich von Grönland und Island und dringen auf ihrem typischen Zugweg nach Osten unter rapider Verstärkung tief auf das west- und mitteleuropäische Festland vor. Bayern liegt inmitten dieser Zugbahnen und wird deshalb immer wieder von Stürmen mit Orkanstärke (Windgeschwindigkeiten von ca. 120 km/h bis ca. 150 km/h) überzogen. Dabei führen die Alpen wie eine Art Leitplanke häufig zu einer Bündelung der Strömung und dadurch zu deutlich erhöhten Windgeschwindigkeiten im Alpenvorland. Neben den Gebäudeschäden fallen vor allem die manchmal außerordentlich ausgedehnten Windwurfschäden in den Wäldern ins Gewicht. Beispiele dafür sind die beiden Orkane "Vivian" und "Wiebke" im Februar 1990 sowie der Orkan "Kyrill" im Januar 2007. Die Wälder werden danach nicht selten durch eine explosionsartige Ausbreitung des Borkenkäfers im Sturmholz zusätzlich geschädigt.

Unwetter

Im Sommer kommt es in Bayern häufig zu schweren Gewittern verbunden mit Blitzschlägen, Starkregen, heftigen Windböen und Hagelschlägen. Besonders zum Ende sommerlicher Hitzeperioden, wenn vom Atlantik her kühle Luftmassen für einen plötzlichen Wetterumschwung sorgen, entwickeln sich heftige Gewitterfronten, die große Gebiete überziehen können. Dabei treten nicht nur plötzliche Sturzfluten als Folge örtlicher Platzregen auf, sondern auch Hagelschläge mit Hagelkörnern bis 10 cm Durchmesser, die landwirtschaftliche Flächen, Gewächshäuser, Dächer und Autokarosserien verwüsten. So wurden München und Umgebung am 12. Juli 1984 von einem Hagelsturm verheerenden Ausmaßes erfasst, der Hunderttausende von Dächern und Autos ruinierte und Schäden in Milliardenhöhe verursachte. Gelegentlich können sogar Tornados auftreten, die eine Schneise großer Zerstörung durch Wälder und Ortschaften schlagen. Blitzschläge fordern auch in Bayern jedes Jahr einige Todesopfer und führen zu Bränden vor allem in landwirtschaftlichen Gebäuden. Im Alpenvorland sind derartige Unwetter als Folge von Hebungsvorgängen an den Bergen und im Lee von Seen und Moorgebieten oft besonders stark ausgeprägt, weshalb hier schon seit den 1950er Jahren versucht wird, die Intensität von Hagelschlägen durch das Einbringen von Silberiodid-Aceton in die Gewitterwolken mithilfe der sog. Hagelflieger abzumildern (der Landkreis Rosenheim unterhält zusammen mit den Landkreisen Traunstein und Miesbach am Flugplatz Vogtareuth [Lkr. Rosenheim] Hagelflieger). Der Erfolg dieser Versuche ist bis heute wissenschaftlich nicht nachweisbar.

Überschwemmungen

Neben den schon erwähnten Sturzfluten in Unwettern führen anhaltende Niederschläge in Bayern, vor allem im Stau der Alpen und Mittelgebirge, alle paar Jahre wieder zu großen Überschwemmungen entlang von Bächen und Flüssen, oft noch zusätzlich verstärkt durch eine plötzliche Schneeschmelze, wenn die Niederschläge im Frühjahr bis in große Höhen als Regen fallen. Die größte Gefahr geht von einer Wetterlage aus, der sog. Vb-Lage (sprich: fünf-b-Wetterlage), bei der von einem Mittelmeertief feuchtwarme Luftmassen über mehrere Tage hinweg um die Ostalpen herumgeführt werden und dann von Norden gegen die Alpen strömen. Die Alpenflüsse schwellen dann stark an und führen nicht nur in den Alpentälern, sondern auch in den Unterläufen und beim Zusammenfluss im Donautal zu extremem Hochwasser und verheerenden Überschwemmungen. Besonders die Überschwemmungen im Juli 1954 im Alpenvorland, im April 1988 im Donautal, im August 2002 in Ostbayern, im August 2005 wiederum im Alpenvorland und im Juni 2013 vor allem entlang von Donau und Inn verursachten außerordentlich schwere Schäden in Bayern. Da zu befürchten ist, dass der globale Klimawandel zu einer weiteren Häufung von Hochwasserereignissen in Bayern führen wird, sollen nun die Vorsorgemaßnahmen in Gestalt von verbesserten und – wo möglich – auch zurückverlegten Deichen sowie von zahlreichen Retentionsflächen mit staatlichen Finanzmitteln in Milliardenhöhe vorangetrieben werden.

Dürre und Trockenheit

Bayern wird im Gegensatz zu den Überschwemmungslagen von Zeit zu Zeit auch von lang anhaltenden Hitze- und Dürreperioden betroffen. Diese führen nicht nur zu einem deutlichen Anstieg der Sterbeziffern, sondern auch zu erheblichen Schäden in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Energiewirtschaft und der Binnenschifffahrt. Außerdem treten dabei nicht selten Waldbrände auf, die aber dank verbesserter Frühwarnsysteme inzwischen meist schnell unter Kontrolle gebracht werden können. Der Hitzesommer 2003 kann als "ein Blick in die Zukunft" angesehen werden, weil im Zuge des globalen Klimawandels auch in Bayern mit einer Zunahme von Hitze- und Trockenheitsperioden sowohl in Häufigkeit als auch Intensität zu rechnen ist.

Geologische Katastrophen in Bayern

Schließlich dürfen in Bayern auch die geologischen Gefahren nicht außer Acht gelassen werden, die sich in den Mittelgebirgs- und Alpenregionen in Form von Erdbeben, Felsstürzen und Erdrutschen manifestieren. Größere Schadenereignisse sind selten; die Schäden sind meist lokal und den Auswirkungen nach begrenzt, schlimmere Ausmaße sind aber nicht ausgeschlossen. Eine Art "Weckruf" stellt hier der Felssturz am 25. Januar 2010 in Stein an der Traun (Lkr. Traunstein) dar. Er erinnert an einen ähnlichen Fall im Jahr 1851 in Brannenburg (Lkr. Rosenheim). Dass in Bayern auch Erdbebenschäden größeren Ausmaßes auftreten können wie 1847 im Raum Coburg oder 1914 bis 1918 im Raum Eichstätt, ist heute weitgehend vergessen.

Naturkatastrophen in Bayern 1800-2013 (Auswahl signifikanter Schadenereignisse, Beispiele für diverse Ereignisarten)
Datum Art Schadengebiet Schäden Quelle
13. September 1813 Sturzflut Oberbayern (München) Brückeneinsturz (100 Tote) MR
27. Juli 1829 Hagel Oberbayern (Grünwald bis Ebersberg) Waldschäden 500.000 fm, 6.500 ha Plo
1838-1842 Raupen (Nonne) Mittel-, Oberfranken Waldschäden 600.000 fm Plo
März 1845 Überschwemmung, Eisstau Main, Donau LfU
7. April 1847 Erdbeben Raum Coburg Gebäudeschäden Schm
9.-18. August 1851 Felssturz/Mure Brannenburg 6 Gebäude zerstört vPo
November/Dezember 1868 Sturm, Schneedruck, Käfer (1868-1875) bayernweit Waldschäden 12,5 Mio. fm Plo
26./27. Oktober 1870 Sturm, Käfer (1870-1876) v .a. Bayerwald Waldschäden 10 Mio. fm Plo
1888-1896 Raupenbefall Bayern, Nachbarländer Waldschäden 1,5 Mio. fm Plo
14. Juli 1894 Tornado, Hagel Ebersberger Forst MR
September 1899 Überschwemmung Alpenvorland (Donau/Inn) Brückeneinsturz in München LfU
Februar 1909 Überschwemmung Franken (Nürnberg) LfU
1914-1918 Erdbebenschwarm (Hauptbeben 10.10.1915) Altmühljura (Eichstätt) Gebäudeschäden Schm
5. Januar 1919 Sturm Oberbayern (Füssen bis Schliersee) Waldschäden 750.000 fm Plo
1928-1931 Raupenbefall Mittel-, Oberfranken, Oberpfalz Waldschäden > 5.000 ha Plo
Juli 1929 Hagel bayernweit (und Baden-Württemberg) > 200 Mio. RM MR
August 1946 Sturm Oberbayern (Fürstenfeldbruck bis Freising) Waldschäden 700.000 fm Plo
1946-1950 Käfer, Dürre bayernweit Waldschäden 3,7 Mio. fm Plo
Juli 1954 Überschwemmung Alpenvorland (Donau) 200 Mio. DM MR
1956 Raupenbefall Mittelfranken Waldschäden 8.500 ha MR
17. August 1974 Hagel Oberbayern (Murnau bis Chiemsee) 25 Mio. DM MR
12. Juli 1984 Hagel ("Münchner Hagelsturm") München, Alpenvorland, Franken 3 Mrd. DM
April 1988 Überschwemmung Donaugebiet 50 Mio. DM, 6 Tote
26. Februar - 1. März 1990 Stürme ("Vivian", "Wiebke") bayernweit 1 Mrd. DM MR
27./28. Mai 1993 Hagel, Unwetter bayernweit 600 Mio. DM MR
22.-28. Mai 1999 Überschwemmung ("Pfingst-Hochwasser") Alpenvorland, Donau 700 Mio. DM, 5 Tote MR
3. August 2001 Hagelsturm ("Hartmut") Oberbayern, Alpenvorland 600 Mio. DM MR
6.-16. August 2002 Überschwemmung Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern 100 Mio. € MR
Juni-August 2003 Hitze, Dürre bayernweit > 100 Mio. € MR
22.-28. August 2005 Überschwemmung Alpenvorland 175 Mio. €, 1 Toter MR
Januar/Februar 2006 Schneekatastrophe Bayerischer Wald, Alpenvorland 100 Mio. €, 24 Tote MR
19. Januar 2007 Sturm ("Kyrill") bayernweit MR
25. Januar 2010 Felssturz Stein an der Traun Haus zerstört, 2 Tote MR
30. Mai - 19. Juni 2013 Überschwemmung Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern 1,3 Mrd. € LfU

Legende: Pl = Plochmann; LfU = Bayerisches Landesamt für Umwelt; Schm = Schmedes, E.: Erdbeben in Bayern seit dem Jahr 1390. www.erdbeben-in-bayern.de; vPo = v. Poschinger, Bayerisches Landesamt für Geologie; MR = Munich Re, NatCatService.


Literatur

  • Susanne Kiermayr-Bühn, Leben mit dem Wetter. Klima, Alltag und Katastrophe in Süddeutschland seit 1600, Darmstadt 2009.
  • Werner Krämer, Land unter an Inn und Mangfall! Hochwasser in Rosenheim und Umgebung (Beiträge zur Rosenheimer Stadtgeschichte 9), Rosenheim 2005.
  • Vom Wasser zerrissen. Pegnitzhochwasser im Spiegel der Jahrhunderte (Norica 5), Nürnberg 2009.

Quellen

  • Bayerisches Landesamt für Umwelt, Hochwassernachrichtenzentrale, pers. Mitt.
  • Munich Re, NatCatService, pers. Mitt.
  • Richard Plochmann/Christoph Hieke, Schadenereignisse in den Wäldern Bayerns. Forstliche Forschungsberichte München Nr. 71, München 1986.
  • Andreas von Poschinger, Bayerisches Landesamt für Geologie, pers. Mitt.
  • Eberhard Schmedes, Erdbeben in Bayern seit dem Jahr 1390.

Weiterführende Recherche

Externe Links

Sturm, Überschwemmungen, Unwetter, Orkan, Dürre, Trockenheit, Hochwasser, Erosion, Erdbeben, Gewitter

Empfohlene Zitierweise

Gerhard Berz, Naturkatastrophen (seit 1800), publiziert am 01.09.2014; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Naturkatastrophen_(seit_1800)> (18.08.2017)