Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund (ADGB), 1919-1933

Carl Legien (1861-1920), deutscher Gewerkschaftsfunktionär, von 1893-1898 und von 1903-1920 sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter. (aus: Hillgers Handbuch der verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung 1919, Berlin u. Leipzig 1919, S. 208)
Das ehemalige ADGB-Haus, Wallstraße, Ecke Inselstraße in Berlin. Teile davon werden heute von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) genutzt (Fotografie: Holger Hübner).
Die Gedenktafel für Theodor Leipart, Vorsitzender des ADGB von 1921 bis 1933, am ehemaligen ADGB-Haus an der Inselstraße 6 in Berlin (Fotografie: Holger Hübner).
Die Gedenktafel für Theodor Leipart am heutigen "Haus der Psychologie" am Köllnischen Park 2 in Berlin (Fotografie: Holger Hübner).
Das Grab von Theodor Leipart auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin. (Fotografie: Holger Hübner)
Das Grab von Carl Legien auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin. (Fotografie: Holger Hübner)

Die deutsche Gewerkschaftsbewegung war seit dem 19. Jahrhundert in eine liberale, eine christliche und eine sozialistische ("Freie") Richtung gespalten. Neben dem Allgemeinen freien Angestelltenbund (AfA) und dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund (ADB) war der gewichtigste sozialistische Gewerkschaftsbund der Weimarer Republik der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB), gegründet auf dem zehnten Kongress der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands (30. Juni-5. Juli 1919) in Nürnberg. Den Bundesvorsitz übernahm 1919-1920 Carl Legien (1861-1920), ihm folgte 1921-1933 Theodor Leipart (1867-1947). Zweck des Dachverbandes von anfangs 52 (1919), später 28 (1932) Gewerkschaftsbünden war die Vertretung der Interessen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen und Arbeiter. Er kämpfte für die Einführung des Acht-Stunden-Tages, der Arbeitslosenversicherung und von Kollektivverträgen. Der ADGB stützte das parlamentarische Weimarer System, rief 1920 während des Kapp-Putsches zum Generalstreik auf und war Anfang der 1930er Jahre Mitglied der Eisernen Front. Die Mitgliederzahl sank von maximal 8,1 Mio. (1920) auf 3,8 Mio. (1932). Verbandsorgan war seit 1924 die Zeitschrift "Die Arbeit". Das Ende des ADGB kam mit der Zerschlagung der Freien Gewerkschaften am 2. Mai 1933.

Literatur

  • Gerard Braunthal, Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund. Zur Politik der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik, Frankfurt am Main 1981.
  • Detlev Brunner, Bürokratie und Politik des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftbundes. 1918/19 bis 1933 (Schriftenreihe der Otto-Brenner-Stiftung 55), Köln 1992.
  • Detlev Brunner, Von der Integration zur Liquidation. 80 Jahre Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund (ADGB), in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung 41/4 (1999), 28-52.
  • Heinrich Potthoff, Freie Gewerkschaften 1918-1933. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund in der Weimarer Republik, Düsseldorf 1987.
  • Heinrich August Winkler, Der Schein der Normalität. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1924-1930, Berlin/Bonn 1985.

Weiterführende Recherche

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Empfohlene Zitierweise

Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund (ADGB), 1919-1933, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund (ADGB), 1919-1933> (24.09.2017)