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Sperr-Kreis

von Manuel Limbach

Der sog. Sperr-Kreis war ein gegen den Nationalsozialismus gerichteter Widerstandskreis in Bayern. Bürgerliche Eliten schlossen sich spätestens seit 1935 mit dem Ziel zusammen, eine Zeit nach dem Untergang des "Dritten Reiches" in Bayern vorzubereiten. Dem Sperr-Kreis gehörten bis zum Sommer 1944 etwa 66 Personen vor allem in München, Nürnberg und Augsburg an. Nach dem 20. Juli 1944 durch die Festnahme seiner Führungsriege zerschlagen, verloren drei Mitglieder des Sperr-Kreises bis Kriegsende wegen ihrer Widerstandstätigkeit ihr Leben.

Ursprünge und Zielsetzung

Durch die Widerstandsforschung der 1960er Jahre erhielt der "Sperr-Kreis" seinen bis heute in der Geschichtswissenschaft anerkannten Namen. Die Fokussierung auf Franz Sperr (1878-1945) resultierte aus der damaligen Forschung zum Kreisauer Kreis, zu dem die bayerische Widerstandsgruppe in erster Linie über Sperr Kontakte unterhielt. Allerdings standen von Beginn an mit Sperr, Otto Geßler (1875-1955) und Eduard Hamm (1879-1944) gleich drei prominente Köpfe der Weimarer Republik im Zentrum des Widerstandskreises.

Das Ziel des Sperr-Kreises war die Errichtung einer sog. Auffangorganisation für Bayern. In den Jahren 1933 und 1934 reifte bei Sperr, Geßler und Hamm die Überzeugung, dass das NS-Regime wegen seiner inneren Fragmentierung und wirtschaftspolitischen Inkompetenz zusammenbrechen werde. In Gesprächen mit dem bayerischen Kronprinzen Rupprecht (1869-1955) entschlossen sie sich seit 1935 für diesen Augenblick Vorsorge zu treffen. Es sollte nicht erneut ein Machtvakuum wie in den Jahren 1918/19 entstehen, als die Revolution und die Zeit der Räterepubliken Bayern ins Chaos gestürzt hatten.

Die Überlegungen des Sperr-Kreises liefen somit nicht unmittelbar auf eine aktive Beteiligung an einem Sturz des NS-Regimes hinaus, wenn man auch später von entsprechenden Vorhaben Kenntnis erhielt und diese durchaus befürwortete. Am Untergang des "Dritten Reiches" wollte man im entscheidenden Moment durch die Umsetzung der eigenen Pläne von Bayern aus mitwirken.

Personelle Zusammensetzung

Den Mittelpunkt des Sperr-Kreises bildeten mit Sperr, Geßler und Hamm (beide DDP) drei Persönlichkeiten mit langjähriger politischer und verwaltungstechnischer Erfahrung auf Kommunal-, Landes- und Reichsebene. Der frühere Offizier Sperr war in den Jahren der Weimarer Republik als bayerischer Diplomat in Berlin hervorgetreten und dort 1933 bis zum Gesandten aufgestiegen. Nach der "Gleichschaltung" Bayerns mit dem Reich und dem "Röhm-Putsch" hatte er sein Amt aufgegeben und war in die bayerische Heimat zurückgekehrt.

Der 1913 bis 1919 als Oberbürgermeister von Nürnberg amtierende Otto Geßler hatte zwischen 1920 und 1928 als Reichswehrminister in insgesamt 13 Reichskabinetten der Weimarer Republik die politische Verantwortung für die Sicherheit des Reiches getragen.

Hamms Expertise lag insbesondere auf dem Feld der Wirtschaftspolitik: Als bayerischer Staatsminister für Handel, Industrie und Gewerbe (1919-1922), als Reichswirtschaftsminister (1923-1925) und als Erstes Geschäftsführendes Präsidialmitglied (1925-1933) des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) hatte er in München und Berlin die Interessen des Reiches und der deutschen Wirtschaft vertreten. Daneben zählten ehemalige Politiker, Beamte, Juristen, Unternehmer, Polizisten und Militärs zum Sperr-Kreis.

Weitere führende Mitglieder des Sperr-Kreises
Name Lebensdaten Position Wirkungsort Politische Verortung vor 1933 Anmerkung
Hermann Aumer 1889-1974 Unternehmer München unbekannt Vizepräsident der IHK München (ab 1948)
Ludwig Berz 1891-1975 Unternehmer Augsburg BVP Vizepräsident der IHK Augsburg (1948-1966)
Günther Caracciola-Delbrück 1898-1945 Oberleutnant, Mitarbeiterstab des Reichsstatthalters in Bayern München unbekannt Teilnahme an der Freiheitsaktion Bayern (1945)
Rudolf Decker 1875-1953 Ministerialbeamter a.D. München DDP/DStP
Anton Fehr 1881-1954 Reichsminister a.D., Bayerischer Staatsminister a.D. Lindenberg im Allgäu (Lkr. Lindau) BB
Rudolf Flach 1884-1969 Landgerichtspräsident Kempten DDP/DStP
Konrad Frank 1888-1970 Kommunalbeamter Ansbach DDP
Joseph-Ernst Fugger von Glött 1895-1981 Landwirt Kirchheim (Lkr. Unterallgäu) BVP Prozess vor dem Volksgerichtshof im Januar 1945, MdB (CSU, 1949-1953)
Hans Hechtel 1897-1978 Landgerichtsrat München DVP Senatspräsident beim Obersten Landesgericht München (1949-1954)
Paul Helfrich 1900-1980 Syndikus der IHK München München unbekannt
Hein Martin 1890-1968 Bankier München DVP, NSDAP
Ernst Meier 1893-1965 Universitätsprofessor Erlangen BVP Landrat des Landkreises Neumarkt in der Oberpfalz (1945)
Johannes Meier 1887-1952 Syndikus der IHK Augsburg Augsburg BVP, DVP Hauptgeschäftsführer der IHK Augsburg (nach 1945)
Franz Freiherr von Redwitz 1888-1963 Kabinettschef des Kronprinzen Rupprecht München unbekannt
Franz Reisert 1889-1965 Rechtsanwalt Augsburg BVP Prozess vor dem Volksgerichtshof im Januar 1945
Martin Riedmayr 1886-1989 Stabsoffizier Schutzpolizei München parteilos Präsident des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz (1954-1960)
Fritz Schade 1894-1972 Kommandeur Schutzpolizei Nürnberg DVP, DNVP
Karl Scharnagl 1881-1963 Oberbürgermeister a.D. München BVP Oberbürgermeister von München (1928-1933 und 1945-1948)
Heinrich Schmittmann 1878-1956 Senatspräsident am Reichsfinanzhof München unbekannt Präsident des Bundesfinanzhofs (1950-1951)
Otto Schniewind 1887-1970 Bankier München DVP Präsident der Kreditanstalt für Wiederaufbau (1948-1958)
Otto A. H. Vogel 1894-1983 Unternehmer Augsburg unbekannt Präsident der IHK Augsburg (1945-1958)
Otto Freiherr von Waldenfels 1889-1974 Kriegsarchivar München DNVP
Gregor Weber geb. 1898 Finanzbeamter Augsburg unbekannt

Politische Prägung

Die Mitglieder des Widerstandskreises lassen sich von ihrer politischen Sozialisation her dem Liberalismus, dem Konservatismus und dem politischen Katholizismus zuordnen. In den Jahren der Weimarer Republik waren einige in bürgerlichen Parteien wie der katholisch-konservativen Bayerischen Volkspartei (BVP) oder – wie Hamm und Geßler – in der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) politisch aktiv.

Sie alle verband ein auf christlich-moralischen bzw. liberal-rechtsstaatlichen Grundsätzen basierendes Staatsverständnis. In diesem spielte der Föderalismus eine besondere Rolle. Die staatliche Integrität und kulturelle Eigenheit Bayerns hoben sie hervor, stellten dabei jedoch nie die Reichseinheit in Frage. Dies unterschied die spätere Führungsriege des Kreises in den Jahren der Weimarer Republik sowohl von jenen, die den Einheitsstaat propagierten, als auch von jenen, die eine Abspaltung Bayerns vom Reich anstrebten.

Was die politische Staats- und Regierungsform in Bayern anging, hatten sich die Mitglieder des Kreises nach 1918 anpassungsfähig gezeigt. Sperr war als bayerischer Föderalist unabhängig von der jeweiligen Regierungsmehrheit für die staatliche Integrität und weitgehende Souveränität Bayerns auf Reichsebene eingetreten. Geßler blieb Zeit seines Lebens Monarchist. Er hatte sich jedoch mit der Republik arrangiert. Hamm dagegen war bereits zu Beginn der 1920er Jahre als entschiedener Herzensrepublikaner in Erscheinung getreten.

Entsprechend war die Frage der künftigen Staatsform – Monarchie oder Republik – auch im Widerstand nach 1933 nicht entscheidend. Allerdings versprach man sich von der Wiederherstellung der Wittelsbacher Monarchie in Zeiten des Umbruchs eine nachhaltig integrative Wirkung für ganz Bayern, weshalb diese Lösung favorisiert wurde.

Wirken und Programmatik

Der Widerstandskreis konnte sich innerhalb weniger Jahre ein Netzwerk von Vertrauensleuten in Bayern errichten, insbesondere in München, Nürnberg und Augsburg. Eine interne Aufgabenverteilung wies Sperr die Kontaktaufnahme mit möglichen Vertrauensleuten in Polizei und Militär, Hamm diejenige in die Justiz, Wirtschaft und Verwaltung zu. Geßler sollte sich indessen um die Kontakte ins Ausland (über den ehemaligen Reichskanzler Joseph Wirth [Zentrum, 1879-1956] in der Schweiz nach London und zum Vatikan) bemühen.

Sperr nutzte seine Position als Leiter der Münchner Zweigstelle der Deutschen Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften um sich einen Mitarbeiterkreis innerhalb der Wehrmacht aufzubauen. Später arbeiteten Hamm und er bei der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, unter deren Deckmantel sie Reisen für ihre Widerstandstätigkeit unternehmen konnten.

Kronprinz Rupprecht von Bayern (1869-1955). Fotografie von Ilse Schneider-Lengyel um 1950/55. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchivana-002908)

Die Verbindung zum bayerischen Kronprinzen in dessen Exil in Florenz hielt der Sperr-Kreis über Geßler auch während des Krieges aufrecht. Ab 1943 versandte Rupprecht diverse Denkschriften nach London und Washington, in denen er seine Bereitschaft erklärte, nach Untergang des "Dritten Reiches" als König in seine Heimat Bayern zurückzukehren, um dort gemeinsam mit seinem Mitarbeiterstab Sicherheit und Ordnung wiederherzustellen. Den "Sperr-Kreis" erwähnte er indirekt, indem er auf die ihn unterstützenden, erfahrenen, allseits bekannten und von der NS-Politik unbelasteten Männer verwies.

Rupprechts staatsrechtliche Überlegungen für die Nachkriegszeit lassen den Einfluss des Sperr-Kreises erkennen. Mit den programmatischen Gedanken hätten sich die Männer um Sperr im Falle eines Umsturzes identifizieren können. Die Widerstandsgruppe hätte sie zweifelsohne für den Wiederaufbau Bayerns in Betracht gezogen. Rupprechts Ideen einer "neuzeitlichen Monarchie" wiesen durchaus liberale Züge auf. Von der Notwendigkeit eines Verbleibs Bayerns beim Reich ließ sich Rupprecht von Geßler überzeugen. Letztlich sprach er sich für einen ausgeprägten Föderalismus in Form eines Staatenbundes aus, in dem die einzelnen Gliedstaaten weitgehend autark existieren sollten.

Kontakte zu anderen Widerstandsgruppen

Zu anderen Widerstandsgruppen in Bayern unterhielt der Sperr-Kreis nur wenig Kontakte. Der allein agierende Georg Elser (1903-1945) war den Männern um Sperr nicht bekannt. Vom Wirken der sog. Weißen Rose in München erfuhren sie nur beiläufig. Eine Verbindung des Sperr-Kreises zum monarchistischen Harnier-Kreis kam vielleicht nur deshalb nicht zustande, weil die Gruppe bereits 1939 zerschlagen wurde. Führende Mitglieder der späteren Freiheitsaktion Bayern (FAB) nahmen dagegen bereits 1943 an Besprechungen mit dem Sperr-Kreis teil.

Deutlich ausgeprägter waren die Kontakte des Sperr-Kreises zu reichsweit agierenden Widerstandsgruppen. Bereits vor Kriegsausbruch 1939 stand der Sperr-Kreis in Verbindung mit dem ehemaligen deutschen Botschafter in Italien, Ulrich von Hassell (1881-1944, Botschafter 1932-1938). Die Treffen mit dem führenden Mitglied des nationalkonservativen Widerstands gegen Adolf Hitler (NSDAP, 1889-1945) dienten der Erörterung der außenpolitischen Lage sowie der Aussprache über Vorbereitungen für eine Zeit nach Untergang des "Dritten Reiches". Ab 1943 unterhielt der Sperr-Kreis Kontakte zu Carl Friedrich Goerdeler (DNVP, 1884-1945, Oberbürgermeister von Leipzig 1930-1937). Der frühere Leipziger Oberbürgermeister und "Motor" des zivilen Widerstands gegen Hitler suchte insbesondere die Nähe zu Hamm, um ihn als süddeutschen Vertrauensmann mit wirtschaftspolitischer Expertise für seine Nachkriegspläne zu gewinnen (Goerdeler-Kreis).

Im gleichen Jahr kam es zu mehreren Zusammenkünften mit dem Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke (1907-1945), der auf der Suche nach einem geeigneten Landesverweser für Bayern auf den Widerstandskreis um Sperr gestoßen war. Moltkes Pläne, Bayern in Nord und Süd aufzuspalten, lehnte Sperr allerdings ab. Auch den über Moltke an den Sperr-Kreis herangetragenen Bitten hochrangiger Offiziere, Bayern solle mit einem Aufstand voranschreiten, um das NS-Regime zu stürzen, verweigerte Sperr aufgrund der unkalkulierbaren Folgen für Bayern seine Zustimmung.

Am 6. Juni 1944 traf Sperr in Bamberg Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944), der Sperr über seine gegen Hitler gerichteten Attentatspläne unterrichtete, die am 20. Juli 1944 zur Ausführung kommen sollten. Wie in den Gesprächen zuvor schien der Sperr-Kreis auch gegenüber Stauffenberg auf die Eigenständigkeit und staatliche Integrität Bayerns zu beharren, die aus seiner Sicht eine aktive Beteiligung an einem Umsturz ohne ausreichende Vorbereitung der Zeit "Danach" unmöglich machten.

Auflösung

Das Attentat vom 20. Juli 1944 misslang. Die Männer um Sperr, Hamm und Geßler wurden trotz Kenntnis der Umsturzpläne von deren Umsetzung überrascht. Von ihrem Scheitern erfuhren sie ausschließlich aus dem Radio. Die anschließende Verhaftungswelle traf jedoch auch die Führungsriege des Sperr-Kreises. Insbesondere Hamm und Geßler standen seit Beginn des Krieges als "Männer der Systemzeit" ohnehin unter Beobachtung. Zumindest auf Geßlers Beteiligung am Umsturzversuch deuteten nun von der Gestapo bei den Berliner Verschwörern aufgefundene Dokumente hin. Hiernach war der frühere Reichswehrminister als Politischer Beauftragter für den Wehrkreis VII (München-Oberbayern) vorgesehen. Daher erfolgte zunächst Geßlers Verhaftung. Später gelang es den Ermittlern, die Kontakte des Kreisauer Kreis nach München aufzudecken. Auch erfuhren sie von Sperrs Gespräch bei Stauffenberg, weshalb in den folgenden Wochen auch Sperr, Hamm sowie weitere Mitglieder des Sperr-Kreises verhaftet wurden.

Während Geßler – im Gefängnis schwer gefoltert – den Krieg überlebte, nahm sich Hamm vermutlich im Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit das Leben. Sperr wurde gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern seines Widerstandskreises, dem Augsburger Rechtsanwalt Franz Reisert (1889-1965) und Joseph-Ernst Fugger von Glött (1895-1981), vor den Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler (NSDAP, 1893-1945) gestellt. Während seine Vertrauensleute Gefängnisstrafen erhielten, wurde Sperr aufgrund der Nichtanzeige der Attentatspläne zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Nachwirkungen

Trotz Zerschlagung des inneren Kerns des Sperr-Kreises blieben seine übrigen Mitglieder auch in der Folgezeit nicht untätig. Manche schlossen sich der Freiheitsaktion Bayern (FAB) an, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs vergeblich den Versuch unternahm, Bayern vom Nationalsozialismus zu befreien. Ein aktives Mitglied des Sperr-Kreises, der Offizier Günther Caracciola-Delbrück (1898-1945), wurde nach diesem gescheiterten Umsturzversuch am 28. April 1945 ermordet.

Kronprinz Rupprecht kehrte im November 1945 in seine bayerische Heimat zurück, konnte allerdings aufgrund der alliierten Besatzung nicht in die Rolle schlüpfen, die er für sich beanspruchte. Am erfolgreichen Wiederaufbau des Rechtsstaats sowie seiner staatlichen und wirtschaftlichen Strukturen und Institutionen hatten einige überlebende Mitglieder des Sperr-Kreises dennoch großen Anteil. So traten manche an die Spitze bayerischer Städte und Gemeinden, Landesbehörden sowie Körperschaften wirtschaftlicher Selbstverwaltung und lösten somit die ihnen im Sperr-Kreis für eine Zeit nach dem Krieg zugedachten Aufgaben und Funktionen tatsächlich ein.

Rezeption

In den ersten Nachkriegsjahren beschränkte sich die Erinnerung an den Widerstandskreis vor allem auf Gedenkveranstaltungen aufgrund privater Initiative. In der öffentlichen Wahrnehmung geriet der Sperr-Kreis derweil in Vergessenheit. Erst um die Jahrtausendwende nahm das Interesse der Politik und der Geschichtswissenschaft zu. Den Anstoß lieferten auch hierbei jedoch meist Angehörige der Widerstandsfamilien. Im politischen Raum sind die Benennung eines Besprechungszimmers in der bayerischen Landesvertretung in Berlin nach Franz Sperr sowie diejenige der Bibliothek des Bundeswirtschaftsministeriums nach Eduard Hamm erwähnenswert.

Literatur

  • Winfried Becker, Der bayerische Widerstandskreis um Franz Sperr und Otto Geßler, in: Ulrich Karpen (Hg.), Europas Zukunft. Vorstellungen des Kreisauer Kreises um Helmuth James Graf von Moltke, Heidelberg 2005, 33–51.
  • Winfried Becker, Franz Sperr (1878-1945), in: Jürgen Aretz/Rudolf Morsey/Anton Rauscher (Hg.), Zeitgeschichte in Lebensbildern, 11. Band: Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts, Münster 2004, 92–106.
  • Winfried Becker, Franz Sperr und sein Widerstandskreis, in: Hermann Rumschöttel/Walter Ziegler (Hg.), Franz Sperr und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Bayern, München 2001, 83–173.
  • Wolfgang Hardtwig/Manuel Limbach, Bürger gegen Hitler, in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 163 vom 18. Juli 2014, 12.
  • Wolfgang Hardtwig, Der Weimarer Demokrat Eduard Hamm 1879-1944. Persönliches Profil und politisches Handeln zwischen Kaiserreich und Widerstand, in: Ders., Deutsche Geschichtskultur im 19. und 20. Jahrhundert, München 2013, 313–356.
  • Wolfgang Hardtwig, Freiheitliches Bürgertum in Deutschland. Der Weimarer Demokrat Eduard Hamm zwischen Kaiserreich und Widerstand (Zeithistorische Impulse – Wissenschaftliche Reihe der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Band 14), Stuttgart 2018.
  • Manuel Limbach, Bürger gegen Hitler. Vorgeschichte, Aufbau und Wirken des bayerischen "Sperr-Kreises" (Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 102), Göttingen 2019.
  • Manuel Limbach, Der Sperr-Kreis. Bayerischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus?, in: Rafaela Hiemann/Christoph Studt (Hg.), "Weder überflüssig noch unterlegen". Neue Forschungen zum Widerstand im "Dritten Reich" (Schriftenreihe der Forschungsgemeinschaft 20. Juli e. V., Bd. 18), Augsburg 2016, 121–138.
  • Manuel Limbach, Eduard Hamm. Ein Weimarer Liberaler im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, in: Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung 23 (2011), 241–255.
  • Horst Möller, Franz Sperr. Vom Bayerischen Bevollmächtigten beim Reich zum Widerstand gegen Hitler, in: Katarzyna Stoklosa/Andrea Strübind (Hg.), Glaube - Freiheit - Diktatur in Europa und den USA. Festschrift für Gerhard Besier zum 60. Geburtstag, Göttingen 2007, 705-715.
  • Hermann Rumschöttel/Walter Ziegler (Hg.), Franz Sperr und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Bayern (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Beiheft 20), München 2001.
  • Dieter J. Weiß, Die Staatsauffassung Kronprinz Rupprechts von Bayern. Ein Verfassungsentwurf aus dem deutschen Widerstand, in: Konrad Ackermann/Alois Schmid/Wilhelm Volkert (Hg.), Bayern vom Stamm zum Staat. Festschrift für Andreas Kraus zum 80. Geburtstag (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte, Band 140), München 2002, 547–560.

Weiterführende Recherche

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Empfohlene Zitierweise

Manuel Limbach, Sperr-Kreis, publiziert am 4.9.2019, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Sperr-Kreis> (22.10.2019)





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