Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)

Versuchsaufbau der Luftelektronischen Versuchsstation von Prof. Max Dieckmann. (Foto: Gemeindearchiv Gräfelfing)
1. Funkbild der Luftelektronischen Versuchsstation von Prof. Max Dieckmann. (Foto: Gemeindearchiv Gräfelfing)
Am 1. Mai 2010 startete die Falcon gegen 13 Uhr MESZ erneut zu einem Messflug über Island und der Vulkanfahne. Trotz leichter Bewölkung waren die Messbedingungen nahezu optimal. Die Route des Messfluges führte die Falcon direkt am Vulkan Eyjafjalla vorbei. In einer Entfernung von rund 200 Kilometern zum Vulkan wurde die Vulkanaschewolke in sechs Kilometern Höhe mehrfach überflogen. (Foto: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.)
Doppelte Premiere: Am 21. Oktober 2011 sind um 12.30 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit die beiden ersten Galileo-Satelliten an Bord einer russischen Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Kourou (Französisch-Guyana) aus gestartet. Dies war zugleich der erste Start einer Sojus-Rakete von Kourou aus. (Foto: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.)
Stau auf der A96 (Lindau-München) mit berechneter Reisezeit. Dieses Bild wurde im Sommerreiseverkehr August 2006 im Rahmen der DLR/ADAC-Kampagne zum großflächigen Verkehrsmonitoring zur Erfassung von Stauzeiten aus digitalen Serienbildern erstellt. Das Kamerasystem besteht aus drei kommerziell erhältlichen 16MPix Kameras (3K-Kamera). Mit ihm kann bei jeder Aufnahme ein Gebiet von ca. sieben mal zwei Kilometern abgedeckt werden. Die mit mathematischen Methoden im Rahmen der Kampagne ermittelten Stauzeiten wurden mit den Reisezeiten verglichen, die von ADAC-Fahrzeugen gemessen wurden, die gleichzeitig am Verkehr teilnahmen (siehe auch Pressemitteilung vom 14. August 2006). (Foto: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.)
HALO basiert auf einem Ultra Long Range Business Jet G 550 der Firma Gulfstream. Die Kombination aus Reichweite, Flughöhe, Nutzlast und umfangreicher Instrumentierung macht das Flugzeug zu einer weltweit einzigartigen Forschungsplattform. (Foto: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V./Andreas Minikin)

von Helmuth Trischler

Das "Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V." (DLR) wurde am 1. April 1969 unter dem Namen "Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt" (DFVLR) gegründet. Seinen heutigen Namen erhielt es 1989 bzw. 2000. Es ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Mit seiner Gründung sollte die bis dahin stark zersplitterte deutsche Luftfahrtforschung in einer Einheitsgesellschaft konzentriert werden. Hauptstandort ist Köln; darüber hinaus gibt es gegenwärtig (Stand: 2014) 15 weitere Standorte in Deutschland, darunter drei in Bayern (Augsburg, Oberpfaffenhofen und Weilheim). In den 1970er Jahren standen die Raumfahrt bzw. internationale Weltraumforschungsprojekte im Zentrum der Tätigkeit; daneben war das DLR jedoch auch auf vielen anderen Forschungsgebieten unterwegs, u. a. in der Umweltforschung ("Institut für Physik der Atmosphäre", 1962 in Oberpfaffenhofen gegründet). Seit Mitte der 1980er Jahre lag der Fokus neben der Fernerkundung auch auf der bemannten Raumfahrt. Die Kooperation mit den USA wurde nach dem Ende des Kalten Krieges 1989/90 um eine deutsch-russische ergänzt. Die Luft- und Raumfahrtforschung in Bayern wurde und wird großteils vom Oberpfaffenhofener Forschungszentrum des DLR getragen, einem der größten Forschungsareale in Deutschland. Es beschäftigt sich mit dem Management von Raumfahrtmissionen, dem Bau von Robotern für den Einsatz im All und auf der Erde, Weltraummissionen, Klimaforschung und Erdbeobachtung sowie Satellitennavigation und Robotik. Auf dem Gebiet der Forschung arbeitet es mit bayerischen Universitäten, v. a. der Universität der Bundeswehr in München-Neubiberg (UniBwM) und der Technischen Universität München (TUM) zusammen.

Anfänge in Gräfelfing

Im Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg bildeten sich in Bayern, wie im übrigen Deutschland, erste Strukturen der Luftfahrt heraus. August Riedinger (1845-1919) gründete 1897 die "Ballonfabrik Augsburg". In Puchheim (Lkr. Fürstenfeldbruck) bei München entstand 1910 der erste Flugplatz (bis 1914), und auf dem Münchner Oberwiesenfeld begann die private "Bayerische Fliegerschule" zur selben Zeit, Piloten auszubilden. 1912 wurde in Oberschleißheim (Lkr. München) südlich des Schlosses ein Flugplatz angelegt und die Königlich-bayerische Fliegertruppe aufgestellt.

Zeitgleich bildete sich auch die Luftfahrtforschung heraus. Sie hatte ihre Zentren in Göttingen, wo Ludwig Prandtl (1875-1953) 1907 eine Modellversuchsanstalt gründete, und in Berlin, wo Friedrich Bendemann (1874-1923) ab 1912 die "Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt" (DVL) leitete. In Bayern markiert die von dem Münchner Hochfrequenzphysiker Max Dieckmann (1882-1960) gegründete "Drahtlostelegraphische und Luftelektrische Versuchsstation Gräfelfing" (Lkr. München) den Beginn der Luftfahrtforschung. Sie entstand 1908 auf einer Wiese, die Dieckmann gepachtet hatte, um in einer kleinen Holzhütte Forschungsarbeiten auf dem Grenzgebiet zwischen Telegrafie und Luftelektrizität durchzuführen. Im Mai 1912 erhielten Dieckmann und seine Gräfelfinger Versuchsstation öffentliche Aufmerksamkeit, als es erstmals gelang, vom Luftschiff "Viktoria Luise" aus Telegramme zu verschicken und einen Funkverkehr zwischen 200 km entfernten Luftschiffen zu realisieren. Die Versuchsstation wurde während des Ersten Weltkriegs ausgebaut. Im Gegensatz zu den Forschungszentren in Berlin und Göttingen kam sie jedoch während der gesamten Weimarer Republik über bescheidene Dimensionen nicht hinaus.

Expansion und Ausdifferenzierung im Nationalsozialismus

Unmittelbar nach der Machtübernahme Ende Januar 1933 begann das NS-Regime, ein gewaltiges Luftrüstungsprogramm zu planen. Von dem politisch-militärischen Interesse an der Luftfahrt profitierte auch Dieckmanns Versuchsstation. Schon im Dezember 1933 konnte Dieckmann in Gräfelfing Luftfahrt-Staatssekretär Erhard Milch (NSDAP, 1892-1972) und die Generäle Albert Kesselring (1885-1960) und Hans Jeschonnek (1899-1943) begrüßen und ihnen Experimente zur Hochfrequenzforschung vorführen. Zwei Jahre später erhielt er vom Reichsluftfahrtministerium den Auftrag, ein großes Zentrum für Flugfunkforschung zu konzipieren. Als Standort wählte er ein Gelände auf der Westseite des Flugplatzes Oberpfaffenhofen (Lkr. Starnberg) aus, das 1937 als "Flugfunk-Forschungsinstitut Oberpfaffenhofen" (FFO) in Form eines eingetragenen Vereins verselbständigt wurde. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg (1938) wurde eine Außenstelle auf dem Hohenpeißenberg (Lkr. Weilheim-Schongau) errichtet.

Ebenfalls noch in die Vorkriegsphase fällt die Gründung eines zweiten Luftfahrtforschungszentrums in Bayern. Im Frühjahr 1938 begannen im Reichsluftfahrtministerium die Planungen für die "Luftfahrt-Forschungsanstalt München" (LFM) in Ottobrunn (Lkr. München) im Süden von München. Ein Fünfjahresprogramm sah den Bau eines riesigen Forschungsareals mit Versuchsanlagen in bis dahin nicht gekannten Größenordnungen vor. Obwohl die "Luftfahrt-Forschungsanstalt München" mit höchster Dringlichkeitsstufe versehen wurde und beim Bau auch Häftlinge der Außenstelle Ottobrunn des Konzentrationslagers Dachau eingesetzt wurden, kamen ihre Institute und Anlagen bis Kriegsende überwiegend nicht über den Rohbau hinaus.

Auf einer Außenstelle im Ötztal wurde ein Windkanal mit einem Durchmesser von 8 m und einer Antriebsleistung von 75.000 KW gebaut, um Hochleistungstriebwerke für die Luftrüstungsunternehmen BMW, Heinkel, Messerschmitt und Dornier in natürlicher Größe bis zur vollen Fluggeschwindigkeit testen zu können. Die an der Mündung der Ötz in den Inn westlich von Innsbruck gelegene Anlage wurde bei Kriegsende von den Alliierten demontiert und in Modane in den französischen Alpen wieder errichtet.

Weitere Zentren in Bayern resultierten aus der Verlagerung von Forschungseinrichtungen in den Süden des Reiches in der Endphase des Krieges. Der bei weitem größte Komplex entstand in Ainring (Lkr. Berchtesgadener Land) auf dem dortigen Flugplatz, wohin 1944 die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) verlagert wurde. Die 1924 von dem international renommierten Meteorologen Walter Georgii (1888-1968) als Rhön-Rossiten-Gesellschaft gegründete Forschungsanstalt war nach der NS-"Machtergreifung" in DFS umbenannt und rund um eine aus dem Ersten Weltkrieg stammende Fliegerkaserne auf dem Griesheimer Sand in Darmstadt angesiedelt worden. Im Zuge der Aufrüstung stellte die DFS ihre Forschungsaktivitäten fast vollständig auf die militärische Forschung und Erprobung um und entwickelte u. a. den im Zweiten Weltkrieg vielfach eingesetzten motorlosen Lastensegler DFS 230. An der Spitze der Ainringer Anstalt stand formal weiterhin Georgii, der allerdings seit 1943 die Forschungsführung des Reichsluftfahrtministeriums leitete und damit den größten Forschungskomplex im nationalsozialistischen Deutschland zu koordinieren hatte. Umso leichter fiel es der SS, weitestgehend die Kontrolle über die DFS zu übernehmen und Ainring vollends zu einer Forschungs- und Erprobungsstelle für jene Geheimwaffenprojekte zu machen, mit denen das NS-Regime in einem verzweifelten Akt der Mobilisierung aller Ressourcen nochmals eine Kriegswende zu erzwingen hoffte. Mit der "Messerschmitt Me 328" und der "Bachem BA 349 Natter" wurden in Ainring Selbstopferflugzeuge gebaut und getestet, mit denen "Freiwillige" sich als lebendige Bomben auf feindliche Bomberverbände und strategische Kriegsziele stürzen sollten. Mit weit mehr als 1.000 Mitarbeitern war die DFS in der Endphase des Krieges ein Forschungs- und Rüstungskomplex eigener Qualität, der sich nach Kriegsende ebenso rasch auflöste wie er zuvor wildwuchernd gewachsen war.

Unterschlupf in Südbayern fanden in der Schlussphase des Krieges auch zahlreiche Institute der "Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt" (DVL), die ab Herbst 1944 aus Berlin-Adlershof ausgelagert wurden. In Garmisch und Moosburg (Lkr. Freising) siedelte sich das Institut für Thermodynamik unter Fritz H. Schmidt (1900-1982) an, in Straß bei Neuburg a. d. Donau das von Alexander von Philippovich (geb. 1894) geleitete Institut für Brenn- und Schmierstoff und in Sonthofen (Lkr. Oberallgäu) schließlich das Institut für Gasdynamik von Arthur Weise (1904-1973) und das Institut für Hydraulik von Franz Bollenrath (1898-1981). Die aus Berlin geretteten Laboratorien und Restbestände dieser Einrichtungen dienten nach Kriegsende als Nuklei eines von Bayern ausgehenden Wiederaufbaus der Luftfahrtforschung in der Bundesrepublik Deutschland.

Wiederaufbau und Zentralisierung in der frühen Bundesrepublik

Die Entwicklung und der Bau von Luftfahrtzeugen waren laut dem am 29. April 1946 verabschiedeten alliierten Kontrollratsgesetz Nr. 25 verboten, und die Forschung unterlag der alliierten Kontrolle. Erst mit den Pariser Verträgen vom Mai 1955 endeten die Restriktionen. Spätestens aber mit der Freigabe des Baus von Segelflugzeugen im Juni 1951 setzten vielfältige Aktivitäten zum Wiederaufbau der Luftfahrtforschung in der Bundesrepublik ein. Die deutschen Länder, insbesondere Bayern, Württemberg-Baden (später: Baden-Württemberg), Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen lieferten sich einen wahren Wettlauf um die Luftfahrtforschung, und dies mit dem Ziel, dadurch die Voraussetzungen für die Ansiedlung von Unternehmen der Luftfahrtindustrie zu schaffen. Sie galt vielen Politikern als Zukunftstechnologie und Motor des Wiederaufbaus generell.

Bayern hatte durch die Verlagerung der Forschungszentren in den Süden Deutschlands in der Endphase des Krieges günstige Voraussetzungen, um diesen Wettlauf für sich zu entscheiden. Die Treuhänder für das Vermögen der als eingetragener Verein nach wie vor existierenden Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt hatten sich zunächst vergeblich darum bemüht, den Vereinssitz nach Bayern zu verlegen. Ab 1951 fanden sie im fachlich zuständigen Wirtschafts- und Verkehrsministerium und auch bei Ministerpräsident Hans Ehard (CSU, 1887-1980, Ministerpräsident 1946-1954 und 1960-1962) offene Türen vor. Im Mai 1952 beschloss der Bayerische Landtag, den Wiederaufbau der Luftfahrtforschung am Standort Oberpfaffenhofen finanziell zu unterstützen und damit die "Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt" zu beauftragen. Das "Flugfunk-Forschungsinstitut Oberpfaffenhofen" wurde als rechtlich eigenständige Einrichtung aufgelöst und in die "Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt" integriert. Am 28. Oktober 1955 nahm diese in Oberpfaffenhofen ihren Betrieb auf.

Parallel dazu bildete sich am Flugplatz München-Riem ein zweiter Standort in Bayern aus. Im August 1953 wurde die "Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug" wiedergegründet. Die Staatregierung setzte alle Hebel in Bewegung, um sie in der Konkurrenz mit Baden-Württemberg und Hessen für Bayern zu gewinnen. Gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium verfolgte sie das Interesse, die Zersplitterung der Segelflugforschung in mehrere konkurrierende Gesellschaften durch deren Konzentration in München-Riem zu verhindern. Als das Bundesverkehrsministerium einen Zuschuss von 150.000 DM bereitstellte, sagte Bayern umgehend zu, die jährlichen Betriebskosten zu übernehmen. Im April 1954 ging die "Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug" am Flugplatz Riem in Betrieb.

Konzentrationsprozess

In den 1960er Jahren geriet die "Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug" in eine Strukturkrise. Im Zeitalter der Raumfahrt galt die Segelflugforschung nicht mehr als zukunftsfähiges Forschungsfeld, und ihr völlig überalterter Vorstand verstärkte diesen Eindruck. Als sich die Gesellschaft 1960 in "Flugwissenschaftliche Forschungsanstalt München" (FFM) umbenannte, signalisierte sie Staat und Wirtschaft ihre Bereitschaft, aktuelle Forschungsfelder wie etwa die Physik der hohen Atmosphäre zu übernehmen. Mit Harald Koschmieder (1897-1966), dem Leiter des Instituts für Flugmeteorologie, und Walter Georgii, der das Institut für Flugraumforschung leitete, gingen im Oktober 1961 die beiden Führungsfiguren der Einrichtung in den Ruhestand, wodurch sich deren Krise weiter verschärfte. Die Staatsregierung und auch der Bund favorisierten mittlerweile ohnehin eine Konzentration der auf fast ein Dutzend Institute zersplitterten Luftfahrtforschung in einer Einheitsgesellschaft mit mehreren Standorten. 1963 wurde daher auch die "Flugwissenschaftliche Forschungsanstalt München" in die "Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt" eingegliedert und ihre Institute an den Standort Oberpfaffenhofen verlagert.

Herzstück der "Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt"-Süd war das 1962 neugegründete Institut für Physik der Atmosphäre (IPA), als dessen Leiter nach langwierigen Verhandlungen Hans Gerhard Müller (1905-1978) vom Deutschen Wetterdienst gewonnen werden konnte. Seine Vision vom Aufbau eines "Aerologischen Observatoriums" erwies sich insofern als besonders zukunftsträchtig, als sie den Boom der sich seit den 1970er Jahren dynamisch entwickelnden Umwelt- und Klimaforschung vorwegnahm.

Die Zusammenführung der Forschungskapazitäten in der "Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt"-Süd in Oberpfaffenhofen war Teil einer regionalen Strukturpolitik zur Modernisierung Bayerns. Zeitgleich siedelte sich 1957 in Ottobrunn auf dem Gelände der ehemaligen "Luftfahrtforschungsanstalt München" die "Bölkow Entwicklungen KG" an. Der Freistaat hatte das aufstrebende Unternehmen der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie durch ein attraktives Standortangebot von Stuttgart-Echterdingen dorthin geholt. Auf Initiative von Ludwig Bölkow (1912-2003) wurde in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinem Unternehmen das industrielle Forschungs- und Entwicklungszentrum "Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft" (IABG) gegründet. In Manching (Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm) saß zudem die Erprobungsstelle der Luftwaffe, und in Fürstenfeldbruck unterhielt die Bundesluftwaffe rund um den Fliegerhorst eines ihrer Ausbildungs- und Erprobungszentren. In München selbst war die "Zentralstelle für Luftfahrtdokumentation" (ZLDI) ansässig, die den gesamten Wissenspool der Luftfahrt in Deutschland administrierte. Damit war es der Staatsregierung gelungen, die Luftfahrt von der Forschung über die Entwicklung und Erprobung bis zur Produktion und wissenschaftlichen Dokumentation rund um München zu konzentrieren.

Finanzierungsprobleme: Übernahme durch den Bund

In den frühen 1950er Jahren hatte sich der Bund zunächst aus außenpolitischen Gründen aus der Luftfahrt weitgehend herausgehalten und die Länder hatten sich beim Wiederaufbau der Forschung kraftvoll engagiert. In den 1960er Jahren wurde aber rasch deutlich, dass sich die Länder mit dem Ausbau einer international konkurrenzfähigen Forschungsinfrastruktur finanziell übernommen hatten. Mehr und mehr rückte der Bund in den Vordergrund und verknüpfte mit seinem wachsenden Anteil an der Forschungsfinanzierung die Forderung nach einer Effizienzsteigerung durch die Zusammenführung der zahlreichen kleineren Forschungsinstitute in einer Einheitsgesellschaft. Als der Vorstand der "Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt" 1962 nochmals versuchte, sich allein an Nordrhein-Westfalen anzubinden und sich damit aus der wachsenden Abhängigkeit vom Bund zu befreien, scheiterte er. Selbst das einwohnerstärkste deutsche Land war unter seinem dynamischem Forschungs-, Wirtschafts- und Verkehrspolitiker Leo Brandt (1908-1971) nicht mehr in der Lage, die steigenden Kosten für die expandierende Forschung zu schultern. Zudem übernahmen die Forschungseinrichtungen zeitgleich mit der Raumfahrtforschung ein Arbeitsgebiet, das schon aufgrund seiner internationalen Dimensionen dem Kompetenzbereich des Bundes zugeordnet war. Die 1960er Jahre sahen ein letztes, vergebliches Aufbäumen der um ihre Unabhängigkeit ringenden Forschungszentren, die darin von "ihren" jeweiligen Standortländern unterstützt wurden.

Am 1. April 1969 wurde dann über den Weg einer Fusion aller noch verbliebenen Zentren die Einheitsgesellschaft "Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt" (DFVLR) gegründet. Sie verfügte über insgesamt fünf Standorte: neben der Zentrale in Köln-Porz (Nordrhein-Westfalen) saßen ihre Forschungsbereiche in Stuttgart (Baden-Württemberg), Braunschweig (Niedersachsen), Göttingen (Niedersachsen) und Oberpfaffenhofen, mit weiteren Außenstellen in Bonn/Bad-Godesberg (Nordrhein-Westfalen), Trauen (Niedersachsen) und Lampoldshausen (Baden-Württemberg). Die neue Machtverteilung zwischen Bund und Ländern signalisierte die Finanzierung der DFVLR nach dem für die Großforschungseinrichtungen allgemein geltenden Schlüssel 90:10.

Einer der maßgeblichen Architekten der Einheitsgesellschaft war Ludwig Heigl (CSU, 1895-1963), Ministerialdirigent im Wirtschafts- und Verkehrsministerium. Heigl war Kuratoriumsvorsitzender der bereits 1959 gegründeten "Deutschen Gesellschaft für Flugwissenschaften" (DGF), in der sich die zahlreichen Luftfahrtforschungseinrichtungen lose zusammengeschlossen hatten, um ihre Forschungsaktivitäten aufeinander abzustimmen. Aus dieser Position heraus setzte er sich für die rasche Fusion zur DFVLR ein, auch wenn dem das bayerische Interesse an dem möglichst ungeschmälerten Erhalt des Standorts in Oberpfaffenhofen entgegen stand. Der Freistaat aber konnte mit dem Ergebnis der Fusion recht zufrieden sein. Mit einem ab Mitte der 1960er Jahre gebauten neue Bürokomplex sowie dem Aufbau des nationalen Raumfahrtkontrollzentrums "German Space Operation Center" (GSOC), dessen Grundstein Franz Josef Strauß (CSU, 1915-1988, Ministerpräsident 1978-1988) 1967 gelegt hatte, und rund 900 Mitarbeitern verfügte der Standort Oberpfaffenhofen über eine vergleichsweise gute Raum- und Personalausstattung mit zukunftsorientierten Arbeitsfeldern.

Konsolidierung und Fokussierung auf die Raumfahrt ab den 1970er Jahren

Am Anfang der Einheitsgesellschaft stand ein Restrukturierungsprozess, der sich durch die angespannte Finanzlage der öffentlichen Haushalte krisenhaft gestaltete. Erstmals seit 1945 schrumpften in den frühen 1970er Jahren die Etats der Luft- und Raumfahrtforschung. Zeitweise drohte nicht nur die Schließung einzelner Institute, sondern sogar die Auflösung von zwei der insgesamt fünf Standorte der DFVLR. Die Zukunft des bayerischen Standorts stand dabei aber außer Frage. In Oberpfaffenhofen wurde das frühere "Institut für Flugmechanik" formal aufgelöst und zusammen mit dem "Institut für Steuer- und Regeltechnik" in das neu geschaffene "Institut für Dynamik der Flugsysteme" überführt. Als neuer Komplex entstand zudem das Institut für Nachrichtentechnik, das Teile der Institute für Satellitenelektronik sowie für Flugfunk und Mikrowellen aufnahm.

Internationale Weltraumforschung

Im Vordergrund der Aktivitäten standen in den 1970er Jahren die Weltraumforschungsprojekte, an denen die Bundesrepublik beteiligt war. Noch auf das 1962 auf maßgebliche Initiative von Ludwig Bölkow hin initiierte erste deutsche Raumfahrtprogramm ging der Magnetosphärensatellit AZUR zur Untersuchung des Van-Allen-Gürtels, der Polarlichtforschung und der Solarpartikelströme bei Sonneneruptionen zurück. AZUR wurde am 8. November 1969 in Vandenburg (USA) mit einer SCOUT-Rakete gestartet und führte bis zum Ende der Mission am 29. Juni 1970 insgesamt sieben Experimente durch. Ebenfalls mit US-amerikanischer Unterstützung wurden die beiden deutsch-französischen Nachrichtensatelliten SYMPHONIE I und II im Dezember 1974 und August 1975 von Cape Canaveral aus mit Raketen vom Typ THOR-DELTA gestartet. Vollends einer deutsch-amerikanischen Kooperation entsprangen die beiden Sonnensonden HELIOS A und B, die im Dezember 1974 und im Januar 1976 ebenfalls von Cape Canaveral aus ins All geschossen wurden, um vielfältige neue Erkenntnisse über die Auswirkungen des Sonnenwinds auf die Erde zu gewinnen. Diese und die nachfolgenden Missionen wurden deutscherseits vom Raumfahrtkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen aus überwacht.

Stärker noch als zuvor traten ab Mitte der 1970er Jahre in der Raumfahrt die Kooperationsprojekte mit den USA und der "European Space Agency" (ESA) in den Vordergrund, die nicht in den Aufgabenbereich des GSOC fielen. Der Standort Oberpfaffenhofen orientierte sich in der Folge stärker auf die Raumfahrtnutzung, und hier insbesondere auf die Datenverarbeitung im Bereich der Erdbeobachtung. Die Datenverarbeitung wurde im "Deutschen Fernerkundungs-Datenzentrum" (DFD) konzentriert. Weitere institutionelle Reform- und Konsolidierungsmaßnahmen umfassten die Gründung einer neuen Hauptabteilung "Raumflugmissionen", in der die Betriebsaufgaben für Höhenforschungsraketen und Raumfahrtmissionen zusammengeführt wurden, sowie des "Instituts für Optoelektronik", das aus Teilen der Institute für Nachrichtentechnik und für Dynamik der Flugsysteme sowie der Arbeitsgruppe "Extraterrestrische Sensorsysteme" fusioniert wurde.

Erweiterte Forschung

Die Konzentration des Standorts auf die Raumfahrt ließ freilich stets auch Raum für die Entfaltung weiterer Forschungsfelder. Im Bereich der Meteorologie und im sich seit den 1970er Jahren herausbildenden Feld der Umweltforschung war das bereits erwähnte "Institut für Physik der Atmosphäre" tätig. Die im Zuge des Meteosat-Programms der ESA geschaffenen Möglichkeiten, Raumfahrtdaten in der Meteorologie einzusetzen, erschlossen dem Institut neue Forschungsthemen und forcierten zugleich die Vernetzung mit den benachbarten Instituten der Erdbeobachtung. Mit dem meteorologischen Forschungsflugzeug Falcon und dem stationären Wolkenradar LIDAR verfügte das Institut über eine von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft nachgefragte Forschungsinfrastruktur, die im Zuge der Verschärfung der Umwelt- und Klimaproblematik sowie sich häufender Naturkatastrophen intensiv zum Einsatz kam.

Neue Herausforderungen in den 1990er Jahren

Im Jahr 1989 benannte sich die DFVLR in "Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt" (DLR) um. Sie warf damit nicht nur den Ballast ihres zungenbrecherischen Akronyms ab, sondern signalisierte der Politik, dass sie stärker als zuvor bereit war, forschungspolitisch gesetzte Prioritäten wahrzunehmen. Klare Priorität hatte in der bundesdeutschen Raumfahrt spätestens seit Mitte der 1980er Jahre neben der Fernerkundung die bemannte Raumfahrt. Ministerpräsident Franz Josef Strauß signalisierte in einem Akt symbolischer Politik bereits am 5. November 1985 bei einem Besuch in Oberpfaffenhofen, dass der Standort in der bemannten Raumfahrt eine Schlüsselrolle einnehmen solle, als er ein großes Investitionsprogramm zur Förderung der Rolle des Standorts in der europäischen Raumfahrt verkündete. In der Tat machte Oberpfaffenhofen in jenen Tagen weltweit von sich Reden, als das dortige Raumfahrt-Kontrollzentrum die Aufgabe der Koordination und Kontrolle der ersten deutschen Weltraummission mit dem europäischen Weltraumlabor "Spacelab" im amerikanischen Space Shuttle übernahm. Erstmals führte ein Kontrollzentrum außerhalb der USA die Missionskontrolle für einen Space Shuttle-Flug durch.

Auch die Spacelab D2-Mission mit der Space Shuttle-Fähre "Columbia" wurde vom Oberpfaffenhofener Raumfahrt-Kontrollzentrum begleitet. Die DLR hatte dabei den vollen Zugang zu allen Daten und die gesamte Verantwortung für den Nutzlastbetrieb der "Columbia", die auch die deutschen Astronauten Ulrich Walter (geb. 1954) und Hans Schlegel (geb. 1951) an Bord hatte. Zeitgleich entstanden ein neues Kontrollzentrum für die bemannte Raumfahrt und ein Labor für die Simulation von Missionen und Kopplungsmanövern bemannter Raumfahrzeuge. Oberpfaffenhofen bereitete sich damit auf den Betrieb des großen Weltraumlabors "Columbus" vor, den europäischen Beitrag zur "Internationalen Raumstation ISS". Das Columbus-Modul startete am 7. Februar 2008 von Cape Canaveral mit einer Raumfähre zur ISS. Für die gesamte Missionskontrolle war und ist das neu eingerichtete Columbus-Kontrollzentrum verantwortlich. Dessen Mitarbeiter sind Teil des "Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt" (DLR), wie die Einheitsgesellschaft der Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland seit dem Jahr 2000 offiziell heißt.

Mit dem Ende des Kalten Krieges 1989/90 eröffnete sich für die bundesdeutsche und europäische Raumfahrt die Möglichkeit einer Kooperation mit Russland. Bereits 1988, noch vor dem Fall des "Eisernen Vorhangs" und der deutschen Wiedervereinigung, begannen informelle Gespräche mit russischen Raumfahrtunternehmen und -agenturen, die in eine Reihe von gemeinsamen Weltraumforschungs- und Raumfahrtprojekten mündeten. Die deutsch-russische Zusammenarbeit wurde für mehr als ein Jahrzehnt über eine direkte Satellitenübertragungsstrecke zwischen Moskau und Oberpfaffenhofen betrieben. Auch die beiden bemannten Raumflugmissionen EUROMIR 94 und EUROMIR 95 wurden im Auftrag der ESA von Oberpfaffenhofen aus kontrolliert. Die EUROMIR 95-Mission brachte den deutschen Astronauten Thomas Reiter (geb. 1958) zur russischen Raumstation MIR. Reiter erschloss der europäischen Raumfahrt mit einem Aufenthalt von 135 Tagen im All und 40 wissenschaftlichen Experimenten eine neue Dimension und sammelte wichtige Erfahrungen für das spätere COLUMBUS-Programm.

Das DLR und die Luft- und Raumfahrtforschung in Bayern heute (2012)

Noch immer wird die Luft- und Raumfahrtforschung in Bayern zum größten Teil vom Oberpfaffenhofener Forschungszentrum des DLR getragen. Mit rund 1.600 Mitarbeiter zählt es zu den größten Forschungsarealen in Deutschland. Das DLR ist die größte deutsche Forschungseinrichtung aller Fachrichtungen, die als Helmholtz-Zentrum ihrerseits zur "Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren" gehört. Das DLR-Zentrum in Oberpfaffenhofen verfügt zudem über Außenstellen in Weilheim und Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) als Teil des "Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums" (DFD). Neben letzterem und dem DLR Technologiemarketing arbeiten heute folgende Institute in Oberpfaffenhofen:

  • Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme
  • Institut für Methodik der Fernerkundung
  • Institut für Kommunikation und Navigation
  • Institut für Physik der Atmosphäre und
  • Institut für Robotik und Mechatronik

Weitere Arbeitsfelder des DLR

Neben dem Management von Raumfahrtmissionen und dem Bau von Robotern sowohl für den Einsatz im All wie auch auf der Erde verleihen dem Oberpfaffenhofener Zentrum vor allem drei Forschungs- und Technikfelder (Weltraummissionen, Klimaforschung und Erdbeobachtung sowie Satellitennavigation und Robotik) ein international sichtbares Profil:

Das Institut für Kommunikation und Navigation ist intensiv am europäischen Satellitennavigationssystem "Galileo" beteiligt. Galileo soll weltweit Daten zur genauen Positionsbestimmung liefern. Im Unterschied zum US-amerikanischen GPS-System ist es vornehmlich für zivile Zwecke konzipiert und unterliegt daher nicht einer nationalen militärischen Kontrolle. Das Projekt wird in der Endstufe 30 Satelliten umfassen und ein Netz von Bodenempfangsstationen, welche die Satelliten kontrollieren. Das Oberpfaffenhofener Institut unternimmt seit 2002 Messkampagnen und erprobt seit 2008 die Atomuhr an Bord eines Test-Satelliten.

Telekommunikation und Fernsehen, aber auch Meteorologie, Kartographie, Umweltbeobachtung und -überwachung, Landesplanung und Sicherheit sind mittlerweile auf die Nutzung von Weltraumtechnologien angewiesen. Abholzung, Bodendegradation, Gewässerverschmutzung, Klimaveränderung und Treibhauseffekt sind Probleme, zu deren Erfassung und Bewältigung die satellitengestützte Erdbeobachtung wichtige Beiträge leistet. Die Arbeiten des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums und des Instituts für Methodik der Fernerkundung decken ein breites Spektrum an Anwendungen im Bereich der flugzeug- und satellitengestützten Erdbeobachtung ab. Die Anwendungsbereiche umfassen die Fernerkundung der Landoberfläche, die Gewässerfernerkundung und die Fernerkundung der Atmosphäre.

Als im Frühjahr 2010 der isländische Vulkan Eyjafjallajökull ausbrach und die ausgetretene Vulkanasche in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas über Wochen den Luftverkehr beeinträchtigte, unternahm das Forschungsflugzeug Falcon vom 19. April bis zum 3. Mai 2010 insgesamt neun Flüge, um die Vulkanaschekonzentrationen im europäischen Luftraum zu messen. In noch größeren Höhen kann der Forschungs-Jet HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) aufsteigen, der seit 2008 die Forschungsinfrastruktur in Oberpfaffenhofen verstärkt.

Zusammenarbeit mit Universitäten

Neben der außeruniversitären Forschung des DLR steht die universitäre Luft- und Raumfahrtforschung, die in Bayern vor allem an der Technischen Universität München (TUM) und an der Universität der Bundeswehr in München-Neubiberg (UniBwM) konzentriert ist. Um die beiden Forschungslinien noch enger miteinander zu verknüpfen und durch eine konzertierte Forschungs-, Entwicklungs- und Ausbildungsinitiative verbesserte Arbeitsmarktchance für den Nachwuchs der Luft- und Raumfahrtindustrie zu schaffen, wurde jüngst die interuniversitäre Fakultät "Munich Aerospace" geschaffen. Am 9. Juli 2010 in der Luftfahrthalle des Deutschen Museums gegründet, führt sie die Forschungs- und Lehrressourcen der TUM, der UniBwM und des Bauhauses Luftfahrt mit dem DLR zusammen und integriert dieses stärker als je zuvor in die universitären Strukturen Bayerns.

Chronologie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Bayern
1908 Drahtlostelegraphische und Luftelektrische Versuchsstation Gräfelfing (DVG)
1937 Flugfunk-Forschungsinstitut Oberpfaffenhofen (FFO)
1940 Luftfahrt-Forschungsanstalt München (LFM) in Ottobrunn
1944 Verlagerung der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) von Darmstadt nach Ainring
1954 Wiedergründung der DFS in München-Riem; Umbenennung in Flugwissenschaftliche Forschungsanstalt München (FFM) 1960; Verschmelzung mit der DVL-Süd und Verlagerung nach Oberpfaffenhofen 1963
1955 Wiedergründung der FFO am Standort Oberpfaffenhofen als Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt Süd (DVL-Süd)
1968 Fusionierung der bundesdeutschen Luft- und Raumfahrtorganisationen zur Einheitsgesellschaft Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR)
1989 Umbenennung in Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR)
1997 Umbenennung in Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Von den insgesamt 15 Standorten sind Oberpfaffenhofen (1600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter), Köln (1400) Braunschweig (1170), Stuttgart (700) und Göttingen (430) sowohl die größten als auch die traditionsreichsten.

Literatur

  • Theodor Benecke, Die deutsche Luftfahrt. Buchreihe über die Entwicklungsgeschichte der deutschen Luftfahrttechnik, Bonn o. J.
  • Lutz Budraß, Zwischen Unternehmen und Luftwaffe. Die Luftfahrtforschung im "Dritten Reich", in: Helmuth Maier (Hg.), Rüstungsforschung im Nationalsozialismus. Organisation, Mobilisierung und Entgrenzung der Technikwissenschaften, Göttingen 2002, 142-182.
  • Max Dieckmann, Die Münchener Institute für Flugfunkforschung, in: Walte Boje/Karl Stuchtey (Bearb.), Beiträge zur Geschichte der Deutschen Luftfahrtforschung und -technik, Berlin 1941, 395-459.
  • Ernst Heinrich Hirschel/Horst Prem/Gero Madelung, Luftfahrtforschung in Deutschland, Bonn 2001.
  • Ernst Heinrich Hirschel/Horst Prem/Gero Madelung, Aeronautical Research in Germany - from Lilienthal until Today, Berlin/Heidelberg 2004.
  • Niklas Reinke, Geschichte der deutschen Raumfahrtpolitik. Konzepte, Einflußfaktoren und Interdependenzen 1923-2002, München 2004.
  • Franz Schlude, Zum Standort Oberpfaffenhofen, in: Kai-Uwe Schrogl/Bernhard Schmidt-Tedd (Hg.), 35 Jahre Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. Impressionen eines Forschungsunternehmens, Köln 2004, 169-181.
  • Helmuth Trischler/Kai-Uwe Schrogl (Hg.), Ein Jahrhundert im Flug. Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland 1907-2007, Frankfurt am Main/New York 2007.
  • Helmuth Trischler, Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland 1900-1970. Politische Geschichte einer Wissenschaft, Frankfurt am Main/New York 1992.
  • Helmut Schubert, Die Anfänge und das Ende der Luftfahrtforschung bei der DVL in Berlin-Adlershof (Blätter zur Geschichte der deutschen Luft- und Raumfahrt 10), Bonn/Bad Godesberg 1998.

Quellen

  • Helmuth Trischler, Dokumente zur Geschichte der der Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland 1900-1970, Köln 1992.

Weiterführende Recherche

Externe Links

Verwandte Artikel

Flugfunk Forschungsinstitut Oberpfaffenhofen (FFO), Columbus-Kontrollzentrum, DLR-Institut für Physik der Atmosphäre, DLR-Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme, Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums, Institut für Methodik der Fernerkundung, Institut für Kommunikation und Navigation, DLR-Institut für Robotik und Mechatronik

Empfohlene Zitierweise

Helmuth Trischler, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), publiziert am 25.08.2014; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)> (25.02.2018)