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Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

Errichtung des Wirtschaftsministeriums am 24. April 1933. (Gesetz- und Verordnungsblatt für den Freistaat Bayern 1933, S. 117)
Zuständigkeitsbereich des Wirtschaftsministeriums, laut des Geschäftsverteilungsplans der Staatsregierung vom 19. Dezember 1956. (aus: Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt 1956, 436)


1933 eingerichtetes Ministerium, dessen Kernkompetenz die Fragen der Wirtschaft und der Wirtschaftsförderung umfasst. Vorläufer des Wirtschaftsministeriums war das Handelsministerium, das 1928 im Zuge der Verwaltungsvereinfachung dem Außenministerium eingegliedert worden war. Kurz nach der "Machtergreifung" lösten die Nationalsozialisten das "Staatsministerium des Äußern, für Wirtschaft und Arbeit" auf und schufen neben der dem Ministerpräsidenten zugeordneten Staatskanzlei am 24. April 1933 das "Staatsministerium für Wirtschaft". Gebildet wurde das neue Wirtschaftsministerium aus den 1918/19 gegründeten Revolutionsministerien (Handel, Landwirtschaft, Soziale Fürsorge), die 1928/32 aufgehobenen und dem Innen- und Außenministerium als Abteilungen eingegliedert worden waren. Auch unter dem Dach des neuen Ministeriums blieben diese ehemaligen Ministerien als Abteilungen erhalten und behielten weitgehend ihre Selbständigkeit. Die Abteilung "Arbeit und Fürsorge" kam 1943 wieder zum Innenministerium. Beim Kriegsausbruch 1939 wurde beim Wirtschaftsministerium das Bezirkswirtschaftsamt (ab 1941: Landeswirtschaftsamt) für den Wehrkreis VII (Südbayern) eingerichtet, das als Mittelbehörde des Reichswirtschaftsministeriums die Steuerung der gewerblichen Wirtschaft übernahm. Nach dem Ende der NS-Herrschaft 1945 verlor das Wirtschaftsministerium durch die Gründung des Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten weitere Kompetenzen. Gleichzeitig entstand beim Wirtschaftsministerium als zentrale Stelle der Zwangswirtschaft für ganz Bayern das Landeswirtschaftsamt, das 1949 aufgehoben wurde. Nach der Übernahme wichtiger Kompetenzen des aufgelösten Verkehrsministeriums 1952 wurde das Ministerium in "Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr" umbenannt. 1971 gab es bei der Bildung des Kabinetts Goppel III den Bereich Landesplanung (1949 errichtet) an das neu gegründete Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen ab. Anlässlich der Bildung des Kabinetts Stoiber II (27. Oktober 1994) wurde der Aufgabenbereich des Ministeriums um die Förderung der Technologie erweitert. Es erhielt daher den neuen Namen "Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie". Bei der Bildung des Kabinetts Stoiber IV am 14. Oktober 2003 wurde dem Ministerium wieder die Zuständigkeit für die Landesplanung zurückgegeben, weshalb sein Name auf "Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie" erweitert wurde. In der Praxis ist dem offiziellen Namen - wie allen anderen Staatsministerien - das Adjektiv "Bayerisch" vorangestellt.

Staatsminister Partei Lebensdaten Amtszeit Besonderheiten
Eugen Graf von Quadt zu Wykradt und Isny BVP 1887-1940 24. April 1933-27. Juni 1933
Ludwig Siebert NSDAP 1874-1942 28. Juni 1933-28. Februar 1934 beauftragt, gleichzeitig Ministerpräsident
Hermann Esser NSDAP 1900-1981 1. März 1933-23. März 1934
Hans Dauser NSDAP 1877-1969 21. März 1935-28. November 1936 beauftragt
Ludwig Siebert NSDAP 1874-1942 28. November 1936-1. November 1942 gleichzeitig Ministerpräsident
Paul Giesler, NSDAP NSDAP 1895-1945 2. November 1942-28. April 1945 Gleichzeitig Ministerpräsident, seit 21. April 1944 beauftragt, davor seit 16. Juli 1943 Karl Schlumprecht (NSDAP, 1901-1970) mit ständiger Vertretung beauftragt.
Karl Arthur Lange (später CSU) 1881-1947 6. Juni 1945-28. September 1945
Ludwig Erhard parteilos (später CDU) 1897-1977 22. November 1945-16. Dezember 1946
Rudolf Zorn SPD 1893-1966 21. Dezember 1946-20. September 1947
Hanns Seidel CSU 1901-1961 20. September 1947-14. Dezember 1954
Otto Bezold FDP 1899-1984 14. Dezember 1954-16. Dezember 1957
Otto Schedl CSU 1912-1995 16. Oktober 1957-8. Dezember 1970
Anton Jaumann CSU 1927-1994 8. Dezember 1970-3. Juni 1988
Gerold Tandler CSU geb. 1936 14. Juni 1988-19. Oktober 1988
August Richard Lang CSU 1929-2004 19. Oktober 1988-17. Juni 1993
Otto Wiesheu CSU geb. 1944 17. Juni 1993-29. November 2005
Erwin Huber CSU geb. 1946 29. November 2005-16. Oktober 2007
Emilia Müller CSU geb. 1951 16. Oktober 2007- 30. Oktober 2008
Martin Zeil CSU geb. 1956 30. Oktober 2008 - 10. Oktober 2013
Ilse Aigner CSU geb. 1964 10. Oktober 2013 bis 21. März 2018
Franz Josef Pschierer CSU geb. 1956 seit 21. März 2018

Literatur

  • Knut Borchardt, Zur Geschichte des bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Verkehr (Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte 34), Wiesbaden 1987.
  • Paul Erker, "NS-Wirtschaftsaufschwung" in Bayern? Das Siebert-Programm und die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik (1933-1939), in: Hermann Rumschöttel/Walter Ziegler (Hg.), Staat und Gaue in der NS-Zeit. Bayern 1933-1945 (Beihefte der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte B 21), München 2004, 245-294.
  • Helmut Reuther (Hg.), Wirtschaft und Wirtschaftsverwaltung in Bayern, München 1983.
  • Michael Unger, Biogramme, in: Hermann Rumschöttel/Walter Ziegler (Hg.), Staat und Gaue in der NS-Zeit. Bayern 1933-1945 (Beihefte der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte B 21), München 2004, 739-759.
  • Wilhelm Volkert (Hg.), Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980, München 1983, 238-240.
  • Wilhelm Volkert, Die Staats- und Kommunalverwaltung, in: Max Spindler (Begr.)/Alois Schmid (Hg.), Handbuch der bayerischen Geschichte. Vierter Band: Das neue Bayern. Von 1800 bis zur Gegenwart. Zweiter Teilband: Die innere und kulturelle Entwicklung, München 2. Auflage 2007, 72-153, hier 122-125.

Weiterführende Recherche

Externe Links

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Wirtschaftsministerium, Staatsministerium für Wirtschaft, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr, Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie

Empfohlene Zitierweise

Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie> (20.07.2018)