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Cowboy Club München

Das Vereinslogo des Cowboy Clubs München zeigt in der Mitte des hufeisenförmig gestalteten Logos einen Gaucho (südamerikanischer Viehhirte) auf einem bockenden Pferd sitzend. Das Reiten auf einem bockenden Pferd gehört zu den Disziplinen im Rodeo (sog. Saddle Bronc Riding), um 1960. (Foto: Cowboy Club München)
Die drei Gründer des Cowboy Clubs München in typischer Vereinskleidung: Martin Fromberger, Fred Sommer, Hermann Sommer (v.l.n.r.), um 1937. (Foto: Münchner Stadtmuseum, A-2007/146.3)
Im Harlachinger Forst konnten die Indianer die Lebensweise der amerikanischen Ureinwohner nachahmen. Aufnahme um 1931. (Foto: Cowboy Club München)
Das erste eigenständige Vereinsheim, die sog. Club-Ranch, des Cowboy Clubs München befand sich am Müchner Nockherberg. Aufnahme: 1954. (Foto: Cowboy Club München)
Mitglieder des Cowboy Clubs München üben sich auf der Münchner Theresienwiese im Lassodrehen. Aufnahme um 1956. (Foto: Cowboy Club München)
Grundsteinlegung des CCM-Saloons am 22. Juli 1961, u. a. mit Hans Jochen Vogel (SPD, geb. 1926, Oberbürgermeister 1960-1972), Generalmajor John F. R. Seitz, dem Vorsitzenden des CCM Kurt Nöbauer, dem Brigadegeneral Heinz-Michael Koller-Kraus (1909-1993) von der Bundeswehr, Josef Lössl und Lt. Col. Joseph T. Barnes. (Foto: Cowboy Club München)
Teil des Vereinsgeländes (sog. Ranch) des Cowboy Clubs München. Links im Bild ist der "Long Horn Saloon", die Vereinsgaststätte, zu sehen. In der Bildmitte befindet sich der Stall für die drei clubeigenen Pferde. Aufnahme 2016. (Foto: Cowboy Club München)
von Cindy Drexl

Fasziniert durch Wild-West-Shows und Völkerschauen gründeten sich Anfang des 20. Jahrhunderts verschiedene Westernclubs, die sich größtenteils schon bald wieder auflösten. Der 1913 gegründete Cowboy Club München (CCM) gilt deutschlandweit als ältester noch existierender Indianer- und Cowboy-Verein.

Vereinsgeschichte

Die Geschichte des Cowboy Clubs München 1913 e. V. (CCM) begann als "Losverein Wild West". Von der Idee der Auswanderung erfüllt, gründeten am 12. April 1913 Fred Sommer (1888-1958, Erster Vorsitzender des CCM von 1913-1948), der Vater des Kolumnisten Sigi Sommer (1914-1996), dessen Bruder Hermann (1895-1947) und Martin Fromberger (1894-1955) den Verein. Um sich ihr Ziel, die Emigration nach Übersee, zu finanzieren, spielten sie in der Klassenlotterie mit. Sie lernten die englische Sprache und informierten sich über amerikanische Traditionen und Geschichte. Der Erste Weltkrieg beendete ihre Ambitionen einer Auswanderung.

Unter der Ägide von Fred Sommer wurden Kontakte zu Indianern der Zirkusschauen und Händlern in Übersee ausgebaut. Es wurden Cowboyhüte, Lassos und Pferdesättel eingekauft und etwa mit den Sioux aus dem Indianer-Reservat Pine Ridge Reservation in South Dakota (USA) Adlerfedern gegen hirngegerbte Leggings, Halsketten oder Mokassins getauscht. Bei verschiedensten Veranstaltungen zeigten Mitglieder des CCM ihr sportliches Können und stellten das Leben im Wilden Westen dar. Neben Rodeos gegen andere Clubs nahm der Verein bei Faschingsumzügen sowie bei Wildwest- und Wohltätigkeitsveranstaltungen teil oder seine Mitglieder wirkten mit ihren eigenen Kostümen als Komparsen in verschiedenen Filmen mit, so etwa in "Wildwest in Oberbayern" (1951), einem Film von Ferdinand Dörfler (1903-1965). In den 1930er Jahren drehte das Vereinsmitglied "Pecos Kid" mit "Once upon a time" einen eigenen "Isar-Western" in Großhesselohe mit "Momentbildern unserer Indians" (Auszug Club-Chronik).

Während des Nationalsozialismus wurde "der" Indianer zur Verbreitung der "deutschen Haltung" unter den Jugendlichen instrumentalisiert. Neben den Indianerbüchern Karl Mays (1842-1912) entstand eine spezifische NS-Indianerliteratur. Auf Fotografien finden sich in dieser Phase zahlenmäßig mehr "Indianer" als Cowboys. Für den politisch neutralen Club (§ 3 Club-Statuten von 1930) stagnierte in dieser Zeit der Kauf aus und Tausch mit Übersee, so dass der Kontakt zu Vereinen in Deutschland intensiviert wurde. Weiterhin betätigte man sich bei den üblichen Veranstaltungen wie Faschingsumzügen oder Sommerfesten, wie aus der Vereinschronik zu entnehmen ist. Wie schon im Ersten Weltkrieg kam mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs das Clubleben ab 1939 erneut zum Erliegen. In den Nachkriegsjahren wurde der Kontakt zur US-Armee fester Bestandteil des Clublebens; bereits im September 1945 gab der Club für die amerikanischen Soldaten eine kleine Vorführung seines Könnens. Einer der amerikanischen Soldaten professionalisierte gar das indianische Tanzrepertoire des Clubs.

Bevor der CCM 1954 seine erste Ranch im Kronepark am Nockherberg bezog, trainierten seine Mitglieder in den Sommermonaten das Lassodrehen, das Arbeiten mit dem Pferd und das Messerwerfen im Harlachinger Forst. Anfang der 1960er Jahre stellte die Stadt München dem Verein ein Gelände in Thalkirchen zur Verfügung. In Eigenarbeit und mit Unterstützung amerikanischer Soldaten wurde das Gelände für die Zwecke des Vereins umgestaltet. Am 22. Juli 1961 wurde unter Beisein des cowboyhuttragenden Münchner Oberbürgermeisters Hans Jochen Vogel (SPD, geb. 1926, Oberbürgermeister 1960-1972) und dem Lieutenant Colonel der US-Army Charles E. Gilbert (1912-1998) der Grundstein gelegt und passend zum 50-jährigen Jubiläum 1963 eingeweiht.

Nach und nach kamen weitere Gebäude, wie ein Pferdestall sowie eine Handelsstation, die "Green River Station", hinzu. Diese bilden zusammen mit dem an einen Westernfilm erinnernden Saloon die Zentren des Clublebens. Ein eigener Bereich mit Zelten und Tipis sorgt für eine besondere Atmosphäre.

2013 feierte der CCM als ältester deutscher Cowboyverein sein 100-jähriges Bestehen. Das Münchner Stadtmuseum würdigte dieses Jubiläum mit der Sonderausstellung "Sehnsucht nach dem Wilden Westen".

Vereinsstruktur

Seit 1958 ist der Cowboy Club als "e. V." in das Vereinsregister eingetragen. Die Vorstandschaft besteht aus dem Vorsitzenden, dem Manager, dem Kassier, Schriftführer, Sheriff und dem Foreman. Ein Museumswart, Pferdewart und Schützenmeister ergänzen die Verwaltungsebene.

Der CCM ist ein gemeinnütziger Verein und verfolgt neben einem Beitrag zur "Völkerverständigung" die "Förderung der Kunst und Kultur des nordamerikanischen Westens, insbesondere die Geschichte und Lebensart der Indianer und Cowboys" (Club-Statuten), die durch eigene ethnologische Studien der Allgemeinheit etwa durch Vorträge vermittelt werden. Dazu reisen die Mitglieder nach Amerika an historische Orte, besuchen einschlägige Museen und Archive (von Deutschland über England bis in die USA) und betreiben eine intensive Quellen- und Literaturrecherche. Ein eigenes Museum im Saloon des Vereinsgeländes unterstreicht diesen Aspekt. Auf sportlichem Gebiet werden etwa Reiten und Schießen angeboten.

Für den Unterhalt des gepachteten Geländes ist der Verein verantwortlich. Er finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Vermietungen, Spenden und einen Tag der offenen Tür.

Prinzipiell kann jede interessierte Person ab dem 18. Lebensjahr Mitglied werden. Bis 1998 konnten weibliche Personen nur als passive oder Ehrenmitglieder aufgenommen werden. Dieser Paragraph ist inzwischen obsolet und durch das Reiten sind zuletzt mehr Frauen dem Verein beigetreten. Insgesamt hat der Club über 80 Mitglieder aus allen gesellschaftlichen Schichten und Berufsfeldern.

Die Mitgliederentwicklung wurde durch die Bedingungen der Klassenlotterie, durch Umzüge der Vereinsstätten, Kriege und andere Motive beeinflusst. Mit Gründung des Vereins wurde die Mitgliederzahl per Satzung auf 15 Personen begrenzt, dann aufgehoben und in den 1930er Jahren die Obergrenze auf 40 Mitglieder festgesetzt; Frauen als "Gäste" wurden hier nicht mitgezählt, obwohl sie eine wichtige Stütze im Vereinsleben waren. 1945 waren im Verein nurmehr 7 aktive Mitglieder, doch die Anzahl stieg bald rapide auf über 50 Mann. Das Mittel der Mitgliederzahlen liegt seit Jahr(zehnt)en bei 80 Personen, wobei die Zahl der aktiven, die überdies auch artistisch tätig waren, früher höher war. Heute (2018) hat der Club über 80 (aktive wie passive) Mitglieder.

Die Isar-Indianer und -Cowboys

Im CCM schlüpfen die Mitglieder nicht nur in die Rolle der Cowboys, sie können auch Indianer, Mexikaner, Kavalleristen oder Trapper sein. Dabei tragen sie Namen wie "Billy Cherokee", "William Howard", "Enrique Belmonte", "Großer Wille" oder "Janice White".

Die Mitglieder sind angehalten, ihre Outfits möglichst originalgetreu zu gestalten (Authentizität), sich passendes Zubehör zuzulegen und sich über die historischen Lebensgewohnheiten zu informieren. Dazu wird intensives Quellenstudium betrieben, an die historischen Schauplätze gereist und Museumskataloge gewälzt. Als kulturhistorischer Verein tauschen sich die Mitglieder aus, beraten sich bei Einkäufen oder geben sich Tipps bei handwerklichen Arbeiten. Das "Do it yourself", etwa beim Gerben, Nähen oder bei Silber- und Lederarbeiten, ist ein zentraler Aspekt des Clublebens.

Fester Bestandteil im Vereinsleben sind die monatlichen Treffen, bei denen die Mitglieder angehalten sind, in "angemessener Tracht zu erscheinen" (Club-Statuten). Weitere Veranstaltungen wie Filmabende, Näh-Tage oder die von den Mitgliedern erarbeiteten Vorträge bereichern das Clubleben. Reiten, eine Schützengilde sowie eine Square Dance-Gruppe ergänzen das Angebot.

Der Tag der offenen Tür zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen, an dem das eigene Können einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wird. Häufig dient die "Ranch" als Ort für Filmaufnahmen. Auch Vermietungen sind möglich.

Begeisterung am Wilden Westen

Die in den 1830er Jahren beginnende Industrialisierung führte in Deutschland zu sozioökonomischen Problemen wie hoher Arbeitslosigkeit und Massenarmut ("Pauperismus"). Angezogen von der Attraktivität des amerikanischen Arbeitsmarktes, wanderten bis Ende des 19. Jahrhunderts über fünf Millionen Deutsche in die Vereinigten Staaten aus, darunter viele hunderttausend aus Bayern. Allein zwischen 1846 und 1857, in der sog. ersten Welle, stammten von 1,1 Mio. Einwanderern aus Deutschland über 140.000 aus Bayern.

Für die Daheimgebliebenen wurde die Faszination am amerikanischen Kontinent durch Briefe der Ausgewanderten in die Heimat genährt. Ebenso prägten Reiseberichte wie die des Prinzen Maximilian zu Wied-Neuwied (1782-1867) oder der Schriftsteller Charles Sealsfield (eigtl. Carl Anton Postl, 1793-1864), Balduin Möllhausen (1825-1905) oder Friedrich Gerstäcker (1816-1872) das spezifische Bild von der neuen Welt.

1826 wurde mit der Erstübersetzung der Lederstrumpf-Romane von James F. Cooper (1789-1851) der Indianer in die Weltliteratur eingeführt. Coopers Erzählungen gelten als Ursprung der Faszination am amerikanischen Kontinent und wurden von Schriftstellern wie Karl May als Inspirationsquelle herangezogen. May, der trotz anderslautender Selbstaussagen vor der Veröffentlichung seiner Winnetou-Romane (1893) nie in den Vereinigten Staaten gewesen war, hat wie kein anderer nicht nur Heranwachsende vom Wilden Westen begeistert.

Parallel zu den schriftlichen Berichten wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert die Neugierde am "Exotischen" durch Völkerschauen gestillt, bei denen Bewohner fremder Länder zur Schau gestellt wurden. Der Unternehmer Carl Hagenbeck (1844-1918) zeigte etwa 1885 erstmals eine Gruppe von Indianern – eine "Bella Coola"-Gruppe – im Hamburger Zoo. In den folgenden Jahrzehnten sollten etwa 20 Gruppen aus Amerika folgen, wobei insbesondere Sioux-Indianer angeheuert wurden. Auch auf dem Münchner Oktoberfest fand die Zurschaustellung des "Exotischen" bis in die 1930er Jahre und später seinen Platz. Der Münchner Schausteller Carl Gabriel (1857-1931) spezialisierte sich auf die Präsentation von Völkerschauen und organisierte in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Agenten für die durch Deutschland reisenden Gruppen die Station auf der "Wiesn". Daneben präsentierte er zusammen mit Emil Eduard Hammer (1865-1902) "Exotisches" in dem in der Münchner Neuhauser Straße befindlichen Panoptikum. Als sich Gabriel 1909 mit Hagenbeck zusammenschloss, war kurz danach auf dem Oktoberfest eine "Riesenvölkerschau" zu sehen, die sich aus einem Sudanesen-Dorf, einer Sparte "Wildwest" mit Indianern und Cowboys und einigen Arabern zusammensetzte. Um 1910 tourte eine Truppe von ca. 40 Oglala-Sioux mit zehn Cowboys durch Deutschland. Auch Zirkusse wie Sarrasani und Krone warben mit "echten" Indianern. Der CCM nutzte die Chance und nahm Kontakt auf.

Neben den Völkerschauen wurde die Indianer- und Cowboybegeisterung auch durch Wild-West-Shows gestillt. Ein Paradebeispiel stellt die Show "Buffalo Bill's Wild West" von William Frederick Cody (gen. "Buffalo Bill", 1846-1917) dar, dessen Deutschlandtournee am 19. April 1890 auf der Münchner Theresienwiese beginnt.

Die täglich 5.000 Besucher anziehende Schau verlief immer nach demselben Muster. Nach dem Einzug der gesamten Gruppe in die Arena wurden u. a. ein Pferderennen, diverse Reit- und Lasso-Künste, der Pony-Express, ein Angriff auf einen Siedlertreck durch Indianer, eine Büffeljagd und Indianertänze präsentiert. Regelmäßiger Höhepunkt waren die Schießkünste von Annie Oakley (1860-1926) und der Angriff auf die Postkutsche "Deadwood Stagecoach" (auch: "Deadwood Mail Coach"), die in letzter Sekunde von "Buffalo Bill" gerettet wurde. Dem bereits zu Lebzeiten als Legende apostrophierten "Buffalo Bill" gelang es, seine eigenen Erfahrungen zu inszenieren. Er gilt als der Mann, der den Mythos Wilder Westen nach Deutschland brachte und den Mythos Cowboy begründete. Seine Schau blieb für München und andere Städte nicht folgenlos. Nicht nur gehören seither Szenen aus dem Wilden Westen in das Zirkusprogramm, auch wurde für Kinder das "Cowboy und Indianer"-Spielen populär und es gründeten sich in München Vereine wie die "Gesellschaft Buffalo Bill Wild West" (1890).

Momentaufnahme aus dem Clubleben 2017: Bürgerkriegsveteranen, Cowboys und Damen vor der "Green River Station", einem Gebäude auf dem Clubgelände. (Foto: Stefanie Haas, Oberschleißheim)
Innenaufnahme des Vereinsheims "Long Horn Saloon". Dort befindet sich auch ein clubeigenes Museum. In ihm werden die Geschichte des Clubs, die clubeigene Sammlung indianischer und mexikanischer Artefakte sowie historische Informationen zu Cowboys und Buffalo Bill gezeigt (im Hintergrund des Bildes). Aufnahme 2018. (Foto: Florian Gantert, Cowboy Club München)

Der CCM in der Szene

Für viele andere Cowboy- und Indianervereine hatte der CCM Vorbildfunktion – gerade wegen seines völkerkundlich-sportlichen Programms, aber auch aufgrund seiner besonderen Infrastruktur mit eigener Ranch, Saloon, Pferden und seinen vielen Mitgliedern. Das Streben nach Authentizität und Perfektion sowie eine starke Ethnologisierung des Freizeitvergnügens wurden zentrales Element für viele Clubs.

Allein in München gründeten sich ab den 1950er Jahren u. a. die "Texas Boys", die "Colorado Boys" und der "Westernclub Alamo". In der bayerischen Landeshauptstadt gibt es bis heute (2018) sechs Westernvereine. Auch in Bayern gibt es eine Vielzahl an Cowboy-, Indianer- und Westernvereinen wie etwa in Freising, Kempten, Nürnberg oder Regensburg.

Weitere frühe Vereine waren die Freiburger Vereine "Cowboy Club Buffalo" (1919) und "Wild West" (1921) sowie der 1930 in Dresden gegründete "Indian- und Cowboyclub Manitou". Der Austausch und die alljährlichen Begegnungen mündeten in die ersten "Indian Councils", deren Grundstein 1951 gelegt wurde, als der erste Vorstand des "Indianer Club Karlsruhe 1948 e. V." den CCM sowie den "Wild-West-Club Freiburg" zu sich einlud. Da im Laufe der Jahre die Anzahl der Vereine anstieg, wurde 1969 unter Mitwirkung des damaligen CCM-Mitglieds Max Oliv (geb. 1930) der "Western Bund e. V." als Dachverband gegründet.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit dürfen nur Vereine teilnehmen, die Mitglied des "Western Bundes" sind. Neben dem Austausch und dem Lagerleben finden u. a. Rodeos, Pow Wows (Zusammenkünfte mit indianischen Tänzen) und ein "Deckenhandel" (Flohmarkt) statt. Die "Councils" gelten bzw. galten als Höhepunkt im Veranstaltungsjahr der Vereine. Als 1984 das ehemalige CCM-Mitglied Heinrich "Heinz" J. Bründl (geb. 1948) das legendäre "Indian Council" in Ising (Lkr. Traunstein) am Chiemsee ausrichtete, nahmen 2.200 Hobbyisten teil. Zuletzt waren es etwa 600. Heute (2018) sind etwa 100 Cowboy-, Kavalleristen- und Indianervereine im "Western Bund" vertreten.

Wichtige (Ehren-)Mitglieder

  • Fred Sommer (1888-1958): Durch sein Engagement wurde "Häuptling Abendwind", wie ihn sein Sohn Sigi bezeichnete, zur treibenden Kraft des Vereins und das Reiten zur Pflicht für die Cowboys.
  • Max Oliv (geb. 1930): Viele Jahre lang in der Vorstandschaft des CCM tätig. Er gilt als Experte zum Thema Indianer und gelangte als Maler indianischer Sujets zu Berühmtheit. Er gilt als Indianerexperte und war von 1969 bis 1995 Erster Vorsitzender des "Western Bundes".
  • Heinrich "Heinz" J. Bründl (geb. 1948): Langjähriges Mitglied im CCM, der aufgrund seines Hobbys den Beruf wechselte und mit dem Verkauf von indianischen Artikeln in der "Hudson Bay Indian Trading Post" eine Marktlücke entdeckte. 1987 gründete er die Westernstadt "No Name City" in Poing bei München. Im Laufe der Zeit baute Bründl eine der bedeutendsten und umfangreichsten Sammlungen zum Wilden Westen auf.
  • Christian Ude (SPD, geb. 1947; Münchner Oberbürgermeister 1993-2014): Der damalige Oberbürgermeister eröffnete 2013 die Jubiläumsausstellung und erinnerte an seine Begegnung mit Fred Sommer. Ehrenmitglied "Rote Feder".
  • Dr. Isabella Fehle (geb. 1954; seit 2010 Direktorin des Münchner Stadtmuseums): Die Direktorin des Münchner Stadtmuseums wurde anlässlich der feierlichen Übergabe der Sommerschen Federhaube 2018 als "Guardian of the war bonnet" zum Ehrenmitglied ernannt.

Literatur

  • Helmut Bauer, Non plus Ultra! Circus - Kunst – München (Katalog zur Ausstellung im Münchner Stadtmuseum), München 2009.
  • Florian Dering/Ursula Eymold, Das Oktoberfest 1810-2010 (Katalog zur Ausstellung im Münchner Stadtmuseum), München 2010.
  • Anne Dreesbach, "Neu! Grösste Sehenswürdigkeit! Neu! Zum ersten Male in München!" Exotisches auf dem Münchner Oktoberfest zwischen 1890 und 1911, in: Anne Dreesbach/Helmut Zedelmaier (Hg.), "Gleich hinterm Hofbräuhaus waschechte Amazonen". Exotik in München um 1900, München 2003, 9-33.
  • Cindy Drexl, Sehnsucht nach dem Wilden Westen. 100 Jahre Münchner Cowboy Club (Katalog zur Ausstellung im Münchner Stadtmuseum), München 2013.
  • Margot Hamm/Michael Henker/Evamaria Brockhoff, Good Bye Bayern, Grüß Gott America. Auswanderung aus Bayern nach Amerika seit 1683 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 48/04), Augsburg 2004.
  • Katinka Kocks, Indianer im Kaiserreich. Völkerschauen und Wild West Shows zwischen 1890 und 1914 (Studien und Quellen zur Geschichte der Vergnügungskultur 7), Gerolzhofen 2004.
  • Pamela Kort/Max Hollein, I like America. Fiktionen des Wilden Westens. Katalog zur Ausstellung in der Schirn Kunsthalle Frankfurt, München 2006.
  • Sibylle Spiegel, Buffalo Bill's Wild West in München. Eine Veranstaltung von "höherem wissenschaftlichen Interesse" (Studien und Quellen zur Geschichte der Vergnügungskultur 5), Gerolzhofen 2002.
  • Gabriele Wilczek, Volkskultur aus fremder Hand. Indianer- und Westernhobby in Deutschland zwischen Amerikanisierung, "Anti-Imperialismus" und popularisierter Ethnologie, Diss. Freiburg im Breisgau 1997.

Quellen

  • Cowboy Club München, Statuten, nicht veröffentlicht, München 1930.
  • Cowboy Club München, Vereins-Satzung, nicht veröffentlicht, München 1998.
  • Anna Hoben, Der Cowboy-Club lässt Federn, in: Süddeutsche Zeitung, 12.04.2018, R 5.
  • Siegfried Sommer, Als Häuptling Abendwind die Großmutter fesselte…Siegfried Sommer zum 70jährigen Bestehen des Münchner Cowboy-Clubs, in: AZ München, 19./20.11.1983, 18.

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Weiterführende Recherche

Empfohlene Zitierweise

Cindy Drexl, Cowboy Club München, publiziert am 12.09.2018; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Cowboy_Club_München> (18.11.2018)