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Parsberg, Herrschaft

Aus Historisches Lexikon Bayerns

Totenschild von Werner (1) von Parsberg aus der Lorenzkirche in Nürnberg. Er war 1442-1455 Schultheiß von Nürnberg. (Fotografie: Eckard Fruhmann)
Rechte und Besitzungen der Parsberger im Spätmittelalter. (aus: Jehle, Parsberg, 363, Skizze 11)
Stadt und Burg Parsberg um 1950. (aus: Spitzner, Parsberger Chronik, nach S. 64)
Burg Parsberg, 1205 erstmals erwähnt. (Foto: Burg-Museum Parsberg)
Burg und Stadt Parsberg. Die dominante Pfarrkirche wurde 1923-29 erbaut, der „Schönborn“-Kirchturm 1736-38. (Foto: Burg-Museum Parsberg)
Epitaph des Ritters Hans (2) von Parsberg (gest. 1469) in der Pfarrkirche von Parsberg. Er war der Stifter der Pfarrei Parsberg (1444) und wahrscheinlich Erbauer einer ersten Pfarrkirche (um 1459). (Foto: Pfarrei St. Andreas Parsberg)
Epitaph für Christoph (1) von Parsberg zu Lupburg (gest.1462) in der Lupburger Pfarrkirche. Christoph stand in Diensten verschiedener Herren: des Bischofs von Regensburg, der Wittelsbacher Herzöge und des Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. 1439 ging er als Kammermeister mit Pfalzgraf Christoph von Neumarkt (reg. als König 1440-1448) nach Dänemark, kehrte aber nach knapp zehn Jahren wieder zurück. 1454-57 war er Landeshauptmann von Niederbayern. (Foto: Herwig Menner)
Farbig gefasster Grabstein Haugs (2) von Parsberg (gest. 1554), Reichsschultheiß von Nürnberg 1548-1554. Er stand auch in Diensten der Herzöge von Pfalz-Neuburg und hat Wien 1529 mit gegen die Osmanen verteidigt. (Foto: Pfarrei St. Andreas Parsberg)
Burg und Markt Parsberg auf einer Ansicht von Johann Georg Hämmerl d. J. (1770-1838) aus Kallmünz, um 1801. (Museen der Stadt Regensburg - Historisches Museum, HV 122)
Burg und Stadt Parsberg mit Umland, um 1600. Ausschnitt aus der Landesaufnahme des evangelischen Pfarrers Christoph Vogel (1554-1608) und des Zeichners Matthäus Stang (1560-1620). Angefertigt im Auftrag des Pfalzgrafen Philipp Ludwig. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plansammlung 3597)
Karte der Herrschaft Lupburg (Lkr. Neumarkt i.d.OPf.) in der Nachbarschaft von Parsberg um 1600, angefertigt von Christoph Vogel und Matthäus Stang. 1572 erwarb Pfalz-Neuburg die Herrschaft von den Herren von Parsberg. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Plansammlung 3597)

von Eckhard Fruhmann und Manfred Jehle

Adelsherrschaft ca. 40 km nordwestlich von Regensburg mit der Burg Parsberg als Zentrum. Als Dienstleute der Wittelsbacher bauten die Herren von Parsberg seit dem frühen 13. Jahrhundert einen eigenen Herrschaftsbereich auf. Ihre größte Bedeutung für die Wittelsbacher erlangten sie im 15. Jahrhundert, z.B. unter Pfalzgraf Christoph, der 1440-1448 die Krone Dänemarks, Schwedens und Norwegens trug. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg wurden die Herren von Parsberg 1505 mit Teilen ihrer nicht in der Herrschaft Parsberg liegenden Besitztümer Landsassen des neu gegründeten Fürstentums Pfalz-Neuburg. Spätestens ab 1407 nachweisbar mit Regalrechten belehnt, waren die Parsberger seit der Mitte des 16. Jahrhunderts in ständige Auseinandersetzungen mit Pfalz-Neuburg um den Erhalt ihrer Reichsunmittelbarkeit gezwungen. Die damit verbundenen langwierigen und kostspieligen rechtlichen Auseinandersetzungen führten im frühen 18. Jahrhundert in den wirtschaftlichen Ruin. Nach dem Tod des letzten männlichen Parsbergers 1730 ging die Herrschaft als Reichslehen an die Reichsgrafen von Schönborn über, die mit Pfalz-Neuburg einen Ausgleich erzielten. 1792 kaufte Karl Theodor von der Pfalz, Kurfürst von Bayern 1777-1799, die Reichsherrschaft. Mit der Mediatisierung 1803 wurde sie auch rechtlich bayerisch.

Burg Parsberg

Die Burg Parsberg (Lkr. Neumarkt i.d.OPf.) an der Schwarzen Laber nordwestlich von Regensburg wird erstmals 1205 genannt. Herzog Ludwig I. von Bayern (reg. 1183–1231) und Bischof Konrad IV. von Regensburg (reg. 1204-1226) einigten sich über die strittigen Teile der Hinterlassenschaft der Burggrafen von Regensburg. Zu den burggräflichen Ministerialensitzen in der Umgebung Regensburgs zählte die Burg "Bartesberch", die entsprechend dem Vertrag von 1205 im Besitz des Wittelsbachers verbleiben sollte. Die Bestätigungen dieses Vertrags 1213 und 1224 unterstreichen die Bedeutung der Burg in der Region an der Schwarzen Laber nordwestlich von Regensburg. Auf der ehemals burggräflichen Festung Parsberg setzten die Herzöge Ministerialen ein, die aus der alten burggräflichen Dienstmannschaft im bisherigen bischöflichen und burggräflichen Zentralort Beratzhausen (Lkr. Regensburg) kamen.

Die Herkunft der Parsberger

Einen Hinweis auf die Herkunft der Parsberger gibt das Familienmitglied Bischof Friedrich II. von Eichstätt (reg. 1237–1246). Er wurde noch von seinen Zeitgenossen nach Beratzhausen benannt, vom Eichstätter Domherrn Konrad von Kastl und dem bischöflichen Notar Thomas um 1300 in der Fortsetzung des Pontificale Gundekarianum dann allerdings als Parsberger bezeichnet. Wahrscheinlich ist Friedrich in jungen Jahren aus Beratzhausen nach Eichstätt gekommen. Seine Angehörigen dürften als ehemalige Ministerialen der Burggrafen von Regensburg vom bayerischen Herzog nach Parsberg geholt worden sein. Am 30. November 1224 trat mit Hainricus de Bartisperc erstmals ein Parsberger auf, der zu den herzoglichen Ministerialen zählte. Die nächste Nennung eines Parsbergers erfolgte 1238. Cunradus de Parsperc trat im Anschluss an Eichstätter Ministerialen als Zeuge auf, als ein Eichstätter Domherr und der Propst von Berchtesgaden einen Vertrag schlossen.

Das Wappen

Das Wappen war waagrecht geteilt und der untere Teil halbgespalten. In allen Darstellungen auf Epitaphen, Siegeln und in Wappenbüchern wie z.B. in Konrad Grünenbergs (1442-1494) Wappenbuch aus dem Jahr 1480 (Bay. Staatsbibliothek, Cod, germ. 145 fol. 301r) ist der obere Teil rot, links schwarz, rechts silbern. Einzig die Darstellung im Scheiblerschen Wappenbuch (Bay. Staatsbibliothek, Cod. icon. 312c) ist anders (und sicher falsch). Auf dem Helm findet sich gewöhnlich ein Spitzhut oder eine Pelzhaube, darauf ein Knopf mit unterschiedlichen Verzierungen.

Aufstieg der Familie in Diensten der Wittelsbacher

Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts treten die Parsberger in ununterbrochener Reihe als Dienstleute der Herzöge von Bayern und der wittelsbachischen Pfalzgrafen auf. Das älteste Eichstätter Lehenbuch, angelegt 1351, nennt die Parsberger unter den homines ducis Bawariae. Den Höhepunkt erreichte der Dienst für die Wittelsbacher, als Pfalzgraf Christoph die Krone Dänemarks, Schwedens und Norwegens erhielt (reg. 1440-1448). Zusammen mit anderen Adeligen aus der Oberen Pfalz begleitete ihn Werner (2) von Parsberg (gest. 1484) nach Dänemark. Von Werner (2) nahm eine dänische Linie der Familie ihren Ursprung. Die Regierung der Oberpfalz übertrug Pfalzgraf Christoph nach dem Tod seines Vaters Johann von Neumarkt (reg. 1410-1443) an Hans (2) von Parsberg und Martin von Wildenstein (gest. 1466), der mit den Parsbergern verwandt war. In den Diensten der Herzöge und Pfalzgrafen, als Pfleger in vielen Orten in Altbayern, als Landrichter in Auerbach (Lkr. Amberg-Sulzbach), Burglengenfeld (Lkr. Schwandorf), Hirschberg (Lkr. Eichstätt), Riedenburg (Lkr. Kelheim), Sulzbach und Waldeck/Kemnath (Lkr. Tirschenreuth), als Viztume in Rott/Inn (Lkr. Rosenheim), München, Burglengenfeld, Straubing und Schultheißen von Nürnberg und Neumarkt erwarben sich die Parsberger im 14./15./16. Jahrhundert ein großes Vermögen.

Erwerbungen

Im Jahre 1312 erwarb Dietrich (1) von Parsberg die Burg Leoneck (Löweneck) im unteren Tal der Naab. Zur Burg gehörten die Dörfer Penk und Etterzhausen (Lkr. Regensburg). Die Parsberger verkauften 1323 dem Kloster Pielenhofen (Lkr. Regensburg) die bereits 1315/16 zerstörte Burg Leoneck und das Dorf Penk. Dorf und Hofmark Etterzhausen einschließlich Urfahr über die Naab hielten sie bis 1578 in ihrem Besitz. 1327 verkaufte Dietrich (2) von Parsberg Zoll und Geleit zu Eger an den Landgrafen Ulrich von Leuchtenberg (1293-1334).

Eine bedeutende Erwerbung war die Herrschaft Lupburg (Lkr. Neumarkt i.d.OPf.) in der unmittelbaren Nachbarschaft von Parsberg. Sie gelangte vor 1392 als Pfand von den bayerischen Herzögen an Hans (1) von Parsberg (gest. 1398). Im Zuge des Kölner Schiedsspruchs von 1505 nach dem Landshuter Erbfolgekrieg betrachteten die Herzöge des neu errichteten Fürstentums Pfalz-Neuburg die Herrschaft Lupburg als ihr Landsassengut, obwohl es im Kölner Spruch nicht explizit erwähnt wurde und nicht zu den Herrschaften Burglengenfeld, Velburg (Lkr. Neumarkt i.d.OPf.), Hemau oder Kallmünz (beide Lkr. Regensburg) gehörte – ebenso wenig wie die reichsunmittelbare Herrschaft Parsberg. 1572 löste Pfalz-Neuburg das Pfand Lupburg ein und errichtete dort unverzüglich ein Pflegamt. 1574 wurde auch die benachbarte Herrschaft Velburg nach dem Tod Georg Hektor Wiesbecks ein pfalz-neuburgisches Amt. Die Herrschaft Parsberg war damit von Pfalz-Neuburger Besitz umgeben. Es folgten 180 Jahre ständige Auseinandersetzung um die Reichsunmittelbarkeit der Herrschaft Parsberg.

Zu den reichsten Erwerbungen gehörten die Lehen der Schenken von Reicheneck, die 1411 ohne männliche Nachkommen ausstarben. Einer der Erben war Werner (1) von Parsberg, der die Eichstätter Lehen der Schenken 1414, die Bamberger Lehen 1448 erhielt. Dieser Lehen wegen wurde auf der Burg Parsberg eine Lehenpropstei mit einer Schreibstube eingerichtet, in der auch Abschriften des 1331 angelegten Lehenbuchs angefertigt wurden.

Die kaiserlichen Belehnungen

Ab 1407 liegt eine lückenlose Reihe von kaiserlichen Lehenurkunden vor, die das Hochgericht, das Geleitrecht und den Wildbann als unmittelbare Reichslehen bestätigten. Ein früherer Lehenbrief Kaiser Ludwigs des Bayern (reg. 1314-1347, seit 1328 als Kaiser) aus dem Jahr 1326 für Dietrich (2) von Parsberg ist hingegen eine Fälschung. Tatsächlich schuf schon die gefälschte Lehenurkunde kein neues Recht, sondern fasste nur zusammen, welche Rechte die Parsberger bereits seit langer Zeit unwidersprochen ausübten. Deshalb scheinen im 14. und 15. Jahrhundert auch keine Zweifel an der Echtheit dieser Fälschung entstanden zu sein. 1390 bestätigten ihnen die bayerischen Herzöge Stephan III. (reg. 1375-1413), Friedrich (reg. 1375-1393) und Johann II. (reg. 1375-1397) ihre Rechte an Halsgericht, Geleit und Wildbann. Auf dieser Grundlage stand dann der Erteilung des ersten echten kaiserlichen Lehenbriefs 1407 nichts mehr im Wege. Im Gegensatz zu den Stauffern von Ehrenfels (1465 von Kaiser Friedrich III.) ist von einer formalen Erhebung der Parsberger in den Freiherrenstand nichts bekannt. Es bestand vermutlich kein Zweifel daran, dass sie „reichsfreie Herrn“ waren. Dietrich (1) von Parsberg siegelte bereits 1298 „freiherrn-rot“. Ende des 17. Jahrhunderts und Anfang des 18. Jahrhunderts bezeichneten sich die Parsberger selbst als „Freiherrn von und zu Parsberg“ und wurden zu dieser Zeit auch so adressiert.

Ausbau der Herrschaftsrechte

Im engeren Herrschaftsbereich um Parsberg und Lupburg begann die Familie schon seit dem Beginn des 15. Jahrhunderts, Dorfherrschaften und Patronatsrechte der Kirchen an sich zu bringen, um ihre obrigkeitlichen Befugnisse zu verdichten. 1422 erwarb Hans (2) von Parsberg das Patronatsrecht der Pfarrei in See (Lkr. Neumarkt i.d.OPf.), zu der ursprünglich auch die beiden Herrschaftsmittelpunkte Parsberg und Lupburg gehörten.

Der Herrschaftsmittelpunkt Parsberg hatte kein förmlich verliehenes Marktrecht. Er diente jedoch mit Pfarrkirche (nach 1444), Getreidekasten und Lehenpropstamt auch ohne formale Markterhebung – dazu sahen die reichsfreien Herrn von Parsberg vermutlich keinerlei Notwendigkeit – als Markt- und Wirtschaftszentrum.

Zur Herrschaft Parsberg gehörten das Pfarrdorf Darshofen (Lkr. Neumarkt i.d.OPf.), vier Kirchdörfer, zwei weitere Dörfer, zwei Weiler, zwei Einödhöfe und vier Mühlen. Nur zusammen mit der Herrschaft Lupburg ergab sich für die Parsberger ein Herrschaftsgebiet, dessen Umfang mit den benachbarten Adelsherrschaften Ehrenfels, Hohenfels (Lkr. Neumarkt i.d.OPf.) oder Laaber (Lkr. Regensburg) vergleichbar war. Die Nord-Süd-Ausdehnung der Kernherrschaft Parsberg betrug 4 km, die Ost-West-Ausdehnung 10 km.

Die Linien der Parsberger Ritter zu Lupburg, in Lothringen, Dänemark, Nordfrankreich und Belgien

Spätestens seit 1392 war die Herrschaft Lupburg an Hans (1) von Parsberg verpfändet. Nach dem Tod von Hans (1) folgten in Lupburg Werner (1) (gest. 1460) und Christoph (1) (gest. 1462). Während Werners Sohn Werner (2) mit dem Pfalzgrafen Christoph nach Dänemark ging, folgten Friedrich (5) (gest. nach 1493) und Georg (2) (gest. 1509) in der Herrschaft Lupburg. Der letzte Angehörige der Lupburger Linie war Georg (4) (gest. 1552). Er verkaufte Lupburg vermutlich aus finanziellen Gründen 1540/41 an Haug (2) (gest. 1554), was die Herrschaft zunächst wieder mit Parsberg vereinigte. Bereits um 1530 begann Pfalz-Neuburg, auf Einlösung der Lupburger Pfandschaft zu drängen. Dies zog sich jedoch aufgrund rechtlicher Klärungsversuche zu von beiden Parteien erhobenen Ansprüchen bis ins Jahr 1572, in dem Haugs Witwe Katharina von Trugenhofen Lupburg letztlich herausgeben musste.

Konrad (4) von Parsberg (genannt 1429, in Lothringen ab 1432, †1438/39), Sohn von Hans (1) (gest. 1398), war Hofmeister der Herzogin Margarete von Lothringen (1376–1434), Tochter des Pfalzgrafen (seit 1398) und Königs Ruprecht (reg. 1400-1410). Sie wurde 1393 mit Herzog Karl II. dem Kühnen (≈1365-1431) von Lothringen verheiratet. Wann Konrad und ein Bruder Hans („der lothringische Hans“; genannt ab 1424, †nach 1454) nach Lothringen kamen, ist bisher nicht feststellbar. Konrad gehörte 1434 zu den Testamentsvollstreckern der Herzogin. Hans, der zwischen 1455 und 1464 verstarb, hatte einen Sohn mit Namen Huart, 1464 genannt. Konrad hatte einen Sohn mit Namen Erard, der 1457 und 1475 genannt ist und mit Jeanne de Joinville verheiratet war. Erard gehörte 1473 zu den 84 lothringischen Adeligen, die den Vertrag zwischen Herzog René II. von Lothringen (reg. 1473-1508) und Herzog Karl dem Kühnen von Burgund (reg. 1467-1477) bestätigten. Zu dieser Zeit besaßen die Parspergaire, wie sie in Lothringen genannt wurden, ein Sechstel der bedeutenden Herrschaft Pulligny, ein Viertel von Autrey und andere Güter bei Nancy. Erards Sohn André (gest. vor 1532), wird mit einem illegitimen Sohn namens Paris erwähnt; andere Nachkommen von André Parspergaire werden nicht genannt. Erards Tochter Madelaine (genannt 1496) heiratete den herzoglichen Hauptmann der Garde zu Fuß, Jeannot de Bidos (gest. 1509). Aus dieser Ehe gingen anscheinend keine Nachkommen hervor. Erhalten sind Glasfenster (auch mit Portraits) in Kirchen in Pulligny und Pont-Saint-Vincent, die von Madelaine und Jeannot de Bidos gestiftet wurden. Der Anteil der Parsberger an der Herrschaft Pulligny behielt seine Bezeichnung "le sixième de Parspergaire" bis ins 18. Jahrhundert, als er in den Besitz der Fürsten von Salm gelangt war. Der lothringische Familienzweig ist definitiv erloschen..

Werner (2) von Parsberg (gest. 1484 in Holbæk/Dänemark) und sein sein Onkel Christoph (1) (gest. 1462) folgten 1439 dem Pfalzgrafen Christoph III. von Pfalz-Neumarkt nach Dänemark. Der Wittelsbacher Christoph war der Sohn der Schwester von König Erich von Dänemark (reg. 1412-1439, gekrönt bereits 1397), der vom Reichsrat abgesetzt worden war. Christoph wurde 1440 zum König gewählt. Während Christoph von Parsberg 1448 wieder in die Oberpfalz heimkehrte und Statthalter in Cham, Viztum zu Straubing und 1460 Rat Herzog Ludwigs IX. „des Reichen“ (reg. 1450-1479) wurde, blieb Werner (2) in Dänemark und begründete die dänische Linie. Ein Nachkomme Werners, Christoffer von Parsberg, wurde 1671 in den Grafenstand erhoben. Die adelige dänische Linie ist mit Rittmeister Johann Rantzow von Parsberg 1730 im Mannesstamm erloschen. 2010 hat sich jedoch gezeigt, dass es zahlreiche lebende Nachkommen von Verner Christensen Parsberg (1721-1807), einem illegitimen Sohn von Christian von Parsberg zu Lynderup und Eskjaer (1649- nach 1721), in Dänemark und den USA gibt.

Der Besuch von Charles de Partz, Vicomte de Courtray, in Parsberg, dem am Stammsitz seiner Vorfahren, am 3. Juli 1950 machte klar: Es gab bzw. gibt Nachfahren der Parsberger Ritter in Nordfrankreich (Artois) und in Belgien. Entgegen verschiedenen Spekulationen stammen diese Nachfahren aber weder von den lothringischen Parspergaire noch von der dänischen Linie ab. Französische Quellen berichten, dass die Vorfahren der Familie de Partz im 14. Jahrhundert mit den deutschen Kaisern gekämpft und sich dann im Artois niedergelassen hätten. Dies weist auf Kaiser Ludwig IV. „den Bayern“ hin, der 1337 im 100jährigen Krieg zwischen England und Frankreich vom Hennegau aus zugunsten König Edwards III. von England (reg. 1327-1377) kriegerisch interveniert hatte. Dies ist die Zeit von Dietrich (1) und Dietrich (2) von Parsberg und deren Brüdern, die lange im Dienst der Wittelsbacher Herzöge standen. Die Familienverhältnisse zu jener Zeit sind unklar, so dass bisher nicht festgestellt werden konnte, auf welche Parsberger die französisch-belgische Linie konkret zurückzuführen ist. Erster greifbarer Vertreter im Artois ist Jean de Partz, der um 1470 Jeanne de La Diennée heiratete. Sein Nachfahre François-Joseph de Partz de Pressy (1669-1756) wurde 1712 vom „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. von Frankreich (reg. 1643-1715) zum Marquis d‘ Equirre erhoben. Die Familie der Marquis d‘ Equirre erlosch im männlichen Stamm 1974 mit Jean Paul Comte de Partz de Pressy (1890-1974). Marc Antoine de Partz de Pressy (1630-1672), Onkel des o.a. ersten Marquis d‘ Equirre, heiratete 1653 Catherine de Hembize und ließ sich in Grammont (Gerhartsbergen/Ostflandern) nieder. Einer seiner Enkel wurde 1730 von der Statthalterin der habsburgischen Niederlande, Erzherzogin Maria Elisabeth von Österreich (1680-1741), in den erblichen Grafenstand ("Vicomte de Courtray") erhoben. Zahlreiche Mitglieder der Familie de Partz de Courtray leben zu BEginn des 21. Jahrhunderts im Raum Brüssel.

Bedeutende Angehörige der Parsberger Familie

Aus den Reihen der Parsberger kamen drei Bischöfe und mehrere bedeutende Prälaten der Domkapitel in Eichstätt und Regensburg. Bischof Friedrich II. von Eichstätt (1237–1246) begegnet bereits zu der Zeit, als die ehemals burggräflichen Ministerialen in Beratzhausen nach Parsberg wechselten. In Regensburg wurde der im Laufe seiner Amtstätigkeit oft umstrittene Friedrich (4) von Parsberg (reg. 1437-1449), einer der Söhne von Hans (1), 1437 zum Bischof gewählt. Besonders die Reformen des kirchlichen Lebens und die Stärkung der geistlichen und weltlichen Autorität der Bischöfe machte er zu seinem Anliegen. Das brachte ihn in Gegensatz zum Domkapitel und zur Regensburger Bürgerschaft. Friedrichs Neffe Heinrich IV. von Absberg – seine Mutter war Elsbeth von Parsberg, Tochter von Hans (1) – übte das Amt des Bischofs von Regensburg von 1465 bis 1492 aus.

Ein weiterer bedeutender Parsberger Vertreter in der kirchlichen Hierarchie, zugleich mit engen Verbindungen zur herzoglichen Verwaltung in Oberbayern, war Konrad (2) (gest. nach 1316), Sohn von Konrad (1) (gest. nach 1275). 1292 bis 1316 war er Domdekan in Regensburg. In dieser Funktion diente er zugleich als Kaplan der oberbayerischen Herzöge. Schon seit 1283 hatte er Herzog Ludwig II. (reg. 1253-1294) von Oberbayern außerdem als Notar gedient; unter dessen Söhnen Rudolf I. (reg. 1294-1317) und Ludwig IV. (dem Bayern) war er zwischen 1295 und 1310 als zeitweiser Protonotar der höchste Amtsträger in der herzoglichen Kanzlei. Begonnen hatte seine geistliche Karriere in Eichstätt, wo er seit 1285 ebenfalls als Domherr belegt ist. Aus Eichstätt brachte er seine Verehrung für den Eichstätter Bistumsheiligen Willibald (gest. 787/788) mit, dem er die neue, 1308 dotierte Kapelle der Domdechantei in Regensburg weihte. Die 1936 abgerissene Willibaldkapelle grenzte an die Domdechantei und an den Regensburger Hof der bayerischen Herzöge.

Weibliche Mitglieder der Familie agierten als Äbtissinnen in Pielenhofen (Anna, gen. 1335, Anna gen. 1372-1384, Anna gen. 1387-1395), Hohenwart (Lkr. Pfaffenhofen a.d.Ilm) (Osanna, 21. Äbtissin 1400-1430) und Obermünster/Regensburg (Elisabeth, Fürstäbtissin 1347-1364). Nachkommen in den weiblichen Linien lassen sich in drei Fällen bis ins 21. Jahrhundert verfolgen.

Seit dem Spätmittelalter finden sich Parsberger in den Ämtern der Schultheißen in Neumarkt (Heinrich (2) 1278, 1286-87; Christoph (1) 1436) und in Nürnberg (Werner (1) 1442-1455, Wolf (1) 1493-1499, Haug (2) 1548-1554). Häufig erscheinen sie in den Diensten der Wittelsbacher, und zwar sowohl in den Herzogtümern Ober- und Niederbayern als auch in der Pfalzgrafschaft. Besonders häufig versahen sie die einflussreichen Ämter der Landrichter in Burglengenfeld. Als Hauptleute und Viztume traten sie in den höchsten Ämtern der Herzogtümer auf. Zu ihnen gehörte Hans (2), 1430-1432 Hauptmann zu Landshut. Er war damit der ranghöchste Amtsträger in diesem wittelsbachischen Teilfürstentum. Als 1439 Pfalzgraf Christoph zum König von Dänemark gewählt worden war, übertrug er Hans von Parsberg die Statthalterschaft seiner oberpfälzischen Lande (ausgeübt 1443-1447). Mit seinem Bruder Friedrich II., Bischof von Regensburg, gründete er 1444 die Pfarrei Parsberg, die bis dahin eine Filialkirche der Pfarrei See gewesen war.

Einer der bedeutendsten Parsberger in herzoglichen und kaiserlichen Diensten war Haug (2). Die Nachwelt hat ihm in literarischen Dokumenten sogar den ersten Rang zugeteilt: Heinz Schauwecker (1894-1977) brachte zur Milleniumsfeier 1950 das Schauspiel "Haug von Parsberg" auf die Bühne. Pfarrer Josef Fischer, der 1882 ein Theaterfestspiel unter dem Titel "Ritter Hans von Parsberg" niederschrieb, hat damit ebenfalls Haug – und weniger dem Titelhelden Hans – ein Denkmal gesetzt: Denn Ritter Hans (2) lieh zwar dem Stück seinen Namen, "die geschichtlichen Darstellungen entsprachen aber nicht den Tatsachen, sondern sind zum größten Teil Ritter Haug zuzuschreiben" (Alfred Spitzner). Geschichtliche Vorgänge sind im Schauspiel „Haug von Parsberg“ ebenfalls recht frei komponiert.

Haug verteidigte 1529 das Kärntner- und das Stubentor in Wien im Reichskontingent bei der Belagerung durch die Osmanen. Nach seiner Rückkehr aus Wien trat er in neuburgische Dienste. 1530 bis 1542 war er Landrichter in Sulzbach, dann bis 1547 Landrichter in Burglengenfeld. Von 1548 bis zu seinem Tod 1554 fungierte er als Schultheiß der Freien Reichsstadt Nürnberg. 1536 und erneut 1552/53 kämpfte er im kaiserlichen Heer gegen Frankreich. Im Zweiten Markgrafenkrieg kommandierte er 1553/54 als Obrist Nürnberger, Bamberger und Würzburger Truppen gegen den Markgrafen Albrecht Alkibiades (reg. 1527-1554 als Markgraf von Brandenburg-Kulmbach). Als Albrecht Alkibiades 1554 Schweinfurt besetzte, war Haug von Parsberg an der Belagerung der Stadt beteiligt. Hier kam es zu einer Meuterei seiner Söldner. Er wurde schwer verletzt und starb am 5. Mai 1554 in Haßfurt (Lkr. Haßberge).

Nach dem Tode von Haug (2) eskalierten die Auseinandersetzungen mit Pfalz-Neuburg um die Reichsunmittelbarkeit oder Landsässigkeit der Herrschaft Parsberg, so dass die Mitglieder der Familie bald nicht mehr in herzoglichen Diensten erscheinen. Zuletzt stand Hans Joachim von Parsberg zu Flügelsberg 1565–1579 dem Landgericht Riedenburg vor. Dann finden sich keine Parsberger mehr in den Verzeichnissen der herzoglichen Verwaltungsbeamten.

Die Herrschaft zwischen Landsässigkeit und Reichsfreiheit

Im 1505 gegründeten Fürstentum Pfalz-Neuburg waren die Parsberger für verschiedene Hofmarken Landsassen des Fürstentums (Lupburg, Etterzhausen, Hirschling [Lkr. Regensburg], Münchshofen [Lkr. Schwandorf]). Ob sie auch wegen der Reichsherrschaft Parsberg als Landsassen dienten, blieb dabei offen. Noch im Jahre 1570 bezeichnete Herzog Philipp Ludwig (reg. 1569-1614) die Parsberger als ein zuverlässiges Geschlecht, das von alters her Landsassendienste geleistet habe.

Ottheinrich von Parsberg (gest. 1573), gleichen Namens wie der erste Fürst der Jungen Pfalz und zudem als einziger Parsberger auch Protestant, weigerte sich jedoch 1572, auf dem Landtag in Neuburg zu erscheinen, als er ausdrücklich wegen der Herrschaft Parsberg geladen wurde. Daraufhin ließ Pfalzgraf Philipp Ludwig die Herrschaft Parsberg durch seinen Landrichter in Burglengenfeld besetzen. Ottheinrich beklagte sich bei Kaiser Maximilian II. (reg. 1564-1576), der 1573 in einem Schreiben an Philipp Ludwig das Vorgehen des Landrichters verurteilte. Parsberg sei, so der Kaiser, kein Landsassengut; die Parsberger seien immer nur ihrer anderen Hofmarken wegen auf Landtagen erschienen. Wegen ihrer Stammherrschaft seien sie seit über hundert Jahren "alß freye vom Adel" und "in possessione libertatis" angesehen worden.

Der konfessionelle Hintergrund der Konflikte

Als Pfalzgraf Ottheinrich (reg. 1505-1559, seit 1556 als Kurfürst von der Pfalz) 1542 zum Luthertum übergetreten war, musste sich Parsberg noch nicht nachdrücklich mit der Frage der Konfession auseinandersetzen. Der 1546 ausgebrochene Schmalkaldische Krieg, die Besetzung des Fürstentums durch kaiserliche Truppen und die Flucht des Pfalzgrafen Ottheinrich setzte auch der Reformation vorerst ein Ende. Zu dieser Zeit wurde Parsbergs Reichsunmittelbarkeit noch nicht so sehr von Neuburg als vielmehr vom benachbarten Velburg (Lkr. Neumarkt i.d.OPf.) bestritten. Velburg war 1507 dem bayerischen Feldhauptmann Jörg Wiesbeck (gest. 1518), genannt „der niederbayerische Attila“, zur Belohnung seiner Kriegsdienste im Landshuter Erbfolgekrieg übergeben worden. Ihm folgte sein Sohn Hans Adam (gest. 1560). Die Wiesbecken beanspruchten das Hochgericht auch über die Herrschaft Parsberg– ohne jegliche rechtliche Grundlage, da Parsberg zu keiner Zeit Teil des Amtes Velburg war.

1552 kehrte Pfalzgraf Ottheinrich in sein Fürstentum zurück und trieb die Reformation energisch voran. Parsberg war davon aber vorerst nicht betroffen. 1538 bis 1561 wirkte ununterbrochen der Pfarrer Leonhard Metschel. Als evangelischen Pfarrer nennt das "Neuburger Pfarrerbuch" erstmals 1576 Wolfgang Störzer, der bis 1611 amtierte. Die Parsberger Herrschaft duldete ihn, nahm selbst aber an dessen Gottesdiensten nicht teil, sondern ließ sich weiterhin von einem katholischen Schlossgeistlichen betreuen. Nach Pfarrer Störzers Tod 1611 wirkte nur noch wenige Jahre der Pfarrer Andreas Faber, der nach der Rekatholisierung des Fürstentums Pfalz-Neuburg seit 1614 Parsberg wieder verließ.

In den folgenden Jahrzehnten beteiligten sich die Parsberger an den Landsteuern; ansonsten vermieden beide Seiten meist Konflikte und regelten Fragen der Gerichtsbarkeit und des Geleits pragmatisch. Die Frage der reichsrechtlichen Stellung der Herrschaft Parsberg wurde umgangen. Die kaiserlichen Belehnungen bestätigten die Reichsunmittelbarkeit der Herrschaft Parsberg. Etwa ab 1660 nannten sich die Parsberger „Freiherrn von und zu Parsberg“ und wurden z.B. in der Auseinandersetzung mit Pfalz-Neuburg auch so adressiert.

Wirtschaftlicher Niedergang

1708 kam es zu einem Konflikt, als im Herzogtum Pfalz-Neuburg das Brauen von Weißbier zum fürstlichen Monopol erklärt und allen Nichtprivilegierten verboten wurde. Johann Wolfgang Freiherr von und zu Parsberg (1662-1730) weigerte sich, das Verbot einzuhalten, und wies zugleich alle Landsassenpflichten zurück. Der Parsberger klagte vor dem Reichshofrat in Wien, von dem nun - wohl auch unter dem Eindruck des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) - eindeutige Signale zugunsten der Parsberger ausgingen. 1712 wurde Johann Wolfgang von Parsberg auf seine Steuerverweigerung hin verhaftet und lange Zeit inhaftiert, die Herrschaft von pfalz-neuburgischen Truppen besetzt. Ein Urteil des Reichshofrates fasste 1714 alle Güter und Rechte zusammen, die den Parsbergern unrechtmäßig entzogen worden und unverzüglich zu restituieren seien. Dazu gehörten Gerichtsrechte, Dorfherrschaften, Patronatsrechte, Kirchweihschutz sowie Wildbann an verschiedenen Orten.

Für die Herren von Parsberg führten die jetzt permanenten Konflikte in die wirtschaftliche Katastrophe. 1720 berichtete Johann Wolfgang von Parsberg dem Kaiser, die finanziellen Möglichkeiten der Familie seien durch die jahrzehntelangen Prozesse restlos erschöpft.

Der Übergang an das Haus Schönborn

Als Johann Wolf 1730 kinderlos starb, gelangte die Herrschaft als Reichslehen an die Reichsgrafen von Schönborn, denen die Anwartschaft schon 1708 übertragen worden war. Um späteren Konflikten aus dem Wege zu gehen, schlossen Reichsgraf Friedrich Karl von Schönborn (1674-1746), zu dieser Zeit Reichsvizekanzler und späterer Bischof von Bamberg, Lothar Franz von Schönborn (1655-1729), Erzbischof und Kurfürst zu Mainz (reg. 1695-1729, seit 1693 auch Bischof von Bamberg), und die ganze Familie Schönborn mit Kurfürst Karl Philipp (reg. 1716-1742) schon 1723 – also noch zu Lebzeiten des letzten Parsbergers – einen Vergleich. Die Schönborn erklärten sich bereit, die Herrschaft Parsberg vom Herzogtum Pfalz-Neuburg zu Lehen zu nehmen und jährlich einen festen Betrag für Steuer und Umgeld zu entrichten. Dafür wurde ihnen die Herrschaft samt allen Regalien und Territorialhoheit zugesichert.

Anerkennung als Reichsherrschaft und Übergang an Pfalzbayern

In einem weiteren Vertrag wurde Parsberg schließlich 1736/37 von Pfalz-Neuburg ausdrücklich als Reichsherrschaft anerkannt. Die Reichsherrschaft blieb bis 1792 im Besitz der Schönbornschen Familie. Kurfürst Karl Theodor von Pfalzbayern (reg. 1742-1799) kaufte sie in jenem Jahr für 400.000 Gulden. Der Kaiser belehnte den Kurfürsten mit der Herrschaft Parsberg. Parsberg blieb weiterhin eine reichsunmittelbare Herrschaft und wurde daher in den folgenden Jahren nicht als landesfürstliches Amt, sondern als Kabinettsgut verwaltet, das der Kabinettsgüteradministration in München unterstellt war. Formaljuristischer Bestandteil des Kurfürstentums Bayern wurde die Herrschaft Parsberg nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 (Mediatisierung). Ein Landgericht (älterer Ordnung) wurde in Parsberg eingerichtet, das bis zur Verwaltungsreform von 1862 Bestand hatte.

Quellen

Vom Archiv der Herrschaft Parsberg sind Urkunden und Akten erhalten. Als eigener Bestand sind im Staatsarchiv Amberg die Lehenbücher, Lehenprotokolle und Lehenakten unter der Bezeichnung "Lehenpropstamt Parsberg" zusammengefasst. Im Schloss Parsberg hatte es ein Lehenamt gegeben, das die bedeutenden Reicheneckschen Lehen verwaltete. Es finden sich aber auch Urkunden im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München und in den Staatsarchiven Landshut, Nürnberg, Bamberg und Würzburg.

Literatur

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  • Eckard Fruhmann, 800 Jahre Parsberger Ritter und ihre Nachfahren 1224-2024, Band 1: „Spuren in Bayern und Europa“, Parsberg 2019.
  • Eckard Fruhmann, 800 Jahre Parsberger Ritter und ihre Nachfahren 1224-2024, Band 2: „Die weiblichen Linien der Parsberger Ritter“, Parsberg 2021.
  • Eckard Fruhmann, 800 Jahre Parsberger Ritter und ihre Nachfahren 1224-2024, Band 3: „Die Freiherrn von und zu Parsberg – neue Funde, neue Einschätzungen, Ergänzungen“ Parsberg 2022.
  • Jean Gallet, Hauts et puissants seigneurs sous les ducs de Lorraine et de Bar : (XVe–XVIIIe siècles), Nancy 2016, 84f.
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Weiterführende Recherche

Externe Links

Verwandte Artikel

Parsberg, Herren

Empfohlene Zitierweise

Eckard Fruhmann/Manfred Jehle, Parsberg, Herrschaft, publiziert am 27.05.2013, aktualisiert am 14.04.2023; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Parsberg,_Herrschaft (29.05.2024)