Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Hundt zu Lauterbach, Herren/Grafen

Das Wappen der Herren/Grafen Hundt zu Lauterbach. (Zur Verfügung gestellt von Dr. Georg Graf von Hundt zu Lautterbach)
Schloss Lauterbach auf einem Stich von Michael Wening (1645-1718). (aus: Pankraz Fried, Die Landgerichte Dachau und Kranzberg [Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern 11/12], Bayerische Staatsbibliothek Hbfo/Bav. 300 E 206,I-11/12)
Epitaph des Eichstätter Kanonikers Christoph Hundt von Lauterbach im Mortuarium des Eichstätter Doms. (Foto von Magnus Manske, lizensiert durch PD-user via Wikimedia Commons)

von Wilhelm Liebhart

Oberbayerische Adelsfamilie mit Stammsitz auf Schloss Lauterbach (Lkr. Dachau). Das salzburgische Ministerialengeschlecht stammte ursprünglich aus dem Pinzgau. Im 14. Jahrhundert bildete sich die altbayerische Linie aus, indem Hans III. die Tochter von Konrad Dachauer von Lauterbach (gest. 1439) ehelichte. Neben der heute noch blühenden Lauterbacher Hauptlinien entwickelten sich in der frühen Neuzeit die Linien Kaltenberg und Falkenstein. 1701 erfolgte ihre Erhebung in den Reichsgrafenstand.

Herkunft

Im deutschen Sprachraum lassen sich neun Geschlechter feststellen, die den Namen "Hundt" oder "Hund" führen. Sie stehen in keiner nachweisbaren genealogischen Verbindung zu den altbayerischen Hundt. Der bedeutendste Vertreter dieser aus der fürsterzbischöflich-salzburgischen Ministerialität des 12./13. Jahrhunderts aufgestiegenen Familie, der bayerische Staatsmann und Geschichtsschreiber Wiguleus Hundt, (1514-1588) war auch ihr Familienchronist. Ihm zufolge stamme seine Familie aus dem salzburgischen Pinzgau und sei mit der Familie von der Alben und den Thorern (wohl Thor bei Saalfelden) nahe verwandt gewesen. Der oberbayerische Gelehrte Joseph-Ernst von Koch-Sternfeld (1778-1866) vermutet, dass die Hundt demselben Stamm wie die Pinzgauer Familie von Thurn oder Thurm (Torre) angehörten.

Familienname

Den Namen "Hundt" bzw. "Hund" erklärt Wiguleus Hundt mit einer Familiensage: Eine Thorer gebar sieben Knaben, von denen sie sechs ertränken lassen wollte. Mehrlingsgeburten standen im Mittelalter im Verdacht des vielfachen Ehebruchs. Der heimkehrende Ehemann traf auf die beauftragte Magd mit einem zugedeckten Korb. Auf die Frage, was sie darin habe, sprach sie von sechs kleinen Hunden, die sie im Auftrag der Herrin ertränken müsse. Die Sache flog auf. Der Vater ließ die sechs Knaben heimlich unter dem neuen Namen "Hund" aufziehen. Nur der siebte Sohn führte den Familiennamen Thorer weiter.

Die tatsächliche Deutung des Namens ist unklar. In der oberbayerisch-salzburgischen Grenzregion liegen der Große und Kleine Hundstod (Steinernes Meer), was einen gewissen Bezug nahe legt. Die Familie Hundt besaß zeitweise auch eine Salzsiede in Reichenhall (Lkr. Berchtesgadener Land) mit Namen "Hundsbrunnen" als Lehen des Salzburger Erzbischofs. Die Siede könnte bereits vor den Lehensinhabern so geheißen haben und namengebend gewesen sein. Die Sprachetymologie bietet die Erklärung, dass schon im Althochdeutschen das Wort "hunt" den Anführer einer Hundertschaft bezeichnete, abgeleitet vom lateinischen centum für Hundert. Daraus entstand ein Eigennamen, in diesem Fall ein Familienname.

Vom Pinzgau nach Oberbayern

Die altbayerischen Hundt gehen auf Hans I. Hundt (gest. 1380), salzburgischer Pfleger von Lichtenberg-Saalfelden (Österreich), zurück. Er liegt in der Kirche zu Saalfelden bestattet. Sein Sohn Hans (II) folgte ihm als Pfleger in Lufer und Lichtenberg-Saalfelden nach. Der Enkel Hans III. wurde zum unmittelbaren Stammvater der altbayerischen Linie. Er heiratete zu einem unbekannten Zeitpunkt Martha, die Tochter Konrad Dachauers von Lauterbach (gest. 1439), mit der Hälfte von Burg und Hofmark Lauterbach (Gde. Bergkirchen, Lkr. Dachau) im oberbayerischen Landgericht Dachau. Die familiären Bindungen im salzburgischen Pinzgau blieben aufgrund der Geschwister bis zum Aussterben des Pinzgauer Zweiges 1630 bestehen.

Die Dachauer zu Dachau und Lauterbach gehen auf eine Ministerialenfamilie der Grafen von Dachau und ihrer Nachfolger, der Herzöge von Bayern, zurück. Konrad der Dachauer war Hofmeister Elisabeth Viscontis (1374-1432) aus Mailand, seit 1396 Gemahlin Herzog Ernsts von Bayern-München (reg. 1397-1438). 1449 gelang Hans III. (gest. 1481) der Ankauf der zweiten Hälfte der Hofmark Lauterbach von Veit von Egloffstein, der mit Margreth Dachauer von Lauterbach, einer Schwester der Ehefrau, verheiratet war. Seitdem hat die Familie Hundt ununterbrochen ihren Sitz auf Schloss Lauterbach. 1470 ist die Landstandschaft in Oberbayern nachgewiesen. Lauterbach wurde 1481 aufgeteilt. Schon 1466 hatte sich Hans III. anlässlich der zweiten Ehe mit Margreth Trauner mit seinen Söhnen Wiguleus I. und Hans IV. aus der ersten Ehe dahingehend geeinigt, dass sie die Hälfte von Lauterbach als Muttergut erhalten sollten. Nach dem Tod ihres Vaters Hans III. 1481, der in der Grablege der Dachauer im Zisterzienserkloster Fürstenfeld (Stadt Fürstenfeldbruck) bestattet wurde, fiel ihnen von der zweiten, 1449 erkauften Hälfte ein Drittel zu. Die beiden anderen Drittel der zweiten Hälfte gingen an die Söhne Albrecht und Engelmar I. aus der zweiten Ehe. Danach erhielten die Söhne der ersten Ehe insgesamt 4/6, die der zweiten 2/6 von Lauterbach.

Linien Lauterbach, Kaltenberg und Falkenstein

Die beiden erstgeborenen Söhne von Hans III. gingen bemerkenswerte Ehen ein: Wiguleus I. heiratete 1469 in die Augsburger Kaufmannsfamilie Sulzer ein, als er sich mit der verwitweten Genoveva Reimshofer, geborene Sulzer, vermählte. Durch diese Ehe kam Schloss Kaltenberg (Lkr. Landsberg am Lech) von 1469 bis 1585 an die Familie. Aus dieser Linie stammte der Staatsmann und Geschichtsschreiber Wiguleus IV. von Hundt zu Sulzemoos. Der zweite Sohn aus erster Ehe, Hans IV., von 1475 bis 1481 Landrichter in Dachau, ehelichte eine uneheliche Tochter Herzog Sigmunds von Bayern (1439-1501, reg. 1460-1467 als Herzog von Bayern-München) namens Margreth (gest. 1506). Margreth entsprang einer Liaison des Herzogs mit einer Freiberger zu Hohenaschau. Die Ehe blieb kinderlos. Die Lauterbacher Hauptlinie setzte Engelmar I. aus der zweiten Ehe von Hans III. fort. Er war mit Dorothea von Adelshofen verheiratet.

Engelmars' I. Sohn Georg oder Jörg (1503-1566) gelang es 1539, Anteile der 4/6-Linie, die mittlerweile zu Kaltenberg saß, zu erwerben. Er war mit einer Tochter des Augsburger Syndikus und Ratskonsulenten Dr. Konrad Rehlinger (1470-1553) verheiratet. Der in Lauterbach zu sehende Hauptbau, eine dreistöckige Zweiflügelanlage mit eingestelltem Treppenturm, geht auf Georg zurück. 1552 kaufte er von Herzog Albrecht V. (reg. 1550-1579) die Herrschaft Falkenstein im unteren Inntal für 10.000 Gulden an. Sein erstgeborener Sohn Hans Georg begründete damit die Linie Falkenstein (benannt nach Falkenstein, Lkr. Rosenheim) (1566-1642/1724), der zweitgeborene Hanns Christoph erbte Lauterbach und wurde der Stammvater der bis in die Gegenwart blühenden Familie zu Lauterbach und Unterweikertshofen.

Beamte und Soldaten, Domherren und Nonnen

Die Söhne aller Generationen finden sich als Beamte und Soldaten nicht nur in herzoglich- bzw. kurfürstlich-bayerischen, sondern auch in erzbischöflich-salzburgischen, fürstbischöflich-eichstättischen, kurfürstlich-pfälzischen, habsburgisch-österreichischen und kaiserlichen Diensten. Die Hundt lassen sich vor allem als Pfleger und Landrichter, aber auch im Hofdienst (Hofrat, Hofkammer) der bayerischen Herzöge und Kurfürsten feststellen. Ansonsten führten sie das Leben von landadeligen Hofmarksherrn. Kirchliche Karrieren waren für die männlichen Sprosse eher selten: Christoph Hundt (gest. 1549) aus der Linie Kaltenberg lässt sich als Domherr in Eichstätt nachweisen. Das Kanonikat verdankte er Jakob Fugger dem Reichen (1459-1525) und seiner Ehefrau Sibylle Artzt (ca. 1480-1546).

Töchter finden sich als Nonnen in führenden Positionen in den Klöstern Altenhohenau (Lkr. Rosenheim) (Dominikanerinnen), Frauenchiemsee (Lkr. Rosenheim), Geisenfeld (Lkr. Pfaffenhofen a.d.Ilm), Neuburg an der Donau (Lkr. Neuburg-Schrobenhausen) und im württembergischen Urspring (alle Benediktinerinnen). Im 18. Jahrhundert, unter den Kurfürsten Max Emanuel (reg. 1679-1726), Karl Albrecht (reg. 1726-1745, Kaiser ab 1742) und Max III. Joseph (reg. 1745-1777) und deren Gemahlinnen, lassen sich angeheiratete Gräfinnen von Hundt als Fräuleinhofmeisterinnen im Hofstaat der jeweiligen Kurfürstinnen beobachten. Ihre Aufgabe bestand laut Instruktion von 1718 darin, das Frauenzimmer in der Residenz auf- und abzuschließen und darauf zu achten, dass keine Männer Zugang erhielten.

Verwandtschaftsbeziehungen

Die Kinder aller Linien verbanden die Familie vorwiegend, aber nicht ausschließlich mit dem altbayerischen Adel. Heiratsverbindungen bestanden im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit unter anderem mit den Familien:

  • Adelshofen
  • Auer
  • Auerberg zu Sattelberg
  • Breitenbach
  • Eresinger
  • Fraunberger
  • Furtenbach
  • Glockner
  • Hausner
  • Hegnenberg
  • Leonrod
  • Lösch
  • Lützelburg
  • Mändl (auch Mandl)
  • Mayrhofer
  • Muggenthal
  • Perwanger
  • Pfeffenhausen
  • Pienzenau
  • Rambach
  • Rechberg
  • Roming (Ramung)
  • Schad zu Mittelbibrach
  • Seiboldsdorfer
  • Stein zum Stein
  • Tänzl
  • Taufkirchen
  • Trauner
  • Trenbach
  • Weichs
  • Wildenwart
  • Zeller

Besitzungen

Die sogenannte Edelmannsfreiheit hatten die Hundt in den Landgerichten Aibling, Dachau, Natternberg und Rosenheim. Auf Dauer besaß die Familie nur Lauterbach im Landgericht Dachau. Vorübergehender Familienbesitz war:

Besitzungen Landkreis Zeitraum
Schloss und Hofmark Kaltenberg bei Landsberg Lkr. Landsberg 1469-1612
Veste und Hofmark Nannhofen Lkr. Fürstenfeldbruck 1488
Schloss und halbe Hofmark Türkenfeld-Pleitmannswang Lkr. Fürstenfeldbruck 1544-1575
Schloss und Hofmark Sulzemoos Lkr. Dachau 1546-1638
Herrschaft Falkenstein bei Bad Aibling Lkr. Rosenheim 1552-1642/1724
der Sitz Brandenhof im Markt Kösching bei Ingolstadt Lkr. Eichstätt 1570
Hofmark Lenting mit Schloss Hepberg bei Ingolstadt Lkr. Eichstätt 1571-1606
der Sitz Mooseck in der Herrschaft Falkenstein Lkr. Rosenheim 1572-1618
Sitz und Hofmark Oberfinning Lkr. Landsberg um 1580
Schloss und Hofmark Steinach Lkr. Straubing-Bogen 1583-1623
Schloss und Hofmark Eisolzried Lkr. Dachau vor 1597-1723
Höhenberg 1598
Hofmark Brannenburg Lkr. Rosenheim 1598-1724
Hofmark Groß- u. Kleinholzhausen Lkr. Rosenheim 1598-1694
Kleinaign Lkr. Cham 1600
Schloss und Hofmark Pfettrach bei Landshut Lkr. Landshut 1600-1606
Hofmark Redenfelden Lkr. Rosenheim 1598-1652
Schachten bei Kötzting Lkr. Cham 1600
Mammendorf (Hofmark Oberdorf) Lkr. Fürstenfeldbruck 1609
Schloss und Hofmark Odelzhausen Lkr. Dachau 1606-1624
Oberpfälzisches Landsassengut Thumsenreuth Lkr. Tirschenreuth 1614-1655
Hofmark Aiterhofen Lkr. Straubing-Bogen 1622-1626
Schloss Schambach bei Straubing mit der Hofmark Paitzkofen Lkr. Straubing-Bogen 1637-1639
Stetten 1653-1656
Mattenhofen bei Glonn Lkr. Ebersberg 1660
Oberpfälzische Landassengüter Püchersreuth und Mohrenstein Lkr. Neustadt an der Waldnaab 1663-1748
Schloss Salmannskirchen Lkr. Mühldorf am Inn 1697
Sitz Heretsham Lkr. Traunstein 1698
Schloss und Hofmark Sigmertshausen Lkr. Dachau 1698-1712
Schloss und Sitz Emming (heute St. Ottilien) Lkr. Landsberg 1580, 1730

Das ehemalige kurfürstliche Ritterlehen Unterweikertshofen ist seit 1798/1799 bis heute in Familienbesitz. Es wurde 1848 mit einem Verkehrswert von 85.180 Gulden allodifiziert.

Standeserhebungen

Die Hundt entstammten der Ministerialität und gehörten zum niederen Adel. Seit 1470 war die Familie landsässig und mit Sitz und Stimme im oberbayerischen Landtag auf der Ritterbank vertreten. Am 3. November 1681 wurde Franz Maximilian von Hundt zu Lauterbach und Eisolzried (1662-1706), durch Kurfürst Max Emanuel in den kurbayerischen Freiherrenstand erhoben. Am 11. Mai 1701 verlieh Kaiser Leopold I. (reg. 1658-1705) ihm und seinen Erben den Reichsgrafenstand. Da die Hundt kein reichsunmittelbares Territorium besaßen, handelte es sich um einen reinen Ehrentitel, also um einen Briefadel. 1703 bestätigte Kurfürst Max Emanuel die Rangerhöhung. Die Hundt durften sich seitdem als "Hund Grafen von und zu Lauterbach" bezeichnen und mit "Wohlgeboren" ansprechen lassen. Joseph Felix Clemens Adam (1691-1752) wurde 1729 in den Hausritterorden vom heiligen Georg aufgenommen, 1747 war er auch Komtur. 1812 wurden die Hundt in die Klasse der inländischen Grafen immatrikuliert, damit entfiel der Reichsgrafentitel.

Wappen

Mit den Standeserhebungen gingen sogenannte Wappenverbesserungen einher. Im Mittelalter soll die Familie als Wappen nicht einen Hund, sondern einen mit einem Balken belegten offenen Flug (Adlerschwinge) geführt haben. Michael Wening (1645-1718) zeigt auf den 1701 veröffentlichten Kupferstichen der Schlösser zu Eisolzried und Lauterbach ein Wappen mit einer Adelskrone. Das Wappenschild ist viergeteilt. In den Feldern 1 und 4 sind jeweils zwei zueinander gestellte Adlerschwingen zu sehen, auf den Feldern zwei und drei jeweils ein sitzender Hund mit Halsband. Mit der Verleihung des Reichsgrafenstands fand eine Wappenvermehrung statt.

Bedeutende Vertreter

Sechs Gestalten ragen aus der Familiengeschichte besonders hervor:

  • Magdalena Hundt von Lauterbach (gest. 1554) war von 1547 bis zu ihrem Tod die letzte Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Neuburg an der Donau.
  • Der Staatsmann und Geschichtsschreiber Dr. Wiguleus IV. von Hundt zu Sulzemoos (1514-1588) aus der Kaltenberger Linie amtierte von 1540 bis 1582 als herzoglich-bayerischer Hofrat, von 1573 bis 1582 als Hofratspräsident. 1546 erwarb er Hofmark und Schloss Sulzemoos bei Dachau, 1571 die Hofmark Lenting und 1583 die Hofmark Steinach. 1582 erschien seine Kirchengeschichte der Salzburger Kirchenprovinz unter dem Titel "Metropolis Salisburgensis". Darin behandelte er die Geschichte aller Stifte und Klöster des Erzbistums Salzburg. 1585/1586 kam in zwei Bänden sein "Bayrisch Stammen Buch" mit Beiträgen zu 177 adeligen Familien Bayerns heraus. Beide Werke gehören bis heute zu den Hauptwerken bayerischer Geschichtsschreibung.
  • Johann (Hans) Wilhelm von Hundt zu Sulzemoos, Lauterbach und Odelzhausen gilt als Begründer der Marienwallfahrt zum Sternei nach Taxa bei Odelzhausen (Lkr. Dachau). Der Barockprediger P. Abraham a Sancta Clara (1644-1709) setzte ihm in seiner Wallfahrtsgeschichte Taxas unter dem Titel "Gack, Gack, Gack, Gack à Ga" (1685) ein literarisches Denkmal.
  • Barbara Hundt von Lauterbach (ca. 1573-1639) leitete von 1622 bis 1639 als Meisterin das Benediktinerinnenkloster Urspring bei Schelklingen (Baden-Württemberg). Sie baute nach einem Brand von 1622 bis 1627 Kloster und Kirche neu auf und führte mit wechselndem Glück den Konvent durch den Dreißigjährigen Krieg.
  • Franz Maximilian von Hundt zu Lauterbach und Eisolzried (1662-1706) erreichte 1681 und 1701/1703 die Standeserhebungen.
  • Im 19. Jahrhundert wirkte als Historiker der kgl. bayerische Kämmerer und Ministerialrat Friedrich Hector Spiridon Graf Hundt (1809-1881). Die Klöster Altomünster (Lkr. Dachau), Scheyern (Lkr. Pfaffenhofen a.d.Ilm), Indersdorf (Lkr. Dachau), Ebersberg (Lkr. Ebersberg) und Weihenstephan (Lkr. Freising) verdanken ihm Editionen ihrer frühesten Urkunden und Quellen. Im Wesentlichen veröffentlichte er sie im "Oberbayerischen Archiv" des "Historischen Vereins von Oberbayern", dessen 1. Vorsitzender er 1856 bis 1867 und 1876 bis 1879 war. Im Hutter-Museum Großberghofen (Gde. Erdweg, Lkr. Dachau) hat man seinem Wirken ein museales Denkmal gesetzt.

Gegenwart

Die Familie Hundt zählt zu den wenigen noch aus dem Spätmittelalter herrührenden und blühenden Familien Altbayerns. Zweimal drohte im 20. Jahrhundert das Aussterben der Hauptlinie Lauterbach auf den Schlössern Lauterbach und Unterweikertshofen. Dr. Hans Rudolf Guido Belli von Pino (*1932), dessen Mutter Gertrud (1903-1976) eine geborene Gräfin von Hundt war, wurde von seinem Onkel Clemens adoptiert, wodurch die agnatisch-lineare Erbfolge gesichert wurde. Aus der Ehe Hans Rudolfs mit Leonie von Ondarza (*1936) stammen zwei Söhne und zwei Töchter. Die Söhne Wolf Dietrich Wiguleus (*1963), verheiratet mit Pia Edle von Groote zu Kendenich, und Dr. med. Georg Christoph Maximilian (*1971), verheiratet mit Cecily von Meibom, setzen die Familientradition künftig in den beiden Linien zu Unterweikertshofen und zu Lauterbach fort.

Quellen- und Archivsituation

Rudolph Graf von Hundt zu Lauterbach (1869-1940) schenkte 1921 das Familienarchiv der staatlichen Archivverwaltung, heute Staatsarchiv München. Es liegen ein frühes Archivalienverzeichnis von ca. 1850 (Akten Nr. 432), ein Urkundenrepertorium (Akten Nr. 433) aus dem Jahr 1883 und ein Repertorium in Bandform von 1940 vor. Das Familienarchiv zählt 466 Literalien: Nr. 1-185 betreffen Familienangelegenheiten, u. a. die Vorbesitzer von Unterweikertshofen, Nr. 188-466 die Hofmarken Unterweikertshofen, Adelzhausen und Lauterbach. Die 200 Originalurkunden umfassen den Zeitraum von 1415-1845. Es finden sich im Bestand Quellen zu den Familien Adelzhauser, Preysing, Khuen von Belasi und Mändl/Mandl.

Literatur

  • Peter Dorner, Friedrich Hector Graf von Hundt (1809-1881) als Historiker, in: Amperland 33 (1997), 6-11.
  • Edgar Forster, Zur Etymologie des Familiennamens "Hundt", in: Amperland 52 (2016), 83-84.
  • Britta Kägler, Frauen am Münchener Hof (1651-1756) (Münchener historische Studien. Abteilung Bayerische Geschichte 18), Kallmünz 2011.
  • Heinz Lieberich, Die bayerischen Landstände 1313/40-1807, München 1990, 96.
  • Wilhelm Liebhart, "Das Geschlecht der bayrischen Hundt". Zu den Anfängen der Grafen Hundt von Lauterbach und Unterweikertshofen, in: Amperland 51 (2015), 376-382.
  • Wilhelm Liebhart, Die Gemeinden des Landkreises Dachau (Kulturgeschichte des Dachauer Landes 2), Dachau 1992.
  • Wilhelm Liebhart, Wiguleus von Hundt zu Sulzemoos und Lauterbach, in: Ursula Katharina Nauderer (Hg.), Lebensbilder aus zehn Jahrhunderten. Ein Lesebuch zur Ausstellung im Bezirksmuseum Dachau, Dachau 1999, 65-69.
  • Manfred Mayer, Leben, kleinere Werke und Briefwechsel des Dr. Wiguleus Hundt, Innsbruck 1892.
  • Rainer A. Müller, Wiguleus Hundt zu Sulzemoos und Lauterbach (1514-1588). Die Autobiographie des Politikers und Geschichtsschreibers, in: Amperland 39 (2003), 166-170.

Quellen

Weiterführende Recherche

Externe Links

Hundt zu Lautferbach

Empfohlene Zitierweise

Wilhelm Liebhart, Hundt zu Lauterbach, Herren/Grafen, publiziert am 30.08.2016; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Hundt_zu_Lauterbach,_Herren/Grafen > (12.12.2018)