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Süddeutsche Zeitung (SZ)

Das zerstörte Verlagsgebäude der Münchner Neuesten Nachrichten in der Sendlinger Straße 80. Hier wurde nach der Lizenzvergabe der US-Militärregierung am 6. Oktober 1945 die Süddeutsche Zeitung verlegt. (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Hoffmann, hoff-64615)
Titelseite der SZ Nr. 1 vom 6. Oktober 1945. Die Ausgabe hatte nur acht Seiten. (Foto: Süddeutscher Verlag, Bildarchiv)
Eine Gruppe von Menschen informiert sich in der Süddeutschen Zeitung über die Urteilsverkündung im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess. (Foto: Süddeutscher Verlag, Bildarchiv)
License No. 1 - Lizenz Nr.1 vom 6. Oktober 1945 für die Gründung der Süddeutsche Zeitung. (Foto: Süddeutscher Verlag, Bildarchiv)
Die Lokalredaktion der SZ in ihren noch zerbombten Arbeitsräumen 1946. (Foto: Süddeutscher Verlag, Bildarchiv)
Demonstration jüdischer Anwohner der Münchner Möhlstraße am 10. August 1949. Die Demonstranten fordern ein Verbot der Süddeutschen Zeitung, die am gleichen Tag einen antijüdischen Leserbrief eines gewissen Adolf Bleibtreu abgedruckt hatte, und bezeichneten sie als "Stürmer of 1949". (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Hoffmann, hoff-61146)

von Paul Hoser

Die linksliberal orientierte "Süddeutsche Zeitung" (SZ) wurde 1945 in München gegründet, die erste Ausgabe am 6. Oktober gedruckt. In den Anfangsjahren erschien sie dreimal wöchentlich, ab dem 19. September 1949 täglich. Seit 1947 wird sie bei der "Süddeutschen Verlags GmbH" produziert. Anfangs auf eine Stadtausgabe beschränkt, erweiterte die SZ in den 1970er Jahren ihr Betätigungsfeld auf das Umland (Regional- und Landkreisausgaben in Freising, Erding, Ebersberg, Bad Tölz-Wolfratshausen, Starnberg, Fürstenfeldbruck und Dachau). Bekannt ist die SZ u. a. für ihre "Seite Drei"-Reportagen. Eine weitere Besonderheit ist das auf der ersten Seite links oben platzierte "Streiflicht", das seit Juni 1946 täglich erscheint - in der Regel eine spöttische, scharf pointierte Glosse, an manchen Tagen situationsbedingt aber auch ein ernsthafter Kommentar. Seit 1990 erscheint als Freitagsbeilage das (provokative und nicht unumstrittene) "SZ-Magazin". Die Bundes- und Landespolitik betrachtete die Süddeutsche stets mit kritischem Blick; insbesondere der CSU und Franz Josef Strauß (1915-1988) stand sie stets kritisch gegenüber. Auch deckte sie verschiedene Skandale auf, in die prominente CDU- und CSU-Politiker verwickelt waren, u. a. die "Amigo-Affäre" 1993, die zum Rücktritt des Ministerpräsidenten Max Streibl (1932-1998) führte, und die Affäre um den "Bäderkönig" Eduard Zwick (1921-1998) 1994 sowie die Parteispendenaffäre Helmut Kohls (CDU, 1930-2017, Vorsitzender der CDU 1973-1998). Heute (Stand: 2014) ist die SZ die größte deutsche überregionale Abonnement-Tageszeitung. Sie genießt national wie international großes Ansehen.

Gründung der "Süddeutschen Zeitung"

Die Psychological Warfare Division beim Oberkommando der Alliierten Streitkräfte erließ am 28. Juni 1945 ihre Direktive Nr. 3, in der die Zulassung deutscher Zeitungen geregelt wurde. Die Zeitungslizenzen wurden von der Intelligence Branch der Information Control Division bei der US-Militärregierung nur an politisch unbelastete Personen vergeben.

Der frühere Redakteur der "Münchner Neuesten Nachrichten" und der "Frankfurter Zeitung", Wilhelm Hausenstein (1882-1957), der wegen seines Alters die ihm angetragene Lizenz selbst nicht übernehmen wollte, empfahl Franz Josef Schöningh (1902-1960), den ehemaligen stellvertretenden Leiter der 1941 verbotenen katholischen Zeitschrift "Hochland", für den Michael Kardinal von Faulhaber (1869-1952, Erzbischof von München und Freising 1917-1952) eintrat.

Auf einen Aufruf im Radio Munich hin meldete sich Alfred Schwingenstein (1919-1997) für seinen Vater August (1881-1968). Dieser war 1913 bis 1923 Chefredakteur des vom Bayerischen Bauernbund (BB) kontrollierten "Iller-, Roth und Günzboten". Danach betreute er die Pressestelle dieser Partei und brachte von 1924 bis 1933 deren Landtagskorrespondenz heraus.

Auch dem aus dem Exil zurückgekehrten Wilhelm Hoegner (SPD, 1887-1980, Ministerpräsident 1945-1946 und 1954-1957) trugen die Presseoffiziere eine Lizenz an. Er verwies aber auf den früheren politischen Redakteur der sozialdemokratischen "Münchener Post", Edmund Goldschagg (1886-1971), der nur zögernd dazu bereit war.

Als vierter Lizenzträger war Karl Eugen Müller (1877-1951) vorgesehen, der bereits 1918 bis 1920 Chefredakteur der damals noch liberal eingestellten "Münchner Neuesten Nachrichten" gewesen war. Müller war jedoch 1940 stellvertretender Leiter des Presseamts der Stadt München gewesen und hatte in dieser Funktion nationalsozialistisch gefärbte Artikel verfasst, weshalb er schließlich die Lizenz nicht bekam. An seiner Stelle wurde Goldschagg vorläufig leitender Redakteur.

Am 6. Oktober 1945 übergab der Kommandeur des Nachrichten-Kontrollwesens in Bayern, Oberst Bernard B. McMahon, den drei Lizenzträgern bei einem Festakt im Münchner Rathaus ihre Urkunden. Anschließend ging in den Luftschutzkellern des Gebäudes der ehemaligen "Münchner Neuesten Nachrichten" am Färbergraben die erste Nummer der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) in Druck. Ihren Namen verdankte die neue Zeitung einem Vorschlag Hausensteins.

Die Erweiterung des Herausgebergremiums

Werner Friedmann (1909-1969) war von Anfang an als Lokalredakteur dabei. Nachdem er sich der Zustimmung der drei Lizenzträger versichert hatte, erhielt er am 2. August 1946 die für Müller gedachte Lizenz übertragen. Friedmann war Reporter der "Münchner Telegrammzeitung" gewesen, 1933 in Haft genommen und 1940 zur Wehrmacht eingezogen worden.

Die vier Lizenzträger wurden dann auch Gesellschafter der am 25. Juli 1947 gegründeten Süddeutscher Verlag GmbH.

Die SZ und ihre politische Linie unter der amerikanischen Militärregierung 1945-1949

Bis zum August 1949 stand die Zeitung unter der relativ großzügig gehandhabten Überwachung durch die Militärregierung.

Ein empfindliches Problem war das Verhältnis zum russischen Alliierten. Ein Artikel vom 17. Mai 1946, in dem Joachim Slawik die Demontagemaßnahmen der Sowjetunion anprangerte, brachte der Zeitung eine Rüge der US-Militärregierung ein. Der Artikel hatte weit über Bayern hinaus Beachtung gefunden und scharfe Angriffe des kommunistischen Staatssekretärs in der Regierung Hoegner, Georg Fischer (KPD, UAPD, SPD, 1906-1980), hervorgerufen. Noch rigoroser ging die US-Militärregierung wegen eines Lokalkommentars von Werner Friedmann vom 4. Juni 1946 vor, der die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei mit den Greueltaten der Nationalsozialisten in Lidice (Tschechien) verglich. Die SZ durfte für die Dauer von 30 Tagen nur mit vier Seiten erscheinen. Sie war die einzige Zeitung in der amerikanischen Besatzungszone, die je von einer solchen Strafe betroffen war. Der SZ brachte dies aber Sympathie in der Bevölkerung ein. 1947 hatte sich das Verhältnis zwischen den Alliierten in West und Ost bereits so verschlechtert, dass die SZ bei ähnlichen Artikeln nichts mehr zu befürchten hatte.

Die Presseüberwachung betraf nicht nur die Fälle von Kritik an der Besatzungsbehörde oder vermuteter Äußerungen nationalsozialistischer Gesinnung, ihr war es auch um Qualität und Niveau des Blattes zu tun. Auf die Einhaltung des Grundprinzips der Trennung von sachlicher Nachrichtenübermittlung und kommentierender Meinungsäußerung achtete sie sehr intensiv.

Die berühmte Rede des US-Außenministers James F. Byrnes (1882-1972) vom 6. September 1946 - die sog. Hoffnungsrede -, die die Bereitschaft der USA zu einem Zusammenschluss der drei Westzonen, zum Abrücken von der UdSSR, zur Versöhnung mit Deutschland und zur Hilfe für seinen Wiederaufstieg ankündigte, wurde von der SZ nur auf der dritten Seite platziert. Darin sah Ernst Langendorf (1907-1989), Chef der US-Presseabteilung, ein besonderes Zeichen der Provinzialität. Er drohte den Lizenzträgern, notfalls einen anderen Journalisten für außenpolitische Fragen einzusetzen.

Besonders kritisch reagierte die Militärregierung auf jedes auch noch so leise Anzeichen möglichen Antisemitismus. So wurde eine Formulierung Siegfried Sommers (1914-1996) in einer Lokalglosse vom 23. Juli 1946 über Schwarzhändler mit "lockiger Mähne" von Walter Brockmann, dem Zensor der amerikanischen Presseabteilung, schwer gerügt. Brockmann hatte den Beitrag nicht genau gelesen und behauptete, Sommer habe von Männern mit "lockiger schwarzer Mähne" geschrieben.

Trotz diverser Beanstandungen war aber die Gesamtbewertung der Zeitung positiv. Grundsätzlich wurde die Presseüberwachung sehr tolerant gehandhabt. So konnte es sich die SZ im Februar 1949 leisten, in einem veröffentlichten Telegramm an diverse Parlamentarier und maßgebende Amerikaner zu kritisieren, dass sich die Fälle häuften, in denen die Militärregierung unter Umgehung deutscher parlamentarischer Institutionen Gesetze erlasse oder aufhebe. Statt die Zeitung in ihre Schranken zu weisen, antwortete der Chef der Militärregierung in Bayern, Murray Van Wagoner (1898-1986), in höflicher Form, man müsse Gesetze suspendieren, die undemokratischer Natur seien.

Am 3. Oktober 1949 trat das neue Pressegesetz für das Land Bayern in Kraft, das den Lizenzierungszwang endgültig beseitigte. Die Nachrichtendienstabteilung der Militärregierung wurde aufgelöst.

Belastungen durch den Nationalsozialismus

Eine Reihe formaler Belastungen waren entweder den US-Militärbehörden nicht bekannt oder großzügig übersehen worden.

Schöningh war unter dem Generalgouverneur von Polen, Hans Frank (NSDAP, 1900-1946), als stellvertretender Kreishauptmann von Tarnopol (Ukraine) Funktionär der Zivilverwaltung und wusste um die Judendeportationen. Sein Amt leistete logistische Hilfe und war damit Teil der Vernichtungsmaschinerie. Schöningh tat später alles, um dies zu verschleiern.

Der zeitweilige Leiter des Ressorts Innenpolitik, Hans Schuster (1915-2002), hatte sich in seiner 1939 gedruckten Dissertation "Die Judenfrage in Rumänien" zwar um einen sachlichen Ton bemüht, doch hatte auch er den nationalsozialistischen Rassenantisemitismus als vorbildlich hingestellt. Auch der erste Feuilletonchef der SZ, Alfons Dahlmann (gest. 1950), hatte sich in der NS-Zeit als Mitarbeiter der "Münchner Neuesten Nachrichten" angepasst. Hans Mollier (1895-1971), regelmäßiger Mitarbeiter des Feuilletons, war der NSDAP 1934 beigetreten und hatte 1939 den Rang eines SA-Sturmbannführers erhalten.

Ungemach schien 1957 der ganzen Kulturredaktion zu drohen, als das Buch "Das verlorene Gewissen" von Kurt Ziesel (1911-2001) herauskam. Ziesel, während der NS-Zeit Journalist und überzeugter Nationalsozialist, griff Mitläufer an, die später so taten, als seien sie immer NS-Gegner gewesen. Betroffen waren Wilhelm Emanuel Süskind (1901-1970), Hans Joachim Sperr (1915-1963), Gunter Groll (1914-1982), Hanns Braun (1893-1966), Fritz Nemitz (1892-1969), Karl Heinz Ruppel (1900-1980) und Karl Ude (1906-1997). Da der Kritiker aus der rechten Ecke kam, überstand die Redaktion die Angriffe unbeschadet.

Auflagenentwicklung

Konnte die Zeitung von November 1946 bis einschließlich Januar 1947 dreimal in der Woche erscheinen, so musste erneut wegen Papiermangels die Frequenz von Februar bis einschließlich August 1947 auf zweimal pro Woche reduziert werden. Ab 19. September 1949 wurde die SZ dann zur Tageszeitung. Im letzten Quartal 1976 stieg die Auflage erstmals über 300.000.

2001 betrug die Auflage der SZ rund 12 % der Gesamtauflage der Tageszeitungen in Bayern. 317.000 Stück, also gut 70 % der verkauften Auflage, gingen 2005 an Abonnenten, davon 110.000 Stück an Abonnenten in München.

Den Erkenntnissen des Analyseinstituts LAE e.V. zufolge zählt die SZ von den sogenannten Entscheidungsträgern in der Bundesrepublik 9,9 % der Selbständigen, 9,7 % der Freiberufler, 16,2 % der Leitenden Angestellten und 13,3 % der Beamten zu ihren Lesern.

Nach Angaben der PMG-Presse-Monitor GmbH, einem von führenden deutschen Zeitungsverlagen gegründeten Unternehmen zum Erstellen von Pressespiegeln, wurde die SZ 2013 2.133 Mal zitiert.

Redaktionsstatut

Die Redakteure, denen der Aufstieg in die Chefredaktion gelang, waren zum Teil gleichzeitig Ressortleiter. Neben den Mitgliedern der Chefredaktion gibt es noch die Journalisten, die den Status eines "Leitenden Redakteurs" haben. Intern werden sie auch "Die Impressionisten" genannt und bestimmen vor allem mit, wer in die Chefredaktion gelangt. Die weitgehende Autonomie der Redakteure gilt als eines der Geheimnisse für die hohe Qualität der Zeitung.

Am 4. August 1971 unterzeichneten die Gesellschafter, die Geschäftsführung, der Betriebsrat und die Redaktion ein eigenes Redaktionsstatut, das auf Initiative der Redakteure zustande gekommen war. Die Mitglieder der Chefreaktion wurden demnach von der Gesellschafterversammlung bestimmt. Eine Mehrheit von zwei Dritteln der Redaktionsmitglieder konnte Berufungen oder Abberufungen aber blockieren.

Seit der Übernahme durch die "Südwestdeutsche Medienholding" im Jahr 2008 fühlte sich die Redaktion immer wieder übergangen und von den Eigentümern schlecht informiert.

Redaktion

Chefredaktion

Einen Chefredakteur im eigentlichen Sinn hatte die SZ anfänglich nicht. Edmund Goldschagg war der Mann in der Redaktion mit dem größten Gewicht, zog sich aber aufgrund der "Bleibtreu"-Affäre zurück. Ein in der SZ abgedruckter antisemitischer Leserbrief eines "Adolf Bleibtreu" führte am 10. August 1949 zu einem von der damaligen Synagoge in der Möhlstraße ausgehenden Demonstrationszug mit gewaltsamen Ausschreitungen und Schusswaffeneinsatz der Polizei. Werner Friedmann, der während des Vorfalls abwesend war, nutzte die Chance und distanzierte sich in einem Beitrag "In eigener Sache" von der unkommentierten Wiedergabe des antisemitischen Briefs.

De facto hatte Friedmann seitdem eine dominierende Doppelstellung als Gesellschafter und Chefredakteur inne. Im November 1951 wurde er auch formell Chefredakteur. Friedmann beherrschte das journalistische Handwerk glänzend und prägte wesentlich die linksliberale Linie des Blatts. Als er wegen eines Verhältnisses mit einer Auszubildenden am 24. Juni 1960 nach dem damals noch geltenden Kuppeleiparagraphen zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, musste er seinen Posten räumen.

Nachfolger wurde im Mai 1960 Hermann Proebst (1904-1970). Während des Kriegs hatte er im Auftrag des für systematischen Völkermord verantwortlichen Führers der kroatischen Ustascha-Bewegung, Ante Pavelić (1889-1959), die Zeitschrift "Die neue Ordnung" herausgegeben, die dessen Regime glorifizierte. Als Chefredakteur der SZ besaß er keine starke Durchsetzungsfähigkeit. Die tägliche Arbeit erledigte sein Stellvertreter Hugo Deiring (1920-1999), der auch als strenger Sparkommissar im Interesse der Verleger über die Redaktionsausgaben wachte.

Schon seit dem 1. April 1969 war Hans Heigert (CSU, 1925-2007) als leitender Redakteur an Stelle des kranken Wilhelm Süskind in das journalistische Leitungsteam der SZ aufgenommen worden. Nach Proebsts Tod im Jahr 1970 konnte er die Chefredaktion übernehmen. Walter Jens (1923-2013) nannte ihn einen "Ideologen der Ideologielosigkeit" (Der Spiegel 37/1970, 52) und kritisierte seinen mangelnden Bildungshintergrund. Heigert repräsentierte als Chefredakteur das Blatt nach außen. De facto war er primus inter pares in einem fünf Mann umfassenden Leitungsgremium.

1985 wurde er von Dieter Schröder (geb. 1931) abgelöst, der bereits seit 1976 in der Chefredaktion tätig war. Schröder geriet durch seinen autoritären Stil schnell in Konflikt mit der Redaktion, hatte aber auch die Gesellschafter nicht einmütig auf seiner Seite. Am 27. Januar 1989 berief ein Redaktionsausschuss eine Versammlung ein, auf der man ihm vorwarf, Redakteuren keinen Spielraum zur Entfaltung zu lassen und als neue Richtung "liberal, im Zweifelsfall aber rechts" (Der Spiegel 7/1989, 96) vorzugeben. Nach außen war die Krise bereits deutlich geworden, als der stellvertretende Chefredakteur Herbert Riehl-Heyse (1940-2003) zum "Stern" übergewechselt war. 1993 wurde Schröder gleichberechtigt Gernot Sittner (geb. 1938) an die Seite gestellt. Dennoch blieb Schröder bis zur Erreichung des Rentenalters im Jahr 1995 auf seinem Posten. Unter seiner Leitung war die Auflage um 60.000 gestiegen.

Die Gesellschafter ernannten als Nachfolger am 1. Januar 1996 Hans Werner Kilz (geb. 1943), der zuvor als Chefredakteur beim "Spiegel" glücklos agiert hatte und "als intellektuelle Edelfeder [...] eher nicht in Erscheinung" (Die Zeit Nr. 28/1995) getreten war. Er hatte einen guten Draht zu Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU, geb. 1930, Bundeskanzler 1982-1998). Die Mehrheit der Redakteure lehnte Kilz ab, konnte sich aber gegen die Gesellschafter nicht durchsetzen. Zweiter Chefredakteur blieb bis 2005 Sittner. Kilz, der danach alleiniger Chefredakteur war, ging Ende 2010 in den Ruhestand.

Nachfolger von Kilz wurde Ende 2010 Kurt Kister (geb. 1957), seit 2005 stellvertretender Chefredakteur. Kisters Berufung wurde von der Redaktion begrüßt.

Seit April 2015 hat die Zeitung wieder eine Doppelspitze. Der bisherige stellvertrende Chefredakteur Wolfgang Krach (geb. 1967) steht gleichberechtigt neben Kurt Kister. Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Online-Ausgabe der Zeitung rückte 2014 der dafür verantwortliche Stefan Plöchinger (geb. 1976) in die Chefredaktion auf. Schon seit 1970 war es üblich, dass vereinzelt Leiter klassischer Ressorts wie Innen-, Außen- und Wirtschaftspolitik in die Chefredaktion aufgenommen wurden. Seit 2011 ist der jetzige leitende Redakteur für Innenpolitik, Dr. Heribert Prantl (geb. 1953), Mitglied.

Chefreporter bzw. Chefkorrespondenten

Erster Chefreporter war Erich Kuby (1910-2005), dessen Tätigkeit sich unter den Bedingungen der Besatzungszeit auf innenpolitische Themen beschränken musste.

Als sein Nachfolger als Chefreporter und seit 1970 als "Chefkorrespondent" fungierte der 1949 von Friedmann angeworbene Hans-Ulrich Kempski (1922-2007), der mit seinen auf Seite Drei erscheinenden Reportagen aus aller Welt der Zeitung erst zu internationaler Geltung verholfen hatte. Er schied 1987 aus. Sein Nachfolger war von 1987 bis 1989 Herbert Riehl-Heyse, bei dem wiederum der Schwerpunkt auf innenpolitischen Themen lag. Danach fiel die Funktion längere Zeit weg. Gegenwärtiger Chefkorrespondent ist seit 2004 Stefan Klein (geb. 1950).

Auslandskorrespondenten

Proebsts Stellvertreter Hugo Deiring baute ab 1965 gemeinsam mit dem stellvertretenden Chef vom Dienst, Wilhelm Saekel (1924-2005), ein System eigener Auslandskorrespondenten auf. Die Korrespondenten der ersten Jahre arbeiteten noch für mehrere Zeitungen gleichzeitig, später waren die Auslandsberichterstatter nur mehr im Dienst der SZ tätig.

Spektakulär und tragisch war 1991 das Schicksal des neuen Südosteuropakorrespondenten in Belgrad (Serbien), Egon Scotland (1948-1991), der auf der Fahrt nach Glina (Kroatien) im Grenzgebiet zu Serbien in einem Pressefahrzeug - vermutlich von serbischen Paramilitärs - erschossen wurde.

1988 traf der "Süddeutsche Verlag" ein Abkommen mit der britischen Zeitung "The Independent", der italienischen "La Republicca" und dem Spanischen "El País" für einen Austausch von Artikeln und eine mögliche Kooperation der Korrespondenten. Die SZ schloss später auch eine Vereinbarung mit der "New York Times", die seit dem 3. Mai 2004 in einer kleinen speziellen Auswahledition jeden Montag beigelegt wird.

Wirtschaftsredaktion

Die Beiträge des ersten Wirtschaftsredakteurs Gerhard Kreyssig (1899-1982) verleugneten seine sozialdemokratische Tendenz durchaus nicht, die seiner Nachfolger waren dagegen eher wirtschaftsliberal. Den Handelsteil baute Elly Staegmeyr (1900-1984) auf. Sie hatte bereits im Handelsteil der "Münchner Neuesten Nachrichten" gearbeitet. Nach dem Weggang Kreyssigs spielte sie im Wirtschaftsressort eine entscheidende Rolle. Walter Slotosch (geb. 1911) führte schon in den frühen 1950er Jahren den monatlichen Konjunkturbericht ein.

Seit 1997 wurde die Börsenberichterstattung intensiviert.

Kulturredaktion

Für das Feuilleton schrieben anfangs, wohl unter Schöninghs Einfluss, vor allem Schriftsteller konservativer, oft katholischer Richtung. Er zog vielfach die ihm bekannten Autoren der Zeitschrift "Hochland" heran.

Auf Empfehlung Erich Kubys und Hans-Joachim Sperrs, die ihn von den Schriftstellertreffen der Gruppe 47 her kannten, stellte Friedmann 1959 Joachim Kaiser (geb. 1928) als Redakteur ein. Kaiser hatte bald einen bekannten Namen als Literatur- und Musikkritiker und wurde mit seinen Beiträgen dominierende Figur im Feuilleton. Er gewann überragende Mitarbeiter wie Werner Burkhardt (1928-2008), Ivan Nagel (1931-2012), Urs Jenny (geb. 1938) und Reinhard Baumgart (1929-2003).

Kaisers 1984 erschienenes Buch über Beethovens Klaviersonaten schrieb er während eines längeren Aufenthalts als Gast auf dem Schloss des Dirigenten Enoch Freiherr von und zu Guttenberg (geb. 1946). Dessen Konzerte wurden später von ihm auffällig gut besprochen.

Theaterkritiker war von 1980 bis 1997 C. Bernd Sucher (geb. 1949). Herausragender Rezensent ist seit 1995 Willi Winkler (geb. 1957).

2001 erregte der Wechsel einer Reihe hochqualifizierter und namhafter Feuilleton-Redakteure von der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zur SZ Aufsehen: Franziska Augstein (geb. 1964), Thomas Steinfeld (geb. 1954), Ulrich Raulff (geb. 1950) und Lothar Müller (geb. 1954). Man vermutete als Ursache ein zunehmendes Unbehagen am Führungsstil des FAZ-Mitherausgebers und Feuilleton-Leiters Frank Schirrmacher (1959-2014). Ebenfalls stieß Gustav Seibt (geb. 1959) dazu, der 1987 bis 1996 bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gearbeitet hatte.

Im Gegenzug verließ ihrerseits 2001 eine Gruppe profilierter Feuilletonredakteure die SZ, darunter der stellvertretende Leiter des Feuilletons, Claudius Seidl (geb. 1958), ferner Niklas Maak (geb. 1972), Georg Diez (geb. 1969), Edo Reents (geb. 1965) und Michael Althen (1962-2011).

2001 wurden auch noch Jens Bisky (geb. 1966) von der "Berliner Zeitung" und Reinhard Brembeck vom Bayerischen Rundfunk (BR) Mitglieder der Redaktion, wobei Bisky für Literatur, Zeitgeschichte und politische Essays und Brembeck für Musik zuständig ist. Als feste Redakteure wurden außerdem die bisherigen freien Mitarbeiter Holger Liebs (geb. 1966) und Alex Rühle (geb. 1969) übernommen. Das Gebiet von Liebs sind die Architektur und die bildende Kunst, das von Rühle Reportagen und Sachbuch.

Im Zusammenhang mit der personellen Umstrukturierung kündigte die SZ im September 2001 an, das Feuilleton werde sich verstärkt der Literatur und dem Buchmarkt widmen.

Das Feuilleton ist innerhalb der Zeitung von untergeordneter Bedeutung, da noch nie einer seiner Redakteure in die Chefredaktion aufstieg.

Bayernredaktion

Die SZ hat eigene Landtagskorrespondenten. Michael Stiller (geb. 1945) war sowohl Mitglied der innenpolitischen als auch der Bayernredaktion und zwölf Jahre lang als Landtagskorrespondent tätig. Seine Kommentare zur CSU und zur bayerischen Politik wurden allgemein beachtet. Seit Stillers krankheitsbedingtem Rückzug 2003 spielen Peter Fahrenholz und Annette Ramelsberger (geb. 1960) eine wichtige Rolle als recherchierende und kommentierende Redakteure im Bayernteil.

Lokalredaktion

Angesichts der ganz anderen Verbindungen und Möglichkeiten, die der von der amerikanischen Militärregierung herausgegebenen "Neuen Zeitung" offenstanden, für die auch hervorragende deutsche Schriftsteller und Journalisten arbeiteten, lag es für die SZ anfangs nahe, sich mehr auf lokale und regionale Berichterstattung zu konzentrieren.

Nach dem Weggang des von den Nationalsozialisten verfolgten Georg Lorenz (1897-1958), der Wilhelm Hoegner nahestand, im Jahr 1946 war Werner Friedmann alleiniger Chef für den Bayern- und den Lokalteil. Friedmanns Stärke war die leichtverständliche Schreibart, gepaart mit einem hochentwickelten Gespür für Aktualität. Der ebenfalls in der Zeit der NS-Herrschaft verfolgte Katholik Bernhard Pollak (1910-1992) war unter Friedmann Lokalredakteur und hatte die Stelle bis 1970 inne.

Eine herausragende Figur und zeitweise Leitender Redakteur war Joseph Ströbl (1913-1989), der das Verkehrsparlament der SZ als Diskussionsforum ins Leben rief. Seit 1952 war Johann Freudenreich (1923-2007) über vier Jahrzehnte hinweg als Polizeireporter tätig.

Siegfried Sommer, der als Kolumnist der Abendzeitung mit seiner humoristischen Kolumne "Blasius der Spaziergänger" bekannt wurde, arbeitete anfänglich auch im Lokalteil der SZ. Über lange Jahre hinweg erschienen dort auch Gedichte von Helmut Seitz (geb. 1931) unter dem Titel "Unser Vers darauf", die die Lokalpolitik witzig kommentierten.

Die regelmäßigen offiziellen Informationen aus dem Rathaus fielen 1997 mit dem Stadtanzeiger weg. 2002 wurde die Seite "Münchner Kultur" aus dem Feuilletonteil ausgegliedert und dem Lokalteil zugeschlagen.

Regionalausgaben

In den 1970er Jahren entschied sich Chefredakteur Schröder, auch Regional- und Landkreisausgaben einzuführen. Dabei drang man in ein Gebiet ein, das bis dahin die Domäne des "Münchner Merkur" gewesen war. Am 3. Mai 1977 erschienen erstmals sieben Regionalausgaben für die Landkreise Freising, Erding, Ebersberg, Bad Tölz-Wolfratshausen, Starnberg, Fürstenfeldbruck und Dachau. Ressortleiter für alle Regionalausgaben war zuerst bis 1984 Siegfried Hännl, 2000 bis 2005 dann Hans Pirthauer, der später Chefredakteur der "Frankenpost" in Hof wurde.

Im Oktober 2009 wurden aber als Reaktion auf die Wirtschaftskrise und den rückläufigen Anzeigenmarkt ein umfassender Stellenabbau und die Schließung der Lokalredaktion beschlossen. Seit 2010 wurden die von den Reportern aus den Außenbüros eingehenden Texte in der Zentrale zur jeweiligen Lokalausgabe zusammengesetzt. Neben den vier Ausgaben für Stadt und Landkreis München erscheinen einstweilen auch noch weiter die Ausgaben für die sieben übrigen Landkreise.

Andere Redaktionen

Weitere eigene Redaktionen bestehen für Nachrichten, für "Wissen" (seit 1968), "Medien", "Gesellschaft und Panorama", für Umweltfragen, für die Wochenendbeilage und für den Sportteil. Seit ihrem Bestehen wurde die Wochenendbeilage mehrfach umgestaltet. Seit 18. Oktober 2014 ist sie erweitert und in acht Teile oder "Bücher" gegliedert: Politik, Buch Zwei (mit jeweils einem dominierenden und ausführlich behandelten Thema), Feuilleton, Wirtschaft, Sport, Wissen, Gesellschaft und Stil (Mode, Design, Küche).

Seit 1995 ist die SZ über ihre Internetseite www.sueddeutsche.de auch im Internet vertreten. Ausgewählte Inhalte der Print-Ausgabe finden sich seither auch dort für Nicht-Abonnenten zugänglich. Die vollständige digitale Version der Print-Augabe ist seit 2001 über das Angebot e-Paper im Rahmen eines entgeltpflichtigen Abonnements abrufbar. Ende März 2015 wurde dieses Angebot als Abo SZ Plus erheblich erweitert. Die Online-Redaktion umfasst derzeit 87 Redakteure (Stand: 2014).

Eine Besonderheit ist das seit 2009 bestehende Ressort "Investigative Recherche", eigens eingerichtet für Hans Leyendecker (geb. 1949), der 1997 vom lange Jahre in Hintergrundrecherche führenden "Spiegel" zur SZ kam und dort u. a. 1982 die "Flick-Parteispendenaffäre" aufgedeckt hatte.

Markenzeichen der SZ

Die Seite Drei

Die Seite Drei ist eines der Markenzeichen der SZ. Schon früh erregte sie Aufsehen, dank der Reportagen Erich Kubys und Hans Ulrich Kempskis, auch wenn anfangs dort auch noch zusätzlich Kommentare und Teile des Feuilletons erschienen. Seit 1965 war sie ganz für Reportagen reserviert. Prägenden Einfluss hatte später insbesondere Herbert Riehl-Heyse. 1998 waren rund 60 Autoren für ihre Redaktion tätig.

Das "Streiflicht"

Typisch ist das auf der ersten Seite links oben platzierte "Streiflicht", das seit Juni 1946 täglich erscheint. Das auf Schöningh zurückgehende "Streiflicht" war ursprünglich ein stark moralisch argumentierender, ernsthafter Kommentar und entwickelte sich erst allmählich zu einer spöttischen, scharf pointierten Glosse, die auf 73 Zeilen Länge festgelegt ist. Bei besonderen Ereignissen aber kehrt das Streiflicht zu einem ernst reflektierenden Kommentar zurück, wie etwa am 21. Oktober 1977, drei Tage nach der Ermordung Hanns Martin Schleyers (1915-1977).

Das "Streiflicht" erscheint anonym. Zum Stamm seiner Autoren zählten bzw. zählen etwa Werner Friedmann, Erich Kuby, Heinz Holldack (1905-1971), Hermann Proebst, Fred Hepp (1923-1998) (1955-1988 in der SZ tätig), Claus Heinrich Meyer (1931-2008), Rainer Stephan (geb. 1948), Hermann Unterstöger (geb. 1943), Axel Hacke (geb. 1956), Wolfgang Görl (geb. 1954), Hilmar Klute (geb. 1967) und Joachim Käppner (geb. 1961); vereinzelt schrieb auch Joachim Kaiser Streiflichter. Mit über 2.000 Streiflichtern hält Hepp den Rekord.

Das SZ-Magazin

Das SZ-Magazin als Freitagsbeilage in vierfarbiger Aufmachung wurde 1990 eingeführt. Dank der teuren Farbanzeigen machte es anfänglich gute Gewinne. Von 1991 bis 1996 verlor es aber angesichts der Konkurrenz der privaten Fernsehsender und neuer Zeitschriften wie dem Nachrichtenmagazin "Focus" 35 % seiner Anzeigen. Die Verlage von "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" und SZ gründeten 1996 eine gemeinsame Firma zum Anzeigenerwerb für ihre Freitagsbeilagen. Offensichtlich war sie nicht erfolgreich. Die FAZ stellte ihr Magazin 1999 ein.

Am 15. Mai 2000 warf der "Focus" dem SZ-Magazin vor, seit Jahren gefälschte Interviews gedruckt zu haben. Verfasst hatte die angeblichen Gespräche mit Hollywoodstars der Schweizer Journalist Tom Kummer (geb. 1963). Die SZ entschuldigte sich öffentlich und entließ die beiden Chefredakteure Christian Kämmerling (geb. 1953) und Ulf Poschardt (geb.1967).

Kennzeichnend für das SZ-Magazin ist die intellektuelle Provokation, die allerdings des Öfteren auch in Geschmacklosigkeiten ausartet. 2001 beschwerte sich etwa das japanische Außenministerium beim deutschen Botschafter, weil sich das Magazin in einem eher vulgären Titelbild vom 23. Februar 2001 über die Kinderlosigkeit des japanischen Kronprinzen lustig gemacht hatte.

Eine Fotoreihe, in der Prominente die Antwort auf Fragen durch Posen und Mimik ausdrücken, erregte durch eine ironisch gemeinte obszöne Geste des Kanzlerkandidaten der SPD, Peer Steinbrück (SPD, geb. 1947), in der Nummer vom 12. September 2013 Aufsehen und Anstoß.

Das Magazin wendet sich auch insbesondere gegen rechte Tendenzen und wurde z. B. von dem österreichischen Politiker Jörg Haider (FPÖ, 1950–2008) verklagt, weil es ihm am 17. Dezember 1999 den Vorwurf "nationalsozialistischer oder ähnlich menschenverachtender Gesinnung" gemacht hatte.

Eine Eigenheit ist die regelmäßige humoristische Kolumne von Axel Hacke.

Wegen seiner Originalität genießt das Magazin durchaus Ansehen und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. vom Art Director's Club der Werbebranche und mit dem im Medienbereich angesehenen Lead Award. Dieses Ansehen genießt natürlich auch die SZ selbst, wie viele Preise für sie und ihre Journalisten unterstreichen.

Nachrichtenagenturen

Die SZ war im ersten Jahr ihres Bestehens ganz auf die deutsche und bayerische Innenpolitik konzentriert. Die Nachrichtenübermittlung aus dem Ausland war damals noch äußerst unzulänglich. Im Wesentlichen waren die Zeitungen der US-Zone auf das öfter fehlerhafte Material angewiesen, das ihnen die unter der Kontrolle der Militärregierung stehende DANA ("Deutsche Allgemeine Nachrichtenagentur") zur Verfügung stellte. Seit dem 1. September 1946 hatte die Zeitung ein eigenes Abkommen mit der "Associated Press" und seit dem 1. Oktober auch mit der "United Press".

1995 bezog die SZ Informationen von der dpa ("Deutsche Presseagentur"), Reuters, der "Associated Press" und der "Agence France Presse". Weitere Dienste waren vwd ("Vereinigte Wirtschaftsdienste"), KNA ("Katholische Nachrichten-Agentur"), epd ("Evangelischer Pressedienst") und sid ("Sport-Informationsdienst").

Karikaturen

Für die SZ arbeiteten herausragende Karikaturisten, deren Zeichnungen die Kommentarseite ergänzten. An erster Stelle ist Ernst Maria Lang (1916-2014) mit über 4.000 politischen Karikaturen von 1947 bis 2003 zu nennen. Gegenwärtig (2013) ist Dieter Hanitzsch (geb. 1933) der führende Karikaturist, der seit 1985 in der Zeitung veröffentlicht. Weitere Zeichner waren bzw. sind Ivan Steiger (geb. 1939), Gabor Benedek (geb. 1938) seit 1968, Gustav Peichl (geb. 1928) seit 1964 unter dem Pseudonym "Ironimus", Pepsch Gottscheber (geb. 1946), Luis Murschetz (geb. 1936) seit 1967 und Heinz Birg (geb. 1941). Für das unpolitische Lokale war Ernst Hürlimann (1921-2001) maßgebend, von dem über 3.000 Karikaturen gedruckt wurden.

Die SZ und die Politik

International

Den Aufstieg zum international renommierten Blatt verdankte die SZ in erster Linie den Interviews und Berichten ihres Chefkorrespondenten Hans Ulrich Kempski. Einem Interview Kempskis mit Premierminister Chou En-Lai (1898-1976, chinesischer Premierminister 1949-1976) vom 14. November 1957, in dem dieser die friedlichen Absichten Chinas bekundete, verdankte die SZ erstmals weltweite Beachtung. 1958 beantwortete der damalige führende Mann der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow (1894-1971, Regierungschef der UdSSR 1958-1964), fünf Fragen Kempskis telegraphisch.

Am 19. Januar 1960 erregte Kempski wiederum großes Aufsehen durch ein Interview, in dem der französische General Jacques Massu (1908-2002) den Machtanspruch der französischen Armee in Algerien kundtat. Massu wurde daraufhin vom Staatspräsidenten Charles de Gaulle (1890-1970, franz. Präsident 1959-1969) abgesetzt; die Folgen waren Unruhen in Algerien.

Kempski hatte auch Kontakte zum Generalsekretär der KPdSU, Leonid Breschnew (1906-1982, Staatsoberhaupt der Sowjetunion 1960-1964 und 1977-1982), sprach mit John F. Kennedy (1917-1963, US-Präsident 1961-1963) und war bei 17 Gipfeltreffen in Moskau und Washington dabei. Interviews machte er mit Gamal Abdel Nasser (1918-1970, ägyptischer Präsident 1954-1970), Jawaharlal Nehru (1889-1964, indischer Premierminister 1947-1964), David Ben Gurion (1886-1973, israelischer Premierminister 1948-1953 und 1955-1963), Adolfo Suárez (1932-2014, Herzog von Suárez, spanischer Ministerpräsident 1976–1981), General Wojciech Jaruzelski (geb. 1923, polnischer Ministerpräsident 1981-1985, Staatspräsident 1985-1990), dem italienischen Kommunistenführer Enrico Berlinguer (1922-1984, Generalsekretär Partito Comunista Italiano 1972-1984), Ian Smith (1919-2007, rhodesischer Premierminister 1964-1979), Erzbischof Makarios III. (1913-1977, Staatschef und geistliches Oberhaupt Zyperns 1960-1974 und 1974-1977) sowie mit griechischen Obristen.

Bundesrepublik Deutschland

Von 1950-1956 leitete Fritz Brühl (1909-1982) das Büro in Bonn. Brühl war 1941 bis 1945 Mitglied der politischen Redaktion der "Kölnischen Zeitung" gewesen und hatte 1948 bis 1950 die Frankfurter Redaktion der "Neuen Zeitung" geleitet. Er gehörte dem exklusiven Journalistenkreis an, der Zugang zu Bundeskanzler Konrad Adenauers (CDU, 1876-1967, Bundeskanzler 1949-1963) Teegesprächen hatte.

Im März 1955 informierte ihn der Bundeskanzler, dass er den wegen seiner Vergangenheit im Nationalsozialismus umstrittenen Chef des Bundeskanzleramts Hans Globke (1898-1973) unter keinen Umständen fallen lassen werde.

Adenauer wurde in der SZ vorgeworfen, sein Ohr sei allzu offen für die Vertreter mächtiger organisierter Interessen. Auch gegenüber dem Trend, der freien Marktwirtschaft blind zu vertrauen, legte sie eine gewisse Distanz an den Tag. Mit Skepsis betrachtete ein Leitartikel das Parteiensystem, wie es sich unter Adenauers Kanzlerschaft herausgebildet hatte. Es handle sich um ein "verbrämtes Einparteiensystem" (SZ, 8.11.1961). Das Handeln der Regierung im Zusammenhang mit der Spiegel-Affäre galt ihr als Angriff auf das Grundgesetz (GG).

Schon Franz Josef Schöningh war ein entschiedener Verfechter der Europaidee; die Zeitung erteilte dem Nationalismus konsequent eine Absage. Sie wünschte zwar die deutsche Einheit, doch sollte diese im Interesse des Friedens und der Freiheit notfalls zurückstehen. Grundsätzlich war man sich einig, dass die deutsche Großmachtrolle für immer ausgespielt sei. Man forderte aber eine aktivere Ostpolitik. Die Möglichkeiten, mit der Sowjetunion ins Gespräch zu kommen, sollten ausgelotet werden, notfalls unter Aufgabe der einseitigen Westbindung. Die maßgebenden Kommentatoren unterstellten Adenauer zwar nicht, er wolle keine Wiedervereinigung, hielten ihm aber sein Zögern und seinen Mangel an Konzeptionen in dieser Hinsicht vor. Die militärische Westintegration galt als große Gefahr für eine Politik in Richtung Einheit. Kempski war auch bei Adenauers Moskau-Reise im September 1955 dabei. 1958 unternahm er einen für die damalige Zeit gewagten Schritt: Er interviewte Walter Ulbricht (KPD, SED, 1893-1973, Vorsitzender des Staatsrats 1960-1973), was ihm starke Anfeindungen von Kollegen und Politikern in der Bundesrepublik eintrug. Dagegen hatte Friedmann noch im Jahr zuvor für die Entlassung des Redakteurs Kuby gesorgt, angeblich wegen dessen Aufsehen erregenden Buches "Das ist des Deutschen Vaterland", in dem dieser die DDR zwar kritisch behandelt, aber als eigenen Staat betrachtet hatte. Kuby wechselte zur "Welt".

Der Chefreporter ermunterte auch Ludwig Erhard (CDU, 1897-1977, Bundeskanzler 1963-1966), die Initiative zur Ablösung Adenauers zu ergreifen. Ein Interview mit ihm, das am 5. Februar 1963 erschien und in dem er sich vom Kanzler distanzierte, half, dessen Rücktritt zu beschleunigen. Erhards Regierung erschien der Zeitung dann aber zu unbeweglich.

Spannungen bestanden bereits früh mit Franz Josef Strauß (CSU, 1915-1988, Ministerpräsident 1978-1988), da Jesco von Puttkamer (1919-1987) als Kommentator der Zeitung für militärpolitische Fragen dessen Politik als Bundesverteidigungsminister kritisierte. Puttkamers Nachfolger wurde im Juli 1958 Ernst Bäumler (geb. 1926). Er war ein guter Bekannter von Strauß und unterstützte dessen Politik. Bäumler, der mit Friedmann befreundet war, kam mit diesem zu Fall.

Kurt Georg Kiesinger (CDU, 1904-1988, Bundeskanzler 1966-1969) informierte Kempski im November 1966, dass er mit Herbert Wehner (KDP, SPD, 1906-1990) Absprachen wegen einer Großen Koalition (1966-1969) führe. Schon im Dezember 1962 hatte ihm Wehner ein Interview gegeben, nachdem an die Öffentlichkeit gedrungen war, dass er auf eine Große Koalition hinarbeitete.

Die Große Koalition war in den Augen der SZ ein Hindernis für eine stärkere Demokratisierung. Die Verteufelung der Außerparlamentarischen Opposition (APO) durch die Regierung Kiesinger lehnte man ab, billigte Kiesinger aber später zu, dass er sich gewandelt und zu einem gewissen Verständnis für die Ursachen der studentischen Proteste durchgerungen hatte.

Bei der Bildung der ersten sozialliberalen Regierung unter Willy Brandt (SPD, 1913-1992, eigtl. Herbert Ernst Frahm, Bundeskanzler 1969-1974) im September 1969 spielte wiederum Kempski eine Rolle: Er wirkte auf den zögernden Herbert Wehner ein, die Regierungsbildung zu unterstützen. Kempski zeichnete ein positives Bild von Brandts Regierung, ebenso tat dies Hans Reiser. Auch die Ostpolitik war für die Zeitung ein Plus; die Art, wie Franz Josef Strauß dagegen opponierte, wurde als unqualifiziert dargestellt. Im Grundlagenvertrag sah man eine große Chance. Dagegen zeigte sich ab 1973 eine zunehmende Unzufriedenheit mit der innenpolitischen Bilanz ab. Man vermisste bei Brandt Führungsstärke und ging insbesondere auf Distanz, als Wehner pauschal die Presse attackierte.

Von Helmut Kohl war er ebenfalls akzeptiert und begleitete ihn auf vielen Reisen. Dies galt ebenso für dessen Nachfolger Gerhard Schröder (SPD, geb. 1944, Bundeskanzler 1998-2005). Schröders Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye (geb. 1940) war von 1963 bis 1974 Bonner Korrespondent der SZ gewesen.

Hans Leyendecker brachte 1999 mit seinen Enthüllungen zur Spendenaffäre Kohl in Bedrängnis. Er bekam Hinweise, Kohl sei in illegale Parteispenden verwickelt. In der Folge musste Kohl sein Amt als CDU-Ehrenvorsitzender niederlegen, ebenso trat Wolfgang Schäuble (CDU, geb. 1942) als Parteivorsitzender zurück, weil er vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber (geb. 1934) 100.000 DM entgegengenommen und sich nicht eindeutig dazu geäußert hatte.

Eine neueste Studie (Uwe Krüger) kritisiert die Funktion von Stefan Kornelius als Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, die zum Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums gehört. Damit sei die journalistische Unabhängigkeit in Frage gestellt.

Nach einem Urteil des Medienspezialisten Lutz Hachmeister (geb. 1959) aus dem Jahr 2009 zeichnet sich die SZ durch eine Art "verstehenden Linksliberalismus" aus. Typisch für sie sei auch ein "lupenreiner Verfassungspatriotismus".

Bayern

Die SZ stand in ihren Anfängen sowohl dem CSU-Vorsitzenden Josef "Ochsensepp" Müller (CSU, 1898-1979) und dessen Anhang aus den fränkisch-evangelischen, betont national orientierten Kreisen, als auch dem Flügel Alois Hundhammers (CSU, 1900-1974) mit seiner Akzentuierung des Katholizismus und seinem bayerischen Konservativismus fern. Werner Friedmann lobte dagegen den Nachfolger Hoegners als Ministerpräsidenten, Hans Ehard (CSU, 1887-1980, Ministerpräsident 1946-1954 und 1960-1962), für seine sachlich korrekte und tolerante Haltung, mit der er über Parteiflügeln und Interessengruppen stehe. Ehard galt auch als Garant des Föderalismus, den die Zeitung schon in ihrer ersten Nummer als einen ihrer wichtigsten politischen Grundsätze hervorhob.

Den von Ministerpräsident Hanns Seidel (CSU, 1901-1961, eigtl. Franz Wendelin Seidl, Ministerpräsident 1957-1960) initiierten Ausbau der bayerischen Infrastruktur und die in Angriff genommene Förderung von Schulen und Wissenschaft begrüßte die SZ und warf der Landtagsmehrheit vor, die Pläne Seidels für eine Verwaltungsreform zu sabotieren.

An Ministerpräsident Alfons Goppel (CSU, 1905-1991, Ministerpräsident 1962-1978) fand sie zwar manches kritikwürdig, war aber von seiner Ausstrahlung als leutseliger, populärer Landesvater fasziniert.

Die SZ begegnete der CSU und Strauß stets mit kritischem Misstrauen. Herausragende Kritiker waren schließlich Herbert Riehl-Heyse und Michael Stiller. Die Zeitung deckte verschiedene Skandale auf, in die prominente CSU-Politiker verwickelt waren, z. B. die "Amigo-Affäre" 1993, die zum Rücktritt des Ministerpräsidenten Max Streibl (CSU, 1932-1998, Ministerpräsident 1988-1993) führte, und die Affäre um den "Bäderkönig" Eduard Zwick (1921-1998) 1994. Beide Male hatte Stiller daran wesentlichen Anteil.

Stiller beobachtete bei Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU, geb. 1941, Ministerpräsident 1993-2007) eine erdrückende Dominanz. Der Regierungsstil sei ganz auf ihn und seine Staatskanzlei zugeschnitten. Dies könne sich fatal auswirken, zumal er auch noch den Parteivorsitz innehabe und die Konsolidierung seiner "unbestreitbaren Leistungen für Bayern" gefährden (SZ, 8.10.1999). Beim Abgang Stoibers urteilte Marc Beise (geb. 1959), Stoiber sei nicht wegen einer bestimmten Politik gestürzt worden, sondern weil er den Bayern den Stolz genommen habe und seine Parteifreunde seiner Selbstherrlichkeit überdrüssig seien. In der Summe habe er Bayern erfolgreich regiert (SZ, 20.1.2007).

Zur SPD bestand besonders anfangs ein grundsätzlich freundliches Verhältnis, ohne dass allerdings die Zeitung ihre unabhängige Linie geopfert und auf gelegentliche Kritik verzichtet hätte. Goldschagg verhehlte in seinen Beiträgen seine sozialdemokratischen Sympathien nicht und stand insbesondere loyal hinter Wilhelm Hoegner.

Lokal

Auch im Lokalen deckte die SZ Skandale auf, so in München z. B. 1967 das Millionenloch beim Bau des Stachus-Untergeschosses. Sie hatte Anteil daran, den Bau einer Unterpflasterbahn (anstelle der dann gebauten U-Bahn) zu verhindern, gab aber auch positive Anstöße, wie z. B. den für den Wiederaufbau des Turms am Alten Rathaus. Mit einer Kampagne Anfang der 1950er Jahre gegen das Abholzen des Hofgartens war sie nur teilweise erfolgreich. 1993 erreichte sie, dass eine Busbeschleunigungsmaßnahme rückgängig gemacht wurde, die beim Verkehr in Ost-West-Richtung ein Chaos verursacht hatte. Mit der Kampagne gegen den Bau des Tunnels unter dem Prinz-Carl-Palais scheiterte sie dagegen. 1981 konnte sie verhindern helfen, dass die CSU den Posten des Kulturreferenten abschaffte.

Doch versuchte die SZ auch, Entscheidungen anzustoßen, die heute nur noch Kopfschütteln hervorrufen würden, so als sie dafür plädierte, die Ruine des Alten Rathauses in München völlig einzuebnen, um Platz für den Verkehr zu schaffen.

2004 wurde der Verlag selbst Objekt kommunalpolitischer Debatten. Ein vom früheren Münchner Oberbürgermeister Georg Kronawitter (SPD, geb. 1928) initiierter Bürgerentscheid, wonach kein Neubau höher als die Türme der Frauenkirche sein durfte, war am 21. November 2008 erfolgreich. Der "Süddeutsche Verlag" musste deshalb die Pläne für seine neue Zentrale - ursprünglich sollte das "Hochhaus Süddeutscher Verlag" 145 m Höhe erreichen - ändern.

Die Dachauer Außenredaktion deckte 2002 Wahlfälschungen bei der Oberbürgermeisterwahl auf. Die Wahl musste wiederholt werden; zwei der Fälscher kamen mit Geldstrafen davon. Daran, dass derselbe Kandidat erneut gewählt wurde, änderte das nichts.

Das SZ-Archiv

Für die Zeit bis 1992 existiert noch das aus Zeitungsausschnitten bestehende Altarchiv. Seit 1992 ist die Zeitung digital archiviert. Die Zeitung archivierte etwa 1955 neben der eigenen Ausgabe auch mehr als 30 andere Zeitungen aus dem In- und Ausland. Ein umfangreiches Bildarchiv ergänzt das Angebot.

Dokumente

Literatur

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  • 60 Jahre Süddeutsche Zeitung, Beilage der Süddeutschen Zeitung Nr. 230, 6. Oktober 2005.
  • Abschied und Aufbruch, Beilage der Süddeutschen Zeitung Nr. 262, 11. November 2008.
  • Kersten Bassow/Patricia Schmidt-Fischbach, Erstes Lizenzblatt: Die "Süddeutsche Zeitung", in: Hans Wagner u. a. (Hg.), Enzyklopädie der Bayerischen Tagespresse, München 1990, 67-106.
  • Reinhard Baumgart, Damals. Ein Leben in Deutschland, München 2003.
  • Immanuel Birnbaum, Achtzig Jahre dabeigewesen. Erinnerungen eines Journalisten, München 1974.
  • Friedrich J. Bröder, Presse und Politik. Demokratie und Gesellschaft im Spiegel politischer Kommentare der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", der "Welt" und der "Süddeutschen Zeitung" (Erlanger Studien 8), Erlangen 1976.
  • Alfred Dürr, Weltblatt und Heimatzeitung. Die "Süddeutsche Zeitung", in: Michael Wolf Thomas (Hg.), Porträts der deutschen Presse. Politik und Profit, Berlin 1980, 63-80.
  • Joseph Dunner, Zu Protokoll gegeben. Mein Leben als Deutscher und Jude, München 1971.
  • Erika J. Fischer/Heinz-D. Fischer, Die 'Süddeutsche Zeitung'. Skizzen ihrer Entwicklung. 1945-1985, in: Süddeutsche Zeitung, Oktober-Dezember 1945, München 1985, 153-166.
  • Heinz-Dietrich Fischer, Parteien und Presse in Deutschland seit 1945, Bremen 1971.
  • Edmund Goldschagg 1886-1971. Das Leben des Journalisten, Sozialdemokraten und Mitbegründers der "Süddeutschen Zeitung", nacherzählt von Hans Dollinger, München 1986.
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  • Knud von Harbou, Wege und Abwege. Franz Josef Schöningh, Mitbegründer der Süddeutschen Zeitung. Eine Biographie, München 2013.
  • Knud von Harbou, Als Deutschland seine Seele retten wollte. Die Süddeutsche Zeitung in den Gründerjahren nach 1945, München 2015.
  • Wilhelm Hausenstein, Ausgewählte Briefe 1904-1957, Oldenburg 2000.
  • Wilhelm Hausenstein, Licht unter dem Horizont. Tagebücher von 1942 bis 1946, München 1967.
  • Herbert Heß, 50 Jahre Süddeutsche Zeitung. Eine Chronik, München 1995.
  • Herbert Heß, Eine Zeitung entsteht, in: Münchner Nachkriegsjahre, München 1997, 141-147.
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  • Ulrich Krenn, Werner Friedmann als Journalist. Eine Biographie, ungedruckte Diplomarbeit München 1983.
  • Uwe Krüger, Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten - eine kritische Netzwerkanalyse, Köln 2013.
  • Ernst Langendorf/Georg Wulffius, In München fing's an, München 1985, 9-20.
  • Rüdiger Liedtke, Die verschenkte Presse. Die Geschichte der Linzensierung von Zeitungen nach 1945, Berlin 1982, 112-117.
  • Elisabeth Matz, Die Zeitungen der US-Armee für die deutsche Bevölkerung (1944-1946) (Studien zur Publizistik 12), Münster 1969.
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  • Lisa Mundzeck, Auf Vertrauenssuche - Die Deutschlandpolitik der Regierung Brandt/Scheel in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit 1969-1973 (Studien zur Zeitgeschichte 64), Hamburg 2008.
  • Wolf-Dietrich Nahr, Die befohlene Pressefreiheit, Berlin 1991.
  • Kurt Prizkoleit, Wem gehört Deutschland. Eine Chronik von Besitz und Macht, München u. a. 1957.
  • Hermann Proebst, Durchleuchtete Zeit. Politische und historische Betrachtungen eines Journalisten, München 1969.
  • Hans-Günter Richardi, Am Anfang war das Ende. Das Wirken von August und Alfred Schwingenstein beim Wiederaufbau der freien Presse in Bayern, München 2001, 216.
  • Erich Schmidt-Eenboom, Geheimdienst, Politik und Medien. Meinungsmache undercover, Berlin 2004.
  • Franz Schönhuber, Die Volksverdummer. Persönliche Erfahrungen mit deutschen Medienleuten, Coburg 2005.
  • Gernot Sittner (Hg.), Die Seite Drei. Reportagen aus fünf Jahrzehnten, München 2. Auflage 2007.
  • Gernot Sittner (Hg.), Hans Ulrich Kempski berichtet. Große Reportagen eines legendären Journalisten, München 2009.
  • Sondernummer SZ intern 1998.
  • Dagmar Wiedenhorn-Schnell, Medien an der Longe. Deutsche Lizenzpresse in München 1945-1949, in: Friedrich Prinz (Hg.), Trümmerzeit in München. Kultur und Gesellschaft einer deutschen Großstadt im Aufbruch 1945-1949, München 1984, 252-260.
  • Hartwig Wiedow, Wilhelm E. Süskind. Studien, Hagen 2. Auflage 2007.
  • Zeitgeschichte. Zeitungsgeschichten, Beilage der Süddeutschen Zeitung Nr. 264, 15. November 1985, anlässlich der Ausstellung "40 Jahre Zeitgeschichte - 40 Jahre SZ" in München.
  • Kurt Ziesel, Das verlorene Gewissen. Hinter den Kulissen der Presse, der Literatur und ihrer Machtträger von heute, München 1962.
  • Achim Zons, Das Denkmal. Bundeskanzler Willy Brandt und die linksliberale Presse (Geschichte und Staat 269), München 1984.

Quellen

  • Ein Archiv des "Süddeutschen Verlags" ist nicht erhalten. Im Bayerischen Wirtschaftsarchiv liegt der Nachlass der Familie Schwingenstein, der mit deren Genehmigung eingesehen werden kann.
  • Eine ganze Reihe wissenschaftlicher Bibliotheken ermöglicht Inhabern eines entsprechenden Bibliotheksausweises die direkte kostenlose Recherche nach Artikeln der "Süddeutschen Zeitung", die ab 1992 digital erfasst sind.

Weiterführende Recherche

Externe Links

SZ, Süddeutsche

Empfohlene Zitierweise

Paul Hoser, Süddeutsche Zeitung (SZ), publiziert am 22.04.2014; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Süddeutsche Zeitung (SZ)> (20.06.2018)