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Nürnberger Nachrichten

Das Logo der Nürnberger Nachrichten.
Der Gründer der Nürnberger Nachrichten, Dr. Joseph E. Drexel (1896-1976), an seinem Schreibtisch. (Foto: Nürnberger Nachrichten)
Der spätere Verleger und Herausgeber der Nürnberger Nachrichten, Bruno Schnell (geb. 1929), an seinem Schreibtisch. (Foto: Nürnberger Nachrichten)
Titelseite der Erstausgabe der Nürnberger Nachrichten vom 11. Oktober 1945. Zu Beginn machte auch den Nürnberger Nachrichten die herrschende Papierknappheit zu schaffen. (Foto: Nürnberger Nachrichten)
Leser studieren das Extra-Blatt der Nürnberger Nachrichten zur Urteilsverkündung der Nürnberger Hauptkriegsverbrecher-Prozesse. (Foto: Nürnberger Nachrichten)
Das sog. Presseviertel an der Marienstraße, Sitz der Nürnberger Nachrichten. Das Areal dokumentiert auch ein Stück Nürnberger Zeitungsgeschichte. Rechts das ehem. Gauhaus, in das 1949 die "Nürnberger Nachrichten" einzogen und das heute Sitz der Geschäftsleitung ist; im mittleren Gebäude arbeitet unter anderem die Redaktion der NN. Links davon ist die Redaktion der "Nürnberger Zeitung" untergebracht. (Foto: Nürnberger Nachrichten)

von Rainer Krüninger

Von Joseph Eduard Drexel (1896-1976) gegründete Nürnberger Tageszeitung, die am 11. Oktober 1945 erstmals erschien. Die Zeitung erstreckte sich 1949 auf die Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen und die angrenzenden Landkreise in Mittelfranken. Aufgrund der starken Konkurrenz zu den Traditionsblättern seit der Verkündung der allgemeinen Pressefreiheit 1949 schuf Prokurist und Geschäftsführer Bruno Schnell (geb. 1929) 1959 das "Nürnberger Modell", das die Zeitung bis heute praktiziert. Zeitgleich erweiterten die "Nürnberger Nachrichten" ihr Verbreitungsgebiet durch neue Lokal- und Regionalausgaben auf ganz Mittelfranken sowie Teile der Oberpfalz und Oberfrankens. 1962 stieg Bruno Schnell in den Print-Medien-Großhandel ein; heute ist das Grosso-Unternehmen (Pressegroßhandel) als "Nordbayerischer Pressevertrieb" (NPV) im gesamten fränkischen Raum und im nördlichen Teil der Oberpfalz für den Zeitungs- und Zeitschriften-Großhandel zuständig.

Start aus Ruinen

Als die "Nürnberger Nachrichten" (NN) am 11. Oktober 1945 zum ersten Mal erschienen, lag Nürnberg in Trümmern. In der zerbombten Stadt gab es keine Druckerei, die für die Herstellung einer Zeitung geeignet gewesen wäre. Was an Druckmaschinen noch vorhanden war, hatte die US-Militärregierung beschlagnahmt. So musste sich der Träger der Lizenznummer drei in Bayern, Joseph Eduard Drexel (1896-1976), im Umland einen Betrieb suchen, der ihm seine Zeitung produzierte.

In der Druckerei Bollmann in Zirndorf (Lkr. Fürth) fanden Verlag und Redaktion ein erstes Domizil. In Nürnberg gab es zunächst nur eine Filiale des Blattes, das anfangs schon wegen der damals herrschenden Papierknappheit lediglich dreimal pro Woche erschien und in der Regel nicht mehr als sechs bis acht Seiten Umfang hatte.

Neuanfang im ehemaligen "Gauhaus"

Schon 1948 konnte der Nürnberger Nachrichten-Verlag ausgerechnet das ehemalige NS-Gauhaus in der Nürnberger Marienstraße erwerben. Joseph E. Drexel gehörte während der NS-Zeit dem Widerstandskreis um Ernst Niekisch (SPD, USPD, ASP, SED, 1889-1967) an und wurde nach seiner Verurteilung vor dem Volksgerichtshof vom damaligen Gauleiter Julius Streicher (NSDAP, 1885-1946) mit den Worten verabschiedet: "Ich werde dafür sorgen, dass Sie die Sonne nie mehr sehen". Doch Drexel überlebte Zuchthaus und Inhaftierung in den Konzentrationslagern Mauthausen (Österreich) und Flossenbürg (Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab) und setzte sich 1949 in das ehemalige Arbeitszimmer des berüchtigten "Stürmer"-Hetzers Julius Streicher, der 1946 als Hauptkriegsverbrecher bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt worden war.

Da die Militärregierung eine Lizenz für die Herausgabe einer Zeitung in der Regel nur zwei oder drei Personen übertrug, drängte sie Drexel so lange, bis er schließlich mit Hans Walter und Heinrich G. Merkel (1900-1985) zwei weitere Teilhaber aufnahm. Sehr wichtig für die positive Entwicklung der "Nürnberger Nachrichten" wurde in dieser Zeit Roland Buschmann (1907-1962), der ab 1949 als Chefredakteur kam und das damals unverwechselbare Zeitungsbild der "Nürnberger Nachrichten" schuf. Durch sein journalistisches Engagement bis zu seinem Tode 1962 trug er wesentlich zu einer erheblichen Auflagensteigerung bei.

Bruno Schnell

Die jahrzehntelange kontinuierlich positive und zeitweise dynamische Entwicklung verdanken die "Nürnberger Nachrichten" vor allem Bruno Schnell (geb. 1929). 1950 als Verlags-Assistent zu den "Nürnberger Nachrichten" gekommen, übernahm er bereits 1956 als damals erst 27-Jähriger eine Schlüsselrolle: Er wurde alleinvertretungsberechtigter Prokurist. Ab 1962 bestimmte er praktisch allein die Geschicke des immer größer werdenden Zeitungshauses, das er als Geschäftsführer der Gesellschafter und nach der Umwandlung der Firma in eine Kommanditgesellschaft auch als persönlich haftender Gesellschafter leitete.

Mit immer neuen Initiativen und verlegerischen Ideen sorgte er dafür, dass sich die "Nürnberger Nachrichten" mit über 300.000 Abonnenten und Käufern bis 1970 zur zeitweise auflagenstärksten Zeitung in Bayern entwickelten. Herz- und Kernstück seiner ersten großen verlegerischen Überlegungen war die Schaffung einer Arbeits- und Interessengemeinschaft, mit der er sukzessive alle mittelfränkischen Heimatzeitungen durch attraktive Verträge zu einer in Deutschland einmaligen Kooperation zusammenführte.

"Generallizenz" schafft neue Konkurrenz

Das Verbreitungsgebiet, das die US-Militärregierung den "Nürnberger Nachrichten" zugewiesen hatte, umfasste 1949 die Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen und die angrenzenden Landkreise in Mittelfranken. Die Nürnberger Nachrichten versorgten ihr Gebiet journalistisch mit einer "Stadtausgabe A" für Nürnberg, mit zwei titelbezogenen Lokalausgaben in Fürth und Erlangen und das ländliche Restgebiet mit einer "Landausgabe B". Als 1949 die Generallizenz in Kraft trat, die Zeitungsgründungen ohne Genehmigung durch die Militärregierung ermöglichte, wurden die Lizenzzeitungen mit der Konkurrenz der alten Traditionsblätter konfrontiert.

In Nürnberg erschien wieder die damals bereits über 140 Jahre alte "Nürnberger Zeitung". Dazu gesellten sich die SPD-Parteizeitung "Fränkische Tagespost" und die Boulevardzeitung "8-Uhr-Blatt". Im Umland kamen eine Reihe alter Heimatzeitungen wieder auf den Markt. Sie gewannen mit der lokalen Nähe zu ihrer Leserschaft bald das Vertrauen der ländlichen Bevölkerung zurück, so dass die Auflage der Landausgabe der "Nürnberger Nachrichten" sank.

Allerdings waren die einzelnen Heimatblätter auf ein schmales Verbreitungsgebiet beschränkt und für die werbende Wirtschaft nicht besonders interessant. Die technische Entwicklung erforderte bald immer höhere Investitionen, die der einzelne Heimatverlag kaum mehr schultern konnte. Auf der anderen Seite hätten die "Nürnberger Nachrichten" aber in allen Verbreitungsgebieten der Heimatzeitungen eigene Lokalausgaben aufbauen müssen, um für die Leser und für die Werbewirtschaft im ländlichen Raum attraktiv bleiben zu können.

Das "Nürnberger Modell"

In dieser Situation erarbeitete der damals 29-jährige Bruno Schnell im Verlag der "Nürnberger Nachrichten" das "Nürnberger Modell". Er bot einigen Heimatzeitungsverlegern eine "Arbeits- und Interessengemeinschaft" an, deren Grundlage später als "Nürnberger Modell" bezeichnet wurde und die bis heute unverändert existiert: Die Heimatverlage bringen ihre Auflage in die Gesamtauflage der "Nürnberger Nachrichten" ein und erhalten von der Großstadtzeitung den "Mantelteil" mit den überregionalen und regionalen Nachrichten unter Beibehaltung ihrer traditionellen Titel.

Sie behalten ihre Eigenständigkeit, stellen in eigener Regie ihre Lokalteile her und partizipieren entsprechend ihrer Auflagenhöhe am Anzeigenerlös der "Nürnberger Nachrichten". Da die lokalen Verleger "für die redaktionelle Gestaltung des lokalen Teils ausschließlich zuständig und verantwortlich" sind, bestimmen sie auch Richtung und Inhalt ihrer Lokalteile. So liegen dem eher "links-liberal" eingeschätzten Mantel der "Nürnberger Nachrichten" häufig "konservativ" ausgerichtete Lokalseiten bei. Angepasst wurde von den meisten Heimatverlegern allerdings das typografische Gesicht des Mantels der "Nürnberger Nachrichten".

Die ersten sechs Heimatverlage, die sich dieser Interessengemeinschaft anschlossen, waren 1959 das "Erlanger Tagblatt", das "Schwabacher Tagblatt", die "Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung", die "Pegnitz-Zeitung" in Lauf (Lkr. Nürnberger Land), der "Treuchtlinger Kurier" und die "Windsheimer Zeitung". Dadurch wurde die Werbewirksamkeit der "Nürnberger Nachrichten" einerseits gestärkt, während auf der anderen Seite die steigenden Werbeerlöse den Heimatverlagen zugute kamen.

Neue Lokal- und Regionalausgaben

Daneben erweiterten die "Nürnberger Nachrichten" ihr Verbreitungsgebiet durch neue Lokal- und Regionalausgaben. Um den geographisch etwas isolierten "Treuchtlinger Kurier" zu unterstützen, wurden 1959 die "Weißenburger Nachrichten" gegründet. 1961 folgten drei Regionalausgaben unter dem Titel "Nordbayerische Nachrichten": Die "Landausgabe B 1" für die oberfränkischen Landkreise Forchheim, Ebermannstadt und Pegnitz, wobei Pegnitz als B 1a später in eine eigene Ausgabe umgewandelt wurde, 1962 die "Regionalausgabe B 2" für den Landkreis Höchstadt und die "Landausgabe B 3" für die Landkreise Neustadt a.d.Aisch, Scheinfeld und Uffenheim, wo in einem Teilbereich bereits die "Windsheimer Zeitung" erschien, die seit 1959 mit den "Nürnberger Nachrichten" kooperierte.

In den folgenden Jahren schlossen sich weitere mittelfränkische Heimatverleger der "Arbeits- und Interessengemeinschaft" an:

  • 1962 die "Hersbrucker Zeitung" und "Der Bote für Nürnberg-Land"
  • 1965 der "Fränkische Anzeiger" in Rothenburg
  • 1969 der "Altmühl-Bote" und das "Weißenburger Tagblatt"

Nachdem die "Nürnberger Nachrichten" auf Drängen ihrer Anzeigenkunden ab 1965 mit den "Ansbacher Nachrichten" und den "Feuchtwanger Nachrichten" als direkte lokale Konkurrenz zur "Fränkischen Landeszeitung" (Ansbach) in Westmittelfranken erschienen waren, schloss sich der Ansbacher Verlag am 1. Januar 1970 ebenfalls der Interessengemeinschaft Nürnberger Nachrichten an.

Schließlich arrondierten die "Nürnberger Nachrichten" ihr Verbreitungsgebiet Ende 1969 mit der Gründung der "Neumarkter Nachrichten" in der westlichen Oberpfalz. Damit deckten die "Nürnberger Nachrichten" den gesamten Wirtschaftsraum Nürnberg in Mittelfranken und den der angrenzenden Gebiete Oberfrankens und der Oberpfalz ab.

Werbeträger "Nürnberger Nachrichten" und "Nürnberger Zeitung"

Bereits 1961/62 hatten die "Nürnberger Nachrichten" finanzielle Beteiligungen an der Nordbayerischen Verlagsgesellschaft und damit an ihrer lokalen Konkurrenz "Nürnberger Zeitung" übernommen. Daraus entstand in der Folgezeit der gemeinsame Werbeträger "Nürnberger Nachrichten", der eine Auflage von über 350.000 Exemplaren erreichte. Zu diesem Zweck wurde 1965 die "Nordbayerische Anzeigenverwaltung" gegründet, über die praktisch die gesamte Auftragsentwicklung im Anzeigengeschäft des Werbeträgers läuft. Betreut werden aber nicht nur der Mantelteil und überregionale Anzeigen-Belegungen, sondern auch die Lokalteile der eigenen Ausgaben, die zweiteilige Stadtausgabe des "Nürnberger Anzeigers", eigene Anzeigenblätter und der "Sonntags-Blitz".

Bessere Chancen für die "Nürnberger Zeitung"

Seit 1971 wurde den Lesern entsprechend dem Nürnberger Nachrichten-Modell sukzessive das Angebot gemacht, Lokalseiten aus dem Gebiet der kooperierenden Heimatzeitungen auch mit dem Mantel der "Nürnberger Zeitung" zu liefern. Mit der "Nordbayerischen Zeitung" entstand so praktisch eine "Landausgabe" der bisher nur in Nürnberg angebotenen "Nürnberger Zeitung". Sie wurde ständig ausgeweitet und erreicht heute praktisch alle Lokalausgaben der "Nürnberger Nachrichten" und Heimatzeitungsverlage mit Ausnahme der "Fränkischen Landeszeitung" und des "Fränkischen Anzeigers" in Westmittelfranken.

Damit wurde auch außerhalb von Nürnberg die richtungsmäßig alternative Redaktions-Konzeption der beiden Blätter konsequent fortgesetzt, die der kleineren "Nürnberger Zeitung" seitdem eine breitere Reichweite sichert.

Das Lokale dominiert

Mit der Einführung des wöchentlich erscheinenden "Stadt-Anzeigers" und der damit verbundenen intensiven redaktionellen Betreuung der Nürnberger Stadtteile wurde man der Bedeutung des lokalen Geschehens für eine regionale Tageszeitung gerecht und bot gleichzeitig schon sehr früh den auf den Markt drängenden Anzeigenblättern Paroli. Das setzte sich mit der Herausgabe mehrerer eigener Anzeigenblätter im Nürnberger Umland fort und erreichte eine neue Dimension, als 1996 der "Sonntags-Blitz" erschien. Er wird am Wochenende mit einer Gesamtauflage von 400.000 Exemplaren produziert und kostenlos an alle Haushalte in Nürnberg und der engeren Umgebung verteilt. Der "Sonntags-Blitz" ist mit seinem beachtlichen redaktionellen Inhalt weit über das Niveau des üblichen Angebots in Anzeigenblättern hinausgewachsen und zu einer echten Wochenendzeitung geworden.

Printmedien und Online-Redaktion unter einem Dach

Flankierend zu diesen reinen Presse-Initiativen wurden die "Nürnberger Nachrichten" auch in anderen Medienbereichen aktiv. 1985 waren die "Nürnberger Nachrichten" Mitbegründer der Mittelfränkischen Kabelgesellschaft. Nach dem Start des Privat-Rundfunks wurde mit "Radio F" ein eigener Sender in den Äther gestellt, der im Großraum Nürnberg eine beachtliche Akzeptanz genießt.

Mit dem Start von "nordbayern.de" wurde ab Herbst 1995 ein Online-Angebot in das Firmen-Mosaik integriert. Die "Nürnberger Nachrichten" und die "Nürnberger Zeitung" sind dort mit unterschiedlichen redaktionellen Seiten präsent und bauen ihr Angebot ständig weiter aus, um auf eine möglichst große Reichweite zu kommen.

Der "Grosso-Handel"

Ein großer Wurf gelang mit dem Einstieg in den Print-Medien-Großhandel. 1962 erwarb Bruno Schnell für die "Nürnberger Nachrichten-Firmengruppe" den K. Michel Presse-Vertrieb, mit dem die Auslieferung der im Pressehaus erzeugten Produkte im gesamten Verbreitungsgebiet gesichert wurde. Das in seiner Branche zunächst relativ kleine Grosso-Unternehmen (Pressegroßhandel) wuchs im Laufe der Jahre enorm und ist als "Nordbayerischer Pressevertrieb" (NPV) heute im gesamten fränkischen Raum und im nördlichen Teil der Oberpfalz für den Zeitungs- und Zeitschriften-Großhandel zuständig. Damit ist der NPV der größte Presse-Grossist in Deutschland.

Ein soziales Zeitungshaus

Was die "Nürnberger Nachrichten" von vielen anderen Verlagshäusern unterscheidet, ist vor allem die soziale Grundeinstellung ihres Verlegers und Herausgebers Bruno Schnell. Von Anfang an war er nicht nur um ein angenehmes Betriebsklima bemüht, sondern förderte auch immer wieder die sozialen Leistungen des Verlags.

Die tariflichen Vereinbarungen wurden nicht nur eingehalten, sondern in vielen Bereichen übertroffen. Wenn es dem Verlag gut ging, sollten auch die Mitarbeiter daran partizipieren. Neben finanziellen Sonderleistungen, wie jährlichen Treueprämien und Jubiläumszahlungen, stand vor allem die Sicherung der Arbeitsplätze im Vordergrund. Die seit 1978 existierende Arbeitsplatz-Garantie hielt der Verleger für die "Nürnberger Nachrichten" auch in wirtschaftlich schwierigen Jahren ein.

Folgen des Mediennutzungsverhaltens der Gesellschaft

Die seit 1980 zeitweise fast revolutionären Entwicklungen im technischen Bereich federten die "Nürnberger Nachrichten" durch immer neue Organisationsformen und durch ständige Umschulung ihrer bewährten Mitarbeiter ab. Der Rückgang der Mitarbeiter-Zahlen vor allem im technischen Bereich resultierte ab 1980 einzig und allein aus dem altersbedingten Ausscheiden von Arbeitskräften, die nicht wieder ersetzt werden mussten. So ging die Zahl der Mitarbeiter im Verlag Nürnberger Presse und im Druckhaus von 1.715 im Jahre 1981 bis 1991 auf 1.673, zehn Jahre später auf 1.581, 2011 auf 1.269 und bis Ende 2013 auf 1.192 sukzessive zurück, ohne dass es zu betriebsbedingten Kündigungen kam.

Wie alle deutschen Zeitungen sind auch die "Nürnberger Nachrichten" seit Jahren dem Strukturwandel im Medienwesen ausgesetzt. Die Auflagen des "Werbeträgers" (NN und NZ), aber auch der "NN" allein gingen seit 1994 kontinuierlich zurück. Gestartet waren die "Nürnberger Nachrichten" 1945 mit 148.000 Exemplaren. Diese Zahl stieg bis 1955 auf rund 176.000, lag zehn Jahre später bei 236.000 und kletterte bis 1975 auf fast 310.000. 1994 wurde mit 315.095 verkauften Exemplaren der Höchststand erreicht. Wie bei fast allen anderen deutschen Tageszeitungen verringerte sich seitdem die Auflage: 2004 waren es 281.366 verkaufte Exemplare, Ende 2013 sank die Auflage auf 242.279. Die Einbußen sucht man in zunehmendem Maße durch Internet-Angebote auszugleichen.

Literatur

  • Kurt Koszyk, Publizistik und Medien, in: Max Spindler/Alois Schmid (Hg.), Handbuch der bayerischen Geschichte. 4. Band, 2. Teil, München 2. Auflage 2007, 495-535.
  • Rainer Krüninger, 50 Jahre NN-Modell, in: Nürnberger Nachrichten Nr. 147 vom 30. Juni 2009, 21-24.
  • Karl Vogel, Das NN-Modell. Verlegerisches Handeln als kommunikationspolitisches Programm (Nürnberger Forschungsberichte 18), Nürnberg 1981.
  • Hans Wagner, Nürnberger Nachrichten, in: Hans Wagner/Ursula E. Koch/Patricia Schmidt-Fischbach (Hg.), Enzyklopädie der bayerischen Tagespresse, München 1990, 481-507.

Weiterführende Recherche

Externe Links

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NN

Empfohlene Zitierweise

Rainer Krüninger, Nürnberger Nachrichten, publiziert am 24.03.2014; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Nürnberger_Nachrichten> (20.06.2018)