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Hans Glas GmbH

von Georg Rettenbeck

Hans Glas sen. (1890-1969), 1960. Der in Pilsting (Lkr. Dingolfing-Landau) geborene Hans Glas war Eigentümer des gleichnamigen Unternehmens. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Hersteller für Sämaschinen in Europa und zu einem Automobilhersteller. Mitte der 1960er Jahre geriet das Unternehmen in finanzielle Schieflage und wurde an den Münchner Konkurrenten BMW verkauft. (BMW Group Archiv, BMW UF 1210-1)

Die Hans Glas GmbH geht zurück auf eine 1863 von Maurus Glas (geb. 1828) gegründete Landmaschinenfabrik. Das Unternehmen produzierte zunächst ausschließlich Landmaschinen und entwickelte sich zum größten Hersteller von Sämaschinen in Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte sich das Produktportfolio zunächst um Motorroller, ab 1955 auch um Autos. Das Unternehmen wurde seit den 1920er Jahren stark von Hans Glas (1890-1969) geprägt und führte technische Neuerungen ein. Mitte der 1960er Jahre geriet die Hans Glas GmbH in finanzielle Schieflage und wurde schließlich 1966 vom Konkurrenten BMW übernommen. Das Werk am Standort Dingolfing wurde in den folgenden Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte des BMW-Konzerns und zum bedeutendsten Arbeitgeber in der Region.

Werkstätte für Landmaschinen

Werbeannonce der Fa. Glas & Lohr in der örtlichen Isar-Zeitung, 1908. (Stadt Dingolfing)

Maurus Glas gründete 1863 eine Fabrik für Landmaschinen in Freising, bei der zeitweise bis zu 300 Arbeiter beschäftigt waren. Dessen Sohn Sohn Andreas Glas (geb. 1857) eröffnete 1883 in Pilsting (Lkr. Dingolfing-Landau) die "Maschinenfabrik und Reparaturwerkstätte Andreas Glas". 1907 stieg Carl Hans Lohr (geb.1875), ein Vertreter der Alfa Laval Separatoren Werke, als finanzkräftiger Partner in das Unternehmen ein, das fortan als "Spezialfabrik für Säemaschinen Dingolfing, Glas & Lohr" firmierte. In der Folge erlebte das Unternehmen mit seinen Produkten unter dem Markennamen "BAVARIA" einen raschen wirtschaftlichen Aufstieg. Die Firma profitierte von der zunehmenden Mechanisierung in der Landwirtschaft. Als Kernprodukt im landwirtschaftlichen Arbeitsprozess wurden Sämaschinen in unterschiedlicher Größe für alle Aussaaten gefertigt.

Spezialfabrik für Sämaschinen

Luftbildaufnahme der Hans-Glas-Werke in Dingolfing von Westen, 1959. (BMW Group Archiv, BMW UF-856-1)

Andreas Glas verlegte 1908 den Betrieb von Pilsting nach Dingolfing, um auf der dort alljährlich zu Kirchweih stattfindenden landwirtschaftlichen Ausstellung teilnehmen zu können - zugelassen als Aussteller waren nur ortsansässige Firmen. Er erhoffte sich von der Präsenz auf der Messe eine nachhaltige Absatzsteigerung. Die Stadt Dingolfing stellte dem Unternehmen unmittelbar am Bahnhof drei Tagwerk Grund zur Verfügung. Das war der Grundstein für den späteren Industriestandort Dingolfing. Drei Jahre später übernahm Andreas Glas 1911 die Anteile von Lohr und damit das Unternehmen wieder vollständig. Die Firma spezialisierte sich nun auf den Bau von Sämaschinen, die unter dem Markennamen "ISARIA" vertrieben wurden. Bis 1927 konnten 50.000 Maschinen produziert werden und 1938 wurde die 100.000ste ISARIA-Sämaschine ausgeliefert. Der Absatz ersteckte sich auf ganz Mitteleuropa, insbesondere aber auch Osteuropa.

Begonnen hatte bei Glas alles mit Landmaschinen. Besonders die Sämaschinen des Unternehmens trugen den Namen Glas in alle Welt. Auf dem Bild zu sehen ist das Modell Isaria Landmaschine "Super Universal 3m", eines der erfolgreichsten Produkte von Glas nach dem Zweiten Weltkrieg. (BMW Group Archiv, BMW UF-6573-1)

Inzwischen hatte Hans Glas (1890-1969), der Sohn von Andreas Glas, in der väterlichen Fabrik das Handwerk des Maschinenbauers erlernt. Anschließend war er in Berlin als technischer Verkäufer im Außendienst der kanadischen "Massey-Harris Comp." tätig, einem der bedeutendsten Landmaschinenfabriken der damaligen Zeit. Ab 1910 arbeitete er im Stammhaus der Gesellschaft in Toronto (Kanada). Im Ersten Weltkrieg übersiedelte er in die USA und erwarb sich in unterschiedlicher Funktion bei "Mc. Cormick & Comp.", bei "Ford Motor Comp.", bei Bosch und bei "Hendee Manufacturing Company" (ab 1923: Indian Motocycle Company) technische und kaufmännische Fertigkeiten.

Unterdessen litt das väterliche Unternehmen unter den Folgen des Ersten Weltkrieges und der Inflation. Hans Glas kehrte daher 1920 aus Amerika zurück. 1923 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, dessen Mehrheitseigner der Stumm-Konzern wurde. Hans Glas machte sich die Erfahrungen seines USA-Aufenthalts zu nutze. Er strukturierte Unternehmen und Produktion nach amerikanischem Vorbild um und es gelang ihm bis 1937 sämtliche Anteile zurückzukaufen.

Die von ihm eingeleiteten Maßnahmen schlugen sich in wirtschaftlichem Erfolg nieder und das Unternehmen wurde zur größten Sämaschinenfabrik Europas. Mehr als 60 % des europäischen Bedarfs wurde von den ISARIA-Sämaschinen gedeckt. Insbesondere in den Ostgebieten des Deutschen Reiches konnte der Absatz erhöht werden. Seit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs stellte auch die Firma Glas Rüstungsgüter her, darunter für die Firma Messerschmitt in Regensburg Leitwerke für den Flugzeugbau und Kanonenhülsen für die Befüllung mit Sprengstoff für die "Waldwerke" Passau.

Das Unternehmen konnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs die Produktion relativ rasch wieder aufnehmen. Bereits 1948 zählte man 750 Beschäftigte und 1951 wurde die 200.000ste ISARIA-Sämaschine ausgeliefert. 1949 erfolgte die Umwandlung der Aktiengesellschaft in eine GmbH mit einem Stammkapital von 10 Mio. Mark. Gesellschafter waren nun Hans Glas mit 60 % und seine beiden Kinder Andreas Glas II. (1923-1990) mit 25 % und Tochter Hertha Glas mit 15 %.

Mitarbeiterzahlen 1953-1966
Jahr Mitarbeiter
1953 1.000
1954 k.A.
1955 2.467
1956 3.381
1957 4.079
1958 4.160
1959 4.000
1960 4.000
1961 3.800
1962 4.100
1963 4.100
1964 4.200
1965 4.300
1966 4.000

Der Absatz der erfolgreichen ISARIA-Maschinen beschleunigte sich mit der guten Nachkriegskonjunktur nochmal deutlich, so dass bereits 1964 die 300.000ste Sämaschiene ausgeliefert werden konnte. Das Unternehmen war mit zwei Problemfeldern konfrontiert: einmal zeichnete sich bereits ab, dass die starke Nachfrage nach Landmaschinen nicht dauerhaft auf einem derart hohen Niveau bleiben würde und der Markt eine Grundsättigung erreicht hatte. Zum zweiten bekam Glas deutlich zu spüren, dass der vor dem Krieg enorm starke Absatzmarkt Osteuropa aufgrund des Ost-West-Konflikts nicht mehr zugänglich war.

Der erste deutsche Motorroller

Ab 1951 erweiterte Glas sein Produktportfolio um Motorroller, die günstige Mobilität für die Nachkriegsgesellschaft bedeuteten. Glas produzierte von den sog. Goggo-Rollern die verschiedensten Varianten. Neben Motorrollern mit Beiwägen waren das v. a. die Goggo-Lastenroller. Das Foto zeigt den Messestand der Hans Glas GmbH mit Motorrollern. Foto zwischen 1951 und 1968. (BMW Group Archiv, BMW MF-5980-1)

Um das Produktportfolio weiter zu diversifizieren, schlug Andreas Glas II. 1951 vor, in Dingolfing Motorroller zu fabrizieren. Er wollte von der zunehmenden Motorisierung mit Krafträdern in der frühen Nachkriegszeit profitieren. Auf dem deutschen Markt waren zu dieser Zeit bereits verschiedene Hersteller (Maicomobil 1950) vertreten, die nach italienischen Vorbildern (1946 Vespa der Fa. Piaggio; 1947 Lambretta der Fa. Innocenti) Motorroller bauten und verkauften. Noch 1951 rollte der erste Motorroller bei Glas vom Fließband. Der "Goggo-Roller" war damit der erste Motorroller aus deutscher Entwicklung und Produktion, der in Großserie gefertigt wurde. Dank fortschrittlicher Konstruktion und hoher Fahrleistung wurde er ein großer Erfolg. Der Schritt von der Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen zum Kraftfahrzeugwerk war getan. Um die erweiterte Produktion zu bewältigen, lagerte das Unternehmen Teile der Landmaschinenproduktion nach Pilsting aus, wo ebenfalls 1951 die Firma Hahn erworben wurde. Von den Motorrollern - Goggo-Roller und Lastenroller - wurden im Zeitraum 1951 bis 1956 insgesamt 46.666 Stück gebaut.

Die Automobilfabrik Hans Glas GmbH

Zeitversetzt zur gestiegenen Nachfrage nach Krafträdern begünstigte der steigende Wohlstand die Nachfrage nach Automobilen. Anfang 1952 begannen die Glas-Ingenieure unter der Leitung von Andreas Glas II. und Karl Dompert (1923-2013) mit der Entwicklung einer familienfähigen Variante zum Roller. Damit sollte ein künftiger Rückgang bei den Verkaufszahlen des Goggo-Rollers abgefedert werden.

Mit der Entwicklung eines Kleinstwagens wurde die Fortentwicklung des Rollers gestoppt. Nach knapp dreijähriger Entwicklungszeit startete im Mai 1955 die Serienfertigung des Glas-Kleinstwagens in neuen Produktionshallen in Dingolfing. Der Wagen erhielt den Namen "Goggomobil". Entwicklung und Produktionshallen konnte das Unternehmen vollständig aus Eigenkapital finanzieren. Zur Produktionserweiterung kaufte Glas 1954 die Landshuter Rollerfabrik Erich Röhr GmbH und siedelte auf dem dortigen Werksgelände die Motorenfertigung an.


Das "Goggomobil" traf in seiner technischen Konzeption, ebenso wie in Leistung und Form, die Wünsche des Marktes. Der Verkaufserfolg, der wesentlich von seinem günstigen Preis bestimmt war, übertraf auch die kühnsten Erwartungen des Unternehmens. Im ersten Jahr wurden rund 10.000 Goggomobile gefertigt, bis März 1958 schon 100.000 und bis Ende 1965 hatten rund 250.000 Goggomobile die Fließbänder des Werkes verlassen. Das erfolgreichste Jahr war 1957: das Unternehmen zählte 4.000 Beschäftigte, einen Jahresumsatz von 120 Mio. DM und exportierte seine Fahrzeuge in 54 Länder. Zu dem Erfolg trug auch bei, dass das Goggomobil aufgrund seiner Motorspezifikation von 247ccm mit der Fahrerlaubnis für Motorräder bis 250ccm gefahren werden durfte.

Bereits wenige Jahre nach seiner Einführung 1955 lief 1958 das 100.000ste Goggomobil vom Band. Ebenfalls 1958 wurde die 250.000ste ISARIA-Sämaschine produziert. Aufnahme vom 28.3.1958 im Glas-Werk in Dingolfing. (BMW Group Archiv, BMW UF-401-1)

Angespornt durch den Erfolg des Goggomobils entwickelte die Hans Glas GmbH ihren ersten Viertaktmotor, der das neue und größere Fahrzeugmodel "ISAR" antreiben sollte (Markteinführung 1958). Ab 1962 entwickelte das Unternehmen seinen ersten Vierzylindermotor (eingesetzt in den Glas-Modellen 1004, 1204 und 1304), der erstmals im Automobilbau die obenliegende Nockenwelle mit einem Kunststoff-Zahnriemen antrieb. Der neue Vierzylinder begründete den guten Ruf aller Glas-Motoren. Auch im Motorsport feierten Autos von Glas nun beachtliche Erfolge, so dass man sich im Werk mehr und mehr für die Entwicklung sportlicher Wagen zu interessieren begann.

Die Motoren konnten durch ein Baukastenprinzip systematisch vergrößert und verändert werden und damit auch einer sportlichen Ausrichtung der Fahrzeuge Rechnung tragen. Um das Design dieser Entwicklung anzupassen, bediente man sich bei Glas der Hilfe des italienischen Karosseriebauers Pietro Frua (1913-1983). 1965 wurde das Produktionsprogramm gestrafft und im Zuge der Typenbereinigung wurden einige Modelle eingestellt. Ein neues Modell mit der von Frua entwickelten Coupé-Karosserie erregte auf der Frankfurter Automobilausstellung (IAA) im Herbst 1965 großes Aufsehen (1300 GT, später auch als Cabriolet erhältlich). Seine Fertigung begann 1966.

Das Unternehmen stand vor immer größeren finanziellen Herausforderungen. Notwendige Investitionen, um mit den großen Automobilherstellern mithalten zu können, konnte die Glas-GmbH nicht mehr alleine tätigen. Lediglich 130 bis 150 Fahrzeuge konnten im Dingolfinger Werk täglich produziert werden und die Produktion von Landmaschinen im Werk Pilsting sowie Aufträge der Bundeswehr für Lastwagenaufbauten (seit 1960) mussten den Automobilbau stützen. Der Konzernumsatz verringerte sich 1966 binnen eines Jahres um 20 Mio. DM (1965: 190,5 Mio. DM; 1966: 169,9 Mio. DM). Der Rückgang wurde allein von der gesunkenen Automobilproduktion verursacht. Glas war dringend auf ein Darlehen des Freistaats in Höhe von 5 Mio. DM angewiesen und suchte nach einer Lösung, bei der das Unternehmen möglichst erhalten bleiben konnte.

Produktionszahlen Glas-Roller und -Automobile 1951-1969
Jahr Stückzahlen
1951 735
1952 5.791
1953 14.917
1954 19.060
1955 14.957
1956 34.485
1957 43.642
1958 43.845
1959 47.875
1960 37.856
1961 35.595
1962 32.715
1963 29.305
1964 29.104
1965 30.172
1966 26.598
1967 18.204
1968 8.090
1969 3.126
Gesamt 476.072

Übernahme durch BMW

Nach der Übernahme der Glas-Werke durch BMW wurden zunächst die bisherigen Modelle weiter produziert. Für die Marketingabteilung von BMW war es wichtig, den Kunden zu signalisieren, dass Glas-Automobile nicht minder schlecht als Fahrzeuge von BMW seien. Dennoch stellte BMW nach und nach die ehemaligen Glas-Modelle ein (1969: Goggomobil) oder das Design um. Werbeanzeige von 1967. (BMW Group Archiv, BMW AF-4693-1)

Die Rettung des Dingolfinger Unternehmens erschien lediglich durch die Übernahme durch einen größeren Konkurrenten möglich. Am 2. September 1966 kamen Verhandlungen mit BMW über eine Übernahme der Glas-GmbH zum Abschluss. Der Münchner Autobauer erwarb daraufhin für 10 Mio. DM alle Anteile an der Hans Glas GmbH und der Freistaat sicherte mit einer Bürgschaft über 50 Mio. DM die Arbeitsplätze in Dingolfing ab. Das Kapital wurde als Kreditzusage der Bayerischen Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) Anfang Dezember 1966 gegeben. BMW benötigte Platz für seine Produktion und sicherte sich mit der Übernahme das größte "Kapital"- eine gut ausgebildete Arbeiterschaft und eine intakte Vertriebsorganisation.

Nach der Übernahme durch BMW wurden einige Fahrzeuge weiterhin produziert, so auch der 1965 auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt präsentierte Glas V8 (Serienproduktion als Glas 2600 V8). 1967 modifizierte BMW den sog. Glaserati (eine Anspielung auf das italienische Design des Fahrzeugs und den großen V8-Motor) und brachte ihn als BMW Glas 3000 V8 auf den Markt, musste 1968 bereits wieder eingestellt werden. Neben einigen technischen Details änderte BMW bis zur Einstellung der Glas-Modelle lediglich die Typenbezeichnungen und ergänzte die markentypischen Merkmale Niere und Emblem. Werbeplakat des BMW GLAS 3000 V8, entstanden zwischen 1967 und 1968. (BMW Group Archiv, BMW AF-4694-1)

BMW führte zunächst die Modelle von Glas weiter, stellte aber die Produktion einiger Fahrzeuge ein, darunter die GLAS V8-Modelle und die GLAS 1700-Limousinen. Mit der Übernahme ging auch eine konsequente Überarbeitung der bestehenden Modellreihen einher, um den BMW-Qualitätsstandards zu genügen. Anfang 1967 wurde in in Dingolfing in Kurzarbeit produziert und Ende des Jahres folgten aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Konzerns Entlassungen. BMW übernahm auch das Landshuter Glas-Werk, während das Werk in Pilsting an die Landmaschinen- und Traktorenfabrik Eicher veräußert wurde. Nach der Übernahme blieb Andreas Glas II. weiterhin mit einem Direktorenposten im Unternehmen, zog sich jedoch 1968 zurück. Bis 1969 wurde die gesamte Produktion schrittweise auf BMW-Modelle um - und die Fertigung von Glas-Automobilen eingestellt (Fertigungsende Goggomobil 30.6.1969).

Die Übernahme der Hans Glas GmbH war für BMW ein Kraftakt, der letztlich mithilfe staatlicher Unterstützung gelang. Der Münchner Konzern konnte mit dem Kauf sein Image vom Übernahmekandidaten ablegen. BMW erweiterte dadurch Produktionskapazitäten deutlich und konnte die Produktionszahlen kräftig steigern (Steigerung der Pkw-Produktionszahlen 1968 gegenüber dem Vorjahr bundesweit +19,7 %; BMW inkl. GLAS +33 %).

Industrieregion Dingolfing

Mit der Erweiterung der Produktion um Krafträder und Automobile bei Glas begann der Umbau einer vormals agrarisch strukturierten Landschaft hin zu einer Industrielandschaft. Glas wurde mit dem Stammwerk in Dingolfing und den Zweigwerken Landshut und Pilsting zum größten Arbeitgeber der Region. 1966 waren hier über 4.000 Menschen beschäftigt, viele weitere bei Zulieferern. Der Standort Dingolfing wurde nach der Übernahme durch BMW zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte des Münchner Autobauers. Heute (2019) stellen über 22.000 Beschäftigte in den Werken Dingolfing und Landshut Fahrzeuge und Komponenten her. Die Glas-Werke in Dingolfing und Landshut wurden zum Ausgangspunkt eines die gesamte Region erfassenden strukturellen Wandels.

Literatur

Quellen

Weiterführende Recherche

Externe Links

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Empfohlene Zitierweise

Georg Rettenbeck, Hans Glas GmbH, publiziert am 15.10.2019; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Hans_Glas_GmbH> (06.12.2019)





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