Alemannisch-Schwäbische Dialekte in Bayern

Die deutschen Mundarten. (aus: Werner König, dtv-Atlas Deutsche Sprache, 16. Auflage 2007, 230/231)
Schematische Sprachgrenzen in Bayerisch-Schwaben. Nach den Erhebungen bis in die Zeit um 1980. (aus: Werner König, Großmundarträume und Dialektgrenzen, in: Historischer Atlas von Bayerisch Schwaben, 2. Auflage 1982ff., Karte XXX)

von Werner König

Den Südwesten des deutschsprachigen Raumes nehmen die Alemannischen Dialekte ein, die in das Schwäbische und das Alemannische (im engeren Sinne) aufgeteilt werden. Es gibt kein Merkmal, das alle alemannisch-schwäbischen Dialekte gemeinsam besitzen. In Bayerisch-Schwaben werden vor allem schwäbische, aber auch alemannische Dialekte gesprochen. Eine über diese Einteilung hinausgehende, allgemein anerkannte Binnengliederung der Dialekte dieses Raumes gibt es bisher nicht. Der gesamte deutsche Süden hatte im Frühmittelalter eine einheitliche Sprache. Was sich später schwäbisch oder bairisch nannte, ist durch Entwicklungen in späteren Jahrhunderten entstanden. Zum bairischen Sprachraum hin bildet der Lech nördlich von Augsburg eine klare Sprachgrenze, während südlich davon ein fließender, stufenweiser Übergang vorliegt. Die ersten Merkmale dessen, was allgemein als schwäbisch bezeichnet wird, zeigen sich schon in den westlichen Münchner Vororten. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden die alten, gewachsenen Dialekte durch großräumiger orientierte Sprachformen ersetzt.

Die Dialekte des deutschsprachigen Südwestens werden als alemannisch bezeichnet. Sie werden in der Schweiz, in Baden und Württemberg, aber auch im Elsaß, in Vorarlberg und im Südwesten Bayerns, d. h. vor allem im heutigen Regierungsbezirk Schwaben, gesprochen (vgl. Karte "Die deutschen Dialekte"). Dieses Sprachgebiet besteht wiederum aus zwei Teilen, nämlich dem Schwäbischen, dessen Mittelpunkt ungefähr bei Ulm liegt, und dem im engeren Sinn Alemannischen, (wo man "iis" für "Eis" und "huus" für "Haus" sagt), das den Süden und Westen (Schweiz, Baden, Elsaß, Vorarlberg) des Gebiets einnimmt. Im heutigen Bayern ist nur der südöstlichste Zipfel Bayerisch-Schwabens mit dem West- und Oberallgäu sowie dem Bodenseegebiet alemannisch.

Dialekte und Dialektgrenzen

Beim linguistischen Laien herrscht die Vorstellung vor, dass Dialekte in sich abgeschlossene Einheiten mit scharfen Außengrenzen sind. Dem entspricht die sprachliche Wirklichkeit keinesfalls. In der Sprachwissenschaft sind Begriffe wie "bairisch" oder "schwäbisch" Hilfskonstrukte. Sie dienen dazu, verschiedene Ortsdialekte zusammenzufassen, sie großflächiger bezeichnen zu können und dadurch besser handhabbar zu machen. Ihre Benennung ist mindestens ebenso stark historisch wie sprachlich motiviert.

Die Übergänge zwischen den gesetzten, definierten Sprachgebieten gestalten sich in der Regel fließend, nicht abrupt. Sie gehen durch die Zu- oder Abnahme von für sie als charakteristisch angenommenen Merkmalen ineinander über, wobei diese Merkmale meist nur in Teilen des Gebietes gelten oder noch weitere Gebiete einschließen können. So ist das als schwäbisch geltende "sch" im Inlaut in Wörtern wie "Gascht" und "Fescht" (für "Gast" und "Fest") auch im westlichen Bairischen (bis nach Pasing) daheim und umfasst den ganzen Südwesten bis nach Luxemburg (vgl. die entsprechende Grenze in der Karte "Die deutschen Dialekte"). Das oft als bairisches "Kennwort" bezeichnete Fasching beginnt in den alten Ortsdialekten erst ein gutes Stück östlich von München, von da an aber gilt es bis zur ungarischen Grenze (vgl. Karte 49 im Sprechenden Sprachatlas). Das Wort ist also nicht in allen Ortsdialekten dessen, was man gewöhnlich "bairisch" nennt, vorhanden. Vor allem ist es im alten Dialekt kein Wort der bayerischen Landeshauptstadt München.

Hermann Fischer (1851–1920), der Schöpfer des für seine Zeit bahnbrechenden sechsbändigen Schwäbischen Wörterbuchs, suchte Zeit seines Lebens erfolglos nach Merkmalen, die dem, was man als schwäbisch bezeichnet, und nur ihm, eigen sind. Dies ließ ihn einmal verzweifelt schreiben, dass es so etwas wie das Schwäbische gar nicht gebe. Noch weniger gibt es ein gemeinsames Merkmal der schwäbisch-alemannischen Dialekte Bayerns und schon gar nicht eines für die Dialekte des politischen Gebildes "Bayerisch-Schwaben".

Eine auf der Einbeziehung von größeren Materialmengen beruhende Binnengliederung der Dialekte, die über die bisher intuitiv erstellten Karten hinausgeht, ist von der Forschung bislang noch nicht erstellt worden.

Die Benennung der erkennbar verschiedenen Dialekte erfolgte für den süddeutschen Großraum nach den alten Stammesnamen. Forschungen, wie die Bevölkerung selbst die Sprachräume aufteilt, sind erst in den Anfängen. Es gibt natürlich ein Wissen der Bevölkerung über Dialektmerkmale. So erkennt man den Ost- und Oberallgäuer an seinem "Laiter" und "brait" für "Leiter" und "breit", während die meisten der Baiern "Loata" und "broat" und ein großer Teil der Schwaben "Loiter" und "broit" sagen (vgl. Karte 21 im Sprechenden Sprachatlas). Auch Formen wie "Hããd" für "Hand" und "Kẽẽd" für "Kind" sind als Eigenheiten des Nordens von Bayerisch-Schwaben bekannt. Die Bezeichnungen für die Dialekte im Volk orientieren sich an alten Landschafts- und Siedlungsnamen. Man spricht "rieserisch", "allgäuerisch", auch "augsburgerisch", aber nicht "mittelschwäbisch". Die Dialekte zwischen Ries und Allgäu haben keine eigene Bezeichnung. Die Landschaftsbezeichnung "Mittelschwaben" ist nicht verbreitet und alt genug, um im Zusammenhang mit Dialekt verwendet zu werden.

Die schwäbisch-alemannische Grenze ist in ihrem ganzen Verlauf in der Region bewusst. Man weiß, dass im nächsten Dorf "ganz anders" gesprochen wird. Die Anfang des 19. Jahrhunderts geschaffene Grenze zu Württemberg hin mit der Iller als Grenzfluss spielte in der Entwicklung der alten Dialekte keine Rolle. Heute ist diese stärker wirksam. Der hinten ausgesprochene R-Laut, der sich in den letzten 60 Jahren im Württembergischen links der Iller durchgesetzt hat, verläuft in etwa an der Landesgrenze.

Zum Bairischen hin ist die Grenze nördlich von Augsburg bewusst und mit ihrer scharfen Bündelung der Dialektunterschiede am Lech auch relativ eindeutig. Im Süden ist sie dynamisch, aufgefächert, was zu einem langsamen, stufenweisen Übergang führt. Es wird berichtet, dass früher die Giesinger die Pasinger als Schwaben bezeichnet haben; die Pasinger glaubten natürlich fest daran, bairisch zu sprechen und meinten, das Schwäbische fange weiter westlich an. So ging es schrittweise bis zum Lech. Jeder rechnete und rechnet sich selbst noch zum bairischen Dialekt, zu den Baiern, zu den "richtigen" Baiern, die westlichen Nachbarn aber schon zu den Schwaben. Westlich des Flusses gab es dann keine Zweifel mehr daran, dass da schwäbisch gesprochen werde und dort Schwaben wohnten. In diesem Kontext sind Bairisch sprechen und Baier, Schwäbisch sprechen und Schwabe ohne Probleme austauschbar. Das zeigt sehr deutlich, wie stark die vorhandene Sprache und ihre Klassifikation, das heißt die terminologische Zuordnung einer Sprachform zu einer historisch definierten Menschengruppe, Identitäten vermittelt und zur Definition von "Stammes"-Zugehörigkeiten einzelner Personen und Gruppen verwendet wird. Dass so eine Gleichsetzung in keiner Weise gerechtfertigt ist, zeigt die historische Entwicklung der Dialekte, auch die Besiedelungsgeschichte im Gebiet Bayerisch-Schwabens und des angrenzenden Oberbayern.

Historische Entwicklung

Die Geschichte der Dialekte des bayerischen Südwestens beginnt mit der Einwanderung germanisch sprechender Bevölkerung aus dem Norden in der Region nördlich der Donau (ab ca. 250) und südlich der Donau (ab Ende des 5. Jahrhunderts).

Diese Menschengruppen werden schon früh (kurz nach 200) Alemannen genannt und (ab 550) auch Baiern. Sie sind nicht als ethnisch homogene Gemeinschaften in einem Landnahmevorgang eingewandert. Vielmehr hat die Untersuchung der ältesten Reihengräber aus dem 5. und 6. Jahrhundert gezeigt, dass eine kontinuierliche, länger andauernde Einwanderungsbewegung von Einzelfamilien, die nicht nur Alemannen waren, sondern auch aus dem fränkisch-rheinischen Nordwesten, dem heutigen Thüringen oder auch aus Böhmen stammen konnten, zu konstatieren ist. Dabei wurde auch eine schon vorhandene romanische, eventuell auch noch keltische Vorbevölkerung überlagert. Das rechte Lechufer nördlich von Augsburg (der Süden ist in dieser Hinsicht bisher nicht untersucht) ist nach dem Zeugnis der archäologischen Quellen erst ab der Mitte des 7. Jahrhunderts besiedelt worden, und zwar von der linken, alemannischen Lechseite aus.

Die Sprache der Alemannen und Baiern wird erst im 8. Jahrhundert mit dem Einsetzen des Deutschen als Schreibsprache greifbar. Dem archäologischen Befund nach und sprachlich – also zwischen dem frühesten Althochdeutschen im alemannischen und im bairischen Raum – gibt es praktisch keine Unterschiede. Man kann davon ausgehen, dass die einheitliche Schriftlichkeit des Althochdeutschen im Bereich der Alemannen und Baiern im 8./9. Jahrhundert weitgehend auch eine Einheitlichkeit im regionalen mündlichen Sprachgebrauch spiegelt. Ursache für diese Einheitlichkeit sind wohl sprachliche Ausgleichsprozesse infolge von Bevölkerungsmischungen innerhalb der Einwanderergruppen. Diese Vereinheitlichung kann man mit Vorgängen vergleichen, die z. B. im 18. Jahrhundert in den deutschen Siedlungsgebieten auf dem Balkan im Habsburgerreich stattgefunden haben, wo sich die Mundarten von Zuwanderern disparater Herkunft gemischt haben und innerhalb weniger Generationen zu einem einheitlichen Dorfdialekt verschmolzen sind.

Die heutige Unterschiedlichkeit der Dialekte des bayerischen Südens sind deshalb das Ergebnis von Entwicklungen, die vom 8./9. Jahrhundert an stattgefunden haben, nicht Reflex früher stammesmäßiger Verschiedenheit, so wie man vormals annahm. Diese Auseinanderentwicklung wird in einzelnen Schreibungen bereits im 12. Jahrhundert greifbar; im 14./15. Jahrhundert sind die Schreibsprachen stark regional geprägt; sie spiegeln vor allem großräumig verbreitete dialektale Entwicklungen. Heute Kleinregionales findet man kaum in den Schreibungen.

Die frühmittelalterlichen sprachlichen Neuerungen kamen vor allem aus dem Norden. Sprache geht mit der Macht. Der Süden wurde damals von Herrscherhäusern aus dem Norden (Merowinger, Karolinger, Sachsenkaiser) dominiert. Im Laufe des Hochmittelalters wechselte das Machtzentrum in den deutschen Süden. Im Gefolge davon konnte der Süden sich auch sprachlich behaupten und seine Sprache sogar exportieren, was darin gipfelte, dass der niederdeutsche Norden die im Süden und in der Mitte entwickelte Schreibsprache - man nannte und man nennt es auch heute noch das Hochdeutsche - von 1500 an übernahm und seine alte, angestammte niederdeutsche Schriftsprache aufgab.

Im Süden war es dann der Südosten mit dem Kaiserhof in Wien, der in der Folgezeit in der Sprachentwicklung dominant war.

Dialekte und Sprachgrenzen in Bayerisch-Schwaben. Nach den Erhebungen bis in die Zeit um 1980. (aus: Werner König, Großmundarträume und Dialektgrenzen, in: Historischer Atlas von Bayerisch Schwaben, 2. Auflage, 1982 ff., Karte XXX)

Sprachgeographie

Dieses Faktum spiegelt auch das sprachgeographische Bild des Alemannisch-Schwäbischen Raumes in Bayern (vgl. "Karte Dialekte und Sprachgrenzen in Bayerisch-Schwaben"). Ihn prägen Hauptgegensätze zwischen Ost und West, aber auch kaum gebündelte Sprachgrenzen zwischen Nord und Süd, die sich so weit summieren, dass ein Bewohner des Rieses und einer aus dem südlichen Allgäu Schwierigkeiten haben, sich gegenseitig in ihrem angestammten Ortsdialekt zu unterhalten. Das Gebiet des heutigen Bayerisch-Schwabens – ohne eigenes politisches Machtzentrum – war in den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Jahrhunderten, in denen sich die Einheitlichkeit des 8./9. Jahrhunderts auflöste, sprachlich eher passiv empfangend denn selbst innovativ expandierend.

Am heutigen Verlauf der Sprachgrenzen lässt sich noch sehen, dass vor allem Entwicklungen wirksam waren, die von Osten und die von Nordwesten kamen (vgl. Karte "Schematische Sprachgrenzen in Bayerisch-Schwaben"). Die Ost-West-Struktur der meisten Grenzen, die nördlich von Augsburg meist am Lech endeten, lässt erkennen, dass Sprachbewegungen vor allem von Osten kamen. Südlich von Augsburg kamen diese Neuerungen oft nicht bis zum Lech. Der Ammer- und Starnberger See und die dort vorhandenen großen Moore bildeten Verkehrshindernisse, in deren "Schatten" im Gebiet des Lechrains eine Zone entstand, die einen von vielen Sonderentwicklungen geprägten, relativ altertümlichen Dialekt aufweist. Dieser nahm die Neuerungen nicht auf und konnte sich auch deshalb halten, weil er vom Süden, vom sprachlich konservativen Tirol her, gestützt wurde. Die intensiven Verkehrsbeziehungen, die Augsburg über Tiroler Vermittlung (z. B. der Fuhrleute) nach Italien hatte, trugen zum Erhalt der alten Formen bei.

In Ihrer Zahl weitaus geringer waren die Sprachentwicklungen, die von Westen, und hier wieder vor allem von Nordwesten her, in die Räume zwischen Iller und Lech kamen.

Der Lech als Sprachgrenze

Am Lech nördlich von Augsburg liegt eine der am stärksten ausgeprägten Grenzen im deutschen Sprachraum vor. Der Lech war ca. 1000 Jahre die relativ stabile Ostgrenze des Herzog- und Kurfüstentums Bayern, dem im Westen ein Gebiet gegenüberstand, das sich im Laufe dieser Zeit immer mehr in kleinere Herrschaften aufspaltete. Man hat für Untermühlhausen (Lkr. Landsberg am Lech) für die Zeit 1671 bis 1721 nachgewiesen, dass das schwäbische "Ausland" links des Lechs für die Außenbeziehungen dieses Dorfes in Bezug auf Wirtschaft, Familie (Heiraten) und Verwaltung praktisch keine Rolle spielte. In den untersuchten 50 Jahren gab es keine Heiratsbeziehung über den Lech hinweg. Vergleichbares bezüglich des Heiratsverhaltens gilt bei den durch den Lech getrennten Dörfern Herbertshofen (Gde. Meitingen, Lkr. Augsburg) und Thierhaupten (Lkr. Augsburg) für die Zeit nach 1778. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging man nicht auf einen Markt auf der anderen Lechseite. Die politischen Kräfte wollten Kapital und Menschen im Land behalten und förderten deswegen Infrastrukturen, die auf Zentren innerhalb der Territorien ausgerichtet waren.

Beim Lech kommt noch hinzu, dass er als Gebirgsfluss einen breiten kiesigen Ödlandstreifen mit Auwäldern sowie ein breites, sich immer wieder veränderndes Bett besaß und von Landsberg an nach Norden einen noch breiteren Streifen von fast unfruchtbaren Heideflächen als Begleiter hatte, auf dem es fast keine Dörfer gab und der allenfalls nur extensiv als Weide genutzt wurde. Auch von diesen geographischen Gegebenheiten her war der Lech mehr ein Verkehrshindernis als andere Flüsse.

Als Verkehrsgrenze wurde der Lech im Laufe der Zeit auch zur Sprachgrenze. Die Donau z. B. ist in unserem Gebiet als Sprachgrenze nicht relevant.

Ausblick

Die Ergebnisse der Erhebungen, wie sie in den Karten der vorhandenen Sprachatlanten vorliegen, stellen einen Endpunkt einer bisher relativ kontinuierlichen Entwicklung der Dialekte dar. Geprägt war diese Entwicklung vor allem durch gegenseitige Beeinflussung von geographisch benachbarten Sprachformen - weniger durch Einflüsse höherwertiger Sprech- und Schreibweisen. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickeln sich die Regionalsprachen ziemlich rasant auf die Standardsprache zu, ebnen sich dabei ein oder werden von der Jugend der Großstädte gar in einem abrupten Sprachwechsel zugunsten eines allgegenwärtigen und von den Medien geförderten Standards, der am Norddeutschen ausgerichtet ist, völlig aufgegeben.

Forschungsstand

Die Dialekte Bayerisch-Schwabens sind im Vergleich zu anderen Regionen sehr gut erforscht und dokumentiert. Für Historiker wichtig ist Hermann Fischers sechsbändiges Schwäbisches Wörterbuch, das nicht nur die Dialekte des 19. und 20. Jahrhunderts abbildet, sondern auch sehr viel historische Belege und historischen Wortschatz bietet, genauso wie Johann Andreas Schmellers (1785-1852) bayerisches Wörterbuch, das viel Material auch aus dem Bayerischen Schwaben enthält. Die sprachgeographischen Verhältnisse der alten Dialekte, wie sie um 1985 noch anzutreffen waren, dokumentiert der 14-bändige Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben in ca. 2700 Karten. Eine populär gehaltene Auswahl wichtiger Karten (180 Stück) mit historischen Kommentaren bieten der Kleine Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben und auch der Kleine Bayerische Sprachatlas mit 121 Karten. Die im Ausblick angesprochenen neueren Entwicklungen dokumentieren M. Renn für den Raum Augsburg (1994) sowie der Atlas zur deutschen Alltagssprache [vgl. unten unter Links].

Literatur

  • Volker Babuke, Nach Osten bis an den Lech. Zur alemannischen Besiedlung der westlichen Raetia Secunda, in: Karlheinz Fuchs/Dieter Planck/Barbara Theune-Großkopf (Hg.), Die Alamannen. Begleitband zur Ausstellung "Die Alamannen", 14. Juni 1997 bis 14. September 1997 SüdwestLB-Forum Stuttgart, Stuttgart 1997, 249-260.
  • Rolf Bergmann/Ursula Götz, Altbairisch = Altalemannisch? Zur Auswertung der ältesten Glossenüberlieferung, in: Peter Ernst (Hg.), Deutsche Sprache in Raum und Zeit. Festschrift für Peter Wiesinger zum 60. Geburtstag, Wien 1998, 445-461.
  • Rudolf Freudenberg, Der alemannisch-bairische Grenzbereich in Diachronie und Synchronie. Studien zur oberdeutschen Sprachgeographie (Deutsche Dialektgeographie 72), Marburg 1974.
  • Pankraz Fried, Zur Entstehung und frühen Geschichte der alamannisch-bairischen Stammesgrenze am Lech, in: Ders. (Hg.), Bayerisch-schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg 1975-1977. Vorträge, Aufsätze, Berichte, Sigmaringen 1979, 47-67.
  • Dieter Geuenich/Hagen Keller, Alamannen, Alamannien, Alamannisch im frühen Mittelalter. Möglichkeiten und Schwierigkeiten des Historikers beim Versuch der Eingrenzung, in: Herwig Wolfram (Hg.), Die Bayern und ihre Nachbarn. Berichte des Symposions der Kommission für Frühmittelalterforschung, 25. bis 28. Oktober 1982, Stift Zwettl, Niederösterreich. 1. Band (Veröffentlichungen der Kommission für Frühmittelalterforschung 8), Wien 1985, 135-155.
  • Dieter Geuenich, Geschichte der Alemannen, Stuttgart 2. Auflage 2005.
  • Dieter Geuenich, Zur Kontinuität und zu den Grenzen des Alemannischen im Frühmittelalter, in: Pankraz Fried (Hg.) Die historische Landschaft zwischen Lech und Vogesen. Forschungen und Fragen zur gesamtalemannischen Geschichte (Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft 1/17 = Veröffentlichungen des Alemannischen Instituts 59), Augsburg 1988, 115-136.
  • Ernst Walter Ibrom, Lauttopographie der schwäbisch-bairischen Dialekte beiderseits des unteren Lech, Augsburg 1970.
  • Werner König, Der nördliche Lech als Sprachgrenze, in: Der nördliche Lech. Lebensraum zwischen Augsburg und Donau, Augsburg 2001, 45-54.
  • Werner König, dtv-Atlas Deutsche Sprache. Tafeln und Texte. Mit 138 farbigen Abbildungsseiten, München 1. Auflage 1978, 16. Auflage 2007.
  • Werner König, Großmundarträume und Dialektgrenzen, in: Hans Frei/Pankraz Fried/Rolf Kießling (Hg.), Historischer Atlas von Bayerisch-Schwaben, Augsburg 2. neu bearbeitete und ergänzte Auflage im Auftrag der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft 1982ff., Karte III,1.
  • Werner König/Manfred Renn, Kleiner Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben (Materialien zur Geschichte des Bayerischen Schwaben 30), Augsburg 2. Auflage 2007.
  • Ferdinand Kramer, Außenbeziehungen und Einzugsgebiet eines Dorfes in der frühen Neuzeit, in: Peter Fassl (Hg.), Aus Schwaben und Altbayern. Festschrift für Pankraz Fried zum 60. Geburtstag (Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft 7/5), Sigmaringen 1991, 133-155.
  • Eduard Nübling, Der Lechrain als sprachliche Saumlandschaft zwischen den süddeutschen Großmundarten Bairisch und Schwäbisch-Alemannisch, in: Pankraz Fried (Hg.), Forschungen zur schwäbischen Geschichte mit Berichten aus der landesgeschichtlichen Forschung in Augsburg (Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte 7/4), Sigmaringen 1991, 235-315.
  • Ingo Reiffenstein, Mundarten und Hochsprache, in: Max Spindler (Hg.), Handbuch der Bayerischen Geschichte. 4. Band, München 1. Auflage 1975, 708-731.
  • Manfred Renn, Die Mundart im Raum Augsburg. Untersuchungen zum Dialekt und zum Dialektwandel im Spannungsfeld großstädtisch-ländlicher und alemannisch-bairischer Gegensätze (Sprache - Literatur und Geschichte 9), Heidelberg 1994.
  • Manfred Renn/Werner König, Kleiner Bayerischer Sprachatlas. München 2. Auflage 2006.
  • Stefan Sonderegger, Althochdeutsche Sprache und Literatur. Eine Einführung in das älteste Deutsch. Darstellung und Grammatik, Berlin/New York 3. Auflage 2003.
  • Bernhard Stör, Die mundartlichen Verhältnisse in der Region München. 2 Bände (Europäische Hochschulschriften 1/1715), Frankfurt am Main 1999.
  • Bernhard Stör, Mit der Trambahn ins Schwäbisch-Alemannische. Ostschwäbische Lautformen in der westlichen Region München, in Edith Funk u. a. (Hg.), Bausteine zur Sprachgeschichte, Heidelberg 2000, 289-320.
  • Marcus Carl Trier, Die frühmittelalterliche Besiedlung des unteren und mittleren Lechtales nach archäologischen Quellen, Trier 1990.
  • Theo Vennemann, Der Ursprung der Baiern in sprachwissenschaftlicher Sicht, in: Jahresbericht über das Jahr 1988 (Jahresberichte der Stiftung Aventinum 3), Abensberg 1989, 5-27.

Quellen

  • Ludwig M. Eichinger (Hg.), Sprachatlas von Oberbayern, Heidelberg 2005ff. (noch nicht abgeschlossen)
  • Hermann Fischer, Geographie der schwäbischen Mundart, Tübingen 1895.
  • Hermann Fischer (Bearb.), Schwäbisches Wörterbuch, auf Grund der von Adelbert v. Keller begonnenen Sammlungen... 6 Bände, 1904-1936.
  • Kommission für Mundartforschung (Hg.), Bayerisches Wörterbuch, München 1995ff.
  • Werner König, Bibliographie zur Mundartforschung in Bayerisch-Schwaben, in: Rolf Bergmann u. a., Bibliographie zur Namenforschung, Mundartforschung und historischen Sprachwissenschaft Bayerisch-Schwabens (Schriften der Philosophischen Fachbereiche der Universität Augsburg 13), München 1978.
  • Werner König (Hg.), Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben. 13 Bände, Heidelberg 1997-2006 (Registerband 2008).

Weiterführende Recherche

Externe Links

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Empfohlene Zitierweise

Werner König, Alemannisch-Schwäbische Dialekte in Bayern, publiziert am 06.12.2010; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Alemannisch-Schwäbische_Dialekte_in_Bayern> (17.02.2018)