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Süddeutscher Verlag

Das wegen seiner auffälligen schwarzen Aluminium-Glas-Fassade sogenannte Schwarze Haus in der Münchner Altstadt war seit 1970 Sitz des Süddeutschen Verlags. Es wurde 2009 nach dem Umzug des Verlags ins neu erbaute SV-Hochhaus im Osten Münchens abgerissen. Es gehörte zu den bedeutendsten Zeugnissen der Münchner Nachkriegsarchitektur. (Foto von Rufus46 lizensiert durch CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)
SV-Hochhaus: 2006 wurde im Münchner Stadtteil Zamdorf, gegenüber der bereits seit 1985 hier befindlichen Druckerei, der Grundstein für die neue Verlagszentrale des Süddeutschen Verlags gelegt. Ende 2008 zog der Verlag aus der Münchner Altstadt hierher. (Foto von M(e)ister Eiskalt lizensiert durch CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

von Paul Hoser

Der "Süddeutsche Verlag" ist der Herausgeberverlag der "Süddeutschen Zeitung". Er wurde am 25. Juli 1947 gegründet. Seine Gesellschafter waren August Schwingenstein (1881-1968), Edmund Goldschagg (1886-1971), Franz Josef Schöningh (1902-1960) und Werner Friedmann (1909-1969), ab 1953 auch Hans Dürrmeier (1899-1977). Der Zeitungsverlag wurde nach und nach zum florierenden Großunternehmen. Mit der 1993 auftretenden wirtschaftlichen Rezession aber brach das Anzeigengeschäft ein. Dies war jedoch nicht die alleinige Ursache der Krise des verschuldeten Verlags. Ein Hauptgrund war neben den Gewinnentnahmen zugunsten der sich ständig untereinander befehdenden Eigentümer der Expansionsdrang und Verkauf von Verlagsanteilen an die "Südwestdeutsche Medien Holding GmbH".

Die Anfänge des Verlags der "Süddeutschen Zeitung"

Schon im August 1945 hatte die Presseabteilung der amerikanischen Besatzungsmacht in Bayern den künftigen Lizenzträgern eröffnet, dass sie auch Verlagseigentümer werden sollten. Die neue "Süddeutsche Zeitung" (SZ) in München erschien ursprünglich in dem am 26. September 1945 gegründeten "Verlag Süddeutsche Zeitung OHG August Schwingenstein & Co", im Dezember 1945 in "Süddeutscher Verlag OHG August Schwingenstein & Co" umgewandelt, der auch die Druckerei und die Verlagsrechte von "Knorr & Hirth" übernahm. Am 25. Juli 1947 wurde dann die "Süddeutscher Verlag GmbH" gegründet. Gesellschafter waren August Schwingenstein (1881-1968), Edmund Goldschagg (1886-1971), Franz Josef Schöningh (1902-1960) und Werner Friedmann (1909-1969). Erst am 1. Januar 1953 wurde auch der frühere Betriebsleiter des Verlags "Knorr & Hirth", in dem die "Münchner Neuesten Nachrichten" erschienen waren, Hans Dürrmeier (1899-1977), Gesellschafter des "Süddeutschen Verlags", den er schon seit 1949 als Verlagsdirektor und Prokurist gemeinsam mit August Schwingensteins Sohn Alfred (1919-1997) leitete. Vor 1949 konnte Dürrmeier keine leitende Funktion bekleiden, da er Sturmführer im NS-Fliegerkorps gewesen war.

Die Gebäude und Druckerei der vom NS-Parteiverlag "Franz Eher Nachfolger GmbH" kontrollierten "Knorr & Hirth GmbH" waren nach Kriegsende auf den bayerischen Staat übergegangen, der sie an die Lizenzträger zunächst verpachtete. 1950 stand der Verkauf an. Ein journalistisches Manöver Friedmanns erleichterte ihnen den günstigen Erwerb: Der als Kandidat für den Posten des Finanzministers ausersehene Richard Ringelmann (1889-1965), Ministerialdirektor im bayerischen Finanzministerium, hatte eine öffentliche Ausschreibung angekündigt. Friedmann befragte Ringelmann unter einem Vorwand über seine ehemalige NSDAP-Zugehörigkeit, die dieser einräumte. Am 16. Januar 1950 erschien ein Artikel in der "Süddeutschen Zeitung", wodurch Ringelmann kompromittiert war und als Kandidat für das Amt ausschied. Eine Ausschreibung fand schließlich nicht mehr statt. Das Verlagsvermögen wurde schließlich mit Ausnahme des Buchverlags am 6. April 1951 für fünf Mio. DM an den "Süddeutschen Verlag" verkauft.

Ab 20. Dezember 1951 führte die "Süddeutsche Zeitung" den Untertitel "Münchner Neueste Nachrichten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport" und stellte sich damit in der Tradition der bis Kriegsende im Verlag "Knorr & Hirth" erscheinenden Tageszeitung.

Die Entwicklung 1993 bis 2006

Über die Entwicklung des Verlags von den 1950er bis zu Beginn der 1990er Jahre sind zugängliche Quellen kaum vorhanden.

Der Zeitungsverlag wurde zum florierenden Großunternehmen. Die Rezession von 1993 ließ das Anzeigengeschäft einbrechen, eine Krise des Verlags war die Folge. Weitere Gründe der Krise waren Gewinnentnahmen zugunsten der sich ständig untereinander befehdenden Eigentümer und der Expansionsdrang des Verlagsleiters Reiner Maria Gohlke (geb. 1934), der das Unternehmen zum Medienkonzern umwandeln wollte. Gohlke, von 1981-1990 Präsident der Deutschen Bundesbahn, war seit 1. April 1991 Sprecher der Geschäftsführung des Süddeutschen Verlags, seit 1. Januar 1993 deren Vorsitzender. Die von ihm zu verantwortende Beteiligung am privaten Fernsehsender Vox hatte 200 Mio. DM Verlust zur Folge. Auch das Engagement bei Fachzeitschriften war längere Zeit wenig erfolgreich. Verluste brachte überdies anfänglich das SZ-Magazin ein. Auch die Zeitungsengagements in Franken und Thüringen und die Investitionen in den Bereich Elektronische Medien waren kostspielig. Mehrfach wurden deshalb kurzfristige Kredite nötig, die für den Verlag ruinös zu werden drohten. Dennoch erwarb Gohlke neue Beteiligungen wie die beim "Verlag Moderne Industrie" in Höhe von 100 Mio. DM. Die Verluste wollte er in erster Linie durch Personalabbau verringern. Gleichzeitig visierte er den Verkauf des Verlagsgrundstücks in der Münchner Innenstadt an.

Für die SZ wurde 1998 eine eigene GmbH geschaffen, die dem Verlag untergeordnet war. Eine Klage der Familie Goldschagg konnte gütlich beigelegt werden.

Über die SZ wurde nach außen hin ständig eine angeblich günstige Lage beschworen, so dass 1994 die Auswirkungen der Rezession bereits überwunden schienen. Als dann aber ein starker Einbruch des Gewinns offenkundig war, räumte man nur ein, dass die Konsolidierung nicht so schnell voranging, wie man gehofft hatte. Tatsächlich drohte nach Gohlkes Ausscheiden im Jahr 2000 der finanzielle Zusammenbruch des Verlags. 2001 betrug das Defizit 43,9 Mio. Euro, 2002 76,6 Mio. Euro, obwohl die SZ 2002 mit 439.852 verkauften Exemplaren eine Rekordauflage hatte und im Marktanteil vor ihrer überregionalen Hauptkonkurrentin, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", lag. Der Stellenmarkt im Anzeigenteil halbierte sich dagegen jeweils von 2000-2002. Die Einnahmen aus Anzeigen betrugen 2005 nur noch 53 %, der Rest stammte aus dem Vertrieb. Dennoch sprach man 2001 erneut von einer gefestigten Position. Im gleichen Jahr gab auch der Süddeutsche Verlag schließlich Umsatzrückgang und Verluste zu. Erklärt wurde die Lage allein mit der allgemeinem Branchenkrise.

Gohlkes Nachfolger Dirk Refäuter (geb. 1960) gab schon 2002 sein Amt wieder auf. Er kehrte zur "Bertelsmann AG" zurück, wo er seit 1997 Bereichsvorstand und nun Chef der Konzernentwicklung wurde. Vor ihm war im selben Jahr auch bereits Bernhard von Minckwitz (geb. 1945), der wesentlichen Anteil am Aufbau des Bereichs Fachinformationen hatte, wegen Differenzen über die Verlagspolitik aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Er war später für die "Softline-Gruppe" tätig.

Die Geschäftsführung wurde neu strukturiert. Fünf Bereiche waren ihr von nun an direkt zugeordnet: der Anzeigenbereich mit der Marktforschung, der neue Bereich Kundenmanagement, der Bereich Logistik mit Vertrieb und Druck, der Bereich Verlagsproduktion und Informationstechnologie und der Bereich Projekte und Controlling. Damit hoffte man, die Effizienz der Konzernführung zu erhöhen. Für die führenden Mitglieder der Geschäftsleitung waren jetzt die Bezeichnungen CEO (Chief Executive Officer, d. i. Vorsitzender), COO (Chief Operating Officer, Verlagsleiter) und CFO (Chief Financial Officer) üblich.

Der Einstieg der "Südwestdeutschen Medienholding" beim "Süddeutschen Verlag"

Die Rettung konnte schließlich nur durch den Verkauf von Verlagsanteilen ermöglicht werden. 1996 hatte Hanns-Jörg Dürrmeier (geb. 1938) entsprechende Absichten der Gesellschafter noch energisch dementiert. Im November 2002 wurde schließlich die Übernahme von 18,75 % der Anteile durch die "Südwestdeutsche Medien Holding GmbH" bekannt. Die Dachgesellschaft der Zeitungsgruppe Stuttgart mit zahlreichen Beteiligungen im Medienbereich ist neben der "Axel Springer AG" und der "WAZ Mediengruppe" ("Funke Mediengruppe") eine der größten Unternehmensgruppen im Medienbereich in Deutschland. Die letzte Kontrolle über die Gruppe liegt beim Inhaber der Zeitung "Rheinpfalz" in Ludwigshafen, Dieter Schaub (geb. 1937). Branchenkenner schätzten den Preis für den Anteil am "Süddeutschen Verlag" auf 150 Mio. DM.

Die neuen Leitungsgremien im "Süddeutschen Verlag"

Als neues Gremium wurde nach dem Einstieg der "Südwestdeutschen Medien Holding GmbH" ein Lenkungsausschuss als regulierende Instanz zwischen Gesellschaftern und Geschäftsführung des "Süddeutschen Verlags" eingesetzt. Vorsitzender wurde der Geschäftsführer der "Medien-Union", Oliver Carsten Dubber (geb. 1955). Die Zusammensetzung bestimmte die sechsköpfige Gesellschafterversammlung, in der alle sechs Gesellschafter durch je eine Person vertreten waren. Deren Vorsitz hatte von 1982-2003 Hanns-Jörg Dürrmeier, ab 2004 Christian Goldschagg (geb. 1959). 2005 wurde der Lenkungsausschuss in einen Aufsichtsrat umfunktioniert. Vorsitzender war weiterhin Dubber.

Neben den Lenkungsausschuss und die Gesellschafterversammlung trat noch ein Herausgeberrat. Er bestand 2005 aus Werner Friedmanns Sohn, Johannes Friedmann (geb. 1951), Hanns-Jörg Dürrmeier und Richard Rebmann (geb. 1958). Den Vorsitz hatte Friedmann. Rebmann schied im April 2007 aus; ihn ersetzte Schöninghs Enkelin Maria Theresia von Seidlein, die als Unternehmerin die Firma "S & L Medienproduktion" betreibt. Friedmann kündigte im November 2007 an, austreten zu wollen, da der Herausgeberrat über die Verkaufstransaktionen nicht informiert wurde, blieb jedoch. Seit März 2008 bestand der Herausgeberrat weiter mit ihm als Vorsitzenden, ferner Eberhard Ebner (Württembergische Verlegergruppe), Thomas Schaub und Christoph Schwingenstein (geb. 1945). Ebner verließ das Gremium 2010. Seine Stelle nahm Albert Esslinger-Kiefer ein. Der Herausgeberrat des "Süddeutschen Verlags" bestimmt die grundsätzliche inhaltliche Ausrichtung und das Erscheinungsbild der "Süddeutschen Zeitung" und trifft wichtige personelle Entscheidungen. Als oberster Geschäftsführer der "Südwestdeutschen Medienholding" ist Rebmann de facto der tonangebende Mann in der Geschäftsführung des "Süddeutschen Verlags".

Entwicklung des "Süddeutschen Verlags" seit dem Einstieg der "Südwestdeutschen Medienholding"

Insgesamt sollten nach dem Einstieg der neuen Mitbesitzer über 100 Mio. Euro eingespart werden. Es folgte ein Abbau von Arbeitsplätzen (2002-2004: 1.000 Arbeitsplätze) und die Einstellung verschiedener Angebote, darunter das Jugendmagazin "jetzt" (eingeführt 1993), die Berlin-Seite (1999-2002) und der Teil für Nordrhein-Westfalen (seit 1993). Das Jugendmagazin wurde später als online-Ausgabe, dann als eigene Seite der Zeitung wiederbelebt, in unregelmäßigen Abständen auch wieder als Beilage. Der Verlag konnte 2002 zudem einen Überbrückungskredit aufnehmen.

Der harte Sanierungskurs zeigte Wirkung. 2003 schrieb der "Süddeutsche Verlag" erstmals wieder schwarze Zahlen. Der Gewinn war von 54,8 Mio. Euro (2005) auf 78,1 Mio. Euro (2006) gestiegen. Neben dem Sanierungskurs hatte daran auch die bessere Konjunktur im Anzeigengeschäft ihren Anteil. Der Umsatz stieg 2006-2007 um 21,198 Mio. Euro auf 727,545 Mio. Euro. Die SZ war mit einer Auflage von 441.500 Exemplaren Marktführerin geblieben. Ein erneuter Konjunktureinbruch und eine Anzeigenkrise 2008 und 2009 konnten überwunden werden.

2004 wurde der Stammsitz an der Sendlinger Straße in München an die Immobilientochter der Landesbank Baden-Württemberg und das amerikanische Unternehmen "Hines" verkauft, anschließend bis zur Fertigstellung des neuen Verlagshochhauses im Osten Münchens angemietet. 2006 begann der Bau des neuen 140 Mio. Euro teuren Verlagszentrums. Im November 2008 war das Verlagshochhaus in München-Steinhausen bezugsfertig. Der neben der Druckerei gelegene, "SZ-Turm" genannte Neubau wurde Anfang 2009 bezogen. Der "Süddeutsche Verlag" hatte das neue Gebäude bereits Ende 2007 an die "Prime Office AG" verkauft und von ihr zurückgemietet. Die hohen Mietkosten erwiesen sich schließlich als zusätzliche große finanzielle Belastung für den Verlag.

Übernahme der Mehrheitsanteile durch die "Südwestdeutsche Medienholding" im Februar 2008

Im April 2007 wurde bekannt, dass eine Reihe der Erben der Lizenzträger ihre restlichen Anteile verkaufen wollten. Während in der zweiten Generation noch Alfred Schwingenstein (bis 1954 Prokurist für Personal, Finanzen und Technik) und Rolf Goldschagg (1930-2006, 1965 Prokurist, 1973 bis 1991 Leiter des Fachbereichs Verwaltung in der Geschäftsführung) aktiv im Verlag mitgearbeitet hatten, hatten deren Erben kein Interesse am Zeitungsgeschäft. Durch ihre beständige Uneinigkeit hatten sie die Lage des Unternehmens zusätzlich erschwert.

Bei der "Südwestdeutschen Medien Holding GmbH" hegte man den Verdacht, dass man ihr Vorkaufsrecht umgehen wolle. Ebenso wie die Familie Friedmann, die als einzige aus der Gruppe der Alteigentümer weiter im Verlag engagiert bleiben wollte, argwöhnte sie überdies, die übrigen Eigentümer wollten an Finanzinvestoren verkaufen. Die beiden Vertreter Schaubs im Herausgeber- und Aufsichtsrat des Verlags, Richard Rebmann (Württemberger Verlegergruppe) und Oliver C. Dubber (geb. 1955) (Schaub) traten deshalb demonstrativ zurück. Überdies zog die Schaub-Gruppe vor Gericht und verbot der Geschäftsführung, die Bücher im Auftrag der verkaufswilligen Familien prüfen zu lassen. Diese wollten mit diesem Manöver den Verkaufspreis in die Höhe treiben. Die "Südwestdeutsche Medien Holding GmbH" unterlag in erster Instanz beim Münchner Landgericht, ging aber in Revision. Bis zum Dezember 2007 konnte man sich schließlich einigen: Mit Ausnahme der Anteile der Erben von Friedmann gingen zum 29. Februar 2008 alle übrigen Anteile der Alteigentümer (insges. 65,5 %) an die "Südwestdeutsche Medien Holding GmbH" über. Über den Kaufpreis herrschen nur Vermutungen. Es wurde von 626 Mio. Euro gesprochen. Der Gesamtwert des Verlags wurde auf rund eine Mrd. Euro veranschlagt.

Entwicklung bis 2011

Das Gesellschaftskapital wurde bis 2011 auf 50 Mio. Euro erhöht. Die als Nachfolger von Refäuter bestellten Geschäftsführer Hanswilli Jenke (geb. 1962) und Klaus Josef Lutz (geb. 1958) schieden unter der neuen Eigentümerkonstellation aus. An ihre Stelle traten zunächst Oliver C. Dubber und Richard Rebmann. Dubber übernahm bald den Aufsichtsratsvorsitz. Für ihn trat Karl Ulrich (geb. 1962) in die Geschäftsführung ein. 2009 kam noch Detlef Haaks (geb. 1961) hinzu. Sowohl Haaks als auch Ulrich hatten früher für die Unternehmensberatung von Roland Berger (geb. 1937) gearbeitet.

Der seit Mitte 2000 vorgenommene Stellenabbau (über 100 Arbeitsplätze weniger) ging nach dem Verkauf weiter. 2008 wurden 90 Stellen gestrichen, je 30 sollten 2009 in Redaktion und im übrigen Verlag wegfallen. In der Redaktion waren in diesem Jahr noch 400 Mitarbeiter beschäftigt.

Im "Süddeutschen Verlag" erscheinende Zeitungsbeilagen und Zeitschriften

Der "Süddeutsche Verlag" knüpfte mit der Neugründung der Wochenzeitung "Süddeutsche Sonntagspost" im Jahr 1949 und der "Münchner Illustrierten" an schon im Vorgängerverlag "Knorr & Hirth GmbH" erscheinende Publikationen an. Die "Süddeutsche Sonntagspost" war bereits damals ein Verlustposten. Sie wurde 1951 wieder eingestellt.

Die "Münchner Illustrierte" wurde 1950 von Hans Habe (1922-1977) in der Nachfolge der "Münchner Illustrierten Presse" ins Leben gerufen. Habe war in den letzten Jahren der Weimarer Republik Wiener Korrespondent der alten "Süddeutschen Sonntagspost" gewesen und kannte Werner Friedmann aus dieser Zeit. Habes Konzept, eine politische Illustrierte aufzuziehen, scheiterte. Er schied 1951 aus. Nach ihm war der vom "Stern" stammende Kurt Zentner (1903-1974) bis 1954 Chefredakteur. 1958 erreichte die "Münchner Illustrierte" eine Auflage von einer halben Million, konnte aber diesen Stand nicht halten. Der "Süddeutsche Verlag" verkaufte sie dann 1960 an Franz Burda (1903-1986), der sie mit seiner "Bunten Deutschen Illustrierten" zusammenlegte, die seit Mitte 1972 als "Bunte" erschien.

Kein Erfolg war auch die mit dem italienischen Verlag Arnoldo Mondadori (1907 gegründet von und benannt nach Arnoldo Mondadori [1889-1971]) seit 1963 gemeinsam herausgebrachte Kulturzeitschrift "Epoca". Sie wurde 1970 bei einem geschätzten Schuldenstand von 20 Mio. DM aufgegeben.

Der "Münchner Stadtanzeiger" war erstmals am 15. September 1945 als Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt München herausgekommen. Gründer, Herausgeber und Chefredakteur war der Münchner Journalist Josef Ackermann (1896-1959). Am 1. August 1950 übernahm der "Süddeutsche Verlag" den Stadtanzeiger. Er erschien zuerst einmal, später zweimal wöchentlich als Zeitungsbeilage. Ackermann und Erich Hartstein (geb. 1925) hatten ihn in ein Lokalblatt umgewandelt, das neben den amtlichen kommunalpolitischen Nachrichten auch den Kirchenanzeiger und einen Münchner Veranstaltungskalender sowie lokalgeschichtliche und kulturelle Beiträge enthielt. Nach Ackermanns Tod leitete Hartstein bis 1989 das Blatt. 1997 wurde es eingestellt.

Lokale Anzeigenblätter

1974 wurde die "Münchner Wochenblatt Verlags- und Werbegesellschaft GmbH" für lokale Anzeigenblätter gegründet, die das "Münchner Wochenblatt" herausgab. 1979 verbot das Bundeskartellamt den Erwerb der Blätter "Schwabinger Anzeiger", "Münchner Ost-Anzeiger" und "Süd-Ost Anzeiger". Das "Münchner Wochenblatt" wurde 2006 eingestellt, 2010 auch die Anzeigenblätter "Münchner Samstagsblatt Süd-Ost" und "Ebersberger Samstagsblatt". Der "Süddeutsche Verlag" hält aber weiter die 1992 erworbenen 100 % der "Parsberg Echo Verlags GmbH" in Gilching, die Anzeigenblätter in den Landkreisen Starnberg, Fürstenfeldbruck und Weilheim-Schongau herausgibt.

Beteiligung des "Süddeutschen Verlags" an Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen

1955 übernahm der "Süddeutsche Verlag gemeinsam mit dem Verlag des "Münchner Merkur", der "Münchner Zeitungsverlag KG" je zur Hälfte den Bayerischen Staatszeitungsverlag. Die "Bayerische Staatszeitung" und der mit ihr verbundene amtliche "Bayerische Staatsanzeiger" erscheinen wöchentlich. Da viele Kommunen ihre Anzeigen an den Staatsanzeiger geben, für den inzwischen der Verlag und nicht mehr die Staatsregierung verantwortlich ist, ist die Beteiligung immer noch ein lukratives Geschäft.

1965 kaufte der "Süddeutsche Verlag" den Anteil den Anteil des Lizenzträgers Otto Färber (1892-1993) an den "Stuttgarter Nachrichten". Diese werden inzwischen ebenfalls von der "Südwestdeutschen Medien Holding GmbH" kontrolliert.

1974 kam eine Beteiligung von 25 % am Ingolstädter "Donaukurier" hinzu, der neben der Stadt Ingolstadt auch großenteils die Landkreise Aichach-Friedberg, Eichstätt, Schrobenhausen-Neuburg, Pfaffenhofen und Roth abdeckt. Auf Druck des Bundeskartellamts musste die Beteiligung 2004 wieder an die Erben des Verlegers Wilhelm Reissmüller (1911-1993) zurückverkauft werden.

1982 konnte man auch beim Verlag des "Münchner Merkur", der inzwischen zur "Münchener Zeitungsverlag GmbH & Co" umgewandelt worden war, mit 12,5 % Beteiligung einsteigen.

1986 engagierte sich der Verlag erstmals im fränkischen Raum. Er kaufte 70 % der "Neuen Presse" in Coburg und weitere 70 % der "Frankenpost" in Hof, die seit 1969 der damaligen "Konzentration GmbH" gehörte, die die Zeitungen, Verlage und Druckereien der SPD zusammenfasste. Nach der Wende expandierte der Verlag der Frankenpost in den Raum von Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik. Es bestanden Unterbeteiligungen am "Thürigenpost Verlag GmbH", Schleiz (100 %), am "Voigtländischen Verlagshaus GmbH", Plauen (100 %), an der "Západôčeskč Noviny sop. sr. o. GmbH", Sokovlov (100 %), an der "Westsachsen Verlag GmbH", Zwickau (33,3%) und an der dortigen "Sachsenpost Verlag GmbH" (66,7 %).

2003 verkaufte der Verlag die "Frankenpost"-Beteiligung wieder an die SPD zurück, erwarb aber schon zwei Jahre später wieder einen Anteil von 65 % . Der Grund für den Verkauf waren kartellrechtliche Probleme, die sich aber durch den Verkauf des mit der "Frankenpost" verbundenen "Vogtland Anzeigers" an einen dritten Eigentümer erledigten. 2009 kam noch eine Unterbeteiligung am "Selber Tagblatt" hinzu.

1991 hatte der "Süddeutsche Verlag" auch die Zeitung "Freies Wort" in Suhl ("Suhler Verlagsgesellschaft mbH") zu 70 % erworben, wozu ferner 1992 eine Unterbeteiligung an der "Südthüringer Verlag GmbH", Barchfeld (100 %), kam.

Eine 1990 erworbene Beteiligung an den "Dresdner Neuesten Nachrichten" wurde nur bis 1992 gehalten, dann an den "Axel Springer Verlag" und die Madsack Gruppe in Hannover verkauft.

Das gesamte Engagement in den neuen Bundesländern kostete 1991 14 Mio. DM.

1992 wurde ein Anteil an der "Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH", Hamburg, erworben und nach und nach auf 100 % aufgestockt. Der Verlag gibt das evangelische Kirchenmagazin "Chrismon" heraus, das diversen Tageszeitungen beigelegt wird.

Im österreichischen Raum hielt der Verlag in der ersten Hälfte der achtziger Jahre 100 % an der "Kurier Zeitungsverlag & Druckerei GmbH & Co KG", Wien, gab sie aber bald wieder auf.

1998 beteiligte er sich an der Zeitung "Der Standard" in Wien, doch kaufte deren Verleger Oskar Bronner (geb. 1943) seinen Anteil zehn Jahre später wieder zurück.

Eigene Buchverlage

Der alte Buchverlag von "Knorr & Hirth" ging in andere Hände über. 1950 wurde der eigene Buchverlag des "Süddeutschen Verlags" gegründet. In den Anfängen erschienen dort vor allem populäre Bavarica, in den 1970er und 1980er Jahren gehörten zum Programm auch geschichts- und kunstwissenschaftliche Bücher für ein breiteres Publikum; inzwischen ist dieser Bereich völlig zugunsten populärer Sachbücher aufgegeben worden.

Am 20. März 2004 wurde die "Süddeutsche Zeitung Bibliothek" mit 100 preiswerten Bänden moderner Autoren gestartet. Es folgten weitere Editionen, u. a. Serien von Film-DVDs und Musik-CDs. Diese Initiative war erfolgreich und verbesserte die schwierige Finanzlage des Verlags.

1968 wurde der "Süddeutsche Verlag" zu 50 % Kommanditist der "Paul List Verlags KG". Dort erschienen neben historischen Sachbüchern vor allem Schulbücher. Die Beteiligung wurde dann auf 75 % aufgestockt.

1972 kaufte man vom Zeitungsverlag J. Ebner in Ulm auch noch den "Südwest-Verlag", der ein breit gemischtes Programm für ein allgemeines Publikum bot.

Als dritter Buchverlag kam dann noch die "W. Ludwig Buchverlag GmbH" dazu.

Alle drei Buchverlage standen unter einer gemeinsamen Leitung. Keiner von ihnen konnte aber ein eigenes Profil entwickeln. Sie wurden 1991 wieder weiterverkauft. Der "Südwest Verlag" und der Ludwig Verlag gehören inzwischen zu "Random House" (Bertelsmann-Konzern), der "Paul List Verlag" zum vom schwedischen Medienkonzern "Bonnier" beherrschten "Ullstein-Buchverlag".

Während der "Süddeutsche Verlag" sich aus den stärker allgemein orientierten Buchverlagen zurückgezogen hat, ist sein Engagement in Verlagen für Fachinformation nach wie vor groß.

Beteiligung an Fachverlagen

Bereits 1960 gingen der "Kartographische Verlag Karl Wenschow GmbH" und die "IRO Kartographische Verlagsgesellschaft mbH" in den Besitz des "Süddeutschen Verlags" über. Der Verlag Karl Wenschow war schließlich nur noch wegen seiner Akzidenzdruckerei wichtig. 1996 wurde er wegen Unrentabilität ganz abgestoßen.

1974 übernahm man den "Kommunalschriften-Verlag J. Jehle GmbH", 1988 die "F. Rehm GmbH". Dazu kamen dann noch 1999 die "Hüthig-Fachverlage", Heidelberg. Zusammen bilden sie seit 2004 die Verlagsgruppe "Hüthig Jehle Rehm". Die Holding "Süddeutscher Verlag Hüthig Fachinformationen GmbH" gehört dem "Süddeutschen Verlag" zu 86,5 %. Die Verlagsgruppe hat drei thematische Schwerpunkte: 1. Juristische Ausbildung und Wissenschaft sowie Rechts- und Steuerpraxis, 2. Öffentliche Verwaltung und Personalwirtschaft, 3. Sicherheit und Logistik.

1963 gründete man den "Europa Fachpresse Verlag", wobei man sich auf einen Anteil von 50 % beschränkte. Bei ihm erscheint seitdem das Fachmagazin "wsv – werben & verkaufen". Der Verlag "Werben & Verkaufen GmbH" ist das führende Medienhaus für Fachinformationen in den Bereichen Marketing, Medien und Kommunikation.

1993 erfolgte der Kauf der "moderne industrie AG", Landsberg. Er bringt Fachzeitschriften in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Energiewirtschaft, Metallbe- und verarbeitung, Medizin und Medizintechnik und Werkzeug- und Formenbau heraus.

Der "Süddeutsche Verlag" ist im Fachliteraturgebiet auch in Österreich, der Schweiz, Tschechien, Polen und Ungarn aktiv.

2014 kaufte der 1997 von Christian Jund (geb. 1968) gegründete "FinanzBuch Verlag" die drei Wirtschaftsverlage "mvg", "Redline" und "mi-Wirtschaftsbuch". Der "Süddeutsche Verlag" beteiligte sich seinerseits mit 15 % an Junds Verlag.

Weitere Verlagsunternehmungen

1978 wurde die "Süd-DATA" Verlagsrechenzentrum GmbH ins Leben gerufen, ein Großrechenzentrum, das heute unter dem Namen "Süd-DATA Systemhaus GmbH" firmiert.

1998 schuf der Verlag das "Dokumentations- und Informationszentrum München GmbH". Es besteht aus den Bereichen "Süddeutsche Zeitung Content", "Süddeutsche Zeitung Archiv" und "Süddeutsche Zeitung Photo". Die "Süddeutsche Zeitung Content" liefert spezielle Analysen und Hintergrundinformationen, die Abteilung Photo ist einer der größten deutschen Bildagenturen.

Während der "Süddeutsche Verlag" sich aus den reinen Buchverlagen zurückgezogen hat, ist sein Engagement in Verlagen für Fachinformation nach wie vor groß.

"Süddeutscher Verlag" und neue Medien

Seit 1995 erscheint eine online-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung".

Über die 1990 gegründete "SV Teleradio Produktions- und Beteiligungsgesellschaft für elektronische Medien mbH" hält der Verlag direkte und indirekte Beteiligungen an Fernseh- und Radiofirmen, darunter an "Radio Gong München", "TOP FM" (Regionalsender in München und Augsburg), "Antenne Bayern", "Studio Gong", "Sat 1 Regional". Am ersten lokalen privaten TV-Programm, "Kanal 4", war der Verlag nur indirekt über die "Mediengesellschaft der bayerischen Tageszeitungen" (mbt) beteiligt, an der er rund 20 % hielt. Die 1992 erfolgte 20 % Beteiligung am Kölner Fernsehsender "Vox" brachte dem "Süddeutschen Verlag" hohe Verluste, so dass er 1994 dort wieder ausstieg. In der Firma "Süddeutsche TV GmbH" wird "Süddeutsche Zeitung – Das TV Magazin" produziert, das ursprünglich bei "Vox" lief. Die Zeitungsverlage in Oberfranken und Thüringen sind teilweise bei lokalen Radiosendern engagiert.

Die Entwicklung der Druckerei

Bereits 1950 verfügte der Verlag über die damals modernste Hochleistungs-Rotationsmaschine (von MAN in Augsburg gebaut). Die Entwicklung in der Drucktechnik erforderte ein größeres und v. a. modernes Druckereigebäude. 1981 und 1983 kaufte der Verlag Grundstücke in München-Steinhausen, auf denen das 1985 eröffnete neue Druckzentrum entstand (Baukosten rund 250 Mio. DM). Die Druckerei zog aus der Münchner Innenstadt weg. Architekt des neuen Gebäudes war Peter C. von Seidlein (1925-2014), Ehemann von Karen von Seidlein, einer Tochter des Lizenzträgers Schöningh. Peter C. von Seidlein vertrat seine Frau auch im Kreis der Gesellschafter. Die Druckerei war mit ihren Offset-Maschinen eine der modernsten Druckereien Europas. Etwa 70 % der Auflage der "Süddeutschen Zeitung" werden dort gedruckt, der Rest in Essen-Kettwig (Druckzentrum der "Axel Springer AG") und in Berlin.

1985 wurde ein rechnergestütztes Textsystem eingeführt. Die Verlagsleitung wollte danach in großem Umfang technisches Personal abbauen, was am heftigen Widerstand des Betriebsrats scheiterte. Allerdings erfasste später die in Folge der Krise von 2001 umgesetzte Reduzierung von Personal auch die Druckerei.

Schon 1975 war die erste Fotosetzmaschine eingeführt worden. 1987 erschien die letzte im Bleisatz hergestellte Ausgabe. Seit 1988 druckte man auf neuen Offset-Rotationsmaschinen. Der erste große Druckauftrag kam von der "Abendzeitung", die dort bis 2001 gedruckt wurde. Ab 1994 wurde auch ein Teil von "Bild" und "Bild am Sonntag" in Steinhausen gedruckt.

1993 wurde die Druckerei ausgebaut und war nach eigenen Angaben dabei, sich zur größten Druckerei Deutschlands zu entwickeln. Zwischen 2000-2003 wurden über 100 Mio. Euro in den Ausbau investiert. Das Unternehmen ist zu 100 % im Besitz der "Süddeutscher Verlag GmbH".

Gesellschafter der "Süddeutschen Verlags GmbH" (1953)
DM Anteil in %
Werner Friedmann 67.500 22,5
Franz Josef Schöningh 67.500 22,5
Edmund Goldschagg 67.500 22,5
Hans Dürrmeier 30.000 10,0
August Schwingenstein 60.000 20,0
Süddeutscher Verlag GmbH 7.500 2,5
Gesamtkapital 300.000 100,00
Entwicklung des "Süddeutschen Verlags" (Umsatz 1969-1992)
Umsatz in Mio. DM
1969 150
1971 175
1989 rund 650
1992 937,3 (davon 577,1 SZ)
Personal des Gesamtkonzerns
1967 2.800
1977 1.889
1987 3.339
1992 4.449
Umsatz in Mio. Euro (2000-2006)
Süddeutscher Verlag (SV) Süddeutsche Zeitung (SZ)
2000 873,5 409,5
2001 808 348,1
2002 719,9 297,2
2003 625,0 276,5
2004 664,8
2005 704 328,4
2006 709,4 340,7
Eigentumsverhältnisse im Jahr 2000 (Gesamtkapital 78 Mio. DM)
Anteil in %
Bruchteilsgemeinschaft Friedmann, vertreten durch Johannes Friedmann, München 23,08
Familiengesellschaft Goldschagg, vertreten durch Rolf Goldschagg, München 23,08
Eheleute Karen und Prof. Peter C. von Seidlein, München 23,08
Familiengesellschaft August Schwingenstein, Gesellschaft des bürgerlichen Rechts 20,51
Bruchteilsgemeinschaft Dürrmeier, vertreten durch Hanns-Jörg Dürrmeier, München 10,26
Eigentumsverhältnisse nach dem Einstieg der "Südwestdeutschen Medienholding" (2002)
Kapital in Euro Anteil in %
Südwestdeutsche Medienholding GmbH, Stuttgart 9.028.500,00
Friedmann-Erben A & A Friedmann Holding GmbH, Grünwald 5.080.036,00 10,55
Johannes Friedmann GmbH & Co KG 3.948.46400 8,20
Goldschagg-Erben Familie Goldschagg, GmbH & Co KG, Garmisch-Partenkirchen 5.0174.38,40 10,42
Christian und Gisela Goldschagg GmbH, Garmisch-Partenkirchen 4.011061,60 8,33
Schöningh-Erben von Seidlein Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH &Co KG 9.028.500,00 18,75
Schwingenstein-Erben Schwingenstein-Patzina Verwaltungs GmbH, München 4.011061,60 8,33
Schwingenstein-Patzina Beteiligungs GmbH & Co KG, München 4.011061,60 8,33
Dürrmeier-Erben Hanns-Jörg Dürrmeier GmbH & Co KG, Aßling 3.413976,80 7,09
Günter Dürrmeier GmbH & Co KG, Aßling 601.900,00 1,25
Gesamtkapital 48.152.000,00
Eigentumsverhältnisse seit 29. Februar 2008
Anteil in %
Südwestdeutsche Medienholding GmbH 81,25
Friedmann-Erben 18,75
Verlagsleiter und zugleich Gesellschafter des Süddeutschen Verlags seit 1945
August Schwingenstein Oktober 1945 bis November 1951
Franz Josef Schöningh November 1951 bis Dezember 1960
Hans Dürrmeier Dezember 1960 bis Februar 1973
Geschäftsführer und Mitglieder der Geschäftsführung des Süddeutschen Verlags
Lebensdaten Geschäftsführung
Klaus Wagner 1930-2000 Februar 1973 bis Dezember 1989
Günther Viertler geb. 1935 Februar 1973 bis Februar 1990
Manfred Winterbach geb. 1937 Januar 1983 bis Dezember 1992 (Leiter des Bereichs Technik); Nachfolger Januar 1993 Reinhard Lorch, geb. 1950, der Geschäftsführung unterstellt
Jörn Könke Juli 1983 bis Juli 1988
Gunther Braun geb. 1938 Oktober 1987 (Personalwesen) bis Juli 2001; Nachfolger August 2001 Rolf Dieter Schulz, geb. 1949, der Geschäftsleitung unterstellt
Martin Stahel Juli 1988 bis März 1991 später bei "Gruner + Jahr" tätig
Bernd M. Baldzuhn geb. 1943 Oktober 1990 bis Oktober 2002 (Finanzen und Controlling), Mitglied der Geschäftsführung
Reiner Maria Gohlke geb. 1934 April 1991 bis Januar 1993 Geschäftsführer dann Vorsitzender der Geschäftsführung bis 2000
Bernhard von Minckwitz geb. 1945 April 1999 bis Juli 2002 Mitglied der Geschäftsführung (Bereich Fachinformationen) später bei der Softline-Gruppe tätig
Dirk Refäuter geb. 1960 September 2000 bis Dezember 2002 (seit Oktober 2002 neben Jenke und Lutz als Chief Executive Officer) später bei Bertelsmann tätig
Hanswilli Jenke geb. 1962 Oktober 2002 (Finanzen und Controlling) bis Februar 2008
Klaus Josef Lutz geb. 1958 Oktober 2002 bis Februar 2008 (Chief Operating Officer), inzwischen Geschäftsführer der "Baywa"
Richard Rebmann geb. 1958 Geschäftsführer der "Südwestdeutschen Medienholding" ab März 2008 zusätzlich Geschäftsführer des "Süddeutschen Verlags"
Oliver C. Dubber geb. 1955 Geschäftsführer der "Medien Union", Ludwigshafen; ab März 2008 übergangsweise bis Mai 2008 Geschäftsführer des "Süddeutschen Verlags", inzwischen Aufsichtsratsvorsitzender der "Südwestdeutschen Medienholding GmbH"
Karl Ulrich geb. 1962 Mai 2008 zusammen mit Rebmann Geschäftsführer des "Süddeutschen Verlags" für den Bereich SV-Fachinformationen zuständig
Detlef Haaks geb. 1961 Ab Juli 2009 Geschäftsführer neben Rebmann und Ulrich für den Bereich der SZ zuständig
Im "Süddeutschen Verlag" erscheinende Zeitungsbeilagen und Zeitschriften
Münchner Illustrierte 1950 bis 1960, dann Verkauf an Franz Burda (1903-1986) für 26 Mio. DM
Süddeutsche Sonntagspost 1949 bis 1951
Epoca 1963 bis 1970, dann Einstellung mit vermutlich 20 Mio. DM Schulden
"wsv – werben & verkaufen" Im 1963 gegründeten "Europa-Fach-Presse-Verlag GmbH"
Münchner Stadtanzeiger bis 1. August 1950 selbständig, dann im "Süddeutschen Verlag", 1997 eingestellt
Münchner Wochenblatt (bis 2006) Münchner Samstagsblatt Süd-Ost (bis 2010) Ebersberger Samstagsblatt (bis 2010) Münchner Samstagsblatt (bis 2010) Herausgegeben von der 1974 gegründeten "Münchner Wochenblatt Verlags- und Werbegesellschaft GmbH"
Süddeutsche Zeitung Magazin seit 1990
Beteiligung des "Süddeutschen Verlags" an Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen
"Bayerische Staatszeitung" 1955 50 % Anteil am Verlag der "Bayerischen Staatszeitung GmbH"
"Stuttgarter Nachrichten" 1965 Kauf des Anteils des Lizenzträgers Otto Färber (1892-1993)
"Donaukurier", Ingolstadt 1974/75 Kauf eines Anteils von 24,5 %, 2004/2005 Wiederverkauf nach Einspruch des Kartellamts
"Münchner Merkur" 1982 Erwerb von 12,5 % an der "Münchener Zeitungsverlag GmbH & Co"
"Frankenpost", Hof 1986 Beteiligung an der "Frankenpost GmbH", 70% mit Unterbeteiligungen an "Thürigenpost Verlag GmbH", Schleiz, 100% 1990 "Voigtländisches Verlagshaus GmbH", Plauen, 100 % 1992 "Západôčeskč Noviny sop. sr. o. GmbH", Sokovlov, 100 % 1990 "Westsachsen Verlag GmbH", Zwickau, 33,3% 1990 "Sachsenpost Verlag GmbH", Zwickau, 66,7 % 2003 Verkauf der "Frankenpost" an die SPD 2005 wieder Beteiligung von 65 % 2009 Unterbeteiligung am "Selber Tagblatt"
"Neue Presse", Coburg Druck- und Verlagsanstalt "Neue Presse GmbH", Coburg, 70 %
"Freies Wort", Suhl 1991 "Suhler Verlagsgesellschaft mbH", 70 % mit Unterbeteiligung 1992 an "Südthüringer Verlag GmbH", Barchfeld, 100 %
1991 "Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH", Hamburg, 50 %, später 100 %
"Dresdner Neueste Nachrichten" 1990 Beteiligung, 1992 Aufgabe der Beteiligung
"Der Standard", Wien 1998 Beteiligung, 2008 Rückkauf des Anteils durch Verleger Oskar Bronner (geb. 1943)
Beteiligung an anderen Verlagen
"Kartographischer Verlag Karl Wenschow GmbH" Kauf 1960, später durch die Druckerei von Bedeutung
"IRO Kartographische Verlagsgesellschaft mbH"
"Paul List Verlag" Kauf 1964, Verkauf 1991
"Südwest-Verlag GmbH & Co KG" Kauf 1972, Verkauf 1991
"Kommunalschriften-Verlag J. Jehle GmbH" Kauf 1974
"F. Rehm GmbH" Kauf 1988
"moderne industrie AG", Landsberg Kauf 1993, zu dieser Gruppe gehört u. a. die "Günter Olzog Verlag GmbH".
"Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH" 1999 aus der Fusion von "SV-Fachinformationen GmbH" und "Hüthig GmbH", Heidelberg entstanden 2004 Bildung der Verlagsgruppe "Hüthig-Jehle-Rehm"
Zahl der Beschäftigten der "SV-Druckzentrum Steinhausen GmbH & Co KG"
2000 820
2001 760
2002 830
2003 640
2004 575
2006 502
2007 470
Umsatz der "SV-Druckzentrum Steinhausen GmbH & Co KG" in Millionen Euro
2001 75
2003 70
2004 72
2005 67,06
2006 66,2

Literatur

  • Abschied und Aufbruch. Der Süddeutsche Verlag zieht um, Beilage der Süddeutschen Zeitung vom 11.11.2008.
  • Frank Böckelmann, Wem gehören die Zeitungen? (AKM-Studien, Bd. 44), Konstanz 2000.
  • Frank Böckelmann, Wirtschaftliche Verflechtungen und Wettbewerb der Medien in Bayern. Dokumentation und Analyse. Eine Studie der Arbeitsgruppe Kommunikationsforschung München (AKM), durchgeführt im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM), München, Februar 2006 (BLM-Schriftenreihe, Bd. 83), München 2006.
  • Druckzentrum München-Steinhausen. Die neue Zeitungsdruckerei des Süddeutschen Verlages, Verlagsbeilage der Süddeutschen Zeitung Nr. 75 vom 29. März 1985.
  • Walter Flemmer, Verlage in Bayern. Geschichte und Geschichten, München 1974.
  • Edmund Goldschagg 1886-1971. Das Leben des Journalisten, Sozialdemokraten und Mitbegründers der "Süddeutschen Zeitung" nacherzählt von Hans Dollinger, München 1986.
  • Handbuch der Grossunternehmen 1953, 3. Aufl., Darmstadt 1953; 1956/57, 5. Aufl. bis 14. Aufl. (jeweils Bd. 2), Darmstadt 1956-1966;18. Aufl. bis 20. Aufl., (jeweils Bd. 3), Darmstadt 1971-1973, 22. Aufl. 1975 bis 61. Aufl. 2014 (jeweils Bd. 2), Darmstadt 1975-2014.
  • Handbuch des Süddeutschen Verlages, München 1950.
  • Knud von Harbou, Wege und Abwege. Franz Josef Schöningh, Mitbegründer der Süddeutschen Zeitung. Eine Biographie, München 2013.
  • Paul Hoser, Die "New York Times von Bayern". Die Anfänge der Süddeutschen Zeitung, in: Lutz Hachmeister/Friedemann Siering (Hg.), Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945 (Beck’sche Reihe 1457), München 2002, S. 121-145, 289-303.
  • Kurt Prizkoleit, Wem gehört Deutschland. Eine Chronik von Besitz und Macht, München u. a. 1957.
  • Jörg Reiser, August Schwingenstein (1881–1968). Förster, Publizist, Politiker, Mitbegründer und Verlagsleiter der Süddeutschen Zeitung (Dissertationen der LMU München, Bd. 28), München 2018.
  • Hans-Günter Richardi, Am Anfang war das Ende. Das Wirken von August und Alfred Schwingenstein beim Wiederaufbau der freien Presse in Bayern, München 2001.


Weiterführende Recherche

Externe Links

Empfohlene Zitierweise

Paul Hoser, Süddeutscher Verlag, publiziert am 30.03.2016; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Süddeutscher_Verlag> (22.08.2019)




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