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Große Deutsche Kunstausstellung (1937-1944)

Titelblatt des Katalogs zur Großen Deutschen Kunstausstellung 1940 im Haus der Deutschen Kunst in München, München 1940. (Bayerische Staatsbibliothek, 37.2614-1940)
Ansicht des 1931 abgebrannten Münchner Glaspalastes aus dem Leporello "Album von München". Farblithographie von 1900. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-012288)
Die Großen Deutschen Kunstausstellungen fanden von 1937 bis 1944 im Haus der Deutschen Kunst statt. Fotografie von Friedrich Reincke, 1937. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-69488)

von Ines Schlenker

Am 18. Juli 1937 fand in München die festliche Eröffnung der ersten Großen Deutschen Kunstausstellung (GDK) im Haus der Deutschen Kunst statt. Adolf Hitler (NSDAP, 1889-1945, Reichskanzler 1933-1945) hatte der GDK eine zentrale Rolle im Kunstbetrieb des Dritten Reichs zugedacht. Sie sollte verbindliche Standards für Künstler setzen und die wichtigste Bühne für die offizielle Kunst des Nationalsozialismus werden. Bis 1944 acht Mal abgehalten, blieb sie die einzige überregional bedeutende Ausstellung für zeitgenössische Kunst in NS-Deutschland.

Vorgeschichte

Kurz nach der sog. Machtergreifung entschied Adolf Hitler (NSDAP, 1889-1945, Reichskanzler 1933-1945), dass der 1931 abgebrannte Glaspalast durch einen Neubau am südlichen Ende des Englischen Gartens ersetzt werden sollte. Paul Ludwig Troost (1878-1934) entwarf hierfür ein monumentales neoklassizistisches Gebäude. Während der feierlichen Grundsteinlegung am 15. Oktober 1933 erklärte Hitler München, die "Hauptstadt der Bewegung", auch zur "Hauptstadt der Deutschen Kunst".

Der Bau des Hauses der Deutschen Kunst, bei dem keine Kosten gescheut wurden, dauerte beinahe vier Jahre. Planungen für die Eröffnungsausstellung konkretisierten sich jedoch erst spät. Im Dezember 1936 forderte ein Aufruf im Mitteilungsblatt der Reichskammer der bildenden Künste die deutschen Künstler auf, ihre besten Arbeiten zu einer Überblickschau zeitgenössischer Kunst einzureichen. Bei der Auswahl sollte keine Kunstrichtung bevorzugt oder benachteiligt werden. Der Aufruf traf auf große Resonanz: 25.000 Werke wurden den Organisatoren avisiert, 15.000 schließlich eingesandt. Es ist anzunehmen, dass sich beinahe alle teilnahmeberechtigten Künstler beteiligten.

Auswahlprozess

Adolf Hitler (NSDAP, 1889-1945; 2.v.l.) und Heinrich Hoffmann (1878-1957; 3.v.l.) bei der Auswahl von Werken für die Große Deutsche Kunstausstellung am 11./12. Juli 1939. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-26125)

Die 1933 gegründete Anstalt des öffentlichen Rechts "Haus der Deutschen Kunst (Neuer Glaspalast)" unter ihrem Direktor Karl Kolb (geb. 1894) war zuständig für die Organisation der GDK. Die Oberaufsicht für die Ausstellung lag beim Staatskommissar für das Haus der Deutschen Kunst, Gauleiter Adolf Wagner (1890-1944).

Welche Kunstwerke auf der GDK gezeigt werden sollten, wurde nie präzise festgelegt. In den ersten Jahren des "Dritten Reichs" gab es weder eine homogene Kunstpolitik noch herrschte Konsens darüber, was unter "neuer deutscher Kunst" zu verstehen sei. Der Auswahl für die erste GDK kam deshalb umso größere Bedeutung zu, versprachen sich doch viele Beobachter von ihr Aufschlüsse über den weiteren Kurs der nationalsozialistischen Kunstpolitik. Ursprünglich sollte eine neunköpfige Künstler-Jury über die Annahme oder Ablehnung von Werken entscheiden. Als Hitler jedoch wenige Wochen vor der Eröffnung mit Joseph Goebbels (NSDAP, 1897-1945, Reichsminister für Propaganda und Volksaufklärung 1933-1945) die Auswahl inspizierte, war er empört. In Goebbels Tagebüchern (6. Juni 1937) ist vermerkt: "Bei der Plastik geht es noch, aber bei der Malerei ist es z. T. direkt katastrophal. Man hat hier Stücke aufgehängt, die einem direkt das Grausen beibringen. So geht das bei einer Künstlerjury. Da schauen alle nach der Schule, nach Namen und Wollen und haben meist den Sinn für eine wirkliche Malkunst verloren." Hitler griff sofort ein und veränderte die Ausstellung, bis sie seinen Vorstellungen entsprach. Die Jury ersetzte er durch seinen Freund und Leibphotographen Heinrich Hoffmann (1885-1957). Fortan traf Hoffmann, der kaum kunsthistorische Vorbildung besaß, aber Hitlers Vorliebe für die bayerisch-österreichische Genremalerei des 19. Jahrhunderts kannte und teilte, die Vorauswahl. Die endgültige Entscheidung lag bei Hitler selbst. Regelmäßig besuchte er das Haus der Deutschen Kunst, um Hoffmanns Vorschläge zu prüfen und Änderungen vorzunehmen.

Ausgestellte Werke

In der ersten Ausstellung (18. Juli bis 31. Oktober 1937) fanden sich schließlich 884 Werke von 556 Künstlern. Das Haus der Deutschen Kunst war ein mit neuester Technik ausgestattetes, hochmodernes Ausstellungsgebäude, das dem Besucher eine kühle, feierlich wirkende Umgebung bot. Der dem Haus der Deutschen Kunst zu seiner Eröffnung verliehene Ehrentitel "Tempel der Deutschen Kunst" trug zusätzlich dazu bei, die ausgestellten Kunstwerke zu überhöhen. In den überdimensionierten Räumen mit ihren nackten weißen Wänden wirkten die Kunstwerke jedoch oft isoliert und verloren. Die Hängung war überdies gleichförmig und repetitiv.

Die zwei Hauptsäle im Erdgeschoß waren jenen Gemälden und Skulpturen – oft Auftragsarbeiten – vorbehalten, denen die größte propagandistische Bedeutung zugeschrieben wurde. Sie machten den Großteil der Abbildungen im Ausstellungskatalog aus, wurden am häufigsten in der Presse besprochen und sollten die korrekte ideologische Lesart der GDK sicherstellen. Skulpturen wie Arno Brekers (1900-1991) "Die Siegerin" oder Josef Thoraks (1889-1952) "Kameradschaft" demonstrierten arische Überlegenheit oder deutsche Tugenden, Landschaften oder Bauernszenen standen für die "Blut und Boden"-Ideologie des Regimes. Gemälde mit unverfänglichen Themen wie Karl Leipolds (1864-1943) Seestück "Segler" erhielten durch neue Titel ("Das neue Deutschland") eine eindeutige Aussage.

Die GDK des Jahres 1937 muss noch als zögerlicher Versuch, eine Kunst im nationalsozialistischen Sinne zu definieren, gewertet werden. Ab 1938 war die Uniformität der Werke, die fortan in der GDK gezeigt wurden, dann aber unübersehbar. Stilistisch waren sie im konservativen Akademismus verwurzelt. Die hohe technische Qualität dieser Tradition blieb jedoch meist unerreicht. Viele Künstler vermieden aktuelle Bezüge und verliehen ihren Werken eine gewisse zeitlose Qualität. Da die Kunstwerke nicht datiert wurden, konnten Arbeiten, die schon während der Weimarer Republik entstanden waren, von der nationalsozialistischen Kunst vereinnahmt werden.

Bei den Gemälden dominierte die Stilrichtung des Realismus bzw. Naturalismus. Die Themen blieben weithin dem im 19. Jahrhundert festgelegten Kanon verhaftet – allerdings unter Ausklammerung christlicher Motive. Die große Mehrheit der Bilder bestand aus Landschaften, gefolgt von Porträts, Tierdarstellungen, Genreszenen und Stillleben. Darüber hinaus wurden Szenen der klassischen Mythologie, zu Allegorien verklärte akademische Akte, anekdotische Historiengemälde und Darstellungen aus dem Bereich des Sports gezeigt. Die Plastiken - vor allem Akte, Porträtbüsten und Tiere - variierten ebenso figurale Lösungen, die schon zu Beginn der 20. Jahrhunderts gefunden worden waren.

Selbstverständlich feierte sich das Regime in einer Anzahl von Werken selbst. Porträts der nationalsozialistischen Elite hingen neben Darstellungen der Parteigeschichte, Verherrlichungen technologischer Errungenschaften oder Neubauprojekten des Staates. Der Anteil an offensichtlich propagandistischen Werken lag jedoch über die Jahre hinweg bei höchstens zehn Prozent. Ihre meist überdimensionierten Formate und die prominente Platzierung in den Hauptsälen des Hauses der Deutschen Kunst hoben jedoch ihre Bedeutung hervor, die von der nationalsozialistischen Propaganda noch unterstützt wurde.

1937 und 1938 endete die GDK jeweils im Oktober, gefolgt von zwei Ausgaben der "Deutschen Architektur- und Kunsthandwerkausstellung", die die Aktivitäten des Regimes auf den Feldern der Architektur und der dekorativen Künste dokumentierten. Ab 1939 lief die GDK jeweils mehr als sieben Monate.

Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sollte die GDK ferner einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Moral des deutschen Volkes leisten. Als "Manifestation deutscher Kultur und deutscher Kraft im Kriege" (Deutsche Allgemeine Zeitung vom 12. März 1942) wurde sie zum Symbol der Hoffnung, der inneren Sicherheit und des Glaubens an den Endsieg stilisiert – die Anzahl an militärischen und kriegerischen Darstellungen in der GDK explodierte dementsprechend mit Kriegsbeginn. Durch die kriegsbedingte Auslagerung von Museumsbeständen lag die Last der Propaganda im Bereich der bildenden Künste nun auf Wechselausstellungen, von denen die GDK bei weitem die bedeutendste war. Mit stetig steigendem Aufwand veranstaltet, stellte sie sogar die beiden anderen kulturellen Großveranstaltungen mit internationalem Ruf, die Festspiele von Bayreuth und von Salzburg (Österreich), in den Schatten.

Im Laufe des Krieges standen vor allem die Bildhauer vor immer größeren Schwierigkeiten der Materialbeschaffung. Statt Bronze kamen Zink und Eisen vermehrt zur Verwendung, teurer Marmor wurde durch billige Alternativen wie Gips, Terrakotta und Wachs ersetzt. Transportrestriktionen reduzierten die Anzahl an monumentalen Skulpturen zudem drastisch.

Kunstmesse

Abgesehen von ihrem unschätzbaren propagandistischen Wert war die GDK eine Schaubühne für die Kunstwelt des Dritten Reichs, die mit beeindruckenden Statistiken aufwartete. Die Zahl der teilnehmenden Künstler, der ausgestellten Werke, der Besucher und der Verkäufe erreichte ungeahnte Dimensionen. Die Beteiligung an der GDK galt in der Öffentlichkeit als Anerkennung durch das Regime und war entscheidend für den Verlauf vieler künstlerischer Karrieren im Dritten Reich. Sie war Voraussetzung für die Anstellung an Kunstakademien, erhöhte die Chancen auf Auszeichnungen und Beförderung und führte zu weiteren Ausstellungsbeteiligungen.

Vor allem war die GDK aber eine Verkaufsausstellung in der Tradition der Jahresausstellungen der Münchner Künstlervereinigungen. Die Nachfrage nach den ausgestellten Werken war von Anfang an sehr hoch, was in öffentlichen Stellungnahmen als weiterer Beweis für die breite Akzeptanz der offiziellen nationalsozialistischen Kunst in der Bevölkerung gewertet wurde. Die Anzahl der verkauften Werke stieg bis 1942 stetig an, ehe sie in den letzten beiden Jahren kriegsbedingt sank. Die Gesamtsumme der Verkäufe hingegen wuchs dramatisch und erreichte mit beinahe vier Millionen Reichsmark 1943 einen Höhepunkt. In den acht Jahren ihrer Laufzeit gab es in Deutschland keine andere Verkaufsausstellung, die der GDK nur im Entferntesten gleichkam.

Verkäufe auf der GDK
Jahr 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944
Anzahl der Werke ca. 500 894 858 1.011 1.133 1.214 989 565
Summe (RM) ca. 750.000 1.503800 2.161037 2.240892 2.929996 3.893321 3.914923 2.395943

Obwohl viele, vor allem hochpreisige, Werke von Parteigrößen, offiziellen Stellen und Firmen angekauft wurden, erwarben auch Privatpersonen GDK-Kunst. Der bei weitem wichtigste Käufer war Hitler selbst, der jedes Jahr Gemälde und Plastiken im großen Stil erwarb. Durch die großzügige Entlohnung seiner Lieblingskünstler bewirkte er aber ein so dramatisches Ansteigen der Preise, dass sich Klagen über die Erschwinglichkeit der "neuen Kunst" häuften. Die GDK wurde dem Anspruch ihrer Veranstalter, dass Kunst dem Volk zu dienen habe, somit nicht gerecht.

Preisentwicklung
Jahr 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944
Durchschnittspreis 1.500 1.681 2.519 2.217 2.586 3.207 3.958 4.241
Hitlers Ankäufe auf der GDK
Jahr 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944
Summe (RM) 268.449 899.780 998.125 960.480 1.239250 1.277025 623.550 929.300
Anzahl der Werke k.A. 386 266 307 120 117 55 65
Durchschnittspreise in der GDK (RM)
Jahr 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944
Hitler k.A. 2.331 3.752 3.129 10.327 10.915 11.337 14.297
Restliche Käufer k.A. 1.187 1.964 1.819 1.669 2.385 3.524 2.933

Künstler und Besucher

Die Zahl der teilnehmenden Künstler und der ausgestellten Werke stieg ebenfalls von Jahr zu Jahr, bis sie 1941 ihren Höhepunkt erreichte. Noch 1943 übertrafen die Einsendungen die ausgestellten Werke um das Siebenfache. Da das Angebot an Kunstwerken so groß war, dass in der Regel zwei Ausstellungen hätten bestückt werden können, ging man ab 1939 - gewöhnlich im Dezember - dazu über, jene Werke, die im Laufe der ersten Monate verkauft worden waren, durch bislang zurückgehaltene Arbeiten zu ersetzen. Ein schmaler Katalog dokumentierte die neu hinzugekommenen Werke. Da als unverkäuflich geltende Werke abgehängt und alle Räume umgestaltet wurden, entstand der Eindruck einer gänzlich neuen Ausstellung, was künstlerische Produktivität und einen florierenden Kunstmarkt simulieren sollte. Besucher klagten nun jedoch über zu enge Hängung.

Anzahl der Künstler und der ausgestellten Werke auf der GDK
Jahr 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944
Künstler 556 634 860 898 1.007 954 910 752
Werke 884 1.158 1.563 1.714 1.882 1.805 1.735 1.547

Insgesamt nahmen 2.465 Künstler an der GDK teil. Mit wenigen Ausnahmen war die Masse dieser Künstler vor 1933 nicht besonders hervorgetreten und geriet nach 1945 auch wieder in Vergessenheit. Es handelte sich meist um die konservative zweite oder dritte Garde, die nach der Vertreibung der Moderne nun unerwartet Ruhm und Anerkennung erhielt. Bayern stellte mit 792, darunter 625 aus München, den Großteil der Künstler. Die meisten GDK-Teilnehmer waren bereits fortgeschrittenen Alters. Künstlerinnen bildeten eine Minderheit. Im Laufe der acht Jahre beteiligten sich nur 237, unter ihnen Ria Picco-Rückert (1900-1966) und Henny Protzen-Kundmüller (1896-1967).

Die Besucherzahlen sind ebenfalls eindrucksvoll, auch wenn sie sich nicht mit denen der Ausstellung "Entartete Kunst", die allein in München 1937 von über zwei Millionen Menschen gesehen wurde, vergleichen lassen. Die GDK war aber ein so außergewöhnlicher Publikumserfolg, dass sich ansonsten keine andere zeitgenössische Schau im Nationalsozialismus mit ihr messen konnte. Jedes Jahr fanden jeweils mehrere hunderttausend Besucher den Weg ins Haus der Deutschen Kunst.

Besucherzahlen der GDK
Jahr 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944
Besucherzahlen 554.759 455.325 422.210 603.975 705.228 846.674 694.680 80.621

Bewertung

Hinter der Kulisse ostentativer Pracht und kommerziellen Erfolgs versinnbildlichte die GDK die fehlende Koordinierung und Willkür der nationalsozialistischen Kunstpolitik, die sich an Hitlers persönlichen Vorlieben orientierte und auf improvisierten Entscheidungen beruhte. Die Gleichschaltung und Überwachung der bildenden Künste funktionierte nicht reibungslos und die Grenzen zwischen geförderter und verfemter Kunst waren fließend, wie die Auswahl der Künstler für die GDK zeigt. So konnte es passieren, dass einige als "entartet" stigmatisierte Künstler im Haus der Deutschen Kunst ausstellten. Unter ihnen war der Bildhauer Rudolf Belling (1886-1972), der 1937 gleichzeitig in der GDK und der Ausstellung "Entartete Kunst" vertreten war. Nachdem ein Kritiker die Inkonsistenz bemerkt hatte, wurden seine beiden Arbeiten aus der Femeschau entfernt. Die 1929 geschaffene Skulptur "Der Boxer Schmeling" verblieb als Verkörperung arischer Ideale und perfekter Imageträger des Dritten Reichs in der GDK.

Obwohl die GDK im Laufe der acht Jahre ihrer Existenz der Öffentlichkeit 12.550 Werke präsentierte, waren die Veranstalter mit der Qualität der Schau unzufrieden. Zu wenige Künstler beschäftigten sich angemessen mit zeitgenössischen politischen Inhalten. Trotz aller Bemühungen brachte die GDK weder nationalsozialistische Künstlergenies noch eine neue, genuin nationalsozialistische Kunst hervor. Durch die Übernahme alteingesessener Traditionen der Münchner Kunstszene, neu definiert für eigene Zwecke und auf nationales Niveau gehoben, blieb sie in der Vergangenheit verwurzelt. Mit Hilfe der GDK hatte Hitler eine Armee von Künstlern geschaffen, die die Kunst des 19. Jahrhunderts imitierte. Als am 30. April 1945 amerikanische Soldaten in München einmarschierten, schloss die letzte GDK ihre Pforten.

Literatur

  • Peter Adam, Kunst im Dritten Reich, Hamburg 1992.
  • Sabine Brantl, Haus der Kunst, München. Ein Ort und seine Geschichte im Nationalsozialismus, München 2. Auflage 2007.
  • Sabine Brantl/Ulrich Wilmes (Hg.), Geschichten im Konflikt. Das Haus der Kunst und der ideologische Gebrauch von Kunst, 1937 bis 1955, München 2017.
  • Christian Fuhrmeister, Die Große Deutsche Kunstausstellung 1937-1944, in: Wolfgang Ruppert (Hg.), Künstler im Nationalsozialismus. Die "Deutsche Kunst", die Kunstpolitik und die Berliner Kunsthochschule, Köln/Weimar/Wien 2015, 97-106.
  • Berthold Hinz, Die Malerei im deutschen Faschismus. Kunst und Konterrevolution, München 1974.
  • Berthold Hinz (Hg.), NS-Kunst. 50 Jahre danach, Marburg 1989.
  • Stephan Klingen/Christian Fuhrmeister, Die "Grosse Deutsche Kunstausstellung" 1938. Relektüre und Neubewertung, in: Eva Atlan/Raphael Gross/Julia Voss (Hg.), 1938. Kunst – Künstler – Politik, Ausstellungskatalog, Jüdisches Museum Frankfurt, Frankfurt am Main 2013, 189-208.
  • Kunst im Dritten Reich. Dokumente der Unterwerfung, Ausstellungskatalog, Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main 1974.
  • Anne Meckel, Animation - Agitation. Frauendarstellungen auf der "Großen Deutschen Kunstausstellung" in München 1937-1944, Weinheim 1993.
  • Eberhard Roters (Hg.), Stationen der Moderne. Die bedeutenden Kunstausstellungen des 20. Jahrhunderts in Deutschland, Berlin 1988.
  • Ines Schlenker, Defining National Socialist Art. The First "Große Deutsche Kunstausstellung" in 1937, in: Degenerate Art. The Attack on Modern Art in Nazi Germany, 1937, Ausstellungskatalog, Neue Galerie, New York 2014, 90-105.
  • Ines Schlenker, Die Großen Deutschen Kunstausstellungen und ihre Auswirkungen auf den nationalsozialistischen Kunstbetrieb, in: Kunst und Propaganda im Streit der Nationen 1930-1945, Ausstellungskatalog, Deutsches Historisches Museum, Berlin 2007, 258-267.
  • Ines Schlenker, Hitler’s Salon. The Grosse Deutsche Kunstausstellung at the Haus der Deutschen Kunst in Munich 1937-1944 (German Linguistic and Cultural Studies 20), Oxford u. a. 2007.
  • Marlies Schmidt, Die "Große Deutsche Kunstausstellung 1937 im Haus der Deutschen Kunst zu München". Rekonstruktion und Analyse, Halle 2010.
  • Peter-Klaus Schuster (Hg.), Die "Kunststadt" München 1937. Nationalsozialismus und "Entartete Kunst", München 3. Auflage 1988.
  • Stefan Schweizer, "Unserer Weltanschauung sichtbaren Ausdruck geben". Nationalsozialistische Geschichtsbilder in historischen Festzügen zum "Tag der Deutschen Kunst", Göttingen 2007.
  • Robert Thoms, Die Künstler der Großen Deutschen Kunstausstellung München 1937-1944. Gesamtverzeichnis, Berlin 2018.

Quellen

  • Ergänzungsteil zum Offiziellen Ausstellungskatalog der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst zu München, Ausstellungskataloge, Haus der Deutschen Kunst, München 1939-1944.
  • 1. Deutsche Architektur- und Kunsthandwerkausstellung, Ausstellungskatalog, Haus der Deutschen Kunst, München 1938. Große Deutsche Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst zu München, Ausstellungskataloge, Haus der Deutschen Kunst, München 1938.
  • 2. Deutsche Architektur- und Kunsthandwerkausstellung, Ausstellungskatalog, Haus der Deutschen Kunst, München 1938.

Weiterführende Recherche

Externe Links

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Tag der Deutschen Kunst

Empfohlene Zitierweise

Ines Schlenker, Große Deutsche Kunstausstellung (1937-1944), publiziert am 2.6.2020; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Große_Deutsche_Kunstausstellung_(1937-1944) (11.07.2020)





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