Auergarde, 1919-1924

Erhard Auer auf einer Fotografie um 1919 (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Hoffmann).
Aufstellung der "Auergarde" im Mai 1923 auf der Münchner Theresienwiese (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bildersammlung Nr. 5642)
von Robert Hofmann

Sozialdemokratischer Versammlungsschutz und Abwehrorganisation gegen radikale Gewalt, 1919 initiiert vom bayerischen MSPD-Vorsitzenden Erhard Auer (1874-1945). Nachdem Generalstaatskommissar Gustav von Kahr am 26. September 1923 alle linken Selbstschutzorganisationen verboten hatte, ging die Auergarde Anfang 1924 als Ortsgruppe im "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" auf.

Gründung und Ausbau

Direkter Gründungsanlass war das am 21. Februar 1919 auf Erhard Auer (1874-1945) erfolgte Attentat nach der Ermordung von Ministerpräsident Kurt Eisner (1867-1919). Die zunächst lose Gruppe wurde von Franz Xaver Pitzer (1886-1952) geleitet (daher auch "Pitzergarde"). Nach einem weiteren Anschlag auf Auer am 26. Oktober 1921 und besonders nach der Ermordung Walter Rathenaus (1867-1922) am 24. Juni 1922 wurde die Auergarde zu "Sicherheitsabteilungen" erweitert (bewusst gewählte Abkürzung: SA) und umstrukturiert. Technischer Leiter und verantwortlich für das militärisch-taktische Vorgehen wurde der Reserveleutnant Wilhelm Buisson (1892-1940).

Zahlenmäßige Stärke

Die schwach bewaffneten Einheiten der Auergarde/SA, die der Polizei gegen rechte Gewalt helfen wollten - was sich die Regierung unter Gustav von Kahr (1862-1934) strikt verbat -, waren 1922 in München ca. 2.000 Mann stark (inkl. einem Trommler- und Pfeiferkorps). Weitere Gruppen existierten Anfang 1923 in Freising, Ingolstadt und Rosenheim.

Integration in das "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold"

Die Auergarde wurde ab 22. Februar 1924 in das reichsweit gegründete "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Bund der republikanischen Kriegsteilnehmer e.V." integriert. In der von Mitgliedern der SPD, der Deutschen Zentrumspartei, der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) sowie Gewerkschaftern in Magdeburg gegründeten Organisation übernahm Auer die Funktion eines bayerischen Gauvorstandes.

Literatur

  • Günther Gerstenberg, Freiheit! Sozialdemokratischer Selbstschutz im München der zwanziger und frühen dreißiger Jahre. Band I und II, München 1997.

Weiterführende Recherche

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Sicherheitsabteilungen

Empfohlene Zitierweise

Robert Hofmann, Auergarde, 1919-1924, publiziert am 11.05.2006; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Auergarde, 1919-1924> (17.12.2017)