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Stoßtrupp Hitler, 1923

Hitler-Putsch am 9. November 1923; Mitglieder des Stoßtrupps Hitler, mit Hakenkreuzarmbinde und Stahlhelm, vor dem Abmarsch. (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Hoffmann)
Angehörige des Stoßtrupps Hitler auf einem LKW beim Deutschen Tag in Bayreuth am 30. September 1923. (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Hoffmann)
Julius Schreck, 1933, in SS-Uniform. (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Hoffmann)
Stosstrupp Hitler mit Hakenkreuzarmbinden und Stahlhelmen; Hitlerputsch am 9. November 1923 (Bayerische Staatsbibliothek, Fotoarchiv Hoffmann)

von Paul Hoser

Im Mai 1923 gegründete Leibwache Adolf Hitlers (1889-1945) unter der Führung von Josef Berchtold (1897-1962) und Julius Schreck (1898-1936). Mitglieder waren u. a. der Uhrmacher Emil Maurice (1897-1972), der spätere Münchner NSDAP-Stadtrat Christian Weber (1883-1945) und der spätere Münchner Oberbürgermeister Karl Fiehler (1895-1969). Der Stoßtrupp beteiligte sich im November 1923 am Hitlerputsch und wurde daraufhin verboten. In seiner Nachfolge entstand im April 1925 die Schutzstaffel (SS).

Als besondere Eliteeinheit der seit November 1920 bestehenden SA wurde im März 1923 eine "Stabswache" aufgestellt, die schwarze Mützen mit Totenkopf und schwarz umrandete Hakenkreuzbinden trug. Im Mai 1923 wurde die Stabswache in den mobilen "Stoßtrupp Hitler" überführt, der Teil des SA-Regiments München war.

Kommandiert wurde diese zur unmittelbaren Verfügung Adolf Hitlers (1889-1945) stehende und jederzeit mobilisierbare Leibgarde von dem Schreibwarenhändler, Reserveleutnant und zeitweiligen Kassierer der Partei, Josef Berchtold (1897-1962), und von dem vom Freikorps Oberland kommenden Schauspieler und späteren Chauffeur Hitlers, Julius Schreck (1898-1936). Adjutant war der Uhrmacher Emil Maurice (1897-1972). Weitere Mitglieder waren der ehemalige Pferdeknecht und Pferdehändler Christian Weber (1883-1945), der Drogist Julius Schaub (1898-1967) und der bei der Münchner Stadtverwaltung beschäftigte spätere Oberbürgermeister Karl Fiehler (1895-1969). Bei ihrer Gründung zählte die Vorläuferorganisation der späteren SS etwa 20 Mann. Sie wuchs mit der Zeit auf rund 100 Mitglieder an.

Der "Stoßtrupp Hitler" riegelte am 8. November den Bürgerbräukeller ab, in dem Hitler seinen Putsch verkündete. Auf Befehl des Führers der SA, Hermann Göring (1893-1946), drang er dann in das Gebäude der sozialdemokratischen Zeitung "Münchener Post" ein und verwüstete die Räume. Dem Scheitern des Putsches folgte das Verbot des Stoßtrupps auf dem Fuß. Die Nachfolgeorganisation wurde 1925 die Schutzstaffel (SS). Am 9. November 1938 nahmen etwa 40 ehemalige Angehörige des Stoßtrupps an dem „Kameradschaftsabend“ im Alten Rathaus im München teil und betätigten sich anschließend als Speerspitze der antijüdischen Ausschreitungen in der Stadt.

Literatur

  • Heinz Höhne, Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS, München 2002.
  • Hans Kallenbach, Mit Hitler auf Festung Landsberg, München 1939.

Weiterführende Recherche

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Empfohlene Zitierweise

Paul Hoser, Stoßtrupp Hitler, 1923, publiziert am 25.07.2007; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Stoßtrupp Hitler, 1923> (15.11.2018)