Liber pontificalis

von Matthias Simperl

Der Liber pontificalis, das "Buch der Päpste", ist eine im spätantiken Rom entstandene Sammlung von Tatenberichten der Bischöfe Roms, die mit Petrus als erstem römischem Bischof einsetzt und zunächst bis ins neunte, später sogar bis ins 15. Jahrhundert fortgesetzt wurde. Bis heute ist es eine der wichtigsten Quellen für die Papst- und Kirchengeschichte. Für ein breites Publikum verfasst und nicht ohne Bezug zu zeitgenössischen Konflikten, fand das Werk im mittelalterlichen Europa weite Verbreitung, darunter auch in Bayern, wie Handschriften des 9. und 10. Jahrhunderts aus Regensburg und Freising belegen. Seine besondere landesgeschichtliche Bedeutung erhält der Liber pontificalis aber durch eine Notiz, die als einzige die Romreise des bayerischen Herzogs Theodo (gest. um 717) 715/16 überliefert.

Das "Buch der Päpste"

Der römische Liber pontificalis umfasst Tatenberichte von Petrus, der als erster römischer Bischof eingeführt wird, bis zu Papst Stephan V. (Papst 885-891). Im hohen und späten Mittelalter wurde das Werk um Einträge bis zu Päpsten des fünfzehnten Jahrhunderts erweitert. In der Regel werden auch diese Erweiterungen als Liber pontificalis bezeichnet.

Der heute gebräuchliche Titel ist relativ spät in den Manuskripten belegt, hat sich jedoch seit der gleichnamigen frühneuzeitlichen Edition von Giovanni Vignoli (1663-1733) (1724) nach und nach durchgesetzt.

Als Quelle ist der Liber pontificalis insbesondere für die spätantike und mittelalterliche Papst- und Kirchengeschichte, dann für die Christliche Archäologie und Kunstgeschichte sowie für die mittellateinische Philologie von Interesse. Für die Landesgeschichte überliefert er bedeutsame Einzelnachrichten.

Bayernbezug im alten Liber pontificalis

Notiz über die Romreise Herzog Theodos. Ausschnitt aus einer Ausgabe des Liber pontificalis. Sammelhandschrift, Nordwestfrankreich 2. Hälfte 9. Jh. (Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 473, fol. 60v.)

Die Bedeutung des Liber pontificalis für die frühmittelalterliche Geschichte Bayerns fußt insbesondere auf einer Notiz im Eintrag zu Gregor II. (Papst 715-731): "Deshalb kam zu dieser Zeit Theodo, Herzog des Volkes der Bayern, mit Gebetsgelübde zum Grab des seligen Apostels Petrus und zwar als erster desselben Volkes." Die parallele Notiz bei Paulus Diaconus (gest. 800) (Hist. Lang. VI 44) hängt vom Liber pontificalis ab, weshalb das Papstbuch die einzige selbstständige Quelle ist, die von diesem Romaufenthalt berichtet. Die Reise ist das letzte bekannte Ereignis aus Theodos (gest. um 717) Regierung und fällt entweder in das Jahr 715 oder 716. Sie war mit einer kirchenpolitischen Zielsetzung verbunden: Theodo strebte eine in unmittelbarer Verbindung mit Rom stehende bayerische Herzogskirche an, die unabhängig von der karolingischen Bistumsorganisation bestehen konnte.

Die Reise selbst wie ihr inhaltlicher Erfolg wird durch die überlieferte Legateninstruktion des Papstes bestätigt, wonach im Einverständnis mit dem Herzog die Rechtgläubigkeit der vorhandenen Priester geprüft, entsprechend den Herrschaftsbereichen der Teilherzöge Bistümer eingerichtet und für das ganze Land ein Erzbischof bestimmt werden sollte. Wohl aufgrund des baldigen Tods Theodos blieb das Vorhaben unvollendet. Bonifatius (gest. 754) konnte jedoch bei der Bistumsorganisation 739 darauf aufbauen.

Aufbau und Charakter der Einträge

Die Einträge der ersten Jahrhunderte sind weitgehend schematisch aufgebaut und bieten insbesondere prosopographische und chronologische Daten, informieren über Entscheidungen im Bereich der stadtrömischen kirchlichen Verwaltung, Liturgie, Lehre und Disziplin und berichten ab dem fünften Jahrhundert außerdem über die Entwicklung der Beziehungen der römischen Kirche zu den Kirchen des Ostens. Päpstliche Bauprojekte werden erwähnt und teils umfangreiche Listen von Schenkungen an römische Kirchen angeführt. Fast alle Einträge geben schließlich die Zahl der vorgenommenen höheren Weihen an. Die frühen Einträge zeigen somit den römischen Bischof, wie er "schenkt, beschließt, schreibt und sorgt." (Herbers, in: Herbers/Simperl 2020, 20).

Explizite moralische Beurteilungen und charakterliche Darstellungen sind ab dem sechsten Jahrhundert fassbar. Ab dem siebten Jahrhundert werden die narrativen Passagen stärker ausgestaltet.

In der Forschung werden die einzelnen Einträge des Liber pontificalis oft als Viten bezeichnet. Weil der Begriff eine Nähe zur antiken Gattung der Biographie nahelegt, die sich aber weder unter sprachlichen noch inhaltlichen Gesichtspunkten erweisen lässt, ist er insbesondere für die frühen Einträge nach Möglichkeit zu vermeiden. Auch für das neunte Jahrhundert ist der Begriff eher eine Konvention.

Entstehung des Werks: Datierung, Redaktionsgeschichte und Entstehungskontext

Einleitender Briefwechsel zwischen (Ps.-)Hieronymus und (Ps.-)Damasus. (Den Haag, Huis van het boek, 10 B 4, fol. 1v-2r)
Die geographische Verteilung der frühesten Textzeugen des Liber pontificalis (Handschriften bis zum 10. Jh.). (© Mappa Mundi Cartography, Datengrundlage: Rosamond McKitterick)

Als Vorläufer des Liber pontificalis kann unter verschiedenen Gesichtspunkten der "Liberianische Katalog" (Catalogus Liberianus) gelten, der im Rahmen einer aufwendig gestalteten Sammlung von kalendarisch relevanten Texten aus dem Jahr 354 (Chronograph von 354) überliefert ist. Dieser bietet bis zu Liberius (Papst 352-366) den Namen des Papstes, Pontifikatsdauer und chronologische Verortung sowie in Einzelfällen knappe weitere Notizen zu wichtigen, mit dem Pontifikat verbundenen Ereignissen. Noch im siebten Jahrhundert wird der Katalog mit Damasus (Papst 366-384), der im einleitenden Briefwechsel des Liber pontificalis als dessen Autor ausgewiesen wird, in Verbindung gebracht.

Die Position der deutschsprachigen Forschung des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die Anfänge des Liber pontificalis nicht vor dem siebten Jahrhundert anzusetzen, ist im 20. Jahrhundert nur noch selten aufgegriffen worden. Heute wird allgemein vertreten, dass der Liber pontificalis in Rom zur Zeit der gotischen Herrschaft über Italien entstanden ist: Als frühestmöglicher Zeitpunkt kann das Pontifikat des Hormisda (Papst 514-523) gelten, ein Abschluss der ersten Redaktion nach dem Pontifikat des Vigilius (gest. 555) ist unwahrscheinlich. In der gegenwärtigen Forschung ist umstritten, inwieweit die erste Fassung des Papstbuchs noch in Rom selbst mehreren umfassenden Redaktionen unterzogen wurde.

Offen ist zudem, in welchem institutionellen Kontext oder Milieu der Liber pontificalis entstand. Für einen offiziösen Entstehungshintergrund spricht zwar die Einarbeitung von klassischem bischöflichem Archivmaterial, insbesondere von Weihestatistiken und Schenkungslisten. Das weitere Material stellt eine solche Zuweisung jedoch infrage: So greift der Autor umfassend auf pseudepigraphische erzählende und kanonistische Texte zurück, die während der Auseinandersetzungen zwischen Symmachus (Bischof von Rom 498-514) und Laurentius (Gegenbischof 498-505) nach der bischöflichen Doppelwahl von 498 entstanden. Dabei zieht er mehrheitlich die Texte der unterlegenen laurentianischen Partei heran. Trotz wiederholter pauschaler Verweise auf Archivmaterial berücksichtigt er päpstliche Briefe dagegen kaum.

Der Horizont der Einträge reicht bis zur Mitte des fünften Jahrhunderts – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht über die römische Kirche hinaus. Frühe Entwicklungen hin zum gesamtkirchlichen römischen Primat interessieren den Autor des ersten Liber pontificalis dementsprechend kaum. Solche Entwicklungen nimmt er erst ab dem Konzil von Chalcedon (451) verstärkt in den Blick und räumt den nachfolgenden Auseinandersetzungen entsprechend Raum ein. Während er dabei den Primat des apostolischen Stuhls unterstreicht, rezipiert er die zu seiner Zeit präsenten Axiome der Nicht-Judikabilität und Amtsheiligkeit eines Papstes auffälligerweise nicht. Sprachlich greift der Autor auf das volkssprachliche Latein des sechsten Jahrhunderts zurück. Möglicherweise verwendet er dieses gezielt, um ein breites Publikum, vorrangig aber stadtrömische Kleriker außerhalb der päpstlichen Verwaltung, anzusprechen.

In der jüngeren Forschung herrscht weitgehend Konsens darüber, dass es sich beim Liber pontificalis um eine Arbeit mit Bezug zu zeitgenössischen Problemlagen und Auseinandersetzungen handelt. Aufgrund der zahlreichen, großenteils miteinander verschränkten innerrömischen und gesamtkirchlichen Konflikte in der ersten Hälfte des sechsten Jahrhunderts ist der für die Werkentstehung letztlich entscheidende Anlass allerdings schwer auszumachen.

Fortsetzungen bis zum neunten Jahrhundert

Ursprünglich ein Werk über die Päpste, das eher kritische Loyalität als bedingungslose Parteinahme erkennen lässt, wurde der Liber pontificalis möglicherweise erst im achten Jahrhundert zu einem "päpstlichen Buch": In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts ist erstmals die Rezeption des Werks in der päpstlichen "Kanzlei" fassbar. Für die Viten des neunten Jahrhunderts kann eine Entstehung im unmittelbaren Umfeld der Päpste aufgrund der eingearbeiteten Dokumente angenommen werden. Während Einträge bis ins siebte Jahrhundert in Blöcken hinzugefügt wurden, wurden sie später in zeitlicher Nähe zum Ende eines Pontifikats verfasst oder sogar schon zu Lebzeiten begonnen. Die kontinuitätsstiftende und legitimierende Funktion einer solchen "Vitenproduktion" ist eindeutig.

Nicht immer entspricht die Bedeutung, die einem Papst von der Nachwelt beigemessen wird, der Länge seines Eintrags im Liber pontificalis: Der Eintrag zu Gregor dem Großen (Papst 590-604) fällt recht knapp und so nüchtern aus, dass im neunten Jahrhundert von Johannes Hymmonides (ca. 825-880/882) eine eigene "Lebensgeschichte des heiligen Gregor" verfasst wurde. Ohnehin hatten sich die Ansprüche an die Darstellung verschoben: Im späten siebten Jahrhundert sind die Päpste erstmals als Wundertäter fassbar; auch wird die persönliche Tugend eines Amtsinhabers immer bedeutsamer für die zunehmend eulogische Darstellung. Schließlich rückt die Biographie eines Papstes vor seinem Amtsantritt mehr und mehr in den Fokus der Autoren.

Der Abbruch des alten Liber pontificalis mit dem fragmentarischen Eintrag zu Stephan V. könnte mit der zunehmenden Unvereinbarkeit eines eher deskriptiven Schemas mit der intendierten hagiographischen Darstellung zu tun gehabt haben. Hinzu kommt, dass in den Wirren der zweiten Hälfte des neunten Jahrhunderts in Rom mehr und mehr das Personal gefehlt haben dürfte, das für die Erstellung der Einträge vonnöten war.

Rezeption und spätere Fortsetzungen

Frühmittelalterliche Tatenberichte lokaler Bischöfe oder Äbte lehnen sich in ihrer Struktur oft an den Liber pontificalis an, wobei in der Regel nicht zu entscheiden ist, ob dies nur wegen vergleichbarer Sachgrundlage oder aufgrund gewollter Imitation der Fall ist.

Die aus dem Investiturstreit erwachsenden Streitigkeiten des 11. und 12. Jahrhunderts führen zu einem gegenwartsbezogenen Interesse an Papstgeschichte (Bonizo von Sutri, gest. 1090, Boso (gest. 1178), Pseudo-Liutprand): Für die eigene Sache zurechtgemachte Episoden aus dem alten Liber pontificalis dienen der historischen Untermauerung des jeweiligen Standpunkts. Eine Fortschreibung im eigentlichen Sinne unternimmt um 1130 der römische Kardinal Pandulph (gest. 1226), dessen Darstellung stark durch seine Parteinahme für den schließlich unterlegenen Anaklet II. (Gegenpapst 1130-1138) geprägt ist. Während eine im Sinne der Partei Innozenzʼ II. (Papst 1130-1143) umgearbeitete Fassung des pandulphschen Papstbuchs im humanistischen Rom rezipiert wurde und deshalb in zahlreichen Handschriften vorliegt, wurde die ursprüngliche Fassung erst 1911 in einem Codex der Kapitelbibliothek von Tortosa wiederentdeckt. Der vom französischen Benediktiner Petrus Guillermus (um 1142) erstellten innozenzfreundlichen Fassung wurden im 15. Jahrhundert nochmals eine Fortsetzung bis zu Martin V. (Papst 1417-1431) angefügt, weshalb dessen Eintrag oft als der letzte im Überlieferungskomplex "Liber pontificalis" gilt. Weil in der Edition von Louis Duchesne (1843-1922), die als einzige über das achte Jahrhundert hinausführt, spätmittelalterliche Papst-Kaiser-Chroniken und Papstgeschichten nicht berücksichtigt werden, ist die Entdeckung weiterer Fortsetzungen des Papstbuchs nicht ausgeschlossen.

Frühe handschriftliche Verbreitung

Frühe römische Textzeugen sind nicht erhalten, was an der geringen Haltbarkeit des in Rom bevorzugten Beschreibstoffs Papyrus liegen dürfte. Die meisten Handschriften aus oder vor dem neunten Jahrhundert stammen aus dem nordgallischen Raum: Am weitesten verbreitet ist eine Fassung, die mit Stephan II. (Papst 752-757) endet. Wo dies möglich war, wurde der Text auch außerhalb Roms aktualisiert; der Liber pontificalis dürfte seinen fränkischen Lesern jedoch vor allem dazu gedient haben, sich ein bestimmtes Bild über das Papsttum und die Stadt Rom zu machen. Insbesondere Kurzfassungen, welche nur ausgewählte Aspekte berücksichtigen, zeigen, dass dieser Rezeptionsprozess weder uniform noch ohne die bewusste Gestaltung durch außerrömische Rezipienten verlief.

Bayerische Handschrift des Liber pontificalis aus St. Emmeran, 9. Jh. (Bayerische Staatsbibliothek, Clm 14387)

Dies gilt auch für zwei bayerische Exzerpte des Liber pontificalis: Eine Handschrift des 10. Jahrhunderts aus der Freisinger Kapitelsbibliothek (heute: BSB Clm 6385) bietet Auszüge aus dem Liber pontificalis bis zu Stephan II.; unter Auslassung von Stephan III. (Papst 768-772) werden außerdem Päpste bis zu Leo III. (Papst 795-816) namentlich angeführt. Ein in Regensburg geschriebenes und bis zur Säkularisation in St. Emmeram aufbewahrtes Exzerpt aus dem neunten Jahrhundert (heute: BSB Clm 14387) umfasst ebenfalls Einträge bis zu Stephan II. und führt ohne weitere Angabe noch Paul (Papst 757-767) an.

Die beiden Exzerpte sind mit drei weiteren Kurzfassungen des Liber pontificalis verwandt, die sich heute im Vatikan und in Valenciennes (Frankreich) befinden. Der Redaktor der gemeinsamen Vorlage fokussierte auf doktrinäre und disziplinäre Entscheidungen der Päpste einschließlich solcher zur Kirchenorganisation und insbesondere zur Liturgie; Notizen zu päpstlichen Bauvorhaben oder die Ausstattung römischer Kirchen fanden dagegen kein Interesse.

Weitere heute bayerische Handschriften

Eine im Zuge der Säkularisation aus dem Chorherrenstift Heilig Kreuz in Augsburg nach München verbrachte Handschrift des 12. Jahrhunderts (BSB Clm 4112) überliefert den Liber pontificalis von Petrus bis zu Theodor (Papst 642–649) und bricht mitten in dessen Vita ab. Die Handschrift ist einer von drei erhaltenen Zeugen für eine Rezension des Papstbuches, welche die Lesarten zweier Handschriftenklassen kombiniert.

Die Rezeption des Liber pontificalis für früh- und hochmittelalterliche Papstkataloge zeigen beispielhaft zwei norditalienische Handschriften, die sich inzwischen in Bamberg und Erlangen befinden: Die Handschrift Bamberg, Staatsbibliothek can 4 (P I 8) bietet einen bis zu Benedikt III. (Papst 855-858) reichenden Papstkatalog mit Angabe der Pontifikatsdauer und Sedisvakanz (Paul I. und Stephan III. sind anschließend nachgetragen). Für Marcellinus (ca. 3./4. Jh.) und Marcellus (Anfang 4. Jh.) sind jedoch außerdem zwei Notizen aus dem Liber pontificalis übernommen. Die Handschrift Erlangen, UB ms 342 weist Glossen zur Papst- und Kaisergeschichte auf, die dem Liber pontificalis sowie dem Liber censuum und möglicherweise Orosius (gest. um 418) entnommen sind.

Editionen und Übersetzungen

Die Erstedition des Werks wurde von Johannes Busaeus (1547-1611) im Jahr 1602 in Mainz herausgegeben. Diese und nachfolgende frühneuzeitliche Editionen sind nur noch von forschungsgeschichtlichem Interesse. Relevant sind weiterhin die im ausgehenden 19. Jahrhundert entstandenen Editionen von Louis Duchesne und Theodor Mommsen (1817-1903).

Duchesne bietet eine umfassende historische und archäologische Kontextualisierung der Quelle, Mommsens Edition erschließt dagegen durch die synoptische Darstellung verschiedener Lesarten den textgeschichtlichen Befund besser und berücksichtigt teilweise mehr Handschriften. Insbesondere für die Einträge bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts sind die beiden Editionen bei der Arbeit mit der Quelle zusammen zu verwenden. Die oben genannten, seit der Säkularisation in München aufbewahrten bayerischen Liber pontificalis-Handschriften werden nur bei Mommsen berücksichtigt; Duchesne waren sie offenkundig nicht bekannt.

Ins Deutsche wurden bisher nur wenige Teile des Buchs übertragen. Die modernen französischen und englischen Übersetzungen sind für einen ersten Zugang zur Quelle geeignet, weisen jedoch teils sinnverändernde Fehler im Detail auf.

Literatur

Editionen, Umgang mit den Editionen und Editionsgeschichte

  • Matthias Simperl, Eine Hinführung zum Umgang mit den Editionen des Liber pontificalis, in: Klaus Herbers/Matthias Simperl (Hg.), Das Buch der Päpste – Liber pontificalis. Ein Schlüsseldokument europäischer Geschichte (Römische Quartalschrift. Supplementband 67), Freiburg i. Br. u.a. 2020, 458-481.

Übersetzungen

  • Raymond Davis, The Lives of the Eight-Century Popes (Liber pontificalis). The Ancient Biographies of Nine Popes from A.D. 715 to A.D. 817 (Translated texts for historians 13), Liverpool 1992.
  • Le Livre des papes – Liber pontificalis (492-891), introduction, traduction et notes par Michel Aubrun (Miroir du Moyen Age), Turnhout 2007, vgl. dazu: Dominic Moreau, Rezension, in: Antiquité tardive 18 (2010), 385-389.
  • Liber pontificalis. Tome 1 : Des origines au pontificat de Sylvestre (30-335), Texte latin établi par Louis Duchesne. Traduction française par Nathalie Desgrugillers (L’encyclopédie mediévale), Clermont-Ferrand 2012.

Weitere Bibliographien

  • Auswahlbibliographie zum Liber pontificalis, in: Klaus Herbers/Matthias Simperl (Hg.), Das Buch der Päpste – Liber pontificalis. Ein Schlüsseldokument europäischer Geschichte (Römische Quartalschrift. Supplementband 67), Freiburg i. Br. u.a. 2020, 482-491.

Grundlegende Literatur

  • Walter Berschin, Der Liber pontificalis, in: Walter Fröhlich (Hg.), Liber ad magistrum. Festgabe Herrn Universitätsprofessor Dr. Johannes Spörl zu seinem 60. Geburtstag dargebracht, München 1964, 33-39.
  • Ottorino Bertolini, Il 'Liber pontificalis', in: La storiografia altomedievale 1 (Settimane di Studio del Centro Italiano di Studi Sull'Alto Medioevo), Spoleto 1970, 487-455.
  • François Bougard/Michel Sot (Hg.), Liber, Gesta, Histoire. Écrire l’histoire des évêques et des papes de l’Antiquité au XXIe siècle, Turnhout 2009.
  • Deborah Mauskopf Deliyannis, The Roman Liber pontificalis, Papal Primacy, and the Acacian Schism, in: Viator 45/2 (2014) 1-16.
  • Horst Fuhrmann, Papstgeschichtsschreibung. Grundlinien und Etappen, in: Arnold Esch (Hg.), Geschichte und Geschichtswissenschaft in der Kultur Italiens und Deutschlands, Tübingen 1989, 141-191.
  • Klaus Herbers, Leo IV. und das Papsttum in der Mitte des 9. Jahrhunderts – Möglichkeiten und Grenzen päpstlicher Herrschaft in der späten Karolingerzeit (Päpste und Papsttum 27), Stuttgart, 2. Auflage 2017.
  • Klaus Herbers/Matthias Simperl (Hg.), Das Buch der Päpste – Liber pontificalis. Ein Schlüsseldokument europäischer Geschichte (Römische Quartalschrift. Supplementband 67), Freiburg i. Br. u.a. 2020 (Kurztitel: Das Buch der Päpste).
  • Claudia Märtl, Papstgeschichtsschreibung im Quattrocento: Vom "Liber pontificalis" zu Platinas "Liber de vita Christi ac omnium pontificum", in: Ludger Grenzmann u.a. (Hg.), Geschichtsentwürfe und Identitätsbildung am Übergang zur Neuzeit. 2. Band: Soziale Gruppen und Identitätspraktiken (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Neue Folge 41, 2), Berlin 2018, 240-254.

Der Liber pontificalis in Bayern

  • Roman Deutinger, Das Zeitalter der Agilolfinger, in: Alois Schmid (Hg.), Handbuch der Bayerischen Geschichte. 1. Band: Das alte Bayern, 1. Teil: Von der Vorgeschichte bis zum Hochmittelalter, München 2017, 124-212, bes. 154 f.

Weiterführende Recherche

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Empfohlene Zitierweise

Matthias Simperl, Liber pontificalis, publiziert am 2.8.2021; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Liber_pontificalis> (26.10.2021)






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