Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Palmsonntagsputsch, 13. April 1919

Flugblatt der KPD/Spartakusbund, 13. April 1919, Palmsonntagsputsch. (Monacensia. Literaturarchiv und Bibliothek München)
Eugen Leviné (1883-1919) half den Putschversuch zu vereiteln. Er wurde Vorsitzender des Vollzugsrats der Kommunistischen Räterepublik in München. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)

von Florian Sepp

Gescheiterter Putsch der regierungstreuen "Republikanischen Schutztruppe" am Palmsonntag, 13. April 1919, in München. Der Putsch führte zum Sturz der ersten Räterepublik und zur Etablierung der kommunistischen zweiten Räterepublik.

Entscheidung zum Sturz der Räteregierung

Bald nach der Ausrufung der Räterepublik hatte der Kommandant der Republikanischen Schutztruppe, Alfred Seyffertitz (1884-1944), die Entscheidung gefällt, die Münchner Räteregierung abzusetzen und zu verhaften. Obwohl die Pläne nochmals umgestoßen wurden, erreichte Seyffertitz das Einverständnis der Regierung Hoffmann, die er am 10./11. April 1919 in Bamberg aufsuchte.

Verlauf des Putsches

Der Putsch begann im Morgengrauen des 13. April 1919, dem Palmsonntag. Die Republikanische Schutztruppe verhaftete zwar einige Mitglieder des Zentralrats. Entscheidende Protagonisten wie Ernst Toller (1893-1939), Gustav Landauer (1870-1919) und die Führung der KPD konnten jedoch entkommen. Wider Erwarten schloss sich der größte Teil der Münchner Truppenverbände dem Umsturzversuch nicht an. Räte und KPD riefen zu Demonstrationen gegen den Putsch auf. In Hoffnung auf Verstärkung von außen zog sich die Truppe auf den Hauptbahnhof zurück. Die schweren Kämpfe (21 Todesopfer) dort endeten mit der Niederlage der Schutztruppe gegen 21 Uhr.

Folge: Ausrufung der kommunistischen Räterepublik

Der Palmsonntagsputsch war der Auslöser für die Ausrufung der kommunistischen zweiten Räterepublik. Die Putschisten hatten versucht, ihren Umsturz auf einer Versammlung der Betriebs- und Soldatenräte durch einen Beschluss absichern zu lassen. Nachdem dort Nachrichten über die Kämpfe am Hauptbahnhof eintrafen, konnten die Kommunisten unter Eugen Leviné (1883-1919) die Versammlung auf ihre Seite bringen und eine kommunistische Räteregierung etablieren.

Literatur

  • Allan Mitchell, Revolution in Bayern 1918/1919, München 1967, 277-278.
  • Walter Roos, Die Rote Armee der Bayerischen Räterepublik in München 1919. Gab es diese Armee wirklich? ... und wie war deren Stärke, Heidelberg 1998, 114-126.
  • Michael Seligmann, Aufstand der Räte. Die erste bayerische Räterepublik vom 7. April 1919, Grafenau-Döffingen 1989.

Weiterführende Recherche

Vierte Revolution, 4. Revolution

Empfohlene Zitierweise

Florian Sepp, Palmsonntagsputsch, 13. April 1919, publiziert am 11.05.2006; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Palmsonntagsputsch,_13._April_1919> (15.11.2018)