
Mit Hilfe von Triasprojekten bzw. der Triaspolitik versuchten einige der deutschen Mittelmächte in den Jahren vor der deutschen Reichseinigung, eine den beiden deutschen Großmächten Österreich und Preußen gleichwertige politische Kraft zu etablieren. Das Ziel war, den Deutschen Bund zu erhalten. In Bezug auf Bayern kann man mit Blick auf die Jahre nach 1815 eher von der bayerischen Triasidee oder dem bayerischen Triasprojekt sprechen als von einer konkreten Triaspolitik. Denn es gelang Bayern nicht, seine diesbezüglichen Vorstellungen umzusetzen. Das hing auch damit zusammen, dass München ein festes Bündnis mit den anderen Mittelmächten vermeiden wollte. Bayern fürchtete, ein solches nur mit Hilfe von Kompromissen und mit dem Verlust der eigenen politischen Bewegungsfreiheit zu erreichen. Zum Scheitern der bayerischen Triaspläne trug bei, dass König Maximilian II. (1811-1864, reg. 1848-1864) und sein Außenminister Ludwig von der Pfordten (1811-1880) versuchten, genuin bayerische Interessen mit Hilfe des Triasprojektes voranzubringen. Dies bescherte Bayern das Misstrauen der anderen deutschen Mittelmächte. Die Großmächte Österreich und Preußen wiederum konnten die Forderungen Bayerns aufgrund seiner territorialen Größe und der fehlenden militärischen Stärke ignorieren. Aus der Sicht der Mittel- und Kleinstaaten aber war das Königreich Bayern groß genug, um ihm sogar Expansionsgelüste zu unterstellen.
Triasidee, Triasprojekt bzw. Triaspolitik

Unter den zeitgenössischen Begriffen Triasidee, Triasprojekt bzw. Triaspolitik versteht man den Versuch eines Zusammenschlusses der kleineren und mittleren deutschen Territorien bzw. Staaten – zuerst seit 1763, dann vor allem im Deutschen Bund von 1815 bis 1866 – zum sogenannten Dritten Deutschland. Es ging darum, den beiden deutschen Großmächten, Österreich und Preußen, machtpolitisch geeint entgegentreten zu können. Tonangebend waren beim Dritten Deutschland die Mittelmächte, vor allem Bayern und Sachsen, daneben aber auch Württemberg und die hessischen Staaten. Erschwert wurde der erstrebte Zusammenschluss einerseits aufgrund der unterschiedlichen Interessenlage der süddeutschen bzw. der norddeutschen Staaten, auch angesichts ihrer jeweils unterschiedlichen Anlehnung an Österreich bzw. Preußen. Andererseits wollten gerade die kleineren Staaten – so etwa Braunschweig, Oldenburg, Nassau, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und die sächsischen Staaten – sich nicht von den deutschen Mittelmächten dominieren lassen, zu denen auch noch Hannover und Baden zu rechnen sind. Und zuletzt begegneten fast alle Staaten des Dritten Deutschland dem Königreich Bayern mit Misstrauen, da vor allem König Maximilian II. (1811-1864, reg. 1848-1864) davon ausging, dass alle anderen Staaten Bayern eine Führungsrolle innerhalb der Trias zugestehen müssten.
Das Dritte Deutschland vom Ende des Alten Reiches bis zur Revolution von 1848
Während Preußen in den Jahren nach 1750 allmählich zur zweiten deutschen Großmacht neben Österreich aufgestiegen war, verfestigte sich bei den mindermächtigen deutschen Reichständen der schon früher aufgetauchte Gedanke eines Dritten Deutschland. Die Idee eines solchen Bundes musste angesichts des wachsenden Dualismus zwischen den beiden deutschen Großmächten weiter an Attraktivität gewinnen. Erste Ansätze zeigten sich im Fürstenbund von 1785 sowie im Rheinbund, trotz dessen Abhängigkeit von Frankreich. Versuche von württembergischer Seite nach 1815, innerhalb des Deutschen Bundes ein eigenes Bündnis der deutschen Mittel- und Kleinstaaten zu etablieren, scheiterten vor allem am österreichischen Außenminister Clemens Fürst von Metternich (1773-1859). Im Rahmen der Zollvereinsverhandlungen, besonders von 1818 bis 1833 sowie von 1850 bis 1852, mehr noch angesichts der nationalen Forderungen der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche wurde der Gedanke eines Dritten Deutschland 1848 erneut aufgegriffen. Die deutschen Mittel- und Kleinstaaten fürchteten, ihre erst während der napoleonischen Ära errungene Souveränität in einem von Österreich oder Preußen dominierten deutschen Nationalstaat wieder zu verlieren.
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Deutscher Bund (1848-1864). Darin sind auch die Tagungsorte von gemeinsamen Konferenzen zur Reform des Deutschen Bundes eingezeichnet. (Karte von Stefan Schnupp)
Die bayerische Triaspolitik als Antwort auf die nationalen Forderungen der Paulskirche
Seit 1848 engagierte sich der bayerische König Maximilian II., um die nationalen Forderungen der Paulskirche zu vereiteln. Sein Gegenprojekt, der "Entwurf von Grundzügen einer nationalen Deutschen Bundesverfassung", sah 1849 – noch während man in der Frankfurter Paulskirche tagte – eine Nationalversammlung mit zwei Kammern, einem Volks- und einem Staatenhaus, sowie einen Reichstag vor, der wie die bisherige Frankfurter Bundesversammlung (auch Bundestag genannt) organisiert sein sollte. Darüber wollte München ein notfalls fünf- (mit den Königreichen Hannover und Sachsen), besser aber nur dreiköpfiges Direktorium (Österreich und Preußen sowie Bayern als Vertreter des Dritten Deutschland) installiert sehen. Das hätte einen Deutschen Bund ohne hegemoniale Führungsspitze bedeutet. Das Paulskirchenparlament aber einigte sich stattdessen auf einen deutschen Nationalstaat unter preußischer Führung sowie auf das Erbkaisertum für das Haus Hohenzollern. Außerdem sollte eine unitaristische Reichsverfassung ohne Rücksprache mit den Regierungen der deutschen Staaten verabschiedet werden.
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Abbildung der ersten Seite des Entwurfs von Grundzügen einer nationalen Deutschen Bundesverfassung. Abb. aus: Hans Golschmidt u.a. (Hg): Ein Jahrhundert deutscher Geschichte. Reichsgedanke und Reich 1815-1919, Berlin 1928, 153. (PDM 1.0 via Universität Potsdam)
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Ludwig Freiherr von der Pfordten war von 1849 bis 1859 und erneut 1864 bis 1866 Minister des Äußern und Vorsitzender des bay. Ministerrates. Foto von Franz Hanfstaengl (1804–1877), um 1860. (Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, FM-85-101-67)
Um angesichts solcher Pläne die bayerischen Eigenstaatlichkeit zu erhalten, ernannte Maximilian II. Ludwig Freiherrn von der Pfordten (1811-1880) zum bayerischen Außenminister, der die politischen Ziele des Monarchen teilte. Dem König und seinem Minister ging es darum, ein geeintes Deutschland unter der alleinigen Vorherrschaft Preußens zu verhindern, besonders aber den Deutschen Bund zu erhalten. Nötigen, vor allem aber moderaten Reformen des Deutschen Bundes wollte man sich nicht verschließen. In dieser Hinsicht konnte München tatsächlich auf ähnlich gelagerte Interessen der anderen mittleren und der kleineren deutschen Staaten hoffen. Diesem Dritten Deutschland dachte München darüber hinaus die Aufgabe zu, den inzwischen offen aufgebrochenen Dualismus zwischen den beiden deutschen Großmächten auf eine Art und Weise auszubalancieren, dass allein die Fortexistenz des Deutschen Bundes als wünschbare politische Option erscheinen musste. Zwar wies der preußische König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861, reg. 1840-1861) die ihm zugedachte Kaiserkrone zurück und das Frankfurter Parlament wurde aufgelöst. Das Triasprojekt, bei dem Bayern nach Ansicht Max' II. die Führungsrolle übernehmen sollte, bildete dennoch weiterhin die außenpolitische Maxime der bayerischen Regierung. Sie blieb es bis zum deutschen Krieg von 1866.
Die Abwehr der Radowitzschen Unionspläne

Bereits 1850 war die Souveränität der deutschen Mittel- und Kleinstaaten erneut akut bedroht. Der preußische Außenminister Joseph Maria von Radowitz (1797-1853) versuchte nun seinerseits, eine Einigung Deutschlands unter preußischer Dominanz herbeizuführen. Die gesamte Habsburgermonarchie sollte nur noch in einem "weiteren Bund" mit Deutschland verbunden sein. Das Projekt, die sogenannte Erfurter Union, scheiterte jedoch vor allem am Widerstand Österreichs und Bayerns, während sich Sachsen und Hannover den Radowitzschen Plänen bereits mehr oder weniger unterworfen hatten. Maximilian II. und von der Pfordten legten anschließend bei den Dresdner Konferenzen 1850/51 einen weiteren, eigenen Plan zur Reform des Deutschen Bundes vor: Basierend auf einer Übereinkunft der Könige von Hannover, Württemberg, Sachsen und Bayern, sollten ein siebenköpfiges Direktorium an der Spitze des Bundes platziert, die nicht-deutschen Teile der Habsburgermonarchie in den Bund aufgenommen und das gesamte Bundesgebiet in ein einheitliches Zollgebiet verwandelt werden. Doch auch dieses Reformprojekt hatte keine Chancen auf Verwirklichung. Indem Wien – in Absprache mit Berlin – den Frankfurter Bundestag einfach wieder eröffnete und sich damit durchsetzen konnte, erwiesen sich die Münchner Pläne rasch als Makulatur.
Das Ringen um eine Reform des Deutschen Bundes bis 1859
Die bittere Erfahrung, von den deutschen Großmächten ignoriert zu werden, hatten Maximilian II. und von der Pfordten schon im Zusammenhang mit dem kurhessischen Verfassungskonflikt machen müssen. In Hessen-Kassel, dem sogenannten Kurhessen, war es wegen des 1850 von der Regierung vorgelegten, von der Ständeversammlung aber abgelehnten Staatshaushalts zum Streit gekommen. Dieser gipfelte zuletzt darin, dass Kurfürst Friedrich Wilhelm, obwohl Kurhessen damals der preußischen Union angehörte, die Frankfurter Bundesversammlung um Hilfe anrief. Daraufhin wurden bayerische Truppen mit einer Bundesintervention beauftragt, die schließlich den Widerstand der Bürgerschaft brachen. Zu spät erkannte der bayerische Außenminister jedoch, dass Österreich Bayern in diesem Zusammenhang regelrecht instrumentalisiert hatte, um eine gewisse militärische Drohkulisse gegenüber Preußen und dessen Unionsplänen aufzubauen. Die Folge war, dass die anderen Mittel- und Kleinstaaten München misstrauten. Man unterstellte der bayerischen Regierung, sie werde sich möglicherweise auf die Seite Österreichs oder auch Preußens schlagen, sollte dies politische Vorteile für Bayern nach sich ziehen.
Neben Bayern hatte vor allem Sachsen eigene Vorstellungen davon, wie die Triaspolitik und die Reform des Deutschen Bundes gestaltet werden müssten. Doch gerade während des Krimkrieges (1854-1856) zeigte sich die Unvereinbarkeit dieser beiden Konzepte. Der sächsische Außenminister Friedrich Ferdinand Graf von Beust (1809-1886) strebte ein engeres Bündnis des Dritten Deutschland an und war gewillt, dem nationalen Gedanken in Deutschland auf diese Weise entgegenzukommen. Von der Pfordten wollte dagegen in erster Linie Bayerns politische Entscheidungsfreiheit ungeschmälert bewahren. Wegen der Frage, wie sich der Deutsche Bund angesichts des Krimkrieges positionieren sollte, lud von der Pfordten 1854 zu Beratungen nach Bamberg. Der bayerische Außenminister wollte auf diese Weise Österreich und Preußen vor Augen führen, dass die deutschen Großmächte ihre Politik nicht ohne Einbeziehung des Bundes betreiben konnten. Zu einer Einigung auf ein gemeinsames Reformprojekt kam es jedoch nicht. Dazu hat sicherlich beigetragen, dass sich Bayern in Bamberg bemühte, von den anderen Mittelmächten Garantien für die Sicherung der Herrschaft des Hauses Wittelsbach in Griechenland zu erhalten.
Der Italienische Krieg 1859 offenbarte schließlich ein weiteres Mal die Ohnmacht des Deutschen Bundes. Denn den deutschen Mittelmächten gelang es nicht – wie bereits während des Krimkrieges –, sich in den Konflikt einzuschalten oder gar auf dessen Ausgang Einfluss zu nehmen, wenn auch nur eine der beiden deutschen Großmächte dies verhindern wollte.
Die Würzburger Konferenzen der Jahre 1859 bis 1864 und der Frankfurter Fürstentag von 1863

Die unterschiedlichen Vorstellungen, wie der Deutsche Bund zu reformieren sei, sowie die Sorge, vor allem Bayern wolle allein zum eigenen Vorteil die Führung der Mittel- und Kleinstaaten für sich beanspruchen, dominierten schließlich auch die Würzburger Konferenzen zwischen 1859 und 1864. Hier wurde u.a. über eine Reform der Bundeskriegsverfassung (1860) sowie über ein gemeinsames Vorgehen in der Schleswig-Holstein-Frage (1864) debattiert. Aber zum wiederholten Male verständigten sich die deutschen Mittel- und Kleinstaaten nicht auf ein gemeinsames Vorgehen.
Dementsprechend vereitelte auch nicht das Dritte Deutschland, sondern Preußen den österreichischen Versuch des Jahres 1863 beim Frankfurter Fürstentag, den Deutschen Bund nun nach Wiener Vorstellungen umzugestalten. Die österreichischen Pläne zielten darauf, einen großdeutschen, von der gesamten Habsburgermonarchie dominierten Machtblock in der Mitte Europas zu etablieren. Die bayerische Regierung lehnte derartige Überlegungen ab, da man in München eine österreichische Dominanz ebenso wenig wünschte wie eine preußische. Beide Optionen gefährdeten die Souveränität des Königreichs Bayern, selbst wenn Wien gewisse Zugeständnisse an die deutschen Mittelstaaten vorgesehen hatte: u.a. ein fünfköpfiges Fürstendirektorium, eine Art von Nationalversammlung mit einem Unterhaus aus Delegierten der einzelstaatlichen Landtage sowie einem Oberhaus, besetzt mit Fürsten und Vertretern der Freien Städte. Tatsächlich waren damals die bayerischen Triaspläne längst mehr und mehr ins Abseits geraten, wobei Maximilian II. und sein Außenminister es sichtlich versäumt hatten, den Faktor Macht und seinen Stellenwert für Österreich und Preußen ernst genug zu nehmen. Den beiden deutschen Großmächten ging es längst nicht mehr um den Erhalt des Deutschen Bundes, sondern um die Durchsetzung des jeweiligen Führungsanspruches über die anderen deutschen Staaten.
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Sitzung des Frankfurter Fürstentages 1863 im Palais Thurn und Taxis. König Maximilian II. sitzt rechts neben Kaiser Franz Joseph von Österreich, der die Versammlung leitet. Zeichnung von Franz Carl Hohnbaum (1825–1867), nach einer Fotografie von J. Schaefer, 1863 (Abb. aus: Aurelio Buddeus/Wilhelm Amandus Beer/Johannes Schaefer, Der deutsche Fürstentag zu Frankfurt am Main im August 1863, Frankfurt a. M. 1863)
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Teilnehmer des Deutschen Fürstenkongresses von 1863 im Garten des Frankfurter Palais Thurn und Taxis. König Maximilian II. (1. Reihe, 5. v. l.) steht dabei neben Kaiser Franz Joseph von Österreich. Foto von Joseph Albert (1825-1886). (bavarikon) (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-010278)
Der Krieg von 1864 und das Ende der bayerischen Triaspolitik

Nach dem Sieg Preußens und Österreichs über Dänemark 1864 versuchten die Mittelmächte ein letztes Mal, die Zukunft des Deutschen Bundes mitzubestimmen. Sie plädierten dafür, die Herzogtümer Schleswig und Holstein als weiteres Mitglied des Deutschen Bundes von Herzog Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (1829-1880) regieren zu lassen. Die beiden deutschen Großmächte ignorierten diesen Vorschlag jedoch und teilten die beiden Herzogtümer untereinander auf. Warnungen aus München, Preußen werde diesen Gebietszuwachs im Norden nutzen, um einer hegemonialen Stellung in Deutschland näher zu kommen, verhallten in Wien ungehört. Der Krieg von 1866, der sich ursächlich an dieser Aufteilung von Schleswig und Holstein entzünden sollte, brachte Preußen einerseits den militärischen Sieg über Österreich und die mit ihm verbündeten deutschen Staaten samt Bayern. Dieser Krieg ließ andererseits den Deutschen Bund auseinanderbrechen.
Chancen des bayerischen Triasprojektes
Versucht man abschließend, die Chancen des bayerischen Triasprojektes zu bilanzieren, so muss darauf verwiesen werden, dass das Königreich Bayern territorial zu klein und militärisch viel zu schwach war, um es allein mit den beiden deutschen Großmächten aufnehmen zu können. Bayern versuchte, den Deutschen Bund zu erhalten, der den mittleren und kleineren deutschen Staaten Schutz gewährte, gegen Angriffe von außen sowie gegen revolutionäre Erhebungen im Innern. Dagegen wollten Österreich und Preußen nach 1848/1849 den Deutschen Bund massiv verändern bzw. überwinden, um in der Mitte Europas eine Art von hegemonialer Stellung einnehmen zu können. Zu betonen ist, dass sich die bayerische Regierung nicht an einem starren, ausgearbeiteten Plan, wie seine Triaspolitik auszusehen habe, orientierte. Stattdessen versuchte München, das Triasprojekt immer wieder den veränderten politischen Rahmenbedingungen zwischen 1848 und 1864 anzupassen.
Allerdings hätte sich Bayern unbedingt mit den anderen deutschen Staaten verbünden, sich auf gemeinsame Ziele und Vorgehensweisen verständigen müssen, um dem Ziel einer Bändigung der machtpolitischen Ambitionen Österreichs und Preußens zumindest näherzukommen. Dass Bayern jedoch wiederholt die eigenen Interessen über die – zugegebenermaßen heterogenen – Interessen der anderen deutschen Klein- und Mittelstaaten stellte, führte zu erheblichem Misstrauen in Stuttgart, Dresden, Karlsruhe usw. gegenüber München. Damit war Berlin schlussendlich auf dem Weg zur Gründung des kleindeutschen, preußisch dominierten Kaiserreichs von 1871 kaum noch aufzuhalten. Genau ein solches Szenario hatte die erfolglose bayerische Triaspolitik zu verhindern versucht – vergeblich.
Literatur
- Karl Otmar von Aretin, Der Triasgedanke in Bayern nach 1815, in: Herbert Schindler (Hg.), Bayerische Symphonie, Bd. 1: Land und Volk, Geschichte und Staat, München 1967, 404-414.
- Peter Burg, Die deutsche Trias in Idee und Wirklichkeit. Vom Alten Reich zum Deutschen Zollverein, Stuttgart 1989.
- Peter Burg, Die Triaspolitik im Deutschen Bund. Das Problem einer partnerschaftlichen Mitwirkung und eigenständigen Entwicklung des Dritten Deutschland, in: Helmut Rumpler (Hg.), Deutscher Bund und deutsche Frage 1815-1866, Wien, München 1990, 136-161.
- Hubert Glaser, Zwischen Großmächten und Mittelstaaten. Über einige Konstanten der deutschen Politik Bayerns in der Ära von der Pfordten, in: Heinrich Lutz / Helmut Rumpler (Hgg.), Österreich und die deutsche Frage im 19. und 20. Jahrhundert. Probleme der politisch-staatlichen und soziokulturellen Differenzierung im deutschen Mitteleuropa, München 1982, 140-188.
- Helmut Rumpler, Bayern – zwischen Deutschland und Österreich. Die mitteleuropäische Dimension der Politik Ludwig von der Pfordtens, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 56 (1993), 459-476.
- Theodor Schieder, Die mittleren Staaten im System der großen Mächte, in: Historische Zeitschrift 232 (1981), 583-604.
- Katharina Weigand, Königlich-bayerische Träume von einem Dritten Deutschland, in: Dietmar Willoweit (Hg.), Föderalismus in Deutschland. Zu seiner wechselvollen Geschichte vom ostfränkischen Königtum bis zur Bundesrepublik, Wien, Köln, Weimar 2019, 297-311.
- Ausführliche Literaturliste
Quellen
- Friedrich Ferdinand Graf von Beust, Aus drei Viertel-Jahrhunderten. Erinnerungen und Aufzeichnungen, 2 Bde., Stuttgart 1887. (Band 1) (Band 2)
- Ernst Rudolf Huber (Hg.), Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd. 1: Deutsche Verfassungsdokumente 1803-1850, 3. Auflage Stuttgart, u.a. 1978.
- Ernst Rudolf Huber (Hg.), Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd. 2: Deutsche Verfassungsdokumente 1851-1900, 3. Auflage Stuttgart, u.a. 1986.
- Rolf Kießling / Anton Schmid (Bearb.), Die bayerische Staatlichkeit (Dokumente zur Geschichte von Staat und Gesellschaft in Bayern, III/2), München 1976.
Weiterführende Recherche
- Schlagwortsuche im Online-Katalog des Bibliotheksverbundes Bayern
- Stichwortsuche in bavarikon
- Suche in der Bayerischen Bibliographie
Externe Links
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- Bundesversammlung (Deutscher Bund)
- Regierung unter Maximilian II.
- Revolution (1848/49)
Triaspolitik
Empfohlene Zitierweise
Katharina Weigand, Triasprojekt (1848-1864), publiziert am 07.07.2026; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Triasprojekt_(1848-1864)> (24.07.2026)