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Weite Teile der heutigen Oberpfalz und der westlich angrenzenden mittelfränkisch-oberbayerischen Grenzregionen waren verkehrsgeografisch bereits in vorgeschichtlicher Zeit von überregionaler Bedeutung. Während des Frühmittelalters gewann der Verbindungsraum zwischen Ostfranken und Altbaiern südlich der Donau zunehmend auch für herrschafts- und wirtschaftsgeschichtliche Entwicklungen an Relevanz. Überregionale Verkehrsachsen in nord-südlicher wie ost-westlicher Richtung, das bereits im Frühmittelalter intensiv bewirtschaftete Montangebiet um [[Ort:ODB_S00033337|Amberg]]{{#set:OID=ODB_S00033337}} und [[Ort:ODB_S00033898|Sulzbach (-Rosenberg)]]{{#set:OID=ODB_S00033898}}, sowie das militärische wie handelspolitische Interesse an den Grenzregionen gegen slawische Siedlungsgebiete bewirkten, dass hier unterschiedliche herrschaftliche Kräfte wirksam waren, zu denen neben dem fränkischen König und dem bairischen Herzog auch einflussreiche Herrschaftsträger aus der fränkisch-bairischen "Reichsaristokratie" kamen. | Weite Teile der heutigen Oberpfalz und der westlich angrenzenden mittelfränkisch-oberbayerischen Grenzregionen waren verkehrsgeografisch bereits in vorgeschichtlicher Zeit von überregionaler Bedeutung. Während des Frühmittelalters gewann der Verbindungsraum zwischen Ostfranken und Altbaiern südlich der Donau zunehmend auch für herrschafts- und wirtschaftsgeschichtliche Entwicklungen an Relevanz. Überregionale Verkehrsachsen in nord-südlicher wie ost-westlicher Richtung, das bereits im Frühmittelalter intensiv bewirtschaftete Montangebiet um [[Ort:ODB_S00033337|Amberg]]{{#set:OID=ODB_S00033337}} und [[Ort:ODB_S00033898|Sulzbach (-Rosenberg)]]{{#set:OID=ODB_S00033898}}, sowie das militärische wie handelspolitische Interesse an den Grenzregionen gegen slawische Siedlungsgebiete bewirkten, dass hier unterschiedliche herrschaftliche Kräfte wirksam waren, zu denen neben dem fränkischen König und dem bairischen Herzog auch einflussreiche Herrschaftsträger aus der fränkisch-bairischen "Reichsaristokratie" kamen. | ||
Eine administrative Strukturierung des geografischen Raums, die es erlaubt, diesen in seiner frühmittelalterlich-räumlichen und herrschaftsgeschichtlichen Dimension näher zu umreißen, lässt sich aus der schriftlichen Überlieferung zunächst nur durch die Schaffung der kanonischen Bistümer [[Ort:ODB_S00033360|Regensburg]]{{#set:OID=ODB_S00033360}} (739), [[Ort:ODB_S00002826|Würzburg]]{{#set:OID=ODB_S00002826}} (um 741) und [[Ort:ODB_S00012031|Eichstätt]]{{#set:OID=ODB_S00012031}} (Mitte 8. Jahrhundert) erschließen. In der um 790 entstandenen Vita des Abtes [[Person:118697447|Gregor von Utrecht]]{{#set:PND=118697447}} (gest. 775) findet sich erstmals die Bezeichnung Nordgau für die nördlich der Donau gelegenen und zu Baiern (''in … parte Baguariorum'') gehörenden Regionen des Bistums Eichstätt. Etwas später werden hier die politisch-administrativen Kräfte des fränkischen Königtums unmittelbar sichtbar: 806 wird der Nordgau in der sog. Divisio Regnorum, einem Reichsteilungsplan [[Person:118560034|Karls des Großen]]{{#set:118560034}} (747-814) erwähnt, u. a. mit dem Königshof [[Ort:ODB_S00035449|Lauterhofen]]{{#set:OID=ODB_S00035449}}, den der letzte agilolfingische Herzog [[Person:118801414|Tassilo III.]]{{#set:PND=118801414}} (741-798) bis 788 als beneficium innehatte. Wie über die herrschaftspolitisch-organisatorischen Anfänge des Nordgaus gibt die schriftliche Überlieferung auch zu dessen geografischen Dimensionen und räumlicher Entwicklung bis in das Hochmittelalter nur unzureichend Auskunft. Nach den wenigen Belegen umfasste er in seiner frühmittelalterlichen Ausdehnung Teile der heutigen Oberpfalz nordwestlich von Regensburg, des östlichen Mittelfrankens sowie den Raum Eichstätt-[[Ort:ODB_S00008873|Ingolstadt]]{{#set:OID=ODB_S00008873}}. Bis in das 11./12. Jahrhundert hinein wurde der Name als administrative Bezeichnung auf weiter nordöstlich gelegene Gebiete erweitert und im Hochmittelalter auch auf weite Teile der nordöstlichen Oberpfalz angewandt. | Eine administrative Strukturierung des geografischen Raums, die es erlaubt, diesen in seiner frühmittelalterlich-räumlichen und herrschaftsgeschichtlichen Dimension näher zu umreißen, lässt sich aus der schriftlichen Überlieferung zunächst nur durch die Schaffung der kanonischen Bistümer [[Ort:ODB_S00033360|Regensburg]]{{#set:OID=ODB_S00033360}} (739), [[Ort:ODB_S00002826|Würzburg]]{{#set:OID=ODB_S00002826}} (um 741) und [[Ort:ODB_S00012031|Eichstätt]]{{#set:OID=ODB_S00012031}} (Mitte 8. Jahrhundert) erschließen. In der um 790 entstandenen Vita des Abtes [[Person:118697447|Gregor von Utrecht]]{{#set:PND=118697447}} (gest. 775) findet sich erstmals die Bezeichnung Nordgau für die nördlich der Donau gelegenen und zu Baiern (''in … parte Baguariorum'') gehörenden Regionen des Bistums Eichstätt. Etwas später werden hier die politisch-administrativen Kräfte des fränkischen Königtums unmittelbar sichtbar: 806 wird der Nordgau in der sog. Divisio Regnorum, einem Reichsteilungsplan [[Person:118560034|Karls des Großen]]{{#set:118560034}} (747-814) erwähnt, u. a. mit dem Königshof [[Ort:ODB_S00035449|Lauterhofen]]{{#set:OID=ODB_S00035449}}, den der letzte agilolfingische Herzog [[Person:118801414|Tassilo III.]]{{#set:PND=118801414}} (741-798) bis 788 als ''beneficium'' innehatte. Wie über die herrschaftspolitisch-organisatorischen Anfänge des Nordgaus gibt die schriftliche Überlieferung auch zu dessen geografischen Dimensionen und räumlicher Entwicklung bis in das Hochmittelalter nur unzureichend Auskunft. Nach den wenigen Belegen umfasste er in seiner frühmittelalterlichen Ausdehnung Teile der heutigen Oberpfalz nordwestlich von Regensburg, des östlichen Mittelfrankens sowie den Raum Eichstätt-[[Ort:ODB_S00008873|Ingolstadt]]{{#set:OID=ODB_S00008873}}. Bis in das 11./12. Jahrhundert hinein wurde der Name als administrative Bezeichnung auf weiter nordöstlich gelegene Gebiete erweitert und im Hochmittelalter auch auf weite Teile der nordöstlichen Oberpfalz angewandt. | ||
[[Datei:Karte Kirchen Nordgau.jpg|thumb|Schriftlich überlieferte oder archäologisch nachgewiesene frühe Kirchen der Zeit vor 1000 im Bereich der heutigen Oberpfalz nördlich von Regensburg. (Gestaltung: Stefan Schnupp; Vorlage: Ausschnitt der Karte "Bavaria_relief_location_map" von [https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Alexrk2 Alexrk2], lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de CC BY-SA 3.0], via [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bavaria_relief_location_map.jpg?uselang=de Wikimedia Commons]; Angaben von Mathias Hensch)]] | [[Datei:Karte Kirchen Nordgau.jpg|thumb|Schriftlich überlieferte oder archäologisch nachgewiesene frühe Kirchen der Zeit vor 1000 im Bereich der heutigen Oberpfalz nördlich von Regensburg. (Gestaltung: Stefan Schnupp; Vorlage: Ausschnitt der Karte "Bavaria_relief_location_map" von [https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Alexrk2 Alexrk2], lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de CC BY-SA 3.0], via [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bavaria_relief_location_map.jpg?uselang=de Wikimedia Commons]; Angaben von Mathias Hensch)]] | ||
==Der archäologische Nachweis früher Kirchen im Nordgau== | ==Der archäologische Nachweis früher Kirchen im Nordgau== | ||
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Schon in der Karolingerzeit wurden aber Kirchen auch im Nordgau in Stein errichtet, wofür Jurakalke und Dolomit als lokale Baumaterialien zur Verfügung standen. Nicht immer scheint der Steinbau dabei auf einen älteren Kirchenbau in Holz gefolgt zu sein. An wichtigen Orten wie dem Königshof Lauterhofen, der Burg Sulzbach, aber auch am Fronhof [[Ort:ODB_S00033505|Schmalnohe]]{{#set:OID=ODB_S00033505}} entstanden schon die Erstbauten im fortgeschrittenen 8. Jahrhundert in Stein. Spiegelt sich bereits im bloßen Vorhandensein einer frühmittelalterlichen Kirche eine gewisse überörtliche Funktion des Platzes wider, so kann die Massivbauweise als besonders repräsentatives, i. e. "herrschaftliches" Element der architektonischen Ausstattung eines Platzes gelten. Befunde aus dem Frühkloster [[Ort:ODB_S00002726|Solnhofen]]{{#set:OID=ODB_S00002726}} im dem Nordgau westlich benachbarten Sualafeldgau zeigen, dass die Steinbauweise im Sakralbau bereits in spätmerowingischer Zeit umgesetzt wurde. Für frühmittelalterliche Kirchenbauten in Stein sind u. a. vergleichsweise geringe Mauerstärken charakteristisch, die deutlich unter 1 m liegen. | Schon in der Karolingerzeit wurden aber Kirchen auch im Nordgau in Stein errichtet, wofür Jurakalke und Dolomit als lokale Baumaterialien zur Verfügung standen. Nicht immer scheint der Steinbau dabei auf einen älteren Kirchenbau in Holz gefolgt zu sein. An wichtigen Orten wie dem Königshof Lauterhofen, der Burg Sulzbach, aber auch am Fronhof [[Ort:ODB_S00033505|Schmalnohe]]{{#set:OID=ODB_S00033505}} entstanden schon die Erstbauten im fortgeschrittenen 8. Jahrhundert in Stein. Spiegelt sich bereits im bloßen Vorhandensein einer frühmittelalterlichen Kirche eine gewisse überörtliche Funktion des Platzes wider, so kann die Massivbauweise als besonders repräsentatives, i. e. "herrschaftliches" Element der architektonischen Ausstattung eines Platzes gelten. Befunde aus dem Frühkloster [[Ort:ODB_S00002726|Solnhofen]]{{#set:OID=ODB_S00002726}} im dem Nordgau westlich benachbarten Sualafeldgau zeigen, dass die Steinbauweise im Sakralbau bereits in spätmerowingischer Zeit umgesetzt wurde. Für frühmittelalterliche Kirchenbauten in Stein sind u. a. vergleichsweise geringe Mauerstärken charakteristisch, die deutlich unter 1 m liegen. | ||
Bei den vorromanischen Steinkirchen im Zentrum des Untersuchungsgebiets fällt zudem auf, dass es sich mit bislang nur einer Ausnahme um Saalbauten mit eingezogener, halbrunder Apsis als Chorabschluss handelt. Einzig die möglicherweise noch im 8. Jahrhundert errichtete Fronhofkirche der curia Smalnahe in Schmalnohe besaß einen Rechteckchor. Der älteste, wohl karolingische Steinbau im weiter südlich gelegenen Irlbach besaß ebenfalls einen Rechteckchor. Ob der Bevorzugung eines apsidial geschlossenen Chores im Gebiet der mittleren Oberpfalz ein übergeordneter, vielleicht liturgisch-herrschaftlicher Gedanke zugrunde lag, ist nicht zu entscheiden. | Bei den vorromanischen Steinkirchen im Zentrum des Untersuchungsgebiets fällt zudem auf, dass es sich mit bislang nur einer Ausnahme um Saalbauten mit eingezogener, halbrunder Apsis als Chorabschluss handelt. Einzig die möglicherweise noch im 8. Jahrhundert errichtete Fronhofkirche der ''curia Smalnahe'' in Schmalnohe besaß einen Rechteckchor. Der älteste, wohl karolingische Steinbau im weiter südlich gelegenen Irlbach besaß ebenfalls einen Rechteckchor. Ob der Bevorzugung eines apsidial geschlossenen Chores im Gebiet der mittleren Oberpfalz ein übergeordneter, vielleicht liturgisch-herrschaftlicher Gedanke zugrunde lag, ist nicht zu entscheiden. | ||
[[Datei:Abb.4 Penk Turm Hensch.jpg|thumb|Penk (Lkr. Regensburg), St. Leonhard; der vorromanische Saalbau der Zeit um 900 von Süden; Turmanbau 15. Jahrhundert. (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regensburg, Rudolf Röhrl, bearb. Mathias Hensch)]] | [[Datei:Abb.4 Penk Turm Hensch.jpg|thumb|Penk (Lkr. Regensburg), St. Leonhard; der vorromanische Saalbau der Zeit um 900 von Süden; Turmanbau 15. Jahrhundert. (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regensburg, Rudolf Röhrl, bearb. Mathias Hensch)]] | ||
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==Frühe Kirchen als Niederschlag des Christentums nördlich von Regensburg== | ==Frühe Kirchen als Niederschlag des Christentums nördlich von Regensburg== | ||
Da nur wenige schriftliche Quellen Einblick in den Christianisierungsprozess in Nordbayern gewähren, kommt den archäologischen Befunden großer Quellenwert zu. Das gilt nicht zuletzt für slawisch besiedelte Gebiete, in denen der Übergang vom Heiden- zum Christentum ein vielschichtiger und langwieriger Prozess war. Beispielhaft sind hier die Naabwenden in der nordöstlichen Oberpfalz um den Rauhen Kulm bei [[Ort:ODB_S00036073|Neustadt a. Kulm]]{{#set:OID=ODB_S00036073}} zu nennen. Von der frühmittelalterlichen Befestigung auf dem Rauhen Kulm ist ein frühmittelalterliches Taufkreuz bekannt. Unter der barocken Kirche auf dem benachbarten Barbaraberg bei [[Ort:ODB_S00036215|Speinshart]]{{#set:OID=ODB_S00036215}}konnte ein vorromanischer christlicher Sakralbau archäologisch untersucht werden, der spätestens um 1000 am Rand eines bereits bestehenden Friedhofs einer slawischen Siedlungskammer in Stein errichtet wurde. | Da nur wenige schriftliche Quellen Einblick in den Christianisierungsprozess in Nordbayern gewähren, kommt den archäologischen Befunden großer Quellenwert zu. Das gilt nicht zuletzt für slawisch besiedelte Gebiete, in denen der Übergang vom Heiden- zum Christentum ein vielschichtiger und langwieriger Prozess war. Beispielhaft sind hier die Naabwenden in der nordöstlichen Oberpfalz um den Rauhen Kulm bei [[Ort:ODB_S00036073|Neustadt a. Kulm]]{{#set:OID=ODB_S00036073}} zu nennen. Von der frühmittelalterlichen Befestigung auf dem Rauhen Kulm ist ein frühmittelalterliches Taufkreuz bekannt. Unter der barocken Kirche auf dem benachbarten Barbaraberg bei [[Ort:ODB_S00036215|Speinshart]]{{#set:OID=ODB_S00036215}} konnte ein vorromanischer christlicher Sakralbau archäologisch untersucht werden, der spätestens um 1000 am Rand eines bereits bestehenden Friedhofs einer slawischen Siedlungskammer in Stein errichtet wurde. | ||
[[Datei:Abb.5 Lauterhof Riemenzug Goldbrakteat.jpg|thumb|Lauterhofen (Lkr. Neumarkt i. Opf.); Riemenzunge mit Kreuzsymbolik aus Männergrab 29 und Goldbrakteat byzantinischen Vorbilds mit christlichem Symbolgehalt aus Frauengrab 60 des Reihengräberfelds „Geißäcker“. (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Riemenzunge), Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Michael Rademacher (Goldbrakteat))]] | [[Datei:Abb.5 Lauterhof Riemenzug Goldbrakteat.jpg|thumb|Lauterhofen (Lkr. Neumarkt i. Opf.); Riemenzunge mit Kreuzsymbolik aus Männergrab 29 und Goldbrakteat byzantinischen Vorbilds mit christlichem Symbolgehalt aus Frauengrab 60 des Reihengräberfelds „Geißäcker“. (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Riemenzunge), Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Michael Rademacher (Goldbrakteat))]] | ||
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Die Missionsaktivitäten Wunibalds kurz vor der Mitte des 8. Jahrhunderts sind ohne ein herrschaftliches Engagement im Nordgau nicht denkbar. Besonders die angelsächsischen Missionsbestrebungen waren Ergebnis einer engen Kooperation der Missionare mit den weltlichen Herrschaftsträgern und wurden von diesen maßgeblich gefördert. | Die Missionsaktivitäten Wunibalds kurz vor der Mitte des 8. Jahrhunderts sind ohne ein herrschaftliches Engagement im Nordgau nicht denkbar. Besonders die angelsächsischen Missionsbestrebungen waren Ergebnis einer engen Kooperation der Missionare mit den weltlichen Herrschaftsträgern und wurden von diesen maßgeblich gefördert. | ||
Den Kontext von kirchlicher Durchdringung und Herrschaftsorganisation ab dem 8. Jahrhundert verdeutlicht die schwerpunktmäßige Verbreitung der frühen Kirchenbefunde in der mittleren Oberpfalz. Diese deckt sich mit archäologischen Befunden zu umfangreichen und spezialisierten Montantätigkeiten des Frühmittelalters. Einen Hinweis auf einen solchen Zusammenhang liefert auch das im Diedenhofener Kapitular Karls des Großen von 805 formulierte Waffenembargo gegenüber den slawischen Einflussgebieten in Böhmen und Mähren. Dieser Passus des Diedenhofener Kapitulars lässt sich zudem als Hinweis | Den Kontext von kirchlicher Durchdringung und Herrschaftsorganisation ab dem 8. Jahrhundert verdeutlicht die schwerpunktmäßige Verbreitung der frühen Kirchenbefunde in der mittleren Oberpfalz. Diese deckt sich mit archäologischen Befunden zu umfangreichen und spezialisierten Montantätigkeiten des Frühmittelalters. Einen Hinweis auf einen solchen Zusammenhang liefert auch das im Diedenhofener Kapitular Karls des Großen von 805 formulierte Waffenembargo gegenüber den slawischen Einflussgebieten in Böhmen und Mähren. Dieser Passus des Diedenhofener Kapitulars lässt sich zudem als Hinweis auf einen intensiven Handels- und Warenverkehr im Raum zwischen Forchheim und Regensburg verstehen. | ||
Mit Lauterhofen und Sulzbach sind hier frühe Kirchen an herrschaftlichen Zentralorten archäologisch bekannt, die auch früh in der schriftlichen Überlieferung erscheinen. Früh wird auch die Königshof Kirche in [[Ort:ODB_S00001728|Velden]]{{#set:OID=ODB_S00001728}} genannt. Auch am Königshof [[Ort:ODB_S00038030|Premberg]]{{#set:OID=ODB_S00038030}} ist eine frühmittelalterliche Kirche vorauszusetzen. | Mit Lauterhofen und Sulzbach sind hier frühe Kirchen an herrschaftlichen Zentralorten archäologisch bekannt, die auch früh in der schriftlichen Überlieferung erscheinen. Früh wird auch die Königshof-Kirche in [[Ort:ODB_S00001728|Velden]]{{#set:OID=ODB_S00001728}} genannt. Auch am Königshof [[Ort:ODB_S00038030|Premberg]]{{#set:OID=ODB_S00038030}} ist eine frühmittelalterliche Kirche vorauszusetzen. | ||
Das dortige Martinspatrozinium kann dabei auf fränkisch-karolingischen Einfluss hindeuten. Diesbezüglich ist auffallend, dass Martinskirchen in der mittleren Oberpfalz und den angrenzenden Räumen sehr häufig vorkommen. Daneben können aber das Michaels- und Marienpatrozinium, so ebenfalls in Lauterhofen (Pfarrkirche), Sulzbach (Pfarrkirche) und Velden sowie bei der um die Mitte des 9. Jahrhunderts genannten Kirche in [[Ort:ODB_S00033664|Allersburg]]{{#set:OID=ODB_S00033664}}, auch auf bairisch-agilolfingischen Einfluss verweisen. Hier geben sich womöglich die verschiedenen Herrschaftskräfte zu erkennen, die Anteil an Raumorganisation und Administration hatten. | Das dortige Martinspatrozinium kann dabei auf fränkisch-karolingischen Einfluss hindeuten. Diesbezüglich ist auffallend, dass Martinskirchen in der mittleren Oberpfalz und den angrenzenden Räumen sehr häufig vorkommen. Daneben können aber das Michaels- und Marienpatrozinium, so ebenfalls in Lauterhofen (Pfarrkirche), Sulzbach (Pfarrkirche) und Velden sowie bei der um die Mitte des 9. Jahrhunderts genannten Kirche in [[Ort:ODB_S00033664|Allersburg]]{{#set:OID=ODB_S00033664}}, auch auf bairisch-agilolfingischen Einfluss verweisen. Hier geben sich womöglich die verschiedenen Herrschaftskräfte zu erkennen, die Anteil an Raumorganisation und Administration hatten. | ||
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Datei:Abb.8 Penk Chor Hensch.jpg|Penk (Lkr. Regensburg), St. Leonhard; Befundsituation innerhalb des Chores während der Grabungen 2013 mit Befunden zu den Kirchenbauten des 8. bis frühen 10. Jahrhundert. (Mathias Hensch, Uelzen) | Datei:Abb.8 Penk Chor Hensch.jpg|Penk (Lkr. Regensburg), St. Leonhard; Befundsituation innerhalb des Chores während der Grabungen 2013 mit Befunden zu den Kirchenbauten des 8. bis frühen 10. Jahrhundert. (Mathias Hensch, Uelzen) | ||
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Archäologisch gut erforscht sind die frühmittelalterlichen Kirchengründungen von Ermhof, Penk, Irlbach und Wenzenbach. Die Kirchen in Ermhof und Penk werden erst im frühen 14. Jahrhundert in den Schriftquellen genannt, ihre Gründungen lassen sich jedoch in das späte 8./frühe 9. Jahrhundert datieren. Während es sich bei Ermhof ebenfalls um die Fronhofkirche einer weltlichen Grundherrschaft gehandelt zu haben scheint, waren die Kirchen in Irlbach und Wenzenbach Eigenkirchen des Regensburger Bischofs, dessen dortige Besitzungen schon im 9. Jahrhundert in der klösterlichen Überlieferung von [[Person:118590677|St. Emmeram]]{{#set:PND=118590677}} (1010-1070) genannt werden. Bei Penk, das ebenfalls als bischöfliche Eigenkirche zu deuten ist, gibt der Ortsname zugleich einen Anhaltspunkt für eine ursprünglich (weltliche) Funktion als Versammlungsstätte, die im 9. Jahrhundert zur Funktion einer sog. Sendkirche geführt haben kann, an der der Regensburger Bischof im Rahmen | Archäologisch gut erforscht sind die frühmittelalterlichen Kirchengründungen von Ermhof, Penk, Irlbach und Wenzenbach. Die Kirchen in Ermhof und Penk werden erst im frühen 14. Jahrhundert in den Schriftquellen genannt, ihre Gründungen lassen sich jedoch in das späte 8./frühe 9. Jahrhundert datieren. Während es sich bei Ermhof ebenfalls um die Fronhofkirche einer weltlichen Grundherrschaft gehandelt zu haben scheint, waren die Kirchen in Irlbach und Wenzenbach Eigenkirchen des Regensburger Bischofs, dessen dortige Besitzungen schon im 9. Jahrhundert in der klösterlichen Überlieferung von [[Person:118590677|St. Emmeram]]{{#set:PND=118590677}} (1010-1070) genannt werden. Bei Penk, das ebenfalls als bischöfliche Eigenkirche zu deuten ist, gibt der Ortsname zugleich einen Anhaltspunkt für eine ursprünglich (weltliche) Funktion als Versammlungsstätte, die im 9. Jahrhundert zur Funktion einer sog. Sendkirche geführt haben kann, an der der Regensburger Bischof im Rahmen eines Sendgerichts Rechtsfunktion ausübte. Die frühen Kirchenbefunde belegen die wichtige Funktion solcher Plätze für die frühmittelalterliche Raumerschließung, die heute in der Regel nicht mehr erkennbar ist. | ||
Der Nachweis der frühen Kirchenlandschaft innerhalb des Nordgaus, eines herrschaftlich, ökonomisch und verkehrsgeografisch wichtigen Raums im Dreieck [[Ort:ODB_S00040055|Forchheim]]{{#set:OID=ODB_S00040055}}-Regensburg-Eichstätt verdeutlicht die Parallelität von herrschaftlicher und kirchlicher Erschließung innerhalb zunächst vergleichsweise peripherer gelegener Ausbauräume im frühmittelalterlichen Grenzraum zwischen Baiern und Franken ab der Zeit um 700. | Der Nachweis der frühen Kirchenlandschaft innerhalb des Nordgaus, eines herrschaftlich, ökonomisch und verkehrsgeografisch wichtigen Raums im Dreieck [[Ort:ODB_S00040055|Forchheim]]{{#set:OID=ODB_S00040055}}-Regensburg-Eichstätt verdeutlicht die Parallelität von herrschaftlicher und kirchlicher Erschließung innerhalb zunächst vergleichsweise peripherer gelegener Ausbauräume im frühmittelalterlichen Grenzraum zwischen Baiern und Franken ab der Zeit um 700. | ||
Aktuelle Version vom 14. April 2026, 15:18 Uhr
Archäologische Forschungen im Gebiet des mittelalterlichen Nordgaus nördlich von Regensburg erbrachten eine ungewöhnlich große Zahl von frühmittelalterlichen Kirchennachweisen. Sie belegen zusammen mit Gräbern einerseits die Verbreitung von Christentum und Seelsorge bereits um 700 in einer Region, in der es keine spätantik-christliche Tradition gab. Andererseits sind sie aufgrund ihres mehrfachen Konnexes mit frühen Burgen, Königs- und Herrenhöfen indirekte Zeugnisse des herrschaftlichen Zugriffs auf einen Raum, der wegen seiner überregionalen Verkehrsverbindungen und seiner Bodenschätze von großem strategischem und ökonomischem Interesse war, für den jedoch kaum schriftliche Quellen vorhanden sind. Während des frühen Mittelalters war das Gebiet nördlich und nordwestlich von Regensburg siedlungs- und herrschaftsgeschichtlich ein heterogener Raum. So verlief auch der Prozess der Christianisierung und der kirchlichen Strukturierung hier anders als in weiten Teilen Altbayerns und Mainfrankens.
Der frühmittelalterliche Nordgau
Weite Teile der heutigen Oberpfalz und der westlich angrenzenden mittelfränkisch-oberbayerischen Grenzregionen waren verkehrsgeografisch bereits in vorgeschichtlicher Zeit von überregionaler Bedeutung. Während des Frühmittelalters gewann der Verbindungsraum zwischen Ostfranken und Altbaiern südlich der Donau zunehmend auch für herrschafts- und wirtschaftsgeschichtliche Entwicklungen an Relevanz. Überregionale Verkehrsachsen in nord-südlicher wie ost-westlicher Richtung, das bereits im Frühmittelalter intensiv bewirtschaftete Montangebiet um Amberg und Sulzbach (-Rosenberg), sowie das militärische wie handelspolitische Interesse an den Grenzregionen gegen slawische Siedlungsgebiete bewirkten, dass hier unterschiedliche herrschaftliche Kräfte wirksam waren, zu denen neben dem fränkischen König und dem bairischen Herzog auch einflussreiche Herrschaftsträger aus der fränkisch-bairischen "Reichsaristokratie" kamen.
Eine administrative Strukturierung des geografischen Raums, die es erlaubt, diesen in seiner frühmittelalterlich-räumlichen und herrschaftsgeschichtlichen Dimension näher zu umreißen, lässt sich aus der schriftlichen Überlieferung zunächst nur durch die Schaffung der kanonischen Bistümer Regensburg (739), Würzburg (um 741) und Eichstätt (Mitte 8. Jahrhundert) erschließen. In der um 790 entstandenen Vita des Abtes Gregor von Utrecht (gest. 775) findet sich erstmals die Bezeichnung Nordgau für die nördlich der Donau gelegenen und zu Baiern (in … parte Baguariorum) gehörenden Regionen des Bistums Eichstätt. Etwas später werden hier die politisch-administrativen Kräfte des fränkischen Königtums unmittelbar sichtbar: 806 wird der Nordgau in der sog. Divisio Regnorum, einem Reichsteilungsplan Karls des Großen (747-814) erwähnt, u. a. mit dem Königshof Lauterhofen, den der letzte agilolfingische Herzog Tassilo III. (741-798) bis 788 als beneficium innehatte. Wie über die herrschaftspolitisch-organisatorischen Anfänge des Nordgaus gibt die schriftliche Überlieferung auch zu dessen geografischen Dimensionen und räumlicher Entwicklung bis in das Hochmittelalter nur unzureichend Auskunft. Nach den wenigen Belegen umfasste er in seiner frühmittelalterlichen Ausdehnung Teile der heutigen Oberpfalz nordwestlich von Regensburg, des östlichen Mittelfrankens sowie den Raum Eichstätt-Ingolstadt. Bis in das 11./12. Jahrhundert hinein wurde der Name als administrative Bezeichnung auf weiter nordöstlich gelegene Gebiete erweitert und im Hochmittelalter auch auf weite Teile der nordöstlichen Oberpfalz angewandt.

Der archäologische Nachweis früher Kirchen im Nordgau
Lage und historische Topografie
Durch archäologische Untersuchungen und siedlungsgeschichtliche Forschungen hat sich der historische Blick auf das Frühmittelalter besonders in den oberpfälzischen Regionen nördlich von Regensburg seit Beginn des 21. Jahrhunderts deutlich verändert. Dies betrifft nicht zuletzt den Kenntnisstand zu frühen Kirchengründungen. Hier erbrachten oftmals bereits kleinräumige Bodenöffnungen wichtige Erkenntnisse zur Genese einzelner Kirchenstandorte. In der mittleren Oberpfalz lassen sich im Kleinraum Amberg-Sulzbach-Lauterhofen archäologisch mindestens zehn Kirchen aus der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende unmittelbar oder indirekt über einen frühmittelalterlichen Friedhof fassen. Hinzu kommt hier eine Anzahl von Kirchenstandorten, bei denen toponymische, schriftliche oder siedlungsgeschichtliche Befunde konkrete Hinweise auf Kirchengründungen aus der Zeit vor 1000 geben.
| Ort | Landkreis | Bauweise | Grundriss | Nachweis oder Erschließung | Patrozinium | Standort | Datierung | Schriftquelle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lauterhofen, Königshof | Neumarkt i.d. Opf. | Stein | Saalbau mit Apsis | A | St. Martin | Königshof | 8. Jh. | vor 788 aus 806 |
| Ermhof I | Amberg-Sulzbach (AS) | Holz | Saalbau, Chorabschluss unbekannt | A | St. Martin | Fronhof? | spätes 8. Jh.? | keine |
| Ermhof II | AS | Stein | Saalbau mit Apsis | A | St. Martin | Fronhof? | 9. Jh. | keine |
| Sulzbach, Kernburg | AS | Stein | Saalbau mit Apsis | A, F | unbekannt | Burg | 2. H. 8. Jh./um 800 | zu 1105 |
| Sulzbach, Kernburg | AS | Stein | Seitenkapelle mit Apsis | A | unbekannt | Burg | ottonisch | keine |
| Sulzbach, Burgsiedlung | AS | unbekannt | unbekannt | C | wohl St. Maria | Burgsiedlung | 2. H. 8. Jh.? | 777 aus 791 |
| Oberammerthal | AS | Stein | Saalbau mit Apsis | A, F | St. Maria | Burg | 10. Jh. oder älter | zu 1003 vor 1017 |
| Gebenbach | AS | Stein | Saalbau mit Apsis | A | St. Martin | Fronhof? Burg? | karolingisch | keine |
| Schmalnohe | AS | Stein | Saalbau mit Rechteckchor | A, C, F | St. Martin (urspr.) | Fronhof | 2. H., 8. Jh./um 800 | frühes 12. Jh. |
| Allersburg | AS | unbekannt | unbekannt | C | St. Michael? | Burg? | frühes 9. Jh. oder älter | 847 bis 863 |
| Lintach | AS | unbekannt | unbekannt | B | St. Walburga | Land? | karolingisch | keine |
| Stettkirchen | AS | ? | unbekannt | B | ? | Land? | um 700?/
8. Jh. |
keine |
| Utzenhofen I | AS | Holz | Saalbau, Chorabschluss unbekannt | A | St. Vitus | Burg? | 9. Jh. | keine |
| Umelsdorf | AS | Stein | Saalbau, Chorabschluss unbekannt | A | St. Vitus | Fronhof? | 8. Jh. | keine |
| Emhof | AS | unbekannt | unbekannt | C | heute St. Jakobus | Burg?, Eigenkirche St. Emmeram | vor 997 | 997 |
| Premberg | Schwandorf | unbekannt | unbekannt | D, E | St. Martin | Königshof | 8. Jh. | indirekt 805/genannt 997 |
| Velden | Nürnberg Land | unbekannt | unbekannt | C, D, E | St. Maria | Königshof | vor 912 | 912 |
| Amberg | Stein | unbekannt | (A), B, D, E | St. Martin | Königshof? | vorromanisch | keine | |
| Penk I | Regensburg (R) | Holz | Saalbau, Chorabschluss unbekannt | A | ? | Fronhof? Versammlungsplatz? | sp. 8./9. Jh. | keine |
| Penk II | R | Holz | Saalbau mit Apsis | A | ? | Fronhof? Versammlungsplatz? | 9. Jh. | keine |
| Penk III | R | Stein | Saalbau mit Apsis | A, F | ? | Fronhof? Sendkirche? | um 900 | keine |
| Wenzenbach I | R | Holz | Saalbau mit Rechteckchor | A, E | St. Peter | Fronhof | karolingisch | 9. Jh. |
| Wenzenbach II | R | Stein | Saalbau, Chorabschluss | unbekannt | St. Peter | Fronhof | vorromanisch | 9. Jh. |
| Irlbach I | R | Holz | Saalbau mit Rechteckchor | A, E | St. Maria, St. Rupert? | Fronhof | 8. Jh.? | 739-761,
863-882 |
| Irlbach II | R | Stein | Saalbau mit Rechteckchor | A, E | St. Maria, St. Rupert? | Fronhof | 9. Jh.? | 863-882 |
| Speinshart-Barbaraberg | Neustadt a.d. Waldnaab | Stein | Saalbau mit Rechteckchor | A | ? | Siedlung |
Erläuterung der Abkürzungen:
A archäologisch gesichert; B archäologisch erschlossen (z. B. über Gräber, Abbruchschichten); C schriftlich überliefert; D toponymische/partronymische Hinweise; E siedlungstopografisch/historische Hinweise, historisch erschlossen; F teilweise erhalten.
Bautechnik und Architektur
Wie archäologische Befunde in Ermhof (spätes 8./frühes 9. Jahrhundert), Utzenhofen (9. Jahrhundert), Wenzenbach und Irlbach (8./9. Jahrhundert) belegen, stand am Beginn der baulichen Entwicklung einer Kirche auch in dieser Region oftmals ein Holzbau. Soweit sich dies anhand der fragmentarisch überlieferten Spuren sagen lässt, waren diese Holzkirchen in der Regel kleine, rechteckige Saalbauten, zumeist mit eingezogenem Rechteckchor (Regensburg-Kreuzhof, 7. Jahrhundert, Wenzenbach I, Irlbach I). Wie der Befund von Holzbau II in Penk (spätes 9. Jahrhundert) zeigt, wurden aber auch runde, apsidiale Chorabschlüsse baulich realisiert. Die Gefügekonstruktionen frühmittelalterlicher Holzkirchen unterschieden sich nicht grundlegend von denen profaner Holzgebäude. Bei Pfostenbauten bestand die tragende Gebäudekonstruktion aus eingegrabenen senkrechten Pfosten, die über horizontale Balkenlagen miteinander verbunden waren und die Dachlast aufnahmen. Die Befunde aus St. Vitus in Utzenhofen belegen daneben auch die Ständerbauweise, bei der das tragende Gerüst auf horizontal verlegten Schwellbalken stand. Die Wandkonstruktionen zwischen den tragenden und stabilisierenden Hölzern waren wie im Holzbau üblich mit lehmverstrichenem Flechtwerk oder senkrecht bzw. horizontal eingestellten Wandbohlen ausgeführt.
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Irlbach (Lkr. Regensburg), Mariä Himmelfahrt. Bauphasenplan zu den Kirchengrundrissen des frühen bis späten Mittelalters; Holzkirche des 8. Jahrhunderts schwarz; Steinkirche des 9. Jahrhunderts (?), eng schraffiert. (AD Archäologische Dokumentation Scherbaum, Bamberg)
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Regensburg-Kreuzhof (Stadt Regensburg). Rekonstruktionsvorschlag zum Herrenhof der Zeit um 700 mit Kirche und Friedhof. (Grafik von Ferdinand Leja, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege)

Schon in der Karolingerzeit wurden aber Kirchen auch im Nordgau in Stein errichtet, wofür Jurakalke und Dolomit als lokale Baumaterialien zur Verfügung standen. Nicht immer scheint der Steinbau dabei auf einen älteren Kirchenbau in Holz gefolgt zu sein. An wichtigen Orten wie dem Königshof Lauterhofen, der Burg Sulzbach, aber auch am Fronhof Schmalnohe entstanden schon die Erstbauten im fortgeschrittenen 8. Jahrhundert in Stein. Spiegelt sich bereits im bloßen Vorhandensein einer frühmittelalterlichen Kirche eine gewisse überörtliche Funktion des Platzes wider, so kann die Massivbauweise als besonders repräsentatives, i. e. "herrschaftliches" Element der architektonischen Ausstattung eines Platzes gelten. Befunde aus dem Frühkloster Solnhofen im dem Nordgau westlich benachbarten Sualafeldgau zeigen, dass die Steinbauweise im Sakralbau bereits in spätmerowingischer Zeit umgesetzt wurde. Für frühmittelalterliche Kirchenbauten in Stein sind u. a. vergleichsweise geringe Mauerstärken charakteristisch, die deutlich unter 1 m liegen.
Bei den vorromanischen Steinkirchen im Zentrum des Untersuchungsgebiets fällt zudem auf, dass es sich mit bislang nur einer Ausnahme um Saalbauten mit eingezogener, halbrunder Apsis als Chorabschluss handelt. Einzig die möglicherweise noch im 8. Jahrhundert errichtete Fronhofkirche der curia Smalnahe in Schmalnohe besaß einen Rechteckchor. Der älteste, wohl karolingische Steinbau im weiter südlich gelegenen Irlbach besaß ebenfalls einen Rechteckchor. Ob der Bevorzugung eines apsidial geschlossenen Chores im Gebiet der mittleren Oberpfalz ein übergeordneter, vielleicht liturgisch-herrschaftlicher Gedanke zugrunde lag, ist nicht zu entscheiden.

Zur Ausstattung der Kirchen gibt der archäologische Befund ebenfalls nur unzureichend Auskunft. Immerhin lässt sich mitunter ein flächiger Innen- und Außenverputz der Steingebäude ebenso belegen wie farbige Ausmalungen der Innenräume. Befunde aus Utzenhofen zeigen zudem, dass auch die Innenräume von Holzkirchen verputzt und bemalt gewesen sein können. Die relativ kleinen Altäre standen soweit nachweisbar zumeist frei im Zentrum des Sanktuariums. Einen guten Eindruck von der Raumwirkung einfacher vorromanischer Saalbauten vermittelt noch heute die kleine Saalkirche St. Leonhard in Penk.
Frühe Kirchen als Niederschlag des Christentums nördlich von Regensburg
Da nur wenige schriftliche Quellen Einblick in den Christianisierungsprozess in Nordbayern gewähren, kommt den archäologischen Befunden großer Quellenwert zu. Das gilt nicht zuletzt für slawisch besiedelte Gebiete, in denen der Übergang vom Heiden- zum Christentum ein vielschichtiger und langwieriger Prozess war. Beispielhaft sind hier die Naabwenden in der nordöstlichen Oberpfalz um den Rauhen Kulm bei Neustadt a. Kulm zu nennen. Von der frühmittelalterlichen Befestigung auf dem Rauhen Kulm ist ein frühmittelalterliches Taufkreuz bekannt. Unter der barocken Kirche auf dem benachbarten Barbaraberg bei Speinshart konnte ein vorromanischer christlicher Sakralbau archäologisch untersucht werden, der spätestens um 1000 am Rand eines bereits bestehenden Friedhofs einer slawischen Siedlungskammer in Stein errichtet wurde.

Im Kernraum des historischen Nordgaus setzen christliche Zeugnisse wesentlich früher ein, doch finden sich keine schriftlichen oder kirchenarchäologischen Zeugnisse für ein Fußfassen des christlichen Kults vor der iro-schottischen Missionswelle der späten 80er Jahre des 7. Jahrhunderts. Kleinfunde mit christlicher Symbolik aus drei Gräbern des Reihengräberfriedhofs von Lauterhofen aus der Zeit um 700 belegen jedoch, dass sich der neue Glaube in dieser Zeit auch im Raum um Altmühl, Lauterach, Vils und südlicher Naab verbreitete. Doch im Gegensatz zu einigen frühen Kirchengründungen in Mainfranken sind im Nordgau bis zum beginnenden 8. Jahrhundert solche weder durch Schriftquellen noch durch die Archäologie direkt zu fassen.
Allerdings gibt es etwa in Stettkirchen unweit des früh genannten Königshofs Lauterhofen archäologische Anhaltspunkte für eine kirchliche Tradition, die über das mittlere 8. Jahrhundert zurückreicht. In einem Gräberfeld neben der Kirche orientierte sich die Anlage der Bestattungen offenbar bereits an einem bestehenden Kirchenbau, dessen archäologischer Nachweis unter der heutigen Wallfahrtskirche noch aussteht. Eine Anzahl an 14C-Daten von Skelettmaterial aus diesen Gräbern spricht für den chronologischen Beginn des zugehörigen Friedhofs um das Jahr 700. Somit wäre ein erster Kirchenbau in Stettkirchen noch zur Zeit der Nutzung des spätmerowingischen Gräberfelds im nahen Lauterhofen errichtet worden. Hier zeichnet sich der Übergang von der älteren Reihengräbertradition hin zur Anlage von Friedhöfen um einen christlichen Kultbau ab.
Für die Mitte des 8. Jahrhunderts berichtet die um 780 verfasste Lebensbeschreibung des Hl. Wunibald (701-761), dieser sei 744 zu Missionstätigkeiten in regio Nordfiluse, wohl das Gebiet um die oberpfälzische Vils („Nordvils“), gekommen und habe dort u. a. Kirchen gegründet. Ab der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts sind dann die frühesten Baubefunde von Lauterhofen, Sulzbach oder Schmalnohe bekannt. Da auf dem Gebiet der Oberpfalz nördlich der Donau mit Ausnahme von Chammünster bis in das Hochmittelalter keine Klöster gegründet wurden, fällt eine klösterliche Besitzüberlieferung für den Raum nahezu aus. Vereinzelte Schenkungen von Kirchen im späteren 8. Jahrhundert an weiter entfernt liegende Klöster belegen aber die Existenz von solchen. So werden Kirchen in Nordfilusa (s. o.) und in Sulzipah, mit hoher Wahrscheinlichkeit das heutige Sulzbach(-Rosenberg), 777 durch Herzog Tassilo III. an das Kloster Kremsmünster in Oberösterreich geschenkt. Diese Kirchenschenkungen wurden Kremsmünster 791 durch Karl den Großen bestätigt. Ausgestattet mit eigenem Vermögen (cum rebus secum pertinentibus) waren sie in der Lage, Aufgaben von Seelsorge und kirchlicher Verwaltung ihnen zugeordneter, vermutlich grundherrschaftlich adressierter Verbände zu übernehmen. Über die genauen seelsorgerischen Aufgaben der Kirchen innerhalb solcher grundherrschaftlich organisierter Verbände geben weder die schriftlichen noch die archäologischen Zeugnisse hinreichend Auskunft.
Frühe Kirchen als Zeugnis herrschaftlicher Präsenz und Raumerfassung auf dem Nordgau

Die Missionsaktivitäten Wunibalds kurz vor der Mitte des 8. Jahrhunderts sind ohne ein herrschaftliches Engagement im Nordgau nicht denkbar. Besonders die angelsächsischen Missionsbestrebungen waren Ergebnis einer engen Kooperation der Missionare mit den weltlichen Herrschaftsträgern und wurden von diesen maßgeblich gefördert.
Den Kontext von kirchlicher Durchdringung und Herrschaftsorganisation ab dem 8. Jahrhundert verdeutlicht die schwerpunktmäßige Verbreitung der frühen Kirchenbefunde in der mittleren Oberpfalz. Diese deckt sich mit archäologischen Befunden zu umfangreichen und spezialisierten Montantätigkeiten des Frühmittelalters. Einen Hinweis auf einen solchen Zusammenhang liefert auch das im Diedenhofener Kapitular Karls des Großen von 805 formulierte Waffenembargo gegenüber den slawischen Einflussgebieten in Böhmen und Mähren. Dieser Passus des Diedenhofener Kapitulars lässt sich zudem als Hinweis auf einen intensiven Handels- und Warenverkehr im Raum zwischen Forchheim und Regensburg verstehen.
Mit Lauterhofen und Sulzbach sind hier frühe Kirchen an herrschaftlichen Zentralorten archäologisch bekannt, die auch früh in der schriftlichen Überlieferung erscheinen. Früh wird auch die Königshof-Kirche in Velden genannt. Auch am Königshof Premberg ist eine frühmittelalterliche Kirche vorauszusetzen.
Das dortige Martinspatrozinium kann dabei auf fränkisch-karolingischen Einfluss hindeuten. Diesbezüglich ist auffallend, dass Martinskirchen in der mittleren Oberpfalz und den angrenzenden Räumen sehr häufig vorkommen. Daneben können aber das Michaels- und Marienpatrozinium, so ebenfalls in Lauterhofen (Pfarrkirche), Sulzbach (Pfarrkirche) und Velden sowie bei der um die Mitte des 9. Jahrhunderts genannten Kirche in Allersburg, auch auf bairisch-agilolfingischen Einfluss verweisen. Hier geben sich womöglich die verschiedenen Herrschaftskräfte zu erkennen, die Anteil an Raumorganisation und Administration hatten.
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Geografische Verbreitung von Kirchen mit Martinspatrozinium in der mittleren Oberpfalz und den angrenzenden Räumen. (Karte von Peter Palm (Berlin) nach Vorlage Mathias Hensch)
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Schmalnohe (Lkr. Amberg-Sulzbach), ehem. Kirche St. Martin (heute St. Otto). Blick auf die Grabungen im Umfeld der Kirche 2016. (Fotografie von Mathias Hensch, Uelzen)
Von besonderem Interesse sind frühe Kirchen an heute vergleichsweise unbedeutenden Orten, für die es zudem keine frühe schriftliche Überlieferung gibt. Zu nennen ist hier der Weiler Schmalnohe, der als Fronhof erst im 12. Jahrhundert genannt ist, an dem aber bereits wohl gegen Ende des 8. Jahrhunderts eine Steinkirche errichtet wurde. Auch in Umelsdorf, ebenfalls erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts genannt, stand schon im späteren 8. Jahrhundert ein steinerner Kirchenbau. Wie für Schmalnohe gibt es auch in Umelsdorf Hinweise auf eine Funktion des Ortes als Mittelpunkt einer Grundherrschaft, die im Nahbereich zum Königshof Lauterhofen lag.
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Ermhof (Lkr. Amberg-Sulzbach), ehem. Kirche St. Martin. Blick auf die Grabungsflächen mit Befunden unterschiedlicher Bauphasen während der Grabung 2006. (Fotografie von Doris Sebald, Amberg)
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Penk (Lkr. Regensburg), St. Leonhard; Befundsituation innerhalb des Chores während der Grabungen 2013 mit Befunden zu den Kirchenbauten des 8. bis frühen 10. Jahrhundert. (Mathias Hensch, Uelzen)
Archäologisch gut erforscht sind die frühmittelalterlichen Kirchengründungen von Ermhof, Penk, Irlbach und Wenzenbach. Die Kirchen in Ermhof und Penk werden erst im frühen 14. Jahrhundert in den Schriftquellen genannt, ihre Gründungen lassen sich jedoch in das späte 8./frühe 9. Jahrhundert datieren. Während es sich bei Ermhof ebenfalls um die Fronhofkirche einer weltlichen Grundherrschaft gehandelt zu haben scheint, waren die Kirchen in Irlbach und Wenzenbach Eigenkirchen des Regensburger Bischofs, dessen dortige Besitzungen schon im 9. Jahrhundert in der klösterlichen Überlieferung von St. Emmeram (1010-1070) genannt werden. Bei Penk, das ebenfalls als bischöfliche Eigenkirche zu deuten ist, gibt der Ortsname zugleich einen Anhaltspunkt für eine ursprünglich (weltliche) Funktion als Versammlungsstätte, die im 9. Jahrhundert zur Funktion einer sog. Sendkirche geführt haben kann, an der der Regensburger Bischof im Rahmen eines Sendgerichts Rechtsfunktion ausübte. Die frühen Kirchenbefunde belegen die wichtige Funktion solcher Plätze für die frühmittelalterliche Raumerschließung, die heute in der Regel nicht mehr erkennbar ist.
Der Nachweis der frühen Kirchenlandschaft innerhalb des Nordgaus, eines herrschaftlich, ökonomisch und verkehrsgeografisch wichtigen Raums im Dreieck Forchheim-Regensburg-Eichstätt verdeutlicht die Parallelität von herrschaftlicher und kirchlicher Erschließung innerhalb zunächst vergleichsweise peripherer gelegener Ausbauräume im frühmittelalterlichen Grenzraum zwischen Baiern und Franken ab der Zeit um 700.
Literatur
- Heinrich Berg, Christentum im bayerischen Raum um 700, in: Harald Dickerhof et al., Der hl. Willibald – Klosterbischof oder Bistumsgründer? (Eichstätter Studien Neue Folge 30), Regensburg 1990, 69–113.
- Stefanie Berg–Hobohm/Friedrich Loré, Ein karolingisch–ottonisches Gräberfeld in Stettkirchen, in: Das archäologische Jahr in Bayern 2011 (2012), 126–128.
- Silvia Codreanu–Windauer, Der frühe Kirchenbau in Altbayern, in: Lumír Poláček (Hg.), Frühmittelalterliche Kirchen als archäologische und historische Quelle (Internationale Tagungen in Mikulčice 8, Spisy Archeologického ústavu AV ČR v Brně 41), Brno 2010, 205–218.
- Silvia Codreanu–Windauer, Saalkirchen des 7. bis 11. Jahrhunderts im bayerischen Raum, in: Günther Kaufmann (Hg.), St. Prokulus in Naturns (Veröffentlichungen des Südtiroler Kulturinstituts 10), Bozen 2019, 113–129.
- Silvia Codreanu–Windauer/Claus Vetterling, Vom Kapellchen zur Großkirche: 1000 Jahre St. Peter in Wenzenbach, in: Das archäologische Jahr in Bayern 2001 (2002), 123–125.
- Hermann Dannheimer, Lauterhofen im frühen Mittelalter, (Materialhefte zur bayerischen Vorgeschichte 22), Kallmünz 1968.
- Peter Ettel, Roßtal – Oberammerthal. Studien zum frühmittelalterlichen Burgenbau in Nordbayern (Frühgeschichtliche und provinzialrömische Archäologie 5), Rahden/Westfalen 2001.
- Frank Feuerhahn/Dieter Heyse/Eleonore Wintergerst, Ein Ortsfriedhof mit frühmittelalterlichen Bestattungen in Lintach, in: Das Archäologische Jahr in Bayern 2002 (2003), 93–95.
- Ernst Gagel, Karolingische Kirche in Gebenbach ausgegraben, in: Oberpfälzer Heimat 19 (1975), 41–52. 128–129.
- Mathias Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch–historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern (Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz und in Regenburg 3), Büchenbach 2005.
- Mathias Hensch, Zur Struktur herrschaftlicher Kernräume zwischen Regensburg und Forchheim in karolingischer, ottonischer und frühsalischer Zeit, in: Peter Ettel/Lukas Werther (Hg.), Zentrale Orte und zentrale Räume des Frühmittelalters in Süddeutschland (RGZM–Tagungen 18), Mainz 2013, 267–308.
- Mathias Hensch, Der früh– und hochmittelalterliche Friedhof an der Kirche St. Maria Heimsuchung in Stettkirchen bei Hohenburg – Ein Arbeitsstand zu den Auswertungen der Grabungen von 2010/2011, in: Der Eisengau 46 (2016), 113–157.
- Mathias Hensch, Die curtis dominicalis an der schmalen Ache. Kirche und mittelalterlicher Fronhof Schmalnohe, in: Das Archäologische Jahr in Bayern 2015 (2016), 105–109.
- Mathias Hensch, St. Leonhard in Penk – frühe Kirchengründung als Hinweis auf bischöfliche Jurisdiktion des 9. bis 13. Jahrhunderts? Ein archäologisch–historischer Beitrag zur Geschichte des Nordgaus, in: Rainer Atzbach et al., Archäologie, Mittelalter, Neuzeit, Zukunft. Festschrift für Ingolf Ericsson (Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 6), Bonn 2017, 155–184.
- Mathias Hensch, Archäologisch–historische Aspekte zum früh- und hochmittelalterlichen Montanwesen in der westlichen Oberpfalz, in: Bericht der bayerischen Bodendenkmalpflege 59 (2018), 271–302.
- Mathias Hensch, Bemerkungen zur mittelalterlichen Montanlandschaft zwischen Premberg, Schmidmühlen und Amberg, in: Beiträge zur Archäologie in der Oberpfalz 13 (2020), 105–148.
- Mathias Hensch, Verpasste Chancen in der Vergangenheit, historisches Potential in der Zukunft. Archäologisch–historische Bemerkungen zu Frühgeschichte und Vorgängerbauten der Amberger Martinskirche, in: Kath. Kirchenstiftung St. Martin Amberg (Hg.), 600 Jahre Basilika St. Martin 1421–2021, Amberg 2021, 16–43.
- Mathias Hensch, Die verschwundene Kirche St. Martin in Ermhof. Ein Beitrag zur mittelalterlichen Geschichte der Frankenalb, Oldenburg/Berlin 2022.
- Mathias Hensch, Lutrahahof – das frühmittelalterliche Lauterhofen und sein Umland in archäologisch–historischer Perspektive, in: Ludwig Härteis (Hg.), Zeit und Raum. Beiträge zur Geschichte des Marktes Lauterhofen, München 2025, 30–76.
- Mathias Hensch, Von Kirchen und Burgen, von Pfeilen und Fronhöfen. Archäologische Einblicke in die Frühzeit der Kirchen St. Vitus in Utzenhofen und St. Nikolaus in Umelsdorf, in: Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 65, im Druck.
- Christian Later, Zur archäologischen Nachweisbarkeit des Christentums im frühmittelalterlichen Baiern. Methodische und quellenkritische Anmerkungen, in: Hubert Fehr/Irmtraut Heitmeier (Hg.), Die Anfänge Bayerns, St. Ottilien 2014, 567–611.
- Jochen Scherbaum, Die Grabung in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Irlbach, Lkr. Regensburg. Mit einem Exkurs von Martin Ableitner, in: Beiträge zur Archäologie in der Oberpfalz und in Regensburg 7 (2005), 223–246.
- Wilhelm Störmer, Frühes Christentum in Altbayern, Schwaben und Franken, in: Handbuch der bayerischen Kirchengeschichte 1/1, München 1999, 1–93.
Quellen
- Andreas Bauch (ed.), Quellen zur Geschichte der Diözese Eichstätt. Band I. Biographien der Gründungszeit 2 Regensburg 1984.
- Alfred Boretius (ed.), Duplex capitulare missorum in Theodonis villa datum („Diedenhofener Kapitular“), in: MGH Capitularia regum Francorum 1, Hannover 1883, 120–126, Nr. 43–44.
- Franz Xaver Buchner (ed.), S. Wunnibald. Apostel des Nord– und Sualafeldgaues I. Seine Vita von der Zeitgenossin Hugeburg, Kallmünz/Opf. 1951.
- Theodorich Hagn (ed.), Urkundenbuch für die Geschichte des Benedictiner Stiftes Kremsmünster, seiner Pfarreien und Besitzungen vom Jahre 777 bis 1400, Wien 1852.
- Engelbert Mühlbacher u.a. (ed.), Die Urkunden Karls des Großen, in: MGH DD Karolinger I, Hannover 1906. (Nr. 169 S. 226: Besitzbestätigung für Kremsmünter 791).
- Theodor Sickel (ed.), Die Urkunden Konrad I. Heinrich I. und Otto I., in: MGH DD: Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser Bd. 1, Hannover 1879-84/Berlin 1956.
- Josef Widemann (ed.), Die Traditionen des Hochstifts Regensburg und des Klosters St. Emmeram (Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte, Neue Folge 8), München 1969.
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Empfohlene Zitierweise
Mathias Hensch, Frühe Kirchen im Nordgau, publiziert am 13.04.2026; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Frühe_Kirchen_im_Nordgau> (14.04.2026)