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Datei:1 Studien zur Geschichte des Bayerischen Schwabens 47 2020.jpg|Reihe 1 - Studien zur Geschichte des Bayerischen-Schwabens. Holger Fedyna: Die Kleinstadt Neresheim und ihr Amt bis zum Ende des Alten Reiches. Entwicklung, Strukturen und Umlandbeziehungen im Spannungsfeld von Abtei und Territorialherrschaft. (Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft, Band 46, 2020) | Datei:1 Studien zur Geschichte des Bayerischen Schwabens 47 2020.jpg|Reihe 1 - Studien zur Geschichte des Bayerischen-Schwabens. Holger Fedyna: Die Kleinstadt Neresheim und ihr Amt bis zum Ende des Alten Reiches. Entwicklung, Strukturen und Umlandbeziehungen im Spannungsfeld von Abtei und Territorialherrschaft. (Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft, Band 46, 2020) | ||
Aktuelle Version vom 2. Juli 2026, 17:02 Uhr

Die Schwäbische Forschungsgemeinschaft (SFG) ist eine Gesellschaft von Wissenschaftlern in der Rechtsform eines selbständigen, der Gemeinnützigkeit verpflichteten Vereins. Laut Satzung von 1993 bestehen die Aufgaben der SFG in der planmäßigen Erforschung und Bearbeitung der Geschichte und der Landeskunde Bayerisch-Schwabens sowie in der Veröffentlichung der entsprechenden Ergebnisse und wichtiger Quellenbestände.
Geschichte
Die Gründung der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft (SFG) im Jahre 1949 stand in Zusammenhang mit Bemühungen, in Schwaben nach den Kriegsjahren die haupt- und ehrenamtliche Heimatpflege, die historischen Vereine und das Volksbildungswesen neu zu beleben.
Hierzu gehörte auch die bereits Ende 1945 entstandene Augsburger Akademie e.V., die neben den Volkshochschulen in der Folgezeit Initiativen für die Ansiedlung universitärer Einrichtungen in Augsburg unterstützte. Seit Frühjahr 1947 gab es Überlegungen eines Kreises schwäbischer Historiker, ein den Regierungsbezirk übergreifendes "Institut für Landesforschung" zu gründen und dieses der Kommission für bayerische Landesgeschichte (KBLG) zu unterstellen. Nach der grundsätzlichen Zustimmung des Kommissionsvorsitzenden Max Spindler (1894-1986) bedurfte es allerdings über zwei Jahre, um bis zur eigentlichen Konstituierung zu kommen. Es ging um den wissenschaftlichen Charakter und die satzungsmäßige Verankerung der Einrichtung, um Personen und um den Sitz der Forschungsstelle, für den außer Augsburg auch Memmingen und Kempten in Erörterung waren. Im Mai 1949 konnte das Eingreifen Spindlers eine Gründung in Kempten verhindern, für die in Anbindung an den Sitz des damaligen Bezirksheimatpflegers bereits Räume und Geldmittel vorgesehen waren.

Schließlich setzte sich die Zielsetzung durch, in in Augsburg eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden, die "im gesamtschwäbischen Interesse" (Regierungspräsident Hans Martini auf der Gründungsversammlung im Oktober 1949) die verschiedenen Aktivitäten bündeln sollte. Spindler unterschrieb die Satzung und ernannte die ersten Mitglieder, drei Regionalbeauftragte sowie als ersten wissenschaftlichen Leiter den Vorstand des Fugger-Archivs und Administrator der Fuggerschen Stiftungen, Götz Freiherrn von Pölnitz (1906-1967). Die Geschäftsführung wurde von Eduard Nübling (1906-1997), dem Schulreferenten der Stadt Augsburg, übernommen. Die Zahl der Mitglieder, ursprünglich 22, stieg in den Folgejahren an. Erste finanzielle Förderungen kamen mit 2.200 DM vom Bezirksverband Schwaben, dem Vorläufer des Bezirks als dritter kommunaler Ebene, sowie von den Städten Augsburg und Kaufbeuren.
Die Publikationstätigkeit begann noch 1950 mit einer Monographie zu den schwäbischen Flußnamen. 1952 erschienen die jeweils ersten Bände in SFG-Reihen, nämlich bei den Urkunden und Regesten, den 'Lebensbildern aus dem Bayerischen Schwaben' und den Studien zur Fuggergeschichte. Daneben stand der schwäbische Beitrag für die Vorhaben der KBLG im Vordergrund, flächendeckend für Bayern Ortsnamenbücher zu erarbeiten sowie auf Landkreisebene den Historischen Atlas von Bayern (HAB) zu erstellen. 1952 erschien der erste Band im Teil Schwaben des Atlas, nämlich zu den altbayerischen Landgerichten Friedberg und Mering. 1953 wurde mit dem Landkreis Marktoberdorf die Reihe der schwäbischen Bände im Gesamtprojekt des Historischen Ortsnamenbuches (HONB) eröffnet.
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Bearbeitungsstand der für Schwaben vorgesehenen Bände des Historischen Atlas Bayern im Jahr 2025. Gelb erschienen, pastellgelb in Vorbereitung. (Kommission für Bayerische Landesgeschichte)
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Bearbeitungsstand der für Schwaben vorgesehenen Bände des Historischen Ortsnamensbuchs von Bayern im Jahr 2026. Hellblau erschienen, pastellgelb in Vorbereitung. (Kommission für Bayerische Landesgeschichte)
Zeitlich parallel zur frühen Publikationstätigkeit der SFG liefen noch einige Veröffentlichungsprojekte der Augsburger Akademie, bei der im Februar 1948 eine ehrenamtliche 'Forschungsstelle Schwaben' eingerichtet worden war. Deren wichtigstes Ergebnis war der von Wolfgang Zorn (1922-2004) mit einer Gruppe von Forschern erarbeitete Historische Atlas von Bayerisch-Schwaben, der dann 1955 ebenfalls von der SFG herausgegeben und zu einem großen Erfolg wurde. Er wird seit 1982 durch Ergänzungslieferungen thematisch weitergeführt und aktualisiert.
Bis 2025 sind in den Reihen der SFG 165 Veröffentlichungen erschienen. Die 25 vorgesehenen Bände des Teils Schwabens des HAB konnten bis in die 2020er Jahre weitgehend publiziert werden. Im Rahmen des HONB wurden bis 2025 15 Landkreise in Schwaben (in den ab 1972 gültigen Grenzen) durch Veröffentlichungen dokumentiert. Die eigene Forschungs- und Publikationstätigkeit von SFG-Mitgliedern, die ursprünglich im Mittelpunkt stand, hat im Laufe der Zeit anteilsmäßig abgenommen, und zwar zugunsten von akademischen Qualifikationsarbeiten (etwa bei den Monographien). Diese kommen vor allem von der Universität Augsburg, wo seit 1980 ein Lehrstuhl für bayerische und schwäbische Landesgeschichte besteht, aber auch von anderen süddeutschen Universitäten.
Zur Amtszeit von Andreas Kraus (1922-2012) als Kommissionsvorsitzendem sowie von Pankraz Fried (1931-2013) als Leiter der SFG und dessen Stellvertreter Georg Simnacher (1932-2014) wurde 1991 die Verbindung der SFG als eines eingetragenen Vereins und der Schwäbischen Forschungsstelle Augsburg (SFA) als einer Einrichtung der KBLG geschaffen. Dies trug der Entwicklung der vorangegangenen Jahrzehnte Rechnung, nämlich einer gewachsenen Unabhängigkeit der SFG bei der Erfüllung ihrer Vorhaben und der Notwendigkeit, für die seit 1985 bestehende Stelle des wissenschaftlichen Mitarbeiters eine geregelte Grundlage zu erhalten.
Unter dem Vorsitz von Rolf Kießling wurden Reformen in der Organisation und im praktischen Wirken umgesetzt (Arbeitsgruppen, Beschäftigungen im Werkvertrag, Aufgabe des seit 1950 bestehenden eigenen Verlages, neue Richtlinien für Veröffentlichungen usw.). Vor allem gelang es Kießling, eine Einschränkung der Tätigkeit abzuwenden, die zeitweise mit der Umwidmung der für die SFG bisher zur Verfügung gestellten Mittel zugunsten des Erhalts der landesgeschichtlichen Professur der Universität Augsburg aktuell war. Es konnte die weitere Finanzierung seitens des Bezirks Schwaben gesichert werden.
Über lange Jahre war die Geschäftsstelle in Räumlichkeiten des Augsburger Stadtschulamtes untergebracht. Seit 1977 verfügt die SFG über angemietete Räume, teils in Gebäuden der Universität Augsburg, teils in Universitätsnähe. Seit 2010 befinden sich Büros und Bibliothek im Gebäude der so genannten Alten Universität an der Eichleitnerstraße.
| Name | Amtszeit | Lebensdaten | Weitere Funktionen |
|---|---|---|---|
| Götz Freiherr von Pölnitz | 1949-1960 | 1906-1967 | Leiter des Fugger-Archivs und Administrator der Fuggerschen Stiftungen |
| Norbert Lieb | 1960-1979 | 1907-1994 | Professor für Kunstgeschichte an der LMU München |
| Wolfgang Zorn | 1979-1984 | 1922-2004 | Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der LMU München |
| Pankraz Fried | 1984-1999 | 1931-2013 | Professor für bayerische und schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg |
| Rolf Kießling | 2000-2016 | 1941-2020 | Professor für bayerische und schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg |
| Gerhard Hetzer | seit 2016 | geb. 1952 | Direktor des Bayerischen Hauptstaatsarchivs i.R. |
Struktur
Die Zahl der zur Teilnahme und Mitarbeit verpflichteten Mitglieder liegt bei höchstens 30. Hinzu kommen Mitglieder, die nach Überschreiten des 70. Lebensjahres zwar nicht mehr zur Mitwirkung verbunden sind, jedoch weiterhin Rechte im Rahmen des Vereinsrechts ausüben können. Die Zuwahl neuer Mitglieder gehört zu den Aufgaben der wenigstens einmal pro Jahr einzuberufenden Mitgliederversammlung. Es besteht die Möglichkeit, fördernde und Ehrenmitglieder zu wählen. Mit den Grundsätzen der Selbstergänzung und der Beschränkung der Mitgliederzahl (Numerus Clausus) trägt die SFG Züge der Gelehrtengesellschaften nach Akademie-Modell, wie sie vom 17. bis in das 20. Jahrhundert hinein vielfach gegründet wurden. Die SFG besitzt einen siebenköpfigen Vorstand, dem kraft Amtes der jeweilige Präsident des schwäbischen Bezirkstages sowie der Inhaber des landesgeschichtlichen Lehrstuhls an der Universität Augsburg angehören.
Die Tätigkeit der SFG erfährt regelmäßige finanzielle Förderung durch den Bezirk Schwaben. Ihr Vorsitzender ist zugleich der Leiter der Schwäbischen Forschungsstelle Augsburg. Die KBLG als Teil der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ist die Dienstherrin der wissenschaftlichen Angestellten, die sich in der gemeinsamen Geschäftsstelle von SFG und SFA den Kommissionsprojekten widmet, so der Mitarbeit am Teil Schwaben des HAB und an der Weiterführung des Historischen Atlas von Bayerisch-Schwaben als einem regionalen Spezifikum.
Literatur
- Pankraz Fried (Hg.), 50 Jahre Schwäbische Forschungsgemeinschaft (Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte 1/26), Augsburg 1999.
- Gerhard Hetzer (Hg.), Gestern - Heute - Morgen. Die Schwäbische Forschungsgemeinschaft und ihre Arbeit, Augsburg 2019.
- Rolf Kießling, Die Schwäbische Forschungsgemeinschaft stellt sich vor, in: Rieser Kulturtage, Dokumentation XVIII (2008), 243-258.
- Edward Nübling, Zwanzig Jahre Schwäbische Forschungsgemeinschaft, in: Schwäbische Blätter für Heimatpflege und Volksbildung 21 (1970), 1-37.
Weiterführende Recherche
Externe Links
Empfohlene Zitierweise
Gerhard Hetzer, Schwäbische Forschungsgemeinschaft, publiziert am 02.07.2026; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Schwäbische Forschungsgemeinschaft> (5.07.2026)