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Aus Historisches Lexikon Bayerns

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== [[Universität Altdorf (1580/1622-1809)]] ==
== [[Abendzeitung]] ==
[[Datei:Auditorium Welserianum.jpg|left|250x250px|link=Universität Altdorf (1580/1622-1809)|Das Auditorium Welserianum im Collegio zu Altdorf, Kupferstich um 1920. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-036622)]]
[[Datei:Apr 26 Abendzeitung.jpg|left|250x250px|link=Abendzeitung|Logo der Abenzeitung. (Gemeinfrei via [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Abendzeitung-Munich-Logo.svg?uselang=de Wikimedia Commons])]]
[[Autor:Schnabel,_Werner_Wilhelm|Werner Wilhelm Schnabel]] <br> In Altdorf befand sich ab 1580 die Akademie der Reichsstadt Nürnberg, die 1622 zur Semiuniversität (ohne Promotionsrecht in der theologischen Fakultät) aufgewertet wurde und 1696 endgültig den Rang einer Volluniversität erwarb. Sie war neben Straßburg die einzige reichsstädtische Universität und hatte als evangelische Hochschule zeitweilig einen weit ausgreifenden Einzugsbereich für protestantische Studenten vor allem aus dem Südosten Mitteleuropas, denen Hochschulen ihrer konfessionellen Ausrichtung im näheren Umfeld nicht zur Verfügung standen. Der Niedergang begann allerdings schon während des Dreißigjährigen Krieges. Trotz namhafter und innovativer Wissenschaftler verlor sie im 18. Jahrhundert nicht zuletzt durch die Neugründung im brandenburg-bayreuthischen Erlangen (1743) weiter an Bedeutung und wurde 1809 vom neuen bayerischen Landesherrn aufgelöst. [[Universität Altdorf (1580/1622-1809)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Hoser,_Paul|Paul Hoser]] <br>  
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Die Münchner Abendzeitung (AZ) erscheint seit 1948 täglich. Ihr Gründer, der Zeitungspionier Werner Friedmann (1909-1969), hatte die Idee zu einer modernen Boulevardzeitung. Sie sollte keine rein auf Sensationsjournalismus aufgebaute Zeitung sein, sondern intelligent gemacht sein und eine seriöse Berichterstattung aufweisen. Ein Merkmal war daher der im Vergleich zu anderen Boulevardmedien sehr umfangreiche Feuilleton. Versuche, über die Region München hinaus zu expandieren, waren seit den 1960er Jahren nicht von großem Erfolg gekrönt. [[Abendzeitung|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Münchener Abkommen, 1938]] ==
[[Datei:Gruppe Muenchner Konferenz 1938.jpg|left|250x250px|link=Münchener Abkommen, 1938|Gruppenbild mit Neville Chamberlain (1869-1940, Premierminister des Vereinigten Königsreichs 1937-1940), Benito Mussolini (1883-1945, Ministerpräsident von Italien 1922-1943) und Adolf Hitler (1889-1945, nationalsozialistischer Diktator Deutschlands 1933-1945) im Fokus. Chamberlains und Hitlers Körpersprache spiegeln sich, während Chamberlains Worte durch den Chefdolmetscher des Auswärtigen Amtes Paul Schmidt (1899-1970) übersetzt werden. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-20614)]][[Autor:Studt,_Christoph|Christoph Studt]] <br>
Das Münchener Abkommen vom 30. September 1938 legte die Abtretung des zur Tschechoslowakei (ČSR) gehörigen Sudetenlands an das Deutsche Reich fest. Der Vertrag wurde ohne Beteiligung der ČSR zwischen dem Deutschen Reich, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien geschlossen. Der NS-Staat unter Adolf Hitler (1889-1945) befand sich nach dem "Anschluss" Österreichs im März 1938 in einer überaus starken Position und drohte damit, die mehrheitlich von Deutschen bewohnten Gebiete der ČSR zu annektieren. Um einen Krieg zu vermeiden und Hitler zu besänftigen, stimmten die britische und die französische Regierung im Rahmen einer "Appeasement-Politik" einer Übertragung und Besetzung des Sudetengebiets zu. Der ČSR blieb keine Wahl, als dies hinzunehmen. Das Land verlor damit ein Viertel seiner Bevölkerung und ein Fünftel seiner Fläche. Bereits ein halbes Jahr später wurde die restliche Tschechoslowakei durch das Deutsche Reich militärisch zerschlagen, ein von Deutschland abhängiger slowakischer Staat und das Protektorat Böhmen und Mähren errichtet. Das Münchener Abkommen ist zu einem Symbol für eine nachgiebige Politik gegenüber einem militärisch aggressiv handelnden, diktatorisch regierten Staat geworden. [[Münchener Abkommen, 1938|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =


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== [[Steuer, Herzogtum Bayern (Spätmittelalter)]] ==
== [[Augustiner-Bräu (München)]] ==
[[Datei:Scheyerer Matutinalbuch BSB Hss Clm 17401 ausschnitt.jpg||left|250x250px|link=Steuer, Herzogtum Bayern (Spätmittelalter)]]
[[Datei:Augustiner Neuhauser Straße 1829.jpg|left|250x250px|link=Augustiner-Bräu (München)|Das Stammhaus des Augustiner-Bräu im Jahr 1829, aus: Sailer, Josef Benno, Die Geschichte des Augustiner-Klosters und der Augustiner-Brauerei zu München, München 1929, 11. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Bavar. 3252 s)]]  
[[Autor:Esch,_Claudia|Claudia Esch]]<br>
[[Autor:Wagner,_Markus|Markus Wagner]] <br> Die Augustiner-Bräu Wagner KG gilt als älteste noch bestehende Brauerei Münchens. Als Gründungsdatum gilt das Jahr 1328. Die Brauerei befand sich im Münchner Augustiner-Kloster. Mit der Säkularisation 1803 endete die klösterliche Brautradition, wurde unter den neuen Eigentümern jedoch weitergeführt. 1829 wurde die Brauerei von den Eheleuten Maria Theresia (1797–1858) und Anton Wagner (1791–1845) übernommen. Die Brauerei ist seit 1996 mehrheitlich im Eigentum der gemeinnützigen Edith-Haberland-Wagner-Stiftung. Dieser Umstand schützte die Brauerei bislang davor, trotz des im Vergleich zu den anderen Münchner Großbrauereien geringen Bierausstoßes, von größeren Konkurrenten übernommen zu werden. [[Augustiner-Bräu (München)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Die ersten Nachweise für Steuern in Bayern stammen aus dem 13. Jahrhundert. Anfang des 14. Jahrhunderts lassen sich die Modalitäten der Steuererhebung in der "Schneitbacher Urkunde" (1302) und der "Ottonischen Handveste" (1311) erstmals genauer fassen. Beide Urkunden sind zentrale Dokumente für die Etablierung der Landsteuern und die Entstehung der bayerischen Landstände. Seit dieser Zeit war es eine ihrer Kernkompetenzen, Steuern zu bewilligen und auch zu verwalten. Bei den Landsteuern handelte es sich im Wesentlichen um persönliche, auf das Vermögen bezogene Abgaben. Einkommens- und vermögenslose Personen wurden in der Regel nicht besteuert. Adel und Geistlichkeit waren in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ebenfalls befreit. Das Steuerbewilligungsrecht der Landstände galt auch im 16. Jahrhundert weiter, wurde aber vom bayerischen Herzog zunehmend angegriffen. Adel und Geistlichkeit mussten in Form der sog. Standsteuer nun wieder Steuern entrichten. In der Frühen Neuzeit entwickelten sich die Steuern schließlich zu regelmäßigen Abgaben, die in immer kürzeren Abständen erhoben wurden. Das Steuerbewilligungsrecht, das zumindest formal bis 1808 Bestand hatte, bildete sich zunehmend zu einer Bewilligungspflicht aus. [[Steuer, Herzogtum Bayern (Spätmittelalter)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Tiroler Aufstand (1809)]] ==
== [[Internierungslager]] ==
[[Datei:Heß Treffen bei Woergl.jpg|left|250x250px|link=Tiroler Aufstand (1809)|Gemälde "Treffen bei Wörgl" von Peter von Hess (1792-1871). (© Bayerische Schlösserverwaltung)]]  
[[Datei:Baracken Internierungslager Regensburg 6539-73.jpg||left|250x250px|link=Internierungslager]]
[[Autor:Mazohl,_Brigitte|Brigitte Mazohl]] <br> Der Tiroler Aufstand von 1809, bei dem „Insurgenten“ mehrfach zu den Waffen griffen, um sich gegen eine vertraglich legitimierte, aber als nicht legitim empfundene Herrschaft zur Wehr zu setzen, war ein militärischer Nebenschauplatz des fünften Koalitionskrieges zwischen Österreich und Frankreich. Die Reformen der bayerischen Verwaltung und die Planungen der österreichischen Regierung für einen erneuten Waffengang gegen Napoleon (1769-1821, franz. Kaiser 1804-1814), die die Tiroler Milizen einbezog, führten zum Aufstand. Zwischen April und November 1809 kam es zu mehreren Schlachten zwischen der Tiroler Miliz und den Verbänden der österreichischen Armee gegen die bayerischen und französischen in Tirol stationierten Truppen. Mehrmals mussten Bayern und Franzosen aus Tirol abziehen. Zeitweise konnte unter dem Führer der Aufständischen Andreas Hofer (1767-1810) eine eigene Regierung Tirols etabliert werden, bevor die französischen Truppen das Land zurückerobern konnten. [[Tiroler Aufstand (1809)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Schulte,_Kerstin|Kerstin Schulte]]<br>
Von 1945 bis 1949 bestehende Einrichtungen, in denen nationalsozialistische Funktionsträger zum Zwecke der Entnazifizierung der deutschen Gesellschaft inhaftiert wurden. In Bayern waren bis 1947 über 90.000 Personen interniert, vor allem ehemalige SS-Angehörige. Im April 1946 übertrug die US-Besatzungsmacht die Verantwortung über die Internierungslager an die Bayerische Staatsregierung. Mit der Lockerung der Entnazifizierungspolitik 1947 nahm die Zahl der Internierten schnell ab. Bis 1949 wurden die Internierungslager schrittweise aufgehoben. [[Internierungslager|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Kammer der Reichsräte]] ==
== [[Kriegerdenkmäler]] ==
[[Datei:Kammer der Reichsraete 1868.jpg|left|250x250px|Kammer der Reichsräte des Bayerischen Landtags, um 1868. ([https://stadtarchiv.muenchen.de/scopeQuery/detail.aspx?ID=780630 Stadtarchiv München, CHRON028], lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de CC BY-ND 4.0])]] [[Autor:Löffler,_Bernhard|Bernhard Löffler]]
[[Datei:Bad Brueckenau Alter Rathausplatz.jpg|left|250x250px|link=Kriegerdenkmäler|Bad Brückenau, Kriegerdenkmal 1870-71 von Valentin Weidner, mit nachträglich angefügten Seitentafeln. ( Fotografie von Tilman2007, lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de CC-BY-SA 3.0] via [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bad_Br%C3%BCckenau,_Alter_Rathausplatz,_001.jpg Wikimedia Commons])]]
Als Kammer der Reichsräte bezeichnete man die Erste Kammer im Zweikammersystem der konstitutionellen Monarchie in Bayern. Sie wurde mit der Verfassung vom 26. Mai 1818 ins Leben gerufen und verschwand, wie die monarchische Staatsform, mit der Revolution vom 7. November 1918. Zum neuen republikanischen Freistaat passte das weitgehend aristokratisch zusammengesetzte und manche restfeudale Standesprivilegien bewahrende Oberhaus nicht mehr. Von 1818 bis 1918 aber hat die Kammer der Reichsräte zusammen mit der gewählten Kammer der Abgeordneten und mit dieser rechtlich gleichgestellt die parlamentarische Legislative gebildet und dabei ihren eigenen Beitrag zum politischen Funktionieren des konstitutionellen Staates geleistet. [[Kammer der Reichsräte|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Weigand,_Katharina|Katharina Weigand]]<br>
Kriegerdenkmäler stellen eine Sonderform der Denkmäler dar, weil sie nicht an die Soldaten selbst, sondern nur an den gewaltsamen Tod von Soldaten erinnern. Kriegerdenkmäler sollen außerdem meist dazu beitragen, im Nachhinein den jeweiligen Krieg zu rechtfertigen. In den 1830er Jahren wurden derartige Denkmäler in Bayern zum ersten Mal errichtet, zur Erinnerung an die bayerischen Gefallenen der Napoleonischen Kriege sowie der Befreiungskriege. Deutlich mehr Kriegerdenkmäler entstanden nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Bezüglich der Denkmäler für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges vollzog sich – je länger der Krieg zurücklag – ein Wandel in Intention und gewählter Form, von der Trauer hin zur Heroisierung.[[Kriegerdenkmäler|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Frühe Kirchen im Nordgau]] ==
== [[Olympische Sommerspiele, München 1972]] ==
[[Datei:Abb.4 Penk Turm Hensch.jpg|left|250x250px|link=Frühe Kirchen im Nordgau|Penk (Lkr. Regensburg), St. Leonhard; der vorromanische Saalbau der Zeit um 900 von Süden; Turmanbau 15. Jahrhundert. (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regensburg, Rudolf Röhrl, bearb. Mathias Hensch)]]
[[Datei:Olympische Spiele 1972 1.jpg|left|250x250px|link=Olympische Sommerspiele, München 1972|Blick auf das Olympiastadion vom Olympiaberg während der Spiele 1972 . Foto von Joachim Kankel (1921-1984). (Bayerische Staatsbiblipthek, Bildarchiv kank-000270)]]
[[Autor:Hensch,_Mathias|Mathias Hensch]]<br>
[[Autor:Kramer,_Ferdinand|Ferdinand Kramer]] <br> Die Olympischen Spiele von München 1972 (26. August bis 11. September 1972) führten 7.147 Sportlerinnen und Sportler sowie zahlreiche Sportfunktionäre, Vertreter von Medien, Politik und Zuschauer der Wettbewerbe aus aller Welt in der bayerischen Landeshauptstadt zusammen. Die Vorbereitungen hatten 1965 mit der dann 1966 erfolgreichen Bewerbung begonnen. In sechs Jahren wurden neue Sportstätten in München errichtet und die Infrastruktur der Stadt ausgebaut. Die Spiele avancierten zu einem Symbol für einen weitreichenden Transformations- und Modernisierungsprozess und die neue internationale Positionierung Münchens und Bayerns sowie der Bundesrepublik Deutschland. Nach gelungenem Auftakt brachen in die Atmosphäre der "heiteren Spiele" palästinensische Terroristen ein, die elf israelische Sportler und einen bayerischen Polizisten ermordeten. Die Tragik der Olympischen Spiele von München hat diese im globalen Gedächtnis stark verankert. [[Olympische Sommerspiele, München 1972|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Archäologische Forschungen im Gebiet des mittelalterlichen Nordgaus nördlich von Regensburg erbrachten eine ungewöhnlich große Zahl von frühmittelalterlichen Kirchennachweisen. Sie belegen zusammen mit Gräbern einerseits die Verbreitung von Christentum und Seelsorge bereits um 700 in einer Region, in der es keine spätantik-christliche Tradition gab. Andererseits sind sie aufgrund ihres mehrfachen Konnexes mit frühen Burgen, Königs- und Herrenhöfen indirekte Zeugnisse des herrschaftlichen Zugriffs auf einen Raum, der wegen seiner überregionalen Verkehrsverbindungen und seiner Bodenschätze von großem strategischem und ökonomischem Interesse war, für den jedoch kaum schriftliche Quellen vorhanden sind. Während des frühen Mittelalters war das Gebiet nördlich und nordwestlich von Regensburg siedlungs- und herrschaftsgeschichtlich ein heterogener Raum. So verlief auch der Prozess der Christianisierung und der kirchlichen Strukturierung hier anders als in weiten Teilen Altbayerns und Mainfrankens.   [[Frühe Kirchen im Nordgau|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bayerisches Pilgerbüro]] ==
== [[Einführung des Gregorianischen Kalenders in Bayern]] ==
[[Datei:Pilgerreise Rom Neuhaeusler.jpg|left|250x250px|link=Bayerisches Pilgerbüro|Weihbischof Johannes Neuhäusler auf der Treppe in Assisi während eines Aufenthalts im Rahmen einer Pilgerreise nach Rom, den Weg weisend. (Archiv des Erzbistums München und Freising, EA004/2, 629)]]  
[[Datei:BayHStA Kurbayern Mandatenslg 1582.jpg|left|250x250px|link=Einführung des Gregorianischen Kalenders in Bayern|Ignaz von Döllinger (1799-1890) war ein bedeutender Vertreter des Frühultramontanismus, verlor aber als Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas seinen Einfluss. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-017105)]]
[[Autor:Pfister,_Peter|Peter Pfister]]<br>Dank des technischen Fortschritts, der vielen Menschen das Reisen erleichterte, waren seit der Wende zum 20. Jahrhundert Pilgerfahrten zu den heiligen Stätten des Christentums in Bayern sehr beliebt. Anlässlich des Heiligen Jahres 1925 beschloss deshalb die Freisinger Bischofskonferenz die Gründung eines Bayerischen Landeskomitees zur Organisation von Pilgerzügen zu den Feierlichkeiten in Rom. In den folgenden Jahren führte dieses unter der Leitung von Monsignore Johannes Baptist Neuhäusler (1888–1973, seit 1923 Präsident des Ludwig-Missionsvereins) erfolgreich auch Reisen für bayerische Katholiken zu anderen Zielen durch und wurde 1929 als eingetragener Verein „Bayerisches Landeskomitee für Pilgerfahrten" mit Sitz in München verstetigt. Trotz zahlreicher staatlicher Hemmnisse für Pilgerreisen konnte das Landeskomitee seine Arbeit auch unter der nationalsozialistischen Herrschaft bis zum Zweiten Weltkrieg fortführen. Beim Neuanfang nach dem Krieg konnte man zunächst ab 1947 nur Wallfahrten zu Zielen im oberbayerischen Raum anbieten, ab 1949 fanden wieder Reisen zu Pilgerstätten im Ausland statt. [[Bayerisches Pilgerbüro|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Wolf,_Susanne|Susanne Wolf]]<br>
Um die im Laufe der Jahrhunderte entstandenen Abweichungen bei der Datierung des Ostertermins auszugleichen, beschloss Papst Gregor XIII. (reg. 1572–1585) einen neuen Kalender. Die Einführung dieses Gregorianischen Kalenders in der gesamten Christenheit sollte eigentlich im Jahr 1582 erfolgen. Während im Römisch-Deutschen Reich die protestantischen Reichsstände, aber auch der Kaiser, die Umsetzung der päpstlichen Kalenderreform zu diesem Zeitpunkt ablehnten, war der bayerische Herzog Wilhelm V. (reg. 1579–1598) gemeinsam mit den Bischöfen um eine fristgerechte Einführung in seinem Land bemüht. Nachdem eine bereits verfügte Einführung im Oktober 1582 zunächst noch zurückgezogen wurde, erfolgte im Februar des darauffolgenden Jahres die Kalenderumstellung in Bayern als einem der ersten Territorien im Reich. [[Einführung des Gregorianischen Kalenders in Bayern|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Zwölf Artikel]] ==
== [[Abrogans (althochdeutsch) und Samanunga worto]] ==
[[Datei:12-Artikel-von-Memmingen 01.jpg|left|250x250px|link=Zwölf Artikel]]
[[Datei:Cod. Sang. 911 p.4 A.jpg|left|250x250px|link=Abrogans (althochdeutsch) und Samanunga worto|Abrogans K, Südwestdeutschland, Ende 8. Jahrhundert. Seite aus dem "älteste(n) erhaltene(n) Buch in deutscher Sprache" mit althochdeutschen Übersetzungen als Kontextglossen (St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 911; p. 4)]]  
[[Autor:von Mayenburg,_David|David von Mayenburg]]<br> Die Zwölf Artikel der Allgäuer Bauern (Originaltitel: Dye Grundtlichen Vnd rechten haupt Artickel, aller Baurschafft vnnd Hyndersessen der Gaistlichen vn Weltlichen oberkayten, von wölchen sy sich beschwert vermainen) entstanden Anfang März 1525 im Kontext des Deutschen Bauernkriegs. Der Beschwerdekatalog wurde anonym als Flugschrift verbreitet. Er gilt als wichtigstes Manifest der Untertanen im Bauernkrieg. [[Zwölf Artikel|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Haubrichs,_Wolfgang|Wolfgang Haubrichs]]<br>Das nach seinem ersten Wort ‚Abrogans‘ benannte, zunächst lateinisch-lateinische frühmittelalterliche Synonymen-Wörterbuch wurde ab dem späteren 8. Jahrhundert ins Althochdeutsche übertragen. Es gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen des entstehenden volkssprachig/deutschen Sprachbewusstseins und systematischer Sprachreflexion, deren erstes Ziel wohl die Erschließung der Bibelsprache war. Entgegen älteren Annahmen lag die Initiative zur althochdeutschen Übersetzung eher im alemannischen Raum, allerdings belegen Verbreitung, Formenvielfalt und Zahl der überlieferten und erschlossenen Handschriften ein großes Interesse an den Wörterbüchern im ganzen Süden des späteren deutschen Sprachraums. Das gilt besonders auch für Regensburg im späten 8./frühen 9. Jahrhundert, wo wahrscheinlich unter Bischof Adalwin (792-816) die gekürzte und modernisierte Fassung der ‚Samanunga worto‘ (Sammlung der Wörter) entstand. [[Abrogans (althochdeutsch) und Samanunga worto|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Kabinett Schäffer, 1945]] ==
== [[Bestattungsrituale (Frühmittelalter/archäologisch)]] ==
[[Datei:Kabinett Schäffer 1945 BayHStA 429.jpg|left|250x250px|link=Kabinett Schäffer, 1945]]
[[Datei:Inningen Grab 7. Jahrhundert.jpg|left|250x250px|link=Bestattungsrituale (Frühmittelalter/archäologisch)|Inningen, Stadt Augsburg, Grab 8. Bestattung von vier bewaffneten Männern, die im 7. Jahrhundert gleichzeitig und wohl gemeinsam starben. Ihre demonstrative Haltung verweist auf die Aufbahrung. (Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Stadtarchäologie Dokumentationsarchiv)]]  
[[Autor:Wegmaier,_Alexander|Alexander Wegmaier]]<br>
[[Autor:Brather,_Sebastian|Sebastian Brather]]<br>Die Verabschiedung der Toten war zu allen Zeiten mit Ritualen verbunden, die unterschiedliche materielle Spuren hinterließen. Sie erlauben der Archäologie die Rekonstruktion von Teilen der komplexen Abläufe bei der Bestattung. Besonders bei frühmittelalterlichen Körpergräbern, sogenannten Reihengräbern, wie sie zahlreich in Bayern zu finden sind, spiegeln ab der Mitte des 6. Jahrhunderts Anlage und Ausstattung die ritualisierten Handlungen von der Aufbahrung über Leichenprozession und Beisetzungsfeier bis zur Grablegung wider. Sie dienten der angemessenen Verabschiedung eines verstorbenen Familienmitglieds bzw. Angehörigen der Lokalgesellschaft, wobei vor allem die Vorstellungen der Hinterbliebenen ihren Ausdruck fanden, die den sozialen Status des oder der Verstorbenen reflektierten. Entgegen älteren Vorstellungen war die Grabausstattung religiös indifferent - auch christliche Gräber erhielten Ausstattungen. [[Bestattungsrituale (Frühmittelalter/archäologisch)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Die US-Besatzungsmacht setzte am 28. Mai 1945 Fritz Schäffer (1888-1967) als 'Temporary Minister-Präsident for Bavaria' ein. Von einer Regierung im eigentlichen Sinn kann beim Kabinett Schäffer nicht gesprochen werden: Es war vollständig den Weisungen der Militärregierung unterworfen, hatte angesichts des umfassenden Mangels nach Kriegsende nur geringe Spielräume und sollte vor allem die Entnazifizierung und den Wiederaufbau der Verwaltung betreiben. Führende US-Offiziere unterstützten zunächst Schäffers Priorisierung einer funktionierenden Verwaltung. Nachdem liberale US-Zeitungen einen mangelnden Entnazifizierungswillen und eine einseitig konservative Personalpolitik in Bayern kritisierten, verschärften die USA im Spätsommer ihre Entnazifizierungspolitik. Als Signal entließ US-Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower (1890–1969) am 28. September 1945 sowohl den Militärgouverneur von Bayern George S. Patton (1885-1945), der diesen Kurswechsel offen ablehnte, als auch Ministerpräsident Schäffer und den Großteil seines Kabinetts. [[Kabinett Schäffer, 1945|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bruckmann Verlag]] ==
== [[Beziehungen zu Preußen (19. Jahrhundert)]] ==
[[Datei:Friedrich Bruckmann.jpg|left|250x250px|link=Bruckmann Verlag|Der Verlagsgründer Friedrich Bruckmann (1814-1898). (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bruckmann Verlagsarchiv 322)]]
[[Datei:Seppl als Protestler.jpg|left|250x250px|link=Beziehungen zu Preußen (19. Jahrhundert)|Der bayerische Seppl protestiert gegen den Marsch Bayerns ins zentralistische, von Preußen geführte Kaiserreich. Postkarte zu den bayerischen Reservatrechten (Haus der Bayerischen Geschichte, bapo-00136)]]
[[Autor:Kühnert,_Jürgen|Jürgen Kühnert]] <br> Der Bruckmann Verlag wurde 1861 von Friedrich Bruckmann (1814-1898) gegründet. Seit 1863 in München ansässig, entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Kunstverlage Deutschlands. Mit seinem Buch- und Zeitschriftenprogramm sowie durch die hohe Qualität seiner Bildreproduktionen erlangte er auch internationales Renommee. Friedrichs Sohn Hugo Bruckmann (1863-1941) wandte sich früh der NS-Ideologie zu und gehörte zusammen mit seiner Frau Elsa (1865-1946) zu den frühesten Förderern Adolf Hitlers in dessen Münchner Zeit. [[Bruckmann Verlag|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Hahn,_Hans-Werner|Hans-Werner Hahn]]<br>
Die bayerisch-preußischen Beziehungen im 19. Jahrhundert waren vielfältig. Auf der dynastischen Ebene gab es mehrere Eheverbindungen zwischen dem Haus Wittelsbach und den preußischen Hohenzollern. Auf der politischen Ebene standen sich nach dem Ende des Alten Reiches zunächst zwei souveräne Staaten gegenüber, die zwischen 1815 und 1866 unterschiedliche Positionen über die Entwicklung des Deutschen Bundes vertraten. Während Preußen seit 1848 seine Ansprüche auf eine Führungsrolle in Deutschland untermauerte, war die Politik Bayerns vom Festhalten an der staatlichen Souveränität geprägt. Die Bismarckschen Einigungskriege zwangen das Königreich Bayern 1871 dann in die bundesstaatliche Ordnung des Deutschen Reiches. Mit ihr traten die politischen Beziehungen zwischen Preußen als Hegemonialmacht und Bayern als zweitgrößtem Einzelstaat des Reiches in ein neues, von zahlreichen Spannungen geprägtes Stadium. [[Beziehungen zu Preußen (19. Jahrhundert)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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Aktuelle Version vom 24. April 2026, 09:32 Uhr


Abendzeitung

Logo der Abenzeitung. (Gemeinfrei via Wikimedia Commons)
Logo der Abenzeitung. (Gemeinfrei via Wikimedia Commons)

Paul Hoser
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Die Münchner Abendzeitung (AZ) erscheint seit 1948 täglich. Ihr Gründer, der Zeitungspionier Werner Friedmann (1909-1969), hatte die Idee zu einer modernen Boulevardzeitung. Sie sollte keine rein auf Sensationsjournalismus aufgebaute Zeitung sein, sondern intelligent gemacht sein und eine seriöse Berichterstattung aufweisen. Ein Merkmal war daher der im Vergleich zu anderen Boulevardmedien sehr umfangreiche Feuilleton. Versuche, über die Region München hinaus zu expandieren, waren seit den 1960er Jahren nicht von großem Erfolg gekrönt. Weiterlesen

Neueste Artikel

Steuer, Herzogtum Bayern (Spätmittelalter)

Claudia Esch
Die ersten Nachweise für Steuern in Bayern stammen aus dem 13. Jahrhundert. Anfang des 14. Jahrhunderts lassen sich die Modalitäten der Steuererhebung in der "Schneitbacher Urkunde" (1302) und der "Ottonischen Handveste" (1311) erstmals genauer fassen. Beide Urkunden sind zentrale Dokumente für die Etablierung der Landsteuern und die Entstehung der bayerischen Landstände. Seit dieser Zeit war es eine ihrer Kernkompetenzen, Steuern zu bewilligen und auch zu verwalten. Bei den Landsteuern handelte es sich im Wesentlichen um persönliche, auf das Vermögen bezogene Abgaben. Einkommens- und vermögenslose Personen wurden in der Regel nicht besteuert. Adel und Geistlichkeit waren in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ebenfalls befreit. Das Steuerbewilligungsrecht der Landstände galt auch im 16. Jahrhundert weiter, wurde aber vom bayerischen Herzog zunehmend angegriffen. Adel und Geistlichkeit mussten in Form der sog. Standsteuer nun wieder Steuern entrichten. In der Frühen Neuzeit entwickelten sich die Steuern schließlich zu regelmäßigen Abgaben, die in immer kürzeren Abständen erhoben wurden. Das Steuerbewilligungsrecht, das zumindest formal bis 1808 Bestand hatte, bildete sich zunehmend zu einer Bewilligungspflicht aus. Weiterlesen

Internierungslager

Kerstin Schulte
Von 1945 bis 1949 bestehende Einrichtungen, in denen nationalsozialistische Funktionsträger zum Zwecke der Entnazifizierung der deutschen Gesellschaft inhaftiert wurden. In Bayern waren bis 1947 über 90.000 Personen interniert, vor allem ehemalige SS-Angehörige. Im April 1946 übertrug die US-Besatzungsmacht die Verantwortung über die Internierungslager an die Bayerische Staatsregierung. Mit der Lockerung der Entnazifizierungspolitik 1947 nahm die Zahl der Internierten schnell ab. Bis 1949 wurden die Internierungslager schrittweise aufgehoben. Weiterlesen

Kriegerdenkmäler

Bad Brückenau, Kriegerdenkmal 1870-71 von Valentin Weidner, mit nachträglich angefügten Seitentafeln. ( Fotografie von Tilman2007, lizenziert durch CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)
Bad Brückenau, Kriegerdenkmal 1870-71 von Valentin Weidner, mit nachträglich angefügten Seitentafeln. ( Fotografie von Tilman2007, lizenziert durch CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

Katharina Weigand
Kriegerdenkmäler stellen eine Sonderform der Denkmäler dar, weil sie nicht an die Soldaten selbst, sondern nur an den gewaltsamen Tod von Soldaten erinnern. Kriegerdenkmäler sollen außerdem meist dazu beitragen, im Nachhinein den jeweiligen Krieg zu rechtfertigen. In den 1830er Jahren wurden derartige Denkmäler in Bayern zum ersten Mal errichtet, zur Erinnerung an die bayerischen Gefallenen der Napoleonischen Kriege sowie der Befreiungskriege. Deutlich mehr Kriegerdenkmäler entstanden nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Bezüglich der Denkmäler für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges vollzog sich – je länger der Krieg zurücklag – ein Wandel in Intention und gewählter Form, von der Trauer hin zur Heroisierung.Weiterlesen

Frühe Kirchen im Nordgau

Penk (Lkr. Regensburg), St. Leonhard; der vorromanische Saalbau der Zeit um 900 von Süden; Turmanbau 15. Jahrhundert. (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regensburg, Rudolf Röhrl, bearb. Mathias Hensch)
Penk (Lkr. Regensburg), St. Leonhard; der vorromanische Saalbau der Zeit um 900 von Süden; Turmanbau 15. Jahrhundert. (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regensburg, Rudolf Röhrl, bearb. Mathias Hensch)

Mathias Hensch
Archäologische Forschungen im Gebiet des mittelalterlichen Nordgaus nördlich von Regensburg erbrachten eine ungewöhnlich große Zahl von frühmittelalterlichen Kirchennachweisen. Sie belegen zusammen mit Gräbern einerseits die Verbreitung von Christentum und Seelsorge bereits um 700 in einer Region, in der es keine spätantik-christliche Tradition gab. Andererseits sind sie aufgrund ihres mehrfachen Konnexes mit frühen Burgen, Königs- und Herrenhöfen indirekte Zeugnisse des herrschaftlichen Zugriffs auf einen Raum, der wegen seiner überregionalen Verkehrsverbindungen und seiner Bodenschätze von großem strategischem und ökonomischem Interesse war, für den jedoch kaum schriftliche Quellen vorhanden sind. Während des frühen Mittelalters war das Gebiet nördlich und nordwestlich von Regensburg siedlungs- und herrschaftsgeschichtlich ein heterogener Raum. So verlief auch der Prozess der Christianisierung und der kirchlichen Strukturierung hier anders als in weiten Teilen Altbayerns und Mainfrankens. Weiterlesen

Einführung des Gregorianischen Kalenders in Bayern

Ignaz von Döllinger (1799-1890) war ein bedeutender Vertreter des Frühultramontanismus, verlor aber als Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas seinen Einfluss. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-017105)
Ignaz von Döllinger (1799-1890) war ein bedeutender Vertreter des Frühultramontanismus, verlor aber als Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas seinen Einfluss. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-017105)

Susanne Wolf
Um die im Laufe der Jahrhunderte entstandenen Abweichungen bei der Datierung des Ostertermins auszugleichen, beschloss Papst Gregor XIII. (reg. 1572–1585) einen neuen Kalender. Die Einführung dieses Gregorianischen Kalenders in der gesamten Christenheit sollte eigentlich im Jahr 1582 erfolgen. Während im Römisch-Deutschen Reich die protestantischen Reichsstände, aber auch der Kaiser, die Umsetzung der päpstlichen Kalenderreform zu diesem Zeitpunkt ablehnten, war der bayerische Herzog Wilhelm V. (reg. 1579–1598) gemeinsam mit den Bischöfen um eine fristgerechte Einführung in seinem Land bemüht. Nachdem eine bereits verfügte Einführung im Oktober 1582 zunächst noch zurückgezogen wurde, erfolgte im Februar des darauffolgenden Jahres die Kalenderumstellung in Bayern als einem der ersten Territorien im Reich. Weiterlesen

Zwölf Artikel

David von Mayenburg
Die Zwölf Artikel der Allgäuer Bauern (Originaltitel: Dye Grundtlichen Vnd rechten haupt Artickel, aller Baurschafft vnnd Hyndersessen der Gaistlichen vn Weltlichen oberkayten, von wölchen sy sich beschwert vermainen) entstanden Anfang März 1525 im Kontext des Deutschen Bauernkriegs. Der Beschwerdekatalog wurde anonym als Flugschrift verbreitet. Er gilt als wichtigstes Manifest der Untertanen im Bauernkrieg. Weiterlesen

Kabinett Schäffer, 1945

Alexander Wegmaier
Die US-Besatzungsmacht setzte am 28. Mai 1945 Fritz Schäffer (1888-1967) als 'Temporary Minister-Präsident for Bavaria' ein. Von einer Regierung im eigentlichen Sinn kann beim Kabinett Schäffer nicht gesprochen werden: Es war vollständig den Weisungen der Militärregierung unterworfen, hatte angesichts des umfassenden Mangels nach Kriegsende nur geringe Spielräume und sollte vor allem die Entnazifizierung und den Wiederaufbau der Verwaltung betreiben. Führende US-Offiziere unterstützten zunächst Schäffers Priorisierung einer funktionierenden Verwaltung. Nachdem liberale US-Zeitungen einen mangelnden Entnazifizierungswillen und eine einseitig konservative Personalpolitik in Bayern kritisierten, verschärften die USA im Spätsommer ihre Entnazifizierungspolitik. Als Signal entließ US-Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower (1890–1969) am 28. September 1945 sowohl den Militärgouverneur von Bayern George S. Patton (1885-1945), der diesen Kurswechsel offen ablehnte, als auch Ministerpräsident Schäffer und den Großteil seines Kabinetts. Weiterlesen

Beziehungen zu Preußen (19. Jahrhundert)

Der bayerische Seppl protestiert gegen den Marsch Bayerns ins zentralistische, von Preußen geführte Kaiserreich. Postkarte zu den bayerischen Reservatrechten (Haus der Bayerischen Geschichte, bapo-00136)
Der bayerische Seppl protestiert gegen den Marsch Bayerns ins zentralistische, von Preußen geführte Kaiserreich. Postkarte zu den bayerischen Reservatrechten (Haus der Bayerischen Geschichte, bapo-00136)

Hans-Werner Hahn
Die bayerisch-preußischen Beziehungen im 19. Jahrhundert waren vielfältig. Auf der dynastischen Ebene gab es mehrere Eheverbindungen zwischen dem Haus Wittelsbach und den preußischen Hohenzollern. Auf der politischen Ebene standen sich nach dem Ende des Alten Reiches zunächst zwei souveräne Staaten gegenüber, die zwischen 1815 und 1866 unterschiedliche Positionen über die Entwicklung des Deutschen Bundes vertraten. Während Preußen seit 1848 seine Ansprüche auf eine Führungsrolle in Deutschland untermauerte, war die Politik Bayerns vom Festhalten an der staatlichen Souveränität geprägt. Die Bismarckschen Einigungskriege zwangen das Königreich Bayern 1871 dann in die bundesstaatliche Ordnung des Deutschen Reiches. Mit ihr traten die politischen Beziehungen zwischen Preußen als Hegemonialmacht und Bayern als zweitgrößtem Einzelstaat des Reiches in ein neues, von zahlreichen Spannungen geprägtes Stadium. Weiterlesen