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    Vita des Hl. Rupert

    Der Beginn der "Communis legenda sancti Rodberti episcopi" im sogenannten Windberger Legendar, der von 1141 bis 1191 im Kloster Windberg bei Passau zusammengestellt wurde. (Bayerische Staatsbibliothek Clm 22240 fol. 206v)
    Peter Fraundorfer

    Die Lebensbeschreibung des Hl. Rupert von Salzburg (gest. nach 716), im 8. Jahrhundert entstanden und ab dem 9. Jahrhundert überliefert, stellt eine der Hauptquellen für die um 700 in enger Verbindung mit den bayerischen Herzögen Theodo (gest. nach 716) und Theodebert (gest. nach 716) erfolgte Neubegründung der Salzburger Kirche dar. Mit Hinweisen zur herzoglichen Politik, aber auch zu Bevölkerungsverhältnissen und Raumorganisation trägt sie wesentlich zum Bild des agilolfingischen Herzogtums des frühen 8. Jahrhunderts bei. Verschiedene Redaktionen der Vita bis ins 15. Jahrhundert stilisierten den Hl. Rupert nach den Bedürfnissen der Zeit vom Bistumspatron des Frühmittelalters zur Identifikationsfigur der hochmittelalterlichen Kanonikerreform bis zum Slawenmissionar und Nothelfer gegen die Türkengefahr am Ende des Mittelalters. Weiterlesen

    Münchner Lach- und Schießgesellschaft

    Reportage Münchner Lach- und Schießgesellschaft bzw. 13. Programm „Die Pharisäer proben den Notstand“, Mai 1966 (v.l.n.r.): Hans-Jürgen Diedrich (1923–2012), Dieter Hildebrandt (1927–2013), Ursula Noack (1918–1988), Klaus Havenstein (1922–1998), Jürgen Scheller (1922–1996). Foto von Georg Fruhstorfer (1915-2003). (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv fruh-03902)

    Judith Kemp
    Die 1956 gegründete „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ zählt zu den bekanntesten deutschen Kabarettensembles. Unter der Leitung des Sportreporters und Regisseurs Sammy Drechsel (1925–1986) avancierte die Gruppe aus Ursula Noack (1918–1988), Hans Jürgen Diedrich (1923–2012), Klaus Havenstein (1922–1998), Dieter Hildebrandt (1927–2013) und dem später dazu gestoßenen Jürgen Scheller (1922–1996) zum für viele Jahre deutschlandweit führenden Kabarett, das v. a. das bundesdeutsche Zeitgeschehen mit satirischer Schärfe und komödiantischer Spielfreude sezierte und kommentierte und unzähligen Kabarettisten im deutschsprachigen Raum als Inspiration und Vorbild diente. Weiterlesen

    Tassilos Szepter

    Thronender König Saul in seinem Palast auf der Sella regia mit karolingischem Schwert und Szepter, das von einem karolingischen Soldatenkopf auf Globus bekrönt ist. Illustration zu Psalm 151 auf fol. 91v des Utrechter Psalters (Reims, 820–830). (Universitätsbibliothek Utrecht, Hs. 32, fol. 91v.)
    Egon Wamers

    Herzog Tassilo III. (reg. 748-788) besaß ein Szepter, das er 787 bei seiner Unterwerfung unter Karl den Großen (reg. 768-814, ab 800 Kaiser) diesem zusammen mit dem Land übergeben musste. Der überlieferte Vorgang zeigt die große Bedeutung dieses Szepters als Herrschaftssymbol der bairischen Herzöge, ohne dass dessen Hintergrund geklärt wäre. Derartige Szepter standen als Amtsinsignien in antiker Tradition und fanden im Mittelalter als hochrangige Würde- und Herrschaftszeichen weitere Verwendung. Allerdings ist von keinem anderen Herzog des frühmittelalterlichen Frankenreichs der Besitz eines Szepters bekannt, was eine Sonderstellung der bairischen Herzöge unterstreicht. Weiterlesen

    Bücherverbrennungen (1933)

    Bücherverbrennung auf dem Münchner Königsplatz am 10. Mai 1933. (Abb. aus: Völkischer Beobachter, Süddeutsche Ausgabe. München 12.5.1933, Beiblatt)

    Jürgen Kühnert
    Der Begriff Bücherverbrennungen bezeichnet eine Reihe von Aktionen, bei denen kurz nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im gesamten Deutschen Reich unerwünschte Bücher und Schriften öffentlich verbrannt wurden. Die Bücherverbrennungen waren als symbolischer Vernichtungsakt zu verstehen und richteten sich gegen jegliche Literatur, die dem NS-Weltbild widersprach. Die wichtigsten Initiatoren waren die Hitlerjugend (HJ) und die Deutsche Studentenschaft (DSt). In Bayern lassen sich bisher 20 Bücherverbrennungen nachweisen. Die meisten standen im Zusammenhang mit einer Aktion zum "Tag der Jugend" am 7. Mai 1933. Die größte Bücherverbrennung in Bayern fand am 10. Mai 1933 in München statt, im Rahmen der studentischen "Aktion wider den undeutschen Geist". Weiterlesen

    Frankenführer

    Ankündigung einer Kundgebung des "Frankenführers" in Rothenburg o.T. am 25. März 1936. Anzeige in: Fränkischer Anzeiger Nr. 21 (24.3.1936), 1. (Bayerische Staatsbibliothek, 2 Eph.pol. 0 bt-70/71,1-6)

    Matthias Klaus Braun
    Seit Mitte der 1920er Jahre etablierte sich der Beiname "Frankenführer" als inoffizieller Titel für Julius Streicher. Der Begriff war allein an dessen Person gebunden. Die Bezeichnung rührte aus der vor 1933 eingenommenen Position Streichers innerhalb der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) her. Danach blieb sie bis 1945 zwar gebräuchlich, verschleierte aber die tatsächliche Reduzierung von Streichers Einflussgebiet auf Mittelfranken. Unter den führenden Nationalsozialisten war der Beiname "Frankenführer" eine Ausnahme neben der Titulatur Adolf Hitlers als "Führer". Weiterlesen

    Gnotschaften

    Die Gnotschaft Ramsau, Lithographie von Gustav Kraus, ca. 1830. (Stadtarchiv Bad Reichenhall)
    Johannes Lang

    Als Gnotschaften wurden in der Fürstpropstei Berchtesgaden seit dem 15. Jahrhundert die gemeinschaftlichen Zusammenschlüsse von Einzelgehöften zu größeren Siedlungseinheiten bezeichnet. Neben der Organisation gemeindlicher Aufgaben und Pflichten bildete die Gnotschaft für die Bauern eine Interessensvertretung und für die Landesherrschaft eine administrative Ebene. Unterteilt in Gnotschaftsbezirke, die ihrerseits durch so genannte Gnotschafter repräsentiert wurden, gelang eine gewisse Beteiligung an hoheitlichen Agenden. Auch die Landschaft setzte sich aus Vertretern der Gnotschaften zusammen. Weiterlesen

    Berchtesgaden, Fürstpropstei: Territorium und Verwaltung

    CKartenausschnitt mit dem Territorium der Fürstpropstei Berchtesgaden in der Karte von Johann Baptist Homann (1664-1724) über das Erzstift Salzburg. Johann Baptist Homann, S[acri] R[omani] I[mperii] Principatus et Archiepiscopatus Salisburgensis: cum Subjectis, Insertis, ac Finitimis Regionibus, Nürnberg c. 1715. (Bayerische Staatsbibliothek, 2 Mapp. 8-3,1#54)
    Johannes Lang

    Als Augustiner-Chorherrenstift 1101/02 gegründet, gelang es der Propstei Berchtesgaden im Laufe des 12. und 13. Jahrhunderts, eine eigene Landeshoheit zu etablieren. Voraussetzungen dafür waren ein arrondierter Grundbesitz, ausreichende wirtschaftliche Grundlagen sowie hoheitliche Privilegien. Sowohl das naturräumlich abgeschlossene Gebiet als auch das einträgliche Salzwesen trugen dazu bei, dass das kleine Fürstentum seine Reichsunmittelbarkeit bis zur Säkularisation 1803 behaupten konnte. Tradiert hat sich der Name des "Berchtesgadener Landes" bis heute im gleichnamigen Landkreis. Weiterlesen

    Berchtesgaden, Fürstpropstei: Politische Geschichte

    Wappen des Fürstpropstes Julius Heinrich von Rehlingen-Radau (reg. 1723-1732). Es besteht aus dem Wappen der Fürstpropstei und seinem Familienwappen im Herzschild. Kupferstich von Christoph Weigel, 1729. (Stadtarchiv Bad Reichenhall)
    Johannes Lang

    Das 1101/02 gegründete Augustiner-Chorherrenstift Berchtesgaden wurde 1559 zur Fürstpropstei erhoben. Neben dem Propst gehörte auch die "Land- und Bürgerschaft" zu den politischen Akteuren. Wegen der reichen Salzvorkommen auf Stiftsgebiet war die Propstei wiederholt Streitgegenstand zwischen Salzburg und Bayern und suchte daher verstärkt kaiserlichen und päpstlichen Rückhalt. Während Salzburg von 1394 bis 1409 vorübergehend die territoriale Einverleibung Berchtesgadens gelang, konnte Bayern ab der Mitte des 16. Jahrhunderts die Fürstpropstei durch Salzverträge wirtschaftlich an sich binden. Durch die Besetzung des Propstamtes mit Administratoren aus dem Hause Wittelsbach ab dem Jahre 1594 wurde der bayerische Einfluss weiter verstärkt. Nach der Säkularisation 1803 konnte sich das Königreich Bayern das Territorium der ehemaligen Fürstpropstei Berchtesgaden im Jahre 1810 dauerhaft sichern. Weiterlesen

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