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== [[Kabinett Ehard I, 1946-1947]] == | |||
[[Datei:Bay. Staatsregierung 21.12.1946 StAM DE-1992-FS-NK-STL-0180.jpg|left|250x250px|link=Kabinett Ehard I, 1946-1947]] | |||
[[Autor:Wegmaier,_Alexander|Alexander Wegmaier]]<br> | |||
Nach den beiden von der US-Militärregierung eingesetzten Vorgängerkabinetten war das Kabinett Ehard I die erste aus freien Wahlen hervorgegangene Staatsregierung nach dem Ende des NS-Regimes. Die Regierungsbildung verlief holprig: Die Christlich-Soziale Union (CSU) hatte im Landtag zwar die absolute Mehrheit, war aber innerparteilich in zwei Flügel gespalten. Für eine stabile parlamentarische Basis bildete Ministerpräsident Hans Ehard (1887-1980) daher eine Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV). Inhaltlicher Schwerpunkt des Kabinetts war zum einen weiterhin die Kriegsfolgenbewältigung. Zum anderen intensivierte Ehard die bayerischen Bemühungen, das sich abzeichnende neue westdeutsche Staatswesen nach föderalistischen Prinzipien zu gestalten. In der SPD war die Regierungsbeteiligung von Anfang an umstritten. Der Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition am 15. September 1947 stärkte die Position Ehards, der zwischenzeitlich die zerstrittenen CSU-Flügel hinter sich zu einen begonnen hatte. [[Kabinett Ehard I, 1946-1947|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]] | |||
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== [[Revolution (1848/49)]] == | == [[Revolution (1848/49)]] == | ||
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[[Autor:Müller,_Winfried|Winfried Müller]]<br> | [[Autor:Müller,_Winfried|Winfried Müller]]<br> | ||
''Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel:'' Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte. [[Säkularisation|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]] | ''Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel:'' Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte. [[Säkularisation|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]] | ||
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Aktuelle Version vom 15. Oktober 2026, 17:00 Uhr
Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen

Christine Sauer
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Hausbücher der Mendelschen und der Landauerschen Zwölfbrüderstiftung werden zwei in der Stadtbibliothek Nürnberg aufbewahrte Handschriften in fünf Bänden benannt. Mit fast 1.200 Handwerkerdarstellungen vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bilden sie eine der wichtigsten Bildquellen zum vorindustriellen Handwerk in Europa. Weiterlesen
Neueste Artikel
Kabinett Ehard I, 1946-1947

Alexander Wegmaier
Nach den beiden von der US-Militärregierung eingesetzten Vorgängerkabinetten war das Kabinett Ehard I die erste aus freien Wahlen hervorgegangene Staatsregierung nach dem Ende des NS-Regimes. Die Regierungsbildung verlief holprig: Die Christlich-Soziale Union (CSU) hatte im Landtag zwar die absolute Mehrheit, war aber innerparteilich in zwei Flügel gespalten. Für eine stabile parlamentarische Basis bildete Ministerpräsident Hans Ehard (1887-1980) daher eine Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV). Inhaltlicher Schwerpunkt des Kabinetts war zum einen weiterhin die Kriegsfolgenbewältigung. Zum anderen intensivierte Ehard die bayerischen Bemühungen, das sich abzeichnende neue westdeutsche Staatswesen nach föderalistischen Prinzipien zu gestalten. In der SPD war die Regierungsbeteiligung von Anfang an umstritten. Der Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition am 15. September 1947 stärkte die Position Ehards, der zwischenzeitlich die zerstrittenen CSU-Flügel hinter sich zu einen begonnen hatte. Weiterlesen
Revolution (1848/49)

Karsten Ruppert
Die Revolution von 1848/49 war ein bedeutender Abschnitt auf dem Weg zur Demokratisierung Bayerns und trug vor allem durch die Beseitigung der jahrhundertealten Agrarverfassung wie ständischer Restriktionen zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modernisierung bei. Für die Zeitgenossen, insbesondere die monarchischen Kreise wie auch die königlichen Regierungen, war die Abwehr der Mediatisierung durch die Reichsverfassung und den dadurch erreichten Erhalt der Souveränität Bayerns ein nicht geringerer Erfolg. Da das Königreich zu den ruhigeren Gebieten im Deutschen Bund gehörte, hat sich die Geschichtsschreibung in einem übergroßen Maße auf die Anfänge fokussiert: die spektakuläre Lola-Montez-Affäre und die Reformgesetzgebung des Frühsommers 1848. Es herrscht die Tendenz vor, die Revolution nicht als eine eigenständige Epoche der bayerischen Geschichte zu betrachten, sondern als Beginn des Industriezeitalters, das mit der Regierungszeit Maximilians II. eingeleitet wird. Weiterlesen
Alte Pinakothek

Martin Schawe
Die Alte Pinakothek wurde zwischen 1826 und 1836 von Leo von Klenze (1784-1864) in der damals dünn besiedelten Maxvorstadt Münchens errichtet. In ihr werden seit ihrer Eröffnung die Gemälde Alter Meister (14. – 18. Jahrhundert) aus den Beständen der wittelsbachischen Gemäldesammlungen und des bayerischen Staates der Öffentlichkeit präsentiert. Die Alte Pinakothek war das erste eigenständige Gebäude, das ausschließlich für Zwecke einer Gemäldegalerie gebaut wurde. Die Fokussierung auf eine Kunstgattung und der Bauplatz „mitten auf einer Wiese“ eröffneten dem Architekten die seltene Gelegenheit, gleichsam prototypisch das Ideal einer Galerie zu erschaffen, ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, dekorativer und ikonographischer Ausstattung und ausgestellten Gemälden. Weiterlesen
Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung

Walter Gaube
Die Elektrifizierung Bayerns begann in den 1880er Jahren und kam Anfang der 1960er Jahre zu einem ersten Abschluss, als der Großteil der Haushalte über einen Stromanschluss verfügte. Ausbau und Sicherstellung einer flächendeckenden Stromversorgung gerieten Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fokus des Staates, der zu diesem Zweck mit privaten Unternehmen die Einrichtung von Überlandwerken in die Wege leitete. Mit der Gründung verschiedener Großkraftwerke in der Weimarer Republik wurde dem stetig anwachsenden Strombedarf Rechnung getragen. Wichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung war in Bayern lange Zeit Wasserkraft. Weiterlesen
Reichspogromnacht (9./10. November 1938)

Tobias Weger
Die auf eine Veranstaltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Alten Münchner Rathaus initiierten pogromartigen Übergriffe auf Juden im November 1938 bildeten einen Wendepunkt in deren Behandlung durch das NS-Regime, den Übergang zur totalen staatlichen Willkür. Die bereits ab 1933 eingeleitete rechtliche Ausgrenzung mutierte in kollektive Demütigung und Gewalt. Dabei wurden Synagogen und Geschäfte verwüstet, Juden misshandelt und in Schutzhaft genommen. Weiterlesen
Freikorps Bayreuth

Alexander Schwarz
Paramilitärischer Freiwilligenverband, gegründet 1919 im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik Baiern 1919. Die Mobilisierung begann Mitte April, auf deren Höhepunkt eine Stärke von 522 Mann erreicht wurde. Das Freikorps stand unter der Leitung des Hauptmanns Heinrich Hoffmann (1878-1969). Zu den bekanntesten Mitgliedern der Einheit zählte der spätere Gauleiter Hans Schemm (1891-1935). Nur Teile des Freikorps beteiligten sich aktiv bei der militärischen Operation gegen München. Im Juni erfolgte die offizielle Auflösung. Weiterlesen
Frankenreise Ludwigs II. (1866)

Markus Schmitt
Vom 10. November bis 10. Dezember 1866 bereiste der 22-jährige König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886) die vom Deutschen Krieg besonders betroffenen Gebiete Frankens. Die Rundreise bewirkte eine Ermutigung der demoralisierten Bevölkerung und stärkte ihr Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern. Für den Monarchen entwickelte sie sich zu einem persönlichen Triumphzug. Weiterlesen
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)

Thomas Sokoll
Die Schrift "Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", die der Soziologe Max Weber 1904/05 erstmals publizierte, ist eine historische Studie über den Einfluss der Arbeitsethik im radikalen Protestantismus (Calvinismus, Puritanismus) auf das Wirtschaftsgebaren der Unternehmerschaft in der Formationsphase des modernen Kapitalismus (17./18. Jahrhundert). Zunächst scharf kritisiert, anschließend weitgehend vergessen, wurde sie in den 1960er Jahren wiederentdeckt, seitdem aber umso intensiver diskutiert. Sie avancierte zum Schlüsseltext der Modernisierungstheorie, eröffnete die internationale Rezeption der übrigen Werke Webers und begründete dessen Weltruhm als soziologischer Klassiker. Die von Weber aufgeworfene Frage, inwieweit das Gewinnstreben auch (oder gerade) in der modernen Gesellschaft einer verantwortungsethischen Zügelung bedarf, erscheint angesichts der immer wieder aufflammenden Spekulationskrisen auf den globalen Finanzkapitalmärkten von ungebrochener Aktualität. Weiterlesen
Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)

Stephanie Großmann
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. Weiterlesen
Säkularisation

Winfried Müller
Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel: Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte. Weiterlesen