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Aus Historisches Lexikon Bayerns

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== [[Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen]] ==
[[Datei:Okt 26 Hausbuch.jpg|left|250x250px|link=Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen|Pfleger Peter Mendel (gest. 1423). Die Darstellung erfolgte in Form eines Stifterbildes, was für weitere Pflegerporträts richtungsweisend wurde. (Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°, f. 61v)]]
[[Autor:Sauer,_Christine|Christine Sauer]]<br>
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Hausbücher der Mendelschen und der Landauerschen Zwölfbrüderstiftung werden zwei in der Stadtbibliothek Nürnberg aufbewahrte Handschriften in fünf Bänden benannt. Mit fast 1.200 Handwerkerdarstellungen vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bilden sie eine der wichtigsten Bildquellen zum vorindustriellen Handwerk in Europa. [[Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =
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== [[Machtergreifung in Bayern, 9. März 1933]] ==
== [[Kabinett Ehard I, 1946-1947]] ==
[[Datei:Mar 26 Machtergreifung.jpg|left|250x250px|link=Machtergreifung in Bayern, 9. März 1933|Konstituierende Sitzung des gleichgeschalteten Landtages am 28. April 1933; Bildausschnitt. ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/fylr/L/a968cfd9-233f-474e-8c9c-7efd656bd0a3 Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-7875])]]
[[Datei:Bay. Staatsregierung 21.12.1946 StAM DE-1992-FS-NK-STL-0180.jpg|left|250x250px|link=Kabinett Ehard I, 1946-1947]]
[[Autor:Ziegler,_Walter|Walter Ziegler]] <br>  
[[Autor:Wegmaier,_Alexander|Alexander Wegmaier]]<br>
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Mit der Ernennung Adolf Hitlers (NSDAP, 1889-1945) zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 war die nationalsozialistische Diktatur noch keineswegs errichtet. Ein wichtiger Schritt dazu war die Machtübernahme in den einzelnen deutschen Ländern. Nachdem das größte Land, Preußen, schon seit Mitte 1932 vom Reich regiert wurde, war der wichtigste Fall jetzt Bayern, das am meisten Beharrungskraft gegenüber dem Regime zu haben schien. Gleichwohl erfolgte auch hier die NS-Machtergreifung, und zwar am 9. März 1933. [[Machtergreifung in Bayern, 9. März 1933|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Nach den beiden von der US-Militärregierung eingesetzten Vorgängerkabinetten war das Kabinett Ehard I die erste aus freien Wahlen hervorgegangene Staatsregierung nach dem Ende des NS-Regimes. Die Regierungsbildung verlief holprig: Die Christlich-Soziale Union (CSU) hatte im Landtag zwar die absolute Mehrheit, war aber innerparteilich in zwei Flügel gespalten. Für eine stabile parlamentarische Basis bildete Ministerpräsident Hans Ehard (1887-1980) daher eine Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV). Inhaltlicher Schwerpunkt des Kabinetts war zum einen weiterhin die Kriegsfolgenbewältigung. Zum anderen intensivierte Ehard die bayerischen Bemühungen, das sich abzeichnende neue westdeutsche Staatswesen nach föderalistischen Prinzipien zu gestalten. In der SPD war die Regierungsbeteiligung von Anfang an umstritten. Der Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition am 15. September 1947 stärkte die Position Ehards, der zwischenzeitlich die zerstrittenen CSU-Flügel hinter sich zu einen begonnen hatte. [[Kabinett Ehard I, 1946-1947|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Revolution (1848/49)]] ==
[[Datei:Gedenkblatt Maerz 1848 MSM Gr Z1882.jpg||left|250x250px|link=Revolution (1848/49)|Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)]]
[[Autor:Ruppert,_Karsten|Karsten Ruppert]]<br>
Die Revolution von 1848/49 war ein bedeutender Abschnitt auf dem Weg zur Demokratisierung Bayerns und trug vor allem durch die Beseitigung der jahrhundertealten Agrarverfassung wie ständischer Restriktionen zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modernisierung bei. Für die Zeitgenossen, insbesondere die monarchischen Kreise wie auch die königlichen Regierungen, war die Abwehr der Mediatisierung durch die Reichsverfassung und den dadurch erreichten Erhalt der Souveränität Bayerns ein nicht geringerer Erfolg. Da das Königreich zu den ruhigeren Gebieten im Deutschen Bund gehörte, hat sich die Geschichtsschreibung in einem übergroßen Maße auf die Anfänge fokussiert: die spektakuläre Lola-Montez-Affäre und die Reformgesetzgebung des Frühsommers 1848. Es herrscht die Tendenz vor, die Revolution nicht als eine eigenständige Epoche der bayerischen Geschichte zu betrachten, sondern als Beginn des Industriezeitalters, das mit der Regierungszeit Maximilians II. eingeleitet wird. [[Revolution (1848/49)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =
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== [[Beziehungen zu Preußen (19. Jahrhundert)]] ==
 
[[Datei:Seppl als Protestler.jpg|left|250x250px|link=Beziehungen zu Preußen (19. Jahrhundert)|Der bayerische Seppl protestiert gegen den Marsch Bayerns ins zentralistische, von Preußen geführte Kaiserreich. Postkarte zu den bayerischen Reservatrechten (Haus der Bayerischen Geschichte, bapo-00136)]]
== [[Alte Pinakothek]] ==
[[Autor:Hahn,_Hans-Werner|Hans-Werner Hahn]]<br>
[[Datei:Alte_Pinakothek_Rubenssaal_alt_ca_1882_BStGS_NP_13420.jpg|left|250x250px|link=Alte Pinakothek|Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. ([https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/y7GEJ1e4PV Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420], lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de CC BY-SA 4.0])]]
Die bayerisch-preußischen Beziehungen im 19. Jahrhundert waren vielfältig. Auf der dynastischen Ebene gab es mehrere Eheverbindungen zwischen dem Haus Wittelsbach und den preußischen Hohenzollern. Auf der politischen Ebene standen sich nach dem Ende des Alten Reiches zunächst zwei souveräne Staaten gegenüber, die zwischen 1815 und 1866 unterschiedliche Positionen über die Entwicklung des Deutschen Bundes vertraten. Während Preußen seit 1848 seine Ansprüche auf eine Führungsrolle in Deutschland untermauerte, war die Politik Bayerns vom Festhalten an der staatlichen Souveränität geprägt. Die Bismarckschen Einigungskriege zwangen das Königreich Bayern 1871 dann in die bundesstaatliche Ordnung des Deutschen Reiches. Mit ihr traten die politischen Beziehungen zwischen Preußen als Hegemonialmacht und Bayern als zweitgrößtem Einzelstaat des Reiches in ein neues, von zahlreichen Spannungen geprägtes Stadium. [[Beziehungen zu Preußen (19. Jahrhundert)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Schawe,_Martin|Martin Schawe]]<br> Die Alte Pinakothek wurde zwischen 1826 und 1836 von Leo von Klenze (1784-1864) in der damals dünn besiedelten Maxvorstadt Münchens errichtet. In ihr werden seit ihrer Eröffnung die Gemälde Alter Meister (14. – 18. Jahrhundert) aus den Beständen der wittelsbachischen Gemäldesammlungen und des bayerischen Staates der Öffentlichkeit präsentiert. Die Alte Pinakothek war das erste eigenständige Gebäude, das ausschließlich für Zwecke einer Gemäldegalerie gebaut wurde. Die Fokussierung auf eine Kunstgattung und der Bauplatz „mitten auf einer Wiese“ eröffneten dem Architekten die seltene Gelegenheit, gleichsam prototypisch das Ideal einer Galerie zu erschaffen, ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, dekorativer und ikonographischer Ausstattung und ausgestellten Gemälden. [[Alte Pinakothek|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Haslang, Adelsfamilie]] ==
== [[Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung]] ==
[[Datei:Scheibler'sches-Wappenbuch 335.jpg|left|250x250px|link=Haslang, Adelsfamilie|Wappen der Adelsfamilie Haslang. Abb aus: Scheibler´sches Wappenbuch, älterer Teil, 1450-1480, 335. (Bayerische Staatsbibliothek, Cod.icon. 312c)]]
[[Datei:BWA F78 871 Leitungsbau.jpg|left|250x250px|link=Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung]]
[[Autor:Wallner,_Benedikt|Benedikt Wallner]]<br>
[[Autor:Gaube,_Walter|Walter Gaube]]<br>
Die Haslang waren eine altbayerische Adelsfamilie, die vom 13. bis ins 19. Jahrhundert blühte und zu den einflussreichsten Adelsgeschlechtern Bayerns gezählt wird. Als Stammsitze dienten den Haslang die Hofmarken Haslangkreit und Hohenkammer. Ursprünglich ein Turniergeschlecht, erreichten viele Familienmitglieder ab dem 14. Jahrhundert höherrangige Positionen sowohl in der landschaftlichen als auch in der herzoglichen Verwaltung. Ende des 16. Jahrhunderts spaltete sich die Familie in zwei Linien auf. Im 17. und 18. Jahrhundert traten Vertreter der Linie zu Hohenkammer verstärkt als kurfürstliche Gesandte auf. Mit dem Tod des Sigmund Franz von Haslang (1737-1804) erlosch das Geschlecht der Haslang in männlicher Linie. [[Haslang, Adelsfamilie|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Die Elektrifizierung Bayerns begann in den 1880er Jahren und kam Anfang der 1960er Jahre zu einem ersten Abschluss, als der Großteil der Haushalte über einen Stromanschluss verfügte. Ausbau und Sicherstellung einer flächendeckenden Stromversorgung gerieten Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fokus des Staates, der zu diesem Zweck mit privaten Unternehmen die Einrichtung von Überlandwerken in die Wege leitete. Mit der Gründung verschiedener Großkraftwerke in der Weimarer Republik wurde dem stetig anwachsenden Strombedarf Rechnung getragen. Wichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung war in Bayern lange Zeit Wasserkraft. [[Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Deutsche Kampfspiele, Nürnberg, 23.-29. Juni 1934]] ==
== [[Reichspogromnacht (9./10. November 1938)]] ==
[[Datei:Deutschen Kampfspiele Nuernberg Siegerrosette 1934.jpg|left|250x250px|link=Deutsche Kampfspiele, Nürnberg, 23.-29. Juni 1934]]
[[Datei:Brand der Synagoge Kitzingen 10 November 1938.jpg|left|250x250px|link=Reichspogromnacht (9./10. November 1938)]]
[[Autor:Dechant,_Maria|Maria Dechant]]<br>
[[Autor:Weger,_Tobias|Tobias Weger]]<br>
Die Idee leistungssportlicher Wettkämpfe unter dem Titel 'Deutsche Kampfspiele' entstand Ende des 19. Jahrhunderts als nationale Initiative. Nach den ersten Durchführungen in der Weimarer Republik setzten sie die Nationalsozialisten 1934 fort. Die Kampfspiele fanden in diesem Jahr in Nürnberg sowie an verschiedenen weiteren Austragungsorten statt und umfassten zahlreiche Wettkämpfe, darunter auch deutsche Meisterschaften, ergänzt durch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Für die Nationalsozialisten war der nationale Grundgedanke der Veranstaltung nutzbar, den sie zudem durch spezifische Elemente ihrer Ideologie erweiterten. Eine umfassende Durchdringung des Festes konnten sie jedoch nicht erreichen. Dennoch stellten die Deutschen Kampfspiele 1934 unter den Nationalsozialisten seit Entstehung der Idee zum ersten Mal ein zentrales nationales Sportfest dar. [[Deutsche Kampfspiele, Nürnberg, 23.-29. Juni 1934|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Die auf eine Veranstaltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Alten Münchner Rathaus initiierten pogromartigen Übergriffe auf Juden im November 1938 bildeten einen Wendepunkt in deren Behandlung durch das NS-Regime, den Übergang zur totalen staatlichen Willkür. Die bereits ab 1933 eingeleitete rechtliche Ausgrenzung mutierte in kollektive Demütigung und Gewalt. Dabei wurden Synagogen und Geschäfte verwüstet, Juden misshandelt und in Schutzhaft genommen. [[Reichspogromnacht (9./10. November 1938)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Verfassunggebende Landesversammlung (1946)]] ==
== [[Freikorps Bayreuth]] ==
[[Datei:Horlacher Sitzung 1946.jpg|left|250x250px|link=Verfassunggebende Landesversammlung (1946)|]]
[[Datei:Freikorps Bayreuth Abzeichen H-4231.jpg||left|250x250px|link=Freikorps Bayreuth]]
[[Autor:Wegmaier,_Alexander|Alexander Wegmaier]]<br>
[[Autor:Schwarz,_Alexander|Alexander Schwarz]]<br>
Die Verfassunggebende Landesversammlung war die erste aus allgemeinen gesamtbayerischen Wahlen hervorgegangene Volksvertretung nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie erarbeitete auf Weisung der US-Militärregierung zwischen Juli und Oktober 1946 die Verfassung des Freistaates Bayern. Zentrales Beratungsgremium war der 21-köpfige Verfassungsausschuss. Trotz der absoluten Mehrheit der Christlich-Sozialen Union erfolgte die Arbeit weitgehend im Konsens mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, um der neuen Verfassung eine breite Akzeptanz zu sichern. [[Verfassunggebende Landesversammlung (1946)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Paramilitärischer Freiwilligenverband, gegründet 1919 im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik Baiern 1919. Die Mobilisierung begann Mitte April, auf deren Höhepunkt eine Stärke von 522 Mann erreicht wurde. Das Freikorps stand unter der Leitung des Hauptmanns Heinrich Hoffmann (1878-1969). Zu den bekanntesten Mitgliedern der Einheit zählte der spätere Gauleiter Hans Schemm (1891-1935). Nur Teile des Freikorps beteiligten sich aktiv bei der militärischen Operation gegen München. Im Juni erfolgte die offizielle Auflösung. [[Freikorps Bayreuth|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)]] ==
== [[Frankenreise Ludwigs II. (1866)]] ==
[[Datei:Landtag Front Prannenstr 1912.jpg|left|250x250px|link=Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)|]]
[[Datei:Gedenkblatt Frankenreise Ludwig II 1866.jpg||left|250x250px|link=Frankenreise Ludwigs II. (1866)|Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)]]
[[Autor:Nadler,_Markus|Markus Nadler]]<br>
[[Autor:Schmitt,_Markus|Markus Schmitt]]<br>
In Bayern entstand nach dem Sturz der Monarchie im November 1918 eine Demokratie mit einem Einkammerparlament. Erstmals wurde 1919 ein allgemeines, gleiches Wahlrecht angewendet, das auch Frauen einschloss. Zwar musste der Landtag im Frühjahr 1919 infolge revolutionärer Unruhen vorübergehend seinen Sitz von München nach Bamberg verlegen, mit der Niederschlagung der Räterepublik und der Verabschiedung der Verfassung im August konnte sich aber die parlamentarisch-repräsentative Demokratie in Bayern durchsetzen. Der Landtag hatte weitgehende Rechte, insbesondere die Gesetzgebung, die Entscheidung über den Staatshaushalt und die Wahl der Regierung sowie deren Kontrolle. Diese starke Stellung hebelten die Nationalsozialisten 1933 im Zuge der Machtergreifung und der von ihnen durchgesetzten Gleichschaltung aus. Die Aufhebung des Bayerischen Landtags erfolgte durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934.  [[Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Vom 10. November bis 10. Dezember 1866 bereiste der 22-jährige König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886) die vom Deutschen Krieg besonders betroffenen Gebiete Frankens. Die Rundreise bewirkte eine Ermutigung der demoralisierten Bevölkerung und stärkte ihr Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern. Für den Monarchen entwickelte sie sich zu einem persönlichen Triumphzug. [[Frankenreise Ludwigs II. (1866)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Ultramontanismus]] ==
== [[Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)]] ==
[[Datei:Ignaz_von_Doellinger.jpg|left|250x250px|link=Ultramontanismus|Ignaz von Döllinger (1799-1890) war ein bedeutender Vertreter des Frühultramontanismus, verlor aber als Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas seinen Einfluss. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-017105)]]
[[Datei:Max Weber.jpg|left|250x250px|link=Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)|Max Weber (1864-1920). ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/search?id=port-001405 Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405])]]
[[Autor:Kirchinger,_Johann|Johann Kirchinger]]<br>
[[Autor:Sokoll,_Thomas|Thomas Sokoll]]<br>
Der Ultramontanismus ist eine innerkirchliche Strömung der katholischen Kirche, die im 19. Jahrhundert zur vorherrschenden Richtung wurde. Ihr Kennzeichen war eine starke Orientierung an Rom, ihr Hauptanliegen der Kampf um die Freiheit der Kirche vom Staat und gegen die Entkirchlichungstendenzen der Moderne. Deshalb griff der Ultramontanismus vom Kirchlichen auf das Politische über. Die Vertretung kirchlicher Interessen durch politische Parteien (Zentrum und Bayerische Patriotenpartei) gehört zu seinen Kernelementen. Im Vormärz war Bayern ein Zentrum des frühen Ultramontanismus. Während dessen Hochphase im Kulturkampf, der in Bayern gemäßigt verlief, galt das nicht mehr. War die Strömung zuerst durch theologische Unbestimmtheit gekennzeichnet, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Neuscholastik zur vorherrschenden Theologie des Ultramontanismus.  [[Ultramontanismus|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Die Schrift "Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", die der Soziologe Max Weber 1904/05 erstmals publizierte, ist eine historische Studie über den Einfluss der Arbeitsethik im radikalen Protestantismus (Calvinismus, Puritanismus) auf das Wirtschaftsgebaren der Unternehmerschaft in der Formationsphase des modernen Kapitalismus (17./18. Jahrhundert). Zunächst scharf kritisiert, anschließend weitgehend vergessen, wurde sie in den 1960er Jahren wiederentdeckt, seitdem aber umso intensiver diskutiert. Sie avancierte zum Schlüsseltext der Modernisierungstheorie, eröffnete die internationale Rezeption der übrigen Werke Webers und begründete dessen Weltruhm als soziologischer Klassiker. Die von Weber aufgeworfene Frage, inwieweit das Gewinnstreben auch (oder gerade) in der modernen Gesellschaft einer verantwortungsethischen Zügelung bedarf, erscheint angesichts der immer wieder aufflammenden Spekulationskrisen auf den globalen Finanzkapitalmärkten von ungebrochener Aktualität. [[Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bauernbefreiung]] ==
== [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)]] ==
[[Datei:Gesetz_Aufhebung_standes_Gerichtsbarkeit_1848.jpg|left|250x250px|link=Bauernbefreiung|Titelblatt, Gesetz über die Aufhebung der standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, 1848.]]
[[Datei:Erstabdruck Hoffmann Ritter Gluck BSB 4 Mus th 1800 11.jpg|left|250x250px|link=Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|"Ritter Gluck"  erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. ([https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb10527959?page=174%2C175 Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11])]]
[[Autor:Kirchinger,_Johann|Johann Kirchinger]]<br> Unter Bauernbefreiung versteht man die seit Mitte des 18. Jahrhunderts in ganz Europa einsetzenden Bemühungen, sowohl den Grund und Boden als auch die Bauern selbst von feudalen Bindungen zu befreien. Durch die freie Verfügbarkeit über Grund und Boden sollte eine wirtschaftliche Dynamik in Gang gesetzt werden, welche sich nicht zuletzt positiv auf die Steuereinnahmen auswirken sollte. Darüber hinaus sollten dadurch konkurrierende Herrschaftsträger ausgeschaltet werden. Denn das Obereigentum über Grund und Boden begründete Herrschaftsrechte, in Kurbayern insbesondere die niedere Gerichtsbarkeit in den Hofmarken, welche mit denjenigen des Staates konkurrierte. In Kurbayern gab es erste Bemühungen seit 1762 auf landesherrlichen Gütern; nach Säkularisation und Aufhebung der landständischen Verfassung wurden die Möglichkeiten der Grundentlastung auch auf kirchliche und adlige Güter im gesamten Königreich ausgeweitet. [[Bauernbefreiung|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Großmann,_Stephanie|Stephanie Großmann]]<br>
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Freyberg, Adelsfamilie]] ==
 
[[Datei:Wappen Freyberg 1460.jpg|left|250x250px|link=Freyberg, Adelsfamilie|Stammwappen der Freyberger im Scheibler’schen Wappenbuch, das ab ca. 1450 angelegt wurde. (Bayerische Staatsbibliothek, Cod.icon. 312 c, fol. 87v)]]
== [[Säkularisation]] ==
[[Autor:Schneider,_Joachim|Joachim Schneider]] und [[Autor:Lochbrunner,_Anja|Anja Lochbrunner]]<br>
[[Datei:Saekularisation Startseitenbild.jpg|left|250x250px|link=Säkularisation|Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)]]
Aus Oberschwaben stammendes Rittergeschlecht, das erstmalig 1237 namentlich erscheint. Im 14. Jahrhundert kamen die Freyberger nach Altbayern. Sogleich in Diensten der bayerischen Herzöge stehend, konnten sie durch Heiratspolitik unter anderem die Herrschaft Hohenaschau im Chiemgau erwerben. Sie breiteten sich aber auch ins Allgäu aus und zeigten eine für das Spätmittelalter außergewöhnliche regionale Mobilität. Seit dem 15. Jahrhundert engagierten sie sich in der Ritterschaft ebenso wie im Kaiser- und Fürstendienst und wurden bis 1655 mit allen Linien in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Im 19. Jahrhundert wurden die schwäbischen Linien der Freyberg in Öpfingen, Allmendingen und Wellendingen ebenso wie die bayerischen in Raunau, Hürbel-Haldenwang und Jetzendorf in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. Mitte des 20. Jahrhunderts verblieb als einzige die Allmendinger Linie, die durch Adoptionen auch Jetzendorf und Haldenwang übernahm und bis ins 21. Jahrhundert vielköpfig blüht. [[Freyberg, Adelsfamilie|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Müller,_Winfried|Winfried Müller]]<br>
''Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel:'' Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte.   [[Säkularisation|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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Aktuelle Version vom 15. Oktober 2026, 17:00 Uhr


Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen

Pfleger Peter Mendel (gest. 1423). Die Darstellung erfolgte in Form eines Stifterbildes, was für weitere Pflegerporträts richtungsweisend wurde. (Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°, f. 61v)
Pfleger Peter Mendel (gest. 1423). Die Darstellung erfolgte in Form eines Stifterbildes, was für weitere Pflegerporträts richtungsweisend wurde. (Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°, f. 61v)

Christine Sauer
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Hausbücher der Mendelschen und der Landauerschen Zwölfbrüderstiftung werden zwei in der Stadtbibliothek Nürnberg aufbewahrte Handschriften in fünf Bänden benannt. Mit fast 1.200 Handwerkerdarstellungen vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bilden sie eine der wichtigsten Bildquellen zum vorindustriellen Handwerk in Europa. Weiterlesen

Neueste Artikel

Kabinett Ehard I, 1946-1947

Alexander Wegmaier
Nach den beiden von der US-Militärregierung eingesetzten Vorgängerkabinetten war das Kabinett Ehard I die erste aus freien Wahlen hervorgegangene Staatsregierung nach dem Ende des NS-Regimes. Die Regierungsbildung verlief holprig: Die Christlich-Soziale Union (CSU) hatte im Landtag zwar die absolute Mehrheit, war aber innerparteilich in zwei Flügel gespalten. Für eine stabile parlamentarische Basis bildete Ministerpräsident Hans Ehard (1887-1980) daher eine Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV). Inhaltlicher Schwerpunkt des Kabinetts war zum einen weiterhin die Kriegsfolgenbewältigung. Zum anderen intensivierte Ehard die bayerischen Bemühungen, das sich abzeichnende neue westdeutsche Staatswesen nach föderalistischen Prinzipien zu gestalten. In der SPD war die Regierungsbeteiligung von Anfang an umstritten. Der Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition am 15. September 1947 stärkte die Position Ehards, der zwischenzeitlich die zerstrittenen CSU-Flügel hinter sich zu einen begonnen hatte. Weiterlesen

Revolution (1848/49)

Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)
Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)

Karsten Ruppert
Die Revolution von 1848/49 war ein bedeutender Abschnitt auf dem Weg zur Demokratisierung Bayerns und trug vor allem durch die Beseitigung der jahrhundertealten Agrarverfassung wie ständischer Restriktionen zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modernisierung bei. Für die Zeitgenossen, insbesondere die monarchischen Kreise wie auch die königlichen Regierungen, war die Abwehr der Mediatisierung durch die Reichsverfassung und den dadurch erreichten Erhalt der Souveränität Bayerns ein nicht geringerer Erfolg. Da das Königreich zu den ruhigeren Gebieten im Deutschen Bund gehörte, hat sich die Geschichtsschreibung in einem übergroßen Maße auf die Anfänge fokussiert: die spektakuläre Lola-Montez-Affäre und die Reformgesetzgebung des Frühsommers 1848. Es herrscht die Tendenz vor, die Revolution nicht als eine eigenständige Epoche der bayerischen Geschichte zu betrachten, sondern als Beginn des Industriezeitalters, das mit der Regierungszeit Maximilians II. eingeleitet wird. Weiterlesen

Alte Pinakothek

Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420, lizenziert durch CC BY-SA 4.0)
Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420, lizenziert durch CC BY-SA 4.0)

Martin Schawe
Die Alte Pinakothek wurde zwischen 1826 und 1836 von Leo von Klenze (1784-1864) in der damals dünn besiedelten Maxvorstadt Münchens errichtet. In ihr werden seit ihrer Eröffnung die Gemälde Alter Meister (14. – 18. Jahrhundert) aus den Beständen der wittelsbachischen Gemäldesammlungen und des bayerischen Staates der Öffentlichkeit präsentiert. Die Alte Pinakothek war das erste eigenständige Gebäude, das ausschließlich für Zwecke einer Gemäldegalerie gebaut wurde. Die Fokussierung auf eine Kunstgattung und der Bauplatz „mitten auf einer Wiese“ eröffneten dem Architekten die seltene Gelegenheit, gleichsam prototypisch das Ideal einer Galerie zu erschaffen, ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, dekorativer und ikonographischer Ausstattung und ausgestellten Gemälden. Weiterlesen


Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung

Walter Gaube
Die Elektrifizierung Bayerns begann in den 1880er Jahren und kam Anfang der 1960er Jahre zu einem ersten Abschluss, als der Großteil der Haushalte über einen Stromanschluss verfügte. Ausbau und Sicherstellung einer flächendeckenden Stromversorgung gerieten Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fokus des Staates, der zu diesem Zweck mit privaten Unternehmen die Einrichtung von Überlandwerken in die Wege leitete. Mit der Gründung verschiedener Großkraftwerke in der Weimarer Republik wurde dem stetig anwachsenden Strombedarf Rechnung getragen. Wichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung war in Bayern lange Zeit Wasserkraft. Weiterlesen

Reichspogromnacht (9./10. November 1938)

Tobias Weger
Die auf eine Veranstaltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Alten Münchner Rathaus initiierten pogromartigen Übergriffe auf Juden im November 1938 bildeten einen Wendepunkt in deren Behandlung durch das NS-Regime, den Übergang zur totalen staatlichen Willkür. Die bereits ab 1933 eingeleitete rechtliche Ausgrenzung mutierte in kollektive Demütigung und Gewalt. Dabei wurden Synagogen und Geschäfte verwüstet, Juden misshandelt und in Schutzhaft genommen. Weiterlesen

Freikorps Bayreuth

Alexander Schwarz
Paramilitärischer Freiwilligenverband, gegründet 1919 im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik Baiern 1919. Die Mobilisierung begann Mitte April, auf deren Höhepunkt eine Stärke von 522 Mann erreicht wurde. Das Freikorps stand unter der Leitung des Hauptmanns Heinrich Hoffmann (1878-1969). Zu den bekanntesten Mitgliedern der Einheit zählte der spätere Gauleiter Hans Schemm (1891-1935). Nur Teile des Freikorps beteiligten sich aktiv bei der militärischen Operation gegen München. Im Juni erfolgte die offizielle Auflösung. Weiterlesen

Frankenreise Ludwigs II. (1866)

Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)
Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)

Markus Schmitt
Vom 10. November bis 10. Dezember 1866 bereiste der 22-jährige König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886) die vom Deutschen Krieg besonders betroffenen Gebiete Frankens. Die Rundreise bewirkte eine Ermutigung der demoralisierten Bevölkerung und stärkte ihr Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern. Für den Monarchen entwickelte sie sich zu einem persönlichen Triumphzug. Weiterlesen


Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)

Max Weber (1864-1920). (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405)
Max Weber (1864-1920). (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405)

Thomas Sokoll
Die Schrift "Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", die der Soziologe Max Weber 1904/05 erstmals publizierte, ist eine historische Studie über den Einfluss der Arbeitsethik im radikalen Protestantismus (Calvinismus, Puritanismus) auf das Wirtschaftsgebaren der Unternehmerschaft in der Formationsphase des modernen Kapitalismus (17./18. Jahrhundert). Zunächst scharf kritisiert, anschließend weitgehend vergessen, wurde sie in den 1960er Jahren wiederentdeckt, seitdem aber umso intensiver diskutiert. Sie avancierte zum Schlüsseltext der Modernisierungstheorie, eröffnete die internationale Rezeption der übrigen Werke Webers und begründete dessen Weltruhm als soziologischer Klassiker. Die von Weber aufgeworfene Frage, inwieweit das Gewinnstreben auch (oder gerade) in der modernen Gesellschaft einer verantwortungsethischen Zügelung bedarf, erscheint angesichts der immer wieder aufflammenden Spekulationskrisen auf den globalen Finanzkapitalmärkten von ungebrochener Aktualität. Weiterlesen

Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)

"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)

Stephanie Großmann
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. Weiterlesen

Säkularisation

Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)
Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)

Winfried Müller
Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel: Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte. Weiterlesen