Gruppe 47

Hans Werner Richter (1908-1993): Der Schriftsteller war Initiator und spiritus rector der Gruppe 47. Die Aufnahme zeigt Richter im Kurt-Desch-Verlag 1952. (Foto: 1952, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)
Das ehemalige Wohnhaus von Ilse Schneyder-Lengyel am Bannwaldsee bei Füssen. Hier fand das erste Treffen der Gruppe 47 statt. (lizensiert durch CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "50 Jahre Gruppe 47" wurde diese Gedenktafel am Haus von Ilse Schneyder-Lengyel angebracht. (lizensiert durch CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)
Der Schrifsteller, Maler und Architekt Rudolf Alexander Schröder (1878-1962) in Haus Sonnleiten (Lkr. Traunstein): Unter dem Vorsitz des Schriftstellers, Malers und Architekten wurde im Juli 1947 als eine Art Vorbote der späteren Gruppe 47 auf dem Gut der Ottonie Gräfin Degenfeld (geb. von Schwartz, 1882–1970) in Altenbeuern (Lkr. Rosenheim) eine Autoren-Tagung abgehalten. (Foto: 22.1.1953, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)
Günter Eich (1907-1972) stieß bereits 1948 zur Gruppe 47. 1950 erhielt er für seine Gedichte als erster Schriftsteller den Preis der Gruppe 47.1951 heiratete er die Schriftstellerin Ilse Aichinger. Zu Eichs bekanntesten Werken zählt die Kurzprosa-Sammlung "Maulwürfe". (Bayerische Staatsbiblitohek, Bildarchiv)
Heinrich Böll (1917-1985): Der Schriftsteller erhielt 1951 den Preis der Gruppe 47 für seine Satire "Die schwarzen Schafe", was letztlich mit zu seinem Durchbruch als Schriftsteller führte. 1972 erhielt er den Literaturnobelpreis. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. (Foto: 1958, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)
Ilse Aichinger (1921-2016): Die österreichische Schriftstellerin wurde erstmals 1951 zu einer Tagung der Gruppe 47 eingeladen. Schon ein Jahr später erhielt sie 1952 den Preis der Gruppe 47 für ihre "Spiegelgeschichte". Die Aufnahme zeigt Aichinger bei einer Lesung des Tukankreises am 21. September 1953 im Café Freilinger in München. (Foto: 1953, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)
Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973) erhielt 1953 den Literaturpreis der Gruppe 47 für ihren Gedichtband "Die gestundete Zeit". Sie zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen und Prosaschriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Seit 1977 verleiht die Stadt Klagenfurt den nach ihr benannten Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Aufnahme zeigt Bachmann am 4.12.1953 auf der Veranstaltung musica viva. (Foto: 1953, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)
Joachim Kaiser (1928-2017) nahm als Kritiker erstmals 1953 an einer Tagung der Gruppe 47 teil. Kaiser gehört zu den einflussreichsten und profiliertesten Musik-, Literatur- und Theaterkritikern der Bundesrepublik. (Foto: 1962, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)
Martin Walser (geb. 1927) erhielt 1955 den Preis der Gruppe 47 für seine Erzählung "Templones Ende". Mit seinem Œuvre zählt Walser zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. (Foto: 1960, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)
Günter Grass (1927-2015) wurde erstmals 1957 auf eine Tagung der Gruppe 47 eingeladen und erhielt 1958 den Preis der Gruppe 47 für einen Auszug aus seinem 1959 veröffentlichten Roman "Die Blechtrommel". 1999 erhielt er den Literaturnobelpreis. (Foto: 1965, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)
Der Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel (geb. 1935) wurde 1964 mit seinem Kürzestgeschichtenband "Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen" bekannt. 1965 erhielt er den Preis der Gruppe 47. (Foto: 1965, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)
Peter Handke (geb. 1942) nahm erstmals 1966 in Princeton (USA) an einer Tagung der Gruppe 47 teil und kritisierte sowohl die vortragenden Schriftsteller als auch die Kritiker. Handke zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. (Foto: um 1965, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv)

von Ulrich Dittmann

Als Gruppe 47 bezeichneten sich Autoren, die ab Sommer 1947 nach den individuellen Regularien und auf Einladung des Schriftstellers Hans Werner Richter (1908-1993) ein bis zwei Mal jährlich zusammenkamen, um einander neue Texte vorzustellen. Die Gruppe wurzelt in den Erfahrungen deutscher Soldaten im US-Kriegsgefangenenlager Fort Kearny (USA), einem Lager, in dem insbesondere deutsche Intellektuelle interniert wurden. Seit März 1945 erschien dort die Zeitschrift "Der Ruf. Zeitung der deutschen Kriegsgefangenen in den USA". Die Beiträger verband der kollektive Wille, ein demokratisches Nachkriegsdeutschland aufzubauen. Weil das politische Programm der ab August 1946 in Bayern weitergeführten Zeitung mit den Re-Education-Plänen der US-Militärregierung kollidierte, ersetzte man die Arbeit an der Zeitschrift durch eine auch anhaltend politisch motivierte literarische Zusammenarbeit. Zu ihren in unterschiedlicher Besetzung und an wechselnden Orten stattfindenden Treffen gehörten einige der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1967 fand das letzte Treffen statt, als politisierte Studenten die jährliche Zusammenkunft sprengten. Neben tagespolitischen Interventionen, zu denen das Selbstverständnis als engagierte Literaten verpflichtete, verschaffte der hohe literarische Anspruch der Gruppe ihre weitreichende Bedeutung. Davon zeugt der von ihr seit 1950 vergebene, demokratisch von Anwesenden beschlossene "Preis der Gruppe 47": Unter seinen zehn Trägern sind zwei spätere Literatur-Nobelpreisträger.


Einführung

Literatursoziologisch wie poetologisch ist die Gruppe 47 in jeder Hinsicht singulär. Die deutsche Literaturgeschichte kennt kein weiteres ebenso wirkmächtiges wie vergängliches Phänomen, das auch noch derart umfänglich dokumentiert wurde und immer noch leidenschaftlich diskutiert wird. Dass sich die Gruppe trotz ihrer Orientierung an der Literatur der Weimarer Republik mit dem Zentrum Berlin im eher konservativen Bayern gründete und dort vielfach zusammentraf, mag angesichts der Tatsache, dass "fast alle [Beteiligten] aus dem sozialistischen Lager" (Richter, Fünfzehn, 11) kamen, überraschen. Gründe waren die durch die Teilung verlorene Bedeutung Berlins als ehemalige Hauptstadt der Literatur und der Sitz der überregionalen "Neuen Zeitung", die von der Militärregierung in die Münchner Schellingstraße verlegt wurde.

Dem Redaktionsgebäude gegenüber wohnte in der Nummer 48 Walter Kolbenhoff (1908-1993); bei ihm trafen sich nach Schließung des US-Gefangenenlagers Fort Kearny (USA) Hans Werner Richter (1908-1993), Alfred Andersch (1914-1980) und Wolfdietrich Schnurre (1920-1989), gaben den "Ruf" heraus und legten "den Grundstein zur 'Gruppe 47', dem wichtigsten literarischen Kreis im Deutschland der Nachkriegszeit" (Fromm, in: Die Maxvorstadt, 43). "Der Ruf. Unabhängige Blätter der jungen Generation", herausgegeben von Alfred Andersch und Hans Werner Richter, erschien ab 15. August 1946 vierzehntäglich in der Nymphenburger Verlagshandlung München mit einer sensationellen Auflage von mehr als 100.000 Exemplaren. Die politische Orientierung, auf ein "Europa des Sozialismus" zielend, war aber der Militärregierung zunehmend ein Dorn im Auge und führte schon nach 16 Heften im April 1947 zum Herausgeberwechsel. Mit der Gruppe 47 schufen sich die ehemaligen "Ruf"-Leute eine neue Basis für ihre literarische Arbeit.

Entstehung und Wirken der Gruppe

Im Juli 1947 wurde als eine Art Vorbote auf dem Gut der Ottonie Gräfin Degenfeld (geb. von Schwartz, 1882–1970) in Altenbeuern (Lkr. Rosenheim) eine Autoren-Tagung unter Vorsitz des Dichters Rudolf Alexander Schröder (1878-1962) abgehalten. Einige jüngere Teilnehmer distanzierten sich als "engagierte Schriftsteller" von dessen christlich ausgerichtetem Selbstverständnis. Sie folgten dem Literaturkonzept Jean Paul Sartres (1905-1980), nach dem jedes literarische Werk an den Leser appelliert, im Sinne von Interpretation und Textinhalten aktiv zu werden. Erneut, und nun in ihrer Zusammensetzung homogener, kamen Autoren sechs Wochen später im Haus der Autorin Ilse Schneider-Lengyel (1903-1972) am Bannwaldsee bei Füssen (Lkr. Ostallgäu) zusammen. Teilnehmer waren - neben Ilse Schneider-Lengyel - Hans Werner Richter und Toni Richter (1918-2004), Heinz Friedrich (1922-2004) und Maria Friedrich (geb. Maser), Walter Kolbenhoff und Isolde Kolbenhoff (geb. Walter) (geb. 1922), Walter Maria Guggenheimer (1903-1967), Wolfgang Bächler (1925-2007), Wolfdietrich Schnurre, Heinz Ulrich (geb. 1912), Nicolaus Sombart (1923-2008), Friedrich Minssen (1909-1988), Freia von Wühlisch, Franz Wischnewski sowie ein Mitarbeiter des Pallas-Verlags.

Richter plante bald eine weitere Zeitschrift; aufgrund herrschender Papierknappheit waren Periodica die häufigste Publikationsform in den Jahren vor der Währungsreform. Um eine Nullnummer des "Skorpion" mit seinen ehemaligen 15 Ruf-Mitarbeitern zu diskutieren, lud Richter zu einer weiteren Tagung am Bannwaldsee: Alle Geladenen firmieren im Impressum des "Skorpion" als Herausgeber. Obwohl sie sich eigentlich nur für die Redaktion getroffen hatten, lasen sie sich auch neue Texte vor und feierten diese Tagung später als eigentliche Gruppengründung. "Der Skorpion", der im Januar 1948 erscheinen sollte, kam dann nicht über die Nullnummer hinaus. Die Militärregierung verweigerte die Lizenz. Danach beschloß man, Zusammenkünfte in der Form fortzusetzen, wie sie sich ergeben hatte. Und so wurde auf eine eigentlich "unvorhergesehene" Weise aus dem Kreis "politisch engagierter Publizisten mit literarischen Ambitionen" (Richter, Fünfzehn Jahre, 8) die Gruppe 47. Nach dem Vorbild der politisch aktiven spanischen "Generación de 98" wählte man zwar den Namen, aber man zog sich doch eher "resignativ [...] von einem unmittelbaren politischen Engagement auf Literatur und Literaturkritik" zurück. Richter propagierte sogar gegen die Intention von Andersch eine "konsequente Beschränkung auf die Literatursphäre" (Kröll, Funktion, 368). Schon im November 1947 kam man ein weiteres Mal mit dem alleinigen Ziel zusammen, aus entstehenden Werken zu lesen und sie zu diskutieren.

Ihre zwanzigjährige Existenz bis zur Auflösung der Gruppe 1967 im oberfränkischen Landgasthof Pulvermühle (Lkr. Bayreuth) verweigert eine schlüssige Definition. Im strengen soziologischen Sinne des Begriffs war es auch keine Gruppe; man verstand sich als Freundeskreis und "Nicht-Gruppe", im Selbstverständnis der "Mitglieder" war es gleichermaßen die literarische "Equipe" bzw. nur eine "Clique" (Richter, Fünfzehn, 13, 22, 26).

Die Tagungen, die eigentlich nur jeweils für drei Tage die Gruppe konstituierten, fanden halb- und ab 1956 ganzjährig an unterschiedlichen Orten in Deutschland, später auch in Schweden, Italien und den USA, statt. Handschriftlich lud Hans Werner Richter mit seinen legendären Postkarten ein, wer ihm vielversprechend genug erschien, vor den Schriftstellerkollegen unveröffentlichte Texte zur Diskussion zu stellen. Auf die Lesung folgte die Kritik der Hörer. Gemäß lange eingehaltener Rituale waren Grundsatzdebatten ebenso wie Repliken der Vorlesenden ausgeschlossen. Richter stand als Dirigent im Zentrum einer Handvoll Stammgäste und der Vielzahl wechselnder Teilnehmer. Wer immer geladen wurde, fühlte sich vor allem als junger Autor geehrt; die Teilnahme konnte große Erfolge begründen helfen, aber auch Traumata produzieren. Hatte die Gruppe derart in Form einer kollektiven Schreibwerkstatt begonnen, so mündete sie schließlich in eine Art Agentur oder Literatur-Markt mit Presse- und vielen Verlagsvertretern. Während die als "junge Generation" Angetretenen gemeinsam alterten, behauptete sie sich aber als ein nicht nur literarisches, sondern auch politisches Forum, das als Intellektuellen-Versammlung dank vieler Fäden zu den Medien das Leben in der Bundesrepublik belebte, erregte oder auch nur auf hohem Niveau unterhielt.

Für Günter Grass (1927-2015) lieferte sie die Vorlage zum in der Barockzeit spielenden Roman "Das Treffen in Telgte" (1979), der Hans Werner Richter gewidmet ist. Richter selbst setzte über seine Porträts von 21 Teilnehmern den Titel "Im Etablissement der Schmetterlinge" (1986). In den meisten Literaturgeschichten, und nicht nur für das Deutsche Literaturarchiv, markierte die Auflösung der Gruppe eine ganz entscheidende Zäsur der deutschen Literaturgeschichte im 20. Jahrhundert.

Publikationstätigkeit

Leistung und Gewicht dieses singulären Phänomens werden im Rückblick auf Entstehungszeit und Geschichte deutlich. Dabei sind auch viele parallele, vor allem aber post-festum-Polemiken gegen die Gruppe mitzudenken. Besonders nach 1960 steigerte manche politische Stellungnahme von Teilnehmern die Kritik, die in der Diffamierung durch den CDU-Funktionär Josef-Hermann Dufhues (CDU, 1908-1971) als "geheime Reichsschrifttumkammer" gipfelte (Lettau, Gruppe, 503-514).

Beim ersten Treffen in Altenbeuern hatte Heinz Friedrich eine Art Programm für die Gruppe, formuliert: "Die junge Generation hat den Anbruch eines neuen geistigen Zeitalters [...] auf den Schlachtfeldern der ganzen Welt erlebt und erlitten." (Friedrich, Gedanken, 258). Ebenso wie Friedrich führt für Richter der "Weg dieser Massenapokalypse [...] über Blut und Leichen, über Wunden und Tränen"; aber Richter hört auch "einen neuen Ton", der "aus dem Nihilismus herauf" (Richter, Vorwort, 5f.) steigt.

Das Erlebnis von 1945, das man als sog. Stunde Null in der Literaturgeschichte inzwischen zur Fiktion erklärte, weil einzelne Teilnehmer an den Gruppentreffen schon vor dem Krieg publiziert hatten, prägte die Autoren nicht ganz zu Unrecht in ihrem Selbstverständnis als "junge Generation". Einer Generationsgemeinschaft widerspricht nur scheinbar die Tatsache, dass der 40-jährige Günter Eich (1907-1972) neben dem 22-jährigen Wolfgang Bächler saß, denn sie sahen sich als "Söhne des Krieges" – für die Älteren waren die zwölf Jahre NS-Herrschaft verlorenes Leben –, und das nivellierte die Altersdifferenz. Wer damals immer auch Gültiges veröffentlichen wollte, musste sich der Einsicht stellen, dass "die 'Sklavensprache' zu roden, vom Gestrüpp der Propagandasprache zu reinigen und von der wortreichen, stilistisch übergewandten, nicht mehr verständlichen 'inneren Emigrationsliteratur' zu befreien" sei. "Die Kahlschlägler fangen in Sprache, Substanz und Konzeption von vorn an". Deshalb kann auch Wolfgang Weyrauch das "Ende der Einsamkeit" in der neuen Generationsgemeinschaft feiern und selbst als erst spät zur Gruppe 47 gestoßener Autor in Richters These einstimmen, die Gruppe repräsentiere nur einen Teil der viel umfassenderen Generationsgemeinschaft (Richter, Fünfzehn, 8f).

Was Victor Klemperer (1881-1960) schon 1946 in seiner linguistischen Studie ">LTI<. Die unbewältigte Sprache. Aus dem Notizbuch eines Philologen" beschrieben hatte, führten die 47er – wohl unabhängig von Klemperers im Westen viel zu wenig rezipiertem Buch – zu einem radikalen Neuansatz. Das "schriftstellerische Material" führte in der Ostzone wie in den Westzonen allerdings auch bald weit über die Suche nach einer neuen Sprache hinaus. Richter sammelte in einer kleinen Anthologie Gefangenen-Gedichte, die bewusst "den literarischen Ansprüchen eines verwöhnten Gaumens nicht entsprechen" wollten, die aber "um die literarische Neugestaltung in unserer Zeit" (Friedrich, Gedanken, 6) ringen. Und Heinz Friedrich erweiterte in der zitierten Rede den Horizont: "Das religiöse Gefühl schwindet mehr und mehr [...] Das Christentum [...] wirkt sich mehr und mehr als Decadence aus [...] In dieser Erkenntnis wird sich zugleich das religiöse Gefühl organisch miterneuern, ohne konfessionellen Sozialismus und ohne CDU." (Lettau, Gruppe, 260). Im Rückblick von 1962 resümiert Richter: "Sie ["die Angehörigen dieser Generation"] glaubten, demokratisches Denken ließe sich nur von oben nach unten vermitteln, nicht von unten nach oben und schon gar nicht mit einem neuen Untertanengefühl, diesmal gegenüber den Besatzungsmächten. So setzten sie sich in Gegensatz zu allen anderen [...] Sie [die Gruppe] wurde von vornherein von derselben Mentalität geprägt. Sie hat im Lauf der fünfzehn Jahre ihres Bestehens viele Mutationen durchgemacht. Ihre ideellen Ausgangspunkte aber blieben immer erhalten" (Richter, Fünfzehn, 10). Wie sehr Richter damit selbst über die 15 Jahre hinaus Recht behielt, beweist sein Plan, auch noch nach der angeblich abschließenden, von politisierten Studenten gestörten Tagung des Jahres 1967, eine weitere in der Gegend von Prag abzuhalten, um sich nach der "samtenen Revolution" mit tschechischen Autoren zu treffen, die ihrem Land eben jenen demokratischen Sozialismus bescherten, der den früh von den 47ern angestrebten "Sozialismus zwischen den Blöcken" zu verwirklichen schien. Jedoch durchkreuzte der Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen diese ideal gedachte Planung (man holte die Tagung 1990 nostalgisch nach).

Phasen

Zwischen dem programmatischen Start und den von der Realpolitik gesetzten Endstationen des Richter'schen Projekts liegen 20 Jahre, die sich in vier Phasen gliedern (Kröll, Funktion, 10. Diese chronologische Gliederung entspricht auch der Richters. Er selbst spricht allerdings von unterschiedlichen Generationen): die Nachkriegsphase bis 1952, der Aufstieg bis 1957, die Hochperiode 1958 bis 1964, der Zerfall bis 1967. Diese grob datierbaren Phasen, die je von wechselnd dominanten literarischen Gattungen bestimmt werden, lassen sich in ein Schema von Auf- und Abstieg bringen.

Phase 1: "Kahlschlag" (1945-1952)

Die erste Phase steht unter Weyrauchs Begriff vom "Kahlschlag"; für sie steht seine Sammlung "1000 Gramm" (1949), eine Sammlung von realistischer Kurzprosa nach dem Vorbild der amerikanischen "story", die für weitere Jahre die Lesungen prägte. Maßgebliche Autoren bei den am Anfang relativ häufigen Treffen waren Wolfdietrich Schnurre, Günter Eich – erster Träger des Preises der Gruppe 47 - und Heinrich Böll (1917-1983), der Preisträger von 1951. Er bekannte sich noch 1952 zur "Trümmerliteratur", nahm an späteren Treffen jedoch nur noch selten teil.

Phase 2: Lyrik (1952-1957)

Die zweite Phase setzt mit einer bis dato ungehörten Lyrik ein: 1952 traten in Niendorf bei der bereits zehnten Tagung erstmals Ingeborg Bachmann (1926-1973) und Paul Celan (1920-1970) auf. Sein Pathos beim Vortrag der "Todesfuge", von der Kritik als "poésie pure" (Brenner) missverstanden, befremdete und trug später der Gruppe den Vorwurf ein, sich dem Thema Holocaust nicht gestellt oder es auch nur übersehen zu haben. Angesichts der Zahl der Geladenen wurde damals schon befürchtet, das Treffen könne zu einer "Manuskript- und Schriftstellerbörse" (Lettau, Gruppe, 75) geraten. Dass erstmals ein Verlag (DVA) nicht nur den Preis gestiftet, sondern auch Hans Werner Richters Plan einer eigenen Zeitung realisiert hatte, die allerdings nach sechs Monaten bereits eingestellte "Literatur" (15. März - 1. November 1952), deutet bereits auf wachsende Publizität; mehreren Feuilletons gilt als Symptom neuer Erfolge, dass Teilnehmer mit eigenen Autos anreisten. "Eine leichte Neigung zum Repräsentativen" (Lettau, Gruppe, 80) konstatiert die "Neue Zeitung" anlässlich der Herbsttagung 1952, bei der es bereits wesentlich um die Bedeutung der Literatur für den Rundfunk ging; recht skeptisch wird das Fehlen von Arbeiten für das Theater wahrgenommen. 1955 forderte der Berliner Fernsehintendant die Autoren zur Mitarbeit am Sender auf. 1956 waren "aus Anfängern 'Prominenzen und Eminenzen' geworden", und es wurde bereits nach der Auflösung gefragt (Lettau, Gruppe, 116). Dass die Sprache anhaltend diskutiert wurde, zeigt die Orientierung – damals selten genug – an dem wichtigsten Sprachkritiker des ganzen 20. Jahrhunderts, an Karl Kraus (1874-1936); er hatte in seiner ethischen Kampfzeitschrift "Die Fackel" (1899-1936) exemplarisch Sprachkritik als Gesellschaftskritik betrieben (Lettau, Gruppe, 117).

Phase 3: "Funktionsverlust" (1958-1964)

Hatte 1957 Joachim Kaiser (geb. 1928) noch das Fehlen von "Manifesten und Programmen", ja sogar den Funktionsverlust der Gruppe beklagt und konstatiert, dass "der Gegensatz [...] Trümmerliteratur – hohe Dichtung" (Lettau, Gruppe, 123f.) längst nicht mehr gelte, so widersprach er ein Jahr später allen Vorwürfen, man treffe sich nur "zum Spaß", und begegnete jeder die Gruppe betreffenden Kritik. Nach der Lesung zweier Kapitel aus Günter Grass' "Blechtrommel" stand für ihn "die literarische Sache wieder im Mittelpunkt." (Lettau, Gruppe, 138). Dass "die interessantesten Talente der jüngeren Generation hier mündlich debütieren" (Lettau, Gruppe, 140), bemerkte zur selben Tagung der spätere Großkritiker Marcel Reich-Ranicki (1920-2013).

Das Jahr 1959 war das große Romanjahr der deutschen Nachkriegs-Literatur und gehörte mit Heinrich Bölls "Billard um halbzehn", Uwe Johnsons (1934-1984) "Mutmaßungen über Jakob" und Günter Grass' "Blechtrommel" drei 'Mitgliedern' der Gruppe. Daraufhin war ein Jahr später das Treffen so überfüllt, dass Richter für 1961 gezielt um Verständnis bittende Absagen an ehemalige Teilnehmer versandte; was als "Fortsetzung der Buchmesse mit anderen Mitteln" (Lettau, Gruppe, 163) gewirkt hatte, sollte sich nicht wiederholen. Das neuerliche Auftreten einer jüngeren Generation, als deren Repräsentant Helmut Heißenbüttel (1921-1996) galt, macht aus Sicht schwedischer Kritiker die Tagung 1964 in Sigtuna (Schweden) zu einem weiteren Höhepunkt der Gruppe, insofern eine Synthese der einstigen Ziele – Spracherneuerung aus politischem Engagement – erreicht scheint: Lars Gustafsson (1936-2016), als ausländischer, aber besonders mit Deutschland vertrauter Autor, resümiert: Die Autoren haben "die deutsche Sprache von jahrzehntelanger Vergiftung durch Metaphysik und Lügenworte gesäubert [...], das kritische und literarische Niveau eines ganzen Sprachgebiets gehoben und dem das Tor geöffnet, was in diesen Jahren immer deutlicher zur interessantesten Literatur Europas heranwächst" (Lettau, Gruppe, 194).

Phase 4: Niedergang der Gruppe

Mit der Tagung in Princeton (USA) im Jahre 1966 wurde das Ende der Gruppe eingeläutet. Hatten immer wieder Teilnehmer, oft von den Tagungen ausgehend, individuell (d. h. nicht als Kollektiv!) gezeichnete Stellungnahmen zu in- und ausländischer Politik formuliert – zur ungarischen Revolution, Atomrüstung, Spiegelaffäre und anderen Fragen –, so spaltete die Einladung nach den USA in der Zeit des Vietnamkrieges die in Sigtuna so euphorisch begrüßte Gruppeneinheit.

Man übersprang die rituell auf Kritik an gelesenen Texten beschränkten Stellungnahmen (Lettau, Gruppe, 450-464) und übte im Gastland auch noch bei Veranstaltungen außerhalb des Treffens Kritik an der Politik der USA. Neben dieser Sprengung durch politische Themen verletzte Peter Handke (geb. 1942) durch eine innerliterarische Grundsatzfrage die bewährten Rituale; er rebellierte gegen die vorherrschende Beschreibungsprosa und hatte durch sein pittoreskes Äußeres vor allem einen Riesenerfolg in den Medien. Der endgültige Zerfall der Intellektuellengruppe, der nach der Princeton-Tagung drohte und durch neue literarische Zeitschriften in der Bundesrepublik wie "Kürbiskern" und "Konkret" auch unterfüttert wurde, ereignete sich erst im folgenden Jahr in der Pulvermühle. Zwar gehörte für einen ihrer zentralen Teilnehmer die Gruppe schon ein Jahr davor "zu den Institutionen, auf deren Ende man sich vorbereiten soll" (Kaiser, Tage, 15-18). Diesen schon öfter verlauteten, wenn auch nie so prophetisch-finalen Abgesang stimmte Joachim Kaiser an, der seit Anfang der 1950er Jahre als Kritiker maßgeblich an den Treffen mitwirkte (das von ihm geleitete Feuilleton der "Süddeutschen Zeitung" war eine wesentliche Plattform der Gruppe).

Allerdings verlief dieses Ende wohl anders, als Kaiser es sich gedacht hatte. Angeblich waren es von Tagungsteilnehmern ermutigte Studenten aus Erlangen, die mit Hämerufen "Dichter! Dichter! Dichter!" die Autoren provozierten (Arnold, Gruppe, 251). Eine gewisse Symmetrie zum Anfang der Gruppe nach der Neubeurer Tagung lässt sich dabei nicht übersehen. Die unterschiedlichen Reaktionen auf die Störung – einzelne beriefen sich vor den Studenten auf ihre Anti-Springer-Resolution, andere wollten mit deren Pauschalprotest nichts zu tun haben – ergaben Spannungen. Richter sah eine drohende "Wiederkehr der Ideologen" (Richter, Was war, 41-179), die bei Martin Walser (geb. 1927) jedoch neues Interesse an der Gruppe erweckte (Arnold, Gruppe, 252). Das Konzept der Treffen schien also durchaus überlebenstüchtig: So erhielt Jürgen Becker (geb. 1932) in der Pulvermühle, wie das nur nach geglückten Treffen üblich war, den längere Zeit nicht vergebenen Preis der Gruppe.

Ursachen des Niedergangs

Eigentlich war es also erst die Realpolitik, die 1968 verhinderte, regelmäßige Treffen fortzusetzen. Richter allerdings hoffte noch auf eine Fortführung und lud zu zwei eingeschränkten weiteren Treffen ein: 1972 in seine Berliner Wohnung und 1977 zum 30-jährigen Bestehen, das nach Richters Rückblick "wie immer" (Arnold, Gruppe, 179) verlief. Im Rückblick erschien die Gruppe "als eine Art Utopie [...], die real existierte" (Friedrich, Dichter, 45), doch schränkten viele Einsichten deren Verdienste ein. Sie ergaben sich weit über dem Niveau der zeitgleichen Polemik aus rechter Parteipolitik, weil man in der Gruppe Literatur und ihre Themen marginalisiert hatte.

  • Ihr Ende verbindet sich mit dem Anbruch des "'dramatischen Jahrzehnts der Bundesrepublik" (Barner, Geschichte, 463-501), mit dem Dokumentartheater und dem neuen Volksstück. Abgesehen vom "Marat"-Stück des Peter Weiß (1916-1982) hatte es kaum Lesungen aus Dramen gegeben. (Kurz-) Prosa und Lyrik waren die favorisierten Gattungen bei Gruppenlesungen.
  • Durch ihre Preisträger, die, aus ihrer Mitte gewählt, später in Mehrzahl auch den Büchnerpreis erhielten, gewann die Gruppe den Anschein, eine Art "literarische Nationalmannschaft" zu sein. Dagegen gab schon 1967 Hans Dollinger (geb. 1929) die Sammlung "außerdem. Deutsche Literatur minus Gruppe 47 gleich wieviel?" heraus, zu der Hans Werner Richter ein einschränkendes "Grußwort" schrieb. 1991 wandte sich Hermann Kinder (geb. 1944) mit dem "Mythos von der Gruppe 47" gegen die ihr zugeschriebene Repräsentanz. Er bestätigte die "imposante Produktion", die – zeitbedingt – "von dem Schwung, der Vorreiterrolle des allgemeinen Kulturglaubens" getragen war.
  • Am schwersten wiegt der Vorwurf, die Gruppe hätte Exilautoren ausgeschlossen und die Erinnerungspolitik zu gering gepflegt. Die aus dem Exil zurückkommenden Autoren standen für Richter "in ihrer Mentalität noch in der Weimarer Republik, und die hatten sie in der Emigration konserviert [...] Wir mußten sehen, daß wir allein was auf die Beine brachten" (Arnold, Gruppe, 144). Thomas Mann (1875-1955), als d i e literarische Autorität, verurteilte "die Unverschämtheit der sog. jungen Generation da drüben"; er sah in "der lächerlichen Wirtschaftsblüte der amerikanischen Lieblingskolonie 'Westdeutschland'" und in "diesem frechen und unmoralischen Wohlsein nach Schandtaten, die mit der Höllenfahrt von 1945 schlossen" (Brief vom 17.5.1954 an Klaus Mampell [1916-2000]) nur Negatives. Dabei übersah er den humanistischen Ansatz und das prägende, wie immer auch fragwürdige, "Stunde Null"-Bewusstsein. Die Gruppe 47 hatte sich ja auch entschieden gegen die Idee einer deutschen Kollektivschuld gewandt. Ihr hing Thomas Mann im Gegensatz zu manch anderem Exilautor an. Aufgrund der mit dem Anfangsbewusstsein verbundenen Ablehnung der "Remigranten" und ihrer Sprache wirft Klaus Briegleb (geb. 1932) der Gruppe in methodisch angestrengten Interpretationen fiktiver und nichtfiktiver Texte einen massiven Antisemitismus vor.

Bewertung ihrer Bedeutung

Angesichts der literarischen Erfolgszahlen von Autoren der sogenannten inneren Emigration während der 1950er Jahre (Ernst Wiechert [1887-1950], Werner Bergengruen [1892-1964], Hans Carossa [1878-1956] u. a.) läutete die – wie immer auch mediengerechte – Selbstinszenierung der Gruppe 47 einen entschiedenen Wandel im stark literarisch geprägten Selbstverständnis der bundesrepublikanischen Bevölkerung ein. In früher Auseinandersetzung mit der Militärregierung wie auch später in der Reaktion auf die DDR und die von dort kommenden Autoren trugen ihre 'Mitglieder' wesentlich zum heutigen Bild der Bundesrepublik bei. Ihr kollektives Auftreten sicherte zudem dem Medium Literatur ein derzeit schmerzlich vermisstes Gewicht.

Preisträger

Der "Preis der Gruppe 47" wurde unregelmäßig vergeben. Er wurde vornehmlich an junge, noch weitgehend unbekannte deutschsprachige Schriftsteller verliehen.

Jahr Preisträger Lebensdaten Werk
1950 Günter Eich 1907-1972 Gedichte, vornehmlich publiziert in Botschaften des Regens (1955)
1951 Heinrich Böll 1917-1985 Die schwarzen Schafe (1951)
1952 Ilse Aichinger geb. 1921 Spiegelgeschichte (1949)
1953 Ingeborg Bachmann 1926-1973 Die gestundete Zeit (1953)
1954 Adriaan Morriën 1912-2002 Zu große Gastlichkeit verjagt die Gäste, in: Ein unordentlicher Mensch (1955)
1955 Martin Walser geb. 1927 Templones Ende (1955)
1958 Günter Grass 1927-2015 Die Blechtrommel (1959)
1962 Johannes Bobrowski 1917-1965 Sarmatische Zeit (1961)
1965 Peter Bichsel geb. 1935 Die Jahreszeiten (1967)
1967 Jürgen Becker geb. 1932 Ränder (1968)

Literatur

  • Heinz Ludwig Arnold u. a. (Hg.), Die Gruppe 47. Ein kritischer Grundriß (edition text + kritik Sonderband), München 1980.
  • Wilfried Barner (Hg.), Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis zur Gegenwart, München 2. Auflage 2006. (passim)
  • Stephan Braese (Hg.), Bestandsaufnahme. Studien zur Gruppe 47, Berlin 1999.
  • Klaus Briegleb, Mißachtung und Tabu. Eine Streitschrift zur Frage: "Wie antisemitisch war die Gruppe 47?", Berlin/Wien 2003.
  • Nicolas Born/Jürgen Manthey (Hg.), Literaturmagazin 7: Nachkriegsliteratur, Reinbek bei Hamburg 1977. (passim)
  • Justus Fetscher u.a. (Hg.), Die Gruppe 47 in der Geschichte der Bundesrepublik, Würzburg 1991.
  • Heinz Friedrich, Dichter und Richter. Gedanken über die Gruppe 47 aus Anlaß des 80. Geburtstages von Hans Werner Richter, in: Jahrbuch der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 3 (1989), 41-48.
  • Heinz Friedrich, Meine Gedanken zur geistigen Lage der jungen Generation, in: Heinz Friedrich, Erlernter Beruf: Keiner. Erinnerungen an das 20. Jahrhundert, hg. von Björn Göppl, München 2006, 257-260.
  • Dominik Geppert, Von der Staatsskepsis zum parteipolitischen Engagement. Hans Werner Richter, die Gruppe 47 und die deutsche Politik, in: Dominik Geppert/Jens Hacke (Hg.), Streit um den Staat. Intellektuelle Debatten in der Bundesrepublik 1960-1980, Göttingen 2008, 46-68.
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Quellen

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  • Hans Werner Richter (Hg.), Deine Söhne, Europa. Gedichte deutscher Kriegsgefangener, München 1947.
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  • Toni Richter, Die Gruppe 47 in Bildern und Texten, Köln 1997.
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  • Wolfgang Weyrauch (Hg.), Tausend Gramm. Ein deutsches Bekenntnis in dreißig Geschichten aus dem Jahr 1949. Mit einer Einleitung von Charles Schüddekopf. Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe, Reinbek bei Hamburg 1989.
  • Horst Ziermann (Hg.), Gruppe 47. Die Polemik um die deutsche Gegenwartsliteratur. Eine Dokumentation, Frankfurt am Main 1966.


Weiterführende Recherchen

Externe Links

Empfohlene Zitierweise

Ulrich Dittmann, Gruppe 47, publiziert am 20.07.2016; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Gruppe 47> (17.12.2017)