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Ukrainische Freie Universität

Das Logo der Ukrainischen Freien Universität. Die Umschrift lautet: UNIVERSITAS LIBERA UCRAINENSIS. (aus: Janiw, Wololdymyr: Urkrainische Freie Universität. Kurzgefasste Geschichte und dokumentarische Ergänzungen, München 1976. Bayerische Staatsbibliothek, Z 77.516)
von Nikolas Szafowal

Die 1921 in Wien gegründete und seit 1945 in München angesiedelte Ukrainische Freie Universität ist eine staatlich genehmigte nichtstaatliche Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht. Ihr Träger ist der Verein "Freunde der Ukrainischen Freien Universität e. V.". Die Universität versteht sich als Lehr- und Lernort ukrainischsprachiger Studenten aus aller Welt. Ihr fachliches Angebot reicht von Ukrainistik über die Kunst- und Kulturwissenschaften bis hin zur Jurisprudenz.

Die Anfänge

Die Anfang der 1920er Jahre als Staat nicht existierende ukrainische Nation legte unter schwierigsten Bedingungen den Grundstein für eine Universität, die in der Emigration wirken sollte. Das tief verborgene Ziel war die Bewahrung der Libertas academica und die Sicherung der objektiven Wahrheit in den Geisteswissenschaften.

Die Idee entstand 1919 in Wien, als ukrainische Wissenschaftler und Akademiker, die in dieser Metropole tätig waren, die Gründung einer freien, d. h. nichtstaatlichen Universität mit Sitz in Prag beschlossen. Die ersten Sondierungsgespräche in Prag führten wegen der sozio-politischen Umstände in dem neugegründeten tschechoslowakischen Staat zu einer Zeit- und Standortverschiebung.

Die Entscheidung fiel auf Wien, da die Stadt über Jahrhunderte hinaus das politische Zentrum der ukrainischen Gebiete im Habsburger Reich war.

Die ersten Schritte standen im Zeichen tiefgreifender Meinungsverschiedenheiten über den Aufbau der geplanten Universität. Die Gruppe um den Historiker Mychajlo Hruševs’kyj (1866-1934) hob den "freien" Charakter der Vorlesungen und des Zusammenspiels einzelner innerinstitutioneller Einrichtungen hervor. Der Sprachwissenschaftler Oleksander Kolessa (1867-1945) und seine Anhänger verstanden unter dem Begriff "freie" den nichtstaatlichen Charakter der zukünftigen Hochschule und betonten die akademische Freiheit als höchstes Gut. Dieser letzten Auffassung nach sollte die Einrichtung dem Modell und der Struktur einer klassischen mitteleuropäischen Universität nach humboldtschem Verständnis entsprechen. Der Konflikt wurde am 29. November 1920 zugunsten der zweitgenannten Auffassung entschieden. Auf dieser Sitzung wurde der erste akademische Senat bestellt. Oleksander Kolessa wurde zum ersten Rektor gewählt.

Die Wiener Periode

Die feierliche Eröffnung der Universität fand am 17. Januar 1921 statt. Dieses Datum gilt seitdem als Gründungstag. Den ersten Festvortrag hielt Serhij Šeluchyn (1864-1938) zum Thema "Recht, Ethik, Religion, Gerechtigkeit". Dieser erste Vortrag hatte einen implizit programmatischen Charakter. Er gab der Universität ihre Prägung. Indem sie politisch und konfessionell ungebunden bleibt, ist sie zugleich zutiefst werteverbunden.

Die im November 1920 angekündigten und am 24. Januar 1921 begonnenen 27 Vorlesungen hielten zwölf Professoren und drei Dozenten in den Räumlichkeiten verschiedener Wiener Grund- und Mittelschulen.

Die finanzielle Lage der Neugründung war prekär. Das "Memorandum zur Sache Ukrainische Freie Universität" vom 16. März 1921 richtete sich an die tschechoslowakische Regierung und stellte die Lage und das Ziel vor. Anfang Mai erschienen in Prag Rektor Kolessa und Prorektor Stanyslav Dnistrjans’kyj (1870-1935). Sie übergaben den Regierungsstellen auf höchster Ebene die Bitte, die Universität nach Prag verlegen zu dürfen, um ihre Aktivitäten dort entwickeln zu können. Dem Antrag, die Universität von Wien nach Prag zu verlegen, wurde von Staatspräsident Tomáš Garrigue Masaryk (1850-1937) durch Erlass des Außenministeriums der tschechoslowakischen Republik am 16. September 1921 stattgegeben.

Die Direktoren der Ukrainischen Freien Universität von 1921-1971. (aus: Wolodymyr, Janiw: Ukrainische Freie Universität. Kurzgefasste Geschichte und dokumentarische Ergänzungen, München 1976. Bayerische Staatsbibliothek, Z 55.516)

Die Prager Periode

Der im Oktober 1921 vollzogene Umzug von Wien nach Prag war mit der Sicherung einer finanziellen Dotierung durch den Tschechoslowakischen Staat und mit einem bemerkenswerten Wachstum der Studentenzahl verbunden. Im ersten Prager Semester ist die Zahl der Studierenden von den ursprünglichen 90 in Wien auf 702 gewachsen.

Aus der Prager Periode stammt die bis heute gültige Regelung, die das Ukrainische als Unterrichtssprache vorschreibt. Ausnahmen zu dieser sprachlichen Regelung werden vom zuständigen Dekan genehmigt. In der Geschichte der Universität fanden Vorlesungen nicht nur auf Ukrainisch sondern auch auf Deutsch und Englisch statt. Bis Mitte der 1960er Jahre fanden auch die Übungen in klassischer Philosophie auf Altgriechisch bzw. Latein statt.

Die Universität entwickelte sich in kurzer Zeit zum wichtigsten Mittelpunkt des ukrainischen akademischen Lebens in der Emigration. Der Rektor war von Amts wegen Vorsitzender des Ukrainischen Akademischen Komitees in Prag, der bis zur Aufnahme der UdSSR in den Völkerbund im Jahre 1934 Mitglied des Internationalen Komitees für akademische Zusammenarbeit – Vorläufer der UNESCO – war.

Die 1920er Jahre standen im Zeichen des Aufbaus, während sich die Tätigkeit der 1930er Jahre im Rahmen einer tiefgreifenden Krise entfaltete. Wegen der Neuorientierung der Außenpolitik der tschechoslowakischen Regierung gegenüber der UdSSR und Polen stand die Universität vor einer politisch motivierten Schließung. In dieser schwierigen Lage rettete die Hochschule der damalige Rektor Ivan Horbačevs’kyj (1854-1942), der zugleich Präsident der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften war.

Das Münchner Abkommen im Frühjahr 1938 und der Zweite Weltkrieg wurden zu neuen Herausforderungen und Gefahren, die die Lebensfähigkeit der Einrichtung auf die Probe stellten. Sie wurde an die deutschsprachige Karlsuniversität angegliedert. Unter besonders schwierigen Umständen gelang es der Universitätsleitung, einigen Studierenden tschechischer Nationalität, die ein politisch motiviertes Studienverbot hatten, einen Studienabschluss zu ermöglichen.

Das Ende der Prager Periode kam Anfang Mai 1945 mit der Besetzung Prags durch sowjetische Truppen. Die Universität wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht liquidiert, die dort tätigen Mitarbeiter verhaftet und in die UdSSR deportiert, wo sie meistens – so z. B. Avhustyn Vološyn (1974-1946), letzter Rektor der Prager Periode, oder der letzte Kanzler Mykola Rosynevyč (gest. 1946) – infolge der Verhöre starben. Die Sachwerte wurden vernichtet, geraubt oder in die UdSSR transportiert. Die wertvolle Universitätsbibliothek ging für immer verloren; ihre Bestände wurden Teil verschiedener Bibliotheken.

Die Münchner Periode

Das rettende Ufer für die Universität hieß München, da in der bayerischen Hauptstadt Menschen aus verschiedenen Migrationswellen, grundverschiedener soziokultureller Herkunft, aus allen Gebieten der Ukraine, mit unterschiedlichen Konfessionen und politischen Ansichten zusammentrafen. Der Schmerz um den Verlust der Heimat und der Wunsch, der ukrainischen Idee weiterhin zu dienen, verbanden diese Menschen über alle Unterschiede hinaus.

Die Universität nahm im Oktober 1945 den Lehrbetrieb in dem zum Teil zerstörten Gebäude der heutigen Ernst-Reuter-Schule, damals Volkschule an der Versailler Straße, in München auf und erneuerte im Januar 1946 ihre verlegerische Tätigkeit.

Am 16. September 1950 wurde ihr Wirken als private Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht durch Ministerialerlass Nr. XI 60710 des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus genehmigt. Diese Genehmigung wurde am 28. Juni 1978 nach einer Änderung des Bayerischen Hochschulgesetzes bestätigt. Dieser Bestätigung folgte eine neue im Jahr 2000, als eine neue Universitätsgrundordnung vom zuständigen bayerischen Staatsministerium mit der Gründung einer dritten Fakultät – der Ukrainistischen – genehmigt wurde.

Aufgabe

Laut Grundordnung hat die Universität folgende Aufgaben: "Die Pflege jener Zweige der Wissenschaft, die unmittelbar oder mittelbar zur Ukraine Bezug haben, sowie die Entwicklung der deutsch-ukrainischen Beziehungen im globalen, insbesondere europäischen Kontext; (und) die Förderung der ukrainischen Studien in Deutschland, insbesondere in Bayern, in Forschung und Lehre".

Diese Aufgaben werden durch in der Grundordnung vorgesehene Maßnahmen erreicht: "systematische Vorlesungen, Vorträge und Seminare in deutscher und ukrainischer Sprache, nach Bedarf auch in anderen Sprachen (Englisch); in einer Magisterordnung und einer Promotionsordnung näher geregelten Studiengänge; erforderliche Institute, Bibliotheken und Archiven; verschiedene wissenschaftliche Forschungsarbeiten; Vertretungen bzw. Außenstellen der Universität im Ausland; die enge Zusammenarbeit mit deutschen, insbesondere bayerischen Universitäten und ausländischen Universitäten".

Struktur und Leitungsgremien

Die Universität gliedert sich in drei Fachbereichen (Fakultäten):

  1. die im Jahre 2000 gegründete Fakultät für Ukrainistik mit den Bereichen ukrainische Sprache, Literatur und Journalistik. Seitdem wird sie als Zeichen des universitären Charakters an erster Stelle geführt;
  2. die Philosophische Fakultät mit den Bereichen vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaften, Geschichte, Philosophie, Kunstwissenschaft und Pädagogik;
  3. die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät mit den Bereichen Rechts-, Wirtschaftswissenschaften und Soziologie. Diese Fakultät trug seit Gründung der Universität verschiedene Bezeichnungen: Fakultät für Rechts- und Sozialwissenschaften (1921-1970), Fakultät für Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (1970-2000) und ab Wintersemester 2000/2001 die heutige Bezeichnung.

An jeder Fakultät wirkt ein Universitätsinstitut. Das Pädagogische Institut, das Nachfolger der im Sommersemester 1982 gegründeten Pädagogische Kurse ist, hat die Weiterbildung von ukrainischen Lehrern zum Ziel und trägt durch Weiterbildung von Multiplikatoren aus der Ukraine zum Reformprozess des Schulsystems im Land bei. Das 2004 gegründete Institut für die Soziale Markwirtschaft in der Ukraine sucht nach brauchbaren Wegen, die (soziale) Marktwirtschaft in der Ukraine zu fördern. Das Ziel des Instituts zur Erforschung der deutsch-ukrainischen Beziehungen ist die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Beziehungen in ihrer Gesamtkomplexität. Dieses Institut entstand im Jahre 1993 als Reform des 1982 gegründeten Instituts zur Erforschung der nationalen Probleme. In der Prager Periode gab es keine Universitätsinstitute.

In der Münchner Periode waren neben den ausgeführten folgende Institute aktiv: Institut für Fernstudium (1948-1955), Institut für Literaturwissenschaft (1954), Institut für Psychologie (1954-1955), Sommerhochschule für Ukrainekunde (1969-1978), Hochschulkurse für Ukrainekunde (1978-1992), Zentrum zur Erforschung der ukrainischen Diaspora (1975-1980), Institut zum Millennium des Christentums in der Ukraine (1986-1991), Ständiges Universitätsseminar (1993-2000).

Die Leitung der Universität besteht (2013) aus fünf Gremien:

  1. Rektor und Senat
  2. Professorenkollegium
  3. Fachbereichssprecher und Fachbereichsräte, wie die Dekane und die Fakultätsräte genannt werden
  4. Kanzler
  5. Kuratorium

Finanzierung

In der Vergangenheit setzte sich die Finanzierung je nach Periode aus unterschiedlichen Quellen zusammen.

In der Wiener Periode wurde das Universitätswirken aus Zuschüssen der in Wien ansässigen Union Ukrainischer Journalisten und Schriftsteller sowie aus Studiengebühren, die jedoch nicht von allen Studierenden gezahlt wurden. Diese Zuschüsse reichten nicht aus, um ein reibungsloses Wirken der Institution zu gewährleisten. Sie ermöglichten die im nächsten Abschnitt genannte Anzahl von Lehrveranstaltungen sowie die Herausgabe der ersten Universitätsveröffentlichung im eigenen Verlag.

Nach ihrer Übersiedlung nach Prag erhielt die Universität jährliche staatliche Zuwendungen des Tschechoslowakischen Staates durch das Erziehungsministerium sowie den Fonds des Republikpräsidenten Masaryk. Im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren wurden die Zuschüsse des Erziehungsministeriums weiterhin gewährleistet. Erhebliche Beträge kamen vom Ukrainischen Zentralkomitee in Krakau.

In München erhielt die Universität Zuwendungen des Heiligen Stuhles, die von Erzbischof Ivan Bučko (1891-1974), der dem Kuratorium der Universität vorstand, vermittelt wurden, sowie der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Hilfe und Fürsorge, die ihre Arbeit in Deutschland Mitte 1945 aufnahm. Seitens deutscher Regierungsstellen genoss die Universität Zuwendungen im Zuge einer Fehlbedarfsfinanzierung seitens des Bundes durch das Ministerium des Innern und des Freistaates Bayern, zuletzt durch das Wissenschaftsministerium. Die Zuwendungen des Bundes wurden zum Ende des Jahres 1996 eingestellt. Der Freistaat Bayern leistete eine finanzielle Hilfe bis zum Jahre 2004. Zurzeit (2013) wird das Wirken der Universität von Erträgen aus einem eigenen Kapitalfonds, der vom Trägerverein "Freunde der Ukrainischen Freien Universität" verwaltet wird, Studiengebühren, Zuwendungen der universitätseigenen Stiftungen in den Vereinigten Staaten von Amerika (Ukrainian Free University Foundation, Inc., mit Sitz in New York) und Kanada (Canadian Foundation to the Ukrainian Free University mit Sitz in Winnipeg) sowie aus Spenden, die von der ukrainischen Emigration und von Nichtukrainern geleistet werden. Die aktive finanzielle Unterstützung der ukrainischen Diaspora bleibt seit der Gründung ein entscheidender Faktor für das Weiterbestehen der Institution.

Professorenkollegium und Graduierte

Von den im ersten Semester tätigen zwölf Professoren und drei Dozenten ist die Anzahl der Mitglieder des Professorenkollegiums im Wintersemester 2010/11 auf rund 60 gewachsen. Sie kommen aus verschiedenen Ländern, darunter Staaten der Europäischen Union, die Ukraine, die Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada.

Vom Wintersemester 1920/21 bis zum Wintersemester 2010/11 haben insgesamt 415 Lehrkräfte 5.132 Haupt- und Proseminare, Vorlesungen und Übungen angeboten.

Im ersten Semester gab es insgesamt 90 Studierende, darunter 15 Frauen. Bis heute (2013) waren rund 9.000 Studenten aus 21 Staaten und 25 Nationen (von der Universität wurde die religiöse Zugehörigkeit zum Judentum als nationale Zugehörigkeit gewertet, wodurch die unterschiedlichen Zahlen zustandekommen) an der Ukrainischen Freien Universität eingeschrieben.

Zum heutigen Tage (2013) kann laut Artikel 17 der Grundordnung ordentlicher Hörer sein, "wer nicht Deutscher ist, und einen dem Bachelor vergleichbaren Abschluss auf einem der in der Universität vertretenen Fachgebiete erworben hat und die Beherrschung der ukrainischen Sprache sowie ausreichende Kenntnisse in der deutschen Sprache nachweisen kann".

Die Universität hat vom 22. Mai 1921 bis zum Ende des Wintersemesters 2010/11 insgesamt 332 Magister- und 576 Doktorgrade sowie 225 Lehrerdiplome verliehen und 38 Habilitationsverfahren durchgeführt. Der erste und einzige Abschluss der Wiener Periode ist das Habilitationsverfahren von Ivan Mirčuk (Johann Mirtschuk, 1891-1961), der später eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Universität gespielt hat, Hauptakteur des deutsch-ukrainischen akademischen Dialogs und korrespondierendes Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften war. Die absolute Mehrheit dieser Abschlüsse fällt auf die Münchner Periode.

Die auf den ersten Blick vermutliche Disproportion zwischen den Studierendenzahlen und der Anzahl der Abschlüsse lässt sich durch die konkreten geschichtlichen Umstände erklären sowie durch die Form des Wirkens: In der Prager Periode waren die meisten Studenten gleichzeitig an der Karls-Universität und an der Ukrainischen Freien Universität immatrikuliert. An der Ukrainischen Freien Universität vervollständigten sie ihre ukrainische Bildung unter den Umständen der Emigration. Ferner sind die Teilnehmer verschiedener Sonderprogramme der Universitätsinstitute, z. B. des Instituts für Fernstudium oder der Hochschulkurse für Ukrainekunde, als Studenten geführt worden, erwarben jedoch keinen Studienabschluss. Die einzige Ausnahme bildeten Studierende der Pädagogischen Kurse bzw. des Pädagogischen Instituts.

Veröffentlichungen

Die Wiener Periode stellte die Weichen für die verlegerische Tätigkeit, da bereits im Frühjahr 1921 das erste Buch erschien. Es handelte sich um Kost' Los'kyjs Römisches Recht. Im eigenen Verlag erschienen seitdem 635 Titel, wie die von Roman Yaremko (geb. 1976) im Jahre 2006 verfasste und 2011 vervollständigte erste wissenschaftliche Bibliographie dokumentiert. Von diesen Titeln sind 510 in München publiziert worden.

Aktuelle Situation

Die Universität hat zurzeit (2013) die höchste Zahl an Studierenden seit Anfang 1950. Sie ist eine etablierte Einrichtung der bayerischen Wissenschaftslandschaft und hat dank der Reformbestrebungen der letzten Jahre ihre Rolle als Sammelbecken bedeutender Vertreter der ukrainischen Wissenschaft und der Ukrainistik gefestigt und erweitert.

Literatur

  • Reinhard Heydenreuter, Ukrainer in München, in: Angela Koch (Hg.), Xenopolis. Von der Faszination und Ausgrenzung des Fremden in München. Begleitband zur Ausstellung "Xenopolis. Von der Faszination und Ausgrenzung des Fremden. Künstlerische Beiträge und Historische Perspektiven" in der Rathausgalerie München vom 27. April bis 12. Juni 2005, Berlin 2005, 313-317.
  • Roman Holiat, "Short history of the Ukrainian Free University", in Papers of the Shevchenko Scientific Society, Num. 21, New York 1964.
  • Volodymyr Janiw, Ukrainische Freie Universität. Kurzgefaßte Geschichte und dokumentarische Ergänzungen (Ukrainische Freie Universität Varia 6), München 1976.
  • Caroline Milow, Die Ukrainische Frage 1917-1923 im Spannungsfeld der europäischen Diplomatie, Wiesbaden 2002.
  • Ivan Mirčuk, "Ukrains’kyj vil’nyj Universytet", in: Narukovyj zbirnyk UVU. 5. Band, München 1948.
  • Semen Narižnyj, Ukrains’ka emihracija, Prag 1942.
  • Maike Petersen, Die Ukrainische Freie Universität und die Rolle in der Auseinandersetzung um die Russifizierung der Ukraine in der Sowjetunion (Arbeitspapiere des Instituts für Internationale Politik und Regionalstudien 23), München 1998.
  • Nicolas Szafowal/Roman Yaremko (Hg.), Universitas Libera Ucrainensis. 1921-2006, München 2006.
  • Ukrajinská Svobodná Univerzita (1921-1996) vedecký sborník z konference, venované 75. výrocí zalození univerzity, Praha, 29.-30. listopadu 1996 (Edice Slovanské Knihovny), Praha 1998.
  • Anna Tellinger, Die Geschichte der Ukrainischen Universität in München und ihre personellen und institutionellen Netzwerke, Zulassungsarbeit München 2013.
  • Ukrajins’kyj vil’nyj Universytet v Prazi v 1921-1931. 2 Bände, Prag 1931.
  • Universitas Libera Ucrainensis 1921-2006 (Varia 52), München 2006.
  • Volodymyr Yaniv, "Ukrainian Free University", in: Encyclopaedia of Ukraine. 5. Band, Toronto 1993, 382-384.
  • "Z dial’nosty UVU za druhe desjatylittja isnuvannja (1931-1941)", in: Naukovyj zbirnyk UVU v Prazi, 3. Band, Prag 1942.

Quellen

  • Archiv der Ukrainischen Freien Universität.
  • Dokumente aus Archiven in Berlin, Kiew, München, Prag, Warschau und Wien sowie aus dem Privatarchiv des Autors.
  • Staatsarchiv Prag.

Weiterführende Recherche

Externe Links

Freie Ukrainische Universität, UFU

Empfohlene Zitierweise

Nikolas Szafowal, Ukrainische Freie Universität, publiziert am 12.06.2013; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Ukrainische_Freie_Universität> (17.11.2018)