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Deutschvölkische Freiheitspartei (DVFP), 1922-1933

Mitglieder der "Nationalsozialistischen Freiheitspartei" v. l. n. r.: Konrad Schliephacke (Beamter, Abgeordneter 1879-1940), Albrecht von Graefe (Major, Abgeordneter 1868-1933), Unbekannt, Ernst Röhm (Stabschef, Minister 1887-1934), Heinrich Blume (Lehrer, Abgeordneter 1887-1964). (Foto: 1925, Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-6704)
Reinhold Wulle (1882-1950), von 1928 bis 1933 Vorsitzender der "Deutschvölkischen Freiheitspartei (DVFP)" im Gespräch mit einer Frau vor dem Reichstag in Berlin (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-4058)
Rudolf Buttmann (1885-1947), von 1933 bis 1945 Mitglied des Reichstages (NSDAP), 1935 bis 1945 Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-668)

Antisemitische, nationalistisch-völkische Partei, gegründet am 16. Dezember 1922 als Abspaltung der als zu gemäßigt verstandenen Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Den Vorsitz übernahm 1922-1928 Albrecht von Graefe (1868-1933), ihm folgte bis 1933 Reinhold Wulle (1882-1950). Zu den prominenten Mitgliedern gehörten Theodor Fritsch (1852-1933), Artur Dinter (1876-1948), Rudolf Xylander (1872-1946), Gerhard Roßbach (1893-1967) und Rudolf Buttmann (1885-1947). Ihren organisatorischen Schwerpunkt hatte die Partei in Norddeutschland. Sie kooperierte mit der NSDAP und war 1923 am gescheiterten Hitlerputsch in München beteiligt. Bei den Reichstagswahlen im Mai 1924 erzielte sie auf einer kurzlebigen gemeinsamen Liste mit der nun verbotenen NSDAP unter dem Namen Nationalsozialistische Freiheitspartei (NSFP) 6,5% der Stimmen (32 Sitze), sodass u. a. Erich Ludendorff (1865-1937), Wilhelm Frick (1877-1946), Ernst Röhm (1887-1934), Gottfried Feder (1883-1941) und Theodor Fritsch für die gemeinsame Fraktion in den Reichstag einzogen. Bei den Landtagswahlen in Bayern einen Monat zuvor war die DVFP Teil der Wahlplattform Völkischer Block in Bayern (VBl) gewesen, die 17,1% der Stimmen erzielte. Abgesehen von diesen Wahlerfolgen verlor die DVFP insbesondere nach der Wiederbegründung der NSDAP 1925 zusehends an Bedeutung. Mit dem "Gesetz gegen die Neubildung von Parteien" vom 14. Juli 1933 wurde sie verboten.

Literatur

  • Manfred Weißbecker, Deutschvölkische Freiheitspartei (DVFP), 1922-1933, in: Dieter Fricke u. a. (Hg.), Lexikon zur Parteiengeschichte. Die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien und Verbände in Deutschlnad (1789-1945). 2. Band, Leipzig 1984, 550-558. (faktenreich, allerdings mit streng marxistischer Interpretation)
  • Reimer Wulff, Die Deutschvölkische Freiheitspartei 1922-1928, Marburg 1968.

Quellen

  • Deutschnationale Schriftenvertriebsstelle (Hg.), Die Deutschvölkische Freiheitspartei (Deutschnationales Rüstzeug 1924/1), Berlin 2. Auflage 1924.

Weiterführende Recherche

Externe Links

Empfohlene Zitierweise

Deutschvölkische Freiheitspartei (DVFP), 1922-1933, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Deutschvölkische Freiheitspartei (DVFP), 1922-1933> (15.11.2018)