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== [[Beisetzung Kronprinz Rupprechts, München, 6. August 1955]] ==
[[Datei:Aug 26 Beisetzung Kronprinz.jpg|left|250x250px|link=Beisetzung Kronprinz Rupprechts, München, 6. August 1955|Aufbahrung von Kronprinz Rupprecht von Bayern 3. August 1955 in Leutstetten. Fotografie von Georg Fruhstorfer (1915-2003). ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/fylr/L/65d9ad9a-4131-4e24-a8c6-209923df7dc3 Bayerische Staatsbibliothek Bildarchiv fruh-11966])]]
[[Autor:Weiß,_Dieter_J.|Dieter J. Weiß]]<br>
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Nach seinem Tod am 2. August 1955 wurde Kronprinz Rupprecht von Bayern (geb. 1869) am 6. August 1955 im Rahmen eines Staatsbegräbnisses beigesetzt. Der Leichnam war dazu in der Ludwigskirche aufgebahrt und wurde nach einem Requiem über die von Menschenmassen gesäumte Ludwigstraße zur Theatinerkirche am Odeonsplatz überführt. [[Beisetzung Kronprinz Rupprechts, München, 6. August 1955|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =


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== [[Thingspiele]] ==
== [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)]] ==
[[Datei:Plan Thingplatz Regensburg I.jpg|left|250x250px|link=Thingspiele||Entwurf eines Thingplatzes für Regensburg (nicht ausgeführt). (Stadt Regensburg, Bilddokumentation, Repro Plan Thingstätte, Arch. Moshamer (aus StaR, Plan Nr. HD 9-11))]]  
[[Datei:Erstabdruck Hoffmann Ritter Gluck BSB 4 Mus th 1800 11.jpg|left|250x250px|link=Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|"Ritter Gluck"  erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. ([https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb10527959?page=174%2C175 Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11])]]
[[Autor:Seifert, Manfred|Manfred Seifert]]<br>Thingspiele sind eine im Nationalsozialismus geschaffene und in den Anfangsjahren des sog. Dritten Reiches intensiv propagierte Schauspielform auf eigens dafür errichteten Spielplätzen. Das bisher übliche Theatergeschehen in klassisch-hochkultureller Stilistik mit Guckkastenbühne und Illusionstheater sollte durch kultische Sprechchordramen abgelöst werden. Um die Schaffung einer neuen Theaterform mit eigenständiger NS-Stilistik konkurrierten mehrere Gruppierungen innerhalb der NSDAP. Im Wesentlichen konnte Joseph Goebbels (NSDAP, 1897–1945, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda 1933–1945) über sein Ministerium jedoch über Jahre hinweg seinen Anspruch auf die offizielle Vertretung der Thingbewegung behaupten. Da diese Schauspielform nicht zu den erhofften Ergebnissen führte, brach Goebbels die staatliche Förderung 1935/1936 in mehreren Schritten ab. Die Bestrebungen wurden aber teilweise in modifizierter Form und ohne die bisherige propagandistische Unterstützung bis in die 1940er Jahre fortgeführt. [[Thingspiele|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Großmann,_Stephanie|Stephanie Großmann]]<br>
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Starkbieranstich auf dem Nockherberg]] ==
 
[[Datei:Salvatorkeller 1863 Ille.jpg|left|250x250px|link=Starkbieranstich auf dem Nockherberg|Zeichnung des Salvatorkellers 1863 von Eduard Ille. (Bayerisches Wirtschaftsarchiv F145, 4569)]][[Autor:Winkler,_Richard|Richard Winkler]]
== [[Säkularisation]] ==
Seit 1751 schenkten die Mönche des Paulanerklosters in der Münchner Au anlässlich des Namensfests des Francesco di Paola am 2. April mit kurfürstlicher Erlaubnis ein stärker eingebrautes Braunbier aus. Nachdem das Kloster säkularisiert worden war, übernahm der Münchner Brauer Franz Xaver Zacherl Ausschank und Produktion des Starkbiers und nannte es "Salvator". Seit 1861 fand das achttägige Fest im brauereieigenen Sommerbierkeller (Salvatorkeller) auf dem Nockherberg statt. Als "Starkbierprobe" entwickelte es sich zu einem Gesellschaftsereignis, bei dem das Publikum auch humoristisch unterhalten wurde. Nachdem es aufgrund von Rechtsstreitigkeiten seit Ende des 19. Jahrhunderts nur unregelmäßig stattgefunden hatte, wurde das Fest nach dem Zweiten Weltkrieg von der Paulaner Brauerei als Marketinginstrument wiederbelebt. Seit den 1960er Jahren etablierte sich dieser Festablauf: Die eingeladene Prominenz aus Politik und Gesellschaft wohnt zunächst der Überreichung der ersten Maß Bier an den bayerischen Ministerpräsidenten bei. Dann folgt das sog. "Derblecken" der Politiker, bei dem zuerst eine "Fastenpredigt" gehalten und anschließend ein Singspiel aufgeführt wird. Vor allem wegen der Fernsehübertragungen, die seit 2009 live erfolgen, erhielt der Starkbieranstich eine große mediale Wirkung. [[Starkbieranstich auf dem Nockherberg|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Datei:Saekularisation Startseitenbild.jpg|left|250x250px|link=Säkularisation|Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)]]
[[Autor:Müller,_Winfried|Winfried Müller]]<br>
''Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel:'' Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte.   [[Säkularisation|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Prozess gegen Wilhelm Joseph Behr (1832-1835)]] ==
 
[[Datei:Wilhelm Joseph Behr.jpg|left|250x250px|link=Prozess gegen Wilhelm Joseph Behr (1832-1835)|Michael Wilhelm Joseph Behr (1775-1851). Kupferstich. ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/metaopac/search?View=bildarchiv&id=port-016823&View=bildarchiv Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-016823])]][[Autor:Leng,_Rainer|Rainer Leng]]
== [[Stadtmusiker (Spätmittelalter/Frühe Neuzeit)]] ==
Der liberale Würzburger Bürgermeister und Abgeordnete der Ständeversammlung Wilhelm Joseph Behr (1755-1851) wurde 1832 des Hochverrats und der Majestätsbeleidigung angeklagt und 1835 zu Festungshaft auf unbestimmte Zeit verurteilt. Grundlage für die Anklage waren Spitzelberichte über das Gaibacher Fest von 1832, bei dem mehrere liberale Vertreter aus Franken eine Modernisierung der Verfassung forderten und Behr selbst zwei Reden hielt, in welchen er die Zensur beklagte und zu Reformen aufrief. Vor dem Hintergrund der Julirevolution in Frankreich (1830), des polnischen Novemberaufstandes (1831) und des Hambacher Festes (1832) geriet die Veranstaltung in Gaibach in das Konfliktfeld von liberalem Freiheitsstreben und monarchischer Restauration und ließ einen zunehmenden Konflikt zwischen König Ludwig I. (1786-1868, reg. 1825-1848) und liberalen Kreisen offen zutage treten. Behrs Prozess war Teil einer sehr viel breiter angelegten politischen Verfolgung gegen liberale Kreise in Bayern, der mit harten Strafen zur Abschreckung dienen sollte. [[Prozess gegen Wilhelm Joseph Behr (1832-1835)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Datei:Stadtpfeifer GNM HB3439.jpg|left|250x250px|link=Stadtmusiker (Spätmittelalter/Frühe Neuzeit)|Fünf Stadtpfeifer beim Umzug des Messerschmiedehandwerks in Nürnberg. Druckgraphik aus einem Zunftbuch um 1600. (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, HB3439)]]
[[Autor:Tasler,_Angelika|Angelika Tasler]]<br>
Stadtmusiker waren vielseitig ausgebildete Musiker, die in einer und für eine bestimmte Stadt arbeiteten, wo sie verschiedene genau festgelegte Rechte und Pflichten wahrnahmen. Sie erhielten in der Regel einen festen Lohn, manchmal auch eine Dienstwohnung und Dienstkleidung. Dafür hatten sie in der Stadt für die Musik bei öffentlichen und privaten, weltlichen und geistlichen Feiern zu sorgen, fungierten mitunter auch als Turmbläser und bildeten den musikalischen Nachwuchs aus. In größeren Städten lassen sich einzelne festangestellte Musiker schon seit dem 14. Jahrhundert nachweisen. Dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse von Turmbläsern auch in kleineren Orten sowie von mehrköpfigen Bläserensembles in Städten etablierten sich in der Regel erst im 15. Jahrhundert. Eine Festigung der gesellschaftlichen Stellung des Musikers durch die Erteilung von Privilegien wurde nach 1500 in vielen Städten gängige Praxis. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwanden die Stadtmusiker an vielen Orten, da sich das städtische Musikleben nun auf mehrere Träger wie z.B. Bürger, Schulen, Kirchen oder das Militär stützte und der Wach- und Signaldienst vom Turm in dieser Form oft nicht mehr benötigt wurde. [[Stadtmusiker (Spätmittelalter/Frühe Neuzeit)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Seuchen (ab 1800)]] ==
== [[Gillamoos]] ==
[[Datei:Gedenkkreuz Cholera Muenchen Haidhausen 1854.jpg|left|250x250px|link=Seuchen (ab 1800)|Gedenkkreuz für die Opfer der Cholera-Epidemie 1854 auf dem Haidhauser Friedhof in München. ([https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Evergreen68 Evergreen68] lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de CC BY-SA 4.0] via [https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:M%C3%BCnchen_Haidhausen_Cholera_1854_a.jpg Wikimedia Commons])]]
[[Datei:Postkarte Gillamoos 1911 StaM PS-PK02745.jpg||left|250x250px|link=Gillamoos|]]
[[Autor:Söhner,_Felicitas|Felicitas Söhner]] <br> Im 19. Jahrhundert traten Seuchen häufig und heftig auf. Ihre Verbreitung wurde durch Truppenbewegungen in Kriegen und die zunehmende Bevölkerungsdichte in den Städten begünstigt. Wiederholt brachen Pocken-, Typhus-, Influenza- und Cholera-Epidemien aus, daneben breitete sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Tuberkulose stark aus, die bis in die 1950er Jahre die häufigste Volkskrankheit blieb. Lediglich gegen die Pocken gab es eine Schutzimpfung, die in Bayern bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgreich eingesetzt wurde und die mit Hilfe einer weltweiten Impfpflicht bis 1980 zur Ausrottung der Krankheit führte. Alle übrigen Krankheiten waren in ihrer Genese zunächst unerforscht und nicht behandelbar, so dass nur mit Isolations- und Desinfektionsmaßnahmen die weitere Verbreitung eingedämmt werden konnte. Die Erhebung statistischer Daten als Basis einer Epidemiologie und naturwissenschaftliche Fortschritte in der Bakteriologie boten die Grundlagen für Hygiene- sowie Städtebau-Maßnahmen, die zu einem generellen Rückgang von Seuchen führten. Im 20. Jahrhundert hatte vor allem die 1918/19 weltweit grassierende "Spanische Grippe" drastische Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Bayern. Die zunehmende Entdeckung der Krankheitserreger und Behandlungsmöglichkeiten, aber auch die sich nach dem Zweiten Weltkrieg verbessernden sozioökonomischen Bedingungen der Bevölkerung reduzierten das Seuchengeschehen deutlich. Allerdings trat ab den 1980er Jahren mit der Immunschwäche AIDS eine neue, nicht heilbare Krankheit auf. [[Seuchen (ab 1800)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Wichmann,_Beatrice|Beatrice Wichmann]]<br>
Der Gillamoos ist ein Jahrmarkt, der rund um den ersten Sonntag im September in Abensberg abgehalten wird; er zählt zu den größten Volksfesten in Bayern. Seine Ursprünge liegen in der Wallfahrt zu einer dem Heiligen Ägidius geweihten Kirche. Überregionale Bekanntheit erlangte der Gillamoos ab den 1980er Jahren wegen des am letzten Festtag (Montag) stattfindenden politischen Frühschoppens, bei dem Politiker verschiedener Parteien Reden halten. [[Gillamoos|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Afrakult]] ==
== [[Reichsdeputationshauptschluss (1803)]] ==
[[Datei:Beck Holzschnitt Feuertod Afra 1516.jpg|left|250x250px|link=Afrakult|Leonhard Beck, Afras Feuertod, Holzschnitt aus: Gloriosorum christi confessor[um] Vldarici & Symperti: necno[n] beatissim[a]e martyris Aphr[a]e, Augustan[a]e sedis patronor[um] q[ua]mfidelissimor[um] histori[a]e (…), fol. 57r, Augsburg, 1516. ([https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00005393-4 Bayerische Staatsbibliothek -- Res/4 V.ss.c. 99])]]
[[Datei:Hauptschluß Titelblatt 1803 BSB 4 J.publ.e. 113 Beibd.1.jpg|left|250x250px|link=Reichsdeputationshauptschluss (1803)]]
[[Autor:Simperl,_Matthias|Matthias Simperl]] <br> Die Verehrung einer Augsburger Märtyrerin namens Afra lässt sich historisch gesichert bis auf merowingische Zeit zurückführen; der archäologische Befund legt sogar eine Kultkontinuität ab dem 4. Jahrhundert nahe. Der Legende nach soll es sich bei Afra um eine ehemalige Prostituierte gehandelt haben, die sich unter dem Einfluss eines Bischofs namens Narcissus zum Christentum bekehrte und darauf im Rahmen der diokletianischen Verfolgung das Martyrium auf einer Lechinsel erlitt. Ihre Kultstätte ist topographisch mit der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg verbunden. Afras Verehrung ist frömmigkeitsgeschichtlich insbesondere im Bistum Augsburg von Bedeutung, dessen Patronin sie neben den heiligen Bischöfen Ulrich und Simpert ist. [[Afrakult|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Burgdorf,_Wolfgang|Wolfgang Burgdorf]]<br> Der Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation vom 25. Februar 1803 (RDH), wurde durch Annahme vom Reichstag am 24. März und Ratifikation des Kaisers am 27. April 1803 zum letzten Reichsgrundgesetz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Als Folge der Niederlagen gegen das revolutionäre Frankreich und den linksrheinischen Gebietsverlusten wurden die größeren weltlichen Territorien, vor allem die Teilnehmer der Reichsdeputation, durch die durch Mediatisierung fast aller Reichstädte, kleinerer Grafschaften und Herrschaften und die Säkularisation nahezu aller geistlichen Territorien entschädigt. Es war die größte Gebiets- und Besitzübertragung zwischen 1648 und 1945 und veränderte die Struktur des Alten Reiches. In der Folge mussten viele versorgungsrechtliche Bestimmungen (insb. für die Kirchen) getroffen werden, die bis ins 21. Jahrhundert fortwirken. [[Reichsdeputationshauptschluss (1803)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Spielbanken-Affäre]] ==
== [[Westfälischer Friede, 1648]] ==
[[Datei:Prozess Spielbankenaffaere 1959.jpg|left|250x250px|link=Spielbanken-Affäre|Der in der Spielbanken-Affäre ermittelnde Staatsanwalt Wilhelm Jörg beim Prozess im [[Ort:ODB_S00008915|Münchner]]{{#set:OID=ODB_S00008915}} Justizpalast. Foto: Georg Fruhstorfer. ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/search?id=fruh-19140&View=bildarchiv Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv fruh-19140])]]
[[Datei:Kurbayern Urkunde BayHStA 1699 Fol 21.jpg|left|250x250px|link=Westfälischer Friede, 1648]]
[[Autor:Braun,_Oliver|Oliver Braun]] <br> Die Spielbanken-Affäre trug sich Mitte der 1950er Jahre im Zusammenhang mit der durch die Viererkoalition ermöglichten Zulassung von Spielbanken in Bayern zu. Schon bald nach der Vergabe von Konzessionen für Spielbanken kamen Gerüchte über finanzielle Unregelmäßigkeiten auf. Ein 1955 bis 1957 auf Betreiben der oppositionellen Christlich-Sozialen Union eingesetzter parlamentarischer Untersuchungsausschuss konnte zwar Vorwürfe der Vorteilsnahme und Bestechlichkeit nicht erhärten. 1959 kam es allerdings infolge einer Selbstanzeige des Spielbankenunternehmers Karl Freisehner zu einem Prozess vor dem Landgericht München I, das führende Politiker der Bayernpartei wegen Bestechlichkeit und Meineids zu hohen Haftstrafen verurteilte. [[Spielbanken-Affäre|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Immler,_Gerhard|Gerhard Immler]]<br>
Seit 1645 berieten in Münster und Osnabrück die involvierten Konfliktparteien über die Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, der indessen unvermindert fortgesetzt wurde. Hauptverhandlungsführer waren zunächst einerseits Schweden und Frankreich, andererseits der römisch-deutsche Kaiser, im Laufe der Friedensverhandlungen gewannen die Reichsstände als 'Dritte Partei' zunehmend an Gewicht. Neben territorialen Gebietsansprüchen Schwedens und Frankreichs in Norddeutschland und dem Elsass sowie reichsverfassungs- und konfessionsrechtlichen Fragen waren auch die Beendigung des Spanisch-Niederländischen Krieges, die letztlich gescheiterte Beilegung des Spanisch-Französischen Krieges und infolgedessen die Unterstützung Spaniens durch den österreichischen Zweig des Hauses Habsburg Gegenstand der Debatten. Am 24. Oktober 1648 konnte der Westfälische Friede verkündet werden Die Friedensverträge prägten die Verfassung des Reichs nachhaltig und stärkten die Autonomie und Mitgestaltungsrechte der Reichsstände gegenüber dem Kaiser. [[Westfälischer Friede, 1648|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Die Tagespost]] ==
== [[Schutz- und Trutzbündnisse, 1866]] ==
[[Datei:Jubilaeumsausgabe_Tagespost_24_25.8.1973.jpg|left|250x250px|link=Die Tagespost|Titelblatt der Jubiläumsausgabe der Tagespost vom 24./25.8.1973 (25 Jahre). (Die Tagespost)]]
[[Datei:Schutz Trutzbuendnis Bayern Preußen 1866 3 BayHStA.jpg|left|250x250px|link=Schutz- und Trutzbündnisse, 1866|Unterschriftsseite (S. 3) des Bündnisvertrages zwischen Bayern und Preußen, durch König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) und König Wilhelm I. von Preußen (1797-1888) vom 22. August 1866.(Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bayern Urkunden 3621 lizenziert durch PDM 1.0 via bavarikon)]]
[[Autor:Hoser,_Paul|Paul Hoser]] <br> Die "Tagespost" ist eine 1948 von Johann Wilhelm Naumann (1897–1956) in Augsburg als "Augsburger Tagespost" gegründete extrem konservative katholische Gesinnungszeitung. Mehrfach war sie finanziell in Existenznöten. 1950 wurde der Titel in "Deutsche Tagespost" geändert. 1951 wurde die Zeitung nach Regensburg verlegt, 1955 nach Würzburg. 1993–2017 erschien sie im Echter-Verlag, danach wurde sie von der Johann-Wilhelm-Naumann Stiftung übernommen. Von 1999 an hieß sie "Die Tagespost". Bis Januar 2018 kam sie dreimal wöchentlich heraus, dann nur noch einmal. [[Die Tagespost|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Storz,_Dieter|Dieter Storz]]<br>
Am 22. August 1866 unterzeichneten die süddeutschen Staaten (u.a. das Königreich Bayern) infolge ihrer Niederlage im Deutschen Krieges mit der Siegermacht Preußen jeweils einen zunächst geheim gehaltenen Bündnisvertrag, der diese Länder militärpolitisch an den Norddeutschen Bund und insbesondere an Preußen band. Die als "Schutz- und Trutzbündnisse" bezeichneten Vereinbarungen waren ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Reichsgründung und Klärung der Deutschen Frage mit der kleindeutschen Lösung. Sie führten zu einer Reform der bayerischen Armee und zur operativen Vorplanung des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. [[Schutz- und Trutzbündnisse, 1866|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Palmsonntagspogrom, Gunzenhausen (1934)]] ==
== [[Triasprojekt (1848-1864)]] ==
[[Datei:Gastwirtschaft von Simon Strauss.jpg|left|250x250px|link=Palmsonntagspogrom, Gunzenhausen (1934)|Gastwirtschaft von Simon Strauß. (Stadtarchiv Gunzenhausen)]]
[[Datei:Karikatur Tri-Ass 1864.jpg||left|250x250px|link=Triasprojekt (1848-1864)|Karikatur zur Triaspolitik Maximilians II. in der Zeitschrift Münchener Punsch 1864.(Abb. aus: Münchener Punsch Nr. 4 (24.1.1864))]]
[[Autor:Mühlhäußer,_Werner|Werner Mühlhäußer]] <br> Beim sog. Palmsonntagspogrom am 25. März 1934 handelte es sich um einen brutalen, antisemitischen Übergriff im mittelfränkischen Gunzenhausen, dessen Ausmaß und Verlauf einzigartig in der Frühzeit der NS-Herrschaft waren. Unter Anleitung der dortigen SA ging ein mehrere hundert Personen zählender Mob gegen die jüdischen Einwohner der Kleinstadt vor. In ihre Häuser wurde eingebrochen, die betroffenen Juden wurden körperlich misshandelt und ins Gefängnis geworfen. Drei Personen kamen im Zusammenhang mit dem Pogrom ums Leben. Das Landgericht Ansbach verurteilte die beteiligten SA-Männer zwar zu Gefängnisstrafen, die diese mit Ausnahme des Rädelsführers Kurt Bär aber nicht antreten mussten. [[Palmsonntagspogrom, Gunzenhausen (1934)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Weigand,_Katharina|Katharina Weigand]]<br>
Mit Hilfe von Triasprojekten bzw. der Triaspolitik versuchten einige der deutschen Mittelmächte in den Jahren vor der deutschen Reichseinigung, eine den beiden deutschen Großmächten Österreich und Preußen gleichwertige politische Kraft zu etablieren. Das Ziel war, den Deutschen Bund zu erhalten. In Bezug auf Bayern kann man mit Blick auf die Jahre nach 1815 eher von der bayerischen Triasidee oder dem bayerischen Triasprojekt sprechen als von einer konkreten Triaspolitik. Denn es gelang Bayern nicht, seine diesbezüglichen Vorstellungen umzusetzen. Das hing auch damit zusammen, dass München ein festes Bündnis mit den anderen Mittelmächten vermeiden wollte. Bayern fürchtete, ein solches nur mit Hilfe von Kompromissen und mit dem Verlust der eigenen politischen Bewegungsfreiheit zu erreichen. [[Triasprojekt (1848-1864)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Schwäbische Forschungsgemeinschaft]] ==
[[Datei:SFG Logo.jpg||left|250x250px|link=Schwäbische Forschungsgemeinschaft]]
[[Autor:Hetzer,_Gerhard|Gerhard Hetzer]]<br>
Die Schwäbische Forschungsgemeinschaft (SFG) ist eine Gesellschaft von Wissenschaftlern in der Rechtsform eines selbständigen, der Gemeinnützigkeit verpflichteten Vereins. Laut Satzung von 1993 bestehen die Aufgaben der SFG in der planmäßigen Erforschung und Bearbeitung der Geschichte und der Landeskunde Bayerisch-Schwabens sowie in der Veröffentlichung der entsprechenden Ergebnisse und wichtiger Quellenbestände.  [[Schwäbische Forschungsgemeinschaft|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Konstanz, Bistum: Geschichte]] ==
[[Datei:Ansicht Dom Kloster LABW GLAKJ-B Konstanz 43 1.jpg|left|250x250px|link=Konstanz, Bistum: Geschichte|]]
[[Autor:Bihrer,_Andreas|Andreas Bihrer]]<br>
Das Bistum Konstanz entstand im Laufe des 6. und 7. Jahrhunderts, eindeutige Belege gibt es seit dem 8. Jahrhundert. Unter Bischof Salomo III. (reg. 890-919/920) begann der Ausbau des Bischofssitzes, u.a. mit der Errichtung einer Bischofspfalz und einer Kathedrale. Im Zuge des Investiturstreits kam es zu einem Konflikt des päpstlich gesinnten Domkapitels, das die Bischofswahl beanspruchte, mit Kaiser Heinrich IV., was zu einer Doppelwahl im Jahr 1069 führte. Seit dem 13. Jahrhundert war das Verhältnis zu den Habsburgern entscheidend, das bis zur Auflösung des Bistums zwischen Kooperation und Konkurrenz schwankte. 1526 führte die Stadt Konstanz die Reformation ein, woraufhin der Bischof die Stadt verlassen musste. Nach der Rekatholisierung von Konstanz 1548 kamen 1551 das Domkapitel und große Teile der Verwaltung wieder zurück an den Bischofssitz. Der Konstanzer Bischof blieb allerdings in Meersburg, wo er ab dem 18. Jahrhundert im Neuen Schloss residierte. Im Rahmen der Säkularisierung der Reichskirche kam 1802/03 das Konstanzer Hochstift an die Markgrafen von Baden, während das Bistum Konstanz 1821 kirchenrechtlich und 1827 nach der Ernennung und Weihe des ersten Freiburger Erzbischofs endgültig aufgelöst wurde. [[Konstanz, Bistum: Geschichte|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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Aktuelle Version vom 26. August 2026, 14:51 Uhr


Beisetzung Kronprinz Rupprechts, München, 6. August 1955

Aufbahrung von Kronprinz Rupprecht von Bayern 3. August 1955 in Leutstetten. Fotografie von Georg Fruhstorfer (1915-2003). (Bayerische Staatsbibliothek Bildarchiv fruh-11966)
Aufbahrung von Kronprinz Rupprecht von Bayern 3. August 1955 in Leutstetten. Fotografie von Georg Fruhstorfer (1915-2003). (Bayerische Staatsbibliothek Bildarchiv fruh-11966)

Dieter J. Weiß
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Nach seinem Tod am 2. August 1955 wurde Kronprinz Rupprecht von Bayern (geb. 1869) am 6. August 1955 im Rahmen eines Staatsbegräbnisses beigesetzt. Der Leichnam war dazu in der Ludwigskirche aufgebahrt und wurde nach einem Requiem über die von Menschenmassen gesäumte Ludwigstraße zur Theatinerkirche am Odeonsplatz überführt. Weiterlesen

Neueste Artikel

Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)

"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)

Stephanie Großmann
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. Weiterlesen

Säkularisation

Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)
Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)

Winfried Müller
Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel: Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte. Weiterlesen

Stadtmusiker (Spätmittelalter/Frühe Neuzeit)

Fünf Stadtpfeifer beim Umzug des Messerschmiedehandwerks in Nürnberg. Druckgraphik aus einem Zunftbuch um 1600. (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, HB3439)
Fünf Stadtpfeifer beim Umzug des Messerschmiedehandwerks in Nürnberg. Druckgraphik aus einem Zunftbuch um 1600. (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, HB3439)

Angelika Tasler
Stadtmusiker waren vielseitig ausgebildete Musiker, die in einer und für eine bestimmte Stadt arbeiteten, wo sie verschiedene genau festgelegte Rechte und Pflichten wahrnahmen. Sie erhielten in der Regel einen festen Lohn, manchmal auch eine Dienstwohnung und Dienstkleidung. Dafür hatten sie in der Stadt für die Musik bei öffentlichen und privaten, weltlichen und geistlichen Feiern zu sorgen, fungierten mitunter auch als Turmbläser und bildeten den musikalischen Nachwuchs aus. In größeren Städten lassen sich einzelne festangestellte Musiker schon seit dem 14. Jahrhundert nachweisen. Dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse von Turmbläsern auch in kleineren Orten sowie von mehrköpfigen Bläserensembles in Städten etablierten sich in der Regel erst im 15. Jahrhundert. Eine Festigung der gesellschaftlichen Stellung des Musikers durch die Erteilung von Privilegien wurde nach 1500 in vielen Städten gängige Praxis. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwanden die Stadtmusiker an vielen Orten, da sich das städtische Musikleben nun auf mehrere Träger wie z.B. Bürger, Schulen, Kirchen oder das Militär stützte und der Wach- und Signaldienst vom Turm in dieser Form oft nicht mehr benötigt wurde. Weiterlesen

Gillamoos

Beatrice Wichmann
Der Gillamoos ist ein Jahrmarkt, der rund um den ersten Sonntag im September in Abensberg abgehalten wird; er zählt zu den größten Volksfesten in Bayern. Seine Ursprünge liegen in der Wallfahrt zu einer dem Heiligen Ägidius geweihten Kirche. Überregionale Bekanntheit erlangte der Gillamoos ab den 1980er Jahren wegen des am letzten Festtag (Montag) stattfindenden politischen Frühschoppens, bei dem Politiker verschiedener Parteien Reden halten. Weiterlesen

Reichsdeputationshauptschluss (1803)

Wolfgang Burgdorf
Der Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation vom 25. Februar 1803 (RDH), wurde durch Annahme vom Reichstag am 24. März und Ratifikation des Kaisers am 27. April 1803 zum letzten Reichsgrundgesetz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Als Folge der Niederlagen gegen das revolutionäre Frankreich und den linksrheinischen Gebietsverlusten wurden die größeren weltlichen Territorien, vor allem die Teilnehmer der Reichsdeputation, durch die durch Mediatisierung fast aller Reichstädte, kleinerer Grafschaften und Herrschaften und die Säkularisation nahezu aller geistlichen Territorien entschädigt. Es war die größte Gebiets- und Besitzübertragung zwischen 1648 und 1945 und veränderte die Struktur des Alten Reiches. In der Folge mussten viele versorgungsrechtliche Bestimmungen (insb. für die Kirchen) getroffen werden, die bis ins 21. Jahrhundert fortwirken. Weiterlesen

Westfälischer Friede, 1648

Gerhard Immler
Seit 1645 berieten in Münster und Osnabrück die involvierten Konfliktparteien über die Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, der indessen unvermindert fortgesetzt wurde. Hauptverhandlungsführer waren zunächst einerseits Schweden und Frankreich, andererseits der römisch-deutsche Kaiser, im Laufe der Friedensverhandlungen gewannen die Reichsstände als 'Dritte Partei' zunehmend an Gewicht. Neben territorialen Gebietsansprüchen Schwedens und Frankreichs in Norddeutschland und dem Elsass sowie reichsverfassungs- und konfessionsrechtlichen Fragen waren auch die Beendigung des Spanisch-Niederländischen Krieges, die letztlich gescheiterte Beilegung des Spanisch-Französischen Krieges und infolgedessen die Unterstützung Spaniens durch den österreichischen Zweig des Hauses Habsburg Gegenstand der Debatten. Am 24. Oktober 1648 konnte der Westfälische Friede verkündet werden Die Friedensverträge prägten die Verfassung des Reichs nachhaltig und stärkten die Autonomie und Mitgestaltungsrechte der Reichsstände gegenüber dem Kaiser. Weiterlesen

Schutz- und Trutzbündnisse, 1866

Unterschriftsseite (S. 3) des Bündnisvertrages zwischen Bayern und Preußen, durch König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) und König Wilhelm I. von Preußen (1797-1888) vom 22. August 1866.(Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bayern Urkunden 3621 lizenziert durch PDM 1.0 via bavarikon)
Unterschriftsseite (S. 3) des Bündnisvertrages zwischen Bayern und Preußen, durch König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) und König Wilhelm I. von Preußen (1797-1888) vom 22. August 1866.(Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bayern Urkunden 3621 lizenziert durch PDM 1.0 via bavarikon)

Dieter Storz
Am 22. August 1866 unterzeichneten die süddeutschen Staaten (u.a. das Königreich Bayern) infolge ihrer Niederlage im Deutschen Krieges mit der Siegermacht Preußen jeweils einen zunächst geheim gehaltenen Bündnisvertrag, der diese Länder militärpolitisch an den Norddeutschen Bund und insbesondere an Preußen band. Die als "Schutz- und Trutzbündnisse" bezeichneten Vereinbarungen waren ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Reichsgründung und Klärung der Deutschen Frage mit der kleindeutschen Lösung. Sie führten zu einer Reform der bayerischen Armee und zur operativen Vorplanung des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Weiterlesen

Triasprojekt (1848-1864)

Karikatur zur Triaspolitik Maximilians II. in der Zeitschrift Münchener Punsch 1864.(Abb. aus: Münchener Punsch Nr. 4 (24.1.1864))
Karikatur zur Triaspolitik Maximilians II. in der Zeitschrift Münchener Punsch 1864.(Abb. aus: Münchener Punsch Nr. 4 (24.1.1864))

Katharina Weigand
Mit Hilfe von Triasprojekten bzw. der Triaspolitik versuchten einige der deutschen Mittelmächte in den Jahren vor der deutschen Reichseinigung, eine den beiden deutschen Großmächten Österreich und Preußen gleichwertige politische Kraft zu etablieren. Das Ziel war, den Deutschen Bund zu erhalten. In Bezug auf Bayern kann man mit Blick auf die Jahre nach 1815 eher von der bayerischen Triasidee oder dem bayerischen Triasprojekt sprechen als von einer konkreten Triaspolitik. Denn es gelang Bayern nicht, seine diesbezüglichen Vorstellungen umzusetzen. Das hing auch damit zusammen, dass München ein festes Bündnis mit den anderen Mittelmächten vermeiden wollte. Bayern fürchtete, ein solches nur mit Hilfe von Kompromissen und mit dem Verlust der eigenen politischen Bewegungsfreiheit zu erreichen. Weiterlesen

Schwäbische Forschungsgemeinschaft

Gerhard Hetzer
Die Schwäbische Forschungsgemeinschaft (SFG) ist eine Gesellschaft von Wissenschaftlern in der Rechtsform eines selbständigen, der Gemeinnützigkeit verpflichteten Vereins. Laut Satzung von 1993 bestehen die Aufgaben der SFG in der planmäßigen Erforschung und Bearbeitung der Geschichte und der Landeskunde Bayerisch-Schwabens sowie in der Veröffentlichung der entsprechenden Ergebnisse und wichtiger Quellenbestände. Weiterlesen

Konstanz, Bistum: Geschichte

Andreas Bihrer
Das Bistum Konstanz entstand im Laufe des 6. und 7. Jahrhunderts, eindeutige Belege gibt es seit dem 8. Jahrhundert. Unter Bischof Salomo III. (reg. 890-919/920) begann der Ausbau des Bischofssitzes, u.a. mit der Errichtung einer Bischofspfalz und einer Kathedrale. Im Zuge des Investiturstreits kam es zu einem Konflikt des päpstlich gesinnten Domkapitels, das die Bischofswahl beanspruchte, mit Kaiser Heinrich IV., was zu einer Doppelwahl im Jahr 1069 führte. Seit dem 13. Jahrhundert war das Verhältnis zu den Habsburgern entscheidend, das bis zur Auflösung des Bistums zwischen Kooperation und Konkurrenz schwankte. 1526 führte die Stadt Konstanz die Reformation ein, woraufhin der Bischof die Stadt verlassen musste. Nach der Rekatholisierung von Konstanz 1548 kamen 1551 das Domkapitel und große Teile der Verwaltung wieder zurück an den Bischofssitz. Der Konstanzer Bischof blieb allerdings in Meersburg, wo er ab dem 18. Jahrhundert im Neuen Schloss residierte. Im Rahmen der Säkularisierung der Reichskirche kam 1802/03 das Konstanzer Hochstift an die Markgrafen von Baden, während das Bistum Konstanz 1821 kirchenrechtlich und 1827 nach der Ernennung und Weihe des ersten Freiburger Erzbischofs endgültig aufgelöst wurde. Weiterlesen