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Aus Historisches Lexikon Bayerns

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== [[Bayernbild Film und Fernsehen]] ==
[[Datei:Jul 26 Bayernbild.jpg|left|250x250px|link=Bayernbild Film und Fernsehen|Szene aus dem Tatort "Schwarzer Einser", Erstausstrahlung am 03.12.1978. (Bild: BR/Foto Sessner)]]
[[Autor:Kainz,_Diana|Diana Kainz]]<br>
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Kein anderes Medium transportiert Bilder und Klischees so einprägsam wie Film und Fernsehen. Das bereits im 19. Jahrhundert durch Karikaturen und Erzählungen verbreitete Bild Bayerns und seiner Bewohner mit all seinen Eigenheiten war nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern weit darüber hinaus v. a. geprägt von Bierkonsum und Trachtenfolklore. Dennoch unterlag das gerade in Film und Fernsehen gezeichnete Bild ebenso einem Wandel wie die Fokussierung auf diverse Aspekte angeblich bayerischer Eigenheiten. Film und Fernsehen zeigen dabei neben dem Wandel auch zahlreiche Konstanten in diesen, Bayern zugemessenen Eigenschaften. [[Bayernbild Film und Fernsehen|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =


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== [[Klostersturm (1940-1942)]] ==
== [[Konstanz, Bistum: Geschichte]] ==
[[Datei:Kloster Schweiklberg.jpg|left|250x250px|link=Klostersturm|Die Abtei Schweiklberg bei Vilshofen war eine der ersten Abteien, die dem NS-Klostersturm zum Opfer fiel. (Abtei Schweiklberg)]]
[[Datei:Ansicht Dom Kloster LABW GLAKJ-B Konstanz 43 1.jpg|left|250x250px|link=Konstanz, Bistum: Geschichte|]]
[[Autor:Mertens,_Annette|Annette Mertens]] <br> Zwischen 1940 und 1942 wurden im Deutschen Reich unter der nationalsozialistischen Regierung mehr als 300 katholische Klöster und kirchliche Einrichtungen aufgehoben und enteignet. Die Gebäude wurden beschlagnahmt, ihre Bewohner zumeist vertrieben, der Klosterbetrieb eingestellt. Dieser sog. Klostersturm bildete einen Höhepunkt der Kirchenverfolgung durch die Nationalsozialisten. Bayern mit seiner reichen Klosterlandschaft blieb davon nicht verschont. Zahlreiche Klöster wurden hier zur Unterbringung deutscher Umsiedler aus Südosteuropa beschlagnahmt. Auch wenn dabei die bayerischen Klöster in der Regel nicht ganz aufgehoben wurden, bedeutete dies für die Bewohner eine große Belastung. Von einer zweiten, gegen die angebliche „volks- und staatsfeindliche“ Betätigung der Ordensgeistlichen gerichteten Verfolgungswelle waren 1941 nochmals mindestens acht Klöster in Bayern betroffen, bevor die Beschlagnahmen infolge des öffentlichen Protests eingestellt wurden. [[Klostersturm (1940-1942)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Bihrer,_Andreas|Andreas Bihrer]]<br>
Das Bistum Konstanz entstand im Laufe des 6. und 7. Jahrhunderts, eindeutige Belege gibt es seit dem 8. Jahrhundert. Unter Bischof Salomo III. (reg. 890-919/920) begann der Ausbau des Bischofssitzes, u.a. mit der Errichtung einer Bischofspfalz und einer Kathedrale. Im Zuge des Investiturstreits kam es zu einem Konflikt des päpstlich gesinnten Domkapitels, das die Bischofswahl beanspruchte, mit Kaiser Heinrich IV., was zu einer Doppelwahl im Jahr 1069 führte. Seit dem 13. Jahrhundert war das Verhältnis zu den Habsburgern entscheidend, das bis zur Auflösung des Bistums zwischen Kooperation und Konkurrenz schwankte. 1526 führte die Stadt Konstanz die Reformation ein, woraufhin der Bischof die Stadt verlassen musste. Nach der Rekatholisierung von Konstanz 1548 kamen 1551 das Domkapitel und große Teile der Verwaltung wieder zurück an den Bischofssitz. Der Konstanzer Bischof blieb allerdings in Meersburg, wo er ab dem 18. Jahrhundert im Neuen Schloss residierte. Im Rahmen der Säkularisierung der Reichskirche kam 1802/03 das Konstanzer Hochstift an die Markgrafen von Baden, während das Bistum Konstanz 1821 kirchenrechtlich und 1827 nach der Ernennung und Weihe des ersten Freiburger Erzbischofs endgültig aufgelöst wurde. [[Konstanz, Bistum: Geschichte|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Klosterneugründungen Ludwigs I.]] ==
 
[[Datei:Benediktinerabtei Metten Deggendorf.jpg|left|250x250px|link=Klosterneugründungen Ludwigs I.|Kloster Metten, Stahlstich 1843. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-00118)]]
== [[Königlich Bayerische Gendarmerie]] ==
[[Autor:Schütz,_Ernst|Ernst Schütz]] <br> Eines der wichtigen Anliegen König Ludwigs I. (1786–1868; reg. 1825–1848) war die Wiederherstellung der säkularisierten Klöster sowie die Ansiedlung neuer Orden in allen Teilen des Königreichs Bayern. Während seiner Regierungszeit ließ er von 23 Orden über 130 Klöster wiedererrichten oder neu begründen. Er zielte damit auf eine erneuerte Verankerung der katholischen Frömmigkeit in der Bevölkerung sowie auf die Stützung eines leistungsfähigen Fürsorge-, Seelsorge- und Bildungswesens in staatlichem Auftrag. Das Klosterwesen erhielt dadurch ein spezifisch neues Gepräge, das durch die von der Aufklärung geforderte Nützlichkeitserwägung bestimmt war. [[Klosterneugründungen Ludwigs I.|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Datei:Gendarmerie Offizier Soldat 1813.jpg|left|250x250px|link=Königlich Bayerische Gendarmerie|Offizier und Mannschaftsgrad der Königlich Bayerischen Gendarmerie. Lithographie von 1813. Abb. aus: Handbuch für die Königlich Baierische Gendarmerie als Unterricht in ihren Dienst Obliegenheiten. München 1813, Frontispiz. ([https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10726182-0 Bayerische Staatsbibliothek, Bibl.Mont. 4919])]]
[[Autor:Gleißner,_Anton|Anton Gleißner]]<br>
ie 1812 eingerichtete Königlich Bayerische Gendarmerie war eine bis 1919 mit Polizeiaufgaben betraute Armeeeinheit, die dem Kriegsministerium und dem Innenministerium unterstand. Diese war wegen fehlender finanzieller Mittel schlecht ausgerüstet, hatte aber für Sicherheit und Ordnung im Königreich zu sorgen. Sie bestand aus Offizieren, die die ihnen unterstellten Einheiten zu inspizieren und deren militärische Ordnung aufrechtzuerhalten hatten, sowie von Mannschaften, die in den ihrer jeweiligen Station zugeteilten Gebieten patrouillieren, Gefangene transportieren und nach flüchtigen Verbrechern fahnden sollten. Die Effektivität der Einheiten und das Betragen der Gendarmen vor Ort wurde bereits von Zeitgenossen zwiespältig geurteilt, allerdings wünschten sich viele Gemeinden eine lokale Station statt gelegentlicher Patrouillen. 1919 wurden die militärischen Einheiten in zivile Gendarmerieabteilungen überführt, die den jeweiligen Kreisregierungen unterstanden. 1935 wurden die Einheiten in die Verantwortung des Reichs überführt. [[Königlich Bayerische Gendarmerie|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Kabinett Hoegner I, 1945-1946]] ==
== [[Börse Augsburg]] ==
[[Datei:Kabinett Hoegner I.jpg|left|250x250px|link=Kabinett Hoegner I, 1945-1946|]]
[[Datei:Haus der Kaufleutestube Rathaus.jpg|left|250x250px|link=Börse Augsburg|Haus der Kaufleutestube gegenüber dem Rathaus. Dort fand ab den 1770er-Jahren der Börsenhandel statt. Nach dem Abriss des Gebäudes wurde auf dem erweiterten Areal 1828/30 ein neues Börsengebäude errichtet. Stich von J. C. Weyermann, 1741. (Städtische Kunstsammlungen Augsburg; Druck: Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft 48/5 (1993), S. 9)]][[Autor:Winkler,_Richard|Richard Winkler]] <br>
[[Autor:Wegmaier,_Alexander|Alexander Wegmaier]]<br>
Seit 1276 sind Wechselgeschäfte in Augsburg nachgewiesen, ein wahrscheinlich börslich betriebener Handel mit Finanzwechseln seit 1459. Der Begriff "Börse" erscheint dagegen erst 1806. In der Mitte des 16. Jahrhunderts herrschte ein intensiver börsenmäßiger Wechselhandel, an dem auch Handelsstädte im heutigen Belgien, Italien und Österreich beteiligt waren. Der Niedergang der Augsburger Handelshäuser in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts infolge der Staatsbankrotte der spanischen Habsburger beeinträchtigte den Wechselbörsenbetrieb wohl nicht unerheblich. Für das 17. Jahrhundert fehlen dazu alle urkundlichen Nachrichten. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erscheint Augsburg für den Wechselhandel im süddeutschen Raum als zentraler Börsenplatz. Auf ihn unterhielten damals 18 deutschsprachige Handelsstädte öffentliche Wechselkursnotierungen. Seine Organisation oblag der seit 1479 bestehenden Kaufleutestubengesellschaft. [[Börse Augsburg|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Das Kabinett Hoegner I wurde von der US-Besatzungsmacht als Allparteienregierung eingesetzt und amtierte vom 22. Oktober 1945 bis 21. Dezember 1946. Nach den sehr begrenzten Möglichkeiten des Vorgängerkabinetts Schäffer erlangte das Kabinett Hoegner nach und nach Freiräume gegenüber der US-Militärregierung, blieb aber weiterhin von dieser abhängig. Die tagespolitische Hauptaufgabe war die Bewältigung der drängendsten Kriegsfolgen. Langfristig wirksam waren vor allem die Maßnahmen zum Wiederaufbau des bayerischen Staates und der frühe Einsatz für die föderale Ordnung eines künftigen deutschen Staatswesens. Nach der ersten Landtagswahl 1946 trat das Kabinett zurück und wurde von einer frei gewählten Staatsregierung abgelöst. [[Kabinett Hoegner I, 1945-1946|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Konstanz, Bistum: Sprengel und Verwaltung]] ==
== [[Physikatsberichte]] ==
[[Datei:Karte Archidiaconate Decanate Bischtums Constanz 1871.jpg|left|250x250px|link=Konstanz, Bistum: Sprengel und Verwaltung|]]
[[Datei:Physikatsbericht 1.jpg|left|250x250px|link=Physikatsberichte|Medizinisch-topographische und ethnographische Beschreibung der Physikatsbezirke Bayerns aufgrund der Entschließung vom 21. 4. 1858, Bd. 191: Wegscheid, 2. (Bayerische Staatsbibliothek, BSB Cgm 6874(191)]]  
[[Autor:Bihrer,_Andreas|Andreas Bihrer]]<br>
[[Autor:Speckle,_Birgit|Birgit Speckle]] <br> Als „Physikatsberichte“ werden medizinisch-topografische und ethnografische Beschreibungen bezeichnet, die das Bayerische Staatsministerium des Innern im Jahr 1858 bei den beamteten Landgerichtsärzten für ihre jeweiligen Amtsbereiche in Auftrag gab, um vor dem Hintergrund der sozialen Fragen der Zeit ein umfassendes Bild von der Topografie der Landgerichtsbezirke und den Lebensumständen der Bevölkerung zu erhalten. Die auf der Grundlage eines vorgegebenen Frageplans erstellten Berichte entstanden zwischen 1858 und 1861 und sind für das gesamte bayerische Staatsgebiet überliefert. Sie unterscheiden sich in Umfang und Informationstiefe von vorherigen und späteren Verwaltungsberichten dieser Art. Sie zeichnen jedoch kein authentisches Bild des Alltagslebens in der Mitte des 19. Jahrhunderts, sondern sind von den persönlichen Interessen und Wünschen sowie Karrierezielen der Verfasser geprägt, die deshalb bei einer angemessenen Auswertung zu berücksichtigen sind. [[Physikatsberichte|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Eindeutige räumliche Zugehörigkeiten zum Bistum Konstanz lassen sich seit dem Hochmittelalter feststellen. Das Bistum gliederte sich seit dem Ende des 13. Jahrhunderts in zehn Archidiakonate und 64 Landdekanate. Auf dem Gebiet des heutigen Bayern lagen die Landdekanate Isny, Lindau und Stiefenhofen im Archidiakonat Allgäu. Im Frühmittelalter unterstützten Kleriker aus der Stadt Konstanz und der Bodenseeregion sowie Mönche aus St. Gallen und von der Reichenau den Bischof. Aus dieser Gemeinschaft entwickelte sich das einflussreiche Domkapitel, das im Falle von Sedisvakanzen auch selbst regierte. Während die Anfänge der bischöflichen Kanzlei bereits im 8./9. Jahrhundert liegen, entstanden weitere Ämter und Einrichtungen zur Verwaltung des Bistums wie die Gerichte, das Amt des Weihbischofs, der bischöfliche Rat oder die Hofämter zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wurde die Bistums- von der Hochstiftsverwaltung getrennt. [[Konstanz, Bistum: Sprengel und Verwaltung|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Feiern (NS-Zeit)]] ==
== [[Circus Krone]] ==
[[Datei:Geburtstag Hitlers 1939.jpg|left|250x250px|link=Feiern (NS-Zeit)|Feier zum 50. Geburtstag Adolf Hitlers am 20. April 1939. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-24508)]]  
[[Datei:Postkarte Krone Rotunde Marsfeld.jpg|left|250x250px|link=Circus Krone|]]
[[Autor:Kühberger,_Christoph|Christoph Kühberger]] <br> In der NS-Zeit wurde die Macht der NSDAP mittels politischer Feste propagandistisch zur Schau zu gestellt. Dabei griff man kaum in den gesetzlichen Feiertagskalender ein. Die Feste, die in vielen Fällen der Parteigeschichte gewidmet waren, wurden neben die traditionellen Feiertage gestellt und waren relativ erfolgreich. Versuche, auch traditionelle Feiern im Privaten zu überformen bzw. zu ersetzen, scheiterten dagegen. Die politischen Feste waren von der Militarisierung der Gesellschaft geprägt, was durch Gestaltungelemente wie Beflaggung, Aufmärsche, Spaliere, Uniformierung usw. verdeutlicht wurde. Neben Berlin waren vor allem Nürnberg (Reichsparteitage) und München (Gedenktag an die Gefallenen der Bewegung) Zentren der politischen Festkultur. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Feiern zuerst eingeschränkt und ab 1944 zu großen Teilen eingestellt. [[Feiern (NS-Zeit)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Hanke,_Sabine|Sabine Hanke]]<br>
Der seit 1919 in München beheimatete Circus Krone gilt als der bedeutendste deutsche Großzirkus, der als einziger seiner Art seit dem frühen 20. Jahrhundert Bestand hatte. Diese Kontinuität darf jedoch nicht ausschließlich als Erfolgsgeschichte gelesen werden. Sie verdankt sich auch einer konsequenten Anpassung an politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. [[Circus Krone|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bayerische Landesbank]] ==
== [[Zentralrat, 1919]] ==
[[Datei:Logo Bayerische Landesbank.jpg|left|250x250px|link=Bayerische Landesbank|Logo der Bayerischen Landesbank Girozentrale, 1972. (Bayerisches Wirtschaftsarchiv, S11, 55)]]
[[Datei:Logo Zentralrat Republik 1919.jpg|left|250x250px|link=Zentralrat, 1919]]
[[Autor:Winkler,_Richard|Richard Winkler]] <br> Die Bayerische Landesbank entstand im Jahr 1972 aus einer Fusion der Bayerischen Gemeindebank Girozentrale mit der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt. Beteiligt waren je zur Hälfte der Freistaat Bayern und die bayerischen Sparkassen. Das nunmehr größte Kreditinstitut Bayerns sollte künftig verstärkt in Wettbewerb mit anderen Großbanken treten. Dementsprechend orientierte sich das Management in Strategie, Geschäftsgebaren und Zielsetzung vorwiegend an privatwirtschaftlichen Maßstäben von Wachstum und Gewinnmaximierung und weniger am Gemeinwohl als öffentlichkeitswirksamer Legitimationsgrundlage eines im Besitz der öffentlichen Hand stehenden Bankhauses. Nachdem die Bank sich bis Mitte der 1980er Jahre mit einer Reihe von Niederlassungen in Europa und einigen Zweigestellen in Übersee internationalisiert hatte, entwickelte sie sich in den 1990er Jahren zu einem global agierenden Finanzkonzern. [[Bayerische Landesbank|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Anton,_Bernward|Bernward Anton]]<br> Der Zentralrat wurde am 21. Februar 1919 als Reaktion auf die Ermordung von Ministerpräsident Kurt Eisner gebildet; eine Neubildung als Revolutionärer Zentralrat erfolgte am 6./7. April. Der Zentralrat verstand sich als Übergangsregierung und war bis zu seinem Sturz infolge des Palmsonntagsputsches am 12. April das Regierungsgremium der ersten Räterepublik. [[Zentralrat, 1919|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bayerische Notenbank]] ==
== [[Annales ducum Boiariae (Johannes Aventinus, 1521)]] ==
[[Datei:Siegelmarke Bayerische Notenbank.jpg|left|250x250px|link=Bayerische Notenbank|Siegelmarke der Bayerischen Notenbank, um 1900. (Bayerisches Wirtschaftsarchiv, S7, 33)]]
[[Datei:D819-76099 Stadt Regensburg Peter Ferstl.jpg|left|250x250px|link=Annales ducum Boiariae (Johannes Aventinus, 1521)]]
[[Autor:Winkler,_Richard|Richard Winkler]] <br> Die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank gründete 1875 die Bayerische Notenbank und gab das Recht zur Ausgabe von Banknoten an diese ab. Nach dem Bankgesetz von 1875 durfte die Bayerische Notenbank seither Banknoten bis zu einem Volumen von 70 Mio. Mark in Umlauf bringen. Gemessen am Emissionsvolumen der deutschen Reichsbank war die Rolle der Bayerischen Notenbank jedoch bescheiden. Das Recht, Banknoten auszugeben, verschaffte der Bayerischen Notenbank zinsloses Kapital, das sie zu günstigen Konditionen in Form von Krediten wieder ausgeben konnte. Davon profitierten bayerische Kreditnehmer in Handel, Gewerbe und Landwirtschaft. [[Bayerische Notenbank|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Schmid,_Alois|Alois Schmid]]<br>
Sieben Bücher umfassendes Hauptwerk des Abensberger Geschichtsschreibers Johannes Aventinus, das die Geschichte Bayerns von der Frühzeit bis zum Ausgang des Mittelalters darstellt. Die zwischen 1519 und 1521 entstandenen Annales ducum Boiariae zeichnen sich durch eine bis zum Zeitpunkt seiner Abfassung nie da gewesene Fülle an Quellen aus, die sich der Autor aus Archiven, Bibliotheken und Klöstern in ganz Bayern erschloss. Das Werk, das zu Lebzeiten Aventinus' nicht zur Publikation kam, prägte die Geschichtsschreibung in Deutschland nachhaltig. [[Annales ducum Boiariae (Johannes Aventinus, 1521)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bayerisches Gewerbemuseum]] ==
== [[Eisenbahn (19. Jahrhundert)]] ==
[[Datei:Bayerisches Gewerbemuseum 1896.jpg|left|250x250px|link=Bayerisches Gewerbemuseum|Bayerisches Gewerbemuseum. Foto der fertiggestellten Eingangsfassade, um 1897. ([https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb00112572?page=24%2C25 Bayerische Staatsbibliothek, Slg.Lorenz 7167])]]
[[Datei:Ludwigseisenbahn Nuernberg Fuerth.jpg|left|250x250px|link=Eisenbahn (19. Jahrhundert)|Ludwigseisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth, Lithographie von 1835. (Bayerische Staatsbibliothek, port-014112)]]  
[[Autor:Glaser,_Silvia|Silvia Glaser]]<br>
[[Autor:Mages,_Emma|Emma Mages]]<br>1835 wurde die erste Eisenbahnstrecke in Deutschland zwischen Nürnberg und Fürth gebaut. Damit begann der Siegeszug der Eisenbahn durch Bayern. 1912 erreichte das Schienennetz eine Gesamtlänge von über 8.400 Kilometer und erschloss damit große Teile Bayerns für die Industrialisierung und den Tourismus. Nachdem zuerst durch staatliche Kontrolle und in Ergänzung für die Pfalz und den Osten Bayerns durch private Initiativen wichtige Hauptstrecken gebaut wurden, entstanden in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts vor allem Nebenbahnen zur Verdichtung der Netzes. Die Eisenbahn veränderte die Entwicklung der angeschlossenen Städte und Dörfer, führte zu einem Aufblühen des Handels und der Wirtschaft und schuf neue Arbeitsplätze und Berufsgruppen. 1920 wurde das bis dahin durch das Land Bayern betriebene Eisenbahnnetz in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert. [[Eisenbahn (19. Jahrhundert)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Im Anschluss an die erste Weltausstellung in London 1851 erfolgte die Gründung einer Reihe von Gewerbemuseen in Europa. Initiatoren des Bayerischen Gewerbemuseums waren zwei Industrielle, Johann Lothar von Faber (1817-1896) und Theodor von Cramer-Klett (1817-1884). Bis um 1900 hatte man eine Sammlung von Objekten unterschiedlichster Materialien ("Mustersammlung") angelegt, die die Ausbildung unterstützen, als Vorbild dienen und zur allgemeinen Geschmacksbildung betragen sollte. Mit der Einrichtung von Berufs- und Gewerbeschulen nach 1900 war eine der Gründungsaufgaben des Museums obsolet geworden. Zudem hatten sich einzelne Abteilungen der Institution, die seit 1909 als Bayerische Landesgewerbeanstalt firmierte, zu technischen Prüfanstalten im Sinne des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) gewandelt. [[Bayerisches Gewerbemuseum|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Steuer, Herzogtum Bayern (Spätmittelalter)]] ==
== [[Bayerische Ostbahn-Aktiengesellschaft (1856-1875)]] ==
[[Datei:Scheyerer Matutinalbuch BSB Hss Clm 17401 ausschnitt.jpg||left|250x250px|link=Steuer, Herzogtum Bayern (Spätmittelalter)]]
[[Datei:Siegelstempel Bay Ostbahn.jpg|left|250x250px|link=Bayerische Ostbahn-Aktiengesellschaft (1856-1875)|Siegelstempel der Königlich-privilegierten Bayerischen Ostbahnen. Abb. aus: Betriebs-Reglement und Tarife für die Kgl. priv. Bayerischen Ostbahnen, München 1862, Beilage I. (Bayerische Staatsbibliothek, Bavar. 4872 z)]]  
[[Autor:Esch,_Claudia|Claudia Esch]]<br>
[[Autor:Mages,_Emma|Emma Mages]]<br>Die 1856 gegründete "Königlich privilegierte Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen" war eine private Eisenbahnbaugesellschaft, die den Ausbau und Betrieb des Schienennetzes in Ostbayern (v.a. Niederbayern und Oberpfalz) übernahm. Durch Kapital privater Investoren konnte die Erschließung der östlichen Landesteile durch die Eisenbahn geleistet werden, wozu der bayerische Staat in den 1850er Jahren selbst nicht in der Lage war. Durch die Gesellschaft wurden u.a. die Eisenbahnlinien von München nach Regensburg und nach Passau sowie von Regensburg nach Nürnberg und nach Böhmen gebaut. 1875 wurde die Gesellschaft verstaatlicht und ihr Schienennetz den Staatsbahnen übereignet. [[Bayerische Ostbahn-Aktiengesellschaft (1856-1875)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Die ersten Nachweise für Steuern in Bayern stammen aus dem 13. Jahrhundert. Anfang des 14. Jahrhunderts lassen sich die Modalitäten der Steuererhebung in der "Schneitbacher Urkunde" (1302) und der "Ottonischen Handveste" (1311) erstmals genauer fassen. Beide Urkunden sind zentrale Dokumente für die Etablierung der Landsteuern und die Entstehung der bayerischen Landstände. Seit dieser Zeit war es eine ihrer Kernkompetenzen, Steuern zu bewilligen und auch zu verwalten. Bei den Landsteuern handelte es sich im Wesentlichen um persönliche, auf das Vermögen bezogene Abgaben. Einkommens- und vermögenslose Personen wurden in der Regel nicht besteuert. Adel und Geistlichkeit waren in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ebenfalls befreit. Das Steuerbewilligungsrecht der Landstände galt auch im 16. Jahrhundert weiter, wurde aber vom bayerischen Herzog zunehmend angegriffen. Adel und Geistlichkeit mussten in Form der sog. Standsteuer nun wieder Steuern entrichten. In der Frühen Neuzeit entwickelten sich die Steuern schließlich zu regelmäßigen Abgaben, die in immer kürzeren Abständen erhoben wurden. Das Steuerbewilligungsrecht, das zumindest formal bis 1808 Bestand hatte, bildete sich zunehmend zu einer Bewilligungspflicht aus. [[Steuer, Herzogtum Bayern (Spätmittelalter)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Internierungslager]] ==
== [[Vizinal- und Lokalbahnen]] ==
[[Datei:Baracken Internierungslager Regensburg 6539-73.jpg||left|250x250px|link=Internierungslager]]
[[Datei:Empfang Lokalbahneroeffnung Thurnau.jpg|left|250x250px|link=Vizinal- und Lokalbahnen|Eröffnungsfeier mit anschließender Eröffnungsfahrt der Lokalbahn in Thurnau vom 11.10.1908. (Gemeinde Thurnau)]]  
[[Autor:Schulte,_Kerstin|Kerstin Schulte]]<br>
[[Autor:Mages,_Emma|Emma Mages]]<br>Nachdem der Aufbau des Hauptbahnnetzes in den 1860er Jahren weitestgehend abgeschlossen war, richtete sich ab den 1870er Jahren das Interesse verstärkt auf den Bau von Nebenbahnen zur Ergänzung des Streckennetzes in Bayern. Dabei versuchten vor allem lokale Interessenten (Gemeinden, Fabrikbesitzer, etc.) Orte an das Eisenbahnnetz anzuschließen, die bei den bisherigen Baumaßnahmen nicht berücksichtigt werden konnten und dadurch wirtschaftliche Nachteile hatten. Als Vizinalbahnen (vizinal von lat. vicinus: benachbart, nahe) werden die Nebenbahnen bezeichnet, die zwischen 1872 und 1879 auf Grundlage des Vizinalbahngesetzes von 1869 mit gegenüber Hauptbahnen eingeschränkten Bauvorschriften errichtet wurden. [[Vizinal- und Lokalbahnen|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Von 1945 bis 1949 bestehende Einrichtungen, in denen nationalsozialistische Funktionsträger zum Zwecke der Entnazifizierung der deutschen Gesellschaft inhaftiert wurden. In Bayern waren bis 1947 über 90.000 Personen interniert, vor allem ehemalige SS-Angehörige. Im April 1946 übertrug die US-Besatzungsmacht die Verantwortung über die Internierungslager an die Bayerische Staatsregierung. Mit der Lockerung der Entnazifizierungspolitik 1947 nahm die Zahl der Internierten schnell ab. Bis 1949 wurden die Internierungslager schrittweise aufgehoben. [[Internierungslager|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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Aktuelle Version vom 3. Juli 2026, 14:16 Uhr


Bayernbild Film und Fernsehen

Szene aus dem Tatort "Schwarzer Einser", Erstausstrahlung am 03.12.1978. (Bild: BR/Foto Sessner)
Szene aus dem Tatort "Schwarzer Einser", Erstausstrahlung am 03.12.1978. (Bild: BR/Foto Sessner)

Diana Kainz
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Kein anderes Medium transportiert Bilder und Klischees so einprägsam wie Film und Fernsehen. Das bereits im 19. Jahrhundert durch Karikaturen und Erzählungen verbreitete Bild Bayerns und seiner Bewohner mit all seinen Eigenheiten war nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern weit darüber hinaus v. a. geprägt von Bierkonsum und Trachtenfolklore. Dennoch unterlag das gerade in Film und Fernsehen gezeichnete Bild ebenso einem Wandel wie die Fokussierung auf diverse Aspekte angeblich bayerischer Eigenheiten. Film und Fernsehen zeigen dabei neben dem Wandel auch zahlreiche Konstanten in diesen, Bayern zugemessenen Eigenschaften. Weiterlesen

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Konstanz, Bistum: Geschichte

Andreas Bihrer
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Königlich Bayerische Gendarmerie

Offizier und Mannschaftsgrad der Königlich Bayerischen Gendarmerie. Lithographie von 1813. Abb. aus: Handbuch für die Königlich Baierische Gendarmerie als Unterricht in ihren Dienst Obliegenheiten. München 1813, Frontispiz. (Bayerische Staatsbibliothek, Bibl.Mont. 4919)
Offizier und Mannschaftsgrad der Königlich Bayerischen Gendarmerie. Lithographie von 1813. Abb. aus: Handbuch für die Königlich Baierische Gendarmerie als Unterricht in ihren Dienst Obliegenheiten. München 1813, Frontispiz. (Bayerische Staatsbibliothek, Bibl.Mont. 4919)

Anton Gleißner
ie 1812 eingerichtete Königlich Bayerische Gendarmerie war eine bis 1919 mit Polizeiaufgaben betraute Armeeeinheit, die dem Kriegsministerium und dem Innenministerium unterstand. Diese war wegen fehlender finanzieller Mittel schlecht ausgerüstet, hatte aber für Sicherheit und Ordnung im Königreich zu sorgen. Sie bestand aus Offizieren, die die ihnen unterstellten Einheiten zu inspizieren und deren militärische Ordnung aufrechtzuerhalten hatten, sowie von Mannschaften, die in den ihrer jeweiligen Station zugeteilten Gebieten patrouillieren, Gefangene transportieren und nach flüchtigen Verbrechern fahnden sollten. Die Effektivität der Einheiten und das Betragen der Gendarmen vor Ort wurde bereits von Zeitgenossen zwiespältig geurteilt, allerdings wünschten sich viele Gemeinden eine lokale Station statt gelegentlicher Patrouillen. 1919 wurden die militärischen Einheiten in zivile Gendarmerieabteilungen überführt, die den jeweiligen Kreisregierungen unterstanden. 1935 wurden die Einheiten in die Verantwortung des Reichs überführt. Weiterlesen

Kabinett Hoegner I, 1945-1946

Alexander Wegmaier
Das Kabinett Hoegner I wurde von der US-Besatzungsmacht als Allparteienregierung eingesetzt und amtierte vom 22. Oktober 1945 bis 21. Dezember 1946. Nach den sehr begrenzten Möglichkeiten des Vorgängerkabinetts Schäffer erlangte das Kabinett Hoegner nach und nach Freiräume gegenüber der US-Militärregierung, blieb aber weiterhin von dieser abhängig. Die tagespolitische Hauptaufgabe war die Bewältigung der drängendsten Kriegsfolgen. Langfristig wirksam waren vor allem die Maßnahmen zum Wiederaufbau des bayerischen Staates und der frühe Einsatz für die föderale Ordnung eines künftigen deutschen Staatswesens. Nach der ersten Landtagswahl 1946 trat das Kabinett zurück und wurde von einer frei gewählten Staatsregierung abgelöst. Weiterlesen


Konstanz, Bistum: Sprengel und Verwaltung

Andreas Bihrer
Eindeutige räumliche Zugehörigkeiten zum Bistum Konstanz lassen sich seit dem Hochmittelalter feststellen. Das Bistum gliederte sich seit dem Ende des 13. Jahrhunderts in zehn Archidiakonate und 64 Landdekanate. Auf dem Gebiet des heutigen Bayern lagen die Landdekanate Isny, Lindau und Stiefenhofen im Archidiakonat Allgäu. Im Frühmittelalter unterstützten Kleriker aus der Stadt Konstanz und der Bodenseeregion sowie Mönche aus St. Gallen und von der Reichenau den Bischof. Aus dieser Gemeinschaft entwickelte sich das einflussreiche Domkapitel, das im Falle von Sedisvakanzen auch selbst regierte. Während die Anfänge der bischöflichen Kanzlei bereits im 8./9. Jahrhundert liegen, entstanden weitere Ämter und Einrichtungen zur Verwaltung des Bistums wie die Gerichte, das Amt des Weihbischofs, der bischöfliche Rat oder die Hofämter zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wurde die Bistums- von der Hochstiftsverwaltung getrennt. Weiterlesen

Circus Krone

Sabine Hanke
Der seit 1919 in München beheimatete Circus Krone gilt als der bedeutendste deutsche Großzirkus, der als einziger seiner Art seit dem frühen 20. Jahrhundert Bestand hatte. Diese Kontinuität darf jedoch nicht ausschließlich als Erfolgsgeschichte gelesen werden. Sie verdankt sich auch einer konsequenten Anpassung an politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Weiterlesen

Zentralrat, 1919

Bernward Anton
Der Zentralrat wurde am 21. Februar 1919 als Reaktion auf die Ermordung von Ministerpräsident Kurt Eisner gebildet; eine Neubildung als Revolutionärer Zentralrat erfolgte am 6./7. April. Der Zentralrat verstand sich als Übergangsregierung und war bis zu seinem Sturz infolge des Palmsonntagsputsches am 12. April das Regierungsgremium der ersten Räterepublik. Weiterlesen

Annales ducum Boiariae (Johannes Aventinus, 1521)

Alois Schmid
Sieben Bücher umfassendes Hauptwerk des Abensberger Geschichtsschreibers Johannes Aventinus, das die Geschichte Bayerns von der Frühzeit bis zum Ausgang des Mittelalters darstellt. Die zwischen 1519 und 1521 entstandenen Annales ducum Boiariae zeichnen sich durch eine bis zum Zeitpunkt seiner Abfassung nie da gewesene Fülle an Quellen aus, die sich der Autor aus Archiven, Bibliotheken und Klöstern in ganz Bayern erschloss. Das Werk, das zu Lebzeiten Aventinus' nicht zur Publikation kam, prägte die Geschichtsschreibung in Deutschland nachhaltig. Weiterlesen

Bayerisches Gewerbemuseum

Bayerisches Gewerbemuseum. Foto der fertiggestellten Eingangsfassade, um 1897. (Bayerische Staatsbibliothek, Slg.Lorenz 7167)
Bayerisches Gewerbemuseum. Foto der fertiggestellten Eingangsfassade, um 1897. (Bayerische Staatsbibliothek, Slg.Lorenz 7167)

Silvia Glaser
Im Anschluss an die erste Weltausstellung in London 1851 erfolgte die Gründung einer Reihe von Gewerbemuseen in Europa. Initiatoren des Bayerischen Gewerbemuseums waren zwei Industrielle, Johann Lothar von Faber (1817-1896) und Theodor von Cramer-Klett (1817-1884). Bis um 1900 hatte man eine Sammlung von Objekten unterschiedlichster Materialien ("Mustersammlung") angelegt, die die Ausbildung unterstützen, als Vorbild dienen und zur allgemeinen Geschmacksbildung betragen sollte. Mit der Einrichtung von Berufs- und Gewerbeschulen nach 1900 war eine der Gründungsaufgaben des Museums obsolet geworden. Zudem hatten sich einzelne Abteilungen der Institution, die seit 1909 als Bayerische Landesgewerbeanstalt firmierte, zu technischen Prüfanstalten im Sinne des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) gewandelt. Weiterlesen

Steuer, Herzogtum Bayern (Spätmittelalter)

Claudia Esch
Die ersten Nachweise für Steuern in Bayern stammen aus dem 13. Jahrhundert. Anfang des 14. Jahrhunderts lassen sich die Modalitäten der Steuererhebung in der "Schneitbacher Urkunde" (1302) und der "Ottonischen Handveste" (1311) erstmals genauer fassen. Beide Urkunden sind zentrale Dokumente für die Etablierung der Landsteuern und die Entstehung der bayerischen Landstände. Seit dieser Zeit war es eine ihrer Kernkompetenzen, Steuern zu bewilligen und auch zu verwalten. Bei den Landsteuern handelte es sich im Wesentlichen um persönliche, auf das Vermögen bezogene Abgaben. Einkommens- und vermögenslose Personen wurden in der Regel nicht besteuert. Adel und Geistlichkeit waren in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ebenfalls befreit. Das Steuerbewilligungsrecht der Landstände galt auch im 16. Jahrhundert weiter, wurde aber vom bayerischen Herzog zunehmend angegriffen. Adel und Geistlichkeit mussten in Form der sog. Standsteuer nun wieder Steuern entrichten. In der Frühen Neuzeit entwickelten sich die Steuern schließlich zu regelmäßigen Abgaben, die in immer kürzeren Abständen erhoben wurden. Das Steuerbewilligungsrecht, das zumindest formal bis 1808 Bestand hatte, bildete sich zunehmend zu einer Bewilligungspflicht aus. Weiterlesen

Internierungslager

Kerstin Schulte
Von 1945 bis 1949 bestehende Einrichtungen, in denen nationalsozialistische Funktionsträger zum Zwecke der Entnazifizierung der deutschen Gesellschaft inhaftiert wurden. In Bayern waren bis 1947 über 90.000 Personen interniert, vor allem ehemalige SS-Angehörige. Im April 1946 übertrug die US-Besatzungsmacht die Verantwortung über die Internierungslager an die Bayerische Staatsregierung. Mit der Lockerung der Entnazifizierungspolitik 1947 nahm die Zahl der Internierten schnell ab. Bis 1949 wurden die Internierungslager schrittweise aufgehoben. Weiterlesen