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Aus Historisches Lexikon Bayerns

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== [[Reisen (Mittelalter)]] ==
== [[Schifffahrt in Altbayern (Früh- und Hochmittelalter)]] ==
[[Datei:Feb 26 Reisen.jpg|left|250x250px|link=Reisen (Mittelalter)|Die Romwegkarte von Erhard Etzlaub (1462-1532), die älteste gedruckte Wegekarte Mitteleuropas, richtete sich bezeichnenderweise an Pilger. Sie entstand für das Heilige Jahr 1500. ([https://mdz-nbn-resolving.de/details:bsb00033752 BSB Rar. 287#Beibd.4 aus dem Besitz von Hartmann Schedel])]]
[[Datei:Karte Aventin.jpg|left|250x250px|link=Schifffahrt in Altbayern (Früh- und Hochmittelalter)|Die älteste eigenständige Übersichtskarte von Ober- und Niederbayern schuf der bayerische Geschichtsschreiber Johannes Aventinus 1523. Hier treten die Flüsse als dominierende Gliederungselemente des Landes hervor. ([https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00002922?page=,1 Bayerische Staatsbibliothek, Mapp. XI,24 xbb])]]
[[Autor:Ohler,_Norbert|Norbert Ohler]] <br>  
[[Autor:Müller,_Jörg|Jörg Müller]] <br> Schifffahrt, insbesondere auf der Donau und ihren Zuflüssen, spielte für die wirtschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung des frühen bayerischen Herzogtums eine bedeutende Rolle. Der Verkehr mit Booten und Flößen ist bereits in der ältesten Überlieferung des 8. Jahrhunderts als Teil des Alltagslebens fassbar, denn der Transport zu Wasser war um ein Vielfaches günstiger als jener zu Land. Dabei wurden auch noch kleine, heute unbedeutende Gewässer genutzt. Die Donau selbst bot relativ günstige natürliche Voraussetzungen für die Schifffahrt und öffnete einen Weg nach Osten, den Händler ebenso nutzten wie Herrscher für Kriegszüge und Reisen. Zeigt sich die Schifffahrt im Frühmittelalter überwiegend in grundherrschaftliche Strukturen eingebunden, so begegnen ab dem 12. Jahrhundert Zusammenschlüsse von Schiffern, die die Entwicklung zu spätmittelalterlichen Organisationsformen ankündigen. Transportiert wurden - auf Donau und Inn z.T. auch flussaufwärts (Gegenfahrt) - vor allem Salz, Erz, Eisen, Baumaterial, Wein und Getreide. [[Schifffahrt in Altbayern (Früh- und Hochmittelalter)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Auch im Mittelalter waren breite Schichten als Reisende unterwegs, von einfachen Menschen und Kaufleuten bis hin zu Herrschern. Die Zahl der Reisenden nahm ab dem Hochmittelalter deutlich zu. Motive für Reisen konnten wirtschaftlicher, religiöser oder herrschaftlicher Natur sein. Auch zu Bildungszwecken begab man sich auf den Weg, aber ebenso, um vor Seuchen oder Kriegen zu flüchten. Reisende nutzten die von der Natur vorgegebenen Wege, also Flüsse, Tallandschaften und Gebirgspässe. Teilweise konnte auf alte römische Straßenverbindungen zurückgegriffen werden. Die meisten Menschen waren zu Fuß unterwegs. Fortbewegungsmittel waren daneben Saumtiere, Wagen, Sänften, Schiffe und Flöße. [[Reisen (Mittelalter)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =
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== [[Universität Altdorf (1580/1622-1809)]] ==
[[Datei:Auditorium Welserianum.jpg|left|250x250px|link=Universität Altdorf (1580/1622-1809)|Das Auditorium Welserianum im Collegio zu Altdorf, Kupferstich um 1920. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-036622)]]
[[Autor:Schnabel,_Werner_Wilhelm|Werner Wilhelm Schnabel]] <br> In Altdorf befand sich ab 1580 die Akademie der Reichsstadt Nürnberg, die 1622 zur Semiuniversität (ohne Promotionsrecht in der theologischen Fakultät) aufgewertet wurde und 1696 endgültig den Rang einer Volluniversität erwarb. Sie war neben Straßburg die einzige reichsstädtische Universität und hatte als evangelische Hochschule zeitweilig einen weit ausgreifenden Einzugsbereich für protestantische Studenten vor allem aus dem Südosten Mitteleuropas, denen Hochschulen ihrer konfessionellen Ausrichtung im näheren Umfeld nicht zur Verfügung standen. Der Niedergang begann allerdings schon während des Dreißigjährigen Krieges. Trotz namhafter und innovativer Wissenschaftler verlor sie im 18. Jahrhundert nicht zuletzt durch die Neugründung im brandenburg-bayreuthischen Erlangen (1743) weiter an Bedeutung und wurde 1809 vom neuen bayerischen Landesherrn aufgelöst. [[Universität Altdorf (1580/1622-1809)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)]] ==
== [[Münchener Abkommen, 1938]] ==
[[Datei:Landtag Front Prannenstr 1912.jpg|left|250x250px|link=Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)|]]
[[Datei:Gruppe Muenchner Konferenz 1938.jpg|left|250x250px|link=Münchener Abkommen, 1938|Gruppenbild mit Neville Chamberlain (1869-1940, Premierminister des Vereinigten Königsreichs 1937-1940), Benito Mussolini (1883-1945, Ministerpräsident von Italien 1922-1943) und Adolf Hitler (1889-1945, nationalsozialistischer Diktator Deutschlands 1933-1945) im Fokus. Chamberlains und Hitlers Körpersprache spiegeln sich, während Chamberlains Worte durch den Chefdolmetscher des Auswärtigen Amtes Paul Schmidt (1899-1970) übersetzt werden. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-20614)]][[Autor:Studt,_Christoph|Christoph Studt]] <br>
[[Autor:Nadler,_Markus|Markus Nadler]]<br>
Das Münchener Abkommen vom 30. September 1938 legte die Abtretung des zur Tschechoslowakei (ČSR) gehörigen Sudetenlands an das Deutsche Reich fest. Der Vertrag wurde ohne Beteiligung der ČSR zwischen dem Deutschen Reich, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien geschlossen. Der NS-Staat unter Adolf Hitler (1889-1945) befand sich nach dem "Anschluss" Österreichs im März 1938 in einer überaus starken Position und drohte damit, die mehrheitlich von Deutschen bewohnten Gebiete der ČSR zu annektieren. Um einen Krieg zu vermeiden und Hitler zu besänftigen, stimmten die britische und die französische Regierung im Rahmen einer "Appeasement-Politik" einer Übertragung und Besetzung des Sudetengebiets zu. Der ČSR blieb keine Wahl, als dies hinzunehmen. Das Land verlor damit ein Viertel seiner Bevölkerung und ein Fünftel seiner Fläche. Bereits ein halbes Jahr später wurde die restliche Tschechoslowakei durch das Deutsche Reich militärisch zerschlagen, ein von Deutschland abhängiger slowakischer Staat und das Protektorat Böhmen und Mähren errichtet. Das Münchener Abkommen ist zu einem Symbol für eine nachgiebige Politik gegenüber einem militärisch aggressiv handelnden, diktatorisch regierten Staat geworden. [[Münchener Abkommen, 1938|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
In Bayern entstand nach dem Sturz der Monarchie im November 1918 eine Demokratie mit einem Einkammerparlament. Erstmals wurde 1919 ein allgemeines, gleiches Wahlrecht angewendet, das auch Frauen einschloss. Zwar musste der Landtag im Frühjahr 1919 infolge revolutionärer Unruhen vorübergehend seinen Sitz von München nach Bamberg verlegen, mit der Niederschlagung der Räterepublik und der Verabschiedung der Verfassung im August konnte sich aber die parlamentarisch-repräsentative Demokratie in Bayern durchsetzen. Der Landtag hatte weitgehende Rechte, insbesondere die Gesetzgebung, die Entscheidung über den Staatshaushalt und die Wahl der Regierung sowie deren Kontrolle. Diese starke Stellung hebelten die Nationalsozialisten 1933 im Zuge der Machtergreifung und der von ihnen durchgesetzten Gleichschaltung aus. Die Aufhebung des Bayerischen Landtags erfolgte durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934. [[Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Ultramontanismus]] ==
== [[Augustiner-Bräu (München)]] ==
[[Datei:Ignaz_von_Doellinger.jpg|left|250x250px|link=Ultramontanismus|Ignaz von Döllinger (1799-1890) war ein bedeutender Vertreter des Frühultramontanismus, verlor aber als Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas seinen Einfluss. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-017105)]]
[[Datei:Augustiner Neuhauser Straße 1829.jpg|left|250x250px|link=Augustiner-Bräu (München)|Das Stammhaus des Augustiner-Bräu im Jahr 1829, aus: Sailer, Josef Benno, Die Geschichte des Augustiner-Klosters und der Augustiner-Brauerei zu München, München 1929, 11. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Bavar. 3252 s)]]  
[[Autor:Kirchinger,_Johann|Johann Kirchinger]]<br>
[[Autor:Wagner,_Markus|Markus Wagner]] <br> Die Augustiner-Bräu Wagner KG gilt als älteste noch bestehende Brauerei Münchens. Als Gründungsdatum gilt das Jahr 1328. Die Brauerei befand sich im Münchner Augustiner-Kloster. Mit der Säkularisation 1803 endete die klösterliche Brautradition, wurde unter den neuen Eigentümern jedoch weitergeführt. 1829 wurde die Brauerei von den Eheleuten Maria Theresia (1797–1858) und Anton Wagner (1791–1845) übernommen. Die Brauerei ist seit 1996 mehrheitlich im Eigentum der gemeinnützigen Edith-Haberland-Wagner-Stiftung. Dieser Umstand schützte die Brauerei bislang davor, trotz des im Vergleich zu den anderen Münchner Großbrauereien geringen Bierausstoßes, von größeren Konkurrenten übernommen zu werden. [[Augustiner-Bräu (München)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Der Ultramontanismus ist eine innerkirchliche Strömung der katholischen Kirche, die im 19. Jahrhundert zur vorherrschenden Richtung wurde. Ihr Kennzeichen war eine starke Orientierung an Rom, ihr Hauptanliegen der Kampf um die Freiheit der Kirche vom Staat und gegen die Entkirchlichungstendenzen der Moderne. Deshalb griff der Ultramontanismus vom Kirchlichen auf das Politische über. Die Vertretung kirchlicher Interessen durch politische Parteien (Zentrum und Bayerische Patriotenpartei) gehört zu seinen Kernelementen. Im Vormärz war Bayern ein Zentrum des frühen Ultramontanismus. Während dessen Hochphase im Kulturkampf, der in Bayern gemäßigt verlief, galt das nicht mehr. War die Strömung zuerst durch theologische Unbestimmtheit gekennzeichnet, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Neuscholastik zur vorherrschenden Theologie des Ultramontanismus. [[Ultramontanismus|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Tiroler Aufstand (1809)]] ==
== [[Bauernbefreiung]] ==
[[Datei:Heß Treffen bei Woergl.jpg|left|250x250px|link=Tiroler Aufstand (1809)|Gemälde "Treffen bei Wörgl" von Peter von Hess (1792-1871). (© Bayerische Schlösserverwaltung)]]  
[[Datei:Gesetz_Aufhebung_standes_Gerichtsbarkeit_1848.jpg|left|250x250px|link=Bauernbefreiung|Titelblatt, Gesetz über die Aufhebung der standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, 1848.]]
[[Autor:Mazohl,_Brigitte|Brigitte Mazohl]] <br> Der Tiroler Aufstand von 1809, bei dem „Insurgenten“ mehrfach zu den Waffen griffen, um sich gegen eine vertraglich legitimierte, aber als nicht legitim empfundene Herrschaft zur Wehr zu setzen, war ein militärischer Nebenschauplatz des fünften Koalitionskrieges zwischen Österreich und Frankreich. Die Reformen der bayerischen Verwaltung und die Planungen der österreichischen Regierung für einen erneuten Waffengang gegen Napoleon (1769-1821, franz. Kaiser 1804-1814), die die Tiroler Milizen einbezog, führten zum Aufstand. Zwischen April und November 1809 kam es zu mehreren Schlachten zwischen der Tiroler Miliz und den Verbänden der österreichischen Armee gegen die bayerischen und französischen in Tirol stationierten Truppen. Mehrmals mussten Bayern und Franzosen aus Tirol abziehen. Zeitweise konnte unter dem Führer der Aufständischen Andreas Hofer (1767-1810) eine eigene Regierung Tirols etabliert werden, bevor die französischen Truppen das Land zurückerobern konnten. [[Tiroler Aufstand (1809)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Kirchinger,_Johann|Johann Kirchinger]]<br> Unter Bauernbefreiung versteht man die seit Mitte des 18. Jahrhunderts in ganz Europa einsetzenden Bemühungen, sowohl den Grund und Boden als auch die Bauern selbst von feudalen Bindungen zu befreien. Durch die freie Verfügbarkeit über Grund und Boden sollte eine wirtschaftliche Dynamik in Gang gesetzt werden, welche sich nicht zuletzt positiv auf die Steuereinnahmen auswirken sollte. Darüber hinaus sollten dadurch konkurrierende Herrschaftsträger ausgeschaltet werden. Denn das Obereigentum über Grund und Boden begründete Herrschaftsrechte, in Kurbayern insbesondere die niedere Gerichtsbarkeit in den Hofmarken, welche mit denjenigen des Staates konkurrierte. In Kurbayern gab es erste Bemühungen seit 1762 auf landesherrlichen Gütern; nach Säkularisation und Aufhebung der landständischen Verfassung wurden die Möglichkeiten der Grundentlastung auch auf kirchliche und adlige Güter im gesamten Königreich ausgeweitet. [[Bauernbefreiung|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Kammer der Reichsräte]] ==
== [[Freyberg, Adelsfamilie]] ==
[[Datei:Kammer der Reichsraete 1868.jpg|left|250x250px|Kammer der Reichsräte des Bayerischen Landtags, um 1868. ([https://stadtarchiv.muenchen.de/scopeQuery/detail.aspx?ID=780630 Stadtarchiv München, CHRON028], lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de CC BY-ND 4.0])]] [[Autor:Löffler,_Bernhard|Bernhard Löffler]]
[[Datei:Wappen Freyberg 1460.jpg|left|250x250px|link=Freyberg, Adelsfamilie|Stammwappen der Freyberger im Scheibler’schen Wappenbuch, das ab ca. 1450 angelegt wurde. (Bayerische Staatsbibliothek, Cod.icon. 312 c, fol. 87v)]]
Als Kammer der Reichsräte bezeichnete man die Erste Kammer im Zweikammersystem der konstitutionellen Monarchie in Bayern. Sie wurde mit der Verfassung vom 26. Mai 1818 ins Leben gerufen und verschwand, wie die monarchische Staatsform, mit der Revolution vom 7. November 1918. Zum neuen republikanischen Freistaat passte das weitgehend aristokratisch zusammengesetzte und manche restfeudale Standesprivilegien bewahrende Oberhaus nicht mehr. Von 1818 bis 1918 aber hat die Kammer der Reichsräte zusammen mit der gewählten Kammer der Abgeordneten und mit dieser rechtlich gleichgestellt die parlamentarische Legislative gebildet und dabei ihren eigenen Beitrag zum politischen Funktionieren des konstitutionellen Staates geleistet. [[Kammer der Reichsräte|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Schneider,_Joachim|Joachim Schneider]] und [[Autor:Lochbrunner,_Anja|Anja Lochbrunner]]<br>
Aus Oberschwaben stammendes Rittergeschlecht, das erstmalig 1237 namentlich erscheint. Im 14. Jahrhundert kamen die Freyberger nach Altbayern. Sogleich in Diensten der bayerischen Herzöge stehend, konnten sie durch Heiratspolitik unter anderem die Herrschaft Hohenaschau im Chiemgau erwerben. Sie breiteten sich aber auch ins Allgäu aus und zeigten eine für das Spätmittelalter außergewöhnliche regionale Mobilität. Seit dem 15. Jahrhundert engagierten sie sich in der Ritterschaft ebenso wie im Kaiser- und Fürstendienst und wurden bis 1655 mit allen Linien in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Im 19. Jahrhundert wurden die schwäbischen Linien der Freyberg in Öpfingen, Allmendingen und Wellendingen ebenso wie die bayerischen in Raunau, Hürbel-Haldenwang und Jetzendorf in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. Mitte des 20. Jahrhunderts verblieb als einzige die Allmendinger Linie, die durch Adoptionen auch Jetzendorf und Haldenwang übernahm und bis ins 21. Jahrhundert vielköpfig blüht. [[Freyberg, Adelsfamilie|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bogen, Adelsfamilie]] ==
== [[Olympische Sommerspiele, München 1972]] ==
[[Datei:Siegel Abzeichnung Gf Bogen 1209.jpg|left|250x250px|link=Bogen, Adelsfamilie|Idealisierte Abzeichnung des Siegels von Graf Bertholds III. von Bogen aus dem Jahr 1209. Abb. aus: Hermann Scholliner, Stemmatographia Illvstrissimorvm S. R. I. Comitvm De Bogen (…), München 1792 (?), Taf. 2. (Bayerische Staatsbibliothek, Res/4 Bavar. 1667)]]
[[Datei:Olympische Spiele 1972 1.jpg|left|250x250px|link=Olympische Sommerspiele, München 1972|Blick auf das Olympiastadion vom Olympiaberg während der Spiele 1972 . Foto von Joachim Kankel (1921-1984). (Bayerische Staatsbiblipthek, Bildarchiv kank-000270)]]
[[Autor:Slowioczek,_Maximilian|Maximilian Slowioczek]]<br>
[[Autor:Kramer,_Ferdinand|Ferdinand Kramer]] <br> Die Olympischen Spiele von München 1972 (26. August bis 11. September 1972) führten 7.147 Sportlerinnen und Sportler sowie zahlreiche Sportfunktionäre, Vertreter von Medien, Politik und Zuschauer der Wettbewerbe aus aller Welt in der bayerischen Landeshauptstadt zusammen. Die Vorbereitungen hatten 1965 mit der dann 1966 erfolgreichen Bewerbung begonnen. In sechs Jahren wurden neue Sportstätten in München errichtet und die Infrastruktur der Stadt ausgebaut. Die Spiele avancierten zu einem Symbol für einen weitreichenden Transformations- und Modernisierungsprozess und die neue internationale Positionierung Münchens und Bayerns sowie der Bundesrepublik Deutschland. Nach gelungenem Auftakt brachen in die Atmosphäre der "heiteren Spiele" palästinensische Terroristen ein, die elf israelische Sportler und einen bayerischen Polizisten ermordeten. Die Tragik der Olympischen Spiele von München hat diese im globalen Gedächtnis stark verankert. [[Olympische Sommerspiele, München 1972|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert nachgewiesenes Geschlecht, das zu den bedeutenden altbayerischen Adelsfamilien des Hochmittelalters gerechnet wird. Die Bogener waren vorwiegend im Bayerischen Wald und in der gegenüberliegenden Donauebene begütert. Durch umfangreichen Eigenbesitz und Vogteien kontrollierten sie dieses Gebiet seit der Mitte des 12. Jahrhunderts als weitgehend geschlossenen Herrschaftsraum. 1242 starb das Geschlecht im Mannesstamm aus und wurde von den Wittelsbachern beerbt. Die Reitersiegel der Bogener aus dem 13. Jahrhundert gelten als Ursprung des bayerischen Rautenwappens. [[Bogen, Adelsfamilie|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bayerische Patriotenpartei (1868-1887)]] ==
== [[Bayerisches Pilgerbüro]] ==
[[Datei:Edmund Joerg 1890.jpg|left|250x250px|link=Bayerische Patriotenpartei (1868-1887)|Joseph Edmund Jörg (1819-1901), Foto um 1880/90. ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/fylr/L/811e80c8-2200-4a1c-872b-ab735f76ce15 Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-007990])]]
[[Datei:Pilgerreise Rom Neuhaeusler.jpg|left|250x250px|link=Bayerisches Pilgerbüro|Weihbischof Johannes Neuhäusler auf der Treppe in Assisi während eines Aufenthalts im Rahmen einer Pilgerreise nach Rom, den Weg weisend. (Archiv des Erzbistums München und Freising, EA004/2, 629)]]  
[[Autor:Hartmannsgruber,_Friedrich|Friedrich Hartmannsgruber]]<br>
[[Autor:Pfister,_Peter|Peter Pfister]]<br>Dank des technischen Fortschritts, der vielen Menschen das Reisen erleichterte, waren seit der Wende zum 20. Jahrhundert Pilgerfahrten zu den heiligen Stätten des Christentums in Bayern sehr beliebt. Anlässlich des Heiligen Jahres 1925 beschloss deshalb die Freisinger Bischofskonferenz die Gründung eines Bayerischen Landeskomitees zur Organisation von Pilgerzügen zu den Feierlichkeiten in Rom. In den folgenden Jahren führte dieses unter der Leitung von Monsignore Johannes Baptist Neuhäusler (1888–1973, seit 1923 Präsident des Ludwig-Missionsvereins) erfolgreich auch Reisen für bayerische Katholiken zu anderen Zielen durch und wurde 1929 als eingetragener Verein „Bayerisches Landeskomitee für Pilgerfahrten" mit Sitz in München verstetigt. Trotz zahlreicher staatlicher Hemmnisse für Pilgerreisen konnte das Landeskomitee seine Arbeit auch unter der nationalsozialistischen Herrschaft bis zum Zweiten Weltkrieg fortführen. Beim Neuanfang nach dem Krieg konnte man zunächst ab 1947 nur Wallfahrten zu Zielen im oberbayerischen Raum anbieten, ab 1949 fanden wieder Reisen zu Pilgerstätten im Ausland statt. [[Bayerisches Pilgerbüro|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Die Bayerische Patriotenpartei repräsentierte in der Epoche der Reichsgründung und des Kulturkampfs die katholisch-konservative Mehrheit der bayerischen Wähler. Entstanden ab 1868 als Sammlungspartei gegen die sich abzeichnende kleindeutsche Reichsgründung, gegen wirtschaftsliberale Reformen und den liberalen Säkularismus, hielt sie in der Kammer der Abgeordneten seit 1869 die Mehrheit der Mandate. Jedoch blieb sie in die Opposition verwiesen, da König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886), um jeden Anschein einer Parlamentarisierung zu meiden, an seinen liberalen Ministern festhielt. Interne Gegensätze über heftige Flügelkämpfe austragend, von mehreren Sezessionen betroffen, fand sie ihren Weg als föderalistische, nicht partikularistische und politische, nicht konfessionelle Partei auf dem Boden des bayerischen Konstitutionalismus. Die Umbenennung in Bayerische Zentrumspartei schloss 1887 diese Entwicklung ab. Die patriotischen Reichstagsabgeordneten traten aus eigenem Entschluss schon seit 1871 der Zentrumsfraktion bei.   [[Bayerische Patriotenpartei (1868-1887)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Güterverzeichnisse des Frühmittelalters]] ==
== [[Abrogans (althochdeutsch) und Samanunga worto]] ==
[[Datei:Breviarius Urolfi Startseitenbild.jpg|left|250x250px|link=Güterverzeichnisse des Frühmittelalters|Ausschnitt aus dem Breviarius Urolfi von 788. Abschrift im Kopialbuch des Abtes Hermann von Niederaltaich von 1254. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kloster Niederalteich Amtsbücher und Akten 1 lizenziert durch  [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de CC BY-NC-ND 4.0] via [https://www.bavarikon.de/object/bav:GDA-OBJ-00000BAV80016802?p=136 bavarikon])]]
[[Datei:Cod. Sang. 911 p.4 A.jpg|left|250x250px|link=Abrogans (althochdeutsch) und Samanunga worto|Abrogans K, Südwestdeutschland, Ende 8. Jahrhundert. Seite aus dem "älteste(n) erhaltene(n) Buch in deutscher Sprache" mit althochdeutschen Übersetzungen als Kontextglossen (St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 911; p. 4)]]  
[[Autor:Grüninger,_Sebastian|Sebastian Grüninger]]<br>
[[Autor:Haubrichs,_Wolfgang|Wolfgang Haubrichs]]<br>Das nach seinem ersten Wort ‚Abrogans‘ benannte, zunächst lateinisch-lateinische frühmittelalterliche Synonymen-Wörterbuch wurde ab dem späteren 8. Jahrhundert ins Althochdeutsche übertragen. Es gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen des entstehenden volkssprachig/deutschen Sprachbewusstseins und systematischer Sprachreflexion, deren erstes Ziel wohl die Erschließung der Bibelsprache war. Entgegen älteren Annahmen lag die Initiative zur althochdeutschen Übersetzung eher im alemannischen Raum, allerdings belegen Verbreitung, Formenvielfalt und Zahl der überlieferten und erschlossenen Handschriften ein großes Interesse an den Wörterbüchern im ganzen Süden des späteren deutschen Sprachraums. Das gilt besonders auch für Regensburg im späten 8./frühen 9. Jahrhundert, wo wahrscheinlich unter Bischof Adalwin (792-816) die gekürzte und modernisierte Fassung der ‚Samanunga worto‘ (Sammlung der Wörter) entstand. [[Abrogans (althochdeutsch) und Samanunga worto|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Güterverzeichnisse sind Besitzaufzählungen im Rahmen der Grundherrschaft. Ein halbes Dutzend solcher Verzeichnisse aus dem frühmittelalterlichen Bayern hat sich erhalten. Entstanden sind sie zumeist im Zusammenhang mit der Übernahme und Konsolidierung der karolingischen Herrschaft im ehemals agilolfingischen Herzogtum, also nach 788. Formal und inhaltlich reichen sie von wortkargen Hubenlisten (Passau) über die Zusammenstellung ausführlicherer und zahlreicherer agilolfingerzeitlicher Besitzübertragungen (Salzburg, Niederaltaich, evtl. auch Benediktbeuern) bis zur detaillierten Beschreibung von Zubehör und Herrschaftsrechten einzelner Hofverbände/Villikationen mit urbarialem Charakter (Staffelsee und Bergkirchen). In allen Formen dienten sie der herrschaftlichen Besitzsicherung und der Vermessung des Wertes von Grundbesitz. Insofern zählen die Besitzverzeichnisse zur sogenannten pragmatischen Schriftlichkeit. Nach Form, Inhalt und Überlieferungszusammenhang besitzen sie zudem eine große Bedeutung für die kirchliche Traditionsbildung. [[Güterverzeichnisse des Frühmittelalters|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Grundherrschaft in Altbayern]] ==
== [[Bestattungsrituale (Frühmittelalter/archäologisch)]] ==
[[Datei:Urbarbuch Bayern 1231.jpg|left|250x250px|link=Grundherrschaft in Altbayern|]]
[[Datei:Inningen Grab 7. Jahrhundert.jpg|left|250x250px|link=Bestattungsrituale (Frühmittelalter/archäologisch)|Inningen, Stadt Augsburg, Grab 8. Bestattung von vier bewaffneten Männern, die im 7. Jahrhundert gleichzeitig und wohl gemeinsam starben. Ihre demonstrative Haltung verweist auf die Aufbahrung. (Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Stadtarchäologie Dokumentationsarchiv)]]  
[[Autor:Mages,_Emma|Emma Mages]]<br>
[[Autor:Brather,_Sebastian|Sebastian Brather]]<br>Die Verabschiedung der Toten war zu allen Zeiten mit Ritualen verbunden, die unterschiedliche materielle Spuren hinterließen. Sie erlauben der Archäologie die Rekonstruktion von Teilen der komplexen Abläufe bei der Bestattung. Besonders bei frühmittelalterlichen Körpergräbern, sogenannten Reihengräbern, wie sie zahlreich in Bayern zu finden sind, spiegeln ab der Mitte des 6. Jahrhunderts Anlage und Ausstattung die ritualisierten Handlungen von der Aufbahrung über Leichenprozession und Beisetzungsfeier bis zur Grablegung wider. Sie dienten der angemessenen Verabschiedung eines verstorbenen Familienmitglieds bzw. Angehörigen der Lokalgesellschaft, wobei vor allem die Vorstellungen der Hinterbliebenen ihren Ausdruck fanden, die den sozialen Status des oder der Verstorbenen reflektierten. Entgegen älteren Vorstellungen war die Grabausstattung religiös indifferent - auch christliche Gräber erhielten Ausstattungen. [[Bestattungsrituale (Frühmittelalter/archäologisch)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Der Begriff Grundherrschaft, der seit dem 15. Jahrhundert in den Quellen erscheint, bezeichnet die in Altbayern dominierenden bäuerlichen Besitzverhältnisse, insbesondere die rechtliche Beziehung zwischen einem Herrn (Grundherr) und einem Abhängigen (Grundholde, Hintersasse), der ein bäuerliches Anwesen bewirtschaftete. Bei der Grundherrschaft handelte es sich um "geteiltes Eigentum": Beide Seiten, Grundherr wie Grundholde, besaßen eigentumsartige Rechte. Der Grundherr hatte das Obereigentum (dominium directum) und ursprünglich eine Schutzfunktion. Der Grundholde hatte das Nutzeigentum (dominium utile) und war dazu verpflichtet, Abgaben und Dienste zu leisten. Die Grundherrschaft bildete den Rahmen für Organisation und Struktur der Landwirtschaft in Altbayern. Über 90 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Bodens war grundherrschaftlich gebunden und blieb es bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Grundherrschaft wurde im Zuge der sog. Bauernbefreiung bis 1848 aufgehoben. [[Grundherrschaft in Altbayern|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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Aktuelle Version vom 25. Februar 2026, 16:38 Uhr


Reisen (Mittelalter)

Die Romwegkarte von Erhard Etzlaub (1462-1532), die älteste gedruckte Wegekarte Mitteleuropas, richtete sich bezeichnenderweise an Pilger. Sie entstand für das Heilige Jahr 1500. (BSB Rar. 287#Beibd.4 aus dem Besitz von Hartmann Schedel)
Die Romwegkarte von Erhard Etzlaub (1462-1532), die älteste gedruckte Wegekarte Mitteleuropas, richtete sich bezeichnenderweise an Pilger. Sie entstand für das Heilige Jahr 1500. (BSB Rar. 287#Beibd.4 aus dem Besitz von Hartmann Schedel)

Norbert Ohler
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Auch im Mittelalter waren breite Schichten als Reisende unterwegs, von einfachen Menschen und Kaufleuten bis hin zu Herrschern. Die Zahl der Reisenden nahm ab dem Hochmittelalter deutlich zu. Motive für Reisen konnten wirtschaftlicher, religiöser oder herrschaftlicher Natur sein. Auch zu Bildungszwecken begab man sich auf den Weg, aber ebenso, um vor Seuchen oder Kriegen zu flüchten. Reisende nutzten die von der Natur vorgegebenen Wege, also Flüsse, Tallandschaften und Gebirgspässe. Teilweise konnte auf alte römische Straßenverbindungen zurückgegriffen werden. Die meisten Menschen waren zu Fuß unterwegs. Fortbewegungsmittel waren daneben Saumtiere, Wagen, Sänften, Schiffe und Flöße. Weiterlesen

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Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)

Markus Nadler
In Bayern entstand nach dem Sturz der Monarchie im November 1918 eine Demokratie mit einem Einkammerparlament. Erstmals wurde 1919 ein allgemeines, gleiches Wahlrecht angewendet, das auch Frauen einschloss. Zwar musste der Landtag im Frühjahr 1919 infolge revolutionärer Unruhen vorübergehend seinen Sitz von München nach Bamberg verlegen, mit der Niederschlagung der Räterepublik und der Verabschiedung der Verfassung im August konnte sich aber die parlamentarisch-repräsentative Demokratie in Bayern durchsetzen. Der Landtag hatte weitgehende Rechte, insbesondere die Gesetzgebung, die Entscheidung über den Staatshaushalt und die Wahl der Regierung sowie deren Kontrolle. Diese starke Stellung hebelten die Nationalsozialisten 1933 im Zuge der Machtergreifung und der von ihnen durchgesetzten Gleichschaltung aus. Die Aufhebung des Bayerischen Landtags erfolgte durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934. Weiterlesen

Ultramontanismus

Ignaz von Döllinger (1799-1890) war ein bedeutender Vertreter des Frühultramontanismus, verlor aber als Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas seinen Einfluss. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-017105)
Ignaz von Döllinger (1799-1890) war ein bedeutender Vertreter des Frühultramontanismus, verlor aber als Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas seinen Einfluss. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-017105)

Johann Kirchinger
Der Ultramontanismus ist eine innerkirchliche Strömung der katholischen Kirche, die im 19. Jahrhundert zur vorherrschenden Richtung wurde. Ihr Kennzeichen war eine starke Orientierung an Rom, ihr Hauptanliegen der Kampf um die Freiheit der Kirche vom Staat und gegen die Entkirchlichungstendenzen der Moderne. Deshalb griff der Ultramontanismus vom Kirchlichen auf das Politische über. Die Vertretung kirchlicher Interessen durch politische Parteien (Zentrum und Bayerische Patriotenpartei) gehört zu seinen Kernelementen. Im Vormärz war Bayern ein Zentrum des frühen Ultramontanismus. Während dessen Hochphase im Kulturkampf, der in Bayern gemäßigt verlief, galt das nicht mehr. War die Strömung zuerst durch theologische Unbestimmtheit gekennzeichnet, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Neuscholastik zur vorherrschenden Theologie des Ultramontanismus. Weiterlesen

Bauernbefreiung

Titelblatt, Gesetz über die Aufhebung der standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, 1848.
Titelblatt, Gesetz über die Aufhebung der standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, 1848.

Johann Kirchinger
Unter Bauernbefreiung versteht man die seit Mitte des 18. Jahrhunderts in ganz Europa einsetzenden Bemühungen, sowohl den Grund und Boden als auch die Bauern selbst von feudalen Bindungen zu befreien. Durch die freie Verfügbarkeit über Grund und Boden sollte eine wirtschaftliche Dynamik in Gang gesetzt werden, welche sich nicht zuletzt positiv auf die Steuereinnahmen auswirken sollte. Darüber hinaus sollten dadurch konkurrierende Herrschaftsträger ausgeschaltet werden. Denn das Obereigentum über Grund und Boden begründete Herrschaftsrechte, in Kurbayern insbesondere die niedere Gerichtsbarkeit in den Hofmarken, welche mit denjenigen des Staates konkurrierte. In Kurbayern gab es erste Bemühungen seit 1762 auf landesherrlichen Gütern; nach Säkularisation und Aufhebung der landständischen Verfassung wurden die Möglichkeiten der Grundentlastung auch auf kirchliche und adlige Güter im gesamten Königreich ausgeweitet. Weiterlesen

Freyberg, Adelsfamilie

Stammwappen der Freyberger im Scheibler’schen Wappenbuch, das ab ca. 1450 angelegt wurde. (Bayerische Staatsbibliothek, Cod.icon. 312 c, fol. 87v)
Stammwappen der Freyberger im Scheibler’schen Wappenbuch, das ab ca. 1450 angelegt wurde. (Bayerische Staatsbibliothek, Cod.icon. 312 c, fol. 87v)

Joachim Schneider und Anja Lochbrunner
Aus Oberschwaben stammendes Rittergeschlecht, das erstmalig 1237 namentlich erscheint. Im 14. Jahrhundert kamen die Freyberger nach Altbayern. Sogleich in Diensten der bayerischen Herzöge stehend, konnten sie durch Heiratspolitik unter anderem die Herrschaft Hohenaschau im Chiemgau erwerben. Sie breiteten sich aber auch ins Allgäu aus und zeigten eine für das Spätmittelalter außergewöhnliche regionale Mobilität. Seit dem 15. Jahrhundert engagierten sie sich in der Ritterschaft ebenso wie im Kaiser- und Fürstendienst und wurden bis 1655 mit allen Linien in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Im 19. Jahrhundert wurden die schwäbischen Linien der Freyberg in Öpfingen, Allmendingen und Wellendingen ebenso wie die bayerischen in Raunau, Hürbel-Haldenwang und Jetzendorf in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. Mitte des 20. Jahrhunderts verblieb als einzige die Allmendinger Linie, die durch Adoptionen auch Jetzendorf und Haldenwang übernahm und bis ins 21. Jahrhundert vielköpfig blüht. Weiterlesen

Bogen, Adelsfamilie

Idealisierte Abzeichnung des Siegels von Graf Bertholds III. von Bogen aus dem Jahr 1209. Abb. aus: Hermann Scholliner, Stemmatographia Illvstrissimorvm S. R. I. Comitvm De Bogen (…), München 1792 (?), Taf. 2. (Bayerische Staatsbibliothek, Res/4 Bavar. 1667)
Idealisierte Abzeichnung des Siegels von Graf Bertholds III. von Bogen aus dem Jahr 1209. Abb. aus: Hermann Scholliner, Stemmatographia Illvstrissimorvm S. R. I. Comitvm De Bogen (…), München 1792 (?), Taf. 2. (Bayerische Staatsbibliothek, Res/4 Bavar. 1667)

Maximilian Slowioczek
Seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert nachgewiesenes Geschlecht, das zu den bedeutenden altbayerischen Adelsfamilien des Hochmittelalters gerechnet wird. Die Bogener waren vorwiegend im Bayerischen Wald und in der gegenüberliegenden Donauebene begütert. Durch umfangreichen Eigenbesitz und Vogteien kontrollierten sie dieses Gebiet seit der Mitte des 12. Jahrhunderts als weitgehend geschlossenen Herrschaftsraum. 1242 starb das Geschlecht im Mannesstamm aus und wurde von den Wittelsbachern beerbt. Die Reitersiegel der Bogener aus dem 13. Jahrhundert gelten als Ursprung des bayerischen Rautenwappens. Weiterlesen

Bayerische Patriotenpartei (1868-1887)

Joseph Edmund Jörg (1819-1901), Foto um 1880/90. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-007990)
Joseph Edmund Jörg (1819-1901), Foto um 1880/90. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-007990)

Friedrich Hartmannsgruber
Die Bayerische Patriotenpartei repräsentierte in der Epoche der Reichsgründung und des Kulturkampfs die katholisch-konservative Mehrheit der bayerischen Wähler. Entstanden ab 1868 als Sammlungspartei gegen die sich abzeichnende kleindeutsche Reichsgründung, gegen wirtschaftsliberale Reformen und den liberalen Säkularismus, hielt sie in der Kammer der Abgeordneten seit 1869 die Mehrheit der Mandate. Jedoch blieb sie in die Opposition verwiesen, da König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886), um jeden Anschein einer Parlamentarisierung zu meiden, an seinen liberalen Ministern festhielt. Interne Gegensätze über heftige Flügelkämpfe austragend, von mehreren Sezessionen betroffen, fand sie ihren Weg als föderalistische, nicht partikularistische und politische, nicht konfessionelle Partei auf dem Boden des bayerischen Konstitutionalismus. Die Umbenennung in Bayerische Zentrumspartei schloss 1887 diese Entwicklung ab. Die patriotischen Reichstagsabgeordneten traten aus eigenem Entschluss schon seit 1871 der Zentrumsfraktion bei. Weiterlesen

Güterverzeichnisse des Frühmittelalters

Ausschnitt aus dem Breviarius Urolfi von 788. Abschrift im Kopialbuch des Abtes Hermann von Niederaltaich von 1254. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kloster Niederalteich Amtsbücher und Akten 1 lizenziert durch CC BY-NC-ND 4.0 via bavarikon)
Ausschnitt aus dem Breviarius Urolfi von 788. Abschrift im Kopialbuch des Abtes Hermann von Niederaltaich von 1254. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kloster Niederalteich Amtsbücher und Akten 1 lizenziert durch CC BY-NC-ND 4.0 via bavarikon)

Sebastian Grüninger
Güterverzeichnisse sind Besitzaufzählungen im Rahmen der Grundherrschaft. Ein halbes Dutzend solcher Verzeichnisse aus dem frühmittelalterlichen Bayern hat sich erhalten. Entstanden sind sie zumeist im Zusammenhang mit der Übernahme und Konsolidierung der karolingischen Herrschaft im ehemals agilolfingischen Herzogtum, also nach 788. Formal und inhaltlich reichen sie von wortkargen Hubenlisten (Passau) über die Zusammenstellung ausführlicherer und zahlreicherer agilolfingerzeitlicher Besitzübertragungen (Salzburg, Niederaltaich, evtl. auch Benediktbeuern) bis zur detaillierten Beschreibung von Zubehör und Herrschaftsrechten einzelner Hofverbände/Villikationen mit urbarialem Charakter (Staffelsee und Bergkirchen). In allen Formen dienten sie der herrschaftlichen Besitzsicherung und der Vermessung des Wertes von Grundbesitz. Insofern zählen die Besitzverzeichnisse zur sogenannten pragmatischen Schriftlichkeit. Nach Form, Inhalt und Überlieferungszusammenhang besitzen sie zudem eine große Bedeutung für die kirchliche Traditionsbildung. Weiterlesen

Grundherrschaft in Altbayern

Emma Mages
Der Begriff Grundherrschaft, der seit dem 15. Jahrhundert in den Quellen erscheint, bezeichnet die in Altbayern dominierenden bäuerlichen Besitzverhältnisse, insbesondere die rechtliche Beziehung zwischen einem Herrn (Grundherr) und einem Abhängigen (Grundholde, Hintersasse), der ein bäuerliches Anwesen bewirtschaftete. Bei der Grundherrschaft handelte es sich um "geteiltes Eigentum": Beide Seiten, Grundherr wie Grundholde, besaßen eigentumsartige Rechte. Der Grundherr hatte das Obereigentum (dominium directum) und ursprünglich eine Schutzfunktion. Der Grundholde hatte das Nutzeigentum (dominium utile) und war dazu verpflichtet, Abgaben und Dienste zu leisten. Die Grundherrschaft bildete den Rahmen für Organisation und Struktur der Landwirtschaft in Altbayern. Über 90 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Bodens war grundherrschaftlich gebunden und blieb es bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Grundherrschaft wurde im Zuge der sog. Bauernbefreiung bis 1848 aufgehoben. Weiterlesen