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== [[Beisetzung Kronprinz Rupprechts, München, 6. August 1955]] ==
[[Datei:Aug 26 Beisetzung Kronprinz.jpg|left|250x250px|link=Beisetzung Kronprinz Rupprechts, München, 6. August 1955|Aufbahrung von Kronprinz Rupprecht von Bayern 3. August 1955 in Leutstetten. Fotografie von Georg Fruhstorfer (1915-2003). ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/fylr/L/65d9ad9a-4131-4e24-a8c6-209923df7dc3 Bayerische Staatsbibliothek Bildarchiv fruh-11966])]]
[[Autor:Weiß,_Dieter_J.|Dieter J. Weiß]]<br>
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Nach seinem Tod am 2. August 1955 wurde Kronprinz Rupprecht von Bayern (geb. 1869) am 6. August 1955 im Rahmen eines Staatsbegräbnisses beigesetzt. Der Leichnam war dazu in der Ludwigskirche aufgebahrt und wurde nach einem Requiem über die von Menschenmassen gesäumte Ludwigstraße zur Theatinerkirche am Odeonsplatz überführt. [[Beisetzung Kronprinz Rupprechts, München, 6. August 1955|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =


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== [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)]] ==
== [[Bayerisches Pilgerbüro]] ==
[[Datei:Erstabdruck Hoffmann Ritter Gluck BSB 4 Mus th 1800 11.jpg|left|250x250px|link=Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|"Ritter Gluck"  erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. ([https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb10527959?page=174%2C175 Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11])]]
[[Datei:Pilgerreise Rom Neuhaeusler.jpg|left|250x250px|link=Bayerisches Pilgerbüro|Weihbischof Johannes Neuhäusler auf der Treppe in Assisi während eines Aufenthalts im Rahmen einer Pilgerreise nach Rom, den Weg weisend. (Archiv des Erzbistums München und Freising, EA004/2, 629)]]  
[[Autor:Großmann,_Stephanie|Stephanie Großmann]]<br>
[[Autor:Pfister,_Peter|Peter Pfister]]<br>Dank des technischen Fortschritts, der vielen Menschen das Reisen erleichterte, waren seit der Wende zum 20. Jahrhundert Pilgerfahrten zu den heiligen Stätten des Christentums in Bayern sehr beliebt. Anlässlich des Heiligen Jahres 1925 beschloss deshalb die Freisinger Bischofskonferenz die Gründung eines Bayerischen Landeskomitees zur Organisation von Pilgerzügen zu den Feierlichkeiten in Rom. In den folgenden Jahren führte dieses unter der Leitung von Monsignore Johannes Baptist Neuhäusler (1888–1973, seit 1923 Präsident des Ludwig-Missionsvereins) erfolgreich auch Reisen für bayerische Katholiken zu anderen Zielen durch und wurde 1929 als eingetragener Verein „Bayerisches Landeskomitee für Pilgerfahrten" mit Sitz in München verstetigt. Trotz zahlreicher staatlicher Hemmnisse für Pilgerreisen konnte das Landeskomitee seine Arbeit auch unter der nationalsozialistischen Herrschaft bis zum Zweiten Weltkrieg fortführen. Beim Neuanfang nach dem Krieg konnte man zunächst ab 1947 nur Wallfahrten zu Zielen im oberbayerischen Raum anbieten, ab 1949 fanden wieder Reisen zu Pilgerstätten im Ausland statt. [[Bayerisches Pilgerbüro|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Abrogans (althochdeutsch) und Samanunga worto]] ==
== [[Säkularisation]] ==
[[Datei:Cod. Sang. 911 p.4 A.jpg|left|250x250px|link=Abrogans (althochdeutsch) und Samanunga worto|Abrogans K, Südwestdeutschland, Ende 8. Jahrhundert. Seite aus dem "älteste(n) erhaltene(n) Buch in deutscher Sprache" mit althochdeutschen Übersetzungen als Kontextglossen (St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 911; p. 4)]]  
[[Datei:Saekularisation Startseitenbild.jpg|left|250x250px|link=Säkularisation|Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)]]
[[Autor:Haubrichs,_Wolfgang|Wolfgang Haubrichs]]<br>Das nach seinem ersten Wort ‚Abrogans‘ benannte, zunächst lateinisch-lateinische frühmittelalterliche Synonymen-Wörterbuch wurde ab dem späteren 8. Jahrhundert ins Althochdeutsche übertragen. Es gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen des entstehenden volkssprachig/deutschen Sprachbewusstseins und systematischer Sprachreflexion, deren erstes Ziel wohl die Erschließung der Bibelsprache war. Entgegen älteren Annahmen lag die Initiative zur althochdeutschen Übersetzung eher im alemannischen Raum, allerdings belegen Verbreitung, Formenvielfalt und Zahl der überlieferten und erschlossenen Handschriften ein großes Interesse an den Wörterbüchern im ganzen Süden des späteren deutschen Sprachraums. Das gilt besonders auch für Regensburg im späten 8./frühen 9. Jahrhundert, wo wahrscheinlich unter Bischof Adalwin (792-816) die gekürzte und modernisierte Fassung der ‚Samanunga worto‘ (Sammlung der Wörter) entstand. [[Abrogans (althochdeutsch) und Samanunga worto|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Müller,_Winfried|Winfried Müller]]<br>
''Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel:'' Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte.   [[Säkularisation|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bestattungsrituale (Frühmittelalter/archäologisch)]] ==
== [[Stadtmusiker (Spätmittelalter/Frühe Neuzeit)]] ==
[[Datei:Inningen Grab 7. Jahrhundert.jpg|left|250x250px|link=Bestattungsrituale (Frühmittelalter/archäologisch)|Inningen, Stadt Augsburg, Grab 8. Bestattung von vier bewaffneten Männern, die im 7. Jahrhundert gleichzeitig und wohl gemeinsam starben. Ihre demonstrative Haltung verweist auf die Aufbahrung. (Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Stadtarchäologie Dokumentationsarchiv)]]  
[[Datei:Stadtpfeifer GNM HB3439.jpg|left|250x250px|link=Stadtmusiker (Spätmittelalter/Frühe Neuzeit)|Fünf Stadtpfeifer beim Umzug des Messerschmiedehandwerks in Nürnberg. Druckgraphik aus einem Zunftbuch um 1600. (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, HB3439)]]
[[Autor:Brather,_Sebastian|Sebastian Brather]]<br>Die Verabschiedung der Toten war zu allen Zeiten mit Ritualen verbunden, die unterschiedliche materielle Spuren hinterließen. Sie erlauben der Archäologie die Rekonstruktion von Teilen der komplexen Abläufe bei der Bestattung. Besonders bei frühmittelalterlichen Körpergräbern, sogenannten Reihengräbern, wie sie zahlreich in Bayern zu finden sind, spiegeln ab der Mitte des 6. Jahrhunderts Anlage und Ausstattung die ritualisierten Handlungen von der Aufbahrung über Leichenprozession und Beisetzungsfeier bis zur Grablegung wider. Sie dienten der angemessenen Verabschiedung eines verstorbenen Familienmitglieds bzw. Angehörigen der Lokalgesellschaft, wobei vor allem die Vorstellungen der Hinterbliebenen ihren Ausdruck fanden, die den sozialen Status des oder der Verstorbenen reflektierten. Entgegen älteren Vorstellungen war die Grabausstattung religiös indifferent - auch christliche Gräber erhielten Ausstattungen. [[Bestattungsrituale (Frühmittelalter/archäologisch)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Tasler,_Angelika|Angelika Tasler]]<br>
Stadtmusiker waren vielseitig ausgebildete Musiker, die in einer und für eine bestimmte Stadt arbeiteten, wo sie verschiedene genau festgelegte Rechte und Pflichten wahrnahmen. Sie erhielten in der Regel einen festen Lohn, manchmal auch eine Dienstwohnung und Dienstkleidung. Dafür hatten sie in der Stadt für die Musik bei öffentlichen und privaten, weltlichen und geistlichen Feiern zu sorgen, fungierten mitunter auch als Turmbläser und bildeten den musikalischen Nachwuchs aus. In größeren Städten lassen sich einzelne festangestellte Musiker schon seit dem 14. Jahrhundert nachweisen. Dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse von Turmbläsern auch in kleineren Orten sowie von mehrköpfigen Bläserensembles in Städten etablierten sich in der Regel erst im 15. Jahrhundert. Eine Festigung der gesellschaftlichen Stellung des Musikers durch die Erteilung von Privilegien wurde nach 1500 in vielen Städten gängige Praxis. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwanden die Stadtmusiker an vielen Orten, da sich das städtische Musikleben nun auf mehrere Träger wie z.B. Bürger, Schulen, Kirchen oder das Militär stützte und der Wach- und Signaldienst vom Turm in dieser Form oft nicht mehr benötigt wurde. [[Stadtmusiker (Spätmittelalter/Frühe Neuzeit)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Gillamoos]] ==
== [[Bruckmann Verlag]] ==
[[Datei:Postkarte Gillamoos 1911 StaM PS-PK02745.jpg||left|250x250px|link=Gillamoos|]]
[[Datei:Friedrich Bruckmann.jpg|left|250x250px|link=Bruckmann Verlag|Der Verlagsgründer Friedrich Bruckmann (1814-1898). (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bruckmann Verlagsarchiv 322)]]
[[Autor:Wichmann,_Beatrice|Beatrice Wichmann]]<br>
[[Autor:Kühnert,_Jürgen|Jürgen Kühnert]] <br> Der Bruckmann Verlag wurde 1861 von Friedrich Bruckmann (1814-1898) gegründet. Seit 1863 in München ansässig, entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Kunstverlage Deutschlands. Mit seinem Buch- und Zeitschriftenprogramm sowie durch die hohe Qualität seiner Bildreproduktionen erlangte er auch internationales Renommee. Friedrichs Sohn Hugo Bruckmann (1863-1941) wandte sich früh der NS-Ideologie zu und gehörte zusammen mit seiner Frau Elsa (1865-1946) zu den frühesten Förderern Adolf Hitlers in dessen Münchner Zeit. [[Bruckmann Verlag|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Der Gillamoos ist ein Jahrmarkt, der rund um den ersten Sonntag im September in Abensberg abgehalten wird; er zählt zu den größten Volksfesten in Bayern. Seine Ursprünge liegen in der Wallfahrt zu einer dem Heiligen Ägidius geweihten Kirche. Überregionale Bekanntheit erlangte der Gillamoos ab den 1980er Jahren wegen des am letzten Festtag (Montag) stattfindenden politischen Frühschoppens, bei dem Politiker verschiedener Parteien Reden halten. [[Gillamoos|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Oberste Baubehörde]] ==
== [[Reichsdeputationshauptschluss (1803)]] ==
[[Datei:2022 Oberste Baubehoerde.jpg|left|250x250px|link=Oberste Baubehörde|Seit 1969 hatte die Behörde ihren Dienstsitz in einem Bürogebäude am Münchner Altstadtring (heute Franz-Josef-Strauß-Ring 4). Seit 2018 ist es der Sitz des Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. (Foto: Laura Niederhoff)]]
[[Datei:Hauptschluß Titelblatt 1803 BSB 4 J.publ.e. 113 Beibd.1.jpg|left|250x250px|link=Reichsdeputationshauptschluss (1803)]]
[[Autor:Dunkel,_Franziska|Franziska Dunkel]] <br> Die 1830 gegründete Oberste Baubehörde stellte als Teil des Innenministeriums die oberste Ebene der technischen Zentralverwaltung für das staatliche Bauwesen in Bayern dar. Sie betreute die staatlichen Bauten, die rechtlichen und technischen Belange des kommunalen und privaten Bauwesens sowohl des Hoch- wie des Tiefbaus (Straßen-, Brücken- und Flussbau) und das Baupolizeiwesen. Sie hatte einen eigenen Sach- und Personalhaushalt und rangierte damit deutlich über einer Ministerialabteilung. In diesem Zuschnitt war sie bundesweit einzigartig. 2018 wurde sie in das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr überführt. [[Oberste Baubehörde|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Burgdorf,_Wolfgang|Wolfgang Burgdorf]]<br> Der Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation vom 25. Februar 1803 (RDH), wurde durch Annahme vom Reichstag am 24. März und Ratifikation des Kaisers am 27. April 1803 zum letzten Reichsgrundgesetz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Als Folge der Niederlagen gegen das revolutionäre Frankreich und den linksrheinischen Gebietsverlusten wurden die größeren weltlichen Territorien, vor allem die Teilnehmer der Reichsdeputation, durch die durch Mediatisierung fast aller Reichstädte, kleinerer Grafschaften und Herrschaften und die Säkularisation nahezu aller geistlichen Territorien entschädigt. Es war die größte Gebiets- und Besitzübertragung zwischen 1648 und 1945 und veränderte die Struktur des Alten Reiches. In der Folge mussten viele versorgungsrechtliche Bestimmungen (insb. für die Kirchen) getroffen werden, die bis ins 21. Jahrhundert fortwirken. [[Reichsdeputationshauptschluss (1803)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Westfälischer Friede, 1648]] ==
== [[Seuchen (bis 1800)]] ==
[[Datei:Kurbayern Urkunde BayHStA 1699 Fol 21.jpg|left|250x250px|link=Westfälischer Friede, 1648]]
[[Datei:Gerdorff Darstellung Lepra.jpg|left|250x250px|link=Seuchen (bis 1800)|Darstellung der Lepra im 1517 erschienenen "Feldbuch der Wundarzney" von Hans von Gersdorff (ca. 1455-1529). Die Seuche wurde auch im Hinblick auf den Verlust der bürgerlichen Existenz von Erkrankten als Prüfung Gottes verstanden, die es mit Würde zu ertragen galt. (Bayerische Staatsbibliothek, Res/2 Alch. 16#Beibd.1)]][[Autor:Söhner,_Felicitas|Felicitas Söhner]] <br>
[[Autor:Immler,_Gerhard|Gerhard Immler]]<br>
Seuchen, gefährliche Infektionskrankheiten mit der Tendenz zur Massenausbreitung, sind in Europa seit der Jungsteinzeit belegt. Bis in die Neuzeit ist die Art der Erkrankungen allerdings oft nur mit Hilfe von Archäologie und Naturwissenschaften zu klären, weil die Schriftquellen begrifflich unscharf bleiben. Neben der Pest, die sich in Bayern seit römischer Zeit immer wieder in regionalen Ausbrüchen manifestiert, traten seit dem Mittelalter Lepra, Cholera, der „Englische Schweiß“, Fleckfieber, Ruhr, Typhus und Pocken, ab dem späten 15. Jahrhundert auch die Syphilis als Seuchen auf. Mangels Kenntnissen zum Infektionsgeschehen bestanden Gegenmaßnahmen lange in Stigmatisierung und Isolierung der Kranken, von Seiten der Bevölkerung in religiösen Ritualen (Wallfahrten, Anrufung der „Pestheiligen“), aber auch in der Suche nach Sündenböcken (z.B. Juden). [[Seuchen (bis 1800)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Seit 1645 berieten in Münster und Osnabrück die involvierten Konfliktparteien über die Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, der indessen unvermindert fortgesetzt wurde. Hauptverhandlungsführer waren zunächst einerseits Schweden und Frankreich, andererseits der römisch-deutsche Kaiser, im Laufe der Friedensverhandlungen gewannen die Reichsstände als 'Dritte Partei' zunehmend an Gewicht. Neben territorialen Gebietsansprüchen Schwedens und Frankreichs in Norddeutschland und dem Elsass sowie reichsverfassungs- und konfessionsrechtlichen Fragen waren auch die Beendigung des Spanisch-Niederländischen Krieges, die letztlich gescheiterte Beilegung des Spanisch-Französischen Krieges und infolgedessen die Unterstützung Spaniens durch den österreichischen Zweig des Hauses Habsburg Gegenstand der Debatten. Am 24. Oktober 1648 konnte der Westfälische Friede verkündet werden Die Friedensverträge prägten die Verfassung des Reichs nachhaltig und stärkten die Autonomie und Mitgestaltungsrechte der Reichsstände gegenüber dem Kaiser. [[Westfälischer Friede, 1648|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Kunstkönigtum Ludwig I.]] ==
== [[Schutz- und Trutzbündnisse, 1866]] ==
[[Datei:Koenig Ludwig mit Gelehrten.jpg|left|250x250px|link=Kunstkönigtum Ludwig I.|König Ludwig I., umgeben von Künstlern und Gelehrten, steigt vom Thron, um die ihm dargebotenen Werke der Plastik und Malerei zu betrachten. Gemälde von Wilhelm von Kaulbach (1805-1874), Datierung 1848. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Inventarnummer WAF 406, lizenziert durch CC BY-SA 4.0)]] [[Autor:Putz,_Hannelore|Hannelore Putz]]
[[Datei:Schutz Trutzbuendnis Bayern Preußen 1866 3 BayHStA.jpg|left|250x250px|link=Schutz- und Trutzbündnisse, 1866|Unterschriftsseite (S. 3) des Bündnisvertrages zwischen Bayern und Preußen, durch König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) und König Wilhelm I. von Preußen (1797-1888) vom 22. August 1866.(Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bayern Urkunden 3621 lizenziert durch PDM 1.0 via bavarikon)]]
Der Begriff „Kunstkönigtum“ wurde von dem Historiker Heinz Gollwitzer (1917-1999) geprägt und verdeutlicht, dass König Ludwig I. (1786-1868, reg. 1825-1848) als besonders großer Förderer der Künste in Erinnerung geblieben ist. Er begann bereits 1808 mit seiner breitgefächerten Sammel- und Bautätigkeit und setzte sich dabei durch den engen persönlichen Kontakt mit Künstlern und die bedeutende Einflussnahme auf die Gestaltung von anderen Monarchen ab. Die intensive Kunstförderung resultierte zum einen aus seinem persönlichen Interesse an Kunst, zum anderen diente sie aber auch der fürstlichen Selbsterhöhung, der Vermittlung politischer Ziele durch Kunstwerke sowie der Steigerung der bereits großen Bedeutung Münchens und Bayerns in der europäischen Kunstlandschaft. [[Kunstkönigtum Ludwig I.|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Storz,_Dieter|Dieter Storz]]<br>
Am 22. August 1866 unterzeichneten die süddeutschen Staaten (u.a. das Königreich Bayern) infolge ihrer Niederlage im Deutschen Krieges mit der Siegermacht Preußen jeweils einen zunächst geheim gehaltenen Bündnisvertrag, der diese Länder militärpolitisch an den Norddeutschen Bund und insbesondere an Preußen band. Die als "Schutz- und Trutzbündnisse" bezeichneten Vereinbarungen waren ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Reichsgründung und Klärung der Deutschen Frage mit der kleindeutschen Lösung. Sie führten zu einer Reform der bayerischen Armee und zur operativen Vorplanung des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. [[Schutz- und Trutzbündnisse, 1866|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Lebensborn]] ==
== [[Triasprojekt (1848-1864)]] ==
[[Datei:Heim Hochland Steinhoering 1942.jpg|left|250x250px|link=Lebensborn|In Steinhöring befand sich das erste vom Verein Lebensborn e. V. gegründete Entbindungsheim. Das Heim Hochland entstand 1936 und diente als Vorbild für alle weiteren Lebensborn-Heime. Bedeutend war es auch aufgrund seiner Nähe zu München und somit zur Vereinszentrale seit 1938. Foto 1942. (Lebensspuren e. V.)]]  
[[Datei:Karikatur Tri-Ass 1864.jpg||left|250x250px|link=Triasprojekt (1848-1864)|Karikatur zur Triaspolitik Maximilians II. in der Zeitschrift Münchener Punsch 1864.(Abb. aus: Münchener Punsch Nr. 4 (24.1.1864))]]
[[Autor:Christians-Bernsee,_Annemone|Annemone Christians-Bernsee]] <br> Der Verein Lebensborn e.V. war eine Körperschaft der Schutzstaffel (SS) mit Sitz in Berlin bzw. ab 1938 in München, die zwischen 1935 und 1945 europaweit über 20 Heime für unverheiratete schwangere Frauen, junge Mütter und deren Kinder betrieb. Diese mussten den Maßstäben der nationalsozialistischen „Erb- und Rassenlehre“ genügen und als „wertvoll“ gelten. Mit dem Lebensborn trug die SS in spezifischer Weise zu den pronatalistischen Elementen der NS-Bevölkerungspolitik bei. Bis 1939 wurden sechs Lebensborn-Heime auf dem Gebiet des Großdeutschen Reichs eingerichtet, das erste 1936 im oberbayerischen Steinhöring (Lkr. Ebersberg). [[Lebensborn|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Weigand,_Katharina|Katharina Weigand]]<br>
Mit Hilfe von Triasprojekten bzw. der Triaspolitik versuchten einige der deutschen Mittelmächte in den Jahren vor der deutschen Reichseinigung, eine den beiden deutschen Großmächten Österreich und Preußen gleichwertige politische Kraft zu etablieren. Das Ziel war, den Deutschen Bund zu erhalten. In Bezug auf Bayern kann man mit Blick auf die Jahre nach 1815 eher von der bayerischen Triasidee oder dem bayerischen Triasprojekt sprechen als von einer konkreten Triaspolitik. Denn es gelang Bayern nicht, seine diesbezüglichen Vorstellungen umzusetzen. Das hing auch damit zusammen, dass München ein festes Bündnis mit den anderen Mittelmächten vermeiden wollte. Bayern fürchtete, ein solches nur mit Hilfe von Kompromissen und mit dem Verlust der eigenen politischen Bewegungsfreiheit zu erreichen. [[Triasprojekt (1848-1864)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Sachsen-Coburg (Herzogtum, 1572-1826)]] ==
== [[Schwäbische Forschungsgemeinschaft]] ==
[[Datei:Stadt Coburg Ansicht.jpg|left|250x250px|link=Sachsen-Coburg (Herzogtum, 1572-1826)|Stadtansicht von Coburg. Radierung, 17. Jahrhundert. (Staatsbibliothek Bamberg, V E 36a, lizenziert durch CC BY-SA 4.0)]] [[Autor:Nicklas,_Thomas|Thomas Nicklas]]
[[Datei:SFG Logo.jpg||left|250x250px|link=Schwäbische Forschungsgemeinschaft]]
Das Herzogtum Sachsen-Coburg entstand durch den Erfurter Teilungsvertrag vom 6. November 1572, mit dem Johann Casimir (1564-1633, reg. 1572-1633) und Johann Ernst (1566-1638, reg. in Coburg 1572-1596 u. 1633-1638) gemeinsam ein eigenes Herrschaftsgebiet innerhalb des ernestinischen Länderkomplexes im heutigen Thüringen erhielten. Die Stadt Coburg bildete den Mittelpunkt mit residenzstädtischer Funktion. Einheits- und identitätsstiftend waren für das Herzogtum vor allem die von Johann Casimir geschaffenen Behörden und Institutionen, die trotz vieler Herrschaftswechsel und dynastischer Neuverteilungen fortbestanden (1573 Landesregierung, 1598 Obergericht; 1612 Verfassungsurkunde). Nach mehreren Landesteilungen gelangte 1735 die Linie Sachsen-Saalfeld endgültig in den Besitz von Sachsen-Coburg. Ende des 18. Jahrhunderts erlebte das Haus Sachsen-Coburg-Saalfeld einen dynastischen Aufstieg, u. a. durch die Einheirat von Juliane von Sachsen-Coburg (1781-1860) ins reiche und mächtige russische Kaiserhaus.  [[Sachsen-Coburg (Herzogtum, 1572-1826)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Hetzer,_Gerhard|Gerhard Hetzer]]<br>
Die Schwäbische Forschungsgemeinschaft (SFG) ist eine Gesellschaft von Wissenschaftlern in der Rechtsform eines selbständigen, der Gemeinnützigkeit verpflichteten Vereins. Laut Satzung von 1993 bestehen die Aufgaben der SFG in der planmäßigen Erforschung und Bearbeitung der Geschichte und der Landeskunde Bayerisch-Schwabens sowie in der Veröffentlichung der entsprechenden Ergebnisse und wichtiger Quellenbestände.  [[Schwäbische Forschungsgemeinschaft|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Dreifelderwirtschaft]] ==
== [[Konstanz, Bistum: Geschichte]] ==
[[Datei:Dreifelderwirtschaft Grafik.jpg|left|250x250px|link=Dreifelderwirtschaft|Schematisch Darstellung der Parzellenverteilung zweier Höfe im Rahmen der Dreizelgenwirtschaft. (Gestaltung: Laura Niederhoff)]]
[[Datei:Ansicht Dom Kloster LABW GLAKJ-B Konstanz 43 1.jpg|left|250x250px|link=Konstanz, Bistum: Geschichte|]]
[[Autor:Grüninger,_Sebastian|Sebastian Grüninger]] <br> Die Dreifelderwirtschaft war ein v.a. nördlich der Alpen verbreitetes Fruchtfolgesystem für den Getreidebau. In einem dreijährigen Zyklus wechselten sich dabei Wintergetreide, Sommergetreide und Brache, also die einjährige Erholung des Bodens, ab. Dadurch konnten die gleichen Felder dauerhaft genutzt werden. Zunehmende Siedlungsverdichtung und Intensivierung der Landwirtschaft erforderten eine gleichzeitige Verrichtung der Feldarbeiten in benachbarten Feldern (Flurzwang) und damit eine Zusammenfassung des Ackerlandes einer Siedlung in große Feldeinheiten, sog. Zelgen oder Eschen (Verzelgung). Die Verbreitung dieser Dreizelgenwirtschaft bzw. Dreizelgenbrachwirtschaft als wichtigste Ausprägungsform der Dreifelderwirtschaft war ein Kernstück der agrarwirtschaftlichen Intensivierung des Mittelalters.
[[Autor:Bihrer,_Andreas|Andreas Bihrer]]<br>
[[Dreifelderwirtschaft|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Das Bistum Konstanz entstand im Laufe des 6. und 7. Jahrhunderts, eindeutige Belege gibt es seit dem 8. Jahrhundert. Unter Bischof Salomo III. (reg. 890-919/920) begann der Ausbau des Bischofssitzes, u.a. mit der Errichtung einer Bischofspfalz und einer Kathedrale. Im Zuge des Investiturstreits kam es zu einem Konflikt des päpstlich gesinnten Domkapitels, das die Bischofswahl beanspruchte, mit Kaiser Heinrich IV., was zu einer Doppelwahl im Jahr 1069 führte. Seit dem 13. Jahrhundert war das Verhältnis zu den Habsburgern entscheidend, das bis zur Auflösung des Bistums zwischen Kooperation und Konkurrenz schwankte. 1526 führte die Stadt Konstanz die Reformation ein, woraufhin der Bischof die Stadt verlassen musste. Nach der Rekatholisierung von Konstanz 1548 kamen 1551 das Domkapitel und große Teile der Verwaltung wieder zurück an den Bischofssitz. Der Konstanzer Bischof blieb allerdings in Meersburg, wo er ab dem 18. Jahrhundert im Neuen Schloss residierte. Im Rahmen der Säkularisierung der Reichskirche kam 1802/03 das Konstanzer Hochstift an die Markgrafen von Baden, während das Bistum Konstanz 1821 kirchenrechtlich und 1827 nach der Ernennung und Weihe des ersten Freiburger Erzbischofs endgültig aufgelöst wurde. [[Konstanz, Bistum: Geschichte|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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Aktuelle Version vom 26. August 2026, 14:51 Uhr


Beisetzung Kronprinz Rupprechts, München, 6. August 1955

Aufbahrung von Kronprinz Rupprecht von Bayern 3. August 1955 in Leutstetten. Fotografie von Georg Fruhstorfer (1915-2003). (Bayerische Staatsbibliothek Bildarchiv fruh-11966)
Aufbahrung von Kronprinz Rupprecht von Bayern 3. August 1955 in Leutstetten. Fotografie von Georg Fruhstorfer (1915-2003). (Bayerische Staatsbibliothek Bildarchiv fruh-11966)

Dieter J. Weiß
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Nach seinem Tod am 2. August 1955 wurde Kronprinz Rupprecht von Bayern (geb. 1869) am 6. August 1955 im Rahmen eines Staatsbegräbnisses beigesetzt. Der Leichnam war dazu in der Ludwigskirche aufgebahrt und wurde nach einem Requiem über die von Menschenmassen gesäumte Ludwigstraße zur Theatinerkirche am Odeonsplatz überführt. Weiterlesen

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Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)

"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)

Stephanie Großmann
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. Weiterlesen

Säkularisation

Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)
Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)

Winfried Müller
Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel: Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte. Weiterlesen

Stadtmusiker (Spätmittelalter/Frühe Neuzeit)

Fünf Stadtpfeifer beim Umzug des Messerschmiedehandwerks in Nürnberg. Druckgraphik aus einem Zunftbuch um 1600. (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, HB3439)
Fünf Stadtpfeifer beim Umzug des Messerschmiedehandwerks in Nürnberg. Druckgraphik aus einem Zunftbuch um 1600. (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, HB3439)

Angelika Tasler
Stadtmusiker waren vielseitig ausgebildete Musiker, die in einer und für eine bestimmte Stadt arbeiteten, wo sie verschiedene genau festgelegte Rechte und Pflichten wahrnahmen. Sie erhielten in der Regel einen festen Lohn, manchmal auch eine Dienstwohnung und Dienstkleidung. Dafür hatten sie in der Stadt für die Musik bei öffentlichen und privaten, weltlichen und geistlichen Feiern zu sorgen, fungierten mitunter auch als Turmbläser und bildeten den musikalischen Nachwuchs aus. In größeren Städten lassen sich einzelne festangestellte Musiker schon seit dem 14. Jahrhundert nachweisen. Dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse von Turmbläsern auch in kleineren Orten sowie von mehrköpfigen Bläserensembles in Städten etablierten sich in der Regel erst im 15. Jahrhundert. Eine Festigung der gesellschaftlichen Stellung des Musikers durch die Erteilung von Privilegien wurde nach 1500 in vielen Städten gängige Praxis. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwanden die Stadtmusiker an vielen Orten, da sich das städtische Musikleben nun auf mehrere Träger wie z.B. Bürger, Schulen, Kirchen oder das Militär stützte und der Wach- und Signaldienst vom Turm in dieser Form oft nicht mehr benötigt wurde. Weiterlesen

Gillamoos

Beatrice Wichmann
Der Gillamoos ist ein Jahrmarkt, der rund um den ersten Sonntag im September in Abensberg abgehalten wird; er zählt zu den größten Volksfesten in Bayern. Seine Ursprünge liegen in der Wallfahrt zu einer dem Heiligen Ägidius geweihten Kirche. Überregionale Bekanntheit erlangte der Gillamoos ab den 1980er Jahren wegen des am letzten Festtag (Montag) stattfindenden politischen Frühschoppens, bei dem Politiker verschiedener Parteien Reden halten. Weiterlesen

Reichsdeputationshauptschluss (1803)

Wolfgang Burgdorf
Der Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation vom 25. Februar 1803 (RDH), wurde durch Annahme vom Reichstag am 24. März und Ratifikation des Kaisers am 27. April 1803 zum letzten Reichsgrundgesetz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Als Folge der Niederlagen gegen das revolutionäre Frankreich und den linksrheinischen Gebietsverlusten wurden die größeren weltlichen Territorien, vor allem die Teilnehmer der Reichsdeputation, durch die durch Mediatisierung fast aller Reichstädte, kleinerer Grafschaften und Herrschaften und die Säkularisation nahezu aller geistlichen Territorien entschädigt. Es war die größte Gebiets- und Besitzübertragung zwischen 1648 und 1945 und veränderte die Struktur des Alten Reiches. In der Folge mussten viele versorgungsrechtliche Bestimmungen (insb. für die Kirchen) getroffen werden, die bis ins 21. Jahrhundert fortwirken. Weiterlesen

Westfälischer Friede, 1648

Gerhard Immler
Seit 1645 berieten in Münster und Osnabrück die involvierten Konfliktparteien über die Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, der indessen unvermindert fortgesetzt wurde. Hauptverhandlungsführer waren zunächst einerseits Schweden und Frankreich, andererseits der römisch-deutsche Kaiser, im Laufe der Friedensverhandlungen gewannen die Reichsstände als 'Dritte Partei' zunehmend an Gewicht. Neben territorialen Gebietsansprüchen Schwedens und Frankreichs in Norddeutschland und dem Elsass sowie reichsverfassungs- und konfessionsrechtlichen Fragen waren auch die Beendigung des Spanisch-Niederländischen Krieges, die letztlich gescheiterte Beilegung des Spanisch-Französischen Krieges und infolgedessen die Unterstützung Spaniens durch den österreichischen Zweig des Hauses Habsburg Gegenstand der Debatten. Am 24. Oktober 1648 konnte der Westfälische Friede verkündet werden Die Friedensverträge prägten die Verfassung des Reichs nachhaltig und stärkten die Autonomie und Mitgestaltungsrechte der Reichsstände gegenüber dem Kaiser. Weiterlesen

Schutz- und Trutzbündnisse, 1866

Unterschriftsseite (S. 3) des Bündnisvertrages zwischen Bayern und Preußen, durch König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) und König Wilhelm I. von Preußen (1797-1888) vom 22. August 1866.(Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bayern Urkunden 3621 lizenziert durch PDM 1.0 via bavarikon)
Unterschriftsseite (S. 3) des Bündnisvertrages zwischen Bayern und Preußen, durch König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) und König Wilhelm I. von Preußen (1797-1888) vom 22. August 1866.(Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bayern Urkunden 3621 lizenziert durch PDM 1.0 via bavarikon)

Dieter Storz
Am 22. August 1866 unterzeichneten die süddeutschen Staaten (u.a. das Königreich Bayern) infolge ihrer Niederlage im Deutschen Krieges mit der Siegermacht Preußen jeweils einen zunächst geheim gehaltenen Bündnisvertrag, der diese Länder militärpolitisch an den Norddeutschen Bund und insbesondere an Preußen band. Die als "Schutz- und Trutzbündnisse" bezeichneten Vereinbarungen waren ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Reichsgründung und Klärung der Deutschen Frage mit der kleindeutschen Lösung. Sie führten zu einer Reform der bayerischen Armee und zur operativen Vorplanung des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Weiterlesen

Triasprojekt (1848-1864)

Karikatur zur Triaspolitik Maximilians II. in der Zeitschrift Münchener Punsch 1864.(Abb. aus: Münchener Punsch Nr. 4 (24.1.1864))
Karikatur zur Triaspolitik Maximilians II. in der Zeitschrift Münchener Punsch 1864.(Abb. aus: Münchener Punsch Nr. 4 (24.1.1864))

Katharina Weigand
Mit Hilfe von Triasprojekten bzw. der Triaspolitik versuchten einige der deutschen Mittelmächte in den Jahren vor der deutschen Reichseinigung, eine den beiden deutschen Großmächten Österreich und Preußen gleichwertige politische Kraft zu etablieren. Das Ziel war, den Deutschen Bund zu erhalten. In Bezug auf Bayern kann man mit Blick auf die Jahre nach 1815 eher von der bayerischen Triasidee oder dem bayerischen Triasprojekt sprechen als von einer konkreten Triaspolitik. Denn es gelang Bayern nicht, seine diesbezüglichen Vorstellungen umzusetzen. Das hing auch damit zusammen, dass München ein festes Bündnis mit den anderen Mittelmächten vermeiden wollte. Bayern fürchtete, ein solches nur mit Hilfe von Kompromissen und mit dem Verlust der eigenen politischen Bewegungsfreiheit zu erreichen. Weiterlesen

Schwäbische Forschungsgemeinschaft

Gerhard Hetzer
Die Schwäbische Forschungsgemeinschaft (SFG) ist eine Gesellschaft von Wissenschaftlern in der Rechtsform eines selbständigen, der Gemeinnützigkeit verpflichteten Vereins. Laut Satzung von 1993 bestehen die Aufgaben der SFG in der planmäßigen Erforschung und Bearbeitung der Geschichte und der Landeskunde Bayerisch-Schwabens sowie in der Veröffentlichung der entsprechenden Ergebnisse und wichtiger Quellenbestände. Weiterlesen

Konstanz, Bistum: Geschichte

Andreas Bihrer
Das Bistum Konstanz entstand im Laufe des 6. und 7. Jahrhunderts, eindeutige Belege gibt es seit dem 8. Jahrhundert. Unter Bischof Salomo III. (reg. 890-919/920) begann der Ausbau des Bischofssitzes, u.a. mit der Errichtung einer Bischofspfalz und einer Kathedrale. Im Zuge des Investiturstreits kam es zu einem Konflikt des päpstlich gesinnten Domkapitels, das die Bischofswahl beanspruchte, mit Kaiser Heinrich IV., was zu einer Doppelwahl im Jahr 1069 führte. Seit dem 13. Jahrhundert war das Verhältnis zu den Habsburgern entscheidend, das bis zur Auflösung des Bistums zwischen Kooperation und Konkurrenz schwankte. 1526 führte die Stadt Konstanz die Reformation ein, woraufhin der Bischof die Stadt verlassen musste. Nach der Rekatholisierung von Konstanz 1548 kamen 1551 das Domkapitel und große Teile der Verwaltung wieder zurück an den Bischofssitz. Der Konstanzer Bischof blieb allerdings in Meersburg, wo er ab dem 18. Jahrhundert im Neuen Schloss residierte. Im Rahmen der Säkularisierung der Reichskirche kam 1802/03 das Konstanzer Hochstift an die Markgrafen von Baden, während das Bistum Konstanz 1821 kirchenrechtlich und 1827 nach der Ernennung und Weihe des ersten Freiburger Erzbischofs endgültig aufgelöst wurde. Weiterlesen