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Aus Historisches Lexikon Bayerns

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== [[Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen]] ==
[[Datei:Okt 26 Hausbuch.jpg|left|250x250px|link=Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen|Pfleger Peter Mendel (gest. 1423). Die Darstellung erfolgte in Form eines Stifterbildes, was für weitere Pflegerporträts richtungsweisend wurde. (Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°, f. 61v)]]
[[Autor:Sauer,_Christine|Christine Sauer]]<br>
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Hausbücher der Mendelschen und der Landauerschen Zwölfbrüderstiftung werden zwei in der Stadtbibliothek Nürnberg aufbewahrte Handschriften in fünf Bänden benannt. Mit fast 1.200 Handwerkerdarstellungen vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bilden sie eine der wichtigsten Bildquellen zum vorindustriellen Handwerk in Europa. [[Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =


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== [[Beisetzung Ludwigs II. (München, 19. Juni 1886)]] ==
 
[[Datei:Aufbahrung_Ludwig_II_Hofkapelle_Residenz_Albrecht.jpg|left|250x250px|link=Beisetzung Ludwigs II. (München, 19. Juni 1886)|Aufbahrung König Ludwigs II. in der Hofkapelle der Residenz München, 1886 nach einer Zeichnung von [[Person:116279710|Henry Albrecht]]{{#set:PND=116279710}} (1857-1909). ([http://stadtarchiv.muenchen.de/scopeQuery/detail.aspx?ID=770101 Stadtarchiv München, DE-1992-GS-A-1050])]]
== [[Kabinett Ehard I, 1946-1947]] ==
[[Autor:Zedler, Jörg|Jörg Zedler]] <br> Die Beisetzung König Ludwigs II. erfolgte sechs Tage nach seinem Tod im Starnberger See am 19. Juni 1886 in München. Aufgrund der bis heute nicht vollständig geklärten Todesumstände vom 13. Juni und der bereits am 10. Juni erfolgten Entmündigung des Königs, fand die Trauerfeier unter großem medialen und öffentlichen Interesse statt. Erstmals nahmen an der Beisetzung eines bayerischen Königs auch Vertreter fremder Häuser in offizieller Funktion sowie solche auswärtiger Regierungen teil, darunter der deutsche Kronprinz Friedrich und der österreichische Erzherzog Rudolf. Nach Überführung und öffentlicher Aufbahrung in der Hofkapelle der Münchner Residenz wurde der Sarg in einem Leichenzug über die Brienner Straße, den Königsplatz und den Karlsplatz in die Kirche St. Michael überführt und dort beigesetzt. Das Herz Ludwigs II. wurde der Haustradition folgend zwei Monate später in der Gnadenkapelle in Altötting bestattet. [[Beisetzung Ludwigs II. (München, 19. Juni 1886)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Datei:Bay. Staatsregierung 21.12.1946 StAM DE-1992-FS-NK-STL-0180.jpg|left|250x250px|link=Kabinett Ehard I, 1946-1947]]
[[Autor:Wegmaier,_Alexander|Alexander Wegmaier]]<br>
Nach den beiden von der US-Militärregierung eingesetzten Vorgängerkabinetten war das Kabinett Ehard I die erste aus freien Wahlen hervorgegangene Staatsregierung nach dem Ende des NS-Regimes. Die Regierungsbildung verlief holprig: Die Christlich-Soziale Union (CSU) hatte im Landtag zwar die absolute Mehrheit, war aber innerparteilich in zwei Flügel gespalten. Für eine stabile parlamentarische Basis bildete Ministerpräsident Hans Ehard (1887-1980) daher eine Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV). Inhaltlicher Schwerpunkt des Kabinetts war zum einen weiterhin die Kriegsfolgenbewältigung. Zum anderen intensivierte Ehard die bayerischen Bemühungen, das sich abzeichnende neue westdeutsche Staatswesen nach föderalistischen Prinzipien zu gestalten. In der SPD war die Regierungsbeteiligung von Anfang an umstritten. Der Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition am 15. September 1947 stärkte die Position Ehards, der zwischenzeitlich die zerstrittenen CSU-Flügel hinter sich zu einen begonnen hatte. [[Kabinett Ehard I, 1946-1947|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Revolution (1848/49)]] ==
[[Datei:Gedenkblatt Maerz 1848 MSM Gr Z1882.jpg||left|250x250px|link=Revolution (1848/49)|Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)]]
[[Autor:Ruppert,_Karsten|Karsten Ruppert]]<br>
Die Revolution von 1848/49 war ein bedeutender Abschnitt auf dem Weg zur Demokratisierung Bayerns und trug vor allem durch die Beseitigung der jahrhundertealten Agrarverfassung wie ständischer Restriktionen zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modernisierung bei. Für die Zeitgenossen, insbesondere die monarchischen Kreise wie auch die königlichen Regierungen, war die Abwehr der Mediatisierung durch die Reichsverfassung und den dadurch erreichten Erhalt der Souveränität Bayerns ein nicht geringerer Erfolg. Da das Königreich zu den ruhigeren Gebieten im Deutschen Bund gehörte, hat sich die Geschichtsschreibung in einem übergroßen Maße auf die Anfänge fokussiert: die spektakuläre Lola-Montez-Affäre und die Reformgesetzgebung des Frühsommers 1848. Es herrscht die Tendenz vor, die Revolution nicht als eine eigenständige Epoche der bayerischen Geschichte zu betrachten, sondern als Beginn des Industriezeitalters, das mit der Regierungszeit Maximilians II. eingeleitet wird. [[Revolution (1848/49)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Thingspiele]] ==
 
[[Datei:Plan Thingplatz Regensburg I.jpg|left|250x250px|link=Thingspiele||Entwurf eines Thingplatzes für Regensburg (nicht ausgeführt). (Stadt Regensburg, Bilddokumentation, Repro Plan Thingstätte, Arch. Moshamer (aus StaR, Plan Nr. HD 9-11))]]  
== [[Alte Pinakothek]] ==
[[Autor:Seifert, Manfred|Manfred Seifert]]<br>Thingspiele sind eine im Nationalsozialismus geschaffene und in den Anfangsjahren des sog. Dritten Reiches intensiv propagierte Schauspielform auf eigens dafür errichteten Spielplätzen. Das bisher übliche Theatergeschehen in klassisch-hochkultureller Stilistik mit Guckkastenbühne und Illusionstheater sollte durch kultische Sprechchordramen abgelöst werden. Um die Schaffung einer neuen Theaterform mit eigenständiger NS-Stilistik konkurrierten mehrere Gruppierungen innerhalb der NSDAP. Im Wesentlichen konnte Joseph Goebbels (NSDAP, 1897–1945, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda 1933–1945) über sein Ministerium jedoch über Jahre hinweg seinen Anspruch auf die offizielle Vertretung der Thingbewegung behaupten. Da diese Schauspielform nicht zu den erhofften Ergebnissen führte, brach Goebbels die staatliche Förderung 1935/1936 in mehreren Schritten ab. Die Bestrebungen wurden aber teilweise in modifizierter Form und ohne die bisherige propagandistische Unterstützung bis in die 1940er Jahre fortgeführt. [[Thingspiele|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Datei:Alte_Pinakothek_Rubenssaal_alt_ca_1882_BStGS_NP_13420.jpg|left|250x250px|link=Alte Pinakothek|Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. ([https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/y7GEJ1e4PV Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420], lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de CC BY-SA 4.0])]]
[[Autor:Schawe,_Martin|Martin Schawe]]<br> Die Alte Pinakothek wurde zwischen 1826 und 1836 von Leo von Klenze (1784-1864) in der damals dünn besiedelten Maxvorstadt Münchens errichtet. In ihr werden seit ihrer Eröffnung die Gemälde Alter Meister (14. – 18. Jahrhundert) aus den Beständen der wittelsbachischen Gemäldesammlungen und des bayerischen Staates der Öffentlichkeit präsentiert. Die Alte Pinakothek war das erste eigenständige Gebäude, das ausschließlich für Zwecke einer Gemäldegalerie gebaut wurde. Die Fokussierung auf eine Kunstgattung und der Bauplatz „mitten auf einer Wiese“ eröffneten dem Architekten die seltene Gelegenheit, gleichsam prototypisch das Ideal einer Galerie zu erschaffen, ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, dekorativer und ikonographischer Ausstattung und ausgestellten Gemälden. [[Alte Pinakothek|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Starkbieranstich auf dem Nockherberg]] ==
== [[Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung]] ==
[[Datei:Salvatorkeller 1863 Ille.jpg|left|250x250px|link=Starkbieranstich auf dem Nockherberg|Zeichnung des Salvatorkellers 1863 von Eduard Ille. (Bayerisches Wirtschaftsarchiv F145, 4569)]][[Autor:Winkler,_Richard|Richard Winkler]]
[[Datei:BWA F78 871 Leitungsbau.jpg|left|250x250px|link=Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung]]
Seit 1751 schenkten die Mönche des Paulanerklosters in der Münchner Au anlässlich des Namensfests des Francesco di Paola am 2. April mit kurfürstlicher Erlaubnis ein stärker eingebrautes Braunbier aus. Nachdem das Kloster säkularisiert worden war, übernahm der Münchner Brauer Franz Xaver Zacherl Ausschank und Produktion des Starkbiers und nannte es "Salvator". Seit 1861 fand das achttägige Fest im brauereieigenen Sommerbierkeller (Salvatorkeller) auf dem Nockherberg statt. Als "Starkbierprobe" entwickelte es sich zu einem Gesellschaftsereignis, bei dem das Publikum auch humoristisch unterhalten wurde. Nachdem es aufgrund von Rechtsstreitigkeiten seit Ende des 19. Jahrhunderts nur unregelmäßig stattgefunden hatte, wurde das Fest nach dem Zweiten Weltkrieg von der Paulaner Brauerei als Marketinginstrument wiederbelebt. Seit den 1960er Jahren etablierte sich dieser Festablauf: Die eingeladene Prominenz aus Politik und Gesellschaft wohnt zunächst der Überreichung der ersten Maß Bier an den bayerischen Ministerpräsidenten bei. Dann folgt das sog. "Derblecken" der Politiker, bei dem zuerst eine "Fastenpredigt" gehalten und anschließend ein Singspiel aufgeführt wird. Vor allem wegen der Fernsehübertragungen, die seit 2009 live erfolgen, erhielt der Starkbieranstich eine große mediale Wirkung. [[Starkbieranstich auf dem Nockherberg|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Gaube,_Walter|Walter Gaube]]<br>
Die Elektrifizierung Bayerns begann in den 1880er Jahren und kam Anfang der 1960er Jahre zu einem ersten Abschluss, als der Großteil der Haushalte über einen Stromanschluss verfügte. Ausbau und Sicherstellung einer flächendeckenden Stromversorgung gerieten Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fokus des Staates, der zu diesem Zweck mit privaten Unternehmen die Einrichtung von Überlandwerken in die Wege leitete. Mit der Gründung verschiedener Großkraftwerke in der Weimarer Republik wurde dem stetig anwachsenden Strombedarf Rechnung getragen. Wichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung war in Bayern lange Zeit Wasserkraft. [[Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Prozess gegen Wilhelm Joseph Behr (1832-1835)]] ==
== [[Reichspogromnacht (9./10. November 1938)]] ==
[[Datei:Wilhelm Joseph Behr.jpg|left|250x250px|link=Prozess gegen Wilhelm Joseph Behr (1832-1835)|Michael Wilhelm Joseph Behr (1775-1851). Kupferstich. ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/metaopac/search?View=bildarchiv&id=port-016823&View=bildarchiv Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-016823])]][[Autor:Leng,_Rainer|Rainer Leng]]
[[Datei:Brand der Synagoge Kitzingen 10 November 1938.jpg|left|250x250px|link=Reichspogromnacht (9./10. November 1938)]]
Der liberale Würzburger Bürgermeister und Abgeordnete der Ständeversammlung Wilhelm Joseph Behr (1755-1851) wurde 1832 des Hochverrats und der Majestätsbeleidigung angeklagt und 1835 zu Festungshaft auf unbestimmte Zeit verurteilt. Grundlage für die Anklage waren Spitzelberichte über das Gaibacher Fest von 1832, bei dem mehrere liberale Vertreter aus Franken eine Modernisierung der Verfassung forderten und Behr selbst zwei Reden hielt, in welchen er die Zensur beklagte und zu Reformen aufrief. Vor dem Hintergrund der Julirevolution in Frankreich (1830), des polnischen Novemberaufstandes (1831) und des Hambacher Festes (1832) geriet die Veranstaltung in Gaibach in das Konfliktfeld von liberalem Freiheitsstreben und monarchischer Restauration und ließ einen zunehmenden Konflikt zwischen König Ludwig I. (1786-1868, reg. 1825-1848) und liberalen Kreisen offen zutage treten. Behrs Prozess war Teil einer sehr viel breiter angelegten politischen Verfolgung gegen liberale Kreise in Bayern, der mit harten Strafen zur Abschreckung dienen sollte. [[Prozess gegen Wilhelm Joseph Behr (1832-1835)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Weger,_Tobias|Tobias Weger]]<br>
Die auf eine Veranstaltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Alten Münchner Rathaus initiierten pogromartigen Übergriffe auf Juden im November 1938 bildeten einen Wendepunkt in deren Behandlung durch das NS-Regime, den Übergang zur totalen staatlichen Willkür. Die bereits ab 1933 eingeleitete rechtliche Ausgrenzung mutierte in kollektive Demütigung und Gewalt. Dabei wurden Synagogen und Geschäfte verwüstet, Juden misshandelt und in Schutzhaft genommen. [[Reichspogromnacht (9./10. November 1938)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Seuchen (ab 1800)]] ==
== [[Freikorps Bayreuth]] ==
[[Datei:Gedenkkreuz Cholera Muenchen Haidhausen 1854.jpg|left|250x250px|link=Seuchen (ab 1800)|Gedenkkreuz für die Opfer der Cholera-Epidemie 1854 auf dem Haidhauser Friedhof in München. ([https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Evergreen68 Evergreen68] lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de CC BY-SA 4.0] via [https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:M%C3%BCnchen_Haidhausen_Cholera_1854_a.jpg Wikimedia Commons])]]
[[Datei:Freikorps Bayreuth Abzeichen H-4231.jpg||left|250x250px|link=Freikorps Bayreuth]]
[[Autor:Söhner,_Felicitas|Felicitas Söhner]] <br> Im 19. Jahrhundert traten Seuchen häufig und heftig auf. Ihre Verbreitung wurde durch Truppenbewegungen in Kriegen und die zunehmende Bevölkerungsdichte in den Städten begünstigt. Wiederholt brachen Pocken-, Typhus-, Influenza- und Cholera-Epidemien aus, daneben breitete sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Tuberkulose stark aus, die bis in die 1950er Jahre die häufigste Volkskrankheit blieb. Lediglich gegen die Pocken gab es eine Schutzimpfung, die in Bayern bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgreich eingesetzt wurde und die mit Hilfe einer weltweiten Impfpflicht bis 1980 zur Ausrottung der Krankheit führte. Alle übrigen Krankheiten waren in ihrer Genese zunächst unerforscht und nicht behandelbar, so dass nur mit Isolations- und Desinfektionsmaßnahmen die weitere Verbreitung eingedämmt werden konnte. Die Erhebung statistischer Daten als Basis einer Epidemiologie und naturwissenschaftliche Fortschritte in der Bakteriologie boten die Grundlagen für Hygiene- sowie Städtebau-Maßnahmen, die zu einem generellen Rückgang von Seuchen führten. Im 20. Jahrhundert hatte vor allem die 1918/19 weltweit grassierende "Spanische Grippe" drastische Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Bayern. Die zunehmende Entdeckung der Krankheitserreger und Behandlungsmöglichkeiten, aber auch die sich nach dem Zweiten Weltkrieg verbessernden sozioökonomischen Bedingungen der Bevölkerung reduzierten das Seuchengeschehen deutlich. Allerdings trat ab den 1980er Jahren mit der Immunschwäche AIDS eine neue, nicht heilbare Krankheit auf. [[Seuchen (ab 1800)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Schwarz,_Alexander|Alexander Schwarz]]<br>
Paramilitärischer Freiwilligenverband, gegründet 1919 im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik Baiern 1919. Die Mobilisierung begann Mitte April, auf deren Höhepunkt eine Stärke von 522 Mann erreicht wurde. Das Freikorps stand unter der Leitung des Hauptmanns Heinrich Hoffmann (1878-1969). Zu den bekanntesten Mitgliedern der Einheit zählte der spätere Gauleiter Hans Schemm (1891-1935). Nur Teile des Freikorps beteiligten sich aktiv bei der militärischen Operation gegen München. Im Juni erfolgte die offizielle Auflösung. [[Freikorps Bayreuth|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Afrakult]] ==
== [[Frankenreise Ludwigs II. (1866)]] ==
[[Datei:Beck Holzschnitt Feuertod Afra 1516.jpg|left|250x250px|link=Afrakult|Leonhard Beck, Afras Feuertod, Holzschnitt aus: Gloriosorum christi confessor[um] Vldarici & Symperti: necno[n] beatissim[a]e martyris Aphr[a]e, Augustan[a]e sedis patronor[um] q[ua]mfidelissimor[um] histori[a]e (…), fol. 57r, Augsburg, 1516. ([https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00005393-4 Bayerische Staatsbibliothek -- Res/4 V.ss.c. 99])]]
[[Datei:Gedenkblatt Frankenreise Ludwig II 1866.jpg||left|250x250px|link=Frankenreise Ludwigs II. (1866)|Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)]]
[[Autor:Simperl,_Matthias|Matthias Simperl]] <br> Die Verehrung einer Augsburger Märtyrerin namens Afra lässt sich historisch gesichert bis auf merowingische Zeit zurückführen; der archäologische Befund legt sogar eine Kultkontinuität ab dem 4. Jahrhundert nahe. Der Legende nach soll es sich bei Afra um eine ehemalige Prostituierte gehandelt haben, die sich unter dem Einfluss eines Bischofs namens Narcissus zum Christentum bekehrte und darauf im Rahmen der diokletianischen Verfolgung das Martyrium auf einer Lechinsel erlitt. Ihre Kultstätte ist topographisch mit der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg verbunden. Afras Verehrung ist frömmigkeitsgeschichtlich insbesondere im Bistum Augsburg von Bedeutung, dessen Patronin sie neben den heiligen Bischöfen Ulrich und Simpert ist. [[Afrakult|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Schmitt,_Markus|Markus Schmitt]]<br>
Vom 10. November bis 10. Dezember 1866 bereiste der 22-jährige König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886) die vom Deutschen Krieg besonders betroffenen Gebiete Frankens. Die Rundreise bewirkte eine Ermutigung der demoralisierten Bevölkerung und stärkte ihr Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern. Für den Monarchen entwickelte sie sich zu einem persönlichen Triumphzug. [[Frankenreise Ludwigs II. (1866)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Spielbanken-Affäre]] ==
== [[Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)]] ==
[[Datei:Prozess Spielbankenaffaere 1959.jpg|left|250x250px|link=Spielbanken-Affäre|Der in der Spielbanken-Affäre ermittelnde Staatsanwalt Wilhelm Jörg beim Prozess im [[Ort:ODB_S00008915|Münchner]]{{#set:OID=ODB_S00008915}} Justizpalast. Foto: Georg Fruhstorfer. ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/search?id=fruh-19140&View=bildarchiv Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv fruh-19140])]]
[[Datei:Max Weber.jpg|left|250x250px|link=Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)|Max Weber (1864-1920). ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/search?id=port-001405 Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405])]]
[[Autor:Braun,_Oliver|Oliver Braun]] <br> Die Spielbanken-Affäre trug sich Mitte der 1950er Jahre im Zusammenhang mit der durch die Viererkoalition ermöglichten Zulassung von Spielbanken in Bayern zu. Schon bald nach der Vergabe von Konzessionen für Spielbanken kamen Gerüchte über finanzielle Unregelmäßigkeiten auf. Ein 1955 bis 1957 auf Betreiben der oppositionellen Christlich-Sozialen Union eingesetzter parlamentarischer Untersuchungsausschuss konnte zwar Vorwürfe der Vorteilsnahme und Bestechlichkeit nicht erhärten. 1959 kam es allerdings infolge einer Selbstanzeige des Spielbankenunternehmers Karl Freisehner zu einem Prozess vor dem Landgericht München I, das führende Politiker der Bayernpartei wegen Bestechlichkeit und Meineids zu hohen Haftstrafen verurteilte. [[Spielbanken-Affäre|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Sokoll,_Thomas|Thomas Sokoll]]<br>
Die Schrift "Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", die der Soziologe Max Weber 1904/05 erstmals publizierte, ist eine historische Studie über den Einfluss der Arbeitsethik im radikalen Protestantismus (Calvinismus, Puritanismus) auf das Wirtschaftsgebaren der Unternehmerschaft in der Formationsphase des modernen Kapitalismus (17./18. Jahrhundert). Zunächst scharf kritisiert, anschließend weitgehend vergessen, wurde sie in den 1960er Jahren wiederentdeckt, seitdem aber umso intensiver diskutiert. Sie avancierte zum Schlüsseltext der Modernisierungstheorie, eröffnete die internationale Rezeption der übrigen Werke Webers und begründete dessen Weltruhm als soziologischer Klassiker. Die von Weber aufgeworfene Frage, inwieweit das Gewinnstreben auch (oder gerade) in der modernen Gesellschaft einer verantwortungsethischen Zügelung bedarf, erscheint angesichts der immer wieder aufflammenden Spekulationskrisen auf den globalen Finanzkapitalmärkten von ungebrochener Aktualität. [[Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Die Tagespost]] ==
== [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)]] ==
[[Datei:Jubilaeumsausgabe_Tagespost_24_25.8.1973.jpg|left|250x250px|link=Die Tagespost|Titelblatt der Jubiläumsausgabe der Tagespost vom 24./25.8.1973 (25 Jahre). (Die Tagespost)]]
[[Datei:Erstabdruck Hoffmann Ritter Gluck BSB 4 Mus th 1800 11.jpg|left|250x250px|link=Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|"Ritter Gluck"  erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. ([https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb10527959?page=174%2C175 Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11])]]
[[Autor:Hoser,_Paul|Paul Hoser]] <br> Die "Tagespost" ist eine 1948 von Johann Wilhelm Naumann (1897–1956) in Augsburg als "Augsburger Tagespost" gegründete extrem konservative katholische Gesinnungszeitung. Mehrfach war sie finanziell in Existenznöten. 1950 wurde der Titel in "Deutsche Tagespost" geändert. 1951 wurde die Zeitung nach Regensburg verlegt, 1955 nach Würzburg. 1993–2017 erschien sie im Echter-Verlag, danach wurde sie von der Johann-Wilhelm-Naumann Stiftung übernommen. Von 1999 an hieß sie "Die Tagespost". Bis Januar 2018 kam sie dreimal wöchentlich heraus, dann nur noch einmal. [[Die Tagespost|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Großmann,_Stephanie|Stephanie Großmann]]<br>
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Säkularisation]] ==
[[Datei:Saekularisation Startseitenbild.jpg|left|250x250px|link=Säkularisation|Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)]]
[[Autor:Müller,_Winfried|Winfried Müller]]<br>
''Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel:'' Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte.   [[Säkularisation|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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Aktuelle Version vom 15. Oktober 2026, 16:00 Uhr


Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen

Pfleger Peter Mendel (gest. 1423). Die Darstellung erfolgte in Form eines Stifterbildes, was für weitere Pflegerporträts richtungsweisend wurde. (Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°, f. 61v)
Pfleger Peter Mendel (gest. 1423). Die Darstellung erfolgte in Form eines Stifterbildes, was für weitere Pflegerporträts richtungsweisend wurde. (Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°, f. 61v)

Christine Sauer
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Hausbücher der Mendelschen und der Landauerschen Zwölfbrüderstiftung werden zwei in der Stadtbibliothek Nürnberg aufbewahrte Handschriften in fünf Bänden benannt. Mit fast 1.200 Handwerkerdarstellungen vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bilden sie eine der wichtigsten Bildquellen zum vorindustriellen Handwerk in Europa. Weiterlesen

Neueste Artikel

Kabinett Ehard I, 1946-1947

Alexander Wegmaier
Nach den beiden von der US-Militärregierung eingesetzten Vorgängerkabinetten war das Kabinett Ehard I die erste aus freien Wahlen hervorgegangene Staatsregierung nach dem Ende des NS-Regimes. Die Regierungsbildung verlief holprig: Die Christlich-Soziale Union (CSU) hatte im Landtag zwar die absolute Mehrheit, war aber innerparteilich in zwei Flügel gespalten. Für eine stabile parlamentarische Basis bildete Ministerpräsident Hans Ehard (1887-1980) daher eine Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV). Inhaltlicher Schwerpunkt des Kabinetts war zum einen weiterhin die Kriegsfolgenbewältigung. Zum anderen intensivierte Ehard die bayerischen Bemühungen, das sich abzeichnende neue westdeutsche Staatswesen nach föderalistischen Prinzipien zu gestalten. In der SPD war die Regierungsbeteiligung von Anfang an umstritten. Der Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition am 15. September 1947 stärkte die Position Ehards, der zwischenzeitlich die zerstrittenen CSU-Flügel hinter sich zu einen begonnen hatte. Weiterlesen

Revolution (1848/49)

Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)
Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)

Karsten Ruppert
Die Revolution von 1848/49 war ein bedeutender Abschnitt auf dem Weg zur Demokratisierung Bayerns und trug vor allem durch die Beseitigung der jahrhundertealten Agrarverfassung wie ständischer Restriktionen zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modernisierung bei. Für die Zeitgenossen, insbesondere die monarchischen Kreise wie auch die königlichen Regierungen, war die Abwehr der Mediatisierung durch die Reichsverfassung und den dadurch erreichten Erhalt der Souveränität Bayerns ein nicht geringerer Erfolg. Da das Königreich zu den ruhigeren Gebieten im Deutschen Bund gehörte, hat sich die Geschichtsschreibung in einem übergroßen Maße auf die Anfänge fokussiert: die spektakuläre Lola-Montez-Affäre und die Reformgesetzgebung des Frühsommers 1848. Es herrscht die Tendenz vor, die Revolution nicht als eine eigenständige Epoche der bayerischen Geschichte zu betrachten, sondern als Beginn des Industriezeitalters, das mit der Regierungszeit Maximilians II. eingeleitet wird. Weiterlesen

Alte Pinakothek

Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420, lizenziert durch CC BY-SA 4.0)
Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420, lizenziert durch CC BY-SA 4.0)

Martin Schawe
Die Alte Pinakothek wurde zwischen 1826 und 1836 von Leo von Klenze (1784-1864) in der damals dünn besiedelten Maxvorstadt Münchens errichtet. In ihr werden seit ihrer Eröffnung die Gemälde Alter Meister (14. – 18. Jahrhundert) aus den Beständen der wittelsbachischen Gemäldesammlungen und des bayerischen Staates der Öffentlichkeit präsentiert. Die Alte Pinakothek war das erste eigenständige Gebäude, das ausschließlich für Zwecke einer Gemäldegalerie gebaut wurde. Die Fokussierung auf eine Kunstgattung und der Bauplatz „mitten auf einer Wiese“ eröffneten dem Architekten die seltene Gelegenheit, gleichsam prototypisch das Ideal einer Galerie zu erschaffen, ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, dekorativer und ikonographischer Ausstattung und ausgestellten Gemälden. Weiterlesen


Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung

Walter Gaube
Die Elektrifizierung Bayerns begann in den 1880er Jahren und kam Anfang der 1960er Jahre zu einem ersten Abschluss, als der Großteil der Haushalte über einen Stromanschluss verfügte. Ausbau und Sicherstellung einer flächendeckenden Stromversorgung gerieten Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fokus des Staates, der zu diesem Zweck mit privaten Unternehmen die Einrichtung von Überlandwerken in die Wege leitete. Mit der Gründung verschiedener Großkraftwerke in der Weimarer Republik wurde dem stetig anwachsenden Strombedarf Rechnung getragen. Wichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung war in Bayern lange Zeit Wasserkraft. Weiterlesen

Reichspogromnacht (9./10. November 1938)

Tobias Weger
Die auf eine Veranstaltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Alten Münchner Rathaus initiierten pogromartigen Übergriffe auf Juden im November 1938 bildeten einen Wendepunkt in deren Behandlung durch das NS-Regime, den Übergang zur totalen staatlichen Willkür. Die bereits ab 1933 eingeleitete rechtliche Ausgrenzung mutierte in kollektive Demütigung und Gewalt. Dabei wurden Synagogen und Geschäfte verwüstet, Juden misshandelt und in Schutzhaft genommen. Weiterlesen

Freikorps Bayreuth

Alexander Schwarz
Paramilitärischer Freiwilligenverband, gegründet 1919 im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik Baiern 1919. Die Mobilisierung begann Mitte April, auf deren Höhepunkt eine Stärke von 522 Mann erreicht wurde. Das Freikorps stand unter der Leitung des Hauptmanns Heinrich Hoffmann (1878-1969). Zu den bekanntesten Mitgliedern der Einheit zählte der spätere Gauleiter Hans Schemm (1891-1935). Nur Teile des Freikorps beteiligten sich aktiv bei der militärischen Operation gegen München. Im Juni erfolgte die offizielle Auflösung. Weiterlesen

Frankenreise Ludwigs II. (1866)

Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)
Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)

Markus Schmitt
Vom 10. November bis 10. Dezember 1866 bereiste der 22-jährige König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886) die vom Deutschen Krieg besonders betroffenen Gebiete Frankens. Die Rundreise bewirkte eine Ermutigung der demoralisierten Bevölkerung und stärkte ihr Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern. Für den Monarchen entwickelte sie sich zu einem persönlichen Triumphzug. Weiterlesen


Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)

Max Weber (1864-1920). (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405)
Max Weber (1864-1920). (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405)

Thomas Sokoll
Die Schrift "Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", die der Soziologe Max Weber 1904/05 erstmals publizierte, ist eine historische Studie über den Einfluss der Arbeitsethik im radikalen Protestantismus (Calvinismus, Puritanismus) auf das Wirtschaftsgebaren der Unternehmerschaft in der Formationsphase des modernen Kapitalismus (17./18. Jahrhundert). Zunächst scharf kritisiert, anschließend weitgehend vergessen, wurde sie in den 1960er Jahren wiederentdeckt, seitdem aber umso intensiver diskutiert. Sie avancierte zum Schlüsseltext der Modernisierungstheorie, eröffnete die internationale Rezeption der übrigen Werke Webers und begründete dessen Weltruhm als soziologischer Klassiker. Die von Weber aufgeworfene Frage, inwieweit das Gewinnstreben auch (oder gerade) in der modernen Gesellschaft einer verantwortungsethischen Zügelung bedarf, erscheint angesichts der immer wieder aufflammenden Spekulationskrisen auf den globalen Finanzkapitalmärkten von ungebrochener Aktualität. Weiterlesen

Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)

"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)

Stephanie Großmann
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. Weiterlesen

Säkularisation

Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)
Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)

Winfried Müller
Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel: Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte. Weiterlesen