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Aus Historisches Lexikon Bayerns

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== [[Hitlerputsch (8./9. November 1923)]] ==
== [[Reisen (Mittelalter)]] ==
[[Datei:artikel_44511_bilder_value_5_hitlerputsch2.jpg|left|250x250px|link=Hitlerputsch (8./9. November 1923)|Proklamation an das deutsche Volk!, Hitler-Putsch in München, 8./9. November 1923. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv)]]
[[Datei:Feb 26 Reisen.jpg|left|250x250px|link=Reisen (Mittelalter)|Die Romwegkarte von Erhard Etzlaub (1462-1532), die älteste gedruckte Wegekarte Mitteleuropas, richtete sich bezeichnenderweise an Pilger. Sie entstand für das Heilige Jahr 1500. ([https://mdz-nbn-resolving.de/details:bsb00033752 BSB Rar. 287#Beibd.4 aus dem Besitz von Hartmann Schedel])]]
[[Autor:Ziegler,_Walter|Walter Ziegler]] <br> Im Krisenjahr 1923 der Weimarer Republik (Hyper-Inflation; Ruhrbesetzung und "Ruhrkampf" von Januar bis September, kommunistische Unruhen in Sachsen und Thüringen) wollte der Parteiführer der NSDAP, Adolf Hitler (1889-1945), in München am 8./9. November durch einen bewaffneten Putsch die Regierung in Berlin absetzen und selbst die Macht in einer nationalen Diktatur erringen. Zu diesem Zweck hatte er sich mit rechtsradikalen Kräften verbündet und versuchte, rechtskonservative Kreise in der bayerischen Regierung und Verwaltung zu benutzen. Da sich diese alsbald distanzierten und die Reichswehr nicht mitspielte, scheiterte das Vorhaben. Den "Marsch zur Feldherrnhalle" stoppte die Bayerische Landespolizei mit Gewalt (20 Tote). Zwar kam Hitler nach seinem Prozess bereits am 20. Dezember 1924 frei, doch hatte der Putschversuch auf lange Sicht sowohl für ihn als auch für Bayern bedeutende Folgen. [[Hitlerputsch (8./9. November 1923)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Ohler,_Norbert|Norbert Ohler]] <br>  
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Auch im Mittelalter waren breite Schichten als Reisende unterwegs, von einfachen Menschen und Kaufleuten bis hin zu Herrschern. Die Zahl der Reisenden nahm ab dem Hochmittelalter deutlich zu. Motive für Reisen konnten wirtschaftlicher, religiöser oder herrschaftlicher Natur sein. Auch zu Bildungszwecken begab man sich auf den Weg, aber ebenso, um vor Seuchen oder Kriegen zu flüchten. Reisende nutzten die von der Natur vorgegebenen Wege, also Flüsse, Tallandschaften und Gebirgspässe. Teilweise konnte auf alte römische Straßenverbindungen zurückgegriffen werden. Die meisten Menschen waren zu Fuß unterwegs. Fortbewegungsmittel waren daneben Saumtiere, Wagen, Sänften, Schiffe und Flöße. [[Reisen (Mittelalter)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Prozess gegen Wilhelm Joseph Behr (1832-1835)]] ==
[[Datei:Wilhelm Joseph Behr.jpg|left|250x250px|link=Prozess gegen Wilhelm Joseph Behr (1832-1835)|Michael Wilhelm Joseph Behr (1775-1851). Kupferstich. ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/metaopac/search?View=bildarchiv&id=port-016823&View=bildarchiv Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-016823])]][[Autor:Leng,_Rainer|Rainer Leng]]<br> Der liberale Würzburger Bürgermeister und Abgeordnete der Ständeversammlung Wilhelm Joseph Behr (1755-1851) wurde 1832 des Hochverrats und der Majestätsbeleidigung angeklagt und 1835 zu Festungshaft auf unbestimmte Zeit verurteilt. Grundlage für die Anklage waren Spitzelberichte über das Gaibacher Fest von 1832, bei dem mehrere liberale Vertreter aus Franken eine Modernisierung der Verfassung forderten und Behr selbst zwei Reden hielt, in welchen er die Zensur beklagte und zu Reformen aufrief. Vor dem Hintergrund der Julirevolution in Frankreich (1830), des polnischen Novemberaufstandes (1831) und des Hambacher Festes (1832) geriet die Veranstaltung in Gaibach in das Konfliktfeld von liberalem Freiheitsstreben und monarchischer Restauration und ließ einen zunehmenden Konflikt zwischen König Ludwig I. (1786-1868, reg. 1825-1848) und liberalen Kreisen offen zutage treten. Behrs Prozess war Teil einer sehr viel breiter angelegten politischen Verfolgung gegen liberale Kreise in Bayern, der mit harten Strafen zur Abschreckung dienen sollte. [[Prozess gegen Wilhelm Joseph Behr (1832-1835)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =
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== [[Seuchen (ab 1800)]] ==
[[Datei:Gedenkkreuz Cholera Muenchen Haidhausen 1854.jpg|left|250x250px|link=Seuchen (ab 1800)|Gedenkkreuz für die Opfer der Cholera-Epidemie 1854 auf dem Haidhauser Friedhof in München. ([https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Evergreen68 Evergreen68] lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de CC BY-SA 4.0] via [https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:M%C3%BCnchen_Haidhausen_Cholera_1854_a.jpg Wikimedia Commons])]]
[[Autor:Söhner,_Felicitas|Felicitas Söhner]] <br> Im 19. Jahrhundert traten Seuchen häufig und heftig auf. Ihre Verbreitung wurde durch Truppenbewegungen in Kriegen und die zunehmende Bevölkerungsdichte in den Städten begünstigt. Wiederholt brachen Pocken-, Typhus-, Influenza- und Cholera-Epidemien aus, daneben breitete sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Tuberkulose stark aus, die bis in die 1950er Jahre die häufigste Volkskrankheit blieb. Lediglich gegen die Pocken gab es eine Schutzimpfung, die in Bayern bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgreich eingesetzt wurde und die mit Hilfe einer weltweiten Impfpflicht bis 1980 zur Ausrottung der Krankheit führte. Alle übrigen Krankheiten waren in ihrer Genese zunächst unerforscht und nicht behandelbar, so dass nur mit Isolations- und Desinfektionsmaßnahmen die weitere Verbreitung eingedämmt werden konnte. Die Erhebung statistischer Daten als Basis einer Epidemiologie und naturwissenschaftliche Fortschritte in der Bakteriologie boten die Grundlagen für Hygiene- sowie Städtebau-Maßnahmen, die zu einem generellen Rückgang von Seuchen führten. Im 20. Jahrhundert hatte vor allem die 1918/19 weltweit grassierende "Spanische Grippe" drastische Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Bayern. Die zunehmende Entdeckung der Krankheitserreger und Behandlungsmöglichkeiten, aber auch die sich nach dem Zweiten Weltkrieg verbessernden sozioökonomischen Bedingungen der Bevölkerung reduzierten das Seuchengeschehen deutlich. Allerdings trat ab den 1980er Jahren mit der Immunschwäche AIDS eine neue, nicht heilbare Krankheit auf. [[Seuchen (ab 1800)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Afrakult]] ==
[[Datei:Beck Holzschnitt Feuertod Afra 1516.jpg|left|250x250px|link=Afrakult|Leonhard Beck, Afras Feuertod, Holzschnitt aus: Gloriosorum christi confessor[um] Vldarici & Symperti: necno[n] beatissim[a]e martyris Aphr[a]e, Augustan[a]e sedis patronor[um] q[ua]mfidelissimor[um] histori[a]e (…), fol. 57r, Augsburg, 1516. ([https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00005393-4 Bayerische Staatsbibliothek -- Res/4 V.ss.c. 99])]]
[[Autor:Simperl,_Matthias|Matthias Simperl]] <br> Die Verehrung einer Augsburger Märtyrerin namens Afra lässt sich historisch gesichert bis auf merowingische Zeit zurückführen; der archäologische Befund legt sogar eine Kultkontinuität ab dem 4. Jahrhundert nahe. Der Legende nach soll es sich bei Afra um eine ehemalige Prostituierte gehandelt haben, die sich unter dem Einfluss eines Bischofs namens Narcissus zum Christentum bekehrte und darauf im Rahmen der diokletianischen Verfolgung das Martyrium auf einer Lechinsel erlitt. Ihre Kultstätte ist topographisch mit der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg verbunden. Afras Verehrung ist frömmigkeitsgeschichtlich insbesondere im Bistum Augsburg von Bedeutung, dessen Patronin sie neben den heiligen Bischöfen Ulrich und Simpert ist.  [[Afrakult|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)]] ==
== [[Spielbanken-Affäre]] ==
[[Datei:Landtag Front Prannenstr 1912.jpg|left|250x250px|link=Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)|]]
[[Datei:Prozess Spielbankenaffaere 1959.jpg|left|250x250px|link=Spielbanken-Affäre|Der in der Spielbanken-Affäre ermittelnde Staatsanwalt Wilhelm Jörg beim Prozess im [[Ort:ODB_S00008915|Münchner]]{{#set:OID=ODB_S00008915}} Justizpalast. Foto: Georg Fruhstorfer. ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/search?id=fruh-19140&View=bildarchiv Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv fruh-19140])]]
[[Autor:Nadler,_Markus|Markus Nadler]]<br>
[[Autor:Braun,_Oliver|Oliver Braun]] <br> Die Spielbanken-Affäre trug sich Mitte der 1950er Jahre im Zusammenhang mit der durch die Viererkoalition ermöglichten Zulassung von Spielbanken in Bayern zu. Schon bald nach der Vergabe von Konzessionen für Spielbanken kamen Gerüchte über finanzielle Unregelmäßigkeiten auf. Ein 1955 bis 1957 auf Betreiben der oppositionellen Christlich-Sozialen Union eingesetzter parlamentarischer Untersuchungsausschuss konnte zwar Vorwürfe der Vorteilsnahme und Bestechlichkeit nicht erhärten. 1959 kam es allerdings infolge einer Selbstanzeige des Spielbankenunternehmers Karl Freisehner zu einem Prozess vor dem Landgericht München I, das führende Politiker der Bayernpartei wegen Bestechlichkeit und Meineids zu hohen Haftstrafen verurteilte. [[Spielbanken-Affäre|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
In Bayern entstand nach dem Sturz der Monarchie im November 1918 eine Demokratie mit einem Einkammerparlament. Erstmals wurde 1919 ein allgemeines, gleiches Wahlrecht angewendet, das auch Frauen einschloss. Zwar musste der Landtag im Frühjahr 1919 infolge revolutionärer Unruhen vorübergehend seinen Sitz von München nach Bamberg verlegen, mit der Niederschlagung der Räterepublik und der Verabschiedung der Verfassung im August konnte sich aber die parlamentarisch-repräsentative Demokratie in Bayern durchsetzen. Der Landtag hatte weitgehende Rechte, insbesondere die Gesetzgebung, die Entscheidung über den Staatshaushalt und die Wahl der Regierung sowie deren Kontrolle. Diese starke Stellung hebelten die Nationalsozialisten 1933 im Zuge der Machtergreifung und der von ihnen durchgesetzten Gleichschaltung aus. Die Aufhebung des Bayerischen Landtags erfolgte durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934. [[Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Die Tagespost]] ==
== [[Ultramontanismus]] ==
[[Datei:Jubilaeumsausgabe_Tagespost_24_25.8.1973.jpg|left|250x250px|link=Die Tagespost|Titelblatt der Jubiläumsausgabe der Tagespost vom 24./25.8.1973 (25 Jahre). (Die Tagespost)]]
[[Datei:Ignaz_von_Doellinger.jpg|left|250x250px|link=Ultramontanismus|Ignaz von Döllinger (1799-1890) war ein bedeutender Vertreter des Frühultramontanismus, verlor aber als Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas seinen Einfluss. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-017105)]]
[[Autor:Hoser,_Paul|Paul Hoser]] <br> Die "Tagespost" ist eine 1948 von Johann Wilhelm Naumann (1897–1956) in Augsburg als "Augsburger Tagespost" gegründete extrem konservative katholische Gesinnungszeitung. Mehrfach war sie finanziell in Existenznöten. 1950 wurde der Titel in "Deutsche Tagespost" geändert. 1951 wurde die Zeitung nach Regensburg verlegt, 1955 nach Würzburg. 1993–2017 erschien sie im Echter-Verlag, danach wurde sie von der Johann-Wilhelm-Naumann Stiftung übernommen. Von 1999 an hieß sie "Die Tagespost". Bis Januar 2018 kam sie dreimal wöchentlich heraus, dann nur noch einmal. [[Die Tagespost|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Kirchinger,_Johann|Johann Kirchinger]]<br>
Der Ultramontanismus ist eine innerkirchliche Strömung der katholischen Kirche, die im 19. Jahrhundert zur vorherrschenden Richtung wurde. Ihr Kennzeichen war eine starke Orientierung an Rom, ihr Hauptanliegen der Kampf um die Freiheit der Kirche vom Staat und gegen die Entkirchlichungstendenzen der Moderne. Deshalb griff der Ultramontanismus vom Kirchlichen auf das Politische über. Die Vertretung kirchlicher Interessen durch politische Parteien (Zentrum und Bayerische Patriotenpartei) gehört zu seinen Kernelementen. Im Vormärz war Bayern ein Zentrum des frühen Ultramontanismus. Während dessen Hochphase im Kulturkampf, der in Bayern gemäßigt verlief, galt das nicht mehr. War die Strömung zuerst durch theologische Unbestimmtheit gekennzeichnet, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Neuscholastik zur vorherrschenden Theologie des Ultramontanismus. [[Ultramontanismus|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Palmsonntagspogrom, Gunzenhausen (1934)]] ==
== [[Bauernbefreiung]] ==
[[Datei:Gastwirtschaft von Simon Strauss.jpg|left|250x250px|link=Palmsonntagspogrom, Gunzenhausen (1934)|Gastwirtschaft von Simon Strauß. (Stadtarchiv Gunzenhausen)]]
[[Datei:Gesetz_Aufhebung_standes_Gerichtsbarkeit_1848.jpg|left|250x250px|link=Bauernbefreiung|Titelblatt, Gesetz über die Aufhebung der standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, 1848.]]
[[Autor:Mühlhäußer,_Werner|Werner Mühlhäußer]] <br> Beim sog. Palmsonntagspogrom am 25. März 1934 handelte es sich um einen brutalen, antisemitischen Übergriff im mittelfränkischen Gunzenhausen, dessen Ausmaß und Verlauf einzigartig in der Frühzeit der NS-Herrschaft waren. Unter Anleitung der dortigen SA ging ein mehrere hundert Personen zählender Mob gegen die jüdischen Einwohner der Kleinstadt vor. In ihre Häuser wurde eingebrochen, die betroffenen Juden wurden körperlich misshandelt und ins Gefängnis geworfen. Drei Personen kamen im Zusammenhang mit dem Pogrom ums Leben. Das Landgericht Ansbach verurteilte die beteiligten SA-Männer zwar zu Gefängnisstrafen, die diese mit Ausnahme des Rädelsführers Kurt Bär aber nicht antreten mussten. [[Palmsonntagspogrom, Gunzenhausen (1934)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Kirchinger,_Johann|Johann Kirchinger]]<br> Unter Bauernbefreiung versteht man die seit Mitte des 18. Jahrhunderts in ganz Europa einsetzenden Bemühungen, sowohl den Grund und Boden als auch die Bauern selbst von feudalen Bindungen zu befreien. Durch die freie Verfügbarkeit über Grund und Boden sollte eine wirtschaftliche Dynamik in Gang gesetzt werden, welche sich nicht zuletzt positiv auf die Steuereinnahmen auswirken sollte. Darüber hinaus sollten dadurch konkurrierende Herrschaftsträger ausgeschaltet werden. Denn das Obereigentum über Grund und Boden begründete Herrschaftsrechte, in Kurbayern insbesondere die niedere Gerichtsbarkeit in den Hofmarken, welche mit denjenigen des Staates konkurrierte. In Kurbayern gab es erste Bemühungen seit 1762 auf landesherrlichen Gütern; nach Säkularisation und Aufhebung der landständischen Verfassung wurden die Möglichkeiten der Grundentlastung auch auf kirchliche und adlige Güter im gesamten Königreich ausgeweitet. [[Bauernbefreiung|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Schloss Neuschwanstein]] ==
== [[Freyberg, Adelsfamilie]] ==
[[Datei:Ansicht Neuschwanstein.jpg|left|250x250px|link=Schloss Neuschwanstein|Ansicht des Schlosses nach dem Tode König Ludwigs im Jahr 1886.([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/metaopac/search?id=bildarchiv121498&View=bildarchiv Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv ansi-000920])]]  
[[Datei:Wappen Freyberg 1460.jpg|left|250x250px|link=Freyberg, Adelsfamilie|Stammwappen der Freyberger im Scheibler’schen Wappenbuch, das ab ca. 1450 angelegt wurde. (Bayerische Staatsbibliothek, Cod.icon. 312 c, fol. 87v)]]
[[Autor:Schatz,_Uwe_Gerd|Uwe Gerd Schatz]]<br>Schloss Neuschwanstein zählt zu den bekanntesten und meistbesuchten Bauwerken in Bayern. Es wurde im Stil des Historismus als Ritterburg anstelle der Burgruinen von Vorder- und Hinterschwangau im Auftrag und nach Wünschen König Ludwigs II. von 1868 bis 1892 errichtet. Zunächst war nur eine kleine Burganlage geplant. Sie nahm während der Bauzeit immer größere Ausmaße an. Im Inneren wurden vor allem der Thron- und der Sängersaal sowie die Wohnräume des Königs vollendet. Das Schloss wurde mit hochwertigem Mobiliar und damals modernster Technik ausgestattet. Die Wandgemälde thematisieren Sagen und Legenden des Mittelalters. Nach dem Tode Ludwigs II. 1886 wurde die Anlage ohne Bergfried und Aussichtsterrasse vereinfacht fertiggestellt und für Besichtigungen freigegeben. Neuschwanstein entwickelte sich zum Touristenmagnet und zur Stilikone, dem Inbegriff des Märchenschlosses. [[Schloss Neuschwanstein|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Schneider,_Joachim|Joachim Schneider]] und [[Autor:Lochbrunner,_Anja|Anja Lochbrunner]]<br>
Aus Oberschwaben stammendes Rittergeschlecht, das erstmalig 1237 namentlich erscheint. Im 14. Jahrhundert kamen die Freyberger nach Altbayern. Sogleich in Diensten der bayerischen Herzöge stehend, konnten sie durch Heiratspolitik unter anderem die Herrschaft Hohenaschau im Chiemgau erwerben. Sie breiteten sich aber auch ins Allgäu aus und zeigten eine für das Spätmittelalter außergewöhnliche regionale Mobilität. Seit dem 15. Jahrhundert engagierten sie sich in der Ritterschaft ebenso wie im Kaiser- und Fürstendienst und wurden bis 1655 mit allen Linien in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Im 19. Jahrhundert wurden die schwäbischen Linien der Freyberg in Öpfingen, Allmendingen und Wellendingen ebenso wie die bayerischen in Raunau, Hürbel-Haldenwang und Jetzendorf in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. Mitte des 20. Jahrhunderts verblieb als einzige die Allmendinger Linie, die durch Adoptionen auch Jetzendorf und Haldenwang übernahm und bis ins 21. Jahrhundert vielköpfig blüht. [[Freyberg, Adelsfamilie|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Romanische Sprachreste und Bilingualität im bairischen Sprachraum]] ==
== [[Bogen, Adelsfamilie]] ==
[[Datei:Abb. 2b Roman PN.jpg|left|250x250px|link=Romanische Sprachreste und Bilingualität im bairischen Sprachraum|Romanische Personennamen südlich der Donau, belegt bis zum Jahr 900.]]
[[Datei:Siegel Abzeichnung Gf Bogen 1209.jpg|left|250x250px|link=Bogen, Adelsfamilie|Idealisierte Abzeichnung des Siegels von Graf Bertholds III. von Bogen aus dem Jahr 1209. Abb. aus: Hermann Scholliner, Stemmatographia Illvstrissimorvm S. R. I. Comitvm De Bogen (…), München 1792 (?), Taf. 2. (Bayerische Staatsbibliothek, Res/4 Bavar. 1667)]]
[[Autor:Haubrichs,_Wolfgang|Wolfgang Haubrichs]]<br> Im Bereich des bairischen Sprachraums, der sich zum größten Teil auf ehemals römischem Provinzboden ausbildete, überdauerte in regional unterschiedlicher Dichte eine alteingesessene, romanisch-sprachige Bevölkerung den Übergang von der Antike ins Mittelalter. Sie vermittelte nicht nur zahlreiche vordeutsche Orts- und Gewässernamen, sondern pflegte auch die Tradition lateinischer und graecolateinischer Personennamen bis weit ins 8. Jahrhundert. Spezifische Lautentwicklungen bzw. das Ausbleiben von solchen geben Auskunft über das quantitative Verhältnis von 'germanisch' und romanisch sprechenden Personen sowie deren Akkulturation. Darüber hinaus liefern diese Lautentwicklungen ebenso wie zweisprachige 'Wörterbücher' den Nachweis für eine gewisse Zweisprachigkeit, die etwa im Salzburger Raum bis ins 10. Jahrhundert andauerte. [[Romanische Sprachreste und Bilingualität im bairischen Sprachraum|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Slowioczek,_Maximilian|Maximilian Slowioczek]]<br>
Seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert nachgewiesenes Geschlecht, das zu den bedeutenden altbayerischen Adelsfamilien des Hochmittelalters gerechnet wird. Die Bogener waren vorwiegend im Bayerischen Wald und in der gegenüberliegenden Donauebene begütert. Durch umfangreichen Eigenbesitz und Vogteien kontrollierten sie dieses Gebiet seit der Mitte des 12. Jahrhunderts als weitgehend geschlossenen Herrschaftsraum. 1242 starb das Geschlecht im Mannesstamm aus und wurde von den Wittelsbachern beerbt. Die Reitersiegel der Bogener aus dem 13. Jahrhundert gelten als Ursprung des bayerischen Rautenwappens. [[Bogen, Adelsfamilie|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Deutsche Alpenstraße]] ==
== [[Bayerische Patriotenpartei (1868-1887)]] ==
[[Datei:Schild Deutsche Alpenstraße.jpg|left|250x250px|link=Deutsche Alpenstraße|Beschilderung der Deutschen Alpenstraße bei Lenggries.]]
[[Datei:Edmund Joerg 1890.jpg|left|250x250px|link=Bayerische Patriotenpartei (1868-1887)|Joseph Edmund Jörg (1819-1901), Foto um 1880/90. ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/fylr/L/811e80c8-2200-4a1c-872b-ab735f76ce15 Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-007990])]]
[[Autor:Zeller,_Thomas|Thomas Zeller]] <br> Die von Lindau nach Berchtesgaden verlaufende Deutsche Alpenstraße war ein Vorzeige- und Propagandaprojekt der NS-Diktatur. Zwar gab es bereits in der Weimarer Republik Pläne einer bayerischen Queralpenstraße, die mit vergleichbaren Bergstraßen in Österreich oder der Schweiz um PKW-Touristen konkurrieren sollte. Zur Umsetzung gelangte dieses kostenintensive Straßenbauvorhaben aber erst nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Ausschlaggebend waren für diese nicht ökonomische Ziele, sondern die Ausstrahlung einer neuartigen Fortbewegungsform unter nationalsozialistischer Lenkung. Obwohl die nach Beginn des Zweiten Weltkriegs eingestellten Arbeiten an der Alpenstraße in der Bundesrepublik teilweise wiederaufgenommen wurden, blieben die ursprünglichen Pläne unvollendet.
[[Autor:Hartmannsgruber,_Friedrich|Friedrich Hartmannsgruber]]<br>
[[Deutsche Alpenstraße|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Die Bayerische Patriotenpartei repräsentierte in der Epoche der Reichsgründung und des Kulturkampfs die katholisch-konservative Mehrheit der bayerischen Wähler. Entstanden ab 1868 als Sammlungspartei gegen die sich abzeichnende kleindeutsche Reichsgründung, gegen wirtschaftsliberale Reformen und den liberalen Säkularismus, hielt sie in der Kammer der Abgeordneten seit 1869 die Mehrheit der Mandate. Jedoch blieb sie in die Opposition verwiesen, da König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886), um jeden Anschein einer Parlamentarisierung zu meiden, an seinen liberalen Ministern festhielt. Interne Gegensätze über heftige Flügelkämpfe austragend, von mehreren Sezessionen betroffen, fand sie ihren Weg als föderalistische, nicht partikularistische und politische, nicht konfessionelle Partei auf dem Boden des bayerischen Konstitutionalismus. Die Umbenennung in Bayerische Zentrumspartei schloss 1887 diese Entwicklung ab. Die patriotischen Reichstagsabgeordneten traten aus eigenem Entschluss schon seit 1871 der Zentrumsfraktion bei.   [[Bayerische Patriotenpartei (1868-1887)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Beziehungen zu Italien (19. Jahrhundert)]] ==
== [[Güterverzeichnisse des Frühmittelalters]] ==
[[Datei:Catel Ludwig Spanische Weinschaenke.jpg|left|250x250px|link=Beziehungen zu Italien (19. Jahrhundert)|Gemälde von Franz Ludwig Catel (1778-1856), Kronprinz Ludwig in der Spanischen Weinschänke zu Rom, 1824. ([https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/gR4k3EJ4Ee Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München: WAF 142] lizensiert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ CC BY-SA 4.0])]]
[[Datei:Breviarius Urolfi Startseitenbild.jpg|left|250x250px|link=Güterverzeichnisse des Frühmittelalters|Ausschnitt aus dem Breviarius Urolfi von 788. Abschrift im Kopialbuch des Abtes Hermann von Niederaltaich von 1254. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kloster Niederalteich Amtsbücher und Akten 1 lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de CC BY-NC-ND 4.0] via [https://www.bavarikon.de/object/bav:GDA-OBJ-00000BAV80016802?p=136 bavarikon])]]
[[Autor:Zedler,_Jörg|Jörg Zedler]] <br> Die bayerisch-italienischen Beziehungen des 19. Jahrhunderts waren vielfältig und bewegten sich keineswegs nur auf der staatspolitischen Ebene; vielmehr standen handels- und kulturpolitische Interessen im Fokus. Zugleich prägten dynastische sowie – in größerem Stil gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufkommende – touristische Beziehungen das Verhältnis. Bewundert wurden in Bayern italienische Kunst und Geschichte, die zeitgenössischen Zustände wurden hingegen als politisch überholt und gesellschaftlich verkommen abgelehnt. Die schon in der Frühen Neuzeit existierende transalpine Arbeitsmigration nahm im 19. Jahrhundert – praktisch ausschließlich von Süd nach Nord – neue Dimensionen an. Umgekehrt zog es immer mehr Reisende aus Bayern auf die Apenninhalbinsel, wobei nach dem vormodernen Grand Tour und neben der bürgerlichen Bildungsreise, wie sie vor allem im 18. Jahrhundert aufgekommen war, der Massentourismus langsam am Horizont erkennbar wurde.  [[Beziehungen zu Italien (19. Jahrhundert)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Grüninger,_Sebastian|Sebastian Grüninger]]<br>
Güterverzeichnisse sind Besitzaufzählungen im Rahmen der Grundherrschaft. Ein halbes Dutzend solcher Verzeichnisse aus dem frühmittelalterlichen Bayern hat sich erhalten. Entstanden sind sie zumeist im Zusammenhang mit der Übernahme und Konsolidierung der karolingischen Herrschaft im ehemals agilolfingischen Herzogtum, also nach 788. Formal und inhaltlich reichen sie von wortkargen Hubenlisten (Passau) über die Zusammenstellung ausführlicherer und zahlreicherer agilolfingerzeitlicher Besitzübertragungen (Salzburg, Niederaltaich, evtl. auch Benediktbeuern) bis zur detaillierten Beschreibung von Zubehör und Herrschaftsrechten einzelner Hofverbände/Villikationen mit urbarialem Charakter (Staffelsee und Bergkirchen). In allen Formen dienten sie der herrschaftlichen Besitzsicherung und der Vermessung des Wertes von Grundbesitz. Insofern zählen die Besitzverzeichnisse zur sogenannten pragmatischen Schriftlichkeit. Nach Form, Inhalt und Überlieferungszusammenhang besitzen sie zudem eine große Bedeutung für die kirchliche Traditionsbildung. [[Güterverzeichnisse des Frühmittelalters|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Entartete Kunst (Ausstellung)]] ==
[[Datei:Eintritt Menge Ausstellung.jpg|left|250x250px|link=Entartete Kunst (Ausstellung)|Besucher vor dem Eingang zur Ausstellung "Entartete Kunst" in der Galeriestraße in München, Juli 1937. Foto: Kurt Huhle. (Stadtarchiv München, DE-1992-FS-NS-00047)]][[Autor:Schlenker,_Ines|Ines Schlenker]] <br>
Vom 19. Juli bis 30. November 1937 wurde in den Münchner Hofgartenarkaden die Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Als Höhepunkt der Kampagne des NS-Staates zur Diffamierung moderner Kunst aller Richtungen prangerte die Schau öffentlich über 600 Werke von rund 120 Künstlern an, die von nun an in Deutschland nicht mehr toleriert waren. Mit über zwei Millionen Besuchern war sie die meistbesuchte Propagandaausstellung der NS-Zeit und wurde zum Inbegriff der zerstörerischen Kulturpolitik des "Dritten Reichs". [[Entartete Kunst (Ausstellung)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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<div class="new-article">
== [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) (nach 1945)]] ==
== [[Grundherrschaft in Altbayern]] ==
[[Datei:Für Wiederaufbau SPD.jpg|left|250x250px|link=Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) (nach 1945)|Plakat der bayerischen SPD zur Wahl der Verfassunggebenden Landesversammlung am 30. Juni 1946. (SPD/Archiv der sozialen Demokratie, 6/PLKA000100)]][[Autor:Vergnon,_Bastian|Bastian Vergnon]] <br>
[[Datei:Urbarbuch Bayern 1231.jpg|left|250x250px|link=Grundherrschaft in Altbayern|]]
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die bayerische SPD mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung am 9. Januar 1946 unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Wilhelm Hoegner wiederbegründet. In den ersten Jahren konnte die Partei besonders dank des starken Zulaufs sudetendeutscher Vertriebener landesweit flächendeckend Strukturen aufbauen. 1946-1947 und 1950-1954 war die SPD als Teil einer Großen Koalition in Bayern an der Regierung beteiligt und stellte 1954-1957 letztmals den Ministerpräsidenten. In den 1960er Jahren erzielte die BayernSPD unter dem neuen Landesvorsitzenden Volkmar Gabert ihre größten Erfolge bei Landtagswahlen. Richtungsstreitigkeiten zwischen alten und akademisch gebildeten neuen Mitgliedern gerade in der Hochburg München führten seit Anfang der 1970er Jahre zu Verlusten. In den 1990er Jahren konnte die SPD in Bayern mit Renate Schmidt (geb. 1943) an der Spitze vorübergehend wieder an Wählerstimmen gewinnen, bekam jedoch vor allem durch Bündnis 90/Die Grünen Konkurrenz im linken Lager. Darüber hinaus erlebte sie einen beschleunigten Mitgliederschwund und verlor ab 2003 auch als Oppositionspartei im Landtag zunehmend an Bedeutung. [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) (nach 1945)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Mages,_Emma|Emma Mages]]<br>
Der Begriff Grundherrschaft, der seit dem 15. Jahrhundert in den Quellen erscheint, bezeichnet die in Altbayern dominierenden bäuerlichen Besitzverhältnisse, insbesondere die rechtliche Beziehung zwischen einem Herrn (Grundherr) und einem Abhängigen (Grundholde, Hintersasse), der ein bäuerliches Anwesen bewirtschaftete. Bei der Grundherrschaft handelte es sich um "geteiltes Eigentum": Beide Seiten, Grundherr wie Grundholde, besaßen eigentumsartige Rechte. Der Grundherr hatte das Obereigentum (dominium directum) und ursprünglich eine Schutzfunktion. Der Grundholde hatte das Nutzeigentum (dominium utile) und war dazu verpflichtet, Abgaben und Dienste zu leisten. Die Grundherrschaft bildete den Rahmen für Organisation und Struktur der Landwirtschaft in Altbayern. Über 90 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Bodens war grundherrschaftlich gebunden und blieb es bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Grundherrschaft wurde im Zuge der sog. Bauernbefreiung bis 1848 aufgehoben. [[Grundherrschaft in Altbayern|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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Aktuelle Version vom 25. Februar 2026, 16:38 Uhr


Reisen (Mittelalter)

Die Romwegkarte von Erhard Etzlaub (1462-1532), die älteste gedruckte Wegekarte Mitteleuropas, richtete sich bezeichnenderweise an Pilger. Sie entstand für das Heilige Jahr 1500. (BSB Rar. 287#Beibd.4 aus dem Besitz von Hartmann Schedel)
Die Romwegkarte von Erhard Etzlaub (1462-1532), die älteste gedruckte Wegekarte Mitteleuropas, richtete sich bezeichnenderweise an Pilger. Sie entstand für das Heilige Jahr 1500. (BSB Rar. 287#Beibd.4 aus dem Besitz von Hartmann Schedel)

Norbert Ohler
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Auch im Mittelalter waren breite Schichten als Reisende unterwegs, von einfachen Menschen und Kaufleuten bis hin zu Herrschern. Die Zahl der Reisenden nahm ab dem Hochmittelalter deutlich zu. Motive für Reisen konnten wirtschaftlicher, religiöser oder herrschaftlicher Natur sein. Auch zu Bildungszwecken begab man sich auf den Weg, aber ebenso, um vor Seuchen oder Kriegen zu flüchten. Reisende nutzten die von der Natur vorgegebenen Wege, also Flüsse, Tallandschaften und Gebirgspässe. Teilweise konnte auf alte römische Straßenverbindungen zurückgegriffen werden. Die meisten Menschen waren zu Fuß unterwegs. Fortbewegungsmittel waren daneben Saumtiere, Wagen, Sänften, Schiffe und Flöße. Weiterlesen

Neueste Artikel

Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)

Markus Nadler
In Bayern entstand nach dem Sturz der Monarchie im November 1918 eine Demokratie mit einem Einkammerparlament. Erstmals wurde 1919 ein allgemeines, gleiches Wahlrecht angewendet, das auch Frauen einschloss. Zwar musste der Landtag im Frühjahr 1919 infolge revolutionärer Unruhen vorübergehend seinen Sitz von München nach Bamberg verlegen, mit der Niederschlagung der Räterepublik und der Verabschiedung der Verfassung im August konnte sich aber die parlamentarisch-repräsentative Demokratie in Bayern durchsetzen. Der Landtag hatte weitgehende Rechte, insbesondere die Gesetzgebung, die Entscheidung über den Staatshaushalt und die Wahl der Regierung sowie deren Kontrolle. Diese starke Stellung hebelten die Nationalsozialisten 1933 im Zuge der Machtergreifung und der von ihnen durchgesetzten Gleichschaltung aus. Die Aufhebung des Bayerischen Landtags erfolgte durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934. Weiterlesen

Ultramontanismus

Ignaz von Döllinger (1799-1890) war ein bedeutender Vertreter des Frühultramontanismus, verlor aber als Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas seinen Einfluss. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-017105)
Ignaz von Döllinger (1799-1890) war ein bedeutender Vertreter des Frühultramontanismus, verlor aber als Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas seinen Einfluss. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-017105)

Johann Kirchinger
Der Ultramontanismus ist eine innerkirchliche Strömung der katholischen Kirche, die im 19. Jahrhundert zur vorherrschenden Richtung wurde. Ihr Kennzeichen war eine starke Orientierung an Rom, ihr Hauptanliegen der Kampf um die Freiheit der Kirche vom Staat und gegen die Entkirchlichungstendenzen der Moderne. Deshalb griff der Ultramontanismus vom Kirchlichen auf das Politische über. Die Vertretung kirchlicher Interessen durch politische Parteien (Zentrum und Bayerische Patriotenpartei) gehört zu seinen Kernelementen. Im Vormärz war Bayern ein Zentrum des frühen Ultramontanismus. Während dessen Hochphase im Kulturkampf, der in Bayern gemäßigt verlief, galt das nicht mehr. War die Strömung zuerst durch theologische Unbestimmtheit gekennzeichnet, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Neuscholastik zur vorherrschenden Theologie des Ultramontanismus. Weiterlesen

Bauernbefreiung

Titelblatt, Gesetz über die Aufhebung der standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, 1848.
Titelblatt, Gesetz über die Aufhebung der standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, 1848.

Johann Kirchinger
Unter Bauernbefreiung versteht man die seit Mitte des 18. Jahrhunderts in ganz Europa einsetzenden Bemühungen, sowohl den Grund und Boden als auch die Bauern selbst von feudalen Bindungen zu befreien. Durch die freie Verfügbarkeit über Grund und Boden sollte eine wirtschaftliche Dynamik in Gang gesetzt werden, welche sich nicht zuletzt positiv auf die Steuereinnahmen auswirken sollte. Darüber hinaus sollten dadurch konkurrierende Herrschaftsträger ausgeschaltet werden. Denn das Obereigentum über Grund und Boden begründete Herrschaftsrechte, in Kurbayern insbesondere die niedere Gerichtsbarkeit in den Hofmarken, welche mit denjenigen des Staates konkurrierte. In Kurbayern gab es erste Bemühungen seit 1762 auf landesherrlichen Gütern; nach Säkularisation und Aufhebung der landständischen Verfassung wurden die Möglichkeiten der Grundentlastung auch auf kirchliche und adlige Güter im gesamten Königreich ausgeweitet. Weiterlesen

Freyberg, Adelsfamilie

Stammwappen der Freyberger im Scheibler’schen Wappenbuch, das ab ca. 1450 angelegt wurde. (Bayerische Staatsbibliothek, Cod.icon. 312 c, fol. 87v)
Stammwappen der Freyberger im Scheibler’schen Wappenbuch, das ab ca. 1450 angelegt wurde. (Bayerische Staatsbibliothek, Cod.icon. 312 c, fol. 87v)

Joachim Schneider und Anja Lochbrunner
Aus Oberschwaben stammendes Rittergeschlecht, das erstmalig 1237 namentlich erscheint. Im 14. Jahrhundert kamen die Freyberger nach Altbayern. Sogleich in Diensten der bayerischen Herzöge stehend, konnten sie durch Heiratspolitik unter anderem die Herrschaft Hohenaschau im Chiemgau erwerben. Sie breiteten sich aber auch ins Allgäu aus und zeigten eine für das Spätmittelalter außergewöhnliche regionale Mobilität. Seit dem 15. Jahrhundert engagierten sie sich in der Ritterschaft ebenso wie im Kaiser- und Fürstendienst und wurden bis 1655 mit allen Linien in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Im 19. Jahrhundert wurden die schwäbischen Linien der Freyberg in Öpfingen, Allmendingen und Wellendingen ebenso wie die bayerischen in Raunau, Hürbel-Haldenwang und Jetzendorf in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. Mitte des 20. Jahrhunderts verblieb als einzige die Allmendinger Linie, die durch Adoptionen auch Jetzendorf und Haldenwang übernahm und bis ins 21. Jahrhundert vielköpfig blüht. Weiterlesen

Bogen, Adelsfamilie

Idealisierte Abzeichnung des Siegels von Graf Bertholds III. von Bogen aus dem Jahr 1209. Abb. aus: Hermann Scholliner, Stemmatographia Illvstrissimorvm S. R. I. Comitvm De Bogen (…), München 1792 (?), Taf. 2. (Bayerische Staatsbibliothek, Res/4 Bavar. 1667)
Idealisierte Abzeichnung des Siegels von Graf Bertholds III. von Bogen aus dem Jahr 1209. Abb. aus: Hermann Scholliner, Stemmatographia Illvstrissimorvm S. R. I. Comitvm De Bogen (…), München 1792 (?), Taf. 2. (Bayerische Staatsbibliothek, Res/4 Bavar. 1667)

Maximilian Slowioczek
Seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert nachgewiesenes Geschlecht, das zu den bedeutenden altbayerischen Adelsfamilien des Hochmittelalters gerechnet wird. Die Bogener waren vorwiegend im Bayerischen Wald und in der gegenüberliegenden Donauebene begütert. Durch umfangreichen Eigenbesitz und Vogteien kontrollierten sie dieses Gebiet seit der Mitte des 12. Jahrhunderts als weitgehend geschlossenen Herrschaftsraum. 1242 starb das Geschlecht im Mannesstamm aus und wurde von den Wittelsbachern beerbt. Die Reitersiegel der Bogener aus dem 13. Jahrhundert gelten als Ursprung des bayerischen Rautenwappens. Weiterlesen

Bayerische Patriotenpartei (1868-1887)

Joseph Edmund Jörg (1819-1901), Foto um 1880/90. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-007990)
Joseph Edmund Jörg (1819-1901), Foto um 1880/90. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-007990)

Friedrich Hartmannsgruber
Die Bayerische Patriotenpartei repräsentierte in der Epoche der Reichsgründung und des Kulturkampfs die katholisch-konservative Mehrheit der bayerischen Wähler. Entstanden ab 1868 als Sammlungspartei gegen die sich abzeichnende kleindeutsche Reichsgründung, gegen wirtschaftsliberale Reformen und den liberalen Säkularismus, hielt sie in der Kammer der Abgeordneten seit 1869 die Mehrheit der Mandate. Jedoch blieb sie in die Opposition verwiesen, da König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886), um jeden Anschein einer Parlamentarisierung zu meiden, an seinen liberalen Ministern festhielt. Interne Gegensätze über heftige Flügelkämpfe austragend, von mehreren Sezessionen betroffen, fand sie ihren Weg als föderalistische, nicht partikularistische und politische, nicht konfessionelle Partei auf dem Boden des bayerischen Konstitutionalismus. Die Umbenennung in Bayerische Zentrumspartei schloss 1887 diese Entwicklung ab. Die patriotischen Reichstagsabgeordneten traten aus eigenem Entschluss schon seit 1871 der Zentrumsfraktion bei. Weiterlesen

Güterverzeichnisse des Frühmittelalters

Ausschnitt aus dem Breviarius Urolfi von 788. Abschrift im Kopialbuch des Abtes Hermann von Niederaltaich von 1254. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kloster Niederalteich Amtsbücher und Akten 1 lizenziert durch CC BY-NC-ND 4.0 via bavarikon)
Ausschnitt aus dem Breviarius Urolfi von 788. Abschrift im Kopialbuch des Abtes Hermann von Niederaltaich von 1254. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kloster Niederalteich Amtsbücher und Akten 1 lizenziert durch CC BY-NC-ND 4.0 via bavarikon)

Sebastian Grüninger
Güterverzeichnisse sind Besitzaufzählungen im Rahmen der Grundherrschaft. Ein halbes Dutzend solcher Verzeichnisse aus dem frühmittelalterlichen Bayern hat sich erhalten. Entstanden sind sie zumeist im Zusammenhang mit der Übernahme und Konsolidierung der karolingischen Herrschaft im ehemals agilolfingischen Herzogtum, also nach 788. Formal und inhaltlich reichen sie von wortkargen Hubenlisten (Passau) über die Zusammenstellung ausführlicherer und zahlreicherer agilolfingerzeitlicher Besitzübertragungen (Salzburg, Niederaltaich, evtl. auch Benediktbeuern) bis zur detaillierten Beschreibung von Zubehör und Herrschaftsrechten einzelner Hofverbände/Villikationen mit urbarialem Charakter (Staffelsee und Bergkirchen). In allen Formen dienten sie der herrschaftlichen Besitzsicherung und der Vermessung des Wertes von Grundbesitz. Insofern zählen die Besitzverzeichnisse zur sogenannten pragmatischen Schriftlichkeit. Nach Form, Inhalt und Überlieferungszusammenhang besitzen sie zudem eine große Bedeutung für die kirchliche Traditionsbildung. Weiterlesen

Grundherrschaft in Altbayern

Emma Mages
Der Begriff Grundherrschaft, der seit dem 15. Jahrhundert in den Quellen erscheint, bezeichnet die in Altbayern dominierenden bäuerlichen Besitzverhältnisse, insbesondere die rechtliche Beziehung zwischen einem Herrn (Grundherr) und einem Abhängigen (Grundholde, Hintersasse), der ein bäuerliches Anwesen bewirtschaftete. Bei der Grundherrschaft handelte es sich um "geteiltes Eigentum": Beide Seiten, Grundherr wie Grundholde, besaßen eigentumsartige Rechte. Der Grundherr hatte das Obereigentum (dominium directum) und ursprünglich eine Schutzfunktion. Der Grundholde hatte das Nutzeigentum (dominium utile) und war dazu verpflichtet, Abgaben und Dienste zu leisten. Die Grundherrschaft bildete den Rahmen für Organisation und Struktur der Landwirtschaft in Altbayern. Über 90 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Bodens war grundherrschaftlich gebunden und blieb es bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Grundherrschaft wurde im Zuge der sog. Bauernbefreiung bis 1848 aufgehoben. Weiterlesen