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Aus Historisches Lexikon Bayerns

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== [[Boier]] ==
== [[Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen]] ==
[[Datei:Boios Scherbe.jpg|left|250x250px|link=Boier|Graffito des Namens Boios auf dem Fragment einer Keramikflasche aus Manching. (Archäologische Staatssammlung München - Inventarnummer: 1974,1124)]]
[[Datei:Okt 26 Hausbuch.jpg|left|250x250px|link=Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen|Pfleger Peter Mendel (gest. 1423). Die Darstellung erfolgte in Form eines Stifterbildes, was für weitere Pflegerporträts richtungsweisend wurde. (Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°, f. 61v)]]
[[Autor:Hardt,_Matthias|Matthias Hardt]] und Irmtraut Heitmeier <br> Als Boier wurden in der antiken Historiographie verschiedene keltischsprachige Gruppen beschrieben, die besonders in den Jahrhunderten vor der Zeitenwende von Italien über Gallien, das Land zwischen Main und Donau, von Böhmen und Mähren bis nach Westungarn auftraten. Die weite Verbreitung wie die frühe Übernahme des Namens ins Germanische sprechen dafür, dass es sich eher um einen Prestigenamen als um ein Ethnonym handelte. In der Spätantike zeichnet sich ein Wahrnehmungsschwerpunkt des Namens in Böhmen und seiner Peripherie ab, wo längst keine Boier mehr lebten. Großräumig wurde hier ein nicht näher zu bestimmendes ehemaliges Boier-Gebiet namengebend für die Baiovarii > Bayern. Bereits im 7. Jahrhundert setzte Jonas von Bobbio Boier und Baiovarii gleich und begründete damit eine Tradition, die ab humanistischer Zeit die Diskussion um die Herkunft der Bayern und die Frage ihrer keltischen oder germanischen Abstammung wesentlich beeinflusste. [[Boier|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Sauer,_Christine|Christine Sauer]]<br>  
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Hausbücher der Mendelschen und der Landauerschen Zwölfbrüderstiftung werden zwei in der Stadtbibliothek Nürnberg aufbewahrte Handschriften in fünf Bänden benannt. Mit fast 1.200 Handwerkerdarstellungen vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bilden sie eine der wichtigsten Bildquellen zum vorindustriellen Handwerk in Europa. [[Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Judentum (19. Jahrhundert)]] ==
[[Datei:Synagoge Fuerth 1831.jpg|left|250x250px|link=Judentum (19. Jahrhundert)|Innenraum der neuen Hauptsynagoge in Fürth, 1831 von [[Person:11738027X|Georg Christoph Wilder]]{{#set:PND=11738027X}} (1797-1855) angefertigter Stich. ([https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:22-dtl-0000077681 Staatsbibliothek Bamberg V C 53], lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de CC BY-SA 4.0])]]
[[Autor:Ullmann,_Sabine|Sabine Ullmann]] <br> Im 19. Jahrhundert erhielt Bayern durch die Gebietserweiterung eine große jüdische Minderheit in der Bevölkerung, die schrittweise durch das Judenedikt (1813) und die Aufhebung der dortigen Einschränkungen ab 1861 allmählich und dann durch die Reichsgründung 1871 vollständig integriert wurde. Dies führte zu großen Umbrüchen in den jüdischen Gemeinden. Lebte ein Großteil der Familien um 1800 in kleinen Landgemeinden in Franken und Schwaben, so zogen viele nach dem Aufheben der Beschränkungen, die um die Mitte des Jahrhunderts noch zu einer großen Auswanderungswelle geführt hatte, ab den 1860er Jahren in die Städte, neben den großen urbanen Zentren Bayerns auch in Klein- und Mittelstädte. Waren zu Anfang noch viele im Kleinwaren- und Kredithandel tätig, so weiteten sich allmählich die Berufsfelder, die später auch den Fabrikbesitzer und Staatsbeamte umfassten. Die Umbrüche vollzogen sich auch in den jüdischen Gemeinden selbst, deren Selbstverwaltung eingeschränkt wurde und in die staatlichen Verwaltungen integriert wurden. Durch Regelungen zur Rabbinerausbildung kam es im 19. Jahrhundert auch zu innergemeindlichen Konflikten zwischen Orthodoxen und Reformern, die grundsätzliche Fragen nach der jüdischen Identität in der modernen Gesellschaft berührten. [[Judentum (19. Jahrhundert)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =
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== [[Siemens]] ==
 
[[Datei:Allegorie Siemens Halske 1855.jpg|left|250x250px|link=Siemens|Werner von Siemens (1816-1892) und Johann Georg Halske (1814-1890), 1855. (Siemens Historical Institute)]]
== [[Kabinett Ehard I, 1946-1947]] ==
[[Autor:Blocher,_Ewald|Ewald Blocher]] <br> Im heutigen Berlin-Kreuzberg gründeten Werner von Siemens und Johann Georg Halske 1847 die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“. Sie war die Keimzelle der heutigen Siemens AG, eines Unternehmens, das binnen weniger Jahrzehnte zu einem der führenden Elektrokonzerne Deutschlands und schließlich der Welt aufstieg. In der Geschichte von Siemens spielte Bayern bereits früh eine Rolle – die Anfänge gehen auf ein Abkommen über die Lieferung von elektrischen Telegrafen aus dem Jahr 1856 zurück. Infolge des Zweiten Weltkriegs und der alliierten Besatzung entschied sich die Firmenleitung 1949 angesichts der ungewissen Zukunft des Wirtschaftsstandorts Berlin und der sich verfestigenden Teilung Deutschlands dazu, den Firmensitz nach Bayern zu verlegen. Siemens konnte dabei auf die bereits in Bayern geschlagenen Wurzeln, allen voran mit den Siemens-Schuckertwerken in Nürnberg (Starkstromtechnik) und den Siemens-Reiniger-Werken in Erlangen (Medizintechnik) sowie nachrichtentechnischer Fertigung in München zurückgreifen und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts seine Präsenz von dort ausgehend in großem Umfang in ganz Bayern ausbauen. [[Siemens|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Datei:Bay. Staatsregierung 21.12.1946 StAM DE-1992-FS-NK-STL-0180.jpg|left|250x250px|link=Kabinett Ehard I, 1946-1947]]
[[Autor:Wegmaier,_Alexander|Alexander Wegmaier]]<br>
Nach den beiden von der US-Militärregierung eingesetzten Vorgängerkabinetten war das Kabinett Ehard I die erste aus freien Wahlen hervorgegangene Staatsregierung nach dem Ende des NS-Regimes. Die Regierungsbildung verlief holprig: Die Christlich-Soziale Union (CSU) hatte im Landtag zwar die absolute Mehrheit, war aber innerparteilich in zwei Flügel gespalten. Für eine stabile parlamentarische Basis bildete Ministerpräsident Hans Ehard (1887-1980) daher eine Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV). Inhaltlicher Schwerpunkt des Kabinetts war zum einen weiterhin die Kriegsfolgenbewältigung. Zum anderen intensivierte Ehard die bayerischen Bemühungen, das sich abzeichnende neue westdeutsche Staatswesen nach föderalistischen Prinzipien zu gestalten. In der SPD war die Regierungsbeteiligung von Anfang an umstritten. Der Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition am 15. September 1947 stärkte die Position Ehards, der zwischenzeitlich die zerstrittenen CSU-Flügel hinter sich zu einen begonnen hatte. [[Kabinett Ehard I, 1946-1947|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Ende des Alten Reiches]] ==
== [[Revolution (1848/49)]] ==
[[Datei:Allegorie Gericht der Zeit.jpg|left|250x250px|link=Ende des Alten Reiches|Allegorie auf den Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Chronos hält einem Monstrum mit Affenkopf und Reichskrone, die das Reich symbolisiert, einen Spiegel vor Augen um ihm zu verdeutlichen, dass seine Zeit gekommen ist. Kupferstich, Bayern 1806. ([http://objektkatalog.gnm.de/objekt/HB18662 Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Inv.-Nr. HB18662, Foto: Monika Runge])]]
[[Datei:Gedenkblatt Maerz 1848 MSM Gr Z1882.jpg||left|250x250px|link=Revolution (1848/49)|Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)]]
[[Autor:Burgdorf,_Wolfgang|Wolfgang Burgdorf]] <br> Am 6. August 1806 legte Kaiser Franz II. die Krone nieder und erklärte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation (in der Forschung Altes Reich genannt) für aufgelöst. Das Ende des Alten Reiches hatte sich bereits längerfristig durch die Koalitionskriege gegen das revolutionäre Frankreich angebahnt. Durch militärische Niederlagen und Friedensschlüsse (u.a. den Frieden von Basel 1795 sowie den Frieden von Campoformio 1797) wurden gravierende Gebietsveränderungen im Reichsgebiet ausgelöst, die dessen Struktur massiv veränderten, besonders durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803. Faktisch wurde das Reich bereits durch den Austritt der Verbündeten Napoleons und ihren Eintritt in den Rheinbund aufgelöst. [[Ende des Alten Reiches|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Ruppert,_Karsten|Karsten Ruppert]]<br>
Die Revolution von 1848/49 war ein bedeutender Abschnitt auf dem Weg zur Demokratisierung Bayerns und trug vor allem durch die Beseitigung der jahrhundertealten Agrarverfassung wie ständischer Restriktionen zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modernisierung bei. Für die Zeitgenossen, insbesondere die monarchischen Kreise wie auch die königlichen Regierungen, war die Abwehr der Mediatisierung durch die Reichsverfassung und den dadurch erreichten Erhalt der Souveränität Bayerns ein nicht geringerer Erfolg. Da das Königreich zu den ruhigeren Gebieten im Deutschen Bund gehörte, hat sich die Geschichtsschreibung in einem übergroßen Maße auf die Anfänge fokussiert: die spektakuläre Lola-Montez-Affäre und die Reformgesetzgebung des Frühsommers 1848. Es herrscht die Tendenz vor, die Revolution nicht als eine eigenständige Epoche der bayerischen Geschichte zu betrachten, sondern als Beginn des Industriezeitalters, das mit der Regierungszeit Maximilians II. eingeleitet wird. [[Revolution (1848/49)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Justinianische Pest]] ==
 
[[Datei:Karte_Verteilung_Justinianische_Pest.jpg|left|250x250px|link=Justinianische Pest|Räumliche Verteilung der Erwähnung der Justinianischen Pest in historischen Quellen (Angaben nach Keller et al. 2019) und der Nachweise mittels naturwissenschaftlicher Methoden (Stand 2022).(Karte: M.Harbeck, erstellt mit QGis, Kartendaten: [https://gdz.bkg.bund.de/index.php/default/wms-digitales-gelandemodell-gitterweite-200-m-wms-dgm200.html WMS Digital Terrain Model], [http://www.govdata.de/dl-de/by-2-0 Data licence Germany – attribution – Version 2.0])]]
== [[Alte Pinakothek]] ==
[[Autor:Harbeck,_Michaela|Michaela Harbeck]] <br> In der Mitte des sechsten Jahrhunderts n. Chr. wird Europa von einer Seuche heimgesucht, die heute als erste historisch belegte Pestpandemie gilt. Nach dem damals herrschenden römischen Kaiser Justinian I. wird ihre erste Ausbreitungswelle als Justinianische Pest bezeichnet. Für den Mittelmeerraum berichten Zeitzeugen von Tausenden Toten und wirtschaftlich sowie gesellschaftlich verheerenden Folgen. Naturwissenschaftliche Analysen an frühmittelalterlichen Skeletten belegen, dass die erste Pandemie auch Bayern erreichte. Mangels zeitgenössischer Berichte aus dem Raum sind allerdings ihre dortigen Auswirkungen nur schwer abschätzbar. [[Justinianische Pest|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Datei:Alte_Pinakothek_Rubenssaal_alt_ca_1882_BStGS_NP_13420.jpg|left|250x250px|link=Alte Pinakothek|Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. ([https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/y7GEJ1e4PV Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420], lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de CC BY-SA 4.0])]]
[[Autor:Schawe,_Martin|Martin Schawe]]<br> Die Alte Pinakothek wurde zwischen 1826 und 1836 von Leo von Klenze (1784-1864) in der damals dünn besiedelten Maxvorstadt Münchens errichtet. In ihr werden seit ihrer Eröffnung die Gemälde Alter Meister (14. – 18. Jahrhundert) aus den Beständen der wittelsbachischen Gemäldesammlungen und des bayerischen Staates der Öffentlichkeit präsentiert. Die Alte Pinakothek war das erste eigenständige Gebäude, das ausschließlich für Zwecke einer Gemäldegalerie gebaut wurde. Die Fokussierung auf eine Kunstgattung und der Bauplatz „mitten auf einer Wiese“ eröffneten dem Architekten die seltene Gelegenheit, gleichsam prototypisch das Ideal einer Galerie zu erschaffen, ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, dekorativer und ikonographischer Ausstattung und ausgestellten Gemälden. [[Alte Pinakothek|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge]] ==
== [[Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung]] ==
[[Datei:Kriegsgraeberstaette Lommel.jpg|left|250x250px|link=Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge|Kriegsgräberstätte Lommel (Belgien) mit 39.102 Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge)]]  
[[Datei:BWA F78 871 Leitungsbau.jpg|left|250x250px|link=Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung]]
[[Autor:Fügen,_Maximilian|Maximilian Fügen]]<br>Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. gründete sich 1919 mit dem Ziel, Grabstätten für die deutschen Kriegstoten des Ersten Weltkrieges zu errichten, zu pflegen und zu erhalten. Zudem wollte sich der Verein an der Ausgestaltung der Gedenkkultur für die Gefallenen aktiv beteiligen. In Bayern gründete sich 1919 zunächst der sog. Deutsche Kriegsgräber-Schutzbund, der 1920 in den Volksbund eingegliedert wurde. Bis 1927 konnte der Volksbund 100.000 Mitglieder rekrutieren. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ließ er sich bereitwillig gleichschalten und etablierte das Führerprinzip im Verband. Ein nationalsozialistisch überhöhendes Heldengedenken trat nun in den Vordergrund. Nach 1945 war die Ablösung des ehrenden, soldatischen Gedenkens durch ein mahnendes Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft eine entscheidende, aber auch von internen Kontroversen und öffentlicher Kritik begleitete Entwicklung. Seit 1954 ist der Volksbund im Auftrag der Bundesregierung für die Pflege der deutschen Kriegsgräber (Stand 2023: 832 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten mit über 2,8 Millionen Kriegstoten) im Ausland verantwortlich. [[Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Gaube,_Walter|Walter Gaube]]<br>
Die Elektrifizierung Bayerns begann in den 1880er Jahren und kam Anfang der 1960er Jahre zu einem ersten Abschluss, als der Großteil der Haushalte über einen Stromanschluss verfügte. Ausbau und Sicherstellung einer flächendeckenden Stromversorgung gerieten Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fokus des Staates, der zu diesem Zweck mit privaten Unternehmen die Einrichtung von Überlandwerken in die Wege leitete. Mit der Gründung verschiedener Großkraftwerke in der Weimarer Republik wurde dem stetig anwachsenden Strombedarf Rechnung getragen. Wichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung war in Bayern lange Zeit Wasserkraft. [[Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Sondergerichte (1933-1945)]] ==
== [[Reichspogromnacht (9./10. November 1938)]] ==
[[Datei:Verfahrensakte Rupert Mayer.jpg|left|250x250px|link=Deckel der Verfahrensakte der Staatsanwaltschaft München I gegen den Münchner Pater Rupert Mayer SJ (1876-1945), der nach zahlreichen regimekritischen Predigten im Juli 1937 durch das Sondergericht München unter anderem wegen Verstoßes gegen das Heimtückegesetz zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde. (Staatsarchiv München, Staatsanwaltschaften 9115)]]  
[[Datei:Brand der Synagoge Kitzingen 10 November 1938.jpg|left|250x250px|link=Reichspogromnacht (9./10. November 1938)]]
[[Autor:Haaf,_Tobias|Tobias Haaf]]<br>Die Reichsregierung schuf gemäß einer Verordnung vom 21. März 1933 in allen Oberlandesgerichtsbezirken des Deutschen Reiches Sondergerichte. Sie dienten der Gleichschaltung und Instrumentalisierung der Justiz für die Ziele des NS-Regimes und der Ausschaltung politischer Gegner. Gleichzeitig ermöglichten sie unter drastischer Beschneidung der Rechte des Angeklagten beschleunigte Verfahren ohne gerichtliche Voruntersuchung, gegen deren Urteile keine Rechtsmittel zulässig waren. Auf dem bayerischen Staatsgebiet wurden zunächst in München, Nürnberg und Bamberg sowie in Frankenthal (Pfalz) Sondergerichte eingerichtet, 1942 kam noch eines in Bayreuth und eines in Würzburg hinzu. Zunächst waren die Sondergerichte, die unter dem Druck von Gauleitern und anderen NSDAP-Funktionären standen, vor allem für als politisch eingestufte Straftaten zuständig, die jede Form von Kritik an Regierung, Partei und Polizei umfassten. [[Sondergerichte (1933-1945)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Weger,_Tobias|Tobias Weger]]<br>
Die auf eine Veranstaltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Alten Münchner Rathaus initiierten pogromartigen Übergriffe auf Juden im November 1938 bildeten einen Wendepunkt in deren Behandlung durch das NS-Regime, den Übergang zur totalen staatlichen Willkür. Die bereits ab 1933 eingeleitete rechtliche Ausgrenzung mutierte in kollektive Demütigung und Gewalt. Dabei wurden Synagogen und Geschäfte verwüstet, Juden misshandelt und in Schutzhaft genommen. [[Reichspogromnacht (9./10. November 1938)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Salzhandel, Altbayern (Mittelalter/Frühe Neuzeit)]] ==
== [[Freikorps Bayreuth]] ==
[[Datei:Salzfuhrwerk Reichenhaller Saline.jpg|left|250x250px|link=Salzhandel, Altbayern (Mittelalter/Frühe Neuzeit)|Salzfuhrwerk vor der Reichenhaller Saline, um 1900 (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)]]
[[Datei:Freikorps Bayreuth Abzeichen H-4231.jpg||left|250x250px|link=Freikorps Bayreuth]]
[[Autor:Lang,_Johannes|Johannes Lang]] <br> Die ältesten Hinweise auf den Handel mit dem in der Saline Reichenhall erzeugten Salz gehen auf das 8. Jahrhundert zurück. Insbesondere die Wasserwege Saalach – Salzach – Inn – Donau entwickelten sich zum wichtigsten logistischen System für den bayerischen Salzhandel. Nachdem das salzburgische Salz aus Hallein ab dem ausgehenden 12. Jahrhundert die bedeutenden Märkte in Böhmen und in Österreich erobert hatte und die Wasserwege beherrschte, gelang es erst im 14. Jahrhundert, die Marktführerschaft des Reichenhaller Salzes innerhalb Bayerns wiederherzustellen. Das inzwischen nur noch auf den Landweg beschränkte bayerische Salz wurde von so genannten Sendern und Säumern auf festgelegten Routen transportiert, entlang derer so genannte Niederlagsrechte und Zölle zahlreiche Städte und Märkte entstehen ließen. Seit das Herzogtum Bayern ab dem 16. Jahrhundert sowohl das Berchtesgadener als auch das Halleiner Salz vertraglich eng an sich zu binden verstand und zudem ein staatliches Salzhandelsmonopol durchsetzte, stieg es zu einem der größten Salzexporteure in Mitteleuropa auf. [[Salzhandel, Altbayern (Mittelalter/Frühe Neuzeit)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Schwarz,_Alexander|Alexander Schwarz]]<br>
Paramilitärischer Freiwilligenverband, gegründet 1919 im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik Baiern 1919. Die Mobilisierung begann Mitte April, auf deren Höhepunkt eine Stärke von 522 Mann erreicht wurde. Das Freikorps stand unter der Leitung des Hauptmanns Heinrich Hoffmann (1878-1969). Zu den bekanntesten Mitgliedern der Einheit zählte der spätere Gauleiter Hans Schemm (1891-1935). Nur Teile des Freikorps beteiligten sich aktiv bei der militärischen Operation gegen München. Im Juni erfolgte die offizielle Auflösung. [[Freikorps Bayreuth|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Salzgewinnung in Altbayern (Mittelalter/Frühe Neuzeit)]] ==
== [[Frankenreise Ludwigs II. (1866)]] ==
[[Datei:Reichenhaller Saline Kupferstich.jpg|left|250x250px|link=Salzgewinnung in Altbayern (Mittelalter/Frühe Neuzeit)|Reichenhaller Saline mit Sudhäusern und Brunnhaus. Kupferstich, 18. Jahrhundert. (Stadtarchiv Bad Reichenhall)]]
[[Datei:Gedenkblatt Frankenreise Ludwig II 1866.jpg||left|250x250px|link=Frankenreise Ludwigs II. (1866)|Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)]]
[[Autor:Lang,_Johannes|Johannes Lang]] <br> Als einzige Salzerzeugungsstätte, die in der Lage war, ihr Erzeugnis auch zu exportieren, behauptete die Saline Reichenhall im Frühmittelalter die Marktführerschaft innerhalb Bayerns sowie in Teilen Mitteleuropas. Grundlage bildeten die hochgrädigen und in reicher Schüttung zutage tretenden natürlichen Solequellen. In einem stark arbeitsteiligen Verfahren wurde die Sole geschöpft, durch Erhitzen in Eisenpfannen versotten, getrocknet, zerkleinert und transportfähig gemacht. Als Energieträger für den Siedevorgang griff man auf Holz zurück. Das im Hochmittelalter entwickelte Laugverfahren ermöglichte die bergmännische Salzgewinnung, wodurch die bis dahin dominante Position des aus Quellsole gewonnenen Salzes schwand. Ab dem ausgehenden 12. Jahrhundert stieg das salzburgische Hallein mit dem Bergbaubetrieb auf dem Dürrnberg zur führenden Saline auf; andere Salzerzeugungsstätten folgten. Mit der Landesbildung im Ostalpenraum verblieb die Saline Reichenhall als Einzige beim Herzogtum Bayern. Durch den Aufkauf der dortigen Salinenanteile bewirkte der Landesfürst ab dem ausgehenden 15. Jahrhundert eine staatliche Monopolisierung der Salzerzeugung und leitete sowohl im Bereich der Produktionsabläufe als auch der Energieversorgung tiefgreifende Reformen ein. [[Salzgewinnung in Altbayern (Mittelalter/Frühe Neuzeit)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Schmitt,_Markus|Markus Schmitt]]<br>
Vom 10. November bis 10. Dezember 1866 bereiste der 22-jährige König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886) die vom Deutschen Krieg besonders betroffenen Gebiete Frankens. Die Rundreise bewirkte eine Ermutigung der demoralisierten Bevölkerung und stärkte ihr Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern. Für den Monarchen entwickelte sie sich zu einem persönlichen Triumphzug. [[Frankenreise Ludwigs II. (1866)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Klostersturm (1940-1942)]] ==
== [[Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)]] ==
[[Datei:Kloster Schweiklberg.jpg|left|250x250px|link=Klostersturm (1940-1942)|Die Abtei Schweiklberg bei Vilshofen war eine der ersten Abteien, die dem NS-Klostersturm zum Opfer fiel. (Abtei Schweiklberg)]]
[[Datei:Max Weber.jpg|left|250x250px|link=Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)|Max Weber (1864-1920). ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/search?id=port-001405 Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405])]]
[[Autor:Mertens,_Annette|Annette Mertens]] <br> Zwischen 1940 und 1942 wurden im Deutschen Reich unter der nationalsozialistischen Regierung mehr als 300 katholische Klöster und kirchliche Einrichtungen aufgehoben und enteignet. Die Gebäude wurden beschlagnahmt, ihre Bewohner zumeist vertrieben, der Klosterbetrieb eingestellt. Dieser sog. Klostersturm bildete einen Höhepunkt der Kirchenverfolgung durch die Nationalsozialisten. Bayern mit seiner reichen Klosterlandschaft blieb davon nicht verschont. Zahlreiche Klöster wurden hier zur Unterbringung deutscher Umsiedler aus Südosteuropa beschlagnahmt. Auch wenn dabei die bayerischen Klöster in der Regel nicht ganz aufgehoben wurden, bedeutete dies für die Bewohner eine große Belastung. [[Klostersturm (1940-1942)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Sokoll,_Thomas|Thomas Sokoll]]<br>
Die Schrift "Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", die der Soziologe Max Weber 1904/05 erstmals publizierte, ist eine historische Studie über den Einfluss der Arbeitsethik im radikalen Protestantismus (Calvinismus, Puritanismus) auf das Wirtschaftsgebaren der Unternehmerschaft in der Formationsphase des modernen Kapitalismus (17./18. Jahrhundert). Zunächst scharf kritisiert, anschließend weitgehend vergessen, wurde sie in den 1960er Jahren wiederentdeckt, seitdem aber umso intensiver diskutiert. Sie avancierte zum Schlüsseltext der Modernisierungstheorie, eröffnete die internationale Rezeption der übrigen Werke Webers und begründete dessen Weltruhm als soziologischer Klassiker. Die von Weber aufgeworfene Frage, inwieweit das Gewinnstreben auch (oder gerade) in der modernen Gesellschaft einer verantwortungsethischen Zügelung bedarf, erscheint angesichts der immer wieder aufflammenden Spekulationskrisen auf den globalen Finanzkapitalmärkten von ungebrochener Aktualität. [[Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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<div class="new-article">
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== [[Klosterneugründungen Ludwigs I.]] ==
== [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)]] ==
[[Datei:Benediktinerabtei Metten Deggendorf.jpg|left|250x250px|link=Klosterneugründungen Ludwigs I.|Kloster Metten, Stahlstich 1843. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-00118)]]
[[Datei:Erstabdruck Hoffmann Ritter Gluck BSB 4 Mus th 1800 11.jpg|left|250x250px|link=Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|"Ritter Gluck"  erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. ([https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb10527959?page=174%2C175 Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11])]]
[[Autor:Schütz,_Ernst|Ernst Schütz]] <br> Eines der wichtigen Anliegen König Ludwigs I. (1786–1868; reg. 1825–1848) war die Wiederherstellung der säkularisierten Klöster sowie die Ansiedlung neuer Orden in allen Teilen des Königreichs Bayern. Während seiner Regierungszeit ließ er von 23 Orden über 130 Klöster wiedererrichten oder neu begründen. Er zielte damit auf eine erneuerte Verankerung der katholischen Frömmigkeit in der Bevölkerung sowie auf die Stützung eines leistungsfähigen Fürsorge-, Seelsorge- und Bildungswesens in staatlichem Auftrag. Das Klosterwesen erhielt dadurch ein spezifisch neues Gepräge, das durch die von der Aufklärung geforderte Nützlichkeitserwägung bestimmt war. [[Klosterneugründungen Ludwigs I.|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Großmann,_Stephanie|Stephanie Großmann]]<br>
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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<div class="new-article">
<div class="new-article">
== [[Börse Augsburg]] ==
 
[[Datei:Haus der Kaufleutestube Rathaus.jpg|left|250x250px|link=Börse Augsburg|Haus der Kaufleutestube gegenüber dem Rathaus. Dort fand ab den 1770er-Jahren der Börsenhandel statt. Nach dem Abriss des Gebäudes wurde auf dem erweiterten Areal 1828/30 ein neues Börsengebäude errichtet. Stich von J. C. Weyermann, 1741. (Städtische Kunstsammlungen Augsburg; Druck: Bayerisch-Schwäbische Wirtschaft 48/5 (1993), S. 9)]][[Autor:Winkler,_Richard|Richard Winkler]] <br>
== [[Säkularisation]] ==
Seit 1276 sind Wechselgeschäfte in Augsburg nachgewiesen, ein wahrscheinlich börslich betriebener Handel mit Finanzwechseln seit 1459. Der Begriff "Börse" erscheint dagegen erst 1806. In der Mitte des 16. Jahrhunderts herrschte ein intensiver börsenmäßiger Wechselhandel, an dem auch Handelsstädte im heutigen Belgien, Italien und Österreich beteiligt waren. Der Niedergang der Augsburger Handelshäuser in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts infolge der Staatsbankrotte der spanischen Habsburger beeinträchtigte den Wechselbörsenbetrieb wohl nicht unerheblich. Für das 17. Jahrhundert fehlen dazu alle urkundlichen Nachrichten. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erscheint Augsburg für den Wechselhandel im süddeutschen Raum als zentraler Börsenplatz. Auf ihn unterhielten damals 18 deutschsprachige Handelsstädte öffentliche Wechselkursnotierungen. Seine Organisation oblag der seit 1479 bestehenden Kaufleutestubengesellschaft. [[Börse Augsburg|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Datei:Saekularisation Startseitenbild.jpg|left|250x250px|link=Säkularisation|Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)]]
[[Autor:Müller,_Winfried|Winfried Müller]]<br>
''Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel:'' Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte.   [[Säkularisation|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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Aktuelle Version vom 15. Oktober 2026, 16:00 Uhr


Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen

Pfleger Peter Mendel (gest. 1423). Die Darstellung erfolgte in Form eines Stifterbildes, was für weitere Pflegerporträts richtungsweisend wurde. (Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°, f. 61v)
Pfleger Peter Mendel (gest. 1423). Die Darstellung erfolgte in Form eines Stifterbildes, was für weitere Pflegerporträts richtungsweisend wurde. (Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°, f. 61v)

Christine Sauer
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Hausbücher der Mendelschen und der Landauerschen Zwölfbrüderstiftung werden zwei in der Stadtbibliothek Nürnberg aufbewahrte Handschriften in fünf Bänden benannt. Mit fast 1.200 Handwerkerdarstellungen vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bilden sie eine der wichtigsten Bildquellen zum vorindustriellen Handwerk in Europa. Weiterlesen

Neueste Artikel

Kabinett Ehard I, 1946-1947

Alexander Wegmaier
Nach den beiden von der US-Militärregierung eingesetzten Vorgängerkabinetten war das Kabinett Ehard I die erste aus freien Wahlen hervorgegangene Staatsregierung nach dem Ende des NS-Regimes. Die Regierungsbildung verlief holprig: Die Christlich-Soziale Union (CSU) hatte im Landtag zwar die absolute Mehrheit, war aber innerparteilich in zwei Flügel gespalten. Für eine stabile parlamentarische Basis bildete Ministerpräsident Hans Ehard (1887-1980) daher eine Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV). Inhaltlicher Schwerpunkt des Kabinetts war zum einen weiterhin die Kriegsfolgenbewältigung. Zum anderen intensivierte Ehard die bayerischen Bemühungen, das sich abzeichnende neue westdeutsche Staatswesen nach föderalistischen Prinzipien zu gestalten. In der SPD war die Regierungsbeteiligung von Anfang an umstritten. Der Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition am 15. September 1947 stärkte die Position Ehards, der zwischenzeitlich die zerstrittenen CSU-Flügel hinter sich zu einen begonnen hatte. Weiterlesen

Revolution (1848/49)

Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)
Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)

Karsten Ruppert
Die Revolution von 1848/49 war ein bedeutender Abschnitt auf dem Weg zur Demokratisierung Bayerns und trug vor allem durch die Beseitigung der jahrhundertealten Agrarverfassung wie ständischer Restriktionen zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modernisierung bei. Für die Zeitgenossen, insbesondere die monarchischen Kreise wie auch die königlichen Regierungen, war die Abwehr der Mediatisierung durch die Reichsverfassung und den dadurch erreichten Erhalt der Souveränität Bayerns ein nicht geringerer Erfolg. Da das Königreich zu den ruhigeren Gebieten im Deutschen Bund gehörte, hat sich die Geschichtsschreibung in einem übergroßen Maße auf die Anfänge fokussiert: die spektakuläre Lola-Montez-Affäre und die Reformgesetzgebung des Frühsommers 1848. Es herrscht die Tendenz vor, die Revolution nicht als eine eigenständige Epoche der bayerischen Geschichte zu betrachten, sondern als Beginn des Industriezeitalters, das mit der Regierungszeit Maximilians II. eingeleitet wird. Weiterlesen

Alte Pinakothek

Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420, lizenziert durch CC BY-SA 4.0)
Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420, lizenziert durch CC BY-SA 4.0)

Martin Schawe
Die Alte Pinakothek wurde zwischen 1826 und 1836 von Leo von Klenze (1784-1864) in der damals dünn besiedelten Maxvorstadt Münchens errichtet. In ihr werden seit ihrer Eröffnung die Gemälde Alter Meister (14. – 18. Jahrhundert) aus den Beständen der wittelsbachischen Gemäldesammlungen und des bayerischen Staates der Öffentlichkeit präsentiert. Die Alte Pinakothek war das erste eigenständige Gebäude, das ausschließlich für Zwecke einer Gemäldegalerie gebaut wurde. Die Fokussierung auf eine Kunstgattung und der Bauplatz „mitten auf einer Wiese“ eröffneten dem Architekten die seltene Gelegenheit, gleichsam prototypisch das Ideal einer Galerie zu erschaffen, ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, dekorativer und ikonographischer Ausstattung und ausgestellten Gemälden. Weiterlesen


Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung

Walter Gaube
Die Elektrifizierung Bayerns begann in den 1880er Jahren und kam Anfang der 1960er Jahre zu einem ersten Abschluss, als der Großteil der Haushalte über einen Stromanschluss verfügte. Ausbau und Sicherstellung einer flächendeckenden Stromversorgung gerieten Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fokus des Staates, der zu diesem Zweck mit privaten Unternehmen die Einrichtung von Überlandwerken in die Wege leitete. Mit der Gründung verschiedener Großkraftwerke in der Weimarer Republik wurde dem stetig anwachsenden Strombedarf Rechnung getragen. Wichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung war in Bayern lange Zeit Wasserkraft. Weiterlesen

Reichspogromnacht (9./10. November 1938)

Tobias Weger
Die auf eine Veranstaltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Alten Münchner Rathaus initiierten pogromartigen Übergriffe auf Juden im November 1938 bildeten einen Wendepunkt in deren Behandlung durch das NS-Regime, den Übergang zur totalen staatlichen Willkür. Die bereits ab 1933 eingeleitete rechtliche Ausgrenzung mutierte in kollektive Demütigung und Gewalt. Dabei wurden Synagogen und Geschäfte verwüstet, Juden misshandelt und in Schutzhaft genommen. Weiterlesen

Freikorps Bayreuth

Alexander Schwarz
Paramilitärischer Freiwilligenverband, gegründet 1919 im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik Baiern 1919. Die Mobilisierung begann Mitte April, auf deren Höhepunkt eine Stärke von 522 Mann erreicht wurde. Das Freikorps stand unter der Leitung des Hauptmanns Heinrich Hoffmann (1878-1969). Zu den bekanntesten Mitgliedern der Einheit zählte der spätere Gauleiter Hans Schemm (1891-1935). Nur Teile des Freikorps beteiligten sich aktiv bei der militärischen Operation gegen München. Im Juni erfolgte die offizielle Auflösung. Weiterlesen

Frankenreise Ludwigs II. (1866)

Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)
Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)

Markus Schmitt
Vom 10. November bis 10. Dezember 1866 bereiste der 22-jährige König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886) die vom Deutschen Krieg besonders betroffenen Gebiete Frankens. Die Rundreise bewirkte eine Ermutigung der demoralisierten Bevölkerung und stärkte ihr Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern. Für den Monarchen entwickelte sie sich zu einem persönlichen Triumphzug. Weiterlesen


Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)

Max Weber (1864-1920). (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405)
Max Weber (1864-1920). (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405)

Thomas Sokoll
Die Schrift "Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", die der Soziologe Max Weber 1904/05 erstmals publizierte, ist eine historische Studie über den Einfluss der Arbeitsethik im radikalen Protestantismus (Calvinismus, Puritanismus) auf das Wirtschaftsgebaren der Unternehmerschaft in der Formationsphase des modernen Kapitalismus (17./18. Jahrhundert). Zunächst scharf kritisiert, anschließend weitgehend vergessen, wurde sie in den 1960er Jahren wiederentdeckt, seitdem aber umso intensiver diskutiert. Sie avancierte zum Schlüsseltext der Modernisierungstheorie, eröffnete die internationale Rezeption der übrigen Werke Webers und begründete dessen Weltruhm als soziologischer Klassiker. Die von Weber aufgeworfene Frage, inwieweit das Gewinnstreben auch (oder gerade) in der modernen Gesellschaft einer verantwortungsethischen Zügelung bedarf, erscheint angesichts der immer wieder aufflammenden Spekulationskrisen auf den globalen Finanzkapitalmärkten von ungebrochener Aktualität. Weiterlesen

Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)

"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)

Stephanie Großmann
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. Weiterlesen

Säkularisation

Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)
Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)

Winfried Müller
Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel: Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte. Weiterlesen