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Aus Historisches Lexikon Bayerns

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== [[Revolution, 1918/1919]] ==
[[Datei:Nov 26 Revolution.jpg|left|250x250px|link=Revolution, 1918/1919|Kundgebung auf der Münchner Theresienwiese am 7. November 1918. ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/search?id=hoff-5124 Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-5124])]]
[[Autor:Grau,_Bernhard|Bernhard Grau]]<br>
''Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren:'' Am 7. November 1918 gelang es in München einer kleinen Schar von Linksoppositionellen um den unabhängigen Sozialdemokraten Kurt Eisner (1867-1919), den bayerischen König Ludwig III. (1845-1921, reg. 1912/13-1918) zu stürzen. Erklärte Ziele waren die sofortige Beendigung des Ersten Weltkrieges und die Umwandlung des Staatswesens in eine Republik. Der Erfolg war umso erstaunlicher, als er ohne ernsthaften Widerstand und völlig unblutig errungen wurde. Mit Verwirklichung der Nahziele war der schichtenübergreifende Minimalkonsens, der den Umsturz überhaupt erst ermöglicht hatte, freilich bald aufgezehrt. [[Revolution, 1918/1919|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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= Neueste Artikel =


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== [[Lex Baiwariorum]] ==
== [[Kabinett Ehard I, 1946-1947]] ==
[[Datei:Lex Baiuvariorum Handschrift Fol 1v.jpg|left|250x250px|link=Lex Baiwariorum|Erste Seite der wohl ältesten, vielleicht noch vor Ende des 8. Jahrhunderts entstandenen Handschrift der Lex Baiwariorum (Codex Ingolstadensis), geschrieben in früher karolingischer Minuskel und nur 17,5 x 9,5 cm groß. Zu sehen ist der Anfang des sog. Langen Prologs. (Universitätsbibliothek München, Cim. 7 (= 8° Cod. ms. 132)]]
[[Datei:Bay. Staatsregierung 21.12.1946 StAM DE-1992-FS-NK-STL-0180.jpg|left|250x250px|link=Kabinett Ehard I, 1946-1947]]
[[Autor:Grollmann,_Felix|Felix Grollmann]] <br> Die Lex Baiwariorum, erstmals bezeugt um die Mitte des 8. Jahrhunderts, ist das älteste Gesetzbuch der Bayern. Geregelt werden Angelegenheiten der Kirche, des Herzogs, des Gerichts- und Militärwesens, vor allem aber des Zusammenlebens und Wirtschaftens einer ländlichen Bevölkerung. Obwohl ihre Wirklichkeitsnähe im Einzelnen unsicher ist, vermitteln die Regelungen ein eindrückliches Bild frühmittelalterlicher Lebenswelten. Das Gesetzbuch richtete sich an alle Baiwarii/Baioarii und erwähnt keine Sondergruppen. Es führt eine rechtlich relativ stark gegliederte Gesellschaft vor Augen, die neben Bischof, Herzog und den „Ersten nach dem Herzog“ zwischen Freien, Freigelassenen und Unfreien unterscheidet. [[Lex Baiwariorum|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Wegmaier,_Alexander|Alexander Wegmaier]]<br>
Nach den beiden von der US-Militärregierung eingesetzten Vorgängerkabinetten war das Kabinett Ehard I die erste aus freien Wahlen hervorgegangene Staatsregierung nach dem Ende des NS-Regimes. Die Regierungsbildung verlief holprig: Die Christlich-Soziale Union (CSU) hatte im Landtag zwar die absolute Mehrheit, war aber innerparteilich in zwei Flügel gespalten. Für eine stabile parlamentarische Basis bildete Ministerpräsident Hans Ehard (1887-1980) daher eine Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV). Inhaltlicher Schwerpunkt des Kabinetts war zum einen weiterhin die Kriegsfolgenbewältigung. Zum anderen intensivierte Ehard die bayerischen Bemühungen, das sich abzeichnende neue westdeutsche Staatswesen nach föderalistischen Prinzipien zu gestalten. In der SPD war die Regierungsbeteiligung von Anfang an umstritten. Der Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition am 15. September 1947 stärkte die Position Ehards, der zwischenzeitlich die zerstrittenen CSU-Flügel hinter sich zu einen begonnen hatte. [[Kabinett Ehard I, 1946-1947|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Revolution (1848/49)]] ==
== [[Schwabinger Boheme]] ==
[[Datei:Gedenkblatt Maerz 1848 MSM Gr Z1882.jpg||left|250x250px|link=Revolution (1848/49)|Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)]]
[[Datei:Leo Koenig Boheme Cafe.jpg|left|250x250px|link=Schwabinger Boheme|Leo von König (1871-1944) im Bohème Café. Gemälde von 1909. Auf dem Bild sind der Maler John Höxter (1884-1938) und Chansonnette und Puppenbildnerin Spela Albrecht zu erkennen. Abb. aus: Jugend 17, 1912, Heft 1, S. 4. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Per. 11 i-17,1)]]
[[Autor:Ruppert,_Karsten|Karsten Ruppert]]<br>
[[Autor:Fromm,_Waldemar|Waldemar Fromm]] <br> Die Schwabinger Boheme war eine künstlerisch-intellektuelle Bewegung in München um 1900, deren Künstler und Literaten mit neuen Formen experimentierten und gegen die bürgerliche Kultur des wilhelminischen Deutschland eingestellt waren. Diese Bewegung hatte ihre Ursprünge im Paris der 1830er Jahre und verbreitete sich von dort aus in ganz Europa. In München siedelten sich die jungen Künstler vor allem in den damals preiswerteren Stadtvierteln Schwabing und Maxvorstadt an, deren Gasthöfe und Cafés auch die bevorzugten Treffpunkte der Boheme wurden. [[Schwabinger Boheme|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Die Revolution von 1848/49 war ein bedeutender Abschnitt auf dem Weg zur Demokratisierung Bayerns und trug vor allem durch die Beseitigung der jahrhundertealten Agrarverfassung wie ständischer Restriktionen zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modernisierung bei. Für die Zeitgenossen, insbesondere die monarchischen Kreise wie auch die königlichen Regierungen, war die Abwehr der Mediatisierung durch die Reichsverfassung und den dadurch erreichten Erhalt der Souveränität Bayerns ein nicht geringerer Erfolg. Da das Königreich zu den ruhigeren Gebieten im Deutschen Bund gehörte, hat sich die Geschichtsschreibung in einem übergroßen Maße auf die Anfänge fokussiert: die spektakuläre Lola-Montez-Affäre und die Reformgesetzgebung des Frühsommers 1848. Es herrscht die Tendenz vor, die Revolution nicht als eine eigenständige Epoche der bayerischen Geschichte zu betrachten, sondern als Beginn des Industriezeitalters, das mit der Regierungszeit Maximilians II. eingeleitet wird. [[Revolution (1848/49)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Kriegerdenkmal beim Armeemuseum (München)]] ==
== [[Alte Pinakothek]] ==
[[Datei:Hofgarten Muenchen Kriegerdenkmal.jpg|left|250x250px|link=Kriegerdenkmal beim Armeemuseum (München)|Denkmal des Unbekannten Soldaten im Kriegerdenkmal im Münchner Hofgarten. (Foto von Diego Delso, lizenziert durch CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)]][[Autor:Belik,_Mirjana|Mirjana Belik]] <br>
[[Datei:Alte_Pinakothek_Rubenssaal_alt_ca_1882_BStGS_NP_13420.jpg|left|250x250px|link=Alte Pinakothek|Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. ([https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/y7GEJ1e4PV Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420], lizenziert durch [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de CC BY-SA 4.0])]]
Das Denkmal im östlichen Teil des Münchner Hofgartens, direkt vor dem ehemaligen Bayerischen Armeemuseum (heute: Staatskanzlei), ist eine aus mehreren Wettbewerben hervorgegangene architektonische Anlage, die von den Architekten Eberhard Finsterwalder (1893–1972) und Thomas Wechs (1893–1970) entworfen wurde. Die Figur eines toten Soldaten stammt im Entwurf von Bernhard Bleeker (1881–1968) und ist aus Rotmarmor gearbeitet. 1972 wurde das Original durch einen Bronzeabguss ersetzt. Initiiert wurde das Denkmal vom Deutschen Kriegerbund (DKB) zum Gedächtnis an 13.000 im Ersten Weltkrieg gefallene Münchener Soldaten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 4. November 1923, die Enthüllung und Einweihung des Denkmals am 14. Dezember 1924. Im Zweiten Weltkrieg teilweise stark zerstört, beließ man das Denkmal an seinem bisherigen Standort und setzte es instand. [[Kriegerdenkmal beim Armeemuseum (München)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Schawe,_Martin|Martin Schawe]]<br> Die Alte Pinakothek wurde zwischen 1826 und 1836 von Leo von Klenze (1784-1864) in der damals dünn besiedelten Maxvorstadt Münchens errichtet. In ihr werden seit ihrer Eröffnung die Gemälde Alter Meister (14. – 18. Jahrhundert) aus den Beständen der wittelsbachischen Gemäldesammlungen und des bayerischen Staates der Öffentlichkeit präsentiert. Die Alte Pinakothek war das erste eigenständige Gebäude, das ausschließlich für Zwecke einer Gemäldegalerie gebaut wurde. Die Fokussierung auf eine Kunstgattung und der Bauplatz „mitten auf einer Wiese“ eröffneten dem Architekten die seltene Gelegenheit, gleichsam prototypisch das Ideal einer Galerie zu erschaffen, ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, dekorativer und ikonographischer Ausstattung und ausgestellten Gemälden. [[Alte Pinakothek|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bamberger Dichterkreis (1936-1943)]] ==
== [[Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung]] ==
[[Datei:Heinrich Zerkaulen.jpg|left|250x250px|link=Bamberger Dichterkreis (1936-1943)|Heinrich Zerkaulen, (1892-1954). (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv habe-000211)]] [[Autor:Segebrecht,_Wulf|Wulf Segebrecht]]
[[Datei:BWA F78 871 Leitungsbau.jpg|left|250x250px|link=Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung]]
Der Bamberger Dichterkreis war eine kameradschaftliche Vereinigung deutscher Dichter aus allen Gauen Deutschlands, die in den Jahren 1936 bis 1942 in Bamberg zu gemeinsamen Tagungen zusammenkamen und durch Veranstaltungen und Publikationen Zeugnis ablegten von ihrem Bekenntnis zum NS-Staat. [[Bamberger Dichterkreis (1936-1943)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Gaube,_Walter|Walter Gaube]]<br>
Die Elektrifizierung Bayerns begann in den 1880er Jahren und kam Anfang der 1960er Jahre zu einem ersten Abschluss, als der Großteil der Haushalte über einen Stromanschluss verfügte. Ausbau und Sicherstellung einer flächendeckenden Stromversorgung gerieten Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fokus des Staates, der zu diesem Zweck mit privaten Unternehmen die Einrichtung von Überlandwerken in die Wege leitete. Mit der Gründung verschiedener Großkraftwerke in der Weimarer Republik wurde dem stetig anwachsenden Strombedarf Rechnung getragen. Wichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung war in Bayern lange Zeit Wasserkraft. [[Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Bayern (Raum)]] ==
== [[Reichspogromnacht (9./10. November 1938)]] ==
[[Datei:Karte_Bayern_950.jpg|left|250x250px|link=Bayern (Raum)|Bayern im 10. Jahrhundert. (Gestaltung: Stefan Schnupp; Vorlage: Spindler u. Diepolder, Bayer. Geschichtsatlas, München 1969, 15)]]  
[[Datei:Brand der Synagoge Kitzingen 10 November 1938.jpg|left|250x250px|link=Reichspogromnacht (9./10. November 1938)]]
[[Autor:Weiß,_Dieter_J.|Dieter J. Weiß]] <br> Seit den Anfängen Bayerns als politischer Einheit im 6. Jahrhundert bis zum modernen Freistaat veränderte sich der Raum, auf den sich der Name Bayern bezog, beträchtlich. Vom Kerngebiet des frühmittelalterlichen Herzogtums im Land zwischen der Donau und den Alpen, zwischen Iller/Lech und Enns dehnte sich der Herrschaftsraum der Herzöge einerseits nach Norden über die Donau in den Nordgau (Oberpfalz), andererseits in den Alpenraum bis ins heutige Südtirol, Kärnten und in die Steiermark aus. Nach dem Verlust Österreichs und der inneralpinen Gebiete im Hochmittelalter begannen die Wittelsbacher nach 1180 mit dem Ausbau des deutlich verkleinerten Gebietes zum Territorialstaat. [[Bayern (Raum)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Weger,_Tobias|Tobias Weger]]<br>
Die auf eine Veranstaltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Alten Münchner Rathaus initiierten pogromartigen Übergriffe auf Juden im November 1938 bildeten einen Wendepunkt in deren Behandlung durch das NS-Regime, den Übergang zur totalen staatlichen Willkür. Die bereits ab 1933 eingeleitete rechtliche Ausgrenzung mutierte in kollektive Demütigung und Gewalt. Dabei wurden Synagogen und Geschäfte verwüstet, Juden misshandelt und in Schutzhaft genommen. [[Reichspogromnacht (9./10. November 1938)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Freikorps Bayreuth]] ==
== [[Sittlichkeitsprozesse (NS-Zeit)]] ==
[[Datei:Freikorps Bayreuth Abzeichen H-4231.jpg||left|250x250px|link=Freikorps Bayreuth]]
[[Datei:Rupert Mayer Fronleichnamsprozession.jpg|left|250x250px|link=Sittlichkeitsprozesse (NS-Zeit)|Pater Rupert Mayer SJ (1876-1945) bei einer Fronleichnamsprozession vor dem Münchner "Ratscafé" im Peterhof, ca. Mitte der 1930er Jahre. Der am 3. November 1987 seliggesprochene Pater Rupert Mayer SJ kritisierte das NS-Regime öffentlich. (SJ-Bild)]] [[Autor:Forstner,_Thomas|Thomas Forstner]]
[[Autor:Schwarz,_Alexander|Alexander Schwarz]]<br>
Unter der nationalsozialistischen Herrschaft fand eine Reihe öffentlichkeitswirksamer Strafprozesse statt, in die katholische Welt- und Ordensgeistliche sowie Laienbrüder in besonderer Weise involviert waren. Den Beschuldigten wurden Vergehen gegen die Sittlichkeit (v. a. homosexuelle Handlungen) und der Missbrauch von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Die Mehrzahl der Täter war geständig und wurde entsprechend der geltenden Strafrechtsbestimmungen verurteilt. Die Sittlichkeitsprozesse dienten der NS-Propaganda als probates Mittel, Geistliche als Staats- und Volksfeinde und Klöster als Horte des Sittenverfalls und der moralischen Verderbtheit anprangern zu können. Dahinter stand das Bestreben, das Verhältnis von Kirchenvolk und Klerus nachhaltig zu beschädigen und dadurch den Einfluss der Kirche auf die katholische Bevölkerung zu unterminieren. [[Sittlichkeitsprozesse (NS-Zeit)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Paramilitärischer Freiwilligenverband, gegründet 1919 im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik Baiern 1919. Die Mobilisierung begann Mitte April, auf deren Höhepunkt eine Stärke von 522 Mann erreicht wurde. Das Freikorps stand unter der Leitung des Hauptmanns Heinrich Hoffmann (1878-1969). Zu den bekanntesten Mitgliedern der Einheit zählte der spätere Gauleiter Hans Schemm (1891-1935). Nur Teile des Freikorps beteiligten sich aktiv bei der militärischen Operation gegen München. Im Juni erfolgte die offizielle Auflösung. [[Freikorps Bayreuth|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Europapolitik der bayerischen Staatsregierungen]] ==
== [[Frankenreise Ludwigs II. (1866)]] ==
[[Datei:2006 Stoiber und Barroso.jpg|left|250x250px|link=Europapolitik der bayerischen Staatsregierungen|Besuch von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU, geb. 1941, Ministerpräsident 1993–2007; links) bei EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (geb. 1956, EU-Kommissionspräsident 2004-2014) am 21.3.2006 in Brüssel. Foto: Georges Boulougouris. (European Communities, 2006)]]
[[Datei:Gedenkblatt Frankenreise Ludwig II 1866.jpg||left|250x250px|link=Frankenreise Ludwigs II. (1866)|Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)]]
[[Autor:Wegmaier,_Alexander|Alexander Wegmaier]] <br> Die bayerische Europapolitik unterstützte die europäische Integration seit den späten 1940er Jahren, auch wenn der Kompetenztransfer auf die neuen europäischen Institutionen den autonomen Handlungsspielraum der Länder beeinträchtigte. Die bayerischen Staatsregierungen wollten diese Machtverschiebung ausgleichen und den Ländern auf Bundes- und europäischer Ebene Mitwirkungsinstrumente in der Europapolitik erschließen. Zusätzlich knüpften die Staatsregierungen seit den 1960er Jahren eigene Kontakte zu den europäischen Institutionen. Mit dieser Politik trug Bayern entscheidend zur Ausbildung des heutigen europäischen Mehrebenensystems bei.
[[Autor:Schmitt,_Markus|Markus Schmitt]]<br>
[[Europapolitik der bayerischen Staatsregierungen|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
Vom 10. November bis 10. Dezember 1866 bereiste der 22-jährige König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886) die vom Deutschen Krieg besonders betroffenen Gebiete Frankens. Die Rundreise bewirkte eine Ermutigung der demoralisierten Bevölkerung und stärkte ihr Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern. Für den Monarchen entwickelte sie sich zu einem persönlichen Triumphzug. [[Frankenreise Ludwigs II. (1866)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf]] ==
== [[Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)]] ==
[[Datei:Plakat Wackerland Oberpfalz.jpg|left|250x250px|link=Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf|Aufruf der Oberpfälzer Bürgerinitativen zum Engagement gegen die WAA, ca. 1986. Fotos: Beate Seitz-Weinzierl, Ernst Betz. (Wolfgang Herzer, Herbert Schreg)]] [[Autor:Duschinger,_Oskar|Oskar Duschinger]] und [[Autor:Zech-Kleber,_Bernhard_von|Bernhard von Zech-Kleber]]
[[Datei:Max Weber.jpg|left|250x250px|link=Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)|Max Weber (1864-1920). ([https://bildarchiv.bsb-muenchen.de/search?id=port-001405 Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405])]]
Die Wiederaufbereitungsanlage (WAA) Wackersdorf (Lkr. Schwandorf) sollte ab Ende der 1980er Jahre Kernbrennstäbe aus Atomkraftwerken in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) aufbereiten. Im Zuge der Planungen zur Errichtung der WAA kam es zu massiven Protesten der lokalen Bevölkerung, denen sich aus dem gesamten Bundesgebiet Atomkraftgegner anschlossen. Dennoch trieb die Staatsregierung unter Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU, 1915–1988, Ministerpräsident 1978–1988) das Projekt vehement voran. Teilweise eskalierten die Proteste am geplanten Betriebsgelände, 1986 kam es zu drei Todesfällen. Das heftig umstrittene Projekt musste schließlich Ende der 1980er Jahre aufgrund der Widerstände aus der Bevölkerung, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen, eingestellt werden. [[Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Sokoll,_Thomas|Thomas Sokoll]]<br>
Die Schrift "Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", die der Soziologe Max Weber 1904/05 erstmals publizierte, ist eine historische Studie über den Einfluss der Arbeitsethik im radikalen Protestantismus (Calvinismus, Puritanismus) auf das Wirtschaftsgebaren der Unternehmerschaft in der Formationsphase des modernen Kapitalismus (17./18. Jahrhundert). Zunächst scharf kritisiert, anschließend weitgehend vergessen, wurde sie in den 1960er Jahren wiederentdeckt, seitdem aber umso intensiver diskutiert. Sie avancierte zum Schlüsseltext der Modernisierungstheorie, eröffnete die internationale Rezeption der übrigen Werke Webers und begründete dessen Weltruhm als soziologischer Klassiker. Die von Weber aufgeworfene Frage, inwieweit das Gewinnstreben auch (oder gerade) in der modernen Gesellschaft einer verantwortungsethischen Zügelung bedarf, erscheint angesichts der immer wieder aufflammenden Spekulationskrisen auf den globalen Finanzkapitalmärkten von ungebrochener Aktualität. [[Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)]] ==
== [[Berchtesgaden, Stiftskapitel]] ==
[[Datei:Erstabdruck Hoffmann Ritter Gluck BSB 4 Mus th 1800 11.jpg|left|250x250px|link=Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|"Ritter Gluck"  erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. ([https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb10527959?page=174%2C175 Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11])]]
[[Datei:Berchtesgaden Stiftskirche.jpg|left|250x250px|link=Berchtesgaden, Stiftskapitel|Die Konventsbauten der Stiftskirche Berchtesgaden im Jahr 2021. (Foto von Franzi-45, lizensiert durch CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)]][[Autor:Lang,_Johannes|Johannes Lang]] <br>
[[Autor:Großmann,_Stephanie|Stephanie Großmann]]<br>
Mit dem aus Rottenbuch (Lkr. Weilheim-Schongau) stammenden Gründungskonvent gelangten 1101/02 erstmals Augustiner-Chorherren nach Berchtesgaden. Sie bildeten das in klösterlicher Gemeinschaft lebende Stiftskapitel, dessen Zahl 1581 mit zwölf festgelegt wurde. Adelige Abstammung und Adelsproben, ab dem 18. Jahrhundert auch ein Studienabschluss, waren wichtige Aufnahmebedingungen, wogegen die Priesterweihe nicht unbedingt gefordert wurde. Insbesondere während des Hoch- und Spätmittelalters hatten zahlreiche Kapitulare Würden und Ämter inne. Mit dem Mittel der sog. Wahlkapitulation bei der Propstwahl sicherte sich das Stiftskapitel politischen Einfluss sowie Rechte und Privilegien. Dazu gehörten neben den regelmäßigen Geldbezügen auch Deputate an Naturalien, die man sogar nach der Säkularisation 1803 weiter ausbezahlte, ehe 1807 das Stiftskapitel offiziell aufgelöst wurde. [[Berchtesgaden, Stiftskapitel|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. [[Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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== [[Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg]] ==
== [[Säkularisation]] ==
[[Datei:Entwurf Siegel Bildnisse Markgrafen.jpg|left|250x250px|link=Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg|Unter dem bayerischen König Ludwig I. erhielt der akademische Senat am 18. Mai 1832 diesen genehmigten Entwurf für die Wiedereinführung des alten Universitätssiegels mit den Bildnissen der beiden Markgrafen Friedrich und Alexander. (Universitätsarchiv Erlangen-Nürnberg A1/1 Nr. 78)]]  
[[Datei:Saekularisation Startseitenbild.jpg|left|250x250px|link=Säkularisation|Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)]]
[[Autor:Wachter,_Clemens|Clemens Wachter]]<br>Markgraf Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth (1711-1763, reg. 1735-1763) gründete 1743 in seiner Nebenresidenzstadt Erlangen eine eigene Universität für sein Fürstentum; benannt ist sie seit 1769 nach zwei regierenden Markgrafen, ihrem Gründer und ihrem späteren Förderer, Karl Alexander von Ansbach-Bayreuth (1736-1806, reg. Brandenburg-Ansbach 1757-1791, Brandenburg-Bayreuth 1769-1791). Mit dem Übergang Erlangens an Preußen 1792, Frankreich 1806 und schlussendlich Bayern 1810 begann die Entwicklung der kleinen markgräflichen Universität zu einer modernen Bildungseinrichtung. 1961 erfolgte die Angliederung der Nürnberger Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Handelshochschule); seitdem trägt die Universität die Ortsbezeichnung „Erlangen-Nürnberg“. 1966 wurde eine Technische Fakultät gegründet und 1972 die Nürnberger Pädagogische Hochschule eingegliedert. [[Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
[[Autor:Müller,_Winfried|Winfried Müller]]<br>
''Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel:'' Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte.   [[Säkularisation|Weiterlesen <i class="fi-play"></i>]]
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Aktuelle Version vom 2. November 2026, 07:38 Uhr


Revolution, 1918/1919

Kundgebung auf der Münchner Theresienwiese am 7. November 1918. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-5124)
Kundgebung auf der Münchner Theresienwiese am 7. November 1918. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-5124)

Bernhard Grau
Das HLB präsentiert im Zuge seines Jubiläums ausgewählte Artikel aus 20 Jahren: Am 7. November 1918 gelang es in München einer kleinen Schar von Linksoppositionellen um den unabhängigen Sozialdemokraten Kurt Eisner (1867-1919), den bayerischen König Ludwig III. (1845-1921, reg. 1912/13-1918) zu stürzen. Erklärte Ziele waren die sofortige Beendigung des Ersten Weltkrieges und die Umwandlung des Staatswesens in eine Republik. Der Erfolg war umso erstaunlicher, als er ohne ernsthaften Widerstand und völlig unblutig errungen wurde. Mit Verwirklichung der Nahziele war der schichtenübergreifende Minimalkonsens, der den Umsturz überhaupt erst ermöglicht hatte, freilich bald aufgezehrt. Weiterlesen

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Kabinett Ehard I, 1946-1947

Alexander Wegmaier
Nach den beiden von der US-Militärregierung eingesetzten Vorgängerkabinetten war das Kabinett Ehard I die erste aus freien Wahlen hervorgegangene Staatsregierung nach dem Ende des NS-Regimes. Die Regierungsbildung verlief holprig: Die Christlich-Soziale Union (CSU) hatte im Landtag zwar die absolute Mehrheit, war aber innerparteilich in zwei Flügel gespalten. Für eine stabile parlamentarische Basis bildete Ministerpräsident Hans Ehard (1887-1980) daher eine Koalition mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV). Inhaltlicher Schwerpunkt des Kabinetts war zum einen weiterhin die Kriegsfolgenbewältigung. Zum anderen intensivierte Ehard die bayerischen Bemühungen, das sich abzeichnende neue westdeutsche Staatswesen nach föderalistischen Prinzipien zu gestalten. In der SPD war die Regierungsbeteiligung von Anfang an umstritten. Der Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition am 15. September 1947 stärkte die Position Ehards, der zwischenzeitlich die zerstrittenen CSU-Flügel hinter sich zu einen begonnen hatte. Weiterlesen

Revolution (1848/49)

Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)
Erstürmung des Münchener Zeughauses, "Gedenkblatt an die ewig denkwürdigen Tage in München am 4. und 6. März 1848". (Münchner Stadtmuseum, Graphiksammlung, Z 1882)

Karsten Ruppert
Die Revolution von 1848/49 war ein bedeutender Abschnitt auf dem Weg zur Demokratisierung Bayerns und trug vor allem durch die Beseitigung der jahrhundertealten Agrarverfassung wie ständischer Restriktionen zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modernisierung bei. Für die Zeitgenossen, insbesondere die monarchischen Kreise wie auch die königlichen Regierungen, war die Abwehr der Mediatisierung durch die Reichsverfassung und den dadurch erreichten Erhalt der Souveränität Bayerns ein nicht geringerer Erfolg. Da das Königreich zu den ruhigeren Gebieten im Deutschen Bund gehörte, hat sich die Geschichtsschreibung in einem übergroßen Maße auf die Anfänge fokussiert: die spektakuläre Lola-Montez-Affäre und die Reformgesetzgebung des Frühsommers 1848. Es herrscht die Tendenz vor, die Revolution nicht als eine eigenständige Epoche der bayerischen Geschichte zu betrachten, sondern als Beginn des Industriezeitalters, das mit der Regierungszeit Maximilians II. eingeleitet wird. Weiterlesen

Alte Pinakothek

Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420, lizenziert durch CC BY-SA 4.0)
Rubenssaal in der Alten Pinakothek, Deutsch, vor 1882. (Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, inv.-Nr. 13420, lizenziert durch CC BY-SA 4.0)

Martin Schawe
Die Alte Pinakothek wurde zwischen 1826 und 1836 von Leo von Klenze (1784-1864) in der damals dünn besiedelten Maxvorstadt Münchens errichtet. In ihr werden seit ihrer Eröffnung die Gemälde Alter Meister (14. – 18. Jahrhundert) aus den Beständen der wittelsbachischen Gemäldesammlungen und des bayerischen Staates der Öffentlichkeit präsentiert. Die Alte Pinakothek war das erste eigenständige Gebäude, das ausschließlich für Zwecke einer Gemäldegalerie gebaut wurde. Die Fokussierung auf eine Kunstgattung und der Bauplatz „mitten auf einer Wiese“ eröffneten dem Architekten die seltene Gelegenheit, gleichsam prototypisch das Ideal einer Galerie zu erschaffen, ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, dekorativer und ikonographischer Ausstattung und ausgestellten Gemälden. Weiterlesen


Elektrizitätsversorgung und Elektrifizierung

Walter Gaube
Die Elektrifizierung Bayerns begann in den 1880er Jahren und kam Anfang der 1960er Jahre zu einem ersten Abschluss, als der Großteil der Haushalte über einen Stromanschluss verfügte. Ausbau und Sicherstellung einer flächendeckenden Stromversorgung gerieten Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fokus des Staates, der zu diesem Zweck mit privaten Unternehmen die Einrichtung von Überlandwerken in die Wege leitete. Mit der Gründung verschiedener Großkraftwerke in der Weimarer Republik wurde dem stetig anwachsenden Strombedarf Rechnung getragen. Wichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung war in Bayern lange Zeit Wasserkraft. Weiterlesen

Reichspogromnacht (9./10. November 1938)

Tobias Weger
Die auf eine Veranstaltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Alten Münchner Rathaus initiierten pogromartigen Übergriffe auf Juden im November 1938 bildeten einen Wendepunkt in deren Behandlung durch das NS-Regime, den Übergang zur totalen staatlichen Willkür. Die bereits ab 1933 eingeleitete rechtliche Ausgrenzung mutierte in kollektive Demütigung und Gewalt. Dabei wurden Synagogen und Geschäfte verwüstet, Juden misshandelt und in Schutzhaft genommen. Weiterlesen

Freikorps Bayreuth

Alexander Schwarz
Paramilitärischer Freiwilligenverband, gegründet 1919 im Zuge der Niederschlagung der Räterepublik Baiern 1919. Die Mobilisierung begann Mitte April, auf deren Höhepunkt eine Stärke von 522 Mann erreicht wurde. Das Freikorps stand unter der Leitung des Hauptmanns Heinrich Hoffmann (1878-1969). Zu den bekanntesten Mitgliedern der Einheit zählte der spätere Gauleiter Hans Schemm (1891-1935). Nur Teile des Freikorps beteiligten sich aktiv bei der militärischen Operation gegen München. Im Juni erfolgte die offizielle Auflösung. Weiterlesen

Frankenreise Ludwigs II. (1866)

Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)
Gedenkblatt: „Erinnerung an die Rundreise in den den 3 fränkischen Kreisen, 1866“. (Sammlung Jean Louis, München)

Markus Schmitt
Vom 10. November bis 10. Dezember 1866 bereiste der 22-jährige König Ludwig II. (1845-1886, reg. 1864-1886) die vom Deutschen Krieg besonders betroffenen Gebiete Frankens. Die Rundreise bewirkte eine Ermutigung der demoralisierten Bevölkerung und stärkte ihr Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern. Für den Monarchen entwickelte sie sich zu einem persönlichen Triumphzug. Weiterlesen


Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Max Weber, 1904/05)

Max Weber (1864-1920). (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405)
Max Weber (1864-1920). (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv port-001405)

Thomas Sokoll
Die Schrift "Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", die der Soziologe Max Weber 1904/05 erstmals publizierte, ist eine historische Studie über den Einfluss der Arbeitsethik im radikalen Protestantismus (Calvinismus, Puritanismus) auf das Wirtschaftsgebaren der Unternehmerschaft in der Formationsphase des modernen Kapitalismus (17./18. Jahrhundert). Zunächst scharf kritisiert, anschließend weitgehend vergessen, wurde sie in den 1960er Jahren wiederentdeckt, seitdem aber umso intensiver diskutiert. Sie avancierte zum Schlüsseltext der Modernisierungstheorie, eröffnete die internationale Rezeption der übrigen Werke Webers und begründete dessen Weltruhm als soziologischer Klassiker. Die von Weber aufgeworfene Frage, inwieweit das Gewinnstreben auch (oder gerade) in der modernen Gesellschaft einer verantwortungsethischen Zügelung bedarf, erscheint angesichts der immer wieder aufflammenden Spekulationskrisen auf den globalen Finanzkapitalmärkten von ungebrochener Aktualität. Weiterlesen

Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809 (E.T.A. Hoffmann, 1809)

"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Die Abbildung zeigt die erste Seite der Erzählung. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Mus.th. 1800-11)

Stephanie Großmann
"Ritter Gluck" erschien 1809 in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" und wurde 1814 mit dem Titelzusatz "Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809" in den ersten Band der "Fantasiestücke in Callot′s Manier" aufgenommen. Die Erzählung gilt als E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) erste veröffentlichte Erzählprosa und entfaltet bereits in knapper Form zentrale Konstellationen seines Schreibens. Sie entstand während der fünf Jahre, die er von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. Weiterlesen

Säkularisation

Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)
Ausschnitt aus der Karikatur auf die Klostersäkularisation in Bayern, Federzeichnung um 1803. (Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen)

Winfried Müller
Mit dem vorliegenden Beitrag veröffentlicht das HLB den 1500. Artikel: Der Begriff „Säkularisation“ hat sich in seinem Bedeutungsgehalt immer wieder verändert. Er zeigte zunächst an, dass ein Kleriker einen Statuswechsel vom Ordensgeistlichen zum Weltgeistlichen vollzog. Erst mit den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde der an sich personenrechtliche Begriff auf materielle Güter angewendet und erlebte somit eine Bedeutungserweiterung. Die Begriffe Herrschaftssäkularisation und Vermögenssäkularisation wurden erst im 20. Jahrhundert geprägt. Die Säkularisation in Bayern 1802/1803 deutete sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. So hatte die bayerische Regierung 1773 erste Erfahrungen bei der Aufhebung geistlicher Institutionen gesammelt, als sie die bayerischen Niederlassungen des vom Papst aufgelösten Jesuitenordens abwickelte. Weiterlesen