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    Frankenführer

    Ankündigung einer Kundgebung des "Frankenführers" in Rothenburg o.T. am 25. März 1936. Anzeige in: Fränkischer Anzeiger Nr. 21 (24.3.1936), 1. (Bayerische Staatsbibliothek, 2 Eph.pol. 0 bt-70/71,1-6)

    Matthias Klaus Braun
    Seit Mitte der 1920er Jahre etablierte sich der Beiname "Frankenführer" als inoffizieller Titel für Julius Streicher. Der Begriff war allein an dessen Person gebunden. Die Bezeichnung rührte aus der vor 1933 eingenommenen Position Streichers innerhalb der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) her. Danach blieb sie bis 1945 zwar gebräuchlich, verschleierte aber die tatsächliche Reduzierung von Streichers Einflussgebiet auf Mittelfranken. Unter den führenden Nationalsozialisten war der Beiname "Frankenführer" eine Ausnahme neben der Titulatur Adolf Hitlers als "Führer". Weiterlesen

    Gnotschaften

    Die Gnotschaft Ramsau, Lithographie von Gustav Kraus, ca. 1830. (Stadtarchiv Bad Reichenhall)
    Johannes Lang

    Als Gnotschaften wurden in der Fürstpropstei Berchtesgaden seit dem 15. Jahrhundert die gemeinschaftlichen Zusammenschlüsse von Einzelgehöften zu größeren Siedlungseinheiten bezeichnet. Neben der Organisation gemeindlicher Aufgaben und Pflichten bildete die Gnotschaft für die Bauern eine Interessensvertretung und für die Landesherrschaft eine administrative Ebene. Unterteilt in Gnotschaftsbezirke, die ihrerseits durch so genannte Gnotschafter repräsentiert wurden, gelang eine gewisse Beteiligung an hoheitlichen Agenden. Auch die Landschaft setzte sich aus Vertretern der Gnotschaften zusammen. Weiterlesen

    Berchtesgaden, Fürstpropstei: Territorium und Verwaltung

    CKartenausschnitt mit dem Territorium der Fürstpropstei Berchtesgaden in der Karte von Johann Baptist Homann (1664-1724) über das Erzstift Salzburg. Johann Baptist Homann, S[acri] R[omani] I[mperii] Principatus et Archiepiscopatus Salisburgensis: cum Subjectis, Insertis, ac Finitimis Regionibus, Nürnberg c. 1715. (Bayerische Staatsbibliothek, 2 Mapp. 8-3,1#54)
    Johannes Lang

    Als Augustiner-Chorherrenstift 1101/02 gegründet, gelang es der Propstei Berchtesgaden im Laufe des 12. und 13. Jahrhunderts, eine eigene Landeshoheit zu etablieren. Voraussetzungen dafür waren ein arrondierter Grundbesitz, ausreichende wirtschaftliche Grundlagen sowie hoheitliche Privilegien. Sowohl das naturräumlich abgeschlossene Gebiet als auch das einträgliche Salzwesen trugen dazu bei, dass das kleine Fürstentum seine Reichsunmittelbarkeit bis zur Säkularisation 1803 behaupten konnte. Tradiert hat sich der Name des "Berchtesgadener Landes" bis heute im gleichnamigen Landkreis. Weiterlesen

    Berchtesgaden, Fürstpropstei: Politische Geschichte

    Wappen des Fürstpropstes Julius Heinrich von Rehlingen-Radau (reg. 1723-1732). Es besteht aus dem Wappen der Fürstpropstei und seinem Familienwappen im Herzschild. Kupferstich von Christoph Weigel, 1729. (Stadtarchiv Bad Reichenhall)
    Johannes Lang

    Das 1101/02 gegründete Augustiner-Chorherrenstift Berchtesgaden wurde 1559 zur Fürstpropstei erhoben. Neben dem Propst gehörte auch die "Land- und Bürgerschaft" zu den politischen Akteuren. Wegen der reichen Salzvorkommen auf Stiftsgebiet war die Propstei wiederholt Streitgegenstand zwischen Salzburg und Bayern und suchte daher verstärkt kaiserlichen und päpstlichen Rückhalt. Während Salzburg von 1394 bis 1409 vorübergehend die territoriale Einverleibung Berchtesgadens gelang, konnte Bayern ab der Mitte des 16. Jahrhunderts die Fürstpropstei durch Salzverträge wirtschaftlich an sich binden. Durch die Besetzung des Propstamtes mit Administratoren aus dem Hause Wittelsbach ab dem Jahre 1594 wurde der bayerische Einfluss weiter verstärkt. Nach der Säkularisation 1803 konnte sich das Königreich Bayern das Territorium der ehemaligen Fürstpropstei Berchtesgaden im Jahre 1810 dauerhaft sichern. Weiterlesen

    Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union

    Ausgefüllter Stimmzettel für den Volksentscheid über die Bayerische Verfassung am 1. Dezember 1946. 76% der Wahlberechtigten nahmen an der Abstimmung teil. (Bildarchiv Bayerischer Landtag)
    Alexander Wegmaier

    Die Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union (EU) wurde 1987 von der Staatsregierung eingerichtet. Sie dient der Informationssammlung, Kontaktpflege und Einflussnahme auf europäischer Ebene. Sitz der Vertretung ist seit 2004 das ehemalige Institut Pasteur in unmittelbarer Nachbarschaft des Brüsseler Amtssitzes des Europäischen Parlaments und dem des Ausschusses der Regionen. Weiterlesen

    Städte in Franken (Mittelalter/Frühe Neuzeit)

    Luftaufnahme der Bischofsstadt Bamberg im Jahr 2018. (© Ingo Baeuerlein, FrankenAIR.de)
    Helmut Flachenecker und Anja Lochbrunner

    Die territoriale Zersplitterung Frankens spiegelt sich in einer vielfältigen Städtelandschaft mit einer Dominanz geistlicher Stadtherren. Der Startpunkt der Entwicklung lag bei den drei Bischofssitzen Würzburg, Eichstätt und Bamberg. Um 1500 war die Städtelandschaft weitestgehend ausgebaut. Dabei dominierten die Kleinstädte. Neben wenigen Mittelstädten entwickelte sich nur Nürnberg als "Großstadt". Mit seiner Städtevielfalt war Franken in den gesamteuropäischen Urbanisierungsprozess involviert. Weiterlesen

    Frühneuhochdeutsch in Schwaben

    Werner König/Simon Pröll, Sprachräume in Bayerisch-Schwaben, in: Hans Frei/Gerhard Hetzer/Rolf Kießling (Hg.): Historischer Atlas von Bayerisch-Schwaben, 2. Auflage, 6. Lieferung, Augsburg 2019. (Werner König)

    Elvira Glaser
    In den frühneuhochdeutschen Sprachzeugnissen des ostschwäbischen Raums erscheinen seit dem 14. Jahrhundert zunehmend landschaftliche Sprachmerkmale, in einer Kombination weiter verbreiteter, allgemein oberdeutscher, und typisch schwäbischer Merkmale. Die Sprache dieses Raums steht in einem Kontinuum zum Westschwäbischen, weist aber auch Einflüsse des östlich angrenzenden Bairischen auf. Im Hinblick auf die Herausbildung der neuhochdeutschen Schriftsprache spielt Augsburg eine wichtige Rolle. Aufgrund seiner vielfältig überlieferten handschriftlichen und gedruckten Schriftzeugnisse ist es für die sprachgeschichtliche Forschung von großer Bedeutung. Um 1760 endete dort wie auch in anderen oberdeutschen Schreiborten die frühneuhochdeutsche Periode. Weiterlesen

    Universität Regensburg

    Außenansicht der Universität Regensburg. (Universität Regensburg, Marketing & Kommunikation)

    Andreas Becker
    Die Universität Regensburg ist die 1962 ins Leben gerufene vierte bayerische Landesuniversität. Es handelt sich um eine Volluniversität mit zwölf Fakultäten. Besondere internationale Bedeutung hat die Universität Regensburg vor allem in der katholischen Theologie und in der Physik erlangt. Auch in der Ausbildung der bayerischen Lehrerschaft spielt sie eine wichtige Rolle. Weiterlesen


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