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Epitaph der Agnes Bernauer in der nach ihr benannten Kapelle in Straubing, die Herzog Ernst (reg. 1397-1438) zur Sühne errichten ließ. (Foto: Christian Greisinger, Straubing)
Epitaph der Agnes Bernauer in der nach ihr benannten Kapelle in Straubing, die Herzog Ernst (reg. 1397-1438) zur Sühne errichten ließ. (Foto: Christian Greisinger, Straubing)

Die Agnes-Bernauer-Kapelle (Mitte) im Friedhof der Straubinger Pfarrkirche St. Peter (re.). Links die Totenkapelle von 1486. Foto um 1920. (Foto: Gäubodenmuseum Straubing)
Die Agnes-Bernauer-Kapelle (Mitte) im Friedhof der Straubinger Pfarrkirche St. Peter (re.). Links die Totenkapelle von 1486. Foto um 1920. (Foto: Gäubodenmuseum Straubing)

Aussöhnung Herzog Albrechts III. (reg. 1438-1460), rechts, mit seinem Vater Ernst (reg. 1397-1438), links, auf der spätmittelalterlichen Deckplatte von [[person:4036455-0:Kaiser Ludwigs]] [[histlexbay:45510:Grabmal]] in der Münchner [[histlexbay:45380:Frauenkirche]] (um 1470). Aufnahme von 1932. (Erzbischöfliches Ordinariat München, Kunstreferat)
Aussöhnung Herzog Albrechts III. (reg. 1438-1460), rechts, mit seinem Vater Ernst (reg. 1397-1438), links, auf der spätmittelalterlichen Deckplatte von Kaiser Ludwigs Grabmal in der Münchner Frauenkirche (um 1470). Aufnahme von 1932. (Erzbischöfliches Ordinariat München, Kunstreferat)

Tonplastik aus dem späteren 15. Jahrhundert, die spätestens seit dem 19. Jahrhundert als Abbild der Agnes Bernauer gilt. Sie wird im Volksmund als "Die Bernauerin" bezeichnet. Die Figur stammt aus einem Anwesen, bei dem die Ermordete der Sage nach ans Donauufer geschwemmt wurde, und lässt sich als schmerzensreiche Madonna interpretieren. Indizien legen nahe, dass es in Anlehnung an Mater-Dolorosa-Darstellungen einen regionalen Bernauer-Bildtypus gegeben haben könnte. (Foto: Gäubodenmuseum Straubing)
Tonplastik aus dem späteren 15. Jahrhundert, die spätestens seit dem 19. Jahrhundert als Abbild der Agnes Bernauer gilt. Sie wird im Volksmund als "Die Bernauerin" bezeichnet. Die Figur stammt aus einem Anwesen, bei dem die Ermordete der Sage nach ans Donauufer geschwemmt wurde, und lässt sich als schmerzensreiche Madonna interpretieren. Indizien legen nahe, dass es in Anlehnung an Mater-Dolorosa-Darstellungen einen regionalen Bernauer-Bildtypus gegeben haben könnte. (Foto: Gäubodenmuseum Straubing)

Eine 1854 errichtete Granitsäule erinnert auf dem Burgberg in Vohburg an wichtige Ereignisse aus der Geschichte der Burg, unter anderem den Übergang der Grafschaft Vohburg an die Wittelsbacher 1204 und den (heute nicht mehr zweifelsfrei nachzuweisenden) Aufenthalt Herzog Albrechts III. und der Agnes Bernauer. (Stadt Vohburg)
Eine 1854 errichtete Granitsäule erinnert auf dem Burgberg in Vohburg an wichtige Ereignisse aus der Geschichte der Burg, unter anderem den Übergang der Grafschaft Vohburg an die Wittelsbacher 1204 und den (heute nicht mehr zweifelsfrei nachzuweisenden) Aufenthalt Herzog Albrechts III. und der Agnes Bernauer. (Stadt Vohburg)

Postkarte von 1935 nach dem Plakat für die ersten Straubinger Agnes-Bernauer-Festspiele (aus: Schäfer, Agnes Bernauer in Straubing, 6).
Postkarte von 1935 nach dem Plakat für die ersten Straubinger Agnes-Bernauer-Festspiele (aus: Schäfer, Agnes Bernauer in Straubing, 6).

Versöhnung Albrechts III. mit seinem Vater nach der Ermordung der Agnes Bernauer 1435. Wandbild im Gebäude des 1867 eröffneten Bayerischen Nationalmuseums (heute: Völkerkundemuseum). (aus: Karl von Spruner Die Wandbilder des Bayerischen National-Museums. Band IV, München, 1868, Tafel 39. Abbildung aus dem Exemplar, das [[person:118574892:König Ludwig II.]] der Bayerischen Staatsbibliothek schenkte. [BSB Rar. 106])
Versöhnung Albrechts III. mit seinem Vater nach der Ermordung der Agnes Bernauer 1435. Wandbild im Gebäude des 1867 eröffneten Bayerischen Nationalmuseums (heute: Völkerkundemuseum). (aus: Karl von Spruner Die Wandbilder des Bayerischen National-Museums. Band IV, München, 1868, Tafel 39. Abbildung aus dem Exemplar, das König Ludwig II. der Bayerischen Staatsbibliothek schenkte. [BSB Rar. 106])

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Ermordung der Agnes Bernauer

Herzog Albrecht III. von Bayern-München (reg. 1438-1460) geriet durch seine unstandesgemäße Verbindung mit Agnes Bernauer (um 1410/11-1435) in den frühen 1430er Jahren in einen Konflikt mit seinem Vater, dem regierenden Herzog Ernst (reg. 1397-1438). Albrecht verwaltete das 1425 an Bayern-München gefallene Straubinger Land und führte ein zunehmend unabhängigeres Regiment. Er installierte die Bernauerin dort als Herzogin. Auf Befehl Herzog Ernsts wurde sie am 12. Oktober 1435 in Straubing in der Donau ertränkt - vermutlich um den legitimen Fortbestand der Münchner Herzogslinie und die Einheit des Teilherzogtums nicht zu gefährden. Zur Sühne des Mordes ließ Herzog Ernst eine Gedächtniskapelle auf dem Straubinger Friedhof errichten. Während die ältere Forschung die Opferrolle der Bernauerin betonte, wird neuerdings ihre politische Aktivität hervorgehoben. Der Stoff wurde seit dem 18. Jahrhundert vielfältig künstlerisch verarbeitet. In Straubing und Vohburg etablierte sich im 20. Jahrhundert eine Bernauer-Festspieltradition.


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Artikel von Marita A. Panzer

Herkunft der Agnes Bernauer (um 1410/11-1435)

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Agnes Bernauer (um 1410/11-1435), vielfach nur "die Bernauerin" genannt, kam aus bescheidenen Verhältnissen. Die Tradition überliefert, dass sie eine Augsburger Baderstochter war. Allerdings ist ihr Vater Kaspar Bernauer (Pernawer) nicht in Augsburg nachzuweisen, desgleichen nicht eine Tätigkeit seiner Tochter Agnes als Bademagd. Die Schönheit der Agnes Bernauer wurde weithin gerühmt, so dass der Chronist Veit Arnpeck (1435/1440-1495) noch 1493 bewundernd schrieb: "Man sagt, das sy so hubsch gewesen sey, wann sy roten wein getrunken hett, so hett man ir den wein in der kel hinab sechen gen" (Sämtliche Chroniken, 668/69).

Heimliche Heirat mit dem Herzogssohn Albrecht III. von Bayern-München (reg. 1438-1460)

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Der Überlieferung zufolge lernte Agnes im Jahre 1428 in Augsburg den Herzogssohn Albrecht von Bayern-München (reg. 1438-1460) kennen, als dieser dort an einem Turnier teilnahm. Noch im gleichen Jahr ist sie am Münchner Hof nachweisbar, wohin sie Herzog Albrecht als Geliebte höchstwahrscheinlich mitgenommen hatte. Nach der heimlichen Heirat (um 1432/33), die heute nicht mehr bezweifelt wird, bewohnte Agnes kurz die Blutenburg vor den Toren Münchens. Hier in Menzing besaß sie auch laut einer Urkunde vom 7. Januar 1433 eine "Hube und Hofstatt", vermutlich ein Versorgungs- oder Hochzeitsgeschenk ihres Gemahls Albrecht. Albrechts Vater Herzog Ernst (reg. 1397-1438) schätzte Agnes Bernauer zunächst als eine der vorübergehenden Gespielinnen seines Sohnes ein, der "ain liebhaber der zarten frawen" war, wie später der Ulrich Füetrer (ca. 1430-1496) in der Chronik vermerkte, die er im Auftrag Herzog Albrechts IV. (reg. 1465-1508) verfasste (Bayerische Chronik, 208).

Der Konflikt Albrechts mit seinem Vater Herzog Ernst

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Die Angelegenheit mit der Bernauerin spitzte sich zu. Albrecht gebärdete sich zunehmend aufsässig, verweigerte dem Vater mehrmals den schuldigen Gehorsam und zog mit der Bernauerin ins Schloss nach Straubing. Auch die Vohburg diente ihm und der Bernauerin offenbar als Residenz, denn die Grafschaft Vohburg (sowie Pfaffenhofen, Geisenfeld und Hohenwart; alle Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm) hatte er bereits 1424 von seiner Mutter Herzogin Elisabeth (gest. 1432) erhalten. Albrechts Biograf Mittermüller wies nach, dass sich Albrecht in den Jahren 1433/34 sowie in der ersten Hälfte des Jahres 1435 fast gänzlich in Straubing und nur selten in München oder Umgebung (Schloss Blutenburg) aufhielt. Im Juni und September 1435 weilte er in Vohburg.

Seit dem 17. Januar 1433 regierte Albrecht für seinen Vater Ernst und seinen Onkel Wilhelm (reg. 1397-1435) das Straubinger Land, das 1425/29 durch Erbfall an Bayern-München gekommen war. Nun installierte Albrecht - wie sich aus den Quellen erschließen lässt - die Bernauerin in Straubing als Herzogin ("Duchessa"), während er selbst im Straubinger Land als Regent immer unabhängiger - sehr zum Missfallen seines Vaters - herrschte. Einst hatte er gelobt, seine Regierung nach bestem Wissen zu führen, ohne Einverständnis seines Vaters keinen Krieg zu beginnen, kein Bündnis zu schließen, kein Schloss zu verkaufen, zu versetzen oder zu verleihen und keinen Diener oder Beamten ein- oder abzusetzen. Der immer mehr nach Unabhängigkeit von seinem Vater strebende Albrecht stieß bei der Straubinger Landschaft (Ständevertretung) durchaus auf Gegenliebe, da diese sich der Machtkonzentration des Münchner Herzogs entziehen und - wie herkömmlich - eigene Wege gehen wollte.

Herzog Ernst im fernen München konnte die Verselbständigungstendenzen im Straubinger Landesteil nicht zulassen. Auch galt es gegenüber den herzoglichen Verwandten Ludwig von Bayern-Ingolstadt (reg. 1413-1443) und Heinrich XVI. von Bayern-Landshut (reg. 1393-1450), Stärke zu demonstrieren. Hinter dem Verhalten Albrechts, der vormals wenig Interesse am Mitregieren in München gezeigt hatte, vermutete Herzog Ernst die Bernauerin. Sie wollte in Straubing als Herzogin agieren. Der bayerische Geschichtsschreiber Aventinus (Johannes Turmair, 1477-1534) beschrieb die Situation später in den Annales ducum boiariae folgendermaßen: "Dieser (= Albrecht) war so verliebt in Agnes Bernauer, die Tochter eines Augsburger Baders, dass er sie ganz wie seine rechtmäßige Gattin hielt und die Absicht hatte, sie öffentlich mit feierlichen Hochzeitszeremonien sich anzutrauen zu lassen. Sie selbst nannte sich Gemahlin des bayerischen Fürsten und Herzogin von Bayern [...]." (Sämmtliche Werke, Band 2, 516). Nun galt aber Albrecht als der einzige Erbe des Herzogtums Bayern-München. Denn Herzog Ernsts Bruder und Mitregent Wilhelm III. starb am 12. September 1435 unerwartet und hinterließ nur den schwächlichen Knaben Adolf (1434-1441), der das Erwachsenenalter nicht erreichte. Daher musste aus Herzog Ernsts Sicht Albrecht standesgemäß heiraten, legitime Kinder (d. h. Erben) bekommen und sich dem väterlichen Willen wieder fügen. Das Herzogtum Bayern-München samt dem Straubinger Land musste zusammengehalten werden.

Mord und Sühne

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Agnes Bernauer wurde - in Abwesenheit Albrechts - auf Befehl Herzog Ernsts in der Donau ertränkt, höchstwahrscheinlich ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Der Henkersknecht stürzte sie am 12. Oktober 1435 von der äußeren Straubinger Brücke in die Donau. Der zeitgenössische Chronist Andreas von Regensburg (gest. 1438) berichtet: "Im selben obengenannten Jahr (1435), am 12. Oktober, wurde auf Befehl des Herzogs Ernst von Bayern eine überaus schöne Frau, die Geliebte seines Sohnes Albrecht - einige aber sagten, dass sie dessen wirkliche und rechtmäßige Gattin war -, die Bernauerin genannt, von der Donaubrücke in Straubing gestürzt. [...] Mit Hilfe des einen Fußes, der nicht gefesselt war, schwamm sie ein Stück und kam nahe ans Ufer, mit heiserer, kläglicher Stimme rufend: Helft! Helft! Der Folterknecht aber, der sie von der Brücke gestürzt hatte, lief am Donauufer hinzu und, weil er den jähen Zorn des Herzogs Ernst fürchtete, wickelte er eine lange Stange in ihr Haar und drückte sie wieder unter Wasser" (Andreas von Regensburg, Chronica de principibus terrae Bavarorum, 583f.; zit. in Übersetzung).

Nur die Tatsache des Ertränkens der Bernauerin in der Donau bei Straubing ist zweifelsfrei überliefert. Weitere Hinweise fehlen. Bereits zwei Monate nach der Ermordung seiner Gemahlin stiftete Albrecht am 12. Dezember 1435 eine ewige Messe, einen Jahrtag und Seelenämter bei den Karmeliten zu Straubing (im Januar 1447 erneuert). Die jährlich dort im Oktober zelebrierte Messe bezahlt heute der Freistaat Bayern. Um den Mord an Agnes Bernauer zu sühnen, ließ Herzog Ernst 1436 eine Gedächtniskapelle auf dem Friedhof der Straubinger Pfarrkirche St. Peter mit Kaplanei, ewiger Messe und Jahrtag errichten. Im Kreuzgang des Karmelitenklosters fand Agnes Bernauer wohl ihre letzte Ruhe. Ihr verschollenes Grab konnte bis heute nicht aufgefunden wurde.

Legitime Ehe und Erben Albrechts

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Albrecht von Bayern-München heiratete ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod seiner ersten Gattin Agnes Bernauer am 6. November 1436 standesgemäß Anna von Braunschweig (-Grubenhagen, 1415-1474). Erleichtert notierte der Münchner Stadtschreiber: "Des sull wir alle fro sein, das wir nit wider ain Bernawerin gewunnen haben" (Kammerrechnung der Stadt München 1436/37). Albrecht III. trat nach dem Tod seines Vaters Ernst 1438 die Nachfolge im Herzogtum Bayern-München samt Straubing an. Aus seiner zweiten Ehe gingen zehn Kinder hervor, darunter die regierenden Herzöge der nächsten Generation: Johann (reg. 1460-1463), Sigmund (reg. 1460-1467) und Albrecht IV. Herzog Albrecht III., genannt der Fromme, starb am 29. Februar 1460 zu München; vor dem Hochaltar der Andechser Klosterkirche liegt er begraben.

Bewertung durch die historische Forschung

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Weil die Quellenlage äußerst schmal ist und daher auf die zumeist später entstandenen Chroniken zugegriffen werden muss, ergibt sich für die historische Forschung nur die Möglichkeit des kritischen Vergleichs und der Schlussfolgerungen. Bislang meinten die Historiker mit Sigmund von Riezler (1843-1927), dass allein der dynastische Aspekt (d. h. legitime Nachkommen und Erben) und die heimliche unstandesgemäße Eheschließung die ausschlaggebenden Gründe für die Beseitigung der Bernauerin gewesen seien. Sie zogen den politischen Aspekt nicht in Betracht. Man sah daher in Agnes Bernauer nur ein unschuldiges Opfer der Staatsräson und nicht auch eine politisch Ambitionierte, die als Widersacherin des herzoglichen Herrscherwillens gewaltsam und nachhaltig ausgeschaltet werden sollte, wie dies in der jüngeren Forschung gesehen wird (Panzer, Agnes Bernauer - die ermordete "Herzogin").

Die einzige zeitgenössische Quelle, eine Instruktion für den herzoglichen Gesandten als Argumentationshilfe vor dem Kaiser erstellt, weist auf die Motive der Ermordung hin (Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kurbayern Äußeres Archiv). Darin wird Agnes Bernauer als ein 'böses Weib' bezeichnet, das so 'hart und streng' mit dem Herzogssohn umgesprungen sei, wie man es gar nicht mit wenigen Worten ausdrücken könne. Da sich aber die unerfreuliche Situation immer mehr in die Länge zog und kein Ende abzusehen war, weil sich das 'Weib' mit 'Hartnäckigkeit' im Straubinger Schloss behauptete, habe der Herzog eingegriffen und das 'Weib' ertränken lassen. Mutmaßungen über Zauberei/Hexerei und Giftmischerei als Motive für die Ermordung der Bernauerin können in den Bereich der Fabel bzw. üblen Nachrede verwiesen werden.

Der "Mythos" Agnes Bernauer

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Im Leben und Sterben der Agnes Bernauer begegnet uns ein Mythos der bayerischen Geschichte. Vieles ihrer Biografie ist historisch schwer fassbar, nur wenig ist einwandfrei überliefert. Daher bemächtigte sich die Phantasie dieses tragischen Lebens und brachte eine Vielzahl von literarischen, musikalischen, filmischen und bildnerischen Werken hervor. Am bekanntesten sind neben dem Volkslied von der Bernauerin, das bereits im 15. Jahrhundert entstand, vor allem das "Vaterländische Trauerspiel" von Joseph August Graf von Törring (1753-1826), das unter dem Titel "Agnes Bernauerin" 1780 uraufgeführt wurde, sowie Friedrich Hebbels (1813-1863) Trauerspiel "Agnes Bernauer" (1852/55) und Carl Orffs (1895-1982) musikalisches Volksschauspiel "Die Bernauerin" (1946). Johannes Reitmeier (geb. 1962) und Thomas Stammberger schufen 1995 für die 1935 ins Leben gerufenen Agnes-Bernauer-Festspiele in Straubing ein Historienspiel in 15 Bildern, welches das Freilichtspiel von Eugen Hubrich "Die Agnes Bernauerin zu Straubing" (von 1935 und nachfolgende Bearbeitungen) ablöste. In Vohburg werden seit 1909 Agnes-Bernauer-Festspiele durchgeführt, zuerst alle 25 Jahre, seit 2001 im vierjährigen Turnus als Freilichtaufführungen.


Literatur:

Quellen:

Externe Links:


Empfohlene Zitierweise:

Marita A. Panzer, Ermordung der Agnes Bernauer, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45822> (19.09.2011)


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Letzte Änderung: 19.09.2011