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Prälat Domprobst Dr. h.c. Thaddäus Stahler (1857-1938), Würzburg, von 1919-1933 Gründungsvorsitzender des "Landesverbandes der Diözesan-Priestervereine Bayerns", ohne Jahresangabe. (Klerusverband)
Prälat Domprobst Dr. h.c. Thaddäus Stahler (1857-1938), Würzburg, von 1919-1933 Gründungsvorsitzender des "Landesverbandes der Diözesan-Priestervereine Bayerns", ohne Jahresangabe. (Klerusverband)

Erstausgabe des "Klerusblattes" vom 1. Februar 1920, damals noch unter dem Titel "Blätter für den katholischen Klerus" (1920-1924). (Klerusverband)
Erstausgabe des "Klerusblattes" vom 1. Februar 1920, damals noch unter dem Titel "Blätter für den katholischen Klerus" (1920-1924). (Klerusverband)

Vorstand des Klerusverbandes 1933. (Klerusverband)
Vorstand des Klerusverbandes 1933. (Klerusverband)

Matthias Ehrenfried, erster Schriftleiter des Klerusblatts, hier als Bischof von Würzburg. (aus: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. 1. Band, Berlin 1931, S. 375)
Matthias Ehrenfried, erster Schriftleiter des Klerusblatts, hier als Bischof von Würzburg. (aus: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. 1. Band, Berlin 1931, S. 375)

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Klerusverband

1919 auf Anregung von Kardinal Faulhaber gebildete Standesvertretung der katholischen Geistlichen Bayerns und der Pfalz, entstanden aus dem Zusammenschluss der zeitgleich gegründeten Priestervereine der einzelnen Diözesen. Der Klerusverband ist eine selbständige Organisation des Klerus in Bayern, der im übrigen Deutschland in der PAX-Priestervereinigung organisiert ist.


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Artikel von Florian Trenner

Zielsetzung

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Der Klerusverband e.V. ist der Zusammenschluss der Diözesanklerikervereine der (Erz-)Diözesen Augsburg, Bamberg, Eichstätt, München und Freising, Passau, Regensburg, Speyer sowie Würzburg. Ziel und Zweck des Verbandes sind gemäß der Vereinssatzung: "1. Erteilung von Auskunft und Rat in Fragen des beruflichen und des privaten Lebens der Kleriker; 2. Gewährung von Rechtsschutz der Kleriker [...]; 3. ideelle und materielle Unterstützung von Klerikern; 4. Schutz der Standesehre; 5. Abschluss von Tarifverträgen."

Gründung 1919

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Die Gründung des Klerusverbandes geht auf eine Initiative Michael Kardinal v. Faulhabers (1869–1952) zur Vertretung der Standesinteressen zurück. Am 17. Dezember 1919 fand in Nürnberg die konstituierende Versammlung statt. Erster Vorsitzender des neuen Verbandes war Domkapitular Dr. Thaddäus Stahler (1857-1938, aus der Diözese Würzburg; erster Vorsitzender 1919-1933), erster Schriftleiter des Verbandsorgans "Blätter für den katholischen Klerus" (ab 1925: "Klerusblatt") Prof. Dr. Matthias Ehrenfried (1871-1948; seit 1924 Bischof von Würzburg), erster geschäftsführender und den Verband wesentlich prägender Landessekretär von 1925 bis 1957 Prälat Alois Natterer (1884-1957). Bis 1939 schlossen sich ca. 6.200 Priester im Klerusverband zusammen.

Eigenständige bayerische Organisation

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Mit dem Klerusverband entstand eine eigene Standesvertretung des bayerischen und pfälzischen Klerus. Im übrigen Deutschland existiert als vergleichbare Organisation die bereits 1905 gegründete PAX-Vereinigung katholischer Kleriker e.V. PAX und Klerusverband entwickelten jeweils aber ein eigenständiges Profil und unterschiedliche Tätigkeitsfelder.

Entwicklung seit 1933

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In der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur hatte der Klerusverband unter den vielfältigen Repressalien gegen katholische Geistliche zu leiden und musste in etwa 1.000 Fällen rechtliche Beratung leisten bzw. finanzieren. Außerdem war das "Klerusblatt" einer strengen Zensur unterworfen und wurde 1937/38 und 1939/40 für mehrere Monate sowie von 1943 an gänzlich verboten.

Das erste "Klerusblatt" nach dem Krieg verkündete im Oktober 1946 das "lebenskräftige" Weiterbestehen des Klerusverbandes, der nun die Anforderungen einer veränderten Seelsorgssituation (Wiederaufbau des Landes und der Kirchen, Betreuung der Vertriebenen und Umgesiedelten etc.) unterstützend begleitete. In den 1960er Jahren war die Verdeutlichung, Umsetzung und Verarbeitung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ein wesentliches Anliegen des Klerusverbandes, das durch wegweisende Beiträge im Klerusblatt - u. a. von Kardinal Julius Döpfner (1913-1976), Joseph Ratzinger (Benedikt XVI., geb. 1927), Kardinal Joseph Frings (1887-1978), Karl Rahner SJ (1904-1984), P. Mario v. Galli SJ (1904-1987) - belegt ist.

Sinkende Priesterzahlen und die voranschreitende Säkularisierung prägten seit den 1980er Jahren die Arbeit des Klerusverbandes. Im Jahr 2005 gehörten etwa 3.350 Priester und Diakone dem Verband an.

Einrichtungen

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Die Ziele und Aufgaben des Verbandes blieben über all die Jahre hin konstant. Diesen Zielen dienen:



VorsitzenderLebensdatenAmtszeitDiözese
Dr. Thaddäus Stahler1857-19381919-1933Würzburg
Prälat Georg Böhmer1875-19431933-1942München-Freising
Prälat Dr. h.c. Franz Stadler1899-19771942-1954München-Freising
Msgr. Josef Holzer1904-19771954-1967München-Freising
Prälat Konrad Miller1912-19911967-1982München-Freising
Msgr. Josef Grabmaiergeb. 19251982-1992München-Freising
Prälat Herbert Junggeb. 19481992-2011München-Freising
Andreas Simbeckgeb. 1962seit 2011München-Freising

Literatur:

Weiterführende Recherche:

Externe Links:


Empfohlene Zitierweise:

Florian Trenner, Klerusverband, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44912> (07.02.2012)


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Letzte Änderung: 07.02.2012