Festungshaft Adolf Hitlers in Landsberg, 1923/24
Nach dem gescheiterten Putschversuch vom 8./9. November 1923 wurde Adolf Hitler (NSDAP, 1889-1945) am 11. November in der Villa Ernst Hanfstaengls (1887-1975) in Uffing am Staffelsee verhaftet und in der Haftanstalt Landsberg am Lech inhaftiert. Das Volksgericht München verurteilte ihn am 1. April 1924 wegen Hochverrats zu einer fünfjährigen Festungshaftstrafe und attestierte ihm damit eine "ehrenhafte Gesinnung". Während der Inhaftierung schrieb Hitler den größten Teil des ersten Bandes von "Mein Kampf". Am 20. Dezember 1924 wurde er vorzeitig auf Bewährung entlassen. Nach der NS-"Machtergreifung" von 1933 entwickelte sich die ehemalige Gefängniszelle Hitlers zu einem nationalsozialistischen Wallfahrtsort; Landsberg wurde 1937 "Stadt der Jugend". Nach Kriegsende 1945 errichtete die US-Besatzungsmacht in der Landsberger Haftanstalt ein Kriegsverbrechergefängnis, heute befindet sich dort eine Strafvollzugsanstalt.
Literatur:
- Von Hitlers Festungshaft zum Kriegsverbrecher-Gefängnis No. 1: Die Landsberger Haftanstalt im Spiegel der Geschichte, in: Landsberg im 20. Jahrhundert, Heft 1 (1993).
- Der "nationalsozialistische Wallfahrtsort" Landsberg: 1933-1937: Die "Hitlerstadt" wird zur "Stadt der Jugend", in: Landsberg im 20. Jahrhundert, Heft 3 (1993).
- Werner Maser, Adolf Hitlers Mein Kampf. Geschichte, Auszüge, Kommentare, Esslingen 11. Auflage 2004, insb. 15-30.
Weiterführende Recherche:
Externe Links:
- Bürgervereinigung zur Erforschung der Landsberger Zeitgeschichte: Hitlers Festungshaft in Landsberg
- Stadt Landsberg am Lech: Gefangenenanstalt Landsberg
- Deutsches Historisches Museum: Text des Urteils im Hitlerprozess, 1. April 1924.
- Bürgervereinigung Landsberg: Landsberg wird zum Wallfahrtsort des Nationalsozialismus
Letzte Änderung: 15.10.2009

