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TSV München von 1860

Version vom 12. Februar 2020, 14:29 Uhr von imported>Zechkleberb (Die Stadt rettet den Verein vor dem Konkurs)
Das offizielle Vereinswappen des "Turn- und Sportverein München von 1860" (kurz: TSV 1860 München). (Quelle: Wikimedia Commons)
Die Geschäftsstelle des TSV 1860 München. (Foto von Ampfinger lizensiert durch CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

von Anton Löffelmeier

Der Verein wurde 1848 als Münchner Turnverein gegründet, zwei Jahre später jedoch wieder aufgelöst. 1860 kam es zu einer erneuten Gründung und der Sportverein entwickelte sich zum erfolgreichsten Verein im Münchner Stadtgebiet. Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete der Verein neben eigenen Hallen und Sportplätzen das heute noch bestehende Stadion an der Grünwalder Straße (1919). Waren in der Weimarer Zeit anfangs im Wesentlichen die leichtathletischen Sparten erfolgreich, gewann vor allem die Fußballabteilung an Bedeutung. Während der NS-Zeit übernahmen völkisch geprägte Funktionäre die Vereinsleitung, die nach Kriegsende 1945 zum Teil interniert wurden. Leichtathleten und Fußballer konnten nach 1945 an Vorkriegserfolge anknüpfen. Ab den 1960er Jahren absorbierte der Aufwand für den Profifußball einen Großteil der Vereinsmittel; lediglich die Basket- und Volleyballmannschaften konnten sich auch noch in den ersten Ligen behaupten. Seit den 1970er Jahren kämpft der Verein immer wieder mit finanziellen Problemen.

Die Anfänge

Die Gründungsgeschichte des Vereins reicht bis in das Jahr 1848 zurück. Im März 1848 entstand ein provisorischer Ausschuss zur Bildung eines Turnvereins. Am 1. Juli genehmigte die Münchner Polizeidirektion die vorgelegte Satzung. Am 15. Juli 1848 fand die Gründungsversammlung des "Münchner Turnverein(s)" statt. Den Vorsitz übernahm der Wiener Hofschauspieler Adolf Schwarz (geb. 1822).

Wiedergründung und Vereinsnamen

Im Zuge der restriktiven Vereinsgesetzgebung unter König Maximilian II. von Bayern (reg. 1848-1864) erfolgte am 6. Juli 1850 die Schließung. Den Mitgliedern wurde jede weitere Versammlung sowie das Tragen von Turn- oder sonstigen Erkennungszeichen untersagt. Die Wiedergründung des Vereins, zunächst unter dem Namen "Verein zur körperlichen Ausbildung", erfolgte am 16. und 23. Mai 1860. In den folgenden Jahrzehnten kam es zu einigen Namensänderungen:

  • 1862: "Münchener Turnverein"
  • 1866: "Turnverein München"
  • 1900: "Turnverein München von 1860"
  • 1919: "Turn- und Sportverein München von 1860".

Entwicklung der Mitgliederzahlen und Vereinseinrichtungen bis 1914

Auenstraße 19: Ehemalige Geschäftsstelle und angeschlossene Turnhallen des TSV 1860 München. (Foto von Ampfinger lizensiert durch CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

In den ersten 50 Jahren des Bestehens wuchs der Verein stetig und entwickelte sich zum größten und erfolgreichsten Münchner Turnverein (1860: 150 Mitglieder, 1885: 800, 1900: 1.739, 1909: 2.870). 1879 führten vereinsinterne Auseinandersetzungen zum Austritt einiger Mitglieder und zur Gründung des "Männer-Turnvereins München" (heute: Männer-Turn-Verein von 1879; kurz: MTV München von 1879). Der erste Turnplatz des Vereins befand sich in der Münchner Isarvorstadt an der Müllerstraße. In den Jahren 1862/63 wurde direkt daneben an der Jahnstraße eine Turnhalle errichtet und im Jahr darauf am Vereinsgelände ein Bad mit Schwimmschule. Nachdem infolge von Straßenregulierungsarbeiten die Turnhalle abgerissen werden musste, errichtete der Verein auf einem von der Stadt erkauften Gelände nahe der Isar an der Auenstraße in den Jahren 1888/89 ein neues Vereinsheim mit Turnhalle und Turnplätzen. 1904 erbaute man auf einem Gelände in Holzapfelkreuth an der südwestlichen Peripherie der Stadt einen Waldspielplatz.

Abteilungsgründungen bis zum Ersten Weltkrieg

Der Münchner Josef Waitzer (rechts; 1884-1966) war einer der begabtesten und erfolgreichsten Leichtathleten in den Reihen des TSV 1860. Staffelübergabe von Dr. Hans Haggenmüller jun. an Waitzer beim Staffellauf Schleißheim-München, dem Vorläufer des Staffellaufes Grünwald-München, im Jahr 1913. Waitzer machte sich u. a. im Speerwerfen, Staffellauf und Kugelstoßen einen Namen. Bei den Olympischen Spielen 1912 belegte er den 19. Platz im Speerwerfen und den 16. Platz im Diskuswurf. (Quelle: Wikimedia Commons)

Im Verein entfaltete sich neben den stetig wachsenden Turnabteilungen reges gesellschaftliches Leben. 1861 gründete sich ein Sängerkreis, 1863 eine Freiwillige Feuerwehr, 1887 ein Turner-Sanitätszug und 1889 eine "Artistenriege". Die Mitglieder konnten eine große Vereinsbibliothek nutzen. Die sich in Deutschland seit den 1880er Jahren ausbreitende Sportbewegung führte zur Gründung neuer Abteilungen und Riegen (1887: Turner-Alpen-Kränzchen, 1901: Bergsteigerriege, 1903: Schwimmriege, 1907: Schneeschuhriege, die spätere Skiabteilung, 1911: Hockeyabteilung, 1912: Kraftsportabteilung, die spätere Schwerathletikabteilung). Im Jahr 1888 wurde eine Frauenriege gegründet.

Die Fußballabteilung

Das Stadion an der Grünwalder Straße (kurz: Grünwalder Stadion oder nur Grünwalder, "Sechz'ger-Stadion" oder nur "Sechz'ger", früher auch "Sechz'gerplatz") war bis zum Bau des Olympiastadions das größte Fußballstadion in München und wurde entsprechend von den großen Fußballclubs der Stadt als Spielstätte genutzt. Es wurde 1911 vom TSV 1860 München errichtet. Abb. aus: Das Bayerland, Jahrgang 34 vom Juli 1923, 175. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Bavar. 198 t-34)

Der im März 1899 gegründeten Fußballriege wurde schon nach kurzer Zeit "ein lebhaftes Aufblühen" (Turnerratssitzung des Vereins vom 25.04.1899, in: 50 Jahre Fußballabteilung 1860 München, 3) bescheinigt. Im Herbst 1903 trat die Abteilung dem Münchner Fußball-Bund (MFB) bei und im Jahr 1905 dem Süddeutschen Fußball-Verband (SFV). Seit 1908 nutzte die Fußballabteilung eine umzäunte Wiese am Alpenplatz im Stadtteil Giesing als Spielstätte, 1911 wurde an der Grünwalder Straße eine Fläche zur Errichtung einer Stadionanlage erworben.

Mitgliederstruktur

Die Mitgliederstruktur war bis zum Ersten Weltkrieg geprägt von Selbständigen, Gewerbetreibenden, Beamten und mittleren Angestellten. Den Vereinsvorsitz hatten magistratische Angestellte, höhere Beamte und Ärzte inne. Im Jahr 1905 übernahm der Wittelsbacher Prinz Rupprecht von Bayern (1869-1955), der spätere Kronprinz, das Protektorat über den Verein. Die unteren Einkommensschichten waren im Verein nur in geringem Umfang vertreten. Unter den 34 Vereinsjubilaren des Jahres 1908, welche für 25-jährige bzw. 15-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden, befanden sich acht Kaufleute und sieben Handwerksmeister. Neun Geehrte waren der Gruppe der Fabrikanten, freien Berufe und Selbständigen zuzurechnen, vier Mitglieder zählten zur Gruppe der Bankbeamten, Buchhalter und Prokuristen und sechs Mitgliedsjubilare waren der höheren Beamtenschaft und den Universitätsprofessoren zugehörig.

Das Selbstverständnis des Vereins

Der Verein verstand sich als bürgerlicher Musterverein. Er wollte nicht nur an der sittlichen und körperlichen Erziehung der Jugend mitwirken, sondern auch in den politisch-gesellschaftlichen Raum hineinwirken. Die Grundstimmung war betont national und patriotisch. In der Zugehörigkeit zur Deutschen Turnerschaft (DT) sah man sich am "vaterländisch(en) Wirken" (Jahrbuch 1909, 1) beteiligt. Der Verein versuchte im Kleinen ein Spiegelbild des großen städtischen Gemeinwesens darzustellen. Stadtspitze und Magistrat würdigten dies durch Anwesenheit bei den sportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen wie auch durch großzügiges Entgegenkommen beim Erwerb von Grundstücken für die Errichtung der Vereinsanlagen und durch finanzielle Unterstützung der Wettkampfreisen.

Wahrnehmung des Vereins

Fußballspiel Bayern München gegen den TSV 1860 auf dem Bayernplatz an der Leopoldstraße, um 1912. (Stadtarchiv München FS-ALB-030-28)

So war der Verein bis zum Ende des Ersten Weltkriegs in erster Linie attraktiv für Angehörige der städtischen Mittel- und Oberschicht. Jedoch übte er auch auf ehrgeizige junge Leute aus der unteren Mittelschicht und aus dem Kleinbürgertum, die beruflich und gesellschaftlich aufsteigen wollten, eine große Anziehungskraft aus. Neben der sportlichen Förderung konnte der Verein durch seine engen Verflechtungen in die städtische Verwaltung und zu Sportverbänden ein weitverzweigtes Netz an Kontakten nutzen. Erfolgreiche Sportler aus diesem Milieu, wie etwa die Leichtathleten Emil Ketterer (1883-1959) und Josef Waitzer (geb. 1884), verdankten ihren beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg nicht zuletzt der Förderung durch den Verein. Eine Nähe zu Inhalten und Idealen der Arbeitersportbewegung ist weder in den Führungsgremien des Vereins noch unter den Mitgliedern feststellbar. Auch unter den Anhängern des Vereins ist bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs eine Zuschreibung als "Arbeiterverein" nicht nachweisbar. Die Situierung des Hauptspielplatzes des Vereins im Arbeiterviertel Giesing mag zu dem späteren Mythos vom "Arbeiterverein" allerdings einen Baustein geliefert haben. Diese Zuschreibung entstand wohl erst nach der Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahr 1963, die zu einer verstärkten Rivalität mit dem (bald erfolgreicheren und finanzkräftigeren) FC Bayern führte, dem seit seiner Gründung der Ruf des "Schwabingertums" anhaftete.

Der Verein im Ersten Weltkrieg

Schon bald nach Kriegsausbruch gingen führende Männer des Vereins daran, aus Vereinsmitgliedern und anderen Turnern ein "Turner-Landsturm-Regiment" zusammenzustellen, das zahlreiche Turner für den Wehrdienst vorbereitete und in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen bald 1.000 Mann stark war. So dürften sich auch viele Vereinsmitglieder unter den aus rund 1.600 Mann gebildeten vier Kompanien Landsturm-Turnerriegen befunden haben, die am 13. Dezember 1914 in München König Ludwig III. (1845-1921, Prinzregent 1912-1913, König 1913-1918) vor dem Wittelsbacher Palais eine Huldigung darbrachten. Bis Kriegsende waren 1.150 Vereinsmitglieder eingezogen worden, 137 davon kamen im Ersten Weltkrieg ums Leben.

Neubeginn nach dem Ersten Weltkrieg, großes Wachstum und sportliche Erfolge bis 1933

Der Damenturnsaal des TSV 1860 München. Abb. aus: Das Bayerland, Jahrgang 34 vom Juli 1923, 174. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Bavar. 198 t-34)
Die Männerturnhalle des TSV 1860 München. Abb. aus: Das Bayerland, Jahrgang 34 vom Juli 1923, 174. (Bayerische Staatsbibliothek, 4 Bavar. 198 t-34)

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs nahm am 20. Mai 1919 der Turn- und Sportverein München von 1860 in allen Abteilungen den Betrieb wieder auf. Die Sport- und Trainingsanlagen an der Auenstraße wurden erweitert; auch der Platz an der Grünwalder Straße wurde seit 1919 mit Hilfe städtischer Kredite zu einem modernen Stadion (Fassungsvermögen: 40.000 Zuschauer) ausgebaut und am 10. Oktober 1926 offiziell eröffnet. Die Mitgliederzahlen erreichten schon bald wieder das Vorkriegsniveau, stiegen bis Ende der 1920er Jahre kontinuierlich an, brachen aber nach Ausbruch der Weltwirtschaftskrise ein (1919: 2.696 Mitglieder, 1921: 3.782, 1931: 3.682, 1932: 2.898). Neue Abteilungen wurden gegründet für Turnspiele (1919), Motorsport (1920), Faltbootfahrer (1921) und Handballspieler (1927). Die Schwerathleten und die Leichtathleten stießen in die deutsche Spitze vor. In einzelnen Disziplinen dominierten sie sogar die deutsche Sportszene und hatten regelmäßige Erfolge bei großen Wettbewerben:

  • Der Gewichtheber Josef Straßberger (1894-1950) holte 1928 in Amsterdam (Niederlande) im Schwergewicht olympisches Gold und 1932 in Los Angeles Bronze.
  • Federgewichtler Hans Wölpert (1898-1957) gewann 1932 in Los Angeles (USA) die Silbermedaille.
  • Rosa Kellner (1910-1984) errang bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam mit der deutschen 4-mal-100-m-Staffel die Bronzemedaille.
  • Die 4-mal-100-m-Vereinsstaffel der Frauen stellte mehrmals Weltrekorde auf; bei den Frauenweltspielen in Prag (Tschechien) am 6. und 7. September 1930 erreichte die Vereinsstaffel in der Besetzung Rosa Kellner, Agathe Karrer (1902-1988), Luise Holzer (geb. 1905) und Elisabeth Gelius (1909-2006) als Nationalstaffel den ersten Platz (49,9 Sek.) vor England und Polen.

Sportliche Entwicklung der Fußballabteilung zwischen 1919 und 1933

Die Fußballmannschaft etablierte sich zu Beginn der 1920er Jahre neben dem FC Bayern München und dem FC Wacker München als dritte Größe in der Stadt und stieß in die deutsche Spitze vor. In den Jahren 1927 und 1933 erreichte sie das Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft; 1931 verlor sie im Finale gegen Hertha BSC Berlin (2:3).

Die "reinliche Scheidung"

Der Streit zwischen der Deutschen Turnerschaft und den unabhängigen Fachverbänden für Fußball, Leichtathletik und Schwimmen um die wechselseitige Mitgliedschaft in den jeweiligen Verbänden gipfelte im Jahr 1923 in der Forderung der Deutschen Turnerschaft an die Vereine, die "reinliche Scheidung" durchzuführen. Das bedeutete, entweder die Sportler aus dem Verein auszuschließen oder sich für einen Übertritt in einen der Fachverbände zu entscheiden. Der TSV München von 1860 gliederte 1924 die Fußball- und Leichtathletikabteilung durch Gründung eines "Sportvereins München von 1860" (SpV München 1860) aus dem Verein aus, benannte den Hauptverein wieder in "Turnverein München von 1860" (TV München 1860) um, fasste beide Vereine unter dem Dach eines gemeinsamen Verwaltungsrates zusammen und konnte so den Zusammenhalt des Vereins wahren.

Krisenjahre

Die Auswirkungen der durch den New Yorker Börsenkrach vom Oktober 1929 ausgelösten Weltwirtschaftskrise trafen den finanziell angeschlagenen Verein hart. Zu den sinkenden Wettspieleinnahmen kamen rückläufige Beitragseingänge, die nicht nur aus dem Mitgliederschwund, sondern auch aus der hohen Arbeitslosigkeit der Mitglieder resultierten. Im Sommer 1931 waren 40 % der Mitglieder arbeitslos. Seit 1932 konnte der Turnverein die aus dem Stadionbau herrührenden Zins- und Tilgungsbeiträge an die Städtische Spar- und Girokasse nicht mehr bezahlen.

Machtübernahme, Gleichschaltung und Umsetzung des Führerprinzips

Schon bald nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Februar/März 1933 konnte eine starke völkische Gruppierung im Verein Führungspositionen übernehmen. Heinrich Zisch (1869-1947), der langjährige Vorsitzende von Turnverein (seit 1924) und Sportverein (seit 1929), war bereits im zweiten Halbjahr 1932 von seinen Funktionen zurückgetreten. Den Vorsitz im Turnverein übernahm im März 1933 der deutsch-national gesinnte Wilhelm Hacker. Am 26. September 1933 wurde in einer Hauptversammlung des Turnvereins die Umsetzung des Führerprinzips beschlossen. Wenige Monate später löste sich der Sportverein auf und schloss sich mit sämtlichen Abteilungen dem Turnverein an, sodass am 6. März 1934 der "Turn- und Sportverein München von 1860" wieder neu errichtet werden konnte. Zum neuen Vereinsführer wurde am 26. April 1934 SA-Sturmbannführer Fritz Ebenböck (NSDAP, 1901-1982) gewählt. Unter seiner Führung wurde am 26. Februar 1935 die von Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten (NSDAP, 1887-1943) verfügte Annahme der neuen Einheitssatzung beschlossen, welche auch die Verpflichtung zur Beachtung des "Arierparagraphen" beinhaltete. Seine Nachfolger Ludwig Holzer (NSDAP, Vorsitzender 1935-1936) und Emil Ketterer (NSDAP, 1883-1959, Vorsitzender 1936-1945) hatten ebenfalls hohe Funktionen in SA und Partei inne.

In welchem Umfang und in welcher Intensität die Ausschaltungs- und Gleichschaltungsmaßnahmen auf der Ebene der Abteilungen durchgeführt wurden, ist bisher nur ansatzweise erforscht. In der Fußballabteilung scheiterte in den Jahren 1936 bis 1938 der Versuch, in Theo Benesch (NSDAP, 1899-1954) einen exponierten Parteigänger der Nationalsozialisten an der Spitze der Abteilung zu etablieren, am Widerstand der alten konservativen Führungsschicht. Erst 1941 übernahm mit Sebastian Gleixner (NSDAP, geb. 1901) ein Mitglied der NSDAP-Stadtratsfraktion, der bereits vor 1933 zu den rücksichtslosesten Rädelsführern der NSDAP in München zählte, das Amt des Fußballabteilungsleiters.

Jüdische Mitglieder im Verein

Jüdische Mitglieder und aktive Sportler besaß der Verein nur wenige. Julius Gerstle (geb. 1896) zählte zu Beginn der 1920er Jahre zu den besten deutschen 100-m-Läufern, der Kaufmann Sigmund Oppenheim (geb. 1861) erhielt zu seinem 70. Geburtstag im Nachrichtenblatt des Vereins eine Glückwunschadresse, der jüdische Trainer Richard "Little" Dombi (1888-1963) betreute in der Saison 1928/29 erfolgreich die erste Fußballmannschaft. Nach Machtübernahme der Nationalsozialisten dürften im Verein kaum mehr jüdische Mitglieder anzutreffen gewesen sein, zumal in der Vereinszeitung im Frühjahr und Sommer 1933 mehrfach Beiträge publiziert wurden, die den Ausschluss jüdischer Mitglieder aus und die Einführung des "Arierparagraphen" in den Turnvereinen forderten.

Die Stadt rettet den Verein vor dem Konkurs

Das Stadion an der Grünwalder Straße kam 1937 in den Besitz der Stadt München. Das Foto zeigt die "Stehhalle" zwischen 1945/1954. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv, hoff-65578)

Enge Verbindungen zur NSDAP-Stadtratsfraktion ermöglichten es dem Verein, in den Jahren ab 1934 Teile des vereinseigenen Geländes an der Auenstraße zu vorteilhaften Bedingungen an die Stadt und an einen privaten Bauträger zur Schuldentilgung zu verkaufen. Im Jahr 1937 erwarb schließlich die Stadt das Stadion an der Grünwalder Straße, um den finanziellen Zusammenbruch des Vereins zu verhindern. Im sportlichen Bereich konnte der Verein bis zum Kriegsausbruch 1939 weiterhin große sportliche Erfolge feiern. Die Leichtathleten siegten 1934 und 1936 bis 1938 in der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft, die Gewichtheber errangen 1938 zum elften Mal die seit 1922 ausgetragene Deutsche Vereinsmeisterschaft und die Geräteturner gewannen 1937 und 1938 die erstmals ausgetragenen deutschen Vereinswettbewerbe.

Der Spiel- und Wettkampfbetrieb im Zweiten Weltkrieg

Mit Kriegsausbruch kam der Wettkampfbetrieb sehr bald zum Erliegen, einzig die Fußballabteilung konnte bis Kriegsende einen (wenn auch seit 1943 immer weiter eingeschränkten) Wettspielbetrieb aufrechterhalten. Mit dem Gewinn des Deutschen Fußballpokals (Deutsche Vereinspokalmeisterschaft, sog. Tschammer-Pokal) am 15. November 1942 im Berliner Olympiastadion (2:0 gegen den FC Schalke 04) gelang der bisher größte sportliche Erfolg. Durch alliierte Luftangriffe wurden das Vereinsheim an der Auenstraße 19 (18. März 1944 und 12. Juli 1944) und das Stadion an der Grünwalder Straße (6./7. September 1943 und 2. Oktober 1943) schwer beschädigt.

Die Situation am Kriegsende 1945

Bei Kriegsende 1945 waren Vereinsheim, Sport- und Spielplätze zerstört. Viele Vereinsmitglieder waren an der Front und durch Fliegerangriffe umgekommen: Die Chronik zum 100-jährigen Vereinsjubiläum nennt 154 Gefallene und 22 Vermisste. Unter ihnen befanden sich bekannte Ligaspieler wie Ludwig Stock, Franz Graf, Heinz Krückeberg (1921-1945) und Gustl Thalmayr. Eine beachtliche Anzahl ehemaliger Führungskräfte, darunter die Vereinsvorsitzenden Emil Ketterer und Fritz Ebenböck sowie Fußballabteilungsleiter Sebastian Gleixner, befand sich wegen ihrer NS-Vergangenheit in Internierungslagern.

Schwieriger Neuaufbau und erste sportliche Erfolge

Stabile Strukturen in der Vereinsführung stellten sich erst nach einigen Jahren wieder ein, da auch die neue Stadtverwaltung und die US-Militärregierung einen personellen Neuanfang forderten. So erfolgte der Neuaufbau von unten durch Abteilungen wie den Leichtathleten, Geräteturnern, Boxern und Gewichthebern, die bereits 1946/47 wieder an die Vorkriegserfolge anknüpfen konnten. Die Fußballabteilung gehörte zu den Gründungsmitgliedern der am 4. November 1945 startenden Süddeutschen Oberliga. Der Wiederaufbau des Vereinsheimes erfolgte in den Jahren 1949 bis 1951. Die Leichtathletikmannschaft der Männer gewann von 1947 bis 1959 ununterbrochen die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft, die Frauen gewannen 1958 beim erstmals ausgetragenen Frauenwettbewerb. Ähnlich erfolgreich war die Gewichthebermannschaft. Hans Schattner (1912-1954) und Josef Schuster (1906-1996) nahmen an den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki teil. Bei den Spielen in Melbourne 1956 war der Verein mit Almut Brömmel (geb. 1935) (Speerwurf), Kreszentia "Zenta" Kopp (geb. Gastl, 1933. 80-m-Hürdenlauf) und Walter Konrad (geb. 1928, 10.000-m-Lauf) vertreten.

Adalbert Wetzel als Förderer und Mäzen

Mit dem Eintritt von Adalbert Wetzel (1904-1990, Vorsitzender 1952-1969), der seit Kriegsende die Sportler mit Geld und Naturalien alimentierte, in die Vorstandschaft des Gesamtvereins im Jahr 1950 kehrte wieder Kontinuität in die Führungsspitze ein. Unter seiner Führung hatte der Verein äußerst erfolgreiche Jahre.

Der Verein in der neu gegründeten Fußball-Bundesliga

1966 gewann der TSV 1860 München zum ersten und bislang einzigen Mal die Deutsche Fußballmeisterschaft. Im Bild zu sehen ist Torwart Petar "Radi" Radenković (geb. 1934) mit der Meisterschale im Grünwalder Stadion in München von Fans umgeben. (Foto: © HORSTMÜLLER)

Die Fußballabteilung qualifizierte sich als Meister der Oberliga Süd im Jahr 1963 direkt für die Aufnahme in die neu gegründete Bundesliga, was dem Lokalrivalen FC Bayern erst zwei Jahre später gelingen sollte. In den Jahren nach 1963 feierte der Verein seine bisher größten Erfolge: 1964 Gewinn des DFB-Pokals, 1965 Einzug in das Finale des Europapokals der Pokalsieger (in London 0:2 gegen West Ham United) und 1966 Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

Probleme aufgrund der Professionalisierung und Kommerzialisierung des Fußballsports

Die seit Einführung der Fußball-Bundesliga verstärkt einsetzende Professionalisierung und Kommerzialisierung des Fußballsports führte zu einer Konzentration der finanziellen Mittel des Vereins auf die Profifußballmannschaft und zu einer rückläufigen Unterstützung der anderen Abteilungen, deren Erfolge spürbar zurückgingen. Einzig der Basketballmannschaft und der Volleyballmannschaft der Herren gelang es in den 1970er Jahren, sich in den jeweiligen ersten Ligen zu etablieren. Der Verein geriet in dieser Zeit allerdings immer stärker in eine finanzielle Schieflage, so dass 1975 die Basketballabteilung aufgelöst werden musste. Von 1975 bis 1977 existierte in der ersten Basketball-Bundesliga noch eine Spielgemeinschaft mit dem USC München. 1989 wechselte die sehr erfolgreiche Volleyballmannschaft der Herren (sie errang 1973, 1975, 1978 und 1980 die Deutsche Meisterschaft) zum TSV Milbertshofen. Bereits im Jahr 1982 musste die vereinseigene Turnhalle in der Auenstraße an die Stadt verkauft werden. Ein weiterer Schritt in die Verselbständigung der Profifußballabteilung wurde 2002 durch die Ausgliederung der Geschäfte der Profifußballabteilung sowie der U-21 und der A-Junioren aus dem Gesamtverein unternommen. Deren Geschäfte werden seitdem durch die TSV München von 1860 GmbH und Co. KGaA geführt.

Die Stadionfrage

Der Wiederaufstieg der Profifußballmannschaft in die Erste Bundesliga 1994 rückte den von den Verantwortlichen des Vereins im Hinblick auf die Generierung höherer Erlöse aus dem Verkauf von Eintrittskarten und aus der Vermarktung der Spielstätte als dringend notwendig erachteten Ausbau des Grünwalder Stadions wieder verstärkt in den Blickpunkt. Die Stadt als Eigentümerin des Stadions wollte aufgrund der schwierigen Finanzlage jedoch keine größeren Investitionen tätigen. Am 30. Mai 1995 beschloss die Delegiertenversammlung des Vereins auf Empfehlung ihres Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser (1939-2010) den Umzug in das Olympiastadion. Dieses sollte in den nächsten Jahren zu einem modernen, fußballtauglichen Stadion ausgebaut werden, was jedoch im Zuge der Planungen für eine neue Arena, die als Spielort für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 dienen sollte, im Jahr 2000 endgültig fallen gelassen wurde.

Nachdem die Landeshauptstadt München allerdings eine Beteiligung an den Baukosten für eine neue Arena ablehnte und nur die Infrastrukturkosten finanzieren wollte (sog. Stadiongipfel am 19.12.2000; Beer, 2011, 159), einigten sich der TSV 1860 und der FC Bayern darauf, gemeinsam als gleichberechtigte Partner eine neue Arena zu bauen. Jeder Verein sollte einen Kostenanteil von 250 Mio. DM tragen, nach Abzahlung der Kredite sollte jedem der beiden Vereine 50 % des Stadions gehören. Am 11. Juli 2001 entschied sich der Münchner Stadtrat für ein Areal im Gewerbegebiet München-Fröttmaning als Stadionstandort, der auch in einem am 21. Oktober 2001 abgehaltenen Bürgerentscheid Zustimmung fand. Dem Stadion an der Grünwalder Straße drohte nun der Abriss.

Der Abstieg der Fußballmannschaft in die Zweite Bundesliga im Mai 2004 und die vom Verein geplante und von Stadtrat und Kreisverwaltungsreferat bewilligte Rückkehr in das Grünwalder Stadion veränderten dann aber die Perspektiven für den Erhalt des Stadions nachhaltig. Der Verein übernahm einen Großteil der Umbaukosten. Ein neues Traditionsbewusstsein machte sich bei Vereinsführung und Anhängern bemerkbar. Der neue Geschäftsführer des Vereins, Roland Kneißl, sprach sogar davon, in der Saison 2004/05 solle "der Kultcharakter von 1860 gepflegt werden" (Beer, 2011, 168).

Mit Fertigstellung der neuen, 69.000 Zuschauer fassenden Arena Ende Mai 2005 musste jedoch zur Zweitligasaison 2005/06 ein Wechsel in das neue Stadion erfolgen, dessen Miet- und Betriebskosten sich für den Verein bei sinkenden Zuschauerzahlen jedoch sehr bald als untragbare finanzielle Belastung erwiesen. Um der Insolvenz zu entgehen, verkaufte der Verein Ende April 2006 seine Stadionanteile für 11,6 Mio. Euro an den FC Bayern. Ein bis 2010 gewährtes Rückkaufsrecht für die Anteile trat der Verein bereits im Frühjahr 2008 für 1,2 Mio. Euro an den FC Bayern ab, der nun über die Allianz Arena Stadion GmbH alleiniger Eigentümer der Arena war. Der TSV 1860 blieb aber weiterhin vertraglich bis 2025 als Mieter an die Stadion GmbH gebunden, was innerhalb des Vereins und der Anhänger zu heftigen, auch öffentlich ausgetragenen Kontroversen führte. Im Frühjahr 2011 drohte erneut die Insolvenz der TSV München von 1860 GmbH und Co. KGaA, die jedoch durch den Einstieg des jordanischen Geschäftsmanns Hasan Ismaik (geb. 1977) als Investor abgewendet werden konnte. Dessen Firma HAM International Limited (Sitz: Dubai) hält seit Sommer 2011 60 % der Aktien der KGaA, wovon allerdings gemäß der 50+1-Regel der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nur 49 % stimmberechtigt sind.

Das Spannungsverhältnis zwischen dem Umfang der Einflussnahme des Investors auf die Geschäftsführung der KGaA und den Handlungsspielräumen der Vereinsführung bestimmt seitdem wesentlich die Diskurse innerhalb des Vereins und die wirtschaftlichen Dispositionen von Verein und KGaA. Die seit dem Rücktritt des Vereinsvorsitzenden Karl-Heinz Wildmoser im Jahr 2004 eintretenden häufigen Wechsel in den Führungspositionen des Vereins wie auch in der Geschäftsführung der KGaA prägten auch nach dem Einstieg des Investors das Vereinsgeschehen. Als die erste Mannschaft trotz hoher Investitionen in der Saison 2016/17 in Abstiegsnot geriet und schließlich in die Relegation musste, verweigerte der Investor die für den Erhalt der Drittligalizenz benötigte Zahlung von elf Mio. Euro. Der Verein erhielt daher keine Lizenz für die Dritte Liga und wurde für die Saison 2017/18 in die Vierte Liga (Regionalliga) zurückgestuft. Ein Rückzug des Investors aus der von der Insolvenz bedrohten KGaA bzw. eine Änderung in den Gesellschafterverhältnissen erfolgte nicht. Das im Juli 2017 mit Unterstützung der dem Investor kritisch gegenüber stehenden Fangruppierung "Pro 1860" neu gewählte Präsidium versucht seitdem eine unabhängige Position gegenüber dem Investor zu wahren.

Schriftzug über den Kassen im Nordosten des sog. Sechzgerstadions in München-Giesing. (Foto von Ampfinger lizensiert durch CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

Die Rückstufung in die Regionalliga ermöglichte es dem Verein, den bis 2025 geltenden Mietvertrag mit der Allianz Arena Stadion GmbH zu beenden. Am 11. Juli 2017 wurde der Mietvertrag aufgelöst. Seitdem trägt der Verein seine Punktspiele wieder im Grünwalder Stadion aus. Seit Juli 2008 wurde es von der Stadt durch Instandsetzungsmaßnahmen für Spiele der Dritten Liga tauglich gemacht.

Sportliche Berg- und Talfahrten der Ersten Fußballmannschaft

Für die Fußballmannschaft begann mit dem Abstieg in die Zweite Liga im Jahr 1970 eine über zwei Jahrzehnte währende sportliche Berg- und Talfahrt. Nach dem Lizenzentzug durch den DFB im Jahr 1982 wurde der Verein in die Drittklassigkeit strafversetzt. Dazwischen lagen zwei Wiederaufstiege in die Bundesliga (1977, 1979). Der Wiederaufstieg in die zweite Liga gelang 1991. Unter der von 1992 bis 2004 währenden Präsidentschaft von Karl-Heinz Wildmoser erfolgte 1994 die Rückkehr in die Erste Bundesliga. In den Spielzeiten 2004/05 bis 2016/17 spielte der Verein wieder in der Zweiten Bundesliga. Nach einer 0:2 Niederlage im zweiten Relegationsspiel gegen den SSV Jahn Regensburg am 30. Mai 2017 und der nicht erhaltenen Drittligalizenz wurde der Verein in der Saison 2017/18 in die Vierte Liga (Regionalliga) zurückgestuft. Nach Meisterschaft und Aufstieg spielt die Erste Mannschaft seit der Spielzeit 2018/19 in der Dritten Liga.

Weitere Abteilungen des Vereins

Der Verein kann mit 40 verschiedenen Sportarten ein vielfältiges Angebot bieten. Neben der Fußballabteilung, in der auch die 2015 gegründete Blinden-Fußballmannschaft und die 2016 gegründete Futsal-Mannschaft eingegliedert sind, existierten 2019 noch folgende Abteilungen:

  • Basketball,
  • Behindertensport,
  • Bergsport,
  • Boxen,
  • Golf,
  • Kegeln,
  • Leichtathletik,
  • Präzisionssport,
  • Ringen,
  • Rollsport,
  • Ski- und Radsport,
  • Tennis,
  • Turn- und Freizeitsport,
  • Wassersport,
  • E-Sport (seit Juni 2019).

Die größten Erfolge für die Skiabteilung erzielte Marina Kiehl (geb. 1955), die zwischen 1984 und 1987 fünf deutsche Meistertitel und sieben Weltcupsiege errang und 1988 bei den Olympischen Spielen in Calgary die Goldmedaille in der Abfahrt gewann.

Die Volleyballmänner gehörten in den 1970er Jahren in der Bundesliga zu den Spitzenmannschaften und errangen mehrfach die Deutsche Meisterschaft (1973, 1975, 1978, 1980). Seit dem Wechsel der Volleyballmannschaft zum TSV Milbertshofen im Jahr 1989 beteiligt sich der Verein nicht mehr am Ligabetrieb.

Die Boxabteilung nahm seit 1997 unter der Leitung des ehemaligen Boxprofis Ali Çukur wieder einen Aufschwung. Seitdem hat sich der TSV 1860 zu einer der bedeutendsten Boxamateurmannschaften Bayerns entwickelt. Im Jahr 2017 errang Magomed Schachidov die Deutsche Meisterschaft im Weltergewicht und holte damit zum ersten Mal seit 1975 wieder einen deutschen Meistertitel im Amateurboxen nach München. Im Jahr 2019 gewann Kenan Husovic die Deutsche Meisterschaft im Superschwergewicht. Das gesellschaftliche Engagement des Trainers bei der Ausbildung der jungen Boxer findet inzwischen über den Verein hinaus Aufmerksamkeit und Anerkennung. Beim 34. DOK.fest München, einem der größten europäischen Dokumentarfilm-Festivals, wurde im Mai 2019 die Premiere eines Dokumentarfilms gezeigt, der seine Arbeit als Boxtrainer und die Trainingsreise von jungen Boxerinnen und Boxern der Boxabteilung nach Ghana dokumentiert ("Lionhearted. Aus der Deckung", Regie: Antje Drinnenberg). In den Münchner Kammerspielen (Kammer 2) fand am 18. Januar 2020 im Rahmen des Festivals "Friendly Confrontations" ein Boxkampf zwischen den Boxerinnen und Boxern des TSV 1860, dem Attoh Quashie Boxing Gym und der Charles Quartey Boxing Foundation aus Ghana statt.

Aktueller Mitgliederstand

Der Verein verzeichnet nach dem Mitgliederhöchststand im Jahr 2001 (23.602) und dem anschließenden stetigen Rückgang bis zum Jahr 2016 wieder steigende Mitgliederzahlen. Im Februar 2019 wurde wieder die Marke von 23.000 erreicht. Zum 1. Mai 2019 betrug die Mitgliederzahl 23.653. Der Sitz des Vereins befindet sich heute auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße 114.

Literatur

  • Roman Beer, Kultstätte an der Grünwalder Straße. Die Geschichte eines Stadions, Göttingen 2011.
  • Roman Beer/Claus Melchior/Arnold Lemke. Der Triumph der Löwen. Die Meisterschaft 1966 des TSV München von 1860, Göttingen 2016.
  • Julius Bohus, Geschichte des Sports in Bayern (Hefte zur bayerischen Geschichte und Kultur 20), Augsburg 1998.
  • Gerhard Fischer/Ulrich Lindner, Stürmer für Hitler. Vom Zusammenspiel zwischen Fußball und Nationalsozialismus, Göttingen 1999.
  • Hardy Grüne/Claus Melchior, Legenden in Weiß und Blau. 100 Jahre Fußballgeschichte eines Münchner Traditionsvereins, Göttingen 1999.
  • Hardy Grüne/Claus Melchior, Die Löwen. Die Fußball-Geschichte des TSV München von 1860, Göttingen 2012.
  • Anton Löffelmeier, Die "Löwen" unterm Hakenkreuz. Der TSV München von 1860 im Nationalsozialismus, Göttingen 2009.
  • Anton Löffelmeier, Fußballvereine, Geld und Politik. Die Geschichte des Münchner Fußballs von 1919 bis 1945, in: Stadtarchiv München (Hg.), Fußball in München. Von der Theresienwiese zur Allianz-Arena, München 2006, 38-77.
  • Claudius Mayer, Geschichte eines Traditionsvereins, hg. vom TSV München von 1860, München 3. Auflage 2007.
  • Thorsten Ruinys, Das Löwen Kompendium. Die große Statistik über den Fußball im TSV München von 1860, Berlin 2016.
  • Ingo Schwab, Die Münchner Vereine in den Zeiten der Fußball-Bundesliga (1963-2004), in: Stadtarchiv München (Hg.), Fußball in München. Von der Theresienwiese zur Allianz-Arena, München 2006, 130-171.
  • Ingo Schwab, München in der Zeit der Oberliga Süd (1945-1963), in: Stadtarchiv München (Hg.), Fußball in München. Von der Theresienwiese zur Allianz-Arena, München 2006, 78-99.
  • Robert Schöffel, Fußball in München. Eine Stadt zwischen Rot und Blau, Regensburg 2014.

Quellen

  • Bundesarchiv Berlin, ehemaliges Berlin Document Center (BDC).
  • Der Kicker.
  • Der Fußball.
  • Fünfzig (50) Jahre Fußballabteilung 1860 München, München o. J. [1950].
  • Nachrichtenblatt des Turn- und Sportverein 1860 München (1929-1938).
  • Staatsarchiv München, Spruchkammerakten.
  • Stadtarchiv München, Amt für Leibesübungen.
  • Stadtarchiv München, Bürgermeister und Rat.
  • Stadtarchiv München, Ratssitzungsprotokolle.
  • Stadtarchiv München, Sportamt.
  • Stadtarchiv München, Zeitgeschichtliche Sammlung.
  • Stadtarchiv München, Zeitungsausschnitte.
  • Süddeutsche Zeitung.
  • Turn- und Sportverein München von 1860 (Hg.), Hundert Jahre Turn- und Sportverein München von 1860, München 1960.
  • Turnverein München von 1860. Jahrbuch 1909, München o. J. [1910].

Weiterführende Recherche

Externe Links


Die Löwen, Die Blauen, TSV 1860 München,

Empfohlene Zitierweise

Anton Löffelmeier, TSV München von 1860, publiziert am 03.04.2012 (aktualisierte Version 11.02.2020); in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/TSV_München_von_1860 (25.02.2020)




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