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    Version vom 22. Juli 2020, 14:46 Uhr von imported>Baderm


    Beginen

    Grabstein der Regensburger Begine Leukardis von Duggendorf im Kreuzgang des dortigen Dominikanerklosters St. Blasius. (Fotografie: Hannah Hien)

    Hannah Hien
    Beginen waren Frauen, die alleine oder in Gemeinschaften ein religiöses Leben außerhalb eines Klosters ohne Klausur, Ordensregel und dauerhaft bindende Gelübde führten. Von ihrem weltlichen Umfeld unterschieden sie sich vor allem durch die Verpflichtung zur Keuschheit und durch intensivierte Frömmigkeitsausübung. Das männliche Pendant dazu waren die Begarden. Weiterlesen

    Nürnberger Gesetze

    Das Titelblatt des Reichsgesetzblattes, in dem am 16. September 1935 die drei Gesetze verkündet wurden. (Gemeinfrei via Wikimedia Commons)

    Maximilian Becker
    "Nürnberger Gesetze" ist ein Sammelbegriff für die beiden während des Reichsparteitags in Nürnberg am 15. September 1935 vom Reichstag verabschiedeten Rassengesetze: Dabei handelte es sich um das "Reichsbürgergesetz", das eine rassistische Diskriminierung in das Staatsbürgerschaftsrecht einführte, und das "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" ("Blutschutzgesetz"), das Eheschließungen und außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Deutschen und Juden unter Strafe stellte. Weiterlesen

    Zensualen

    Aufzeichnung über die Übergabe von Zensualen (Noticia censualium) an das Domkapitel in Freising aus der Zeit 1078-1098: Die adelige Dame Medani übergibt sich selbst und ihre Tochter mit allen Nachkommen an den Altar der Hl. Maria und des Hl. Korbinian [in Freising] zu 5 Denaren jährlich ... - ... ein Adeliger namens Hartperht übergibt an denselben Altar Hiltigard und ihren Sohn Engilpertus und ihre zwei Töchter Rotwiga und Hiltigard zu 5 Denaren jährlich... Abb. aus: Liber ... Censualium, Freising, 1187, fol. 2. (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, HL Freising 6 lizenziert via CC BY-NC-SA 4.0)

    Jörg Müller
    Zensualen hießen im Mittelalter Personen, die zugunsten eines Heiligen regelmäßige (Geld)leistungen an seinen Altar erbrachten. Im Gegenzug wurden sie durch ihn, genauer durch die dahinterstehende kirchliche Institution, z. B. ein Kloster, vor Zugriffen Dritter geschützt. Im Regelfall konnten sie ihren Aufenthalt und ihre Tätigkeit frei wählen und verfügten über deren Erträge. Erfolgte die Leistung an den Altar in Wachs (lat. cera) oder in Geld für dessen Lichter, so sprach man von Wachszinsern oder Cerozensualen. Weiterlesen

    Haus der Kunst (München)

    Das Haus der Kunst, 1970. Fotografie von Joachim Kankel. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv kank-000437)

    Sabine Brantl
    Das Haus der Kunst zählt zu den profiliertesten internationalen Orten für zeitgenössische Kunst. Zugleich erinnert das 1933 bis 1937 errichtete Bauwerk an die Instrumentalisierung und Gleichschaltung der Kunst im Nationalsozialismus. Es war eines der ersten architektonischen Vorzeigeprojekte des NS-Regimes und diente der Zurschaustellung nationalsozialistischer Kunstpolitik. Die dort veranstalteten "Großen Deutschen Kunstausstellungen" galten als wichtigste Werk- und Verkaufsschauen "deutscher" Kunst, während die Moderne als "entartet" gebrandmarkt und ihr jegliches Existenzrecht abgesprochen wurde. Seit Mitte der 1990er Jahre setzt sich das Haus der Kunst kontinuierlich mit seiner eigenen Vergangenheit in verschiedenen Projekten auseinander. Weiterlesen

    Große Deutsche Kunstausstellung (1937-1944)

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    Ines Schlenker
    Am 18. Juli 1937 fand in München die festliche Eröffnung der ersten Großen Deutschen Kunstausstellung (GDK) im Haus der Deutschen Kunst statt. Adolf Hitler (NSDAP, 1889-1945, Reichskanzler 1933-1945) hatte der GDK eine zentrale Rolle im Kunstbetrieb des Dritten Reichs zugedacht. Sie sollte verbindliche Standards für Künstler setzen und die wichtigste Bühne für die offizielle Kunst des Nationalsozialismus werden. Bis 1944 acht Mal abgehalten, blieb sie die einzige überregional bedeutende Ausstellung für zeitgenössische Kunst in NS-Deutschland. Weiterlesen

    Lorcher Tradition / Fälschungen Pilgrims von Passau

    Abbildung von Passau (Patavia) im ausgehenden 15. Jahrhundert mit dem spätgotischen Dom, dessen ottonischer Vorläufer unter Bischof Pilgrim begonnen wurde. Abb. aus der Schedelschen Weltchronik von 1493. Privates Exemplar des Hartmann Schedel (1440-1514). (Bayerische Staatsbibliothek, Rar. 287 fol. 473)
    Franz-Reiner Erkens

    Als "Lorcher Tradition" wird die Vorstellung bezeichnet, nach der das Passauer Bistum die Fortsetzung eines antiken Erzbistums Lorch gewesen sein und bei der aus Sicherheitsgründen erfolgten Verlegung von der Enns nach Passau den Metropolitanrang verloren haben soll. Die Entwicklung, wenn nicht gar die Entstehung dieser Fabel steht in engem Zusammenhang mit dem Bemühen des Passauer Bischofs Pilgrim (970/71-991), sein Bistum aus der Salzburger Kirchenprovinz herauszulösen und Passau zur Metropole einer eigenen Kirchenprovinz zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, fertigte Pilgrim Papst- und Herrscherurkunden an, die auf der Vorstellung von der Lorcher Tradition beruhen und diese zugleich ausgestalteten und publik machten. So wenig erfolgreich Pilgrim mit der Verwirklichung seiner weitreichenden Pläne war, so sehr hat er das Passauer Geschichtsbild durch die Lorcher Fabel mitgeprägt. Weiterlesen

    Salzachkreis (1810-1816)

    Karte des Salzachkreises 1810. Ausschnitt aus: Charte vom Königreiche Bayern, Weimar 1811. (Bayerische Staatsbibliothek, Mapp. XI,50 fd)

    Johannes Lang
    Der Salzachkreis entstand 1808 im Zuge der territorialen Einteilung des Königreichs Bayern. 1810 durch Gebietserwerbungen infolge der Koalitionskriege wesentlich vergrößert, setzte er sich neben den altbayerischen Gerichten nun aus den bis 1803 eigenständigen geistlichen Fürstentümern Salzburg und Berchtesgaden, ferner aus dem Innviertel, Teilen des Hausruckviertels sowie dem tirolischen Gericht Kitzbühel zusammen, die zuvor zu Habsburg gehört hatten. Kreishauptstadt mit der Residenz des Generalgouverneurs war Salzburg. Der von den bayerischen Behörden an den Tag gelegte Reformeifer war unpopulär und scheiterte unter anderem an den allgemein schwierigen finanziellen Verhältnissen Bayerns. Nachdem sich einzelne Gebiete bereits zuvor herausgelöst hatten, wurde der Salzachkreis 1816 erheblich verkleinert. Ein Jahr später kam es zur Zerschlagung des restlichen Salzachkreises. Weiterlesen

    Todesmärsche (1945)

    KZ-Häftlinge ziehen Ende April 1945 von den Außenlagern bei Kaufering in Richtung Dachau. Die Aufnahme entstand an der Neuen Bergstraße in Landsberg a. Lech. (Stadtarchiv Landsberg, BildA_003232)
    Martin Clemens Winter

    Im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs 1945 räumte die SS fast alle Konzentrationslager und die angeschlossenen Außenlager, um eine Befreiung ihrer Insassen durch die vorrückenden Alliierten zu verhindern. Die KZ-Häftlinge wurden auf Gewaltmärschen und mit Zugtransporten zunächst in Lager im Reichsinneren, später zunehmend ziellos über die Landstraßen und durch Ortschaften getrieben. Zahlreiche Gefangene starben dabei infolge von Hunger, Erschöpfung und Krankheiten oder wurden ermordet. Ihre Leichen wurden oftmals an Ort und Stelle verscharrt. Schätzungsweise bis zu 250.000 Menschen verloren bei diesen Räumungstransporten, die als Todesmärsche bekannt geworden sind, ihr Leben. Weiterlesen

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