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Regensburg, Hochstift: Territorium und Struktur

Regensburg mit dem Gebiet vom Domplatz bis zur Donau. Ausschnitt aus: Beyläuffiger Entwurff. Wie die Grund Stück alhier in Regenspurg liegen und die 8. Wachten aneinander stossen, n. 1700. (Bayerische Staatsbibliothek, Cod. icon. 400)
Diethard Schmid
Die Gründung des Bistums Regensburg 739 im Zuge der Neuorganisation der bayerischen Bistümer durch den Heiligen Bonifatius (gest. 754/55) bildete die Grundlage für die Entstehung des Regensburger Hochstifts. Sein Territorium vergrößerte sich durch Schenkungen, Kauf und Tausch und erstreckte sich auf Teile der Stadt Regensburg, Besitzungen im Raum Regensburg, auf dem Nordgau und in Niederbayern, mit Ausläufern nach Franken, Schwaben, Oberbayern und Niederösterreich. Mit dem Reichsdeputations-Hauptschluss vom 25. Februar 1803 wurde das Hochstift zum Fürstentum Regensburg umgewandelt und Teil des Kurerzkanzlerstaats. 1809/10 fiel das Fürstentum Regensburg an das Königreich Bayern. Weiterlesen

Hitler und Bayern

Adolf Hitler wohnte ab 1929 als Mieter im Wohnblock am Prinzregentenplatz 16 in München. Foto von 1910. (Stadtarchiv München, DE-1992-FS-NL-PETT1-2847 lizensiert durch CC BY-ND 4.0)

Walter Ziegler
Es ist für die Geschichte Bayerns im 20. Jahrhundert von erheblicher Bedeutung, dass der Österreicher Adolf Hitler (1889-1945) nach 1918 in München seine Ideologie formulierte, seine Partei aufbaute und hier lange seinen ständigen Wohnsitz hatte. Doch auch nach seiner Ernennung zum Reichskanzler 1933 verblieb nicht nur der Hauptsitz der NSDAP in München, auch Hitlers Besuche hier, in anderen bayerischen Städten und vor allem auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden waren noch lange Teil seines politischen und privaten Lebens. Mit der historischen Hinterlassenschaft von Hitlers Herrschaft hat sich gerade auch Bayern bis heute auseinanderzusetzen. Weiterlesen

Schwarze Erde / Dark Earth

Dark earth-Schichtpaket aus London. Die beiden Tetrapaks enthalten die mikromorphologischen Erdproben. Das Foto dokumentiert die Entnahmestellen für die Probenauswertung. Abb. aus: Richard I. Macphail, Reconstructing past land use from dark earth: examples from England and France, in: Élisabeth Lorans/Xavier Rodier (Hg.), Archéologie de l'espace urbain, Tours 2013, 251-261. (Mit Genehmigung des Autors)

Marcus Zagermann
Menschliche Aktivität und natürliche Prozesse führten zwischen dem 4. und 11. Jahrhundert in urbanen Kontexten zur Bildung einer dunklen, humosen Schicht. Lange Zeit wurde nicht erkannt, dass diese Schwarze Erde eine Sequenz verschiedener Schichten ist. Sie galt als Zeugnis des Siedlungsabbruchs. Heutzutage können naturwissenschaftliche Untersuchungen wie die Mikromorphologie viele Fragen klären. Infolgedessen kann die Schwarze Erde jetzt als Phänomen gedeutet werden, das Kontinuität anzeigt, und nicht dagegen spricht. Weiterlesen


Antisemitismus (nach 1945)

Protestkundgebung gegen die Hinrichtung von NS-Kriegsverbrechern auf dem Hauptplatz in Landsberg am Lech, 1951. (Stadtarchiv Landsberg a. L., Bild A_002693)
Werner Bergmann
Obwohl 1945 die nationalsozialistischen Verbrechen an Juden in ganz Europa schonungslos offenbart wurden, konnte sich in allen politischen Lagern und quer durch alle Bevölkerungsschichten ein latenter, gerade in den Anfangsjahren z. T. auch offener Antisemitismus halten. Seit den 1970er Jahren kristallisierte sich unter dem Eindruck internationaler Konflikte im Nahen Osten ein Antisemitismus heraus, der aus einer anti-israelischen Haltung heraus gespeist wurde (Antizionismus). Trotz vielfacher Aufklärungsarbeit staatlicher, kirchlicher und anderer Stellen sind antisemitische Haltungen und antisemitisch motivierte Aktionen nach wie vor kein Randphänomen. Weiterlesen

NS-Ordensburg Sonthofen

Innenhof der Ordensburg Sonthofen
Franz Albert Heinen
Die Ordensburg Sonthofen (Lkr. Oberallgäu) wurde in den 1930er Jahren als Projekt des nationalsozialistischen Regimes errichtet. Initiator war der Reichsorganisationsleiter der NSDAP Robert Ley (NSDAP, 1890–1945). Die zunächst als "Schulungslager" oder "Schulungsburg" bezeichnete Anlage in Sonthofen sollte zusammen mit zwei parallel errichteten Schwesteranlagen der dreijährigen Ausbildung künftiger Parteifunktionäre dienen. Während der fortschreitenden Realisierung wurden der Anlage in Sonthofen mehrfach weitere Zweckbestimmungen zugewiesen. Weiterlesen

Konstitutionssäule von Gaibach

Die Konstitutionssäule wurde auf dem damals sog. Sonnenhügel am Rande des Gaibacher Schlossparks errichtet. Der markante Aussichtspunkt ist im weiten Umkreis gut sichtbar. (Foto: Dr. Dirk Werdermann)
Rainer Leng
Die Konstitutionssäule in Gaibach wurde von Franz Erwein Graf von Schönborn (1776-1840) in den Jahren 1821 bis 1828 auf einer weithin sichtbaren Stelle des Schönborn'schen Schlosses Gaibach zur Erinnerung an die Bayerische Verfassung von 1818 errichtet. Sie sollte als Mittelpunkt jährlich stattfindender Verfassungsfeiern dienen und ist ein Monument des frühen Konstitutionalismus. Weiterlesen

Barschalken

Im Rahmen einer Schenkung des Kaplans Uuago an die Freisinger Domkirche am 20. April 825 werden detailierte Vereinbarungen zur Bewirtschaftung kirchlichen Gütern durch Barschalken getroffen (markierte Stelle). Auszug aus dem Cozroh-Codex, Freising 9. Jh.

Jörg Müller
Der vom 8. - 13. Jahrhundert in bayerischen Quellen vorkommende Begriff B(P)arschalken bezeichnete zunächst bestimmte Freie im südöstlichen Bayern und in Österreich, die gegen Leistungen auf Fiskalland saßen, dann Teile der herzoglichen Dienstmannschaft. Für Beide war der Herzog das verbindende Element. Nach dem Ende des agilolfingischen Herzogtums 788 wurden sie unter fränkisch-kirchlicher und -königlicher Herrschaft rasch auf die Funktion "Bauer" reduziert. Weiterlesen