Startseite


Volltext Titel

Häufige Fragen

Neue Artikel

Artikel A-Z

Verwandte Artikel:

Dokumente:

Titelblatt der Brandenburgisch-[[ort:36607:Nürnbergischen]] Kirchenordnung von 1591. (Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, 2° 1199)
Titelblatt der Brandenburgisch-Nürnbergischen Kirchenordnung von 1591. (Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, 2° 1199)

Anordnung einer Sektion in Kirchengegenständen bei dem Ministerium des Innern. (Königlich-Baierisches Regierungsblatt 1808, Sp. 2271-2278)
Anordnung einer Sektion in Kirchengegenständen bei dem Ministerium des Innern. (Königlich-Baierisches Regierungsblatt 1808, Sp. 2271-2278)

Das "Protestantenedikt" mit der endgültigen Formierung der Konsistorien in Bayern. (Gesetzblatt für das Königreich Baiern 1818, München, S. 437/438-449/450)
Das "Protestantenedikt" mit der endgültigen Formierung der Konsistorien in Bayern. (Gesetzblatt für das Königreich Baiern 1818, München, S. 437/438-449/450)

Sitzungsprotokoll des protestantischen Oberkonsistoriums München, 30. Dezember 1818. (Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, OKM 782)
Sitzungsprotokoll des protestantischen Oberkonsistoriums München, 30. Dezember 1818. (Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, OKM 782)

Oberkonsistorialpräsident Karl Friedrich von Roth. (Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Fotosammlung [Roth, Friedrich] P 6)
Oberkonsistorialpräsident Karl Friedrich von Roth. (Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Fotosammlung [Roth, Friedrich] P 6)

Oberkonsistorialpräsident Adolf von Harleß. (Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Fotosammlung [Harleß, Adolf] P 6)
Oberkonsistorialpräsident Adolf von Harleß. (Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Fotosammlung [Harleß, Adolf] P 6)

Oberkonsistorialpräsident Hermann von Bezzel. (Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Fotosammlung [Bezzel, Hermann] P 6)
Oberkonsistorialpräsident Hermann von Bezzel. (Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Fotosammlung [Bezzel, Hermann] P 6)

Verordnung, betreffend die Aufhebung der landeskirchlichen Verfassung der protestantischen Kirche in Bayern r.d.Rh. und der vereinigten protestantischen Kirche der Pfalz vom 28. Januar 1920. (Gesetz- und Verordnungsblatt für den Freistaat Bayern 1920, 29-31)
Verordnung, betreffend die Aufhebung der landeskirchlichen Verfassung der protestantischen Kirche in Bayern r.d.Rh. und der vereinigten protestantischen Kirche der Pfalz vom 28. Januar 1920. (Gesetz- und Verordnungsblatt für den Freistaat Bayern 1920, 29-31)

Regierungsblatt für das Königreich Bayern 1849, S. 625/626-627.
Regierungsblatt für das Königreich Bayern 1849, S. 625/626-627.

Karten zur Verwaltungsstruktur der evangelischen Kirche in Bayern. (Die evangelische Kirche in Bayern, Kempten ca. 1820)
Karten zur Verwaltungsstruktur der evangelischen Kirche in Bayern. (Die evangelische Kirche in Bayern, Kempten ca. 1820)

Autorenbereich

Impressum

Nutzungshinweise

Konsistorium (evangelisch) (19./20. Jahrhundert)

Konsistorien, die im evangelischen Bereich bis 1918 als staatliche Behörden das landesherrliche Kirchenregiment ausübten und die Kirche leiteten, entstanden im Raum des heutigen Bayern in einigen, aber nicht allen Territorien, die sich der Reformation angeschlossen hatten. Mit dem Übergang dieser Gebiete an Bayern wurden bis 1807 alle bisherigen Konsistorien aufgelöst. Nach einer Übergangsphase, in der 1808-1818 das Innenministerium und die Kreisregierungen das Kirchenregiment ausübten, entstanden 1818 ein zentrales Oberkonsistorium in München und drei untergeordnete Konsistorien in Ansbach, Bayreuth und Speyer. Abgesehen davon, dass das Konsistorium in Speyer 1849 direkt dem Kultusministerium unterstellt wurde, blieb diese Ordnung bis zum Ende des Königreichs gültig. Nach dem Ende des landesherrlichen Kirchenregiments wurden die Konsistorien 1920 als staatliche Behörden aufgelöst. Sie gingen in den Landeskirchenräten auf.


Inhalt (verbergen)


Artikel von Hans-Peter Hübner

Begriff

(nach oben)

Als Konsistorien werden im Bereich der evangelischen Landeskirchen die nach der Reformation gebildeten Kirchenbehörden bezeichnet, denen unter dem landesherrlichen Kirchenregiment zunächst die bis dahin von den Bischöfen geübte Gerichtsbarkeit und später auch kirchenleitende Befugnisse oblagen. Nach 1918 behielten einige, insbesondere die zur Altpreußischen Union gehörenden Provinzial- bzw. Landeskirchen, diese Bezeichnung für ihre obersten Dienst- und Verwaltungsbehörden bei.

Entwicklung in den Territorien

(nach oben)

In den ehemals eigenständigen Territorien der Oberpfalz, Frankens und Schwabens war das evangelische Kirchenwesen wie folgt organisiert:

Neuorganisation im Königreich Bayern

(nach oben)

Die Neuordnung des evangelischen Kirchenwesens im Königreich Bayern, deren Ziel es war, eine mit den Landesgrenzen übereinstimmende zentrale Organisationsform zu schaffen, vollzog sich in mehreren Schritten: Zunächst wurden die vorhandenen Kirchenbehörden bis 1807 zu fünf Konsistorien zusammengeführt. Diese bestanden bei der Generallandesdirektion München für die evangelischen Gemeinden in Altbayern, bei der Kriegs- und Domänenkammer in Ansbach für das Gebiet des ehemaligen Markgraftums Ansbach, bei der Landesdirektion Bamberg für die übrigen fränkischen Gemeinden, bei der Landesdirektion Amberg in der Nachfolge der Sulzbacher Deputation für die Oberpfalz und bei der Landesdirektion Ulm für Schwaben.

In einem zweiten Schritt wurde aufgrund des Edikts vom 8. September 1808 beim Ministerium des Inneren eine "Sektion in kirchlichen Angelegenheiten" gebildet, die einerseits die staatlichen Hoheitsrechte über die katholische und die evangelische Kirche ausübte und andererseits als "Generalkonsistorium" zentrale oberste Kirchenleitungsbehörde für alle evangelischen Gemeinden lutherischen und reformierten Bekenntnisses war. Anstelle der bisherigen Konsistorien wurden "Generaldekanate" (1809 zusätzlich eines in Augsburg; 1810 insgesamt nur noch vier in München, Regensburg, Ansbach und Bayreuth, wobei die Generaldekanate München 1815 und Regensburg 1817 aufgelöst wurden) eingerichtet, die keine eigenen Behörden waren, sondern vollständig in die staatlichen Mittelbehörden (Generalkreiskommissariate, seit 1817 Kreisregierungen) eingegliedert waren. Zur Ausübung der Kirchengewalt, die den Behördenvorständen oblag, wurde diesen jeweils ein theologischer "Kreiskirchenrat" unterstellt. Die Konsistorialordnung vom 8. September 1809 regelte im Einzelnen den Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich des Generalkonsistoriums und der Generalkommissariate.

Zu ihrem Abschluss kam die Entwicklung der konsistorialen Strukturen im Königreich Bayern mit dem der Verfassung vom 26. Mai 1818 beigegebenen Protestantenedikt. Danach wurde die Ausübung des Summepiskopates und der daraus abgeleiteten inneren Kirchenangelegenheiten dem als eigene und selbständige Behörde konzipierten "Oberkonsistorium" übertragen, welches in dienstaufsichtlicher Hinsicht dem Innenministerium untergeordnet war. Dem Oberkonsistorium gehörten insgesamt fünf Oberkonsistorialräte (vier - davon einer mit reformiertem Bekenntnis - geistliche und ein weltlicher) an. Außerdem wurden die Generaldekanate wieder in Konsistorien umgewandelt, die in ihrem Wirkungsbereich ebenfalls selbständige Behörden waren.

Für den Gesamtbereich Bayerns einschließlich der 1816 hinzugekommenen Rheinpfalz bestanden nun drei Konsistorien: Ansbach für Mittelfranken und Schwaben, Bayreuth für Oberfranken, die Oberpfalz, Niederbayern und Unterfranken sowie Speyer für die linksrheinische Pfalz; das Dekanat München, das weite Teile Oberbayerns umfasste, blieb weiterhin unmittelbar dem Oberkonsistorium zugeordnet. Übergeordnete Stelle war das Ministerium des Innern, ab 1847 das aus dem Innenressort gelöste Kultusministerium.

1849 wurde der Konsistorialbezirk Speyer auf Antrag der pfälzischen Generalsynode aus dem Zuständigkeitsbereich des Oberkonsistoriums ausgegliedert. Es unterstand seitdem unmittelbar dem Kultusministerium. Infolge dieser Änderung entfiel auch die Stelle des reformierten Oberkonsistorialrates im Oberkonsistorium.

Bei der Eingliederung der fränkischen Gebiete nach Bayern endete zwar die Tätigkeit der dortigen Konsistorien, so dass ab 1807 der dortige Adel Kirchenherrschaft nur noch unter Aufsicht der Konsistorien ausüben durfte. Das Edikt über die Standesherren ermöglichte diesen aber ab 1818, erneut eigene Konsistorien zu gründen, die direkt dem Oberkonsistorium in München unterstellt wurden (Mediatkonsistorien). Von dieser Möglichkeit machten aber nur die Grafen von Giech (bis 1847 in Thurnau) und die Fürsten von Löwenstein-Wertheim (bis 1851 in Kreuzwertheim) Gebrauch.

Die Auflösung der Konsistorien nach dem Ende des landesherrlichen Kirchenregiments

(nach oben)

Nach dem Wegfall des landesherrlichen Kirchenregiments wurden das Oberkonsistorium und die Konsistorien mit Verordnung der Staatsregierung des nunmehrigen Freistaates Bayern vom 28. Januar 1920 als staatliche Behörden aufgelöst. Als kirchliche Behörden wurden sie mit ihren bisherigen Mitgliedern in die Landeskirchenräte der nun in die Eigenständigkeit entlassenen evangelischen Landeskirchen in Bayern rechts und links des Rheins (Pfälzische Landeskirche) überführt. Der Landeskirchenrat der evangelisch-lutherischen Kirche rechts des Rheins übernahm zugleich auch die Zuständigkeiten der Konsistorien in Ansbach und Bayreuth, unterhielt jedoch bis 1930 für das Finanzreferat eine Zweigstelle in Ansbach. Mit der Auflösung dieser Zweigstelle wurde mit Wirkung vom 1. April 1930 die noch heute bestehende Evang.-Luth. Landeskirchenstelle Ansbach errichtet, die als dem Landeskirchenrat nachgeordnete kirchliche Mittelbehörde beratende und aufsichtliche Aufgaben bezüglich der vermögensrechtlichen Angelegenheiten der Kirchengemeinden wahrnimmt.

Präsidenten des Oberkonsistoriums

(nach oben)

Name des PräsidentenLebensdatenAmtszeitBemerkungen
Carl August v. Seckendorff1774-18281818-1828 
Karl v. Roth1780-18521828-1848 
Friedrich Christian v. Arnold1786-18681848-1852 
Adolf v. Harleß1806-18791852-1879 
Johann Matthias Meyer1814-18821879-1882 
Adolf v. Stählin1823-18971883-1897 
Alexander v. Schneider1845-19091897-1909 
Hermann v. Bezzel1861-19171909-1917 
Friedrich Veit1861-19481917-19201921-1933 Kirchenpräsident

Literatur:

Quellen:

Weiterführende Recherche:

Externe Links:


Empfohlene Zitierweise:

Hans-Peter Hübner, Konsistorium (evangelisch) (19./20. Jahrhundert), in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44903> (08.09.2010)


Druckversion des Artikels (pdf)

Haben Sie Anmerkungen zu diesem Artikel? Schreiben Sie an die Redaktion (histlexbay@bsb-muenchen.de).

Letzte Änderung: 08.09.2010