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Katholikentag München 1922: Freiluftgottesdienst am Münchner [[histlexbay:44746:Königsplatz]], im Hintergrund die Antikensammlung (Damals "Neue Staatsgalerie"). (Erzbischöfliches Archiv München)
Katholikentag München 1922: Freiluftgottesdienst am Münchner Königsplatz, im Hintergrund die Antikensammlung (Damals "Neue Staatsgalerie"). (Erzbischöfliches Archiv München)

Katholikentag München 1922: Eröffnungsansprache von Kardinal Michael v. Faulhaber, 27. August 1922. (Die Reden gehalten in den öffentlichen und geschlossenen Versammlungen der 62. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands zu München, 27. bis 30. August 1922, Würzburg 1923, 1-5)
Katholikentag München 1922: Eröffnungsansprache von Kardinal Michael v. Faulhaber, 27. August 1922. (Die Reden gehalten in den öffentlichen und geschlossenen Versammlungen der 62. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands zu München, 27. bis 30. August 1922, Würzburg 1923, 1-5)

Katholikentag München 1922: Schlussansprache des Präsidenten Konrad Adenauer, 30. August 1922. (Die Reden gehalten in den öffentlichen und geschlossenen Versammlungen der 62. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands zu München, 27. bis 30. August 1922, Würzburg 1923, 203-206)
Katholikentag München 1922: Schlussansprache des Präsidenten Konrad Adenauer, 30. August 1922. (Die Reden gehalten in den öffentlichen und geschlossenen Versammlungen der 62. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands zu München, 27. bis 30. August 1922, Würzburg 1923, 203-206)

Katholikentag Bamberg 1966: Plakat. (Auf dein Wort hin. 81. Deutscher Katholikentag vom 13. Juli bis 17. Juli in Bamberg, Paderborn 1966, Titelblatt)
Katholikentag Bamberg 1966: Plakat. (Auf dein Wort hin. 81. Deutscher Katholikentag vom 13. Juli bis 17. Juli in Bamberg, Paderborn 1966, Titelblatt)

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Katholikentage in Bayern

1848 begründete Versammlung der katholischen Laien Deutschlands. Die Katholikentage fanden anfangs jährlich, seit 1950 im zweijährigen Turnus statt, unterbrochen unter anderem durch die beiden Weltkriege und die NS-Diktatur. Von den 18 Versammlungen, die bisher in Bayern stattfanden, waren die Treffen in Regensburg 1849, München 1922 und Bamberg 1966 in kirchlicher und politischer Hinsicht am wichtigsten.


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Artikel von Karl-Joseph Hummel

Die Entwicklung im Überblick

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Der erste deutsche Katholikentag fand vom 3. bis 6. Oktober 1848 in Mainz statt, während gleichzeitig die Frankfurter Nationalversammlung tagte. Bis einschließlich 2006 wurde zu bisher 96 Treffen dieser Art eingeladen. Aus der ursprünglichen Versammlung von lediglich 83 Delegierten des Katholischen Vereins Deutschlands entwickelte sich die größte Veranstaltung katholischer Laien in Deutschland. Ursprünglicher Name war "Generalversammlung"; 1948 erfolgte die Umbenennung in "Katholikentag". Mit kriegs- und diktaturbedingten Unterbrechungen (1914-1920, 1933-1947) fanden die Generalversammlungen jährlich statt, seit 1950 im zweijährigen Turnus. Den jeweiligen Veranstaltungsort bestimmt der geschäftsführende Ausschuss auf dem vorherigen Katholikentreffen.

Katholikentage in Bayern

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18 dieser Katholikentage fanden bisher in Bayern statt, davon fünf in München und vier in Würzburg:



VeranstaltungsjahrVeranstaltungsort
1849Regensburg
1861München
1864Würzburg
1868Bamberg
1876München
1877Würzburg
1884Amberg
1893Würzburg
1895München
1897Landshut
1904Regensburg
1907Würzburg
1910Augsburg
1922München
1931Nürnberg
1950Passau
1966Bamberg
1984München

Unter den bayerischen Veranstaltungsorten dominieren Städte mit Bischofs- bzw. Erzbischofssitzen (Ausnahmen: Amberg, Landshut, Nürnberg). Erst 1931 wählte man mit Nürnberg als Veranstaltungsort eine traditionell rein protestantische Großstadt, die erst durch die Zuwanderung seit dem 19. Jahrhundert einen bedeutenden katholischen Bevölkerungsanteil erhalten hatte.

Besonders hervorzuheben sind die Versammlungen in den Jahren 1849 in Regensburg, 1922 in München und 1966 in Bamberg.

Regensburg 1849: Das Recht auf Selbstorganisation und die Frage der Beteiligung der Laien an kirchlichen Entscheidungen

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Der engagierte Eifer der katholischen Laien in der Revolution von 1848 veranlasste die deutschen Bischöfe, sich ebenfalls organisatorisch zusammenzuschließen. Auf Betreiben des Kölner Erzbischofs Johannes von Geissel (1796-1864) trat im Dezember 1848 die erste gemeinsame Bischofskonferenz in Würzburg zusammen. Die Laien trafen sich nach dem Mainzer Katholikentag von 1848 im Folgejahr ausnahmsweise zweimal, vom 9.-12. Mai 1849 in Breslau und vom 2.-5. Oktober 1849 in Regensburg. Neben dem zentralen Anliegen "Freiheit der Kirche vom Staat" stand in Regensburg die Sorge um Bildung, Erziehung und Caritas auf dem Programm.

Die angemessene Form der Beteiligung von Laien an kirchlichen Entscheidungen war Anlass für einen klarstellenden Protest. Die Delegierten in Regensburg bestanden auf dem modernen Recht der Selbstorganisation außerhalb kirchlicher Strukturen und wiesen den Vorschlag des Freiburger Domkapitulars und Professors Johann Baptist Hirscher (1788-1865) "als unkirchlich und unkatholisch auf das entschiedenste zurück", auch mit Laien besetzte, beschließende Synoden einzuführen, deren Beschlüsse für die Bischöfe bindend sein sollten. Sie verwahrten sich "gegen allen und jeden Anspruch auf Beteiligung an der Führung oder auf Kontrolle des Kirchenregiments".

Disput um die Legitimation der Weimarer Republik 1922 in München

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1921 hatte mit dem Zentrumspolitiker Joseph Wirth (1879-1956) erstmals ein amtierender Reichskanzler an einem Katholikentag teilgenommen. Aus Verärgerung über den eher im linken Spektrum der Zentrumspartei stehenden Wirth verhinderte Kardinal Michael von Faulhaber (1869-1952) 1922 aber dessen erneute Einladung nach München. Faulhaber wünschte sich eine deutlichere Betonung des religiösen Charakters dieser Versammlungen und eine stärkere Beteiligung von Bischöfen, keinen politischen Parteitag des Zentrums.

In seiner Eröffnungsrede auf dem 62. Katholikentag 1922 (27.-30. August) in München brachte der Kardinal die Novemberrevolution von 1918 und die dadurch möglich gewordene Gründung der Weimarer Republik in die Nähe von "Meineid und Hochverrat" und forderte, auch das öffentliche Leben nach den Gesetzen Gottes einzurichten. Über die Frage nach der Legitimität der Republik kam es zu einem beachtlichen Disput mit dem amtierenden Katholikentagspräsidenten, dem damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer (1876-1967), der in seiner Schlussansprache Kardinal Faulhaber entgegnete: "Wo viel Licht, da ist auch viel Schatten. Auch von diesem Schatten zu sprechen, ist meine Pflicht. Es sind hie und da Äußerungen gefallen, die man sich aus Verhältnissen örtlicher Natur erklären kann, hinter denen aber die Gesamtheit der deutschen Katholiken nicht steht." (Schlussansprache Adenauers, bei: Stehkämper, Konrad Adenauer als Katholikentagspräsident 1922, 101-112 [105]).

Erster Katholikentag nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1966 in Bamberg

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Der 81. Katholikentag in Bamberg vom 13.-17. Juli 1966 war für die deutschen Katholiken die erste Gelegenheit, nach Beendigung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) die Neuorientierung der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert umzusetzen, das Konzil "einzudeutschen". Wesentlicher Motor dieses Treffens wurde der damalige Bamberger Erzbischof Josef Schneider (1906-1998), der auch an sämtlichen Sitzungen des Konzils teilgenommen hatte.


Literatur:

Quellen:

Weiterführende Recherche:

Externe Links:


Empfohlene Zitierweise:

Karl-Joseph Hummel, Katholikentage in Bayern, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44736> (24.03.2011)


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Letzte Änderung: 24.03.2011