Staatswappen
Zwischen 1806 und 1918 war das königliche Familienwappen des Hauses Wittelsbach zugleich das Staatswappen Bayerns, auf Wunsch König Ludwigs I. (1786-1868, reg. 1825-1848) seit 1835 mit den Sinnbildern der vier Volksstämme sowie den Rauten im Mittelschild für das gesamte bayerische Königreich. Es verlor mit der Revolution von 1918 seine Gültigkeit, wurde allerdings bis 1923 weiterverwendet. Bereits von der Regierung Eisner 1918 damit beauftragt, entwarf der gebürtige Düsseldorfer Graveur, Typograf und Graphiker Otto Hupp (1859-1949) ein Vier-Felder-Wappen, das die überlieferten Sinnbilder Altbayerns, Frankens, der Pfalz und Schwabens übernahm und vom Bayerischen Landtag am 18. Juli 1923 verabschiedet wurde (Gesetz vom 20. Juli 1923, veröffentlicht im Bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt, 27. November 1923, 377). Die frühere Königskrone deutete Hupp zu einer "Volkskrone" als Zeichen der Volkssouveränität um. Das Staatswappen wurde bis 1936 verwendet (Verordnung über die Gestaltung der Hoheitszeichen des Reichs, Reichsgesetzblatt, 7. März 1936). Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Freistaat mit dem "Gesetz über das Wappen des Freistaates Bayern" vom 5. Juni 1950 ein neues Staatswappen (GVBl 2. November 1950, 207, rückwirkend zum 8. Dezember 1946 in Kraft getreten). Den Entwurf, nun erneut samt Rauten im Mittelschild, lieferte der gebürtige Stuttgarter Graphiker Eduard Ege (1893-1978) bereits 1945 in Anlehnung an die Vorbilder von 1835 und 1923.
Literatur:
- Hans-Enno Korn, Christa Schmeißer, Otto Hupp. Meister der Wappenkunst. 1859-1949 (Ausstellungskataloge der Staatlichen Archive in Bayern 19), München 1985.
- Klemens Stadler, Wappen in Bayern (Ausstellungskataloge der Staatlichen Archive in Bayern 8), München 1974.
- Wilhelm Volkert, Die Wappenzeichen des Landes Bayern, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 44 (1981), 675-692. (auch online verfügbar)
- Wilhelm Volkert, Von der Königskrone zur Volkskrone, in: Unser Bayern. Heimatbeilage der Bayerischen Staatszeitung 35 (1986), Nr. 1, 1ff. (auch online verfügbar)
- Wilhelm Volkert, Die Entstehung des Bayerischen Staatswappens (1945-1950), in: Walter Koch u. a. (Hg.), Auxilia Historica. Festschrift für Peter Acht zum 90. Geburtstag (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte 132), München 2001, 449-460.
- Wilhelm Volkert, Die Bilder in den Wappen der Wittelsbacher, in: Hubert Glaser (Hg.), Wittelsbach und Bayern. Band I/1: Die Zeit der frühen Herzöge. Von Otto I. zu Ludwig dem Bayern, München/Zürich 1980, 13-28. (Gesamtüberblick vom 12. bis zum 20. Jahrhundert)
Weiterführende Recherche:
Externe Links:
- Bayerisches Staatsministerium des Innern: Staatswappen
- Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit: Beschreibung und Erläuterung der Wappensymbole des Freistaats Bayern und der sieben Bezirke
- Bayerische Landesbibliothek Online: Verhandlungen des Bayerischen Landtags, Bericht und Abstimmung über den Gesetzentwurf für ein bayerisches Staatswappen, 18.7.1923 (S. 709)
- Bayerische Landesbibliothek Online: Wilhelm Volkert, Die Wappenzeichen des Landes Bayern, in: ZBLG 44 (1981), 675-692
- Bayerische Landesbibliothek Online: Bayerische Verfassunggebung 1946, Verhandlung des Verfassungsausschusses über das Staatswappen, 2.10.1946 (S. 695)
- Bayerische Landesbibliothek Online: Verhandlungen der Bayerischen Verfassunggebenden Landesversammlung, Beilage 21 (2.10.1946), Entwurf eines Gesetzes über das bayerische Staatswappen
Letzte Änderung: 28.02.2011

